狸 .. Tanuki

Tanuki (狸) sind eine feste Größe in der japanischen Mythologie und heißen eigentlich Bakedanuki (化け狸). Optisch sind sie an die real lebenden Tanuki angelehnt, haben aber im Laufe ihre Entwicklungsgeschichte einige Eigenheiten entwickelt, über die noch zu reden sein wird.

Tanuki gehören zu den Yokai, zu den Monstern. Anders als westliche Monster sie Yokai in Japan nicht grundsätzlich oder ausschließlich böse … Es ist kompliziert.

Historie

Wo genau der Tanuki und seine magischen Kräfte her kommen ist nicht restlos geklärt. Ihr Ursprung liegt vermutlich in der chinesischen Folklore. Dort gab es Wildkatzen (Leoparden), die ihre Form wechseln können. Leoparden existieren in Japan nicht. Die Fähigkeiten wurden daher auf ein lokal vorkommendes Tier, den Tanuki übertragen.

Bei dieser Übertragung hilfreich war sicherlich das verwendete Kanji 狸. Es wurde in China für alle kleinen, katzenähnlichen Tiere verwendet. Anfänglich wurde es auch in Japan für viele verschiedene Tiere benutzt. Irgendwann setzte es sich für Tanuki durch. Gut möglich dass damit auch die magischen Kräfte beim Tanuki landeten

Die erste schriftliche Erwähnung eines Tanuki ist im Nihonshoki, das in der Narazeit geschrieben wurde: „in two months of spring, there are tanuki in the country of Mutsu (春二月陸奥有狢), they turn into humans and sing songs (化人以歌)“.

Charakterwandel

Anfänglich (z.B. in im onjaku Monogatari) hatte der Tanuki noch gottgleiche Zaubermacht und war ein durchweg böser Yokai. Einen Tanuki zu töten ganz als Heldentat, über die Lieder gesungen und Geschichten erzählt wurden.

In der Märchen Kachi-kachi yama tötet und isst er eine Bauersfrau. Hier wird er allerdings von einem Hasen ausgetrickst und getötet. (Es ist so ein bischen eine Mischung aus Rotkäppchen und der Geschichte von Hase und Igel).

Dies änderte sich durch den in Japan Fuß fassenden Buddhismus. Er verlor seine Macht und sein böser Charakter verschliff sich zu einem, der den Menschen Streiche spielt, sie vorführt, ihnen aber nichts Böses will. Er bekommt sogar hilfsbereite und aufopfernde Charakterzüge.

In der Erzählung Bunbuku Chagama ändert verwandelt sich ein Tanuki in einen Teekessel der Wasser spendet ohne leer zu werden. Er hilft damit einem alten Mann, erleidet aber jedes Mal Qualen, wenn er aufs Feuer gestellt wird, um das Wasser heiß zu machen.

Viele Tanuki-Legenden stammen aus den Regionen Sadoshima, Niigata-ken und von Shikoku (Kagawa-ken und Tokushima-ken). Es gibt viele Erzählungen über Tanuki. Die drei berühmtesten Tanuki sind wohl (weitere Tanuki-Geschichten findet ihr in den Referenzen erwähnt):

In der Edo-Zeit wandelt sich der Tanuki dann endgültig zum lustigen Gesellen mit derben Humor und Trinkfestigkeit. Heute ist er der Party-Dude unter den Yokai.

magische Fähigkeiten

Im Nihonshoki wurden auch zum ersten Mal seine Zauberkräfte beschrieben. Tanuki können ihre Erscheinungsform verändern. Der Tanuki gilt als Meister der Verkleidung und ist diesbezüglich mächtiger als der Fuchs (kitsune), der sich ebenfalls verwandeln kann.

Damit enden dann auch die  Gemeinsamkeiten. Der Tanuki ist eindeutig männlich konnotiert, derb und draufgängerisch; der Fuchs weiblich konnotiert, elegant und schlau (Füchse haben damit die gleichen Eigenschaften wie in der westlichen Folklore).

Wenn Tanuki Menschenform annehmen, übernehmen sie oft auch menschliche Charakterzüge. „Tanukitypisch“ sind dies dann die Eigenarten von Spielern, Trinkern, Betrügern und Dieben. Diesbezüglich nehmen sie in den Geschichten dann die Rolle ein, die Tiere auch in europäischen Fabeln spielen: Ein Spiegelbild für menschliches Verhalten. Tiere sind heute noch mit menschlichen Charaktereigenschaften verknüft, sei es in Zootopia oder in Beastars.

Tanuki können Menschen teleportieren und haben auch die Fähigkeit kleinere Flüche zu bewirken. Zusammen mit seiner Verwandlungsfähigkeit (und seinen Charakter) benutzt er dies immer wieder, um Menschen einen Streich zu spielen, oder sie vorzuführen (in peinliche Situationen zu locken). Er macht dies in der Regeln aber nicht aus Bosheit, sondern um dem Opfer seine Charakterschwäche zu offenbaren … oder um einfach eine gute und spaßige Zeit zu haben.

Tanuki verlieren ihre Fähigkeiten in der Anwesenheit von Hunden und verwandeln sich zurück in ihre eigentlich Form.

