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Yokohama; Ramen

Heute ist etwas früher Feierabend. Ich nutze die Chance um nach Yokohama zu fahren. Ramen Amusement Park und Landmark Tower stehen auf dem Plan. Die Anreise erfolgt mit dem Shinkansen, da der Ramen Park in Shin-Yokohama ist. Außerdem will etwas Zeit gutmachen. Ich wurde im Hotel aufgehalten:

Als ich ein im Hotel für den Zwischenstop eintreffe, ist eine Fernsehrcrew dabei, den Hotelchef zu interviewen. Soweit so gut. Kaum bin ich auf dem Zimmer, um die Kamera zu holen, klingelt das Telefon. Ich möge bitte zur Rezeption kommen. Unten laufe ich fast direkt in die Kamera. Der Hotelchef hat mich für ein Interview vorgeschlagen. Es geht um Japan und Onsen. Nach ein paar Fragen sind wir durch, aber man möchte ein weiteres Interview führen, oben im Rotenburo. Wir vereinbaren einen Termin für Freitag. Keine Ahnung auf was ich mich da einlasse.

Jetzt aben Shinkansen. Ich vergaß, dass in Ueno nur JR East fährt. Für JR West muss ich nach Tokyo Eki. Also fahre ich die ersten Kilometer mit der Yamanote. Das ist die erste Shinkansenfahrt ohne JRP (von der Fahrt mit dem Nozomi vor 2 Jahren mal abgesehen, da hatte ich ja einen JRP).

Shin-Yokohama. Hier war ich noch nie. Oder doch? Ich muss noch mal nachschauen. Der Ramenpark ist fußläufig erreichbar. Die grobe Richtung reicht. An den letzten Kurven, stehen menschliche Wegweiser.

Der Ramen Park ist klein. Optisch ist es der Nachbau eines Straßenzuges aus den 50/60ern. Es gibt etwa 10 Ramenläden. Oben gibt es noch einen Rundgang in Form einer kleinen japanischen Gasse mit Souvenirläden und weiteren Restaurants. Es ist ein kleiner Zeitsprung.

Mein Ziel ist Muku Zweite, das es nur für eine begrenzte Zeit gibt. Ich bestelle ein anderes Ramen als in Deutschland, aber nur, weil ich die Kanji nicht richtig lesen bzw. zuordnen kann. Der Geschmack ist ähnlich intensiv. Das Gesamterlebnis ist identisch mit Deutschland. Anschließend kann ich mir ein DAB-Bier nicht verkneifen, das es vor dem Laden gibt. Scahde ist nur, dass ich nur eine Portion schaffe.

Der finale Stop ist der Landmark Tower. Ich kürze es ab: hin, rauf, Fotos, runter, weg. Auf dem Hinweg entdecke ich, dass die Baumaßnahmen am Bahnhof Yokohama fertig sind. Das raubt mir jede Orientierung. Ich kenne den Bahnhof nur aus Baustelle.

Der Blick (Etage 73F) ist immer wieder atemberaubend. Ich glaube, die haben unten einen neuen Freizeitpark gebaut. Ich kann mich zumindest nicht daran erinnern, dass der letztes Mal schon da war; direkt neben dem Schiff.

Erkenntnis des Tages: Ramen ist eine konstante Größe

関 東 (K A N T O)

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[English Version]

Eine Reise nach Japan führt fast automatisch nach Kanto. Hier liegen die Orte, die von Tokyo aus als Tagesausflüge zu erreichen sind. Bis vor ein paar Jahren hätte auch noch gesagt, dass man nach Kanto fliegt, wenn man nach Tokyo fliegt. Bis vor ein paar Jahren (2013?) landeten alle Maschinen aus Europa in Narita. Mittlerweile ist Haneda, dan Tokyo 2020, ein wichtiger internationaler Hub.


