Definition: Tsundere = cute girl with a short fuse.

Das wars. Das fasst es zusammen … Hier die längere Version: Tsundere ist ein Charaktertyp in Anime der zu 99% weblichen Charkteren zufällt.

Sie sind meist einer der Hauptdarsteller oder ein wichtiger Nebendarsteller mit direkter Verbindung zum männlichen Hauptdarsteller. (Ihr ahnt es, Tsundere sind ein Schöpfung der Shonen-Welt, aber nicht auf diese begrenzt.) In Harem-Anime ist grundsätzlich mindestens eine Tsundere dabei.

Tsundere sind optisch immer die attraktiven Frauen, zu denen sich der Hauptdarsteller in der Regel auch noch hingezogen fühlt (Ayeka in Tenchi Muyo, Akane in Rama 1/2, Chidori in FMP, Kaname in Inuyashi … die Liste ist endlos).

Zu 90% sind es Charaktere die 90% der Zeit sehr ausgeglichen und optimistisch sind, aber auch eine sehr kurze Zündschur haben. Und wenn diese abgelaufen ist, gibt es eine Orgie der Gewalt, wobei das Opfer meist der Hauptdarsteller wird.

Diese kurze Zündschnur ist meist eine Folge davon, dass Tsundere nicht ehrlich gegenübe ihren eigenen Gefühlen (oft und gerade bezogen auf den Hauptdarsteller) sind.

5 Rules (by Gigguk)
  1. Tsundere are not bitches, (they are just misunderstood)
  2. Twin Tails are Tsun-Tails
  3. Behind every door is a Tsundere waiting to hit you hard
    (more a safety advise before opening a average door)
  4. Not all Tsundere are worth it (exception to rule number one)
  5. It was all worth that blush
berühmteste Beispiele:
  • Asuka Langley; Neon Genesis Evangelion
  • Naru Narusegawa; Love Hina
  • Ayeka (Masaki) Jurai; Tenchi Muyo
  • Chidori Kanamy; Full Metal Panic
Yandere

sind im Prinzip Full-Time-Tsundere, meist mit einem Goth-Look und einem Bodycount bei dem jeder Serienmörder neidisch wird. Kennzeichen können sein: leere Augen und ein psychopatisches Lachen. Yandere sind der Inbegriff einer Psycho-Bitch (und eigentlich immer bewaffnet – alles kann eine Waffe werden, außer (!) Schusswaffen) –> Hallo Elfenlied.

Woran erkennt man, dass man alt wird? Man kann immer häufiger Sätze wie „Mit dem bin ich noch gefahren“ oder „Da war ich, bevor …“ verwenden.

Jetzt ist es wieder soweit: Heute erschien ein Artikel in der Asahi Shimbun: Der letzte  Zug der Moha-1-Serie der Hakone-Tozan-Line wurde nach 100 Jahren Betrieb in den Ruhestand gschickt … Mit dem bin ich noch gefahren!

Century-old Hakone train car on display at Saitama museum


Quelle: www.asahi.com/ajw/articles/13128318

Dieser Zug der Hakone-Tozan-Line ist derjenige, der sich von Hakone-Yumoto hinauf nach Gora kämpft und dabei immer wieder die Fahrtrichtung wechselt. Ich bin mit dieser Linie schon drei Mal gefahren.

Also blieb nur noch die Frage, ob ich diesen alten Zug genommen habe? Und ja, habe ich. Im Jahr 2008 bin ich tatsächlich mit dem Oldtimer gefahren. Und jetzt bin ich irgendwie froh, dass ich jeden Kleinkram im Urlaub fotografiere. Und trotzdem fehlt dann genau ein Bild.

Hier ein paar Fotos vom April 2008. Ich habe in Yomoto-Hakone ein Foto vom vorderen Teil gemacht. Das ist ein Moha-2, Ich bin aber in den hinteren Teil eingestiegen, den man gerade eben noch auf dem Bild sieht. Das war der Moha-1. Man beachte die unterschiedliche Form am Dach und die farbig lackierten Handgriffe an der Schaffnertür.

Stand März 2020: Die Fahrt auf der Strecke ist bis dato immer noch nicht möglich !!! Taifun #19 hatte im Oktober 2019 Teile der Bahngleise weggespült. Der Strecke ist immer noch nicht repariert. Man hofft, dass es im Herbst 2020 soweit ist (also nach meinem nächsten Urlaub). Hier ein paar Schnappschüsse von der Fahrt. [Das Owakundani kann hingegen wieder besucht werden. Einzele Wanderwege bleiben aber geschlossen.]

