Eigentlich wollte ich einen Beitrag zum alten japanischen Kalender schreiben, der zum Teil heute noch Daten (Plural zu Datum) für Schrein- und Tempelfeste definiert. Und dann dachte, ich muss vorher etwas Kontext schaffen …

Lunarkalender

Lunarkalender (Mondkalender) sind einfach zu konstrieren. Sie orientieren an den Mondphase. Der synodische Monat (Neumond zu Neumond) mit im Schnitt 29,53 Tagen (ja, das schwankt) hat eine überschaubare Länge und ist zudem leicht zu messen. Meist nutze man hierzu das „Neulicht“, also die erste Mondsichel nach Neumond.

Mögliche Fixpunkte in einem Lunarkalender sind: Neumond (oder Neulicht), zunehmender Halbmond, Vollmond, abnehmender Halbmond, (Letztlicht).

Einen Kalender kann man schnell aufbauen, indem man Monate mit abwechselnd 29 und 30 Tagen erzeugt. Dieses einfache System hat einen verbleibenden Fehler, der sich all 33 Monate zu einem Tag aufsummiert und durch einen Schalttag korrigert werden kann.

Problematisch wird es mit der Definition eines Jahres. 12 Lunationen (Mondmonate) sind nur 354 Tage lang. Das Sonnenjahr hingegen hat 365,25 Tage. In einem Lunarkalender verschieben sich die Anfänge der Jahreszeiten also jedes Jahr um 11 Tage.  Die Einführung von Schaltmonaten, um die Drift zu verhindern, führt zum Lunisolarkalender den ich unten erkläre. Reine Solarkalender sind wegen der Drift für Agrarkulturen nicht hilfreich.

Reine Lunarkalender sind mit Ausnahme der islamischen Zeitrechnung heute nicht mehr in Nutzung. Der Anfang von Ramandan wird heute noch über einen Mondkalender bestimmt, wodurch Ramadan ein Mal in 24 Jahren durch das Sonnenjahr wandert.

Solarkalender

Solarkalender (Sonnenkalender) orientieren sich am Erdumlauf um die Sonne. In ihnen sind die Jahreszeit fest, womit er sich für die landwirtschaftliche Planung eignet.

Allerdings ist er schwieriger zu erstellen. Über eine sehr lagen Zeitspanne (1 Jahr) müssen relativ kleine Änderungen im Sonnenlauf (Auf-/Untergangspunkt, maximale Höhe über dem Zenit) dokumentiert und verfolgt werden. Dies setzt fast schon voraus, dass die Kultur über eine Schriftsystem verfügt, um Informationen zu dokumentieren.

Mögliche Fixpunkte in einem Solarkalender sind Frühlingsäquinoktium, Sommersonnenwende, Herbstäquinoktium und Wintersonnen wende. In der Regel wird as Frühlingsäquinoktium als Jahresanfang gewählt, weil er (auf der Nordhalbkugel) auch den Begin der Landwirtschaftlichen Aktivitäten markiert.

Die Unterteilung des Sonnejahres in 12 Monate ist motiviert durch die Mondphasen. Der Monatsbeginn orientiert sich aber – anders als beim Lunisolarkalender – gerade nicht an der Mondphasen. Die 12 Monate haben den Vorteil, dass man jeweils drei Monate zwischen die Fixpunkte legen kann. Die meisten Kalender benutzten eine Monatslänge von 30 Tagen. Hier ist hervorzuheben, dass die meisten Solarkalender mit einer Wochenlänge arbeiten, die nicht zur Monatslänge passt. Zu den Solarkalendern gehören:

  • gregorianische Kalender
  • iranische Kalender
  • julianische Kalender
  • koptische Kalender
  • Maya-Kalender

Fiskalkalender sind in der Regel Solarkalender, die das Geschäftsjahr oder Steuerplichten definieren. In Japan beginnt das Fiskaljahr heute noch im April, ebenso das Schuljahr und das Semesterbeginn. Dies ist der Grund warum so viele Highschool-Anime immer mit der Kirschblüte beginnen, die für Tokyo ebenfalls im April liegt.

Wandelkalender sind im prinzip Solarkalender ohne Schalttag (Interkalation) und mit 365 Tagen pro Jahr.  Die alten Ägypter und Azteken haben so ein System verwendet. Man muss diesen System folgendes zu Gute halten: Der Kalender auf 99,93% präzise. Ein Fehler von weniger als einem Tag in 1000 Tagen. Der Einfluss des Fehlers auf die Agrarwirtschaft wird erst über Generationen sichtbar.

