Jahr ohne Japan .. (7) M’era Luna

So wie es aussieht fällt die Japanreise 2022 aus. Die Grenzen sind für Touristen wie mich weiterhin geschlossen. Bleibt mir nur, dieses Jahr mit anderen coolen Dingen zu füllen. 12 Monate – 12 Ideen.

Anreise

Das WGT fiel mit Rotterdam zusammen. Das Amphi mit dem Geburtstag meiner Oma. Zum Glück bleibt mir das M’era Luna. Die Anreise beginnt am Freitag nach der Arbeit. Die kürzeste Strecke ist über die lange Meile (Limburg-Wetzlar) und Marburg. Und dann vergaß ich die RIESIGE Baustelle auf der A7. Nach 30km habe ich nicht mehr aufs Tacho geschaut.

Das Hotel Gödecke ist erreicht. Ja es liegt 15km vom Festivalgelände entfernt, aber ich weiß was ich habe. Mit meinem Ticket hätte ich sogar das Recht zu zelten. Ich werde das wohl beim nächsten Mal nutzen, um Klamotten und Gertränke zu bunkern. Das mir die Idee nicht früher gekommen ist. — Zurück zum Hotel. Es ist einfach, aber alles ist an seinem Platz und sauber, und das Frühstück ist inklusive. Ich ich wette, dass alle anderen Gäste auch zum M’era fahren.

Abendessen war im Lokschuppen geplant, aber der hat Somerpause. Also geht es weiter zum Flughafen; mit einem Stopp beim Griechen. Leider komme ich auf die unglaublich dumme Idee, zum Haupteingang zu laufen. Den kann ich zwar sehen, aber es ist dennoch ein 45-Minuten-Fußmarsch. Ich buche das mal unter: Dumme Idee, nie wieder machen.

Endlich auf dem Gelände, mit dem wichtigen Bändchen am Handgelenk ziehe ich los. Der Zeltplatz ist schon gut gefüllt. Alles ist vorbereitet. Der Elektro-Hangar ist diesmal gegen eine zweite Bühne getauscht. Der neue Aufbau des Geländes könnte die Besucherströme entzerren. Wir werden sehen.

Der Abend endet im Disko-Hangar mit DJ AndTrax und den Dancefloor Gladiatorz.

Tag 1 – Zufälle und Familientreffen

Frühstück ist bis 11 Uhr. Das nutze ich aus. Danach geht es mit dem Auto zum Festivalgelände. Auf dem Weg muss ich anhalten. Es hat einen Unfall gegen und eine Motorradfahrerin liegt auf der Straße. Keine Angst, alles gut ausgegangen. Da ich aber bis zur Ankunft des Rettungsdienstes vor Ort bleibe, bin ich erst gegen 12:30 an der Einfahrt zum Parkgelände. Mit Schritttempo geht es über den Acker. Geparkt wie in 2er-Reihen.

Ich halte, steige aus und komplettiere mein Outfit. Neben mir halt ein Kombi. Jetzt nicht wirlich? Mein Bruder hat den Parkplatz in der Nachbarreihe. Das nenne ich jetzt mal Zufall.

Gemeinsam geht es zum M’era Luna. Ich mache es kurz: Wir treffen uns mit Tim, einem Kumpel von meinem Bruder und ziehen mal gemeinsam über den Platz, mal ziehe ich alleine umher. Unsere Vorlieben bei der Musik sind kompatibel aber nicht identisch. Mein Line-Up für den heutige Tag ist:

  • The Lord of the Lost Ensemble
  • Blutengel
  • Megaherz
  • Faderhead
  • Ost+Front
  • Noisuf-X
  • ASP (als krönender Abschluss des Tages) & The Little Big Men

Ich muss gestehen, LOTL und Combichrist waren schon mal besser. Bei Covenant höre ich rein, aber er spielt heute nur die langsameren Stücke. Das Line-Up gibt mir auch Zeit für einen Spaziergang über den Zeltplatz, denn die Musik sind nur 50% vom M’era. Ich sehe eine Lübecker Fahne. Die kommen aus Rangenberg und Herrenwyk. Wie genial ist das denn.

Nach ASP ist der erste Tag zu Ende. Es folgt der Mittelaltermarkt mit seinem Feuerspektakel. Auf dem Rollfeld (Zeltplatz) komme ich nicht weit. Die Cantina-Band spielt. Ich steige für ein paar Runden mit ein. Der nächste Stop ist dann an der „Dance-Zone“. Und ja, die Diskothek lasse ich heute aus. Es ist eh schon 2 Uhr.