Ein paar Technikdetails

Die Strecke von Odawara über Yumoto-Hakone nach Gora nahm 1919 den Betrieb auf. Aus dieser Zeit stammt auch die Moha-1-Serie. Gebaut wurde das Gleis in Normalspur mit 1435mm. Allerdings fahren auf der Strecke zwischen Yumoto-Hakone und Odawara auch Züge der Odakyu-Line, die in Shinjuku (Tokyo) starten. Diese Züge nutzen die Kapspur mit 1053mm. Der Abschnitt zwischen Yumoto-Hakone und Odawara hatte deshalb jahrlang ein Gleis mit drei Schienen.

2006 ging die Talstrecke vollständig an Odakyu und das 3-Schienen-Gleis wurde bis auf den Abschnitt von Yumoto-Hakone zum Betriebshof Iriuda zurückgebaut. Leider hab ich kein Foto davon.

Auch die Spannung der Oberleitung unterscheidet sich. Die Bergstrecke (Yumoto-Hakone – Gora) arbeit mit 750V. Die Talstrecke arbeitet mit 1500V.

Von Hakone-Yumoto (96/108m) sind es 8,9 km bis Gora (541/553m). Dieser Höhenunterschied von 545m sorgt für eine durchschnittliche Steigung von über 4%. Die doppelte Höhenangabe hat einen Grund: die erste Zahl stammt aus dem Artikel der Asahi Shimbun, die zweite Zahl ist aus dem Streckenplan und dem Stationsschildern der Hakone-Tozan-Linie. Ich weiß nicht, wo der Unterschied von 12m herkommt.

Der steilste Abschnitt schafft es auf 8%. Dies ist ein Rekord für Japan für Adhäsionsbahnen (Züge die sich alleine aufgrund von Reibung aufwärts bewegen). Weltrekord halten die Pöstlingbergbahn in Linz mit 11,6% im Abschnitt Hohen Damm und die Straßenbahn in Lissabon mit 13,5% auf kurzen Abschnitten.

Die Radkränze werden dabei mit Wasser geschmiert. Die Züge haben dafür an beiden Enden eine 360-Liter Wassertank, der für 5-7 Fahrten reicht. Den Wassertank kann man auf dem Foto aus der Asahi Shimbun gut sehen. Ich habe den Wassertank nur auf Fotos der 1000er- und 2000er-Serie, womit zumindest bestätigt ist, dass die Wasserschmierung auch heute noch angewendet wird.

Es gibt auf dem Weg nach oben drei Spitzkehren bei Deyama, Ohiradai und Kami-Ohiridai, wo der Zug die Fahrtrichtung wechselt. Zugführer und Zugbegleiter wechseln die Zugseite. Wenn sie sich in der Mitte treffen, wird kurz salutiert. Zudem gibt es eine Brücke (Hayakawabashi, 43m hoch, 60m lang) und 12 Tunnel.Im Tunnel hinter der Brücke mach der Zug eine 180°-Wende bevor er auf die erste Spitzkehre trifft. Die engste Kurve auf der Strecke ist kurz vor Kowakidani mit einen Radius von nur 30m.

Zur Vollständigkeit: Auf der Hokana-Tonzan-Strecke fahren noch Züge der 1000er- und 2000er-Serie von denen ich Fotos habe; sowie seit 2019 sehr moderne Triebwagen der 3000er-Serie. Alle drei Serien tragen Beinamen mit Bezug auf die Schweiz: „Bernina“, „St. Moritz“ respektive „Allegra“.

weitere Infos auf [wikipedia DE] und [wikipedie EN].
Infos zur Bahnstrecke und zum Owakudani auf [japan-guide].

[Stand 08.03.2020]

Über Tokyo Eki und Shibuya Eki habe ich schon geschrieben. Beide liefern einige Rekorde, aber das Non-plus-ultra ist der Bahnhof von Shinjuku, der drei Stopps mit der Yamanote nördlich von Shibuya liegt:

  • Täglich (!) benutzen über 3,64 Millionen Fahrgäste diesen Bahnhof (Stand 2007 und etwa stabil). Das entspricht der Einwohnerzahl von ganz Berlin. Damit ist der Shinjuku noch vor Shibuya der Bahnhof mit den meisten Fahrgästen … (mit der Stimme von Jeremy Clarkson) … IN THE WORLD.
  • Täglich(!)  fahren hier über 10.000 Züge ab.
  • Es gibt 33 Bahngleise (Züge und U-Bahnen).
  • 7 Bahngesellschaften betreiben über 20 Zugverbindungen.
  • Über 100 Ein- und Ausgänge sind auf mehreren Ebenen verteilt.