[Ich bin ein Fan von japan-guide.com. Das Bild ist ein URL-Link]

Kanto besteht aus den Präfekturen Gunma, Tochigi, Ibaraki, Saitama, Chiba, Kanagawa und der Metropolregion Tokyo in der Mitte. Die Grenze kann wie folgt gezogen werden: Hakone im Süden, von hier nach Norden zu Kusatsu Onsen, weiter nach Nordosten hinauf zu Nasu Onsen und vor hier nach Osten bis zur Küste. Die Shinkansenstrecken Tokaido (nach Nagoya, Osaka, Kyoto), Tohoku (nach Sendai, Morioka, Aomori) und Yoetsu (nach Nagano, Kanazawa) mit Startpunkt Tokyo durchziehen Kanto. Der Chuoshinkansen ist in Planung und wird grob dem alten Nakasendo folgen. Sehenswürdige Orte (neben Tokyo) sind Nikko und Kamakura, sowie Hakone, Yokohama und Kusatsu Onsen. Leider liegt keiner der Kanto-Hotspots an den Shinkansenstrecken. Zusammenfassung (Regel: SOLL ist MUSS wenn KANN):

  • MUSS: Tokyo, Kamakura, Nikko, Hakone, Yokohama (bei Nacht)
  • SOLL: Kusatsu Onsen, Narita
  • kann: Kinugawa Onsen, Kawagoe, Kashima, Katori
  • auslassen: Mito

東京 : Tokyo MUSS, 3 Tage+

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Man sollte für die Basics in Tokyo 3 Tage ansetzen. Dann hat man 90% gesehen. Ein Hotelstandort in Ueno halte ich für sinnvoll. Ein Stapel von Sehenswürdigkeiten ist in direkter Nähe. Für alle anderen Dinge sind die Yamanote sowie die U-Bahnlinien Ginza, Hibiya und Chiyodo eine gute Wahl. Weitere möglich Stützpunkte wie z.B. Shiodome gibt es natürlich. Ich würde aber immer auf der Ostachse der Yamanote bleiben. Es ist wegen der vielen U-Bahnlinien under JR-Hauptstrecke der bessere Ort für ein Basislager. — Tokyo selbst braucht einen eigenen Reiseführer.

Tagesausflüge

Einfach zu erreichen sind Yokohama, Kamakura, Hakone und Nikko. Alle diese Ort haben den Status „MUSS“. Unterschätzt die An-/Abreisezeit nicht. Außerdem beachtet, dass die Tempel und Parks zwischen 16 und 17 Uhr schließen. Für Nikko und Kamakura kann man 2 Tage ansetzen. Die wichtigsten Attraktionen schafft man aber gut an einem Tag.


 鎌倉 : Kamakura, Kanagawaken — MUSS, 1 Tag+

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Kamakura war von 1185 bis 1333 Regierungssitz. Entsprechend viele Tempel und Schreine sind hier zu finden. Kamakura war mein erster Tagesausflug auf meiner ersten Reise. Wow. Kamakura ist Pflichtprogramm. Kamakura bietet mehr als man an einem Tag schafft. Dennoch, die wichtigsten Stationen sind locker an einem Tag zu schaffen: die Tempel Engakuji und Kenchoji im Norden, der Tsurugaoka Hachimangu und die Shoppingstraße am Bahnhof in der Stadtmitte. Den Abschluß bilden der Hasedera und der Große Buddha im Kotokuin im Westen. Kamakura kann direkt mit der Yokusuka-Linie ab Tokyo erreicht werden. Bei der Shinjuku und Tokaido Linie muss man in Ofuna umsteigen. Steigt in Kitakamakura aus. (Für Anime-Fans: Elfenlied spielt in Kamakura. Man erkennt sehr viele Orte wieder.)


日光 : Nikko, Tochigiken — MUSS, 1 Tage+

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Nikko ist Pflichtprogramm und von aus Tokyo als Tagesausflug realisierbar. Zusammen mit Kamakura und Kyoto einer der drei Orte mit Tempeln in hoher Dichte. Die Tempel und Schreine liegen sehr kompakt etwa 2 km vom Bahnnhof entfernt. Die gesamte Anlage hat den Status „UNESCO Weltkulturerbe“. Pflichtprogramm sind der Toshogu Schrein, Futarasan, Taiyuinbyo, Rinno-ji und der Shoyoen-Garten. Für längere Aufenthalte können Chuzenko und das Skigebiet in die Planung aufgenommen werden. Die Anreise mit JR ab Tokyo / Ueno erfolgt über Utsunomiya (Achtung: Mit dem falschen Zug kann das schnell 3 Stunden dauern. Mehr dazu in dem Blogeintrag zum JRP.) oder mit der Tobu Line ab Shinjuku / Ikebukuro oder ab Asakusa.