Lunisolarkalender

Diese Kalender sind ein echtes Ärgernis. Sie arbeiten mit Mondmonaten und Sonnenjahren. Zwei Dinge, die nicht wirklich zusammenpassen. Dies führt zu einer komplizierten Regelung zur Einfügung von Schaltmonaten. Manche Jahre haben also 13 Monate. Bekannte (und teilweise heute noch gebräuchliche) Lunisolarkalender sind:

  • japanische Kalender (bis 1872 in Verwendung; bestimmt heute noch die Daten der Schrein- und Tempelfeste) … Btw. Daten ist das Plural von Datum.
  • chinesicher Kalender (bestimmt u.a. das Datum des chin. Neujahrs)
  • jüdische Kalender (noch in Gebrauch; regelt z.B. des Zeitpunkt von Chanukka)
  • koreanische Kalender (war die Basis für den japanischen Kalender)
  • mongolische Kalender
  • tibetanischer Kalender
  • germanischer Kalender
  • römische Kalender

Ich persönlich halte einen Lunisolarkalender für sehr praktisch. Er verbindet den Vorteil des Lunarkalenders die überschaubare Zeitspanne des Monats an den Mondphase abzulesen, mit den Vorteil des Solarkalenders die Jahreszeiten für die Landwrtschaft zu bestimmen. Wenn da nur nicht das Problem mit den Schaltmonaten wäre.

Der synodische Monat ist 29,53 Tage lang, das Sonnenjahr hingegen hat 365,25 Tage. 19 Sonnenjahre mit 6940 Tagen entsprechen 235 Mondmonaten (Meton-Zyklus). Der Restfehler ist 0,2 oder 1 Tag in 95 Jahren. Akzeptabel, finde ich.

Der Meton-Zyklus erfordert aber, dass man 7 Schaltmondmonate in 19 Solarjahren einfügen muss. Das ist ein Schaltmondmonat  alle 32,57 Mondmonate. Schalttage sind nicht möglich, da man sonst die Bindung des Monatsanfang an die Mondphase verliert. Die krumme Zahl von 32,57 erfordert zudem ein komplexes System, wann der Monat eingefügt wird. Jedes Kultur hat dabei ihr eigenes System entwickelt. Das jüdische System habe ich immer noch nicht verstanden. Das japanische System ist weniger berechbar klingt aber logischer. Auf den ersten Blick.

Der 4. und letzte Teil (Shinjuku) hat 4 Abschnitte: die Gegend südlich vom Bahnhof (Lumine 2), die Gegend südwestlich vom Bahnhof (Yodobashi), den Business-Bezirk mit seinen Hochhäusern (Nishi-Shinjuku) und die Straßen östlich der Bahngleise (Kabukicho) …

(67) Diese Einstellung war unmöglich. Bei der google-Suche haben mich zunächst die Fenster an der schmalen Seite irritiert. Es ist aber das Sumitomi Bldg mit diesen Lamellen. Am Tag meiner Aufnahme war das Areal um das Gebäude eine riesige Baustelle; gesperrte Gehwege und UBahn-Ausgänge; und hohe Bauzäune, die mir den Zutritt zur richtigen Position für das Foto versperrten. Das Foto steht auf der Liste für einen zweiten Anlauf.

Ich schaffe es immer noch nicht, sauber in Shinjuku Eki zu navigieren. Ich wollte im Süden starten, aber ich lande im Südwesten. Gut, dann starte ich hier. Und ich muss folgendes feststellen: Ich war noch nie hier; zumindest nicht, dass ich mich erinnern kann. Mit den ganzen Izakaya und Resto, die ich hier und jetzt finde, sollte ich diesem Block mal einen nächtlichen Besuch abstatten; gleich nach einer Shoppingrunde bei Yodobashi Kamera.

(68) Brückengeländer und Hochhaus reduzierten die Position auf Shibuya und Nishi-Shinjuku. Das Gebäude habe ich dann über die google-Satellitenbilder gefunden. Es ist das eher unbekannte „Shinjuku Center Building“ (223m, 54 Etagen, 1979). Auch dies ist ein Foto, für welches ich auf der Fahrbahn stehen musste, was aber sofort die Aufmerksamkeit des Wachschutzes auf mich lenkte, denn ich stand in unmittelbarer Nähe des bewachten Government Building.