Tag 2 – Felle und Hörner

Es ist immer noch heiß. Und schon am Mittag leert sich der Zeltplatz. Der Rest hat Spaß.  Wie gestern treffe ich interessante Leute, unter anderem Gernot Meyer (einen ehemaligen Arbeitskollegen) sowie Sonja Jüngerich, die ich durch Zufall 2019 auf dem WGT getroffen habe.

Mein persönliches Line-Up für den Tag ist (Bei Schandmaul höre ich von weitem (Mittelaltermarkt) rein. Und bei Sisters of Mercy schaue ich nur kurz vorbei. Die sind nicht wirklich gut):

  • Feuerschwanz
  • VNV Nation Concert
  • Nachtmahr
  • Soman
  • Eisbrecher (Abschluss)

Das lässt genug Zeit für den Mittelaltermarkt und Shopping. Ich schleiche schon seit gestern um ein Trinkhorn herum. Eigentlich will ich es haben. Aber es hat eine Schadstelle. Oder will ich es gerade deshalb? Der Verkäufer will die Schadstelle etwas konservieren, dann ist es mein. Das Longhorn fasst stolze 2,2 Liter und reicht vom Gürtel bis kurz über den Knöchel.

Und da war da noch das Rentierfell. Das graue, das ich gestern gesehen habe ist bereits weg. War ja klar. Aber ich bin noch ein graubraunes mit einer schönen Symmetrie. 180€ sind nicht wenig, aber ich bin im Kaufrausch. Es muss sein.

Mein aktueller Style ist nun „Gothik SteamPunker aus Midgard“: Gothik Shirt und Rock, Zylinder und Gehstock, Trinkhorn und Fell. Eines ist evident: Ich falle auf. Leider habe ich kein Foto von mir.

Das M’era Luna endet mit Eisbrecher. Was für ein Abschluss. Ich schleiche noch etwas über das sich schnell leerende Areal. Der Mittelaltermarkt ist noch gut besucht. Aber ich bin platt. Gegen Mitternacht bin ich bereits zurück am Hotel. Jetzt bleibt nur noch duschen, Bier, Ausschlafen, Frühstück und dann eine gemütliche Heimreise über die A2. (Den Fehler mit der A7 mache ich nicht noch einmal.)

Jahr ohne Japan .. (6) Hamburg

So wie es aussieht fällt die Japanreise 2022 aus. Die Grenzen sind für Touristen wie mich weiterhin geschlossen. Bleibt mir nur, dieses Jahr mit anderen coolen Dingen zu füllen. 12 Monate – 12 Ideen.

Tag 1 – Ankunft

Die Anreise in Hamburg erfolgte spät. Ich wollte mich nicht mehr weit bewegen und außerdem bekam ich ein Zimmer-Upgrade: Zimmer 23. Das mit dem Balkon mit Blick auf die Alster.

St. Georg ist ein guter Ort für ein Abendessen. Allerdings bin ich wählerisch. Die Wahl viel auf Frau Möller: Labskaus und dazu ein Duckstein. Danach habe ich noch eine extrem coole rooftop-Cocktailbar gefunden: Das Heritage mit Blick auf die Alster. Wohl mit der beste Spot für einen sommerlichen Sonnenuntergang.

Und ja, danach habe ich noch mit Champagner auf dem Balkon gechillt. Denn immerhin ist mein Hotel in der gleichen Straße wie das berühmte Atlantic (mit Dauergast Udo Lindenberg). Und man kann sich das von der Differenz bei den Übernachtungskosten spielend leisten. Stil ist, was man daraus macht. Was soll es sein: Business-Class oder Economy + Champagner.

 [Foto]

Tag 2 – Kiez

Der Kurzurlaub startete mit einer Kiez-Tour: Schanze, Karolinenviertel, Reeperbahn, St.Pauli. Auf dem Weg dorthin ging es an der Alster vorbei und dann quer durch Planten und Bloomen. Ich trödel ein wenig. Niemand hetzt mich.

Auf der Schanze gab es Fish’n’chips zum Mittag. Und da Fisch schwimmen muss, folgten auf der Reeperbahn ein paar Bier. Natürlich in den traditionellen Lokalitäten Elbschlosskeller (24/7 geöffnet seit Jahrzehnten) und Zur Ritze.

