Jahr ohne Japan .. (10) RügenFur

So wie es aussieht fällt die Japanreise 2022 aus. Die Grenzen sind für Touristen wie mich weiterhin geschlossen. Bleibt mir nur, dieses Jahr mit anderen coolen Dingen zu füllen. 12 Monate – 12 Ideen.

RügenFurCon 2022

Nach der großen Eurofurance vor ein paar Wochen folgt nun eine kleine, kuschelige FurCon auf Rügen. Veranstaltungsort ist das Kurhotel in Binz, fast direkt an der Seebrücke. Das verspricht ein erholsames Wochenende zu werden: Restsommer, Strand, Furs.

Fursuiting und Kuchenbacken

Heute gönne ich mir mal ein Frühstück: Bacon and Eggs, dazu frisches Obst mit Joghurt und dazu eine Menge Kaffee. Diese Kombination habe mir im Ostseehotel Lütjenburg angewöhnt.

Ein Teil der Furs fährt heute mit dem Zug nach XXX. Das gibt mir genug Zeit, den Tag zu genießen und ein wenig durch Binz zu schlendern. Hier kann man echt Urlaub machen. Und ein paar Suiter sind noch da und sorgen für Fotomotive und Unterhaltungen mit dem „normalen“ Publikum. Wir schrecken sogar eine „Karen“ auf, die unsere „Erlaubnis“ sehen will.

Am Nachmittag startet dann das Kuchenbacken an der Promenade. Erst konnte ich mir nichts darunter vorstellen. Als ich es kapierte, machte ich mir Sorgen um Fell in den Keksen und Teig im Fell. Und ich glaube es sieht leichter aus als es ist: eingschränkte Sicht, ernorme Hitze durch den Suit, Paws und diese zusätzlich in Plastiktüten.

FurGames

Danach ist Zeit für FurGames. Mikado, Jenga und Legosteine; all das ist gar nicht so einfach im Suit. Krallen und Nase können aber auch gute Hilfsmittel sein. Man, ich wünsche mir echt einen Suit, damit ich bei dem Spaß mitmachen kann.

Flashmob und Lightshow

Gegen Abend ist noch ein Flashmob mit einer Jugendgruppe geplant. Die Tanzschritte wurden gestern ausgiebig geübt.

Gegen Abend gibt es noch einen kleinen Furwalk durch Binz. Ein letztes Mal verwirren wir das Urlaubsvolk. Viele denken, dass wir ein Art Demo für Tierrechte oder Umweltschutz oder sowas sind. Die Erklärung, dass wir das einfach nur so machen, können viele nicht begreifen.

Und im Anschluss noch eine kleine Lightshow. … Ich muss aber zugeben, dass ich etwas mehr erwartet habe. Vermutlich bin ich verwöhnt. Immerhin hat die Eurofurance mehr Mitarbeiter als diese Convention hier Teilnehmer hat.

Fürs Abendessen zieht es mich zum Mexikaner und anschließend auf einen Boulevardier in eine Cocktailbar. Ja, das ist Urlaub. Auf der Convention ist wenig los. Das lässt wir Zeit um durch die Art-Lounge und die Dealers Den zu schlendern. Mein Blick fällt auf die Dinge, die man kaufen könnte. Und dann ist da dieser Husky-Partial. Die Verkäuferin merkt, wie ich um ihn herumschleiche.

Jetzt habe ich ein Problem. Eigentlich will ich Yukon als Fullsuit, aber da ist das Design noch immer nicht final und eine Bestellung kollidiert mit meiner USA-Reise. Dieser Fluff hier wäre sofort verfügbar. Ich weiß nicht. Ich will zuschlagen, aber es ist schon eine enorme Investition. Wir einigen uns darauf, dass ich eine Nacht drüber schlafen muss.

Es ist noch früh in der Nacht (auf der EF 26 ging es jetzt erst richtig los), aber das hier ist die RügenFurCon. Alles ist einen Gang herunter geschaltet und gemütlicher. Man trifft sie für einen Absacker an der Bar und geht dann ins Bett (wer in welches kann an der Bar noch verhandelt werden). Egal. Ich schweife ab. Der Vorteil: Es bleibt ausreichend Zeit, das Zimmer zu genießen.