Und ich habe ein Problem: So wie es aussieht habe ich die Karte mit den Positionsmarkierungen dabei, aber nicht den Ausdruck mit den Screenshots für diese Gegend. Na super. Damit bleibt nur eine Option. Ich laufe die Straßen entland und mache alle zwei Meter ein Foto, in der Hoffnung, den richtigen Spot dabei zu haben. Beim Wechsel zum nächsten Abschnitt (südlich des alten Shinjuku Eki) fängt es an zu regnen; und der erst gestern gekaufte Regenschirm ist im Hotel.

(69) Das ist die Straße zwischen dem alten und dem neuen Shinjuku Eki Bldg. Es grenzt an Zufall, dass ich sogar das richtige Wetter hatte. Der Regenschauer dauerte nur wenige Minuten. Mir reichte er; für das Foto und auch, weil ich ohne Regenschirm unterwegs war. Ach, der neue Busbahnhof von Shinjuku ist im Neubau in der 4. Etage (5F). Der Taxistand ist in 4F. Tokyo ist und bleibt 3D.

Der Regen hat auch was Gutes: Die nasse Straße passt zu den Szenen aus dem Video. Dieser Abschnitt ist schnell erledigt, auch wenn ich bei allen Einstellungen Probleme durch die falsche Brennweite meiner Kameratechnik habe. Und ich muss mich beeilen. Diesen Abschnitt will ich erledigt haben, bevor ich das Projekt unterbreche, um mich mit Thomas am Meiji Jingu zu treffen.

(70) Die Positionsbestimmt war hier vergleichsweise einfach. Und es war eines der Foto, die die Parameter für Center Gai definierten. Der Laternenpfahl mit dem (nichtlesbaren) Schild und das Straßenpflaster. ABC Marts gibt es zu Hauf in Tokyo. Und seit dem Dreh hat sich das Geschäft auf der rechten Seite geändert.

Nach dem Intermezzo am Meiji Jingu (welches wegen der weiteren möglichen Regenschauer kürzer ausfällt als geplant) beginnt jetzt der lange Weg nach Nishi-Shinjuku. Nicht abe, bevor ich die Fotos am alten Busbahnhof im Kasten habe. Der größte Patzer: Ich fotografiere die falsche Reihe für Bild #04.

(71) Dies ist der „Hinterausgang“ der Einkaufsstraße in Asakusa. Man sieht oben noch den Rest vom Dach. Die Einstellung zeigt sehr gut, warum mich das Projekt an Orte brachte, die man sonst nicht besucht. Warum sonst, sollte man als Tourist durch diese Straßen gehen. Der Senso-ji ist ein paar Parallelstraßen zur Rechten.

Und mein Verdacht bestätigt sich. Der eine Treppenaufgang ist hier. Den zweiten Aufgang finde ich aber nicht. Jetzt das Foto in der „Fußgängerzone“. Und eine gute Gelegenheit für ein zweites Frühstück. Direkt an der Ecke steht eine deutscher Currywurst-Stand. Ich sag mal, der Wurstmaxe von Shinjuku.

(72) Hier war der Regenschirm ein echtes Hindernis. Zum Glück war mir das Straßenpflaster schon bekannt. Den Rest zur Position trug dann das riesige Kanji links bei. Es liest sich buta oder ton (wie in Tonkatsu-Ramen) und heißt Schwein.

Danach gehe ich zu Fuß nach Nishi-Shinjuku. Mein erster Stop wird der Cocoon Tower von Mode Gakuen sein. Auf dem Weg dorthin komme ich an der Kreuzung mit der Ringampel vorbei. Das Foto ist nicht ganz einfach.

(73) Den Shop hatte ich auf google-Streetview schon lokalisiert gehabt, hätte aber nicht erwartet, dass die Auslagen (bis auf kleinere Ausnahmen) noch 1:1 die Gleichen sind. Das war auch der dritte und letzte Shop, den ich identifizieren konnte.

Ich muss dazu während der Fußgängergrünphase mitten auf die Straße; nicht des Überweges, mitten auf die Straße. Das passt aber nicht in den Plan der Japaner. Ich breche gerade alle gesellschaftlichen Regeln für ein Foto.