Damit die 10.000 Züge auf den 33 Gleisen überhaupt fahren können, sind natürlich Verspätungen indiskutabel. Hier eine Rechnung:

  • 10.000 Züge / 33 Gleise = 300 Züge / Bahngleis
  • 300 Züge/Gleis : 20 Stunden Betriebszeit = 15 Züge / (Gleis und Stunde)

Shinjuku-Eki; Bahnsteige und Schilder

Mit anderen Worten: Auf jedem Gleis dieses Bahnhofes fährt alle 4 Minuten ein Zug ab. Und das ist nur der Mittelwert. Während der Rush Hour schrumpfen die Taktungen auf 90 Sekunden zusammen. Dies führt zu einem weiteren Rekord:

  • Während der Rush Hour steigen etwa 500 Menschen pro Sekunde (!) ein oder aus.

Die Bahngesellschaften, die sich hier Gleise und Gebäude teilen sind: Japan Rail, Keio, Toie, Odakyu, Seibu,  Tokyo Metro und Toei Subway.

Die Bahnstrecken von Japan Rail sind: Saikyo-Line, Rinkai-Line, Shonan-Shinjuku-Line, Yamanote, Chuo-Line und Chuo-Sobu-Line, Spacia, Narita Express (Nex), Super Azusa. Hinzu kommen die Linien von Keio, Keio Shin-Sen, Odakyu (u.a. der Romacier nach Hakone), Odawara-Line. Hinzu kommen die U-Bahn-Linien Maronouchi, Oedo und Shinjuku.

  • Es gibt zwei (genauer genommen sogar drei) Bahnhofsgebäude.

Die Seibu-Line hat ein eigenes Gebäude, dass etwa 500 m  nördlich liegt. Unterirdisch sind die Gebäude verbunden. Darüber hinaus hat Shinjuku (ohne Seibu) auch wieder zwei Gebäude. Der Altbau (Shinjuku) beherrbert dabei zwei komplette mehrgeschossige Kaufhäuser. Der Neubau (Shinjuku Nishiguchi) behaltet ein Busterminal und ein Taxiterminal.

Shinjuku-Eki; die verschiedenen Gebäude des Bahnhofes

Fun Fact: Die Kaufhäuser in Shinjuku sind Keio und Odakyu und gehören den gleichnamigen Bahngesellschaften. In Japan sind Kaufhäuser sehr, sehr oft Teil von Bahnhöfen: nicht nur in Tokyo, sondern überall: Osaka, Nagano, Saporro, … Das ist zum einem praktisch, da man auf dem Weg nach Hause wschnell einkaufen kann, aber auch verwirrend. Zu den unterirdischen Korridoren eine Bahnhofen kommen die Basements der Shopping Malls. In Osaka Umeda ist das echt nervig.

  • Es gibt mehrere Kilometer unterirdische Korridore, die Shinjuku Eki unterirdisch mit der Umgebung verbinden.

Die unterirdischen Fußgängerkorridore reichen im Westen bis zu den U-Bahn-Stationen Tochomae (Oedo-Line) oder Nishi-Shinkjuku (Marunouchi-Line) laufen. Man kommt trockenen Fußes (oder sonnengeschützt) bis zum Toyko Metropolitan Building und viele andere Bürogebäude.  Nach Norden ist ein Großteil der Yasukuni-dori unterkellert. Ein Korridor führt über 500m nach Osten bis weit hinter die U-Bahn-Station „Shinjuku-Sanchome“ (Fukutoshin-Line, Shinjuku-Line und Marunouchi Line) und bis zum  Hanazono Jinja. Vom westlichsten Eingang der Tochomea Station bis zum Ausgang am Hanazono Jinja sind es über 2,0 km. Alles unterirdisch.

Shinjuku-Eki; einige der verschiedenen Ausgänge

Man kann entlang der Marunouchi Line 2 Station unterirdisch zu Fuß gehen: von Nishi-Shinjuku (M-7) über Shinjuku (M-8) nach Shinjuku-Sanchome (M-9). Fun Fact: Man kann bei Ochanomizu (M-20) mit dem Boot unter der Marunochi-U-Bahn-Line unterdurch fahren.