Alles in allem war dies ein gelungener Tag. 

Eine Bootsfahrt nach Sassnitz

Auch der zweite Tag beginnt mit Frühstück. Jedoch muss ich mich beeilen, heute ist der Tagesausflug mit dem Schiff nach Sassnitz. Ich bin gespannt wie viele im Fursuit teilnehmen werden.

Es kommt, wie es kommen musste. Auf der Seebrücke, auf dem Schiff, überall verwirrte Gesichter, denn es sind sehr viele Fursuiter dabei. Ich würde behaupten, dass fast alle da sind. Das Schiff legt ab und los geht die Reise.

In Sassnitz angekommen legt das Schiff an. Die nächsten Gäste warten bereits am Kai. Und da sind sie dann wieder, die verwirrten Gesichter, als ein Furry nach dem anderen das Schiff verlässt.

Der erste Punkt auf der Agenda ist ein Fotoshooting auf der Fußgängerbrücke.

Anschließend geht es quer durch den Sassnitzer Hafen. Ziel ist eine Eisdiele auf der anderen Seite. Ein idealer Spot für weitere Fotos und für Erfrischungen für unsere Suiter. Was für ein entspannter Tag. Natürlich geht es irgendwann zurück zum Fähranleger. Es folgt die Rückreise, bei der nicht mehr alle so fit ausschauen. Mag es daran liegen, dass sie jetzt über 2 Stunden im Fursuit unterwegs waren, oder am Wellengang, der deutlich zugenommen.

Abschlussparty

Der Tag endet wieder im Kurhotel mit einer kleine Party im Ballsaal. Hier werden zunächst einige Dinge versteigert. Ein Großteil der Einnahmen gehen in den Spendentopf für ein Hospiz. Meine Gedanken sind derweilen jedoch anderweitig beschäftigt. Über mir auf der Gallerie, im Dealers Den, liegt immer noch dieser Partial …

Während nach Auktionsende nun der DJ übernimmt, schleiche ich wieder nach oben und um den Partial herum. Jetzt doch noch mal anprobieren. Er passt. Und es fühlt sich richtig an. Das Geld wird mir definitiv in der USA-Kriegskasse fehlen, aber egal: ICH SCHLAGE ZU.

Ab jetzt bin ich Fursuiter. Und ich habe auch schon ein paar Ideen für ein Outfit. Und ich muss einen Namen finden. Die erste Idee ist Yojimbo. Das sollen jedoch Baustellen für einen anderen Tag werden. Jetzt ist erst einmal Party angesagt.

Da die Party nicht so recht in Gang kommen will (ich vermute der Tag war für manche zu anstrengend), sammelt sich ein kleine Gruppe an der Bar. Morgen ist auch noch ein Tag … der Abreisetag.

Nach den obligatorischen Frühstück folgt das offizielle Abschlussfoto vor den Kurhotel. Und ich bin drauf, im Fursuit.

Jahr ohne Japan .. (9) German Navy Holiday Trip

So wie es aussieht fällt die Japanreise 2022 aus. Die Grenzen sind für Touristen wie mich weiterhin geschlossen. Bleibt mir nur, dieses Jahr mit anderen coolen Dingen zu füllen. 12 Monate – 12 Ideen.

German Navy Holiday Trip

Meine Japanreisen werden durch meinen Job finanziert. Ich bin Ingenieur für Laserphysik und für Maschinenbau. Derzeit bin ich im Projektteam, das eine Laserwaffe für die deutsche Marine entwickelt. Vor ein paar Wochen ging unser erfolgreicher Systemtest durch die Medien. 1

So eine Systementwicklung ist immer auch mit Testkampagnen verbunden. In meinem Fall hieß dies: Segelurlaub fällt aus, dafür mehrere, mehrwöchige „Kreuzfahrten“ mit Wochenendarbeit auf einem grauem Schiff ohne Kussmund (und ohen Fenster). Auch das Party- und Freizeitangebot war begrenzt; dafür aber viel Kameradschaft, Teamwork und prägenden Erfahrungen … Safeguard, ohne Scheiß.