 鬼怒川温泉 : Kinugawa Onsen, Tochigiken — kann, 1 Tag

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Kinugawa Onsen hat auf mich einen verschlafenen bis untergehenden Eindruck gemacht, fast als wären die besten Zeiten vorbei. Von den vier Attraktionen habe ich drei besucht: die Flussfahrt, Tobu World Square und Nikko Edomura. Die Flussfahrt war ganz nett. World Square, nun ja, die Modelle sind alle etwas in die Jahre gekommen. Da sie alle im gleichen Maßstab sind, kann man sehr gut die Größen, z.B. der großen Halle in Nara, vergleichen. Nikko Edomura ist ein Themenpark, der das alte Edo aufleben lässt. Man kann sich Kostüme leihen und so Teil des Illusion werden. Die Anreise dauert (120 Minuten) und kann mit der Tobu-Gesellschaft über Asakasa oder Shinjuku/Ikebukuro erfolgen.


箱根 : Hakone & Lake Ashi, Kanagawaken — MUSS, 1 Tag+

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Hakone ist als Tagesausflug von Tokyo aus realisierbar. Mein Tip: Zug der Toei-Line ab Shinjuku nach Hakoneyumeto; mit der kleinen Tozan-Bahn, der Zahnradbahn und der Seilbahn in das Vulkanfeld Owakudani. Der letzte Abschnitt kann auch gewandert werden. Weiter mit Seilbahn nach Togendai und mit dem Schiff über der Lake Ashi (Vulkankrater) nach Hakonemachi, die alte Zollstation zwischen Kansai und Kanto. Ein Stück vom alten Tokaido-Weg führt nach Motohakone mit dem Hakone Schrein. Busse fahren zurück nach Hakoneyumeto. Zudem gibt es schöne Wanderwege und Onsen. Das erfordert aber mindestens eine Übernachtung. Von der Toei Line gibt es einen 2-Tage-Hakone-Pass. (Mehr dazu in dem Blogeintrag zum JRP.)


横浜 : Yokohama, Kanagawaken
MUSS (abends), muss nicht (tagsüber)

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Eventuell tue Yokohama unrecht, aber tagsüber ist die Stadt langweilig. Erst wenn es dämmert wird es spannend: Landmark Tower, die alten Lagerhäuser von Minato Mirai und China Town werden erst durch die Illumination bei Nacht interessant. Die drei Punkte sind durch eine Promenade verbunden. Mein Tip: Auf dem Rückweg von Kamakura hier stoppen und dabei in Chinatown beginnen. Gegen 17 Uhr schließen die meisten Tempel in Kamakura. Schnappt euch etwas früher einen Zug, damit ihr spätestens um 17:30 Uhr in Yokohama seid. Der Landmark Tower schließt den Einlass um 21 Uhr. Der Abend kann dann mit einem Blick aus dem 74 Stock in die Nacht beendet werden. Das Ramenmuseum liegt nicht auf dieser Strecke. Es ist abseits beim Shinkansenstop Shin-Yokohama.


 川越 : Kawagoe, Saitamaken — kann, 1 Tag

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Der Ort bietet ein Straße mit vielen alten Lagerhäusern stehen. Leider war der Autoverkehr enorm, so dass der Charm des Straßenzuges leidete. Am Ende ist die Candy Ally. Der Rückweg kann über Kintain und Honmaru Goten geplant werden. Zwei Museen liegen auf der Strecke. Alles in allem war es ein netter Tagesausflug, aber zog keinen Hering vom Teller, oder: ich hatte mehr erwartet. Kawagoe hat ein Matsuri, das sollte besucht werden.


水戸  : Mito, Saitamaken — auslassen, 1 Tag

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Mito hat einen der drei berühmten japanischen Gärten, Kairakuen. Ganz ehrlich: Mich hat der Garten nicht gereizt; ich hatte was anderes erwartet. Auch der Rest des Ortes bietet nichts, was andere Orte in Japan nicht auch haben. Die Anreise ab Ueno dauert je nach Zug 66-77 Minuten. Wer nicht unbedingt Kairakuen sehen will, kann der Ort mit gutem Gewissen auslassen.


