Bereits im März gab es die ersten Shitorituale für den neuen Kaiser. Am 1. Mai wechselte Japan offiziell in die Reiwa-Äre. Für Oktober war die Parade geplant, die wegen der Taifunschäden auf den 9, November veschoben wurde. Das Protokoll der Thronübergabe ist aber noch lange nicht zu Ende.

Offer to the gods: Emperor to stage key Daijosai rite from Nov. 14
The Asahi Shimbun


www.asahi.com/ajw/articles/AJ201911140062.html

Heute, am 14. November, nun folgte das Daijosai. Im Rahmen des Rituals opferte der Kaiser frisch geernteten Reis an diverse Götter und seine Vorfahren. Das Ritual ist im Prinzip mit dem Erntedankfest der christlichen Kirche vergleichbar.

Als letzte Station in dieser monatelangen Thronübergabe wird es am 16. und 18. November ein Bankett geben, das Daikyo-no-Gi.

By the way … Für all die Shintorituale wurde extra ein Schrein auf dem Gelände des Kaiserpalastes gebaut und wird nach Abschluss wieder demontiert. Die Anlage umfasst über 30 Gebäude, mit Yukiden und Sukiden als Haupthallen. Das Rutial in der Osthalle (Yukiden) wird heute um 18:30 Uhr stattfinden, das Ritual in der Westhalle (Sukiden) spät in der Nacht um 0:30 Uhr (vorausgesetzt, die Japaner haben die Zeitangabe 12:30 a.m. richtig benutzt).

Für alle die in Japan sind: Die Daijosai-Hallen sind vom 21.11. bis zum 08.12. für die Öffentlichkeit zugänglich.

Heute fand endlich die kaiserliche Parade statt. Sie war im Prinzip mit ein Grund, warum ich im April nach Japan geflogen bin. Ich dachte, dass die Parade am 2. Mai stattfindet.  Dann war sie aber für Mitte Oktober avisiert und ich war auch schon am Suchen nach günstigen Flügen. Gefunden habe ich keinen, also bin ich in Deutschland geblieben. War auch gut so, denn die Parade fiel wegen der Zerstörungen durch Taifun 19 aus.

Der neue Termin heute war wieder auch meier Liste. Ich habe sogar ab Montag Urlaub. Nur Flüge waren wieder keine zu finden; jedenfalls keine unter 1000€. Und nur um kurz den Kaiser zu sehen, wenn man überhaupt einen Platz findet …

Und so blieben mit nur die Nachrichten, die man übers Internet bekommt.

Radiant imperial couple shine in enthronement parade in Tokyo
The Asahi Shimbun


www.asahi.com/ajw/articles/AJ201911100047.html

Den Nachrichten nach gab es auch Kaiserwetter. Die Parade startete um 15 Uhr am Kaiserpalast. Mit etwa 10km/h ging es die 4.6km zur Kaiserresidenz in Akasaka. Die Parade bestand aus knapp 50 Fahrzeugen. Um die Parade herum gab es mehrere Festivitäten.

Naruhito thanks public for celebrating his enthronement
The Asahi Shimbun

www.asahi.com/ajw/articles/AJ201911100023.html

https://the-japan-news.com/news/article/0006148803

Die Parade (Shukuga-Onretsu-no-Gi) ist sogar ist Teil der Aufgaben des Sokugi-no-rei in der Verfassung festgelegt.

Der Sicherheitsaufwand war riesig: 26.000 zusätzliche Polizisten waren im Einsatz. Die Paradestrecke und benachbartes Straßen  waren von 7 Uhr bis 16:30 Uhr abgeriegelt. Ich vermute das Verkehrschaos war entsprechend. Es gab Taschenkontrolle. Verboten wra so ziemlich alles, einschließlich Dosen, Flaschen, Stative und Selfiesticks. Es wurden sogar spezielle Viewing Areas eingerichtet, für die es weitere Regeln gab: Jubeln war erlaubt, aber keine Rufe oder Parolen. Anwohner durften nicht aus dem Fenster schauen oder Fotografieren. Viele Ausgänge der U-Bahn-Linien wurden geschlossen und Schließfächer gesperrt.

