Dies gehört in die Kategorie „Video /vs/ Real Life“. Ich arbeite mich gerade durch die 2. Staffel von The Orville. Sieht so aus, als hätte ich schon auf dem Planten Regor 2 übernachtet.

Also, das links ist definitiv der Landmark Tower. Mein Zimmer vorletzte Woche war im oberen Drittel, im 53. Stockwerk, egal ob er jetzt in Yokohama steht oder in der Hauptstadt auf Regor 2.

Die großen Vier und auch der Hibiki sind uasverkauft. Man findet  hier und da eine versprengte Flasche in einem sonst relativ leeren Regalabschnitt.

Da ich die Vier in der jahrlosen Edition schon habe, war ich auf der Suche nach einem Glücktreffer (ohne Erfolg) oder ein paar Alternativen. Ich bin in Atami über einen Hibiki Blenders Choice gestolpert. Ich hatte etwas gehofft, einen Hattori Hanzo oder eine Lucky Cat zu finden. Aber das war Wunschdenken.

Was habe ich gefunden? Einen Hibiki Japanese Harmony in letzter Sekunde am Flughafen. Das war aber eher ein Notkauf, da ich mich noch über die verpasste Chance in Atami geärgert habe. Der gleiche Hibiki war in Tokyo nämlich 30€ teurer. In Minakami Gold Cup Black. Das ist eine Noname. Selbst die auf der Flasche gelistete Website listet den Whisky nicht im Produktsortiment. Mal sehen was das wird. Es ist allemal ein schönes Souvenir aus Minakami.

Der Rest stammt aus der Shoppingrunde am letzten Tag. The Chita konnte ich sichern. Allerdings habe ich den Date vergessen. Der steht ab jetzt auf der Liste für 2020. Ich bin mir auch noch nicht sicher, welcher mein neuer „Suntory Royal 15“ wird. Im Rennen um die Nachfolge sind neben dem Hibiki, definitiv der Ichiro’s Malt & Grain und vielleicht auch der Karuizawa Club. Hier ist die komplette Liste mit Preisvergleich Japan-Deutschland:

Hibiki - Japanese Harmony Master Edition10.000 ¥ (80€)158 € (!)
Suntory - The Chita4.580 ¥ (37€)72 €
Suntory - Kakubin 1,92 l PET3.880 ¥ (31€)ca 150 €
Mars - Maltage Cosmo4.200 ¥ (34€)87 €
Ichiro - Malt & Grain3.500 ¥ (28€)133 € (!)
Karuizawa Club2.980 ¥ (24€)170 € (!)
Nikka - Taketsuru3.000 ¥ (24€)57 €
Yamazakura2.000 ¥ (16€)133 € (!)
Gold Cup - Black2.000 ¥ (16€)---
Akashi Red (0,5l)780 ¥ (6,20€)24 €

Der Einkaufspreis lag summert bei 299 €. Nicht gerade wenig, aber wenn man jetzt vergleicht, dass der Marktwert in Deutschland bei über 900 €. Das ist so schon ein Faktor von 3. Aber ich habe, obwohl ich beim Kauf nicht auf Wertoptimierung geachtet habe, 600 € gespart. Der Economyflug (ohne Upgrade) lag bei 640 €. Ganz ehrlich, die 40 € kriege ich zusammen, wenn ich den Sake berücksichtige, der im Gepäck war.

Fazit: Die Einsparungen bei den 23kg Zusatzgepäck haben mir den Flug bezahlt … wenn man voraussetzt, dass ich den Whisky auch in Deutschland gekauft hätte.

Die Reise war kurz, aber hatte trotzdem viele neue Orte auf der Liste: Saitama, Atami, Odawara, Manazuru, Minakami Onsen und Utsunomiya. Es waren kleinere Lücken in meiner Liste, aber ich habe sie geschlossen.

Wie auch beim letzten Mal half mir NHK neue Orte in Tokyo auf meine Landkarte zu bringen: Shibamata und Kyojima. Auf der Kneipenliste kommt ich das Suigian und die Old Imperial Bar ergänzen. Ich habe es sogar in die Ebisu Yokocho geschafft. Und ich hatte einen Zufallstreffer: das Chigusa in Yokohama.

Ich habe wieder interessante Leute getroffen: wie Dexter, den kanadischen Barkeeper im „Ruins“ in Minakami; und Kenny von der gleichnamigen Pizzeria in Manazuru; um nur zwei zu nennen.

Die Hotels waren wieder eine bunte Mischung. Hotel Edoya als mein zweite Zuhause, das MICASA als traditionelles Onsen-Ryokan, das YRPH als Luxushotel mit Mt.Fuji-Blick aus dem 52. Stock und das Keikyu Ex Inn als Business Hotel am Flughafen. (Das Hilton war in Deutschland und damit außer Konkurrenz.)

Die Ausbeute an Souvenirs fokussiert dieses Mal eindeutig auf Whisky und Sake: 10.2 Liter; bzw. 20 kg einschließlich Flaschen und Verpackung. Der Rest an erlaubtem Gewicht war für Essbares reserviert. Die größte Einkauf, ein maßgeschneiderter Kimono, kommt in den nächsten Tagen per Post.