草津温泉 : Kusatsu Onsen, Gunmaken — SOLL (Winter), 1/2 Tag

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In Kusatsu kann man Onsen genießen. Im Winter ist der Ort ein bekanntes Skiresort. Touristisch gibt das Heißwasserfeld Yubatake. Gleich daneben gibt es Yumomi-Vorführungen. Der Sainokawara Park am Ortsrand führt zum Kusatsu Onsen. Die Anreise ist extrem nervig: Shinkansen bis Takasaki oder Karuizawa. Von Karuizawa fahrt ein Bus der Seibu Kogen. Von Takasaki muss man mit einem Local erst nach Naganohara-Kusatsuguchi und von der mit einem JR Bus weiter. Mit Wartezeiten kommen schnell 3 Stunden und mehr zusammen. Ich emfehle der Ort im Winter. Eine Wanderung auf den Mt. Shirane ist dann aber wegen der Schneemassen nicht möglich. Die Busverbindung nach Yudanaka ist dann ebenfalls eingestellt.


鹿嶋 : Kashima, Ibarakiken — kann, 1/2 Tag

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In Kashima und Katori stehen zwei schöne Schreine. Wer Iaido oder Kendo macht, wird die Namen kennen. Man sollte die beiden Orte nur auf seine Reiseroute legen, wenn man sowie in der Nähe ist oder ein persönliches Interesse an deren Besuch hat. Die Anreise von Tokyo aus ist machbar, dauert aber. Ein optimale Reiseroute habe ich noch nicht. Es gibt eine Busverbindung ab Tokyo Eki nach Kashima. Zwischen Kashima und Katori fährt ein Local, wenn auch nicht sehr häufig.


香取 : Katori, Chibaken — kann, 1 Tag

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In Kashima und Katori stehen zwei schöne Schreine. Wer Iaido oder Kendo macht, wird die Namen kennen. Man sollte die beiden Orte nur auf seine Reiseroute legen, wenn man sowie in der Nähe ist oder ein persönliches Interesse an deren Besuch hat. Die Anreise von Tokyo aus ist machbar (über 2 Stunden mit mehrfachem Umstiegen). Sinnvoller wäre ein Abstecher von Narita aus. Zwischen Kashima und Katori fährt ein Local, wenn auch nicht sehr häufig.


成田 : Narita, Ibarakiken — SOLL, 1/2 Tag

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Narita eignet sich gut für den Anreise-/Abreisetag oder den Tag davor/danach, wenn man über Narita fliegt. 2013 bin ich um 9 Uhr geflogen und daher am Vortag nach Narita gefahren. Von Narita zum Flughafen sind es 15 Zugminuten. Viele Sehenswürdigkeiten (Bosa no mura, Onsen Yamato no Yu, Katori-Schrein), die Reiseführer Narita zuschreiben, liegen außerhalb und erfordern eine gründliche Planung, da Busse dorthin sehr unregelmäßig fahren. Die Stadt selbst hat genug Attraktionen für einen halben Tag. Vom Bahnhof (JR und Keisei liegen direkt nebeneinander) geht ein wünderschöne Shoppingstraße – natürlich spezialisiert auf Last-Minute-Souvenirs – zum Nartiansan, ein weitläufiges Tempelareal. Wer einen ganzen Tag spendiert oder gut plant, sollte definitiv den Stadtbezirk Sawara besuchen.


am Shinkansenan Hauptlinienan Nebenstreckeabseits (Bus)
TOKYO ***Kamakura **Nikko ***Kusatsu Onsen *
SaitamaYokohama *Hakone *Manza Onsen *
Nasu-ShiobaraKawasakiKawagoeOze NP *
NaritaKinugawaShima Onsen
MitoBoso PeninsulaIkaho Onsen
Minakami OnsenKashimaTomioka
KatoriNazu Onsen
Izu Oshima
Shiobara Onsen

In der Karte aufgeführt, aber keine Touristenorte (idR sind es Umsteigepunkte)

  • Odawara (Shinkansen, Wechsel für Hakone und eine Burg)
  • Utsunomiya (Shinkansen, Wechsel für Nikko)
  • Takasaki (Shinkansen)
  • Chiba
  • Maebashi

Kamakura und Yokohama (Yabusame und Man)

Heute geht es nach Kamakura; der letzte Tag des Yabusame am großen Tsurugaoka Hachimangu. Um kurz vor 12 erreiche ich den Bahnhof von Kamakura; von dort durch die schmale Einkaufsstraße zum Schrein. Schon witzig, ich war schon drei mal in Kamakura, und es hat immer geregnet; Heute auch.