Und ein ähnlicher Aufwand wird auch am 14./15. November wiederholt, wenn die Daijosai-Zeremonie stattfindet.

https://the-japan-news.com/news/article/0006145924…

Heute ist die Burg Shuri-jo auf Okinawa abgebrannt. Damit verliert das Inselreich (ich ich meine hier Ryukyu und nicht Japan) nicht nur die wichtigste touristische Attraktion. Shuri-jo war das politische und kulturelle Zentrum des Ryuukuu-Reiches. Es wurde zuletzt in WWII von den Amerikanern zerstört und danach über jahrzehnte wieder aufgebaut (Fertigstellung 1992).

沖縄戦で焼失、そしてまた…
琉球の象徴、首里城の歩み 動画:朝日新聞デジタル
Quelle: Asahi Shimbun


www.asahi.com/video/articles/ASMB06SVYMB0UEHF01R.html?iref=comtop_video_02

Die Burg war der Inbegriff der Okinawakultur und -geschichte, einschließlich der Annexion durch das japanische Reich. Wenn man einen vergleich ziehen möchte, der natürlich immer hinkt, dann ist der Verlust von Shuri-jo gleichzusetzen mit dem Verlust von Notre-Dame.

Besonders ärgerlich in diesem Kontext ist ,dass man sich entschied die alten Baupläne und traditionelle Baumethoden zu benutzen, um die Burg zu restaurieren/rekonstruieren. Alles war authentisch und damit aus Holz. Damit ist der Schaden jetzt auch so groß.

首里城で火災 正殿、北殿、南殿など6棟が焼失 動画:朝日新聞デジタル
Quelle: Asahi Shimbun


沖縄県警によると、31日午前2時50分ごろ、那覇市の首里城で「正殿で火災が起きている。黒煙が上がっている」と消防から110番通報があった。
www.asahi.com/video/articles/ASMB01BRBMBZTIPE03N.html?iref=video_ranking_rank1

Sollte man bei einem erneuten Wiederaufbau auf Stahl und Beton setzen? Soll man das Design verändern und Brandschutzmauern einbauen? Wie weit wird man jetzt die Tradition über Bord werfen? Und mit welchem Hintergrund? Um das Wahrzeichen von Okinawa sicher zu machen oder um eine Touristenattraktion (Geldquelle) sicher zu machen?


[Nachtrag 02.11.2019] Über 1500 Artefakte (Dokumente, Bilder, Keramiken, …) aus der Zeit des Ryuukuu-Reiches (1429-1876) waren in dem Schloss. Der Status zu den meisten Stücdken unklar. Allerdings scheinen mindestens 240 zerstört worden zu sein.

 http://www.asahi.com/ajw/articles/AJ201911020024.html
http://www.asahi.com/ajw/articles/AJ201911020014.html

Die Brandursache ist immer noch unnklar. Der Feueralarm wurde um 02:40 Uhr, etwa 50 Minuten nach dem letzten Rundgang der Wache, ausgelöst. Das Feuer startete vermutlich in der Seiden (Haupthalle) und breitete sich dann zum Nanden, Bandokoro, Shoin, Saunoma, Kugani-Udun und Nike-Udun bis hin zum Hoshimon aus.

Im Seiden wurden am Tag vor dem Feuer Bauarbeiten durchgeführt, um eine Bühne für das Shuri-jo-Festival zu errichten. Die Arbeiten wurden gegen 01:05 Uhr am 31.10. für die Nacht beendet.

Um 2:34 Uhr gab es dann einen Alarm beim Wachdienst,. Parallel entdeckt ein Wachmann, dass das Seiden komplett mit Rauch gefüllt war. Er war noch auf dem Wag zum Wachgebäude, um einen Feuerlöscher zu holen, als der große Feueralarm um 2:40 Uhr auslöste. Löschversuche der Wache waren erfolglos, da sie nicht mehr zum Brandherd vordringen konnten.