  • Ein Bahnsteig endet erst kurz vor dem nächsten Bahnhofes.

Der Bahnsteig der Shonan-Shinjuku-Line reicht sehr weit nach Süden und endet gerade einmal 150m entfernt vom Bahnsteigen des Bahnhofe Yoyogi; dem nächste Bahnhof auf der Yamanote-Line.

  • Die Oedo-Line hat in Shinjuku Eki zwei Haltepunkte.

Man kann auch sagen, dass Shinjuku so groß ist, das die Oedo-Line hier zwei Mal halten muss: Higashi-Shinjuku (E-02) und Shinjuku-Nishiguchi (E-01).  Zwischen ihnen liegen 800m. Natürlich kann man den Weg auch durch die unterirdischen Korridore laufen.

Shinjuku-Eki; das neue Gebäude mit dem Busterminal im 4. Obergeschoss

Für  Touristen

Das Einzige, was Shinjuku Eki nicht bietet, ist ein Shinkansen-Anschluss. Touristen sollten den Bahnhof trotzdem hoch priorisieren:

  • Von Shinjuku Eki fahren Züge direkt nach Hakone und Nikko. Von Tokyo Eki aus müssten man umsteigen.
  • Von Shinjuku fahren u.a. Busse nach Kawaguchiko (Mt. Fuji) und Hakone. Hier starten auf Highwaybusse nach Kusatsu.
Shinjuku ist nicht Tokyo?

Folgendes  Szenario: Man fahrt mit dem Bus von Hakone nach Tokyo und fragt zu Sicherheit den Busfahrer. Der antwortet: Nein, der Bus fährt nicht nach Tokyo, sondern nach Shinjuku. So mir widerfahren 2004.

Natürlich ist man verwirrt. Shinjuku ist doch in Tokyo? Gibt es noch ein anderes Shinjuku? Man wird da schon nervös. Der Busfahrer hatte natürlich recht. Der Bus fuhr nach Shinjuku, in Tokyo, aber Shinjuku ist halt nicht Tokyo? Es ist kompliziert. Shinjuku ist einer der 23 Bezirke der Präfektur Tokyo (die Bezirke selbst sind dabei nur der östliche Teil der Präfektur Tokyo). Auf dem Stadtplan und auf Google-Maps sind die 23 Bezirke ein durchgehendes Häusermeer. Wir bezeichnen das Alles als Tokyo. Für den Japaner ist Shinjuku mitunter kein Stadtteil von Tokyo, sondern eine Stadt in (der Region) Tokyo.

Von Shinjuku Eki nach Tokyo Eki sind es knapp 30 Minuten mit der Yamanote (mit der Chuo oder der Subway ist es nicht wirklich schneller). Somit hatte der Busfahrer auch insofern recht, dass man nicht wirklich im richtigen Bus sitzt, wenn man nach Tokyo (Eki) will.

Das ist so, als würde man in Deutschland fragen, ob der Zug nach Berlin fährt und der Schaffner sagt „Nein“, da Zug am Bahnhof Zoo endet (und eben nicht zum Hauptbahnhof Berlin fährt).

Shibuya Station (渋谷駅) ist einer der größten Bahnhöfe in Tokyo. Täglich steigen hier über 3,3 Millionen Fahrgäste am Tag (!) ein, aus oder um. Manche Quellen bezeichnen ihn als zweitgrößten Bahnhof weltweit bezogen auf die Fahrgastzahlen, nur übertroffen von Shinjuku. Und die Zahlen steigen. 2004 war Shibuya mit „nur“ 2,4 Millionen Fahrgäste weltweit noch auf Platz 4 hinter Shinjuku (Tokyo), Ikebukuro (Tokyo) und Osaka/Umeda.

9 Bahnlinien treffen hier aufeinander, die sich auf insgesamt 5 Ebenen plus Zwischenlevel verteilten:

  • die U-Bahn-Linien Ginza (G),  Hanzomon (H) und Fukutoshin (F)
  • JR Linien Saikyo (JA), Shonan-Shinjuku (JS) und Yamanote (JY)
  • Tokyu Denentoshi (DT) und Toyoko Line (TY)
  • Keio Inokashira Line (IN)
  • auch der Narita Express (NEX) stoppt hier

Zwischen den Bahnsteigen befindet sich ein wahren Labyrinth aus Korridoren. Es gibt über 30 Ein- und Ausgänge. Ich weiß noch, wie ich auf der ersten Reise vergeblich (fast) versucht habe, den Weg zurück zum Bahnsteig der Ginza-Linie zu finden.