(74) Das hier war die letzte Aufnahme aus Shibuya. Sie ist auch die letzte Shibuyaaufnahme im Video (soweit ich das zuordnen konnte). Der Werbebanner hat es in google-Streetview relativ einfach gemacht. Es wäre noch einfacher gewesen, hatten ich diesen kleinen Romaji-Schriftzug auf dem Torii lesen können. Auf dem Weg zurück zum Bahnhof gab es dann dieses „Ach hier kommt man raus“-Erlebnis.

Die nächsten Fotos sind dann einfacher; mit Ausnahme des Sumitomo Bldg (Foto #67). Das Gebiet um das Sumitomo ist ein einzige Baustelle. Selbst die U-Bahn-Ausgänge sind betroffen und bescheren mit ein paar Umwege. Fazit: Der ideal Standort für das Foto ist nicht zugänglich. Damit wäre auch dieser Abschnitt erledigt. Jetzt kommt der Westen mit Kabukicho.

(75) Hier war der Schlüssel zum Standort das Gebäude im Hintergrund, dass wir schon aus anderen Einstellungen kennen. Es steht an der Kreuzung am Eingang zur Godzilla Road. Das Kin-no-Mura ist dann der zweite todsichere Hinweis auf den Standort.

Zurück nehme ich die Marunouchi-Line, auch wenn es nur eine Station ist. Das Foto #40 habe ich vorhin schon geschossen.  Ich bin einfach nur faul. Und ich habe Glück: Dieses Mal ist es das richtige Zugdesign (From der Haltestangen) für das Foto #45.

(76) Die Stufen hinauf zur Haupthalle des Senso-ji. Und ja, da fehlen Stufen. Mehr war mit meiner Brennweite nicht drin. Und ich wollte das Bild einfach im Kasten haben. Er war das letzte Foto aus Asakusa.

Ich habe die Laufstrecken sowohl an der Oberfläche als auch in den Korridoren der UBahn wie schon so oft unterschätzt. Noch bin ich im Zeitplan, aber alle Reserven sind aufgebraucht. Die Deadline ist 19 Uhr (Treffen mit Thomas).

(77) Und noch einmal die Straße zwischen den beiden Gebäuden von Shinjuku Eki. Dieses Mal in die andere Richtung. Wenn ich überlege, dass ich die Straße noch im alten Zustand und ohne Gebäude zur Linken kenne. Wow. Ich habe ein Foto, wo links noch eine riesige Baustelle ist. Und dann gab es die Zeit, wo das Gebäude eine Baustelle und gleichzeitig schon in Betrieb war. Ich nahm den falschen Aufgang und fand mich in Korridoren aus Bauzäunen wieder. Mal sehen wie es mir in Shibuya ergehen wird, jetzt wo die Ginza-Line in eine neues Gebäude verlegt wurde.

Ich starte mit der Straße zur Godzilla Road führt. Die Fotos von der Kreuzung sind eine Herausforderung. Wie auch schon in Shibuya bin ich auf die kurzen Grünphasen angewiesen. Dies führt dazu, dass ich Fotoserien mit 2m-Abstand mache. Und leider ist genau das Foto an der eigentlich richten Stelle für Foto #56 verwackelt; war ja klar. — Die Eingänge zu Godzilla Road und Kabukicho-Sakuradori sind  der Aufnahmeort von Foto #52 und #64. Beide Fotos sind ein gutes Beispiel, wie ein neuer (und extremer) Kamerawinkel einen neuen Blick auf bekannte Dinge gibt.

(78) Diese Straße ist zeigt die Rückseite der Geschäfte an der Nakamise. Ohne die charakteristischen Gebäude / Dachform rechts hätte ich das nie im Leben zuordnen können.

Und ich bin ohne es geplant zu haben, pünktlich für den Auftritt von Godzilla, der hier in der Godzilla-Road immer zur vollen Stunde Rauch ausstoßt und gröhlt; Kaiju-Zeug halt.

(79) Das war fies. Wegen dem Straßenpflaster war ich sofort in der Center Gai. Aber dort  stehen keine Bäume. Dann erinnerte ich mich zum Glück an diese Straße vor der Yasukunidori. Ja es wäre einfacher gewesen, wenn ich das Godzilla Head ganz im Hintergrund und das Gebäude rechts genommen hätte, das ja, wie wir bereits wissen, an der Kreuzung vor der Godzilla Road steht.