Hachimangu

Das Yabusame startet nach Plan um 13 Uhr. Beim Yabusame versucht der Bogenschütze drei Ziele – etwa 30×30 cm groß – zu treffen, die entlang einer 250 m langen Strecke aufgebaut sind. Schwierigkeit dabei ist, daß der Bogenschütze hoch zu Roß sitz und selbiges im Galopp die Strecke entlang saust. Also nicht ganz einfach.

Für den Zuschauer ergeben sich andere Hindernisse: die Rennstrecke ist kurz und schmal. Die eine Seite ist reserviert für gelandene Gäste. Die andere Seite begrenzt durch Fernsehkameras und die Ziele, die weiträumig abgesperrt sind. Fazit: Für alle Zuschauer bleiben knapp 150m, von denen nur ein Bruchteil Sicht auf die Ziele hat. Von daher kann ich mich glücklich schätzen, überhaupt etwas gesehen (und fotografiert) zu haben.

Yabusame

Wenn man kaum was sieht, dann ist die Akustik besonders einprägsam. Nachdem die Reiter in Prozession vorbeigezogen sind, Stille; dann ein „Hajime!“ und das Donnern der Hufe des Pferdes. Dann ein Kiai des Reiters und kurz darauf das Raunen des Publikums. Auch ohne das Ziel zu sehen, weiß man sofort: getroffen oder daneben. Ein Reiter schafft es alle drei Ziele zu treffen. Der Applaus ist entsprechend. Nachdem 6 Reiter durch sind, ziehen sie noch einmal an den Zuschauern vorbei. Der Beste Schütze voran. Applaus und Rufe. Und alles untermalt von den Trommeln des Schreins, die im Hintergrund zu hören sind. So geht es 4 Runden lang. Und nach einer Stunde ist alles vorbei.

Yokohama

Jetzt erstmal was essen und dann ein wenig durch Kamakura laufen. Gezielt steuere ich keine Tempel an. Die hatten wir die letzten Male zu Genüge. Auf dem Rückweg nach Tokyo der (traditionelle) Stop in Yokohama: China Town und den Landmark Tower. Chinatown ist grell und bunt, wie ich es in Erinnerung habe. Mein Abendbrot sind Man. Man sind gefüllte Teigtaschen, die man in Chinatown überall kaufen kann und die superlecker sind. Sie werden in Bambuskörben gedämpft und sind mit allem möglichen Füllungen zu haben: Hünchen, Schwein, rote Bohnen, … 2 Man für je 440yen und man ist pappsatt.


Hier ein Youtube-Link für bewegte Bilder vom Yabusame (nicht von mir).


Link zum Reiseführer / Kartenmaterial


Kanji-Lexikon: Kamakura 鎌倉, Yabusame 流鏑馬, Tsurugaoka Hachimangu 鶴岡八幡宮, Kiai 気合, Tokyo 東京, Yokohama 横浜, Landmark Tower.

Kamakura und mal wieder Regen

Der 8. April ist Buddha’s Geburtstag. Ich probiere mein Glück in Kamakura. Die Fahrzeit unterschätzen (erst 8:20 Uhr aufgestanden) wird mit Ankunft in Kitakamakura um 11 Uhr bestraft. Es ist kalt und regnet.

(1) Engakuji. Es war der erste große Tempel auf meiner ersten Reise (bei Sonnenschein). Aber in diesem Regen hat der Tempel eine Ausstrahlung, die fast schöner ist. Sabishi. Das Eingangstor ist imposant. Der Tempel beherbergt einen Nationalschatz. Und wie immer haben die Japaner viele Stufen dazwischen gesetzt; sehr viele Stufen. Oben angekommen hat man eine herrliche Aussicht und den Blick auf die 1303 gegossene Tempelglocke (2004 habe ich die glatt übersehen).

(2) Der Kenchoji ist gleichen nebenan. Auch hier ist alles in perfekter Harmonie. Tor, Halle, der Zen-Garten, der Regen. Der Blick von der Veranda der Gebetshalle ist unbeschreiblich. Ich hoffe, das kommt auf dem Foto rüber. Am Ende des Tempels, wo die Berge beginnen, ist noch ein Schrein. Schreine sind aber immer oben, nie unten. 245 japanische, fiese Stufen. Wieder wird man mit Ausblick belohnt. Bei gutem Wetter könnte man den Fuji sehen. Nur jetzt halt nicht. Hinter dem Schrein geht es weiter in Berge. Es reizt mich dem Weg zu folgen.