Einrüstung

Nach nunmehr vier Jahren im Projektteam (zu Anfang war nur ich das Projektteam) war es nun soweit. Im Juni wurde das Demonstratorsystem nach Kiel gefahren und dort auf der Fregatte eingerüstet. Die Hauptaufgabe war es, den Container an Deck zu verbringen. Am Besten beschreibt es der Begriff „tonnenschwere Millimeterarbeit“. Der Container musste so exakt vom Kran auf dem schwimmenden Schiff abgesetzt werden, dass man ihn anschließend mit Schrauben befestigen kann.

Einrüstung des LWD im Juni 2006; tonnenschwere Millimeterarbeit

Ich muss gestehen, als der Container dann am Ende des Tages auf dem Deck stand, war das schon besonders. Es war das erste sichtbare Ergebnis von vier Jahren Arbeit, da bis dahin nur auf dem Papier existierte.

Erste Erprobungsfahrt

Die erste Fahrt führte von Kiel nach Eckernförde; nicht weit, aber es war der erste Test für das System: Fällt vor der Ansteuerungstonne Kiel schon die erste Schraube wegen der Vibrationen der Antriebsdiesel raus, oder funktioniert alles wie geplant und berechnet? Ich kann  verkünden Letzteres. In Eckernförder angekommen lief das System wie geschnitten Brot.

Auslaufen zur ersten Testfahrt im Juni 2006

Bei der ersten zweiwoöchen Testfahrt war ich nicht dabei. Ich bin von Bord, habe noch ein paar Tage auf der Kieler Woche genossen und bin dann zurück nach Koblenz.

Die Testkampagnen

In 2022 folgten noch drei weitere Testkampagnen, die mich immer wieder in den Norden beförderten. Ich kann ehrlich sagen, dass mir die A1 so langsam auf den Sack geht. Aber ich will mich nicht beschweren. Nach langer Zeit war ich über Mittsommer wieder im Norden, das Wetter war bombig und es blieb Zeit für Kieler Woche, Travemünder Woche und das Duckstein Festival. Und … Obwohl nicht von mir geplant, konnte ich die Testkampagnen mit der Eurofurance, der RügenFurcon und dem Mera Luna verbinden.Was natürlich auch heißt, dass ich von Juni bis November eigentlich nur zum Wäschewaschen in Koblenz war.

Bilder von den Erprobungskampagnen; das Ziel: Löcher in Zeug

Die Erprobung hat viele Eindrücke in meine Gehirn geschrieben. Wir haben große Drohnen mit Katapulten gestartet. Es wurden Mörser geschossen. Und wir haben Löcher gemacht. Viele Löcher. In einem Abstand von gut 1km. Versucht mal, einen Laserpointer so exakt auszurichten, dass er in 1 km Entfernung die linke Hälfte eines 1-Euro-Stückes trifft. Und dann verschiebt ihr den Laserpunkt auf die rechte Hälfte. Das ist nicht so einfach, denn bei der Aktion fuhr das Schiff. Und … Das war nur der Anfang. Das hier ist ein Demonstrator. Wir wollen noch präziser werden. Noch kleinere Münzen in noch größerer Entfernung. Hach, ich liebe es, Ingenieur zu sein.

Zaungast

Die Kampagnen waren aber nicht nur Lasertests. Die Fregatte hat schließlich noch andere Aufgaben, die trainiert werden müssen. Und als Teil der Besatzung war man Mittendrin statt nur dabei.