Das Chaos wird noch größer, wenn man brücksichtigt, dass der Bahnhof unter bzw. in einem Gebäudekomplex liegt (Ginza-Linie), der ein komplettes Kaufhaus (das Toyoko Department Store) beherbergt. Ein- und Ausgänge führen also entweder ins Freie oder ins Kaufhaus.

Shibuya Station startete seinen Betrieb am 01. März 1885 als Haltepunkt an der damaligen Shinagawa Linie. Weitere Bahnlinien und Bahngesellschaften folgten. Hier eine Übersicht:

  • 1885: JR Shinagawa-Linie
  • 1907: Tamagawa Dentetstu (Betriebsende 1969)
  • 1909: JR Yamanote-Linie (Übernahme der Shinagawa-Linie)
  • 1927: Toyoko-Linie
  • 1933: Teito Shibuya Line (heute Keio Dentetsu)
  • 1938: Tokyo Rapid Railway (wurde 1939 eine Verlängerung der Ginza-Linie und 1941 Teil der Ginza-Linie)
  • 1977: Den-en-Toshi Linie
  • 1978: Hanzomon-UBahn-Linie
  • 2008: Fukutoshin-UBahn-Linie

Die letzte Ergänzung war die Fukutoshin U-Bahn-Linie in 2008, die 2013 mit der Tokyu-Line verbunden wurde. Man kann also mit Recht sagen, dass dieser Bahnhof organisch gewachsen ist. Und ich kann von mir behaupten, dass ich Shibuya Station ohne Fukutoshin, mit Fukutoshin und jetzt mit der Kombination Fukutoshin/Toyoko-Linie kenne.

Besonderheiten

Thru-Service: U-Bahn-Linien enden nicht einfach, sondern verlängern sich zu Regionalbahnlinien. Das kann verwirrend sein, zumal diese Verlängerung in den Reiseführern nicht erwähnt ist und man irrtümlich andere, vermeintlich einfacher Route wählt. Ich habe diese Besonderheit auch schon benutzt. Auf dem Rückweg von Chinatown Yokohama bin ich in die dortige Minatomirai-UBahn-Linie eingestiegen, die in Yokohama zur Toyoko-Linie wurde. Shibuya einschien auf de Anzeige, also bin ich sitzen geblieben. In Shibuya hätte ich dann mit der Fukutoshin-Ubahn weiterfahren können, aber ich habe ich die Ginza gewechselt, um zurück zum Hotel zu fahren. Und ich habe mich wieder einmal verlaufen.

Weitere Bespiele ist die Asakusa-UBahn-Linie, die sich nach Süden in einen Zug zum Airport Haneda verlängert und nach Norden in einen Zug zum Airport Narita. Aber ich schweife ab …

Der Bahnhof der Toyoko-Line WAR bis 2013 ein Kopfbahnhof mit 2 Gleisen und 4 Bahnsteigen. Man steigt auf die gerade Bahnsteige aus, während Passgiere für den Einstieg auf den ungeraden warten. Die Fahrgastströme werden also auf verschiedene Bahnsteige getrennt.

Der Bahnsteig der Saikyo-Linie ist etwa 350m südlich der Bahnsteige der Yamanote Linie.  Man muss also ein ganzes Stück laufen. Von der Fukutoshin/Toyoko-Line sind über 600m.

Warum endet die Ginza-U-Bahn-Linie im 3F?

Dazu muss man wissen, dass die Ginza-Linie eine U-Bahnlinie ist, die in Shibuya endet; und zwar im zweiten Stock (3F in Japan) des Toyoko Department Stores. Warum?

Shibuya liegt in einem Flusstal und damit mehrere Meter tiefer als das restliche Tokyo drumherum. Die Ginza-Linie verlässt die Station Omotesando und hält ihrer Höhe bzw. Tiefe. Kurz vor der Station Shibuya ist das Gelände soweit gesunken, dass die U-Bahn jetzt überirdisch fährt.