(3) Gegen 14 Uhr steuere ich den Hachimangu an. Die Kameraanzeige versagt. Es fängt an. Der Regen kriecht in die Kamera, setzt die Elektronik außer Gefecht. Ich genehmige mir einen Rundgang durch die hinteren Bereiche des Schreins, wo die jahrhunderte alten Mikoshi (tragbare Schreine) stehen. Am Ende des Geländes, bei der Bogenbrücke, fällt mein Blick auf den Eingang zu einem Garten. Den hatte ich bisher nie auf der Rechnung. Gleich am Eingang erschlägt es mich. Links und Rechts grüne Büsche und Kurschbäume. Als Holz sind Sichtschutzwände und kleine Dächer aufgebaut. Kirschblüten auf dem Weg. Japanische Papierregenschirme überall; der der Regen und die dazugehörige Stimmung. Am liebsten würde ich genau hier stehen bleiben. Der Anblick – und auch das Foto davon – sind so gut, daß ich es sponton zum Foto dieser Reise küre. (Nachtrag: Es ist das Titelbild für den Blogabschnitt „Reise 2008“ geworden.) Der Blick durch dass Kameraprisma wird nebelig und der Autofokus versagt. Pause. Ich bestelle Katsudon (oder sowas ähnlichen) und Sake. Ich taue langsam wieder auf.

(4) Jetzt geht es die Allee runter, rechts weg, Bahnübergang, lange Straße. Am Ende der Straße rechts zum großen Buddha. Ein bischen Kirschblüte ist noch da. Reicht für ein Foto. Dann zurück zum Tempel mit dem riesigen Lampion. Der Tempel ist und bleibt ein muß, mit seinen mehreren Ebenen und dem historischen Bambushain. Die Digitalkamera schafft den Fisheye-Effekt nicht; blödes APS-C-Format.

(5) Nach dem Schrein gehts weite nach Hase. Ich brauche noch das Foto von dem Eisenahntunnel. Der hat so was „remotes“. Außerdem stehen hier noch zwei weitere Tempel; klein aber mit ihrem eigenen Charme. Wenn es nicht so spät wäre, könnnte man weiter zur Enoshima-Halbinsel laufen. Zeit für die Rückreise. Der Zug um 19:02 Uhr Richtung Yokohama erlaubt noch einen „StaBa“ Caramel-Macciato.

In Yokohama bin ich vom Pech verfolgt. Chinatown hat schon zur Hälfte geschlossen. Die Restaurantwanhl fällt – ohne es zu wissen, da ich die Kanji nicht lesen kann – auf das berühmte Hei Shin Rho. Anschließend zum Landmarktower, der auch schon geschlossen ist. Folglich bleibt nur die Heimreise nach Tokyo. Der Zug hat Verspätung, wegen Wind! Das wäre doch mal was für die Deutsche Bahn. Das Unwetter, das mir den ganzen Tag Regen bescherte, ist jetzt über uns. Blitz und Donner kommen gleichzeitig.

Zurück im Edoya folgt der Zimmerwechsel. Wow. Deluxe Suite mit 2.5 Zimmer, Doppelbett Futon, Tatamiecke und Sitzecke im westlichen Stil (Ledercouch). Ganz nett, aber mein Favorit bleibt Raum 307. Ich brauche keine Couch.


Nachtrag: In Tokyo Eki habe ich mich verlaufen. Die Yamanote erreicht in 2F. Der Zug nach Kamakura verläßt die Station auf B5. Da sind 7 Ebenen zum Patzen. Eine reicht. Die Menschen, die Schilder, die ganzen Treppen und Shops überall. Chaos. Wie bei meinem esrten Urlaub wo ich völlig planlos war. Damals hatte ich meine Koffer in einen Coin-Locker gepackt und den dann nicht wiedergefunden.