Erprobung an Bord heißt auch Teilnahme an Übungen

Es hat schon was, wenn Tornados in nur wenigen Metern Abstand und Höhe an einem vorbeiballern. Ich bitte die etwas unscharfen Aufnahmen zu entschuldigen. Aber bei den Geschwindigkeiten kämpft man mit ISO-Wert und Belichtungszeit um jedes Photon. Das Foto mit Tornado und Korvette war nicht geplant, sonst hätte ich die Kamera tiefer gehalten. Trotzdem ist cool, dass der Schatten vom Tornade auf der Schiffswand zu sehen ist. Und eine Schiffsbrandbekämpfungsübung (schönes Wort) darf natürlich nicht fehlen.

Seefahrt

Und wenn dann mal etwas Freitzeit war (Feierabend gibt es nicht) konnte man Ostsee und Sommer genießen. Das Schönste waren definitiv die Nachtfahrten, von denen ich keine Fotos habe. Wann immer ich konnte war ich auf der Brücke. Stockdunkle Nacht und nur die Leuchtfeuer als Orientierung.

Ja zugegeben, heute haben Schiffe einen Kartenplotter, GPS und Radar. Mein Ansatz ist aber Old School. Und so stehe ich immer wieder auf der Nock und peile, zähle die Muster und Zyklen der Leuchtfeuer. Ich kann es noch. Nur das Schätzen von Entfernungen zu anderen Schiffen, das kann ich immer noch nicht.

Fazit: Auch wenn es beruflich war, war es richtig schön wieder am und auf dem Wasser gewesen zu sein. Das Wetter hat auch mitgespielt. Und nach zwei Jahren Corona-Einschränkungen wirkte alles doppelt so schön.


 

Jahr ohne Japan .. (8) Eurofurance

So wie es aussieht fällt die Japanreise 2022 aus. Die Grenzen sind für Touristen wie mich weiterhin geschlossen. Bleibt mir nur, dieses Jahr mit anderen coolen Dingen zu füllen. 12 Monate – 12 Ideen.

<< Die Bilder werden noch einmal überarbeitet >>

Eurofurance

Nach den beiden Conventionens letztes Jahr (Furry Black Light und Flüüfff), die beide um die 400 bis 500 Teilnehmer hatten, starte ich dieses Jahr durch. Die Eurofurance ist mit 3500 Teilnehmern die größte Furry Convention in Europa. Go big or go home.

Anders als andere Einträge, werde ich dieses Mal nicht chronologisch berichten. Dafür passieren zu viele Dinge gleichzeichtig. Dieser Bericht wird eine ToDo-Liste.

Den Tag genießen
Gruppenfotos

Eigentlich jede Furrygruppe, die K9, Katzen, Vögel, Sergals, … haben ihre eigenen Treffen und Gruppenfotos. Auf einer großen Convention wie der EF gibt es auch Ländertreffen.

Inflatables

Keine Ahnung wie das passiert ist, aber auf der Convention gibt es einen Raum mit riesigen aufblasbaren Tieren. Und so auch hier auf der EF.

Panels und Meetings

Natürlich gibt es auch Vorträge zu verschiedenen Themen. Hier habe ich keine guten Fotos. Panels sind aber auch dazu da, das Eis zu brechen. Sei es das berühmte Wine-and-Cheese-Meeting oder das International-Sweets-Meeting. Natürlich gibt es auch eine Bereich für die Kreativen, einen riesigen Raum für Brettspiele.

Die EF ist natürlich auch eine Gelegenheit, sich mit Fleichgesinnten Furries zu treffen. Denn auch bei Furries gibt es verschiedene Interessen und Schwerpunkte. Und ja, es gibt eine große Liste an NSFW-Themen. Und nein, die zeige ich hier nicht. Achtung: Auf einem der Fotos ist ein „Imposter“.

Dance Party

Diese gab es jeden Abend in der Haupthalle.

Puppet Theatre – The Signal

Für mich ein Highlight war das Puppentheater. Das Stück „The Signal“ war ganz auf meiner Linie. Ich habe mir alles angeschaut, weil ich wirklich wissen wollte, wie es ausgeht. Und ich will mehr über diese Welt erfahren, die hier vorgestellt wurde.