Es folgte ein Abstecher zu den Landungsbrücken. Dazu gehören natürlich auch ein Hot-Dog am kleinen Kiosk an den Landungsbrücken, sowie etwas später eine Currywurst und eine große Gewürzgurke am Stand nebem dem St.-Pauli-Elbtunnel. Ich liebe diese Tradition.

Der Abend endete im Pulverfass (burlesque Travestie-Show) mit dem ein oder anderen Aperol Sprizz.

Tag 4 – Hafenrundfahrten

Gestern war Familientag. Über meinen Abstecher zum Chrome berichte ich irgendwann einmal separat. Heute standen die Barkassenfahrten auf dem Plan; wie immer mit Abicht.

Da ich die Touren nun schon zum x-ten Mal machen, bleibt genug Zeit für ein Bier (oder ein paar mehr). Dennoch; auch dieses Mal nehmen die Barkassen wieder leicht anderen Routen als vorher. Ich glaube ich bin bisher nicht einmal die gleiche Strecke gefahren (außer bei der Lichterfahrt). Und der Tag war gut gewählt. Mehr dazu später. Der Tag hatte genug Lose für einen Abstecher zum Schellfischposten (Stichwort Ina’s Nacht).

Abendessen habe ich im alten Turm im Portugiesenviertel eingenommen: Tasquinha Galego. Und wie jedes Mal unterschätzte ich die Portionsgröße bei den Petiscos (Tapas). Ich hatte Feijioada de marisco  (weiße Bohnen mit Meeresfrüchten), Lulas à Tasca (Tintenfisch), Coelho á Caçador (Kaninchen) und Chanfana á Tasquinha (Lammgulasch). Viel zu viel, aber so lecker !!! Ich kann auch Ameijoa a Bulhão Pato (Venusmuscheln in Koriander-Weißwein-Sud) empfehlen; hatte ich das letzte Mal.

Lichterfahrt: Diese Fahrt hatte gleich vier Highlights: HMM Gdansk, Ever Globe, CMA CGM Palais Royal und Ain Snan Express. Sie gehören zu den größten Containerschiffen. Und vier auf einmal anzutreffen ist schon ein Wunder.

Die Gdansk ist ein Megamax-Schiff und gehört zu den größten der Welt. 400 m lang, über 61m breit; breit genug um 24 Container nebeneinander zu stapeln. 12 Container übereinander passen unter Deck; weitere 13 Container können über Deck gestapelt werden. Insgesamt sind das dann 23.934 TEU. Nur die weltweitgrößten Containerschiffe der Evergreen A-Klasse können 58 TEU mehr aufnehmen. Die 82.096 PS des 2-Takt-Diesels bringen das Schiff auf 22,4 kn.

Nur unwesentlich kleiner ist die CMA CGM Palais Royal. Auch sie ist ein Schiff der Megamax-24-Klasse und fasst 23.000 TEU. Ihr fehlt salopp formuliert die 13. Reihe über Deck. Sie wird mit LNG (Flüssigerdgas) angetrieben (trotzdem ist der Motor ein 2-Takt-Diesel ??? muss ein Schreibfehler sein).

Die Ever Globe ist das Schwesterschiff der Ever Given, das im Suezkanal feststeckte. Sie ist ein Schiff der Suezmax-Klasse und passt damit „theoretisch“ durch den Suezkanal, aber nicht durch den Panamakanal. Sie ist eine Containerreihe schmaler als die Gdansk und eine Reihe flacher. Sie fasst bei gleicher Länge daher nur 20.124 TEU.

Das „kleinste“ Schiff der vier ist die Ain Snan Express (UASC A13-Klasse) mit „nur“ 366m Länge (immer noch mehr als 3 Fußballfelder lang) und „nur“ 51,20 m Breite. Damit zählt sie zu den Post-Panamax-Schiffen. Seit dem Ausbau des Kanals 2016 kann sie aber als einziges Schiff der vier den Panalkanal passieren (die maximale Breite ist jetzt 55m). Das Ladevolumen von 13.470 TEU ist nur etwas mehr als die Hälfte der HMM Gdansk. Dieses Schiff alleine sorgt für Fotoaktivitäten bei den Touristen. Und heute war es das kleinste. Wow.