Eigenschaften und Eigenheiten (Darstellung des Tanuki)

Es wird gesagt, dass Kitsune 7 Verkleidungen haben und Tanuki 8 (狐七化け、狸八化け). Dies bezieht sich auf die 8 Eigenschaften bzw. Assessoires, die mit einem Tanuki in Verbindung gebracht werden:

  • ein Hut gegen Schlechtwetter und Unglück
  • eine Sakeflasche (Tugendhaftigkeit — Ok, Japan halt)
  • ein Schuldschein (Vertrauen)
    • große Augen (gute Beobachter und Entscheider)
    • buschigen Schwanz (Stärke und Beharrlichkeit)
    • enormes Scrotum (finanzielles Glück)
    • ein runder Bauch (Entschlossenheit und Beschaulichkeit)
    • ein freundliches Lächeln; soweit dies einem Tanuki möglich ist

Der Hut ist in der Regel ein einfacher Strohhut. In der Nähe von Baseballstadien gibt es natürlich auch Tanuki mit passendem Jersey und Baseballhelm.

Der Schuldschein ist für den Sake, den er hat. Begleichen tut er ihn nie. Alternativ zum Schuldschein gibt es auch Figuren mit einem Kassenbuch oder einem Sack Geld. Letztere findet man oft in Satire, um einen geldhortenden Mönch darzustellen. Interessant vor diesem Hintergrund sind dann natürlich Tanuki in Mönch-Outfit.

Die Sakeflasche ist meist mit dem Kanji 八 für 8 beschriftet, das auf seine 8 Eigenschaften verweist (und damit auch auf sich selbst).

Das übergroße Scrotum ist wohl das herausstechendste Merkmal. Es ist ein Symbol für finanzielles Glück und Reichtum; ich vermute, weil es an einen prall gefüllten Geldbeutel erinnert. Die Größe kann, gerade in älteren Ukiyo-e bizarre Ausmaße annehmen. Schaut einfach mal auf die referenzierten Webseiten. Es gibt sogar einen Kinderreim dazu (die Bedeutung von jugendfrei ist in Japan halt anders):

たんたん狸の金玉は  (Die Hoden von Tan-Tan-Tanuki)
風もないのに (auch ohne Wind)
ぶーらぶら (schaukeln sie hin und her)

Ein Slang für Scrotum/Hoden in Japan ist kintama (金玉), wörtlich übersetzt „goldene Eier“. Der Ursprung dieses Ausdrucks dürften in dem Tanukireim liegen. Aber Vorsicht: heute ist es Jungendsprache, aber auch Gossensprache.

Bilder von Tanukistatuen

Die Tanuki-Statuen findet man überall in Japan. Die moderne Version des Tanuki soll 1936 in Shiga-ken entstanden sein und wird mit dem Töpfermeister Fujiwara Tetsuzo in Verbindung gebracht.

Bei Sichtung meiner Sammlung musste ich feststellen, dass ich nur (exakt) eine Handvoll (also 5) Tanuki fotografiert habe und alle sind hier eingebaut. Für weitere Bilder verweise ich daher auf die referenzierten Webseiten.

Tanuki in Manga und Anime

Der erste Tanuki, der mir hier einfällt ist Hachiemon aus Inuyasha. Schon im Namen ist die Acht (hachi) enthalten. Der Anime ist schon älter und ein Shonen und eher Durchschnitt, stammt übrigens von der gleichen Autorin, die auch Ranma 1/2 geschrieben hat. Man merkt es.

Der wohl aktuellste Anime mit einem Tanuki (2021) ist BNA. Hier ist die Protagonistin Michiru Kagemori ein antropomorpher Tanuki. Innerhalb des Anime gibt es auch Anspielungen auf die Ähnlichkeit zu Wäschbären.

In Pom Poko aus dem Hause Ghibli gibt es eine ganze Gruppe geselliger Tanuki. Da ich diesen Anime noch nicht gesehen habe, kann ich keine Aussagen dazu machen.

Von Zootopia gibt es lokalisierte Versionen. In der japanischen Variante sind die Nachrichtensprecher Tanuki, inklusive — Was es mit dem Blatt auf sich hat, muss ich noch klären. Ich vermute es gilt als Ersatz für den Hut. Ich bleibe da dran.

Tanuki im realen Leben

Tanuki sind Marderhunde und werden auch Waschbärhunde genannt, obwohl sie nicht mit Wäschbären verwandt sind. Der Name kommt von dem Umstand, dass man sie leicht verwechseln kann. Aber, Tanuki haben eine geteilte Gesichtsmaske, Waschbären nicht.

Tanuki sind nachtaktiv und leben in Wäldern und Gegenden mit viel Unterholz. Ihr ursprüngliches Siedlungsgebiete sind Ostsibirien, China, Korea und Japan. Sie wurden wegen ihres Fells (meist als Seefuchsfell bezeichnet) gejagt und auch gezüchtet. Dadurch verbreiteten sie schnell auch im europäischen Gebiet. Sie werden auch überall in Deutschland gefunden. Als Neozoe, die die einheimischen Tierarten bedrohen, sind sie fast überall zum Abschuss freigegeben.

Trivia

Tanuki Soba ist ein Nudelgericht. Es sind Buchweizennudeln mit Agedama (kleine frittierte Flakes aus dem Teig, der sonst Tempura ummantelt). Agedama erzeugt also tanukigleich eine Illusion von Tampura (Gemüse, Fisch oder Fleisch). Eine Variante wäre Tanuki Udon; dann halt mit Udon-Nudeln. — Ich weiß wegen der verwendten Brüche nicht, ob die Gerichte vegetarisch sind.