Im Stadtbild kann man Tallage gut erkennen. Wenn man von Shibuya nach Meiji-Jingu-Mae läuft beginnt man unter der Ginza-Linie und es geht bergauf. Geht man von dort nach Omotesando geht es weiter bergauf. In Omotesando angekommen ist man weit oberhalb der Ginza-Linie.

Auch die Doganzaka führt vom Banhhof kommend vorbei an Shibuya 109 bergauf. Links liegt „Love Hotel Hill“ mit seinen engen Gassen und Treppen.

Wo ist der Fluss geblieben?

Der Fluss, der durch das Tal führt. existiert noch. Man kann ihn auf google-maps südlich der Station sehen. Im Bereich der Station verläuft er unterirdisch. Er wurde von der Station und dem Department Store überbaut. Oder besser gesagt: umbaut.

Der Fluss ist mit ein Grund für das Korridorlabyrinth. Alle unterirdischen Korridori müssen um den Fluss herum geführt werden. Der Shibuyagawa ist auch der Grund, warum das Ostgebäude des Toyoko Department Store keine Delikatessenabteilung in Kellergeschossen, genauer gesagt keine Kellergeschosse, hat.

Derzeit befindet sich die ganze Region um den Bahnhof im Umbau. Neue Hochhäuser wie Shibuya Scramble entstehen. Auch der Bahnhof wird umgebaut. Fun Fact: Flüsse gelten in Japan als „Public Space“ und dürfen daher nicht von Privatleuten und Firmen überbaut werden. Das Department Store ist also rein theoretisch illegal gewesen.

Jetzt kommt der Hammer: Die haben den unterirdischen Fluss verlegt und Platz für ein unterirdische Plaza geschaffen: Die East Exit Underground Plaza, die am 30. Oktober 2019 eröffnet wurde. Wer in der Plaza ist, sollte nach oben schauen. Die Betonkonstruktion unter der Decke, das ist der Fluss !

Der Wahnsinn eines Bahnhofumbaus

Seit 2004 bin ich immer wieder in Shibuya. Und jedes Mal bin ich irgendwo falsch abgebogen. Das liegt zum einem an diesem Chaos an Gängen und Korridoren, zum anderen aber auch daran, dass sich jedes Mal etwas geändert hat; neue Bahnlinien kamen hinzu, Ausgänge wurden verlegt. Seit 2013 ist es besonders schlimm. Der ganze Bahnhof wurde nach und nach im vollen Betrieb (!) umgestaltet. Teile des Tokyu Department Store wurde abgerissen. Nicht einfach, wenn einzelne Bahnlinien in diesem Gebäude enden.

Verlegung der Toyoko-Linie in den Keller

Im Zuge des Umbaus wurde die Toyoko-Linie verlegt. Sie endete 2013 überirdisch (2F) in Shinjuku. Am 16.03.2013 wurde sie auf die unterirdische Ebene B5F verlegt und mit der Fukutoshin-Linie verbunden.

Der Schwenk der Streckenführung erfolgte im laufenden Betrieb, innerhalb von nur 4 Stunden zwischen den letzten Nachtzug und dem ersten Morgenzug. Es war eine perfekte Choreographie von 1200 Bauarbeitern.

Alles war vorbereitet. Zwischen letzten und ersten Zug, wurde ein Gleissegment entfernt, das Segment davor von Hydraulikpressen nach unten gedrückt. Es wurde das fehlende Segment zur bereits bis hier gebauten neuen Streckenführung eingefügt. Alles wurde getestet (inklusive Testzug) und der erste Zug fuhr pünktlich auf die neue Strecke.

Verlegung der Ginza-Linie um 50m

Anfang 2020 wurde die Ginza-Linie verschoben. Wie bereits erwähnt endet sich überirdisch. Kurz vor dem Bahnhof quert sie eine Hauptverkehrsstraße.

Für die Ginza-Linie wurde ein komplett neuer Bahnsteig gebaut, der 50m neben dem alten liegt. Im Rahmen einer Großaktion wurde die Brücke über die Straße verschoben. [Ich hatte darüber berichtet.] Dafür wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Ginza-Linie, die übrigens seit über 100 Jahren existiert, der Betrieb für mehr als zwei Tage für Bauarbeiten unterbrochen. Für japanische Verhältnisse ist das heftig. Und es zeigt, wie enorm die Umbaumaßnahme war.

Und ich muss schob wieder die Korridore neu lernen. Die Ginza-Linie ist meine Linie nach Shibuya, da ich nicht umsteigen muss.