Link zum Reiseführer / Kartenmaterial

offroad Kamakura

Ich starte spät und fahre deshalb gleich durch bis Kamakura. Die beiden großen Tempel im Norden lasse ich aus. Ich habe sie 2004 besichtigt. Sicherlich sind sie einen zweiten Besuch wert, aber dieser Trip ist allen Dingen in Kamakura gewidmet, die ich noch nicht besucht habe. Und dennoch ist mein erster Stop der Hachimangu Jinja. Die Bogenbrücke, der große Platz mit der Bühne und die Sakefässer sind wieder ein Erlebnis. Es folgt die steile Treppe und oben das Hauptgebäude. Es ist und bleibt der Prototyp eines Schreins. Die Farbgebung in orangerot und weiß ist ähnlich der in Miyajima.

Nächster Stop ist das Grabmal von Yoritome, hoffe ich zumindest. Auf der Ecke hier gibt es mehrere berühmte Gräber. Es folgen kleinere Tempel (keine Ahnung welche) und ein größerer Schrein (oder Tempel). Es sollte der Egaratenjinja sein. Aber ich habe schon seit drei Kreuzungen keine Orientierung mehr. Abgleich der Kanjis am Eingang verrät, es ist der Kamakuragu. Hinter dem Schrein ist Kamakura zu Ende. Es folgen nur noch Wald und Berge. Ein Wanderweg führt zu den beiden Tempeln in Kitakamakura. Das Schreingelänge ragt weit in den Wald hinein, der Übergang ist fließend. Es scheint brauch zu sein, Geschirr zu zerschlagen. Was es bringt, weiß ich nicht.

Weiter geht es durch das Wohngebiet von Kamakura, vorbei an Bambushainen und einer Werkstatt für Tatamimatten. Die Dinger werden echt noch in Handarbeit genäht. Die Stufen rauf zum Tempel Jomyoji (?) Er liegt ruhig und idyllisch, aber ist nicht unbedingt ein Eyecatcher für Touristen.  Dann geht es zurück. So langsam beginnt der Kampf gegen die Uhr. Um 15:30 Uhr bin ich zurück an der Kreuzung vor dem Hachimangu. Jetzt die Allee hinunter und rechts ab zum großen Buddha. Ganz ehrlich: In Wahrheit ist er viel kleiner, als man denkt. Trotzdem ist er begehbar. Man muß nur noch einmal Eintritt zahlen. Der Eintrittpreis vorhin war nur Buddha von außen. So, hat man das auch mal gesehen.

Nächster – und vielleicht auch letzter Stop angesichts der Uhrzeit – ist der Hasedera. Der Tempel hat mich schon 2004 in seinen Bann gezogen. Über dem Eingang schwebt ein roter Lampion. Neben dem Tor ein alter Baum. Ein Postkartenmotiv. Der Tempel hat mehrere Ebenen den Berg hinauf; weitere gute Motive. Ebene eins ist ein Tempelgarten mit Teich. Rechts davon ein Inarischrein und eine Grotte. Deren Geschichte ist mir unbekannt. Muß ich nachlesen. Zumindest stehen hier dutzende kleine Figuren. Ebene zwei ist das Hauptgebäude und links davon ein berühmter Bambushain. Ein Wanderweg führt durch den Hang der für mich immer Ebene drei ist. Aus dem Hang hat man einen guten Blick über die Küste vor Kamakura. Alles ist so wie ich es vor 2004 verlassen habe. Letzter Stop wird der kleine Syugenji nahe der Bahnstation Hase. Im Nudelladen nebenan bestelle Udon-Kanji-Irgendwas. Ich kann nur Udon lesen. Die Soße ist knallrot. Oh oh. Das könnte scharf werden. Ich sollte endlich die wichtigesten Kanji lernen. Während ich noch sitze überlege ich den nächsten Schritt. Zweiter Anlauf Yokohama. Es ist 18 Uhr. Um 19:30 sollte ich in Chinatown sein.

Ich laufe durch ein geöffnetes China-Town. Um 21 Uhr trete ich den Rückzug zum Landmark Tower an. Leider verzettel ich mich auf der Promenade mit der Uhrzeit. Den Besuch des 73F mit Blick über Yokohama werde ich wieder nicht schaffen. Ich besichtige die umgebauten Ware Houses an der Kaimauer. Ein kleines Resto neben dem anderen, aber die Brieftasche ist wieder leer. Eine Überraschung finde ich noch: Ein Pavillion von IKEA. Jetzt ist der Möbelwahn auch in Japan angekommen. Es sind die gleichen Dinge wie in Deutschland. Um Mitternacht bin ich wieder Tokyo.


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