Jetzt kommen die Fotos in der Yasukunidori und an der Baustelle. Ich habe den Blick stärker auf der Uhr als je zuvor. Mir ist auch bewusst, dass ich es gleich geschafft haben werde. Ich werde unkonzentriert und schlampig bei der Projektausführung. Die Bildausschnitte passen nur mittelmäßig bis gar nicht. Mir fällt das aber erst bei der Auswertung auf.

(80) Hier war Mode Gakuen im Hintergrund ein todsicherer Tipp, wo das Foto aufgenommen wurde. Im Bezirk südwestlich beim Shinjuku Eki. Es gehörte zu den allerersten Einstellungen, die ich im Rahmen der Vorbereitung sofort einem Stadteil zuordnen konnte und dann auf google-Streetview auch exakt positionsbestimmen konnte.

Einziger Vorteil jetzt und hier vor Ort ist, dass ich wieder im Zeitplan bin und der Stress sofort und spürbar nachlässt. Es fehlen nur noch die fünf Fotos in der Kabukicho. Ich arbeite mich langsam in den hinteren Bereich der Gegend vor. Und dann passiert es: Das letzte Foto ist im Kasten. Es ist übrigens Foto #33.

(81) Auch dies ist die Straßen zwischen den Gebäuden von Shinjuku Eki. Die Fußgängerbrücke ist ein todsicherer Hinweis. Allerdings ist der Standort etwas weiter westlich, sodass man den Neubau nicht sehen kann.

Einschub: Eigentlich fehlen noch ein Bild, das liegt aber auf dem Weg zur Omoide Yokocho, wo ich mich mit Thomas treffen will. Und hier in jetzt, mach etlichen Kilometern Fußmarsch dürstet mich nach einem Highball.

(82) Die letzte Einstellung im Video beginnt, wo es begonnen hat; in Nishi-Shinjuku am Mode Gakuen. Das Gebäudedesign ist so einmalig, dass selbst der kleineste Ausschnitt reicht, um es zu identifizieren. Und wieder einmal kann ich sagen: „Ich kenne Shinjuku noch ohne das Gebäude.“ Ich bin gespannt wann es der Shinjuku-Hinweis in Anime wird.

Der Highball war so entspannend, dass ich die Zeit vergesse. Jetzt muss ich mich beeilen. Und ich habe keine Zeit mehr für das allerletzte Foto. Wie dämlich!!! Jetzt fehlen mir also 28 Bilder, die ich bisher nicht zuordnen konnte oder nie werde zuordnen können, sondern auch ein Foto, bei dem ich die Position auf den Meter genau kenne.

(83) Das ist immer noch die letzte Eisntellung. Die Kamera fährt langsam am Gebäude hoch .. und ENDE. Und war er Meinung, dass dieser Blick einen zweiten Screenshot wert ist.

Wie dem auch sei: Für 2019 war es das. Das war der letzte Tag in Tokyo mit verfügbarer Zeit. Ich erkläre VNV-Projekt für vorerst abgeschlossen. Evtl. kann ich 2020 ein paar Lücken füllen.


Wow. Ihr habt es bis hier geschafft. Respekt. Das waren 4 Textteile mit zusammen über 7600 Worten; der längste Blogeintrag auf seidenpriester.

Das Video ist knapp 5:15 Minuten lang. Ich konnte 83 Einstellungen nachstellen. Durch die habt ihr euch gerade durchgearbeitet. 2 Einstellungen habe ich in der Hektik vergessen … Neben dem Lumine Exit gibt es auch ein Foto am Bahnsteig der Marunouchi-Linie, das ich vergessen habe. Es fehlte auf meiner Liste.

Bei 10 weiß ich, dass sie irgendwo im Bahnhof von Shinjuku oder Shibuya aufgenommen wurden. Die ersten 4 sollten mit ein bischen Zeitaufwand machbar sein. Aber beide Banhhöfe befinden sich im Komplettumbau. Es ist gut möglich, dass die Orte nicht mehr existieren. Ich werde beim nächsten Urlaub versuchen, ein paar dieser Orte zu finden.

Bei 10 weiteren Bildern habe ich noch ein wenig Hoffnung, dass eine weitere google-Streeview-Wanderung eine Lösung bringt. Bei der Hälfte ist die Spur so heiß, dass es mich ärgert, dass ich die noch nicht gefunden habe.

Und dann gibt es 8 Einstellung, die ich niemals eindeutig werde zuordnen können. Die Informationen zum Standort reichen einfach nicht aus.