Referenzen

Only in Japan (John Daub) .. Okachimachi

Okachimachi. Das ist meine Nachbarschaft, wenn ich in Tokyo bin.

Der Stadtteil liegt zwischen Ueno und Akihabara an der Yamanote-Linie. In Ueno stoppen die Züge, die vom Narita Airport kommen. Ich nehme da ja traditionell den Keisei-Liner.Hier in Ueno ist auch der Ueno-Park, der — man soll es nicht glaube — sehr berühmt ist. Ich habe seine bedeutende Stellung erst in den letzten Jahren erkannt. In Ueno gibt es die Einkaufsstraße Ameyokocho, die im Prinzip am JR-Bahnhof Okachimachi endet.

Akihabara kennt man aus Film und Fernsehen. Diesen Stadtteil muss ich keinem erklären.

Bei meinem nächsten Besuch in Tokyo, wenn ich den neuen Kimono habe, wird hier geshoppt.

Rundgang mit John

9:47 – Ah, der Nordeingang von JR Okachimachi Station. Diesen benutzte ich immer, wenn ich mit der Yamanote- oder der Keihin-Tohoku-Line fahre. Ich habe zum ersten Mal wirklich bewusst in 2006 genutzt, als ich zum Katori Jingu und Kashima Jingu gefahren bin.

Folgt man der Straße unter der Brücke durch, die man in Johns Video sieht, kommt man zum Nordeingang des Yushima Tenjin. Mein Hotel ist von dort aus gleich im die Ecke.

Hier ein Foto von mir. das ist der Nordeingang auf der anderen Seite der Gleise. Es ist ein älteres Foto, daher ist der Eingang noch nicht renoviert. Man sieht das Ende der Ameyoko. John geht ab Minute 10 die Parallelstraße hoch nach Ueno.

13:37 – Ich vermisse diese kleinen Nebenstraßen. Die haben Nachts so eine verruchte Aura. Keine Angst, Tokyo ist sicher; außer man ist aktiv auf Ärger aus.

15:54 – Da schau. Da haben die doch in der Zwischenzeit die Farbe des Daches geändert. Aber das Design ist unverwechselbar. Und sie haben die Eisenbahnbrücke grau gestrichen. Das ist mir 2019 gar nicht aufgefallen … obwohl man es auf den Fotos von mir sehen kann. Da kann man mal sehen wie vertraut der Anblick ist, dass man kleine Änderungen gar nicht bemerkt.

19:57 – Die Shops im Keller steht irgendwie immer noch auf meiner To-Do-Liste. Ich habe es nie geschafft, den zu besuchen. Und wo wir schon dabei sind: Ich habe es auch noch nie nach Takeya geschafft.

22:44 – Wie häufig bin ich hier schon lang gelaufen. — Und ja, jetzt wo ich den Shimura-Shop kenne, werde ich mal vorbeischauen.

29:38 – Wie cool ist dieses, selbst gemalte Baustellenschild.

32:17 – Man sieht links ganz kurz den Eingang zu einem Schrein. Wo so viele Dinge in dieser Gegend habe ich den jahrelang wegen der offensichtlichen Reizüberflutung übersehen.

36:02 – 36:26 – Wenn ihr wissen wollt, wie sicher Tokyo ist: John lässt seine Kamera samt Stativ einfach auf offener Straße stehen und holt Mayonaise. Wie lange würde das wohl in Deutschlanf gut gehen?

36:26 – Hört ihr diese Musik im Hintergrund? Das ist die Ankündigung einer Zugeinfahrt am Bahnhof Okachimachi. Oh Mann, wie ich diese Sound vermisse.

37:13 The Dancing Katsuboshi … Stellt euch vor, die Takoyaki wären komplett bedeckt. Das würde jetzt alles wabern und tanzen. Und ja, die Takoyaki sind innen flüssige Lava.

Mein Plan für den Sommer ist die Anschaffung eines Takoyakigrills. Alle Zutaten bis auf den Oktopus sind einfach. Für diesen, muss ich mal mit dem Rewe verhandeln. Der hat den meisten eingelegt. Den müsste man dann auch roh kriegen.

42:07 – Wow. Ich wusste gar nicht, dass man den Schrein so gut sehen kann. Anscheinend habe ich nie nach oben geschaut.

46:00 – Ihr seht richtig: 30€ für die Zeit von 21 Uhr bis 4 uhr morgens. Man kann dann noch schnell 14€ dazu buchen, um drei Stunden zu verlängern. Das ist sicherlich eine Alternative, wenn man es nicht zurück zu seinem Hotel schafft bzw. schaffen will. Wer z.B. sein Hotel auf der anderen Seite von Tokyo oder sogar in Yokohama hat, kann so eine Nacht in Tokyo ergänzen und sich die Zugfahrt sparen (sowohl bezüglich Fahrzeit als auch Kosten).

48:00 – Oh, ja. Ein so vertrauter Blick. 2019 war es es das erste Foto das ich in Tokyo gemacht habe (von dem traditionellen Dufflebag mit Bier am Flughafen mal abgesehen). — Ok, den Fischmarkt kannte ich auch noch nicht.

49:56 – Der neue Eingang von Oakchimachi sieht echt gut aus. Der war vorher noch echt rumpelig und optisch runtergekommen. Und ihr hört im Hintergrund wieder die Melodie.