Ausgang A8

Alle Ausgänge wurden umbenannt. Es gibt jetzt endlich ein System: A-Ausgänge führen zur berühmten Kreuzung, Center-Gai und der Hachiko-Statue. B und C sind die neuen Hochhäuser. D ist ein Gebiet, dass sich noch im Umbau befindet. Leider heißt dies auch, dass ich alles neu lernen muss und dass alle Reiseführer, die vor 2020 gedruckt wurden, jetzt falsch sind,

Ausgang A8 ist übrigens der Ausgang, der zur Hachiko-Statue führt. Hachi ist das japanische Wort für 8. Ist das cool, oder nicht?

Die Hachiko-Statue ist übrigens eine Statue von einem Hund. Dieser hat sein Herrchen immer morgens zum Bahnhof begleitet und abends auf ihn gewartet, wenn er  von der Arbeit zurück kam. Hachiko war ein Akita-Inu und der 8. Hund aus dem Wurf, daher der Name. Am 21.05.1925 starb sein Herrchen Hidesaburo Ueno auf der Arbeit und kehrte nicht mehr zum wartenden Hachiko zurück. Die nächsten 10 Jahre kehrte der Hund immer wieder zum Bahnhof zurück und wartete. Hachiko starb am 8. März 1935. Sein Fell wurde präpariert und ist jetzt im National Museum of Science in Ueno ausgestellt. Der Rest von Hachiko wurde eingeäschert und neben seinem Herrchen auf dem Aoyama Friedhof beigesetzt.

weitere geplante Umbauten

Die Umgestaltung von Shibuya Sation und die Region um den Bahnhof herum ist noch nicht abgeschlossen.Es wird also weiter dabei bleiben, dass ich verwirrt bin, wenn ich Shibuya besuche: Das Areal im Südwesten (D-Ausgänge) ist derzeit im vollem Umbau. Am Bahnhof selbst soll der Saikyo-Bahnsteig mit dem Yamanote-Bahnsteigs zusammengelegt werden.

[Stand: 22.02.2020]

Da hat es doch mein favorisiertes Sushi-Restaurant ins Fernsehen geschafft … Sushi & Ramen Pirates, Koblenz …

Ich kann das Video (4 min) leider nicht direkt verlinken, ihr müsst den Links folgen. Das Video ist aktuell verfügbar auf der SWR-Seite und in der ARD Mediathek:

www.swrfernsehen.de/landesschau-rp/Vom-Land-des-Laechelns-an-den-Rhein-Singender-Sushi-Koch-in-Koblenz,av-o1192237-100.html

https://www.ardmediathek.de/swr/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExOTIyMzc/

(Beide Seiten benutzen Scripte vom akakmaihd.net-Server und den eigenen Servern. Die Cookies kann man problemlos blocken. Irgendwelche Tracker habe ich auf den ersten Blick nicht entdeckt.)


Und hier kurz die wichtigsten Gründe für das Sushi & Ramen Pirates:

  • Es ist das einzige, mir bekannte japanische Restaurant in Koblenz, in dem auch ein Japaner, namentlich Gaku Sumida, arbeitet.

Nichts gegen die Koreaner und Vietnamesen in den anderen Sushiläden in Koblenz, aber wenn ich zum Italiener gehe, erwarte ich einen Italiener und keinen Griechen hinterm Tresen. Und wenn ich gezielt zu einem Koreaner gehe, will ich etwas koreanisches Essen. Nennt mich engstirnig oder voreingenommen, mir egal.

Leider ist mein japanisch immer noch nicht gut genug, um den ganzen Abend dort auf Japanisch zu bewältigen.


Quizfrage: Welches Ramen ist von Gaku ?


  • Es ist kein Restaurant im deutschen Sinn … Ich merke gerade, ich muss etwas ausholen …

Als ich zum ersten Mal (2015) im Sushi Pirates war, da sah es noch aus wie eine altbackene deutsche Kneipe: ein dominanter Tresen, gefliester Fußboden, einfache Möblierung; ein bisschen so wie das Sportheim, in das mein Opa immer für den Frühschoppen gegangen ist.