Posing

Auch das gehört dazu. Wenn man schon 4-stellige Summen und etlichen Stunden Arbeit in einem Suit investiert, dann es gutes Recht, diesen in Szene zu setzen. Hinter jedem Suit steckt nicht nicht ein ambitionerter Fursuiter, sondern jeder Suit hat einen komplett ausgearbeiteten Charakter.

Special Mentioning

Hier noch vier Personen, die ich hervorheben will: der Kamerafuchs, die jüngste Teilnehmerin und gleichzeitig Fursuiterin auf dieser Convention, sowie Uncle Kage und Chen von der Anthrocon.

 

Jahr ohne Japan .. (7) M’era Luna

So wie es aussieht fällt die Japanreise 2022 aus. Die Grenzen sind für Touristen wie mich weiterhin geschlossen. Bleibt mir nur, dieses Jahr mit anderen coolen Dingen zu füllen. 12 Monate – 12 Ideen.

Anreise

Das WGT fiel mit Rotterdam zusammen. Das Amphi mit dem Geburtstag meiner Oma. Zum Glück bleibt mir das M’era Luna. Die Anreise beginnt am Freitag nach der Arbeit. Die kürzeste Strecke ist über die lange Meile (Limburg-Wetzlar) und Marburg. Und dann vergaß ich die RIESIGE Baustelle auf der A7. Nach 30km habe ich nicht mehr aufs Tacho geschaut.

Das Hotel Gödecke ist erreicht. Ja es liegt 15km vom Festivalgelände entfernt, aber ich weiß was ich habe. Mit meinem Ticket hätte ich sogar das Recht zu zelten. Ich werde das wohl beim nächsten Mal nutzen, um Klamotten und Gertränke zu bunkern. Das mir die Idee nicht früher gekommen ist. — Zurück zum Hotel. Es ist einfach, aber alles ist an seinem Platz und sauber, und das Frühstück ist inklusive. Ich ich wette, dass alle anderen Gäste auch zum M’era fahren.

Abendessen war im Lokschuppen geplant, aber der hat Somerpause. Also geht es weiter zum Flughafen; mit einem Stopp beim Griechen. Leider komme ich auf die unglaublich dumme Idee, zum Haupteingang zu laufen. Den kann ich zwar sehen, aber es ist dennoch ein 45-Minuten-Fußmarsch. Ich buche das mal unter: Dumme Idee, nie wieder machen.

Endlich auf dem Gelände, mit dem wichtigen Bändchen am Handgelenk ziehe ich los. Der Zeltplatz ist schon gut gefüllt. Alles ist vorbereitet. Der Elektro-Hangar ist diesmal gegen eine zweite Bühne getauscht. Der neue Aufbau des Geländes könnte die Besucherströme entzerren. Wir werden sehen.

Der Abend endet im Disko-Hangar mit DJ AndTrax und den Dancefloor Gladiatorz.

Tag 1 – Zufälle und Familientreffen

Frühstück ist bis 11 Uhr. Das nutze ich aus. Danach geht es mit dem Auto zum Festivalgelände. Auf dem Weg muss ich anhalten. Es hat einen Unfall gegen und eine Motorradfahrerin liegt auf der Straße. Keine Angst, alles gut ausgegangen. Da ich aber bis zur Ankunft des Rettungsdienstes vor Ort bleibe, bin ich erst gegen 12:30 an der Einfahrt zum Parkgelände. Mit Schritttempo geht es über den Acker. Geparkt wie in 2er-Reihen.

Ich halte, steige aus und komplettiere mein Outfit. Neben mir halt ein Kombi. Jetzt nicht wirlich? Mein Bruder hat den Parkplatz in der Nachbarreihe. Das nenne ich jetzt mal Zufall.