Fire alarm went off 50 minutes after guard finished rounds:The Asahi Shimbun

NAHA — A sensor sounded an alert about 50 minutes after a security guard made rounds inside Shuri-jo
www.asahi.com/ajw/articles/AJ201911020018.html

Heute (26.10.) gab es die Meldung, dass die Seilbahn in Hakone wieder in Betrieb genommen wurde. Sie war seit 19 Mai wegen erhöhter Vulkangasaktivität gesperrt worden, und somit der gesamte Zugang zum Owakudani.

Die Station Owakundani und die Wanderwege in das Vulkanfeld sind weiterhin geschlossen. Man kann den Krater aber endlich wieder zumindest aus der Luft sehen.

Volcanic smoke, fall leaves seen as Hakone Ropeway resumes service
[Quelle: Asahi Shimbun]

Volcanic smoke, fall leaves seen as Hakone Ropeway resumes service:The Asahi Shimbun

www.asahi.com/ajw/articles/AJ201910260038.html

Die Sache hat nur einen Haken. Die Hakone Tozan Bahnlinie, die sich von Yumoto-Hakone hinauf nach X schlängelt ist seit Tafun 19 vor zwei Wochen zerstört. Die Reparatur wird Monate dauern.

Die einzige Chance ist derzeit ein Auto/Taxi nach Gora oder man reist zunächst nach Moto-Hakone, fährt mit den Ausflugsbooten über den Lake Ashi nach Togendai und fährt von dort mit der Seilbahn.

Typhoon deals blow to autumn tourism in Hakone
[Quelle: Asahi Shimbun]

Typhoon deals blow to autumn tourism in Hakone, Nikko:The Asahi Shimbun

www.asahi.com/ajw/articles/AJ201910160076.html

Eine sinnvolle Rundreise ist nicht möglich. Man muss mehr oder weniger den gleichem Weg wieder zurück. Wer warten kann, sollte warten, bis die Bahnlinie repariert ist. — Wer sich selber quälen will: Hier sind die Links zu meinen Besuchen in Hakone (natürlich mit Bildern aus dem Owakudani; außer 2004, die Bilder sind immer noch auf Diafilm).

2014: Hakone Reloaded
2008: Hakone und ein Tetrapack
2004: Hakone / Yokohama (ohne Bilder)

Heute war der Tag der Inthronisation in Japan. Tokyo wurde zur Hochsicherheitszone. Alle wichtigen Expressways im Westen waren dicht und rund um die Kaiserpalast wurden auch die „normalen“ Straßen geschlossen.

Im Kaiserpalast lebte dafür das alte Japan wieder auf. Die Bilder wirken wie aus einer anderen Zeit:

Enthronement ceremony marks Naruhito’s ascension:The Asahi Shimbun

www.asahi.com/ajw/articles/photo/AS20191022001999.html

Ich war nicht in Tokyo. Ich hatte zwischendurch überlegt, weil auch eine Wagenparade geplant war. Aber in die Nähe des Palastes wäre man eh nicht gekommen. Teilnehmen durften weniger als 100 VIP-Gäste.

www.asahi.com/articles/ASMBQ4SYWMBQUTFK00G.html?iref=comtop_8_01

Einzig ärgerlich war wohl der Regen, weshalb einige Schritte agbekürzt wurden. Auch die Wagenaparade ist abgesagt, besser verschoben auf das zweite Novemberwochenende. Das ist insoweit ärgerlich, dass ich dann Urlaub habe und jetzt natürlich schon wieder am Überlegen bin.

www.asahi.com/articles/ASMBP4GFTMBPUEHF006.html?iref=comtop_8_02

www.asahi.com/articles/photo/AS20191022001027.html

www.asahi.com/articles/photo/AS20191022001409.html