Heute steht Shibuya auf dem Plan. Der Zeitplan ist etwas straffer als gestern, denn ich will nachher noch den ersten Abschnitt in Shinjuku abarbeiten. Und heute Abend landet Thomas mit seiner Freundin. Wir haben uns in Roppongi Hill verabredet.

(45) Dieser Screenshot war bis zum Schluss unter den „umbestimmbar“ einsortiert. Das hätte jede U-Bahn sein können. Aber ich hatte einen Verdacht: die Marunouchi-Line. Leider waren die ersten beiden Versuche ein Fehler. Das Design der Haltestangen passte nicht. Dieses Foto entstand, nachdem ich schon aufgegeben hatte und nur noch zurück nach Shinjuku wollte. Man muss auch mal Glück haben.

Asakusa war aus meiner Sicht ein voller Erfolg. Ich konnte alle geplanten Einstellungen finden, landete einen Glückstreffer und der Zeitplan war sehr gut dimensionert. Die Motivation für den heutigen Tag ist entsprechend hoch. Und die Laufroute wird mich durch viele Straßen führen, die ich noch nicht kenne (oder seit 2004 nicht mehr besucht habe). Nun also Teil 2 der Fotojagd …

(46) Diese Einstellung in Asakusa konnte ich nur durch die Giebel im Hintergrund zurodnen, die zur Nakamise gehören. Es hat aber etwas gedauert. Mein Foto entstand 2 Tage vor der Golden Week, daher hängen die Laternen über der Straße.

Der Zeitplan ist bereits vor dem Start hin, denn ich habe mich bei den Fotos für „Tokyo Underground“ verzettelt, musste einen Umweg über das Imperial Hotel einlegen und verlor weitere Zeit auf der Suche nach einem Coin Locker; Lange Geschichte

(47) Shibuya Scramble Square. Es ist die erste Szene aus der Kamerafahrt durch Center Gai, aus der knapp 40% aller Shibuyaaufnahmen stammt. Ein paar hatten wir schon. Schade ist nur, dass der linke Jumbotron 2019 eine Bautelle war.

Die erste Einstellungen sind die Fotos #31 und #66 unter der Brücke. Den Standort habe ich in der Karte markiert. Das Problem ist mal wieder Shibuya Eki. Dieser Ort mag mich nicht. Und derzeit ist alles eine riesige Baustelle.

(48) Dies ist wieder eine einfachere Einstellung aus der Nakemise in Asakusa. Und erstaunlicherweise, sind bei mir weniger Touristen im Bild als im Video.

Das gesamte Areal um den Bahnhof und auch der Bahnhof selbst werden komplett umgebaut. Den Bahnhof erkenne ich kaum wieder.

(49) Wieder einmal war der Cocoon Tower im Hintergrund ein todsicherer Hinweis auf den Drehort. Und der Zufall half, dass ich wie im Video alle Personen mit dem Rücken zur Kamera habe.

In zwei Jahren werde ich bestimmt nichts wiedererkennen. Vielleicht existiert dann nicht einmal diese Brücke, auf deren Weg ich immer noch bin. Ich habe den falschen Ausgang genommen.

(50) Diese Einstellung ist ein paar Meter von Bild #35 entfernt. Das unbeschriftete Werbeschild links findet sich auch dort. Ich bin auf Verdacht die Straße in google-Streetview weiter entlang laufen.

Ich lande mitten in einer Baustelle. Als ich die Korridore aus Bauzäunen hinter mir habe, bin ich auf der falschen Seite vom Bahnhof. Endlich an der Brücke sind die Foto schnell geschossen.

(51) Diese Foto gehört in die Kategorie: Ich hätte eine solchen Ausschnitt nicht von selbst gewählt. Erst das Video musste mich dazu bringen. Vielleicht sollte ich häufiger solche Ausschnitte machen. Ich probiere es zwischendurch, aber nie so extrem.

Jetzt heißt es, die Scramble Square und Center Gai zügig abzuarbeiten. Auf dem Weg dorthin lauf ich an Gebäuden (noch sind es Baustellen) vorbei, die das neue Bild von Shibuya sein werden. Shibuyas Straßenbild wird sich komplett wandeln.