TEU bezeichnet das Volumen/Gewicht eines 20-Fuß-Standardcontainers. Auf deutschen Autobahnen fahren viele LKW oft mit 40-Fuß-Containern (oder 2x 20-Fuß).  Um die Ever Globe zu entladen bedarf es also 10.062 LKW, die typischerweise knapp 19m lang sind. Das ergibt eine LKW-Kolonne von über 191 km !!! Ein Güterzug wäre nur unwesentlich kürzer.

Tag 5 – Altes Land

Der letzte Tag in Hamburg startet am Erfrischungsraum Brandshof, einer alten Tankstelle aus den 50ern, in der es heute u.a. lecker Kaffee und Kuchen gibt, oder Currywust-Pommes. Dies ist ein beliebter Oldtimer-Treff hier in Hamburg; nicht nur weil es hier eine GTÜ-Prüfstelle gibt (und der Prüfer Oldtimer-Fan ist). Heute, mitten in der Woche, war jedoch wenig los.

Zweiter Stopp war dann Schuppen 50 im Freihafen (ja ich weiß, es ist kein Freihafen mehr). Hier ist das deutsche Hafenmuseum. Zu sehen gibt es: einen alten Hafenkran mit Dampfmanschine, einen Saugbagger mit Dampfmaschine, die 4-Mast-Bark Peking (Schwesterschiff der Passat und Mitglied der Flying P-Liner), die Senatsyacht Schaarhörn und der Frachter Bleichen. (Leider waren nicht alle Schiffe zugänglich.) Daneben ist stehen hier Lokomitoven und Wagen der alten Hamburger Hafenbahn und diverse Hafenkräne.

Gegen Mittag breche ich dann ins Alte Land auf. Hier gehen die Uhren langsamer, und das schon seit dem 12. Jahrhundert. Es ist das größte geschlossene Obstanbaugebiet Europas (10.700 ha). Der Fokus liegt auf Äpfeln (77%). Es werden aber auch Kirschen, Birnen und anderes Obst und Gemüse geerntet.

Überall finden sich alte reetgedeckte Häuser. Einen festen Plan bzw. eine Fahrroute habe ich nicht. Ich schaue einfach was ich finde. Hier kann man einen ganzen Tag vertrödeln, einschließlich Pausen an einem der Elbstrände, die es hier gibt (inklusive Blick auf die großen Pötte).

Was habe ich nicht geschafft?

So viele Dinge: Ich war nicht im Daruma. Ich war nicht in der Oberhafenkantine für eine Portion Bratkartoffeln. Beides werde ich zeitnah nachholen.

新幹線 .. Neo Genesis Shinkansen

Japan ist das Land der Züge, der Themenzüge.Ich werde beizeiten mal einen eigenen Blogeintrag hierzu machen.

Im Jahr 2016 gab eines einen Shinkansen, der zum Themenzug umgebaut wurde. Hierfür ausgewählt wurde ein Zug der 500er-Reihe. Diese Baureihe hat ein extrem windschnittiges Design und besitzt die längst Nase aller Shinkansen. Er wirkt futuristisch und bot sich quasi an.

Als Thema wurde der Anime Neon Genesis Evangelion gewählt. Der Zug erhielt die berühmten Farben grün und lila von EVA-01.

Auch die ersten beiden Wagen wurden dafür umgbaut: Wagen 1 hatte ein Ausstellungsfläche und ein das Cockpit eines Evangelion.

Wagen 2 war ein normaler Wagen mit Sitzplätzen. Auch diese haben das Farbschema von EVA-01.

Im restlichen Bereich finden sich überall Verweise auf den Anime. Betritt man den Zug hat man das Gefühl, sich in der NERV-Zentral zu befinden.

Die Sonnenblenden sind so eine Sache. Das AT-Field ist echt cool. Das Bild von Gendo mit seiner leuchtenden Brille ist aber auf die Dauer etwas einschüchternd.

Mit dem Zug fahren

Der Zug fuhr nur 2016 und nur auf der San’in-Strecke Fukuoka (Hakata) nach Shin-Osaka und zurück. Dies gab mir die Chance für eine Zugfahrt mit dem EVA-500.

Dazu musste ich erst einmal herausfinden, wann der Zug fährt. Die Internetseiten von JR waren da nicht hilfreich und so musste ich mich auf die Fanseiten im Netz verlassen.