Gemeinsam geht es zum M’era Luna. Ich mache es kurz: Wir treffen uns mit Tim, einem Kumpel von meinem Bruder und ziehen mal gemeinsam über den Platz, mal ziehe ich alleine umher. Unsere Vorlieben bei der Musik sind kompatibel aber nicht identisch. Mein Line-Up für den heutige Tag ist:

  • The Lord of the Lost Ensemble
  • Blutengel
  • Megaherz
  • Faderhead
  • Ost+Front
  • Noisuf-X
  • ASP (als krönender Abschluss des Tages) & The Little Big Men

Ich muss gestehen, LOTL und Combichrist waren schon mal besser. Bei Covenant höre ich rein, aber er spielt heute nur die langsameren Stücke. Das Line-Up gibt mir auch Zeit für einen Spaziergang über den Zeltplatz, denn die Musik sind nur 50% vom M’era. Ich sehe eine Lübecker Fahne. Die kommen aus Rangenberg und Herrenwyk. Wie genial ist das denn.

Nach ASP ist der erste Tag zu Ende. Es folgt der Mittelaltermarkt mit seinem Feuerspektakel. Auf dem Rollfeld (Zeltplatz) komme ich nicht weit. Die Cantina-Band spielt. Ich steige für ein paar Runden mit ein. Der nächste Stop ist dann an der „Dance-Zone“. Und ja, die Diskothek lasse ich heute aus. Es ist eh schon 2 Uhr.

Tag 2 – Felle und Hörner

Es ist immer noch heiß. Und schon am Mittag leert sich der Zeltplatz. Der Rest hat Spaß.  Wie gestern treffe ich interessante Leute, unter anderem Gernot Meyer (einen ehemaligen Arbeitskollegen) sowie Sonja Jüngerich, die ich durch Zufall 2019 auf dem WGT getroffen habe.

Mein persönliches Line-Up für den Tag ist (Bei Schandmaul höre ich von weitem (Mittelaltermarkt) rein. Und bei Sisters of Mercy schaue ich nur kurz vorbei. Die sind nicht wirklich gut):

  • Feuerschwanz
  • VNV Nation Concert
  • Nachtmahr
  • Soman
  • Eisbrecher (Abschluss)

Das lässt genug Zeit für den Mittelaltermarkt und Shopping. Ich schleiche schon seit gestern um ein Trinkhorn herum. Eigentlich will ich es haben. Aber es hat eine Schadstelle. Oder will ich es gerade deshalb? Der Verkäufer will die Schadstelle etwas konservieren, dann ist es mein. Das Longhorn fasst stolze 2,2 Liter und reicht vom Gürtel bis kurz über den Knöchel.

Und da war da noch das Rentierfell. Das graue, das ich gestern gesehen habe ist bereits weg. War ja klar. Aber ich bin noch ein graubraunes mit einer schönen Symmetrie. 180€ sind nicht wenig, aber ich bin im Kaufrausch. Es muss sein.

Mein aktueller Style ist nun „Gothik SteamPunker aus Midgard“: Gothik Shirt und Rock, Zylinder und Gehstock, Trinkhorn und Fell. Eines ist evident: Ich falle auf. Leider habe ich kein Foto von mir.

Das M’era Luna endet mit Eisbrecher. Was für ein Abschluss. Ich schleiche noch etwas über das sich schnell leerende Areal. Der Mittelaltermarkt ist noch gut besucht. Aber ich bin platt. Gegen Mitternacht bin ich bereits zurück am Hotel. Jetzt bleibt nur noch duschen, Bier, Ausschlafen, Frühstück und dann eine gemütliche Heimreise über die A2. (Den Fehler mit der A7 mache ich nicht noch einmal.)

Jahr ohne Japan .. (6) Hamburg

So wie es aussieht fällt die Japanreise 2022 aus. Die Grenzen sind für Touristen wie mich weiterhin geschlossen. Bleibt mir nur, dieses Jahr mit anderen coolen Dingen zu füllen. 12 Monate – 12 Ideen.

Tag 1 – Ankunft

Die Anreise in Hamburg erfolgte spät. Ich wollte mich nicht mehr weit bewegen und außerdem bekam ich ein Zimmer-Upgrade: Zimmer 23. Das mit dem Balkon mit Blick auf die Alster.