Mein erster Gedanke war: „Aha … O…K…“ Mein zweiter Gedanke ein paar Minuten später war: „Irgendwie japanisch, gefällt mir“. In Deutschland wirken asiatische Restaurants, nein eigentlich alle Restaurants mit ausländischer Küche, entweder durchgestylt oder ersaufen in Klischees. Kein Grieche ohne Weinlaub, keine Chinaladen ohne diese Winkekatze Manekineko (die übrigens aus Japan kommt) oder alles ist hipsteroptimiert. Das Pirates hat nicht einmal den Versuch unternommen. Und das erinnerte mich an diese viele kleinen Izakaya aus Tokyo und Osaka. Man sitzt dort hinter einer Plastikplane unter einem Treppenaufgang oder auf umgedrehten Getränkekästen. Alles wirkt so improvisiert und unfertig. Die Atmosphäre entsteht durch die Gäste. Der Wirt gibt nur die Bühne, die Gäste sorgen für die Performance. — Ein zweiter Laden der ähnlich ist, wäre das Daruma in Hamburg. Man kann aber beide Läden trotzdem nicht miteinander vergleichen.

Mittlerweile sind die Räume etwas japanisiert. Die eine Wand ist in ein dunkles rot getaucht. Der holzfarbene Biertresen ist mit erstaunlich einfachen Mitteln optisch verdeckt worden. Es ist aber nichts übertrieben. Von mir aus kann alles so bleiben … naja, der absolute Kracher wäre eine Tatamiecke ganz hinten im Laden.


Quizfrage: Welches Sushi ist von Gaku?


  • Im Hintergrund läuft klassische Musik und kein pseudo-japanisches Gedudel … Aber: Wir sollten mal die CD wechseln *grins*

Der Hintergrund wird durch die Reportage klar: Gaku ist Opernsänger. Das war für ihn der Grund nach Deutschland zu kommen. Das Sushirestaurant war also eher sein Plan B. Und ich bin ja so dankbar für Plan B (ich bin kein Opern-Fan).

Und das gab es auch schon: Man kommt am Samstag zum Pirates und dort hängt ein Schild: Heute geschlossen. Gaku bekommt immer wieder mal die Chance eine kleine Rolle zu Singen; zuletzt an der Oper in Frankfurt in Don Carlo.  Dann ist Gaku wieder bei seinem Plan A und ich muss für das Abendessen meinen Plan B suchen.

    • Und natürlich der wichtigste Punkt: Das Essen.

2015 gab es nur Sushi und ein paar leckere Snacks wie Edameme, Yakitori und Gyoza. Dann irgendwann kam Ramen dazu; nicht nur Miso Ramen und Shoyu Ramen sondern auch mein Favorit: Tonkotsu Ramen. Der zeitliche Aufwand, um die Brühe herzustellen ist enorm.

Ramen und Sushi sind so dicht am Original, dass ich schon gar nicht mehr nach Düsseldorf fahre. — Nichts gegen die Läden in Düsseldorf, aber seitdem Ramen zum Wellness-Hype erhoben wurde, finde ich dort die merkwüridgsten Zutaten in der Schüssel. Was hat Brokkoli in einem Ramen verloren? — Nicht so bei Gaku. Hier ist alles klassisch.

Gleiches gilt für Sushi. Ja es gibt diese leckeren Kreationen in Düsseldorf und Frankfurt. Und ja, ich mag auch die. Aber bei Gaku kriegt man die Klassiker. Und es steht und fällt mit dem Reis.


Quizfrage: Welcher „Snack“ ist von Gaku?


Wichtig: Wer nicht reserviert (und vorbestellt), kann unter Umständen etwas länger warten. Gaku arbeitet in der Küche alleine. Sein Laden lebt von Stammkunden, die zur Abholung bestellen. Wenn man — so wie ich in der Regel — einfach so vorbei kommt, muss Gaku die Bestellung irgendwo dazwischen quetschen. Mich stört das nicht, da ich ja das Ergebnis des Wartens kenne.

Aber ich saß auch schon mal über eine Stunde. Gaku ist fair. Er sagt einem gleich beim Hereinkommen, wie ausgelastet er ist und man hat die Wahl. Ich warte gerne. Ich habe allerdings schon Gäste erlebt, die anfingen rumzumeckern. Frei nach dem Motto: ich will auswärts essen, aber um 20:15 beginnt DSDS. Ich hingegen komme gegen 19 Uhr und gehe so gegen 22 Uhr.


Würde ich was ändern wollen? Ja, drei Dinge:

  • eine kleine Tatamiecke
  • Hakata Ramen mit auf die Karte (Zutaten sind schon alle da)
  • eine größere Sake-Auswahl