Und so geschah es, dass ich früh morgen um 5 Uhr mein Apartment verließ und den Schlüssel in den Briefkasten warf.  Nach 2 km mit 23 kg Gepäck und der Feststellung, dass der Express, den ich nehmen wollte am Samstag nicht fährt, war ich kurz nach 6 Uhr endlich am Bahnhof Hakata. Es bleib etwas Zeit für Souvenirshopping und dann ging es hinauf zum Bahnsteig. Die große Anzeige hatte keinen Hinweis auf den EVA-500, was mich etwas nervös machte. Aber dann rollte er ein und dutzende Fans strömten für ein Foto an den Bahnsteig; morgens um halb Sieben.

Nach dem Einsteigen entstanden dann die ganzen Fotos, die ihr oben seht. Der Zug setzte sich wenig spektakulär in Bewegung.

Ein nettes kleines Detail war die Ankündigungsmusik der Durchsagen. Hier wurde die NGE-Melodie gespielt. Ich musste mir jedes Mal auf die Lippen beißen, damit ich nicht Mitsinge.

Da es ein Kodama ist, ist die fahrt nach Osaka sehr lange. Fast fünf Stunden. Wäre es nicht der EVA-500 würde ich davon abraten. Ein Sakura schafft es in nicht einmal 3 Stunden.

 

 

新幹線 .. Zugbezeichnungen und Strecken

Strecken (und Gesellschaften)

Quelle: wikipedia (cc-Lizenz)

  • Tohoku-Shinkansen (JR East (JR東日本)):
    Tokyo-ShinAomori, 674,9 km, (320 km/h); Morioka-Omiya 1982, Verlängerung südwärts nach Ueno 1985 und Tokyo 1991, Verlängerung nordwärts nach Hachinohe 2002 und Aomori 2010
  • Joetsu-Shinkansen (JR East (JR東日本)):
    Tokyo-Niigata 269,5 km, Niigata-Omiya 1982; Verlängerung südwärts nach Ueno 1985 und Tokyo 1991
  • Hokuriku-Shinkansen (JR East (JR東日本) und JR West (JR西日本)):
    Takasaki-Kanazawa, 345,5 km, 345,5km, bis Nagano 1998, bis Kanazawa 2015
  • Tokaido-Shinkansen (JR Central (JR東海, JR Tokai)):
    Tokyo-ShinOosaka;  erste Strecke 1964, 515,4 km, alte Tokaidostrecke; (ausgelegt für 210 km/h) heute 285 km/h max.
  • Sanyo-Shinkansen (JR West (JR西日本)):
    ShinOosaka-Hakata, 553,7km, gebirgig, idR 240 km/h, ShinOosaka bis Okayama 1972, bis Hakata 1975
  • Kyushu-Shinkansen (JR Kyushu):
    Kagoshima-Hakata, 256,8km, bis ShinYatsuhiro 2004, bis Hakata 2011, Ausbau nach Nagasaki bis 2023 geplant
  • Hokkaido-Shinkansen (JR Hokkaido):
    ShinAomori – Hakodate, 148,9km, ab 26.03.2016

Mini-Shinkansen (Dreischienengleise)

  • Akita-Shinkansen: Morioka-Akita, 127,3 km, 1997, 130 km/h
  • Yamagata-Shinkansen: Fukushima-Yamagata, 148,6 km, 130 km/h

Zukunft

  • 2018: Kyūshū-Shinkansen nach Nagasaki (teilweise im Bau)
  • 2027: Chūō-Shinkansen (中央新幹線) zwischen Shinagawa und Nagoya (286 km) mit 505 km/h (Fahrzeit 40min); im Bau
  • 2030: Hokkaido-Shinkansen bis Sapporo mit 360 km/h (211,3 km); damit Tokyo-Saporro in unter 4 Stunden
  • Verlängerung des Hokuriku-Shinkansen von Kanazawa ober Fukui nach Oosaka (geplant)
  • 2045: Chuo-Shinkansen von Nagoya über Nara nach Oosaka (geplant)
  • Weitere geplante Strecken sind in Planung.
Zugtypen

Die veschiedenen Shinkansen-Strecken haben alle verschiedene Zugtypen, ähnlich wie Local, Rapid und Express. Da alle Shinkansen bereits aus Super-Express unterwegs sind, hat man hier Namen vergeben. Sie unterschieden sich in der Anzahl der Haltepunkte.