52:37 – Hier steht John im Prinzip am Anfang von AkiOka 2k540. Ein Bereich unter den Gleisen der JR der modernisiert wurde und wo jetzt kleine Kunsthandwerker Shops haben.

[Stand 21.02.2021]

絵馬 .. Ema

Nach Omikuji wäre dies der Zweite Teil zum dem Thema „Die Götter sind bestechlich“ … Ema sind kleine Votivtafeln aus Holz. Man findet sie in jedem Schrein (und auch in Tempeln), und sie sind extrem fotogen. Ema (絵馬) heißt übersetzt Pferdebild:

  • 絵 = gelesen „e“ ist das Bild;
    絵巻 (emaki) ist die Bildrolle, wobei das Maki das Gleiche ist wie bei maki-sushi; gerolltes Sushi. Wenn man erst einmal den dreh raus hat, eröffnet jedes gelernte Kanji unzählige Möglichkeiten.
  • 馬 = gelesen „ma“ ist das Pferd.
    Es ist eines der Kanji die man schnell verwechseln kann: 馬 = Pferd (uma), 鳥 = Vogel (tori); 島 = Insel (shima). Merkt euch die 4 Füße und die wehende Mähne des Pferdes. Es ist auch der linke Teil vom Kanji für Bahnhof: 駅 (eki). Das wäre die zweite Eselsbrücke: Postkutsche mit Pferden = Vorläufer der Eisenbahn“
Historie – das Pferd (馬)

Obwohl heute in Schreinen sehr populär liegt der Ursprung im Buddhismus. Früher gab den Brauch, Wildtiere zu fangen und dann wieder frei zu lassen, um so gutes Karma zu erwerben. (Inwieweit dies dann das schlechte Karma durch das Fangen des Wildtieres aufwiegt, sei offen gelassen.) Der Brauch schwappte in den Shinto über.

Nara-Epoche (710-794): Die Tiere wurden geopfert, aber nicht getötet, sondern auf dem Schreinareal gehalten. Pferde, gerade weiße, hatten dabei einen hohen Status als Opfergabe, da sie sehr wertvoll waren. Zudem waren sie das Tier mit dem die Götter auf die Erde hinab stiegen. Sie waren also ein göttliches Transportmittel. Die dem Schrein geopferten Pferde wurden Shinme (神馬, göttliche Pferde) genannt.

  • 神 = kami oder shin gelesen; bezeichnet shintoistische Götter (vgl.: shin-to = Weg der Götter.)
  • 馬 = ma oder auch me gelesen; das Pferd

Das Engishiki nennt beispielsweise schwarze Pferde als Opfer für Regen und weiße Pferde als Opfer für klares Wetter. Weiße Pferde galten dabei allgemein als wertvoller. Samurai opferten Pferde, um für den günstigen Ausgang einer Schlacht zu wünschen.

Am Itsukushima Jinja steht direkt am Eingang ein Stall, mit der Statue eines weißen Pferdes. Mit dem obigen Text wird klar, wieso.

Historie – das Bild (絵)

Heian-Epoche (794-1192): Mit der Zeit ging man von lebenden Pferden (und anderen Tieren) zu Statuen und Bildern über. Dahinter stehen vermutlich finanzielle (Anschaffungskosten) und logistische Gründe (Versorgung der Tiere im Schrein). Der früheste Fund eines „Pferdeersatzes“ datiert auf das Jahr 1013 in Form von drei Papierpferden als Opfer an den Kitano Tenjin.

Kamakura-Epoche (1185-1333): Mit der Erstellung der Statuen und Bilder wurden vermehrt auch Kunsthandwerker und Künstler (z.B. Hokusai) beauftragt. In Tempeln wurde die Erstellung der Ema auch von den Priestern übernommen (und stellte eine zusätzliche Einnahmequelle dar).

Muromachi-Epoche (1336-1573): Die Verwendung großer Holztafel, oema genannt, setzte sich langsam durch. Gleichzeitig begann die Form der Tafeln und die Abbildung zu varrieren. Dargestellt wurden neben Pferden auch buddhistische Gottheiten wie Kannon und Jizo und Ikonographien aller Art: von Phallussymbolen (z.B. für den Wunsch nach Fruchtbarkeit / Nachwuchs) bis hin zu militärischer oder pazifisischen Symbolen. Die Wünsche wurden damals noch nicht auf das Ema geschrieben sondern bildlich dargestellt.

Im Laufe der Zeit wurden die Bilder immer kleiner. Die Bildsymbolik wich der geschriebenen Form des Wunsches; nicht zuletzt vorangetrieben durch die steigende Alphabetisierung des Volkes. Am Ende der Entwicklung steht die heutige Form der Votivtafeln: ein eher einheitliches Design in Kombination mit hoch individualisierten, geschriebenen Wünschen.

Ema heute

Heute haben Ema in der Regel eine mit einem Bild bedruckte Vorderseite und eine leere Rückseite, auf die man seinen Wunsch schreiben kann. Sie sind etwa 9x15cm groß.

Das Bild auf der Vorderseite variiert unabhängig vom Wunsch. Meist sind an einem Schrein mehrere Optionen (teilweise saisonal begrenzt) zu bekommen. Pferdedarstellungen sowie Bilder des aktuellen Erdkreiszeichens (chinesischer Kalender; 2021 ist das Jahr des Rindes/Büffels) sind eigentlich immer verfübar. Letztere werden besonders zu Jahresbeginn (Hatsumode) gekauft.