St. Georg ist ein guter Ort für ein Abendessen. Allerdings bin ich wählerisch. Die Wahl viel auf Frau Möller: Labskaus und dazu ein Duckstein. Danach habe ich noch eine extrem coole rooftop-Cocktailbar gefunden: Das Heritage mit Blick auf die Alster. Wohl mit der beste Spot für einen sommerlichen Sonnenuntergang.

Und ja, danach habe ich noch mit Champagner auf dem Balkon gechillt. Denn immerhin ist mein Hotel in der gleichen Straße wie das berühmte Atlantic (mit Dauergast Udo Lindenberg). Und man kann sich das von der Differenz bei den Übernachtungskosten spielend leisten. Stil ist, was man daraus macht. Was soll es sein: Business-Class oder Economy + Champagner.

 [Foto]

Tag 2 – Kiez

Der Kurzurlaub startete mit einer Kiez-Tour: Schanze, Karolinenviertel, Reeperbahn, St.Pauli. Auf dem Weg dorthin ging es an der Alster vorbei und dann quer durch Planten und Bloomen. Ich trödel ein wenig. Niemand hetzt mich.

Auf der Schanze gab es Fish’n’chips zum Mittag. Und da Fisch schwimmen muss, folgten auf der Reeperbahn ein paar Bier. Natürlich in den traditionellen Lokalitäten Elbschlosskeller (24/7 geöffnet seit Jahrzehnten) und Zur Ritze.

Es folgte ein Abstecher zu den Landungsbrücken. Dazu gehören natürlich auch ein Hot-Dog am kleinen Kiosk an den Landungsbrücken, sowie etwas später eine Currywurst und eine große Gewürzgurke am Stand nebem dem St.-Pauli-Elbtunnel. Ich liebe diese Tradition.

Der Abend endete im Pulverfass (burlesque Travestie-Show) mit dem ein oder anderen Aperol Sprizz.

Tag 4 – Hafenrundfahrten

Gestern war Familientag. Über meinen Abstecher zum Chrome berichte ich irgendwann einmal separat. Heute standen die Barkassenfahrten auf dem Plan; wie immer mit Abicht.

Da ich die Touren nun schon zum x-ten Mal machen, bleibt genug Zeit für ein Bier (oder ein paar mehr). Dennoch; auch dieses Mal nehmen die Barkassen wieder leicht anderen Routen als vorher. Ich glaube ich bin bisher nicht einmal die gleiche Strecke gefahren (außer bei der Lichterfahrt). Und der Tag war gut gewählt. Mehr dazu später. Der Tag hatte genug Lose für einen Abstecher zum Schellfischposten (Stichwort Ina’s Nacht).

Abendessen habe ich im alten Turm im Portugiesenviertel eingenommen: Tasquinha Galego. Und wie jedes Mal unterschätzte ich die Portionsgröße bei den Petiscos (Tapas). Ich hatte Feijioada de marisco  (weiße Bohnen mit Meeresfrüchten), Lulas à Tasca (Tintenfisch), Coelho á Caçador (Kaninchen) und Chanfana á Tasquinha (Lammgulasch). Viel zu viel, aber so lecker !!! Ich kann auch Ameijoa a Bulhão Pato (Venusmuscheln in Koriander-Weißwein-Sud) empfehlen; hatte ich das letzte Mal.

Lichterfahrt: Diese Fahrt hatte gleich vier Highlights: HMM Gdansk, Ever Globe, CMA CGM Palais Royal und Ain Snan Express. Sie gehören zu den größten Containerschiffen. Und vier auf einmal anzutreffen ist schon ein Wunder.

Die Gdansk ist ein Megamax-Schiff und gehört zu den größten der Welt. 400 m lang, über 61m breit; breit genug um 24 Container nebeneinander zu stapeln. 12 Container übereinander passen unter Deck; weitere 13 Container können über Deck gestapelt werden. Insgesamt sind das dann 23.934 TEU. Nur die weltweitgrößten Containerschiffe der Evergreen A-Klasse können 58 TEU mehr aufnehmen. Die 82.096 PS des 2-Takt-Diesels bringen das Schiff auf 22,4 kn.