Tokaido, Sanyo, Kyushu

  • こだま (Kodama, Echo): Tokaido, Sanyo; stoppt an jedem Halt, aber nicht auf beiden Abschnitten durchgehend (Umstieg nötig); Todaido: 300, 700, N700 (früher auch 0); Sanyo: auch 100 und 500
  • つばめ (Tsubame, Schwalbe): stoppt an jedem Halt, nur Kyuhsu, N700, 800
  • さくら (Sakura, Kirschblüte): Kyushu und Sanyo; N700, 800 (Kyushu)
  • ひかり (Hikari, Licht): 300, 700, N700 (früher 0 und 100)
  • のぞみ (Nozomi, Hoffnung): 700, N700 (und 300, sowie früher 500)
  • みずほ (Mizuho, fruchtbare Reisähre): seit 2011 die Schnellsten westlich Oosaka, N700

Tohoku, Yamagata, Akita

  • なすの (Nasuno): Tohoku-Linie zwischen Tokyo und NasuShiobara oder Kōriyama, halten überall; E2, E3 und E4 (früher auch 200 und 400)つばさ (Tsubasa, Flügel): Tōhoku- und Yamagata-Shinkansen, E3 (bis 2010 Baureihe 400), bis Fukushima mit MAX-Yamabiko gekoppelt
  • やまびこ (Yamabiko, Bergecho): Tōhoku-Linie zwischen Tokyo und Sendai bzw.Morioka, E2, E3, E4und E5 (früher auch E1 und 200)
  • はやて (Hayate, Sturmwind): Tohoku-Line Omiya-Sendai, E2, E5 und E3 (als Verstärker)
  • こまち (Komachi): Tohoku- und Akita-Linie zwischen Tokyo und Akita, E3, bis Morioka (Zugteilung) in Kombination mit dem Hayate
  • スーパーこまち (Super-Komachi): E6, und etwas schneller; nach Ausmusterung der E3 wird dies der neue Komachi.
  • はやぶさ (Hayabusa, Wanderfalke):Äquivalent zum Nozomi. Höchstgeschwindigkeit 320 km/h (ab 2011), Baureihe E5

Jōetsu-Shinkansen

  • たにがわ (Tanigawa (Berg)): zwischen Tokyo und Takasaki oder Echigo-Yuzawa (im Winter Gāra-Yuzawa), halten an allen Bahnhöfen. Baureihen 200, E1 und E4
  • とき (Toki, Ibis): zwischen Tokyo und Niigata, Baureihen 200, E1 und E4 (bis 2002 auch E2)
  • あさま (Asama (Vulkan)): zwischen Tokyo und Nagano, E2 (2001 bis 2003 auch E4 als Ergänzung zwischen Tokyo und Karuizawa).

Hokuriku-Shinkansen (zwischen Tokyo und Kanazawa)

  • つるぎ (Tsurugi, Degen): Shuttle-Verbindung zwischen Toyama und Kanazawa. Baureihe E7/W7 (ab Frühjahr 2014).
  • はくたか (Hakutaka, Nachtfalke): hält an allen Bahnhöfen, Baureihe E7/W7 (ab Frühjahr 2014).
  • かがやき (Kagayaki, Glanz): Baureihe E7/W7 (ab Frühjahr 2014).

*****

Tohoku-Strecken

  • Tohoku-Shinkansen (nach Shin-Aomori)
  • Hokkaido-Shinkansen (Verlängerung nach Shin-Hakodata)
  • Akita-Shinkansen (zweigt in Morioka nach Akita ab)
  • Yamagata-Shinkansen (zweigt in Fukushima nach Shinjo ab)
  • Joetsu-Shinkansen (zweigt hinter Omiya nach Niigata ab)
  • der Nagano-Shinkansen (zweigt hinter Omiya nach Nagano ab; er läuft bis Takasaki auf der gleichen Strecke wie der Joetsu-Shinkansen)
  • Hokuriku-Shinkansen (Verlängerung von Nagano nach Kanazawa)

新幹線 .. Shinkansen benutzen und genießen

Ich erzähle es oft: Man stelle sich auf dem Bahnsteig auf der Markierung hin, mit verbundenen Augen. Man stelle sich den Wecker auf 1 Minute vor Abfahrt. Wenn es klingekt macht man einen Schritt nach vorne und steht im Zug. Man fällt weder auf die Gleise noch rennt man gegen den Zug. Denn der Zug ist da, und die Tür ist genau da, wo die Markierung ist …