Neben Neujahr bescheren auch die Aufnahmeprüfungen für Schulen und Universitäten bzw. der Start ins Berufsleben den Ema Hochkonjunktur. Der Schulstart / Semesterbeginn und auch der Start des Berufslebens ist in Japan traditionell Anfang April (fast zeitgleich mit der Kirschblüte).

Die Ema werden öffentlich aufgestellt. Dies hat auch gesellschaftliche Gründe, zeigt es doch, das ein Mitglied der Gemeinde einen Wunsch hat mit dem es sich an die Götter (oder die Priester) wendet.

Ein Ema benutzen

Dies ist denkbar einfach. Man kauft es direkt auf dem Schreingelände. Der Preis schwankt je nach Größe, Design und Schrein zwischen 500yen und 2000yen. In der Regel kann man zwischen verschiedenen Preisstufen wählen.

Man schreibt den Wunsch auf die Rückseit und sollte dafür einen wasserfesten Stift nehmen; nicht dass der erste Regen den Wunsch wegspült. Der Wusch muss konkret sein, je präziser, desto besser. Ein Satz der mit „Ich hoffe …“ beginnt, ist also falsch.

Bei den Wünschen selbst gibt es keine Limits, solange sie auf die Rückseite passen. In der Regel sind Wünsche bei Schrein-Ema eher weltlicher und bei Tempel-Ema spiritueller Natur.

Außerdem gilt: Nur ein Wunsch pro Ema; nicht gierig werden. Man kauft auch nur ein Ema; ein Wunsch zur Zeit. Traditionell endet der Wunsch mit Angabe von Namen und Anschrift. Heute beschränkt man sich meist auf Initialen und die Präfektur, denn es gibt auch in der offline-Welt Individuen, die diese Angaben missbrauchen und z.B. den Wunsch nach Liebe und Romantik falsch interpretieren.

Anschließend hängt man das Ema zu den anderen an ein großes Gestell beim Schrein.

Mein „Hausschrein“ ist der Yushima Tenmangu, der in Nachbarschaft zum Hotel Edoya liegt. Es ist ein Gelehrtenschrein, der auch in umittelbarer Nähe zur ToDai steht. Entsprechend viele Wünsche treffen für eine Aufnahme an diese angesehene Uni gehen hier im März / April ein. Statt einiger hunderte Ema hängen dann Zigtausende Ema am Gestell neben der Haupthalle.

Die Ema werden irgendwann abgenommen und in einer Zeremonie verbrannt. Dabei wird der Wunsch symbolisch freigesetzt und in die Welt getragen (und an die Götter gerichtet?).

Nachdem der Wunsch erfüllt wurde, besucht man erneut den Schrein, um sich bei den Göttern zu bedanken. Dies erfolgt normalerweise in einem Gebet. Im Prinzip können aber auch die Ema benutzt werden, um sich bei den den Göttern zu bedanken.

Wichtig: Es ist unhöflich den Wunsch anderer Ema zu lesen. Die Ema sind Briefe an die Götter und im Prinzip gilt das Briefgeheimnis.

An alle, die Ema fotografieren, versucht eine Bildkomposition, die den Wunsch nicht zeigt oder zumindest nicht vollständig. Wenn ein Name (samt Adresse) auf dem Ema steht, verdeckt ihn; notfalls mit Photoshop. Auch wenn es in Kanji und Hirigana geschrieben ist, gibt es Leute wie mich, die das lesen können. Und es kann auch in Japan Ärger geben, wenn solche Bilder veröffentlicht werden. Steht der Server in Deutschland, ist es sogar ein Verstoß gegen die DSGVO.

Man kann den Wunsch in Form des Ema auch mit nach Hause nehmen. Allerdings sollte man darauf achten, dass nach Erfüllung des Wunsches das Ema zurück in den Schrein gebracht wird, um es zu verbrennen. Ema werden nicht weggeworfen. Ist der Schrein, aus dem das Ema stammt, zu weit weg, kann als Ersatz auch der lokale Hausschrein aufgesucht werden.

Sonderformen der Ema

Auch wenn die Form des Ema heute relativ standardisiert ist, gibt es immer noch eine große Vielfalt. Man muss nur etwas suchen.

Am Fushimi Inari Jinja in Kyoto hat das Ema eine abweichendes Design in der Form aus Fuchskopfes. Dabei ist auch die Vorderseite mehr oder weniger leer und man kann sein eigenes Bild malen. Der Wunsch kommt wie gewohnt auf die Rückseite. — Daneben gibt es auch Ema in Form kleiner roter Torii. Ich empfehle diese wegen der begrenzten Schreibfläche für kürzere Wünsche.

In Tokyo gibt es die Tokyo Jissha; 10 Schreine, die den Kaiserpalast umgeben. An jedem Schrein kann man ein kleines Ema (nur wenige cm groß) kaufen. Hinzu kommt ein großes Ema, auf das die kleinen geklebt werden. Hier werden keine Wünsche notiert. Stattdessen ist es ein geniales Souvenir.

Ich habe zwei Stück. Eines habe ich am Neujahrstag 2013 gesammelt, das andere am ersten Tag der Reiwa-Epoche (01.05.2019). — Man braucht mindestens einen Tag. Das hin und weg zu den Bahnstationen kostet viel Zeit und es ist gut möglich, dass man mit dem Fahrrad schneller ist. — Die kleinen Ema kosten 200yen und das große 1000yen. Alles zusammen sind es dann 3000yen (plus das Tagesticket für JR und U-Bahn für knapp 1600yen; JRP-Besitzer reicht ein Subway Day Pass für 900yen; Stand 2021).