2 Wochen sind heute rum. Vor mir liegt jetzt eine Busfahrt, ein 12-Stunden-Flug und eine Autofahrt zurück nach Vallendar. Aber zuerst wird gefrühstückt. Westlich, denn irgendwie habe ich Hunger auf Toast.

Schon im Bus fällt mir ein, dass ich noch aus dem Hotel auschecken muss. Zum Glück ist die Abfahrt erst in 5 Minuten. Die Busfahrt ist kurz und heute steht der International Terminal als erstes auf der Liste. Dennoch fahren wir gefühlt 3 Mal im Kreis.

Die Gepäckaufgabe ist leer. Der Seesack ist mit 23,0 kg eine Punktlandung. Der Karton mit dem Whisky ist 300g drüber. Auch die Sicherheitskontrolle läuft erstaunlich schnell; nicht wie letztes Jahr. Jetzt habe ich 2 Stunden Reservezeit für die ANA Lounge. Ach ja, ich fliege wieder Premium Economy und habe hier in Haneda Zugang zur Lounge.

Die Lounge ist nichts spezielles; groß und irgendwie wie iner großer Star Bucks. Wo sind die gemütlichen Sessel? Ganz hinten in der Ecke. Zum Glück ist noch einer frei. Der Rückflug ist auch nichts Spezielles. Ich kämpfe mich durch ein langweiliges Videoprogramm.

Deutschland

In Frankfurt angekommen geht mir schon das Design des Flughafens auf den Sack. Endlos lange Korridore. Eine Zollkontrolle schon vor der Kofferabholung und noch eine weitere danach. Der Urlaub ist sowas von vorbei.

Meine Whiskyladung ist heil angekommen und kostet mich 60,72 € Zoll, den zollfreien Liter schon abgezogen. Die Zollbeamten waren merklich irritiert. Ich bin mir nur nicht sicher, ob wegen meiner Ehrlichkeit oder der Menge.

Einen Mietwagen zu buchen ist etwas kniffelig. Sixt hat keine mehr und bei Avis stehen Vollhonks vor mir. Zwei am Schalter, zwei vor mir in der Warteschlange. Und es dauert 40 Minuten. Das ist Deutschland. Wie immer ist die Rückkehr schrecklich.  Kein Service, Dreck auf der Straße und nervige Leute, die laut Telefonieren und die Rolltreppen blockieren. Undd ist jemandem schon aufgefallen, wie mies nach alten Fritterfett dieser Bereich des Flughafens riecht.

Auf der A3 erwartet mich die erste Baustelle und der erste Stau noch vor dem Wiesbadener Kreuz. War ja klar.

Zurück in Vallendar noch schnell Abendessen einkaufen. Für die nächsten Wochen (und Monate) wird es nicht ins Restaurant gehen. Erst muss ich den Kontostand wieder auf akzeptable Werte haben. Um 21 Uhr schlägt der Jetlag zu. Für mich ist es jetzt bereits 4 Uhr morgens. Die Koffer packe ich morgen aus.

Als Erstes erfolgt der letzte Standortwechsel dieser Reise. Vom Parkhotel fährt ein Bus nach Haneda Airport, obwohl die ersten 20 Minuten eher eine Stadtrundfahrt ähneln und die letzten 10 Minuten fährt man immer im Kreis um den Flughafen um nach und nach die Terminals anzusteuern. Zum letzten Hotel ist es nur eine Bahnstation.

Die Koffer sind geparkt und jetzt geht es ans Shopping. Die Jagd nach Whisky ist kompliziert. Die 4 großen Single Malts sind ausverkauft; ebenso Hibiki und so ziemlich alle Whisky auf meiner Liste. Der Sakeladen neben der Yushima-Bahnstation, Liqour Hasegawa, Mastsukaya, Odakyu und 3 Sakeya in Ginza; die Regale sind an der entscheidenen Stelle immer leer. Und kann dann aber doch ein paar Flaschen zusammensammeln. Dazu noch eine neue Yukata samt Obi und Knabberkram als Polstermaterial.

Mit meinem Programm wäre ich durch. Es ist 19 Uhr. Ich fahre einfach nach Ebisu. Wenn ich ein leeres Schließfach finden, geht es für den letzten Abend in die Ebisu Yokochu.

Die Yokocho ist eine alte, kleine Einkaufsstraße. Vor über 10 Jahren wurden die Geschäfte wegen einer großen Shoppingmall aufgegeben. Stattdessen haben sich hier Izakaya angesiedelt. Meine Speisekarte für den Abend ist wild: Ich fange mit gegrillter Rinderzunge an. Dann geht es über ein par Yakitori-Spieße zu einer Schüssel Oden. Abschluss ist dann das „Niku Sushi“. Der Name verät es zur Hälfte: rohes Fleisch als Sushi, im wesentlichen rohes Pferdefleisch.