Das bedeutet es, den Shinkansen in Japan zu nutzten. Was ich damit sagen will: Es ist ist angenehm. Es ist komfortabel. Es funktioniert. Keine bösen Überraschungen. Service. Ich gehe soweit und sage, dass es keine Reise nach Japan ohne das „Erlebnis Shinkansen“ geben darf. Aber der Reihe nach …

[Nachtrag: Ich werde das glaube ich in zwei Blogs splitte: Vor dem Zug und in dem Zug,]

Die Reise planen …

Die Planung: Zugverbindungen kann sehr brauchbar über http://www.hyperdia.com gesucht werden. Dort werden alle relevante Daten angegeben. Man erhält Preisinformationen, usw.

Verspätungen: Die braucht man nicht einplanen. Es gibt keine! Ausnahmen sind Erdbeben, Taifune, schwere Probleme. Und das ist schon wieder verständlich. Shinkansen mit Ausnahme der Minishinkansen fahren auf eigenen Strecken, die aufgesetändert sind. Nur ein Erdbeben oder Taifun schafft es, dieses geschlossene, hoch durchorganisierte System zu stören.

Fahrkarte: Der Shinkansen ist teuer. Der Kauf des relativ teueren Japan Rail Pass amortisiert sich schnell. Die Nutzung des Shinkansen (mit Ausnahme des Nozumi und seines Äquivalents auf den östlichen Strecken) ist inbegriffen.

Seat Reservation: Ein Großteil der Wagen hat reservierte Sitze. In Japan sind immer ganze Wagen mit oder ohne Reservierung und als solche gekennzeichnet. Beim JRP fällt keine Gebühr für reservierte Sitze an. Man sollte also buchen. Einziger Nachteil: Man kann sich nicht einfach auf den Bahnsteig stellen, aber für gewöhnlich verpasst man nur einen Zug. Das im Gegensatz zu der Chance die Zugfahrt über im Gang  zu sitzen.

Die Shinkansen haben eigene Reisebüros für den Kauf von Tickets. Aber Vorsicht. Der Shinkansen ist beliebt. Es kann durchaus eine Warteschlange geben. Bucht, wenn möglich, im voraus und in einer Zeit außerhalb der Rush Hour. Aber keine Angst: Es geht schneller als in Deutschland.

Der Weg zum Bahnsteig …

Eingang und Drehkreuz: Auf Bahnhöfen mit normalen Zügen und Shinkansen sind die Bahnsteige für letzteres mit separaten Drehkreuzen am Eingang (und Ausgang) versehen. Diese lassen sich nur mit gültigen Tickets nutzen. JRP-Besitzer zeigen den Pass beim Schalter vor.

Zugsuche: Die Züge haben Bezeichnungen, die anzeigen, wie viele Stops sie einlegen. Bei den normalen Zügen gibt es Local, Rapid, Express und Ltd. Express. Beim Shinkansen sind dies beispielsweise Kodama, Hikari, Nozomi. Jede Strecke hat ihre eigenen Namen.

Der Weg zum Bahnsteig der Shinkansen ist klar gekennzeichnet. Shinkansen haben ein eigenes Symbol. Meist ein blaues oder grünes Icon, das der Baureihe 0 entspricht. Hilfreich ist, wenn man sich die drei Schriftzeichen oder zumindest das erste von ShinKanSen merkt. Der erste Kanji heißt „neu“ und ist das gleiche wie in Shinjuku.

Anzeige: Überall auf dem Bahnhof finden sich Anzeigen, welcher Shinkansen wann auf welchem Bahnsteig fährt. Manchmal sind die Anzeigen nach Bahnsteig sortiert, manchmal nach Uhrzeit. Man muss sich kurz orientieren. Aber bei der extrem kurzen Taktung ergibt eine Sortierung nach Bahnsteig durchaus Sinn, da jeder Bahnsteig einen Zugtyp oder ein Reiseziel betreut. Beispiel: Kodama und Hikari nach ShinOosaka immer Bahnsteig 14.

Anzeige auf dem Bahnsteig: Am dem Bahnsteig gibt es große Anzeigen, die für jeden Bahnsteig die nächsten zwei oder drei Züge anzeigen. Die Sprache und Schrift wechselt zwischen Japanisch und Englisch.