Der Tsuyu-no-ten Jinja (Osaka, nördlicher Stadtteil) ist verknüpft mit dem Theaterstück Sonezaki Shinju (The love suicide at Sonezake) und wird daher in Verbindung mit Liebe gebracht. Die Ema haben Herzform.

Der Usa Jinja in Oita benutzt lackierte Flaschenkürbisse. Ich habe diese auch am Dazaifu, Fukuoka gesehen.

Sehr aufwendig gearbeitet sind die Ema am Tamatsukuri Inari Jinja. (Osaka, Stadtmitte). Es sind geschnitzte Tafeln die zwei Füchse darstellen, die eine Herzform bilden. Der Schrein wird  für Glück in der Liebe und im Eheleben aufgesuch

Der Kabushima Jinja (Aomori) hat Ema im Form eines Hammers, wie ihn auch der Glücksgott Daikokuten benutzt.

Ich vermute, dass die Vielfalt, auch durch Touristen aus dem Westen zunehmen wird. Wir dürfen nicht vergessen, Ema sind eine große Einnahmequelle für Schreine.

Ein weiterer Boost für die Ema ist die steigende Popularität von Manga und Anima. Schreine  und Tempel, die in einem Anime gezeigt werden, erleben immer häufiger kurz darauf einen Anstieg an Besuchern; zuletzt erfuhr dies der Hachiman Kamado Jinja in Oita-ken durch den Mange/Anime Demon Slayer (hier war es die Namensgleichheit mit dem Protagonisten Tanjiro Kamado).

Referenzen
https://sukisukijapan.com/what-is-japanese-ema/
https://wikimili.com/en/Ema_(Shinto)
https://wikimili.com/en/Ema_(Shinto)
https://de.wikipedia.org/wiki/Ema
https://en.wikipedia.org/wiki/Ema_(Shinto)
[erstellt: 16.02.2021]

御御籤 .. おみくじ .. Omikuji

Japanische Schreine wissen wie man Geld macht; oder: die Götter sind bestechlich.

Omikuji. Das ist ein kleiner Zettel, eine Vorhersage, eine Weissagung, ob Glück oder Unglück auf einen wartet. Anders als Horoskope wird ein Omikuji komplett zufällig gezogen. Das Wort selbst kann in O-mi-kuji zerlegt werden. Am Anfang steht das Höflichkeits-O. Kuji kann als Lotterie übersetzt werden. Omikuji ist also eine sakrale Lotterie.

Der Ursprung liegt in chinesischen Gedichten und kann bis zurück in die Muromachi-Zeit (1336-1573) verfolgt werden. Auf einem klassischen Omikuji-Zettel kann das heute noch sehen. Er besteht aus drei Teilen: Oben steht die Vorhersage und unten eine genauere Aufschlüsselung auf die verschiedenen Lebensbereiche (ich gehe gleich noch darauf ein). In der Mitte steht dann meist ein Gedicht oder ein Auszug aus einem religösen Text.

Die Vorhersage

Bei der Vorhersage der Omikuji geht es um Glück (吉) oder Unglück (凶), das einem demnächst wiederfährt. Dies gibt es natürlich in den verschiedensten Abstufungen. Die Gängigsten sind:

  • 大吉 .. dai-ichi; großes Glück
  • 吉 .. kichi; Glück
  • 中吉 .. chuu-kichi; mittleres Glück
  • 半吉 .. han-kichi; Halbes Glück
  • 小吉 .. shoo-kichi; Kleines Glück
  • 末吉 .. sue-kichi; beinahe-Glück
  • 末小吉 .. sue-shoo-kichi; beinahe-Kleines Glück
    • 末凶 .. sue-kyoo; beinahe-Pech
    • 小凶 .. shoo-kyoo; kleines Pech
    • 半凶 .. han-kyo; halbes Pech
    • 凶 .. kyoo, Pech
    • 大凶 .. dai-kyo, großes Pech

Fragt mich jetzt aber nicht, ob die Sortierung stimmt. Es gibt aber mehr Glück als Pech. Die durchschnittliche Verteilung ist 70:30 für  Glück. Das ist schon mal aufmunternd.

Die obige Liste ist nicht verbindlich. Manche Omikuji habe auch 大大 für sehr großes Glück bzw. Pech., oder es ist ein 特 (speziell) oder 超 (extrem) dabei. Bei 超 kann man also auch gleich rüber zum nächsten Tempel gehen und sich eine Urne aussuchen. Nur wenige Omikuji habe ein neutrales 平 als Option.