Nur unwesentlich kleiner ist die CMA CGM Palais Royal. Auch sie ist ein Schiff der Megamax-24-Klasse und fasst 23.000 TEU. Ihr fehlt salopp formuliert die 13. Reihe über Deck. Sie wird mit LNG (Flüssigerdgas) angetrieben (trotzdem ist der Motor ein 2-Takt-Diesel ??? muss ein Schreibfehler sein).

Die Ever Globe ist das Schwesterschiff der Ever Given, das im Suezkanal feststeckte. Sie ist ein Schiff der Suezmax-Klasse und passt damit „theoretisch“ durch den Suezkanal, aber nicht durch den Panamakanal. Sie ist eine Containerreihe schmaler als die Gdansk und eine Reihe flacher. Sie fasst bei gleicher Länge daher nur 20.124 TEU.

Das „kleinste“ Schiff der vier ist die Ain Snan Express (UASC A13-Klasse) mit „nur“ 366m Länge (immer noch mehr als 3 Fußballfelder lang) und „nur“ 51,20 m Breite. Damit zählt sie zu den Post-Panamax-Schiffen. Seit dem Ausbau des Kanals 2016 kann sie aber als einziges Schiff der vier den Panalkanal passieren (die maximale Breite ist jetzt 55m). Das Ladevolumen von 13.470 TEU ist nur etwas mehr als die Hälfte der HMM Gdansk. Dieses Schiff alleine sorgt für Fotoaktivitäten bei den Touristen. Und heute war es das kleinste. Wow.

TEU bezeichnet das Volumen/Gewicht eines 20-Fuß-Standardcontainers. Auf deutschen Autobahnen fahren viele LKW oft mit 40-Fuß-Containern (oder 2x 20-Fuß).  Um die Ever Globe zu entladen bedarf es also 10.062 LKW, die typischerweise knapp 19m lang sind. Das ergibt eine LKW-Kolonne von über 191 km !!! Ein Güterzug wäre nur unwesentlich kürzer.

Tag 5 – Altes Land

Der letzte Tag in Hamburg startet am Erfrischungsraum Brandshof, einer alten Tankstelle aus den 50ern, in der es heute u.a. lecker Kaffee und Kuchen gibt, oder Currywust-Pommes. Dies ist ein beliebter Oldtimer-Treff hier in Hamburg; nicht nur weil es hier eine GTÜ-Prüfstelle gibt (und der Prüfer Oldtimer-Fan ist). Heute, mitten in der Woche, war jedoch wenig los.

Zweiter Stopp war dann Schuppen 50 im Freihafen (ja ich weiß, es ist kein Freihafen mehr). Hier ist das deutsche Hafenmuseum. Zu sehen gibt es: einen alten Hafenkran mit Dampfmanschine, einen Saugbagger mit Dampfmaschine, die 4-Mast-Bark Peking (Schwesterschiff der Passat und Mitglied der Flying P-Liner), die Senatsyacht Schaarhörn und der Frachter Bleichen. (Leider waren nicht alle Schiffe zugänglich.) Daneben ist stehen hier Lokomitoven und Wagen der alten Hamburger Hafenbahn und diverse Hafenkräne.

Gegen Mittag breche ich dann ins Alte Land auf. Hier gehen die Uhren langsamer, und das schon seit dem 12. Jahrhundert. Es ist das größte geschlossene Obstanbaugebiet Europas (10.700 ha). Der Fokus liegt auf Äpfeln (77%). Es werden aber auch Kirschen, Birnen und anderes Obst und Gemüse geerntet.

Überall finden sich alte reetgedeckte Häuser. Einen festen Plan bzw. eine Fahrroute habe ich nicht. Ich schaue einfach was ich finde. Hier kann man einen ganzen Tag vertrödeln, einschließlich Pausen an einem der Elbstrände, die es hier gibt (inklusive Blick auf die großen Pötte).

Was habe ich nicht geschafft?

So viele Dinge: Ich war nicht im Daruma. Ich war nicht in der Oberhafenkantine für eine Portion Bratkartoffeln. Beides werde ich zeitnah nachholen.