Bahnsteig und Wagensuche: Kommen wir zum Einleitungstext … Die Zügen stoppen auf wenige Zentimeter genau. Dafür sorgen Markierungen auf dem Bahnsteig, die der Zugführer beim Halt anpeilt. die Türen sind damit immer an der gleichen Stelle.

Diese Stellen sind auf dem Banhsteig markiert. Man weiß also ganz genau wo der Wagen bzw. die Tür sein wird und kann sich rechtzeitig einsortieren. Dies hilft ungemein. Anders als in Deutschland mit seiner ungenauen Bahnsteigsabschnittsbezeichnung ist man auf wenige Dezimeter vor der Tür. Man spart sich das wandern mit Gepäck im Zug. Ferner passiert es in Japan niemals, dass ein Wagen fehlt oder sich die Wagenreihenfolge ändert. Die Wagen eines Zuges sind fest gekoppelt und unveränderbar. Bei einem Problem wird der gesamte Zug getauscht.

Die Ebene im Zug ist fast auf Bahnsteighöhe und der Abstand zwischen Bahnsteigkante und Zug ist minimal. Ein Vorteil für Koffer mit Rollen. Allerdings: Die Türen sind extrem schmal. Ich weiß nicht, ob Rollstuhlfahrer problemlos in den Zug kommen. Kinderwagen sind sicherlich auch eine Herausforderung.

Schlangestehen: Auf dem Fußboden sind sogar Linien eingezeichnet, die angeben, wie man die Warteschlange bilden soll. Und glaubt es oder nicht. Keine hält sich dran, aber sie bilden trotzdem eine Warteschlange. Sehr britisch, aber es vermeidet das Chaos, das man in Deutschland vorfindet wo alle gleichzeitig und als Erster ein- und aussteigen wollen.

Verpflegung: Ich tendiere dazu keine Zeit für Mittagessen oder Frühstück einzuplanen, wenn ich mit dem Shinkansen reise. Dafür ist genug Zeit im Zug. Kaufen kann man das Essen im Zug, in der Bahnhofshalle oder direkt auf dem Bahnsteig. Die Shops heißen Ekiben; eine Kobination von Eki (Bahnhof) und Bento (diese kleinen Boxen mit „kaltem“ Essen). Ich empfehle mindestens eine Shinkansenreise mit Bento.

Dispatcher-Ballet: Die Reise mit dem Shinkansen bietet ein weiteres Feature. Das Ballet. Auf dem Bahnsteig gibt es einen Dispatcher (ist das der richtige Name?). Kurz bevor der Zug einfährt gibt er eine Durchsage. Dann folgt ein Ballet von Handzeichen.

Es ist schwer zu beschreiben. Nachdem der Zug steht gibt es Sichtkontakt mit dem Zugführer. Danach folgt, ein Handzeichen eingeschlossen, ein Blick auf die Anzeige, den Zug, die Fahrtrichtung, die Uhr, den Fahrplan. Selbst der Stopp eines Zuges hat eine Choreographie.

Zugpassage: Nicht alle Shinkansen halten überall. Wenn man an einen Haltepunkt gerät, wo andere Züge, wier z. B. der Nozomi durchrauschen, kommt man in den Genuss eines Eregnisses: die Durchfahrt eines Shinkansen und voller Geschwindigkeit. Es dauert nur wenige Sekunden, bis ein 400m langer Shinkansen vorbei ist. Es ist laut. Es wird angekündigt. Es wird von einem Warnton begleitet. der Windsog ist ernorm. Zum Glück gibt es an den meisten Bahnhöfen eine Parallelgleis. Wenn nicht ballert der Zog direkt am Bahnsteig vorbei. Mit den wenigen Zentimeter wie weiter unten erwähnt. (Ich muss das Video unbedingt verlinken.)

Barriere: Fast alle Bahnsteige haben eine Absperrung zum Gleis hin. Das ist weniger gegen Selbstmörder sondern eher für die Sicherheit. Wenn ein Zug druchfährt ist der Windosg enorm. Die Barrieren gibt es mit und ohne Tür. Letztere verschließen selbst die Areale, wo die Tür sein wird und öffnen erst, wenn der Zug da ist. Es ist vergleichbar mit der Absperrung einer Achterbahn.