Wie westliche Horoskope bezieht sich das Ergebnis auf verschiedene Lebensbereiche:

  • 方角 .. hougaku; (un)günstige Richtungen (aus dem Feng Shui)
  • 願事 .. negaigoto; eigene Wünsche und Träume
  • 待人 .. machibito;  eine Person, auf die man wartet (?)
  • 失せ物 .. usemono; verloreren Gegenstände
  • 旅立ち .. tabidachi; Reisen
  • 商い .. akinai; Geschäftsabschlüsse
  • 学問 .. gakumon; Lernen/Studieren
  • 相場 .. souba; Marktspekulation
  • 争事 .. arasoigoto; Streitigkeiten
  • 恋愛 .. ren’ai; Liebesleben
  • 転居 .. tenkyo; Umzug (z.B. in eine neu Wohnung oder Stadt)
  • 出産 .. shussan; Geburt
  • 病気 .. byouki; Krankheit
  • 縁談 .. enda; Hochzeit
Ein Omikuji erwerben

Omikuji kann man für 100yen (unter 1€) kaufen. Die verbreiteste Art ein Los zu ziehen ist eine sechseckiger Zylinder, mit einem kleinen Loch. Den Zylinder schüttelt man, bis ein Holzstab mit einer Nummer herausfällt. Dann mimmt man den Zettel mit der Vorhersahe aus einem entsprechend nummerierten Fach (die Fähigkeit japansiche Zahlen zu lesen hilft).

Es gibt aber auch Abwandlungen mit nummerierten Kugeln in einer Trommel oder Automaten, bei denen der Zettel zusammengerollt direkt herausfällt. Einige Schreine haben auch eine große Schüssel aus der man, wie bei einer Tombola, ein zusammengefaltetes Omikuji zieht. — Ich persönlich warte ja noch auf die App mit Augmented Reality; Pokemon Style.

Man liest das Omikuji und hofft auf ein gutes. Dies kann man dann mit nach Hause nehmen. Ist es negativ, sollte man sofort reagieren.  Am Besten knotet man es an eine Kiefer, die passend gleich irgendwo neben der „Omikujiausgabe“ zu finden ist.

Kiefer (matsu) ist im Japanischen ein homophon mit dem Verbstamm von warten (matsu / matchimasu). Man hofft also, dass das angeknotete Unglück an der Kiefer wartet/verweilt und einem damit nicht wiederfährt. Wer auf Nummer sicher gehen will (z.B. bei sehr großem Unglück), kann zur Sicherheit gleich neben an ein Omamori kaufen (300-1200yen).

Was nicht erlaubt ist, ein zweites Los zu ziehen. Das Ergebnis ist von den Göttern gesagt. Und die Götter sollte man nicht durch ein zweites Los verärgern, damit man damit ja quasi ihre erste Wahrsagung anzweifelt. — Ganz ehrlich: Wie soll das Ergebnis schon werden, wenn man erst Pech als Ergebnis bekommt und dann sein offensichtlich nicht vorhandenes Glück mit einem zweiten Los auf die Probe stellt?

Eine Kiefer oder was anderes

Nicht immer ist es eine Kiefer, an die man schlechte Omikuji knotet und nicht immer ist das Omikuji ein einfacher Zettel. Und hier werden Omukuji auch für Leute spannend, die keines gekauft haben: Sie ergeben ein schönes Fotomotiv.

Die gezeigten Bilder sind nahezu alle Treffer aus meiner Datenbank (knapp ein Dutzend bei 36.000 Bildern aus Japan). Ich habe irgendwie immer nur die Ema fotografiert und nie die Omikuji. Sie sind halt so alltäglich, dass ich sie als Fotomotiv ignoriert habe.

Es gibt teilweise sehr kreative Ansätze für die Befestigung. Ich habe da schon Seile gesehen, Lattenrosten und andere Gestelle. Zu Neujahr, wenn tausende in die Schreine Pilgern, um für das neue Jahr zu beten und dabei auch ein Omikuji zu kaufen, ist es wichtig, die Besucherströme zu koordinieren und zu leiten. So enstand vermutlich die Idee die Seile, die die Wartschlange sortieren, als Befestigung für Omikuji zu wenden. Jetzt in der Pandemie hat ein Schrein in Kobe Bögen über die Gehwege aufgestellt, um so die Besucherströme zu entzerren. [Link]

Die coolsten Omikuji habe ich in Amanohashidate gesehen. Hier sind sie auf kleine Fächer gedruckt. Diese an eine Kiefer geknotet sind ein echter Eyecatcher. (groß im Foto zu sehen ist ein Omikuji für mittleres Glück. Das hängt man normalerweise nicht an die Kiefer)

By the way … Mit dem Anstieg ausländischer Touristen in den 2010ern startete auch der Boom der englischen Omikuji. In Tokyo sind diese am Meiji Jingu und am Senso-ji zu finden. In Koyto bekommt man englische Omikuji am Kinkaku und auf dem Gelände des Fushimi Inari Taisha (allerdings nur am dort befindlichen Araki Shrine).

[erstellt 03.02.2021]

Tokyo in Zahlen …

Diese Zahlen lassen nur erahnen, was Tokyo ist. Begreifen kann man diesen Ort dennoch nicht …

Runde 1 – Eckdaten (oder: Was ist Tokyo)
  • Die „Stadt“ Tokyo gibt es nicht. Es gibt ein Metropolregion Tokyo, Es gibt eine Präfektur Tokyo. Es gibt vielleicht noch etwas, dass wir grob an Tokyo bezeichen würden. Und dies sind in etwa die 23 Bezirke, die 23 ku.
  • Tokyo als Begriff für die 23 Bezirke hat  619 km² und etwa 9,6 Millionen Einwohner (15.000 Einwohner/km²).
  • Die Präfektur Tokyo (die 23 Bezirke und die riesige Tama-Region sowie ein paar Inseln) umfasst 2.194 km² und hat etwa 13,6 Millionen Einwohner. Verwaltungstechnisch gehört auch die Insel Ogasawara zur Präfektur Tokyo, obwohl sie 1000km vom Stadtzentrum entfernt ist.
  • Die Metropolregion Tokyo (gemeint ist das Häusermeer an der Tokyobucht, zu dem auch Chiba, Kawasaki und Yokohama gehören) hat 14.034 km² und 38 Millionen Einwohner.
  • Die Stadt Tokyo hat keine präzise Definition. Die Stadt Tokyo gibt es im Prinzip nicht. Viele betrachten aber die 23 Bezirke als das eigentliche Tokyo. Das ist grob der Bereich, den mit mit dem U-Bahn-Netz bereisen kann.
Runde 2 – Zahlen
  • Tokyo alleine wäre mit seinem BIP von etwa 1 Billionen Euro unter den Top-10 der Industrienationen.
  • Shibuya Scramble Square: In der Rushhour queren 15.000 Fußgänger die berühmte Kreuzung; nicht pro Stunden, sondern in JEDER Grünhphase der Ampel. (Andere Quellen berichten von „5.000 people on average.“)
  • Shinjuku Station: 3.6 Millionen Fahrgäste nutzen den Bahnhof jeden Tag und täglich fahren hier über 10.000 Züge ab. Der Banhhof hat über 3600 Schließfächer (coin locker).
  • Der Fischmarkt von Tokyo hatten einen täglichen Umsatz von 12 Millionen Euro.
  • Tokyo Station: Jeden Tag fahren hier über 600 Shinkansen ab (wenn man die nächtliche Betreibspause berücksichtigt, ist das im Mittel ein Zug alle 120 Sekunden).
  • Tokyo Station: Das Bahnhofsgebäude ist 335m lang, der Bahnsteig über 400m (Länge eines Shinkasen mit seinen 16 Waggons).
  • Die U-Bahn in Tokyo (Tokyo Metro und Toei) transportieren zusammen täglich fast 11 Millionen Fahrgäste. Das Schienennetz ist über 320 km lang.
  • Shinjuku Government Building: Die „TwinTower“ von Shinjuku sind mit 243 m das höchste Rathaus der Welt.
  • Sky Tree: Er ist mit 634m der höchste Funkturm der Welt, und nach dem Burj Khalifa das zweithöchste Gebäude der Welt. … und ja es ein Funkturm für terrestrisches Fernsehen. Fun Fact: 634 kann in Japan als mutsu-san-shi gelesen werden, oder kurz mu-sa-shi. Musashi war der historische Name für den Standort des Turms.
  • Es gibt über 150 Museen.
  • Es gibt über 4000 Tempel und Schreine.
  • Es gibt über 6000 Parks und Gärten mit insgesamt über 1000 ha.
  • Es gibt 632 Bahnstationen in den 23 Bezirken Tokyo. (Eine andere Zahl die ich habe ist 882 und bezieht sich vermutlich auf die gesamte Präfektur Tokyo mit der Tama-Region. Ich vermute für die Metropolregion ist die Zahl weit über 1000; vermutlich um die 1500,)
  • Es gibt 100 Unversitäten und Colleges
Runde 3 – Statistik
  • Jährlich besuchen 14 Millionen Touristen Tokyo, mehr als Tokyo Einwohner hat.
  • Getränkeautomaten-Statistik: Auf 23 Einwohner kommt ein Geldautomat. Das ist ein Getränkeautomat alle 12m.
  • Michelin: Tokyo hat die höchste Dichte an Sternerestaurants in der Welt. Im Schnitt gibt es immer über 200 Restaurants. Derzeit [2021] gibt es alleine 12 Restaurants, die 3 Stern haben; 42 Raustarants mit 2 Sternen und 158 mit einem Stern. (Zum Vergleich: Berlin hat 24 Sternerestaurants und nur eines mit 3 Sternen.)
  • Neon: Tokyo hat die höchste Anzahl an Leuchtreklame in der Welt. Das ist Real Life Cyberpunk
  • Ohne es geprüft zu haben: Tokyo hat vermutlich die höchste Anzahl an Katzen-Cafes, Eulen-Cafes und Maid-Cafes in der Welt.
  • Das Tokyo Ritz Carlton hat das teuerste, regulär buchbare Hotelzimmer der Welt: Es kostet 20.000€/Nacht.
  • Tokyo Tower ist ein paar Meter größer als sein Vorbild, der Eiffelturm. Er wird alle 5 Jahre neu gestrichen. Dafür werden 28.000 Liter Farbe benötigt.
Runde 4 – Gerüchte
  • Es gibt Personal, dass Pendler in die Zpge stopft. Sie heißen offiziell „Passenger Arrangement Staff“. Der gebräuchliche Name is Oshiya (pusher).
  • Das Gerücht über Automaten mit gebrauchter Damenunterwäsche WAR korrekt. Nach Protesten und Sorge um das Image der Stadt wurde diese alle wieder abgebaut.
  • Taxifahren tragen weiße Handschuhe und die Autotür öffnet automatisch
  • Die letzten Züge und U-Bahnen fahren gegen Mitternacht. Danach ist Betriebsschluss. Erst gegen 4 Uhr geht es weiter.
  • Tokyo IST die sicherste Großstadt der Welt.

Noch ein zum Abschluss. Wenn man Tokyo auf die Verwaltungsgrenze reduziert (23 Bezirke plus Tama-Region), dann liegt Tokyo Disneyland nicht in Tokyo.