(52) Auch dieses Bild ist (wie #51) ein Ausschnitt, den ich so nie gemacht hätte. Aber es funktioniert. Ich sollte das wirklich häufiger ausprobieren. Die Entfernung von Kontext (Umgebung) macht es wirklich interessanter. — By the way: Don Kihote (= Quijote) ist an der Kreuzung am Eingang zur Godzilla Road.

Das Fotoserie auf der Scramble Square ist gar nicht so einfach. ich brauche mehere Anläufe (Grünphasen) und der Ausschnitt ist immer noch nicht perfekt. Fotos mitten auf der Kreuzung sindnicht einfach. Wenn man endlich den Bildausschnitt fast richtig hat, ist die Grünphase wieder vorbei.

(53) Im Hintergrund meiner Aufnahme sieht man das neue „Shibuya Scramble Square“, eröffnet Ende 2019. Er steht auf meiner Liste für die nächste Reise. Im Video ist er nicht zu sehen, oder? Wenn es schon da ist, ist es noch eine Baustelle und unbeleuchtet.

Es ist schade, dass die linke Seite zum Eingang zur Centergai in ein Baugerüst gehüllt ist. Schon das zweite Foto heute, das durch eine Baustelle teilblockiert ist. Vielleicht mache ich beim nächsten Urlaub einen neuen Anlauf und tausche das Foto dann aus.

(54) Diagonale Kacheln? Das ist wieder Center Gai. Indirekt war es diese Foto, dass diese Zuordnung machte. In google-Streetview konnte ich das Schild unter der Laterne lesen. — Man beachte auch das Werbeschild ganz links: Der Laden in B1 hat sich geändert.

Die Fotos in der Centergai sind dann, wie erwartet, schnell erledigt. Die einzelnen Screenshots liegen echt dicht an dicht. Eine Einstellung habe ich sogar versehentlich übersprungen, weil ich nur ein Meter zu weit gegangen bin.

(55) – Der LKW war fies. Aber ich hatte das GA-ME im Werbeschild auf linken Seite schon mal (da aber rechts). Und das Straßenpflaster war für wieder ein Indiz auf Shinjuku.

Einmal rauf einmal runter und alles wesentlich ist im Kasten. Damit ist die Hälfte von Shibuya erleidigt. Und egal was der Zeitplan sagt, es ist Zeit für ein Mittagessen.

(56) Noch Foto von der „Godzilla-Kreuzung“. Ja, der Standort ist falsch. Dieses mal war es ein technischer Fumble. Die Einstellung stammt aus mitten er Kreuzung. Ich hatte zwar bei Grün alle paar Meter ein Foto gemacht. Das Foto im richtigen Abstand war aber verwackelt.

Center Gai ist wirklich ein Hotspot. Es gibt hier einige Läden mit einer riesigen Warteschlange. Ein anderer Mitarbeiter nimmt hier auf der Straße bereits die Bestellung entgegen, damit der Kunde, um Resto angekommen, sofort essen, zahlen und wieder gehen kann.

(57) Diese Einstellung war unfair. Wir hatten Yodobashi Kamera schon mal. Und ich bin in google-Streetview lange auf der Westseite des Bahnhofs herumgelaufen, bevor mir einfiel, dass es auf der Ostseite einen zweiten Laden gibt. Diese Einstellung hier ist aus einer kleinen Nebenstraße, quasi beim Hintereingang.

Ich finde eine Ramenya ohne Warteschlange. Ein schmale Treppe führt in den Keller. Ich sitze einen schmalen Tresen mit Blick auf die Kellerwand. Die Toiletten sind irgendwo im 5F (4. Obergeschoss) und gehören zu der dort ansässigen Firma? Das wäre in Deutschland unmöglich, aus so vielen Gründen.

(58) Das ich den Shop gefunden ist ein Wunder. Den hatte ich mit google-Streetview nämlich nicht gefunden. Dies  war ein echter Glückstreffer. Und wie es aussieht, scheinen es immer noch die gleichen Besitzer zu sein.

Nach der Pause geht es nach Doganzaka, oder wie viele es auch kennen und nennen: „Love Hotel Hill“. Auf dem Weg dorthin nutze ich zwei Nebenstraßen, die ich, rückwirkend betrachtet, nachts wahrscheinlich nicht genommen hätte.

(59) Das ist wieder eine Aufnahme aus der Sammlung „Muss ich noch mal machen, nur ein paar Meter versetzt.“Wie die andere Aufnahme war es eine der letzten Einstellungen des gesamten Projekes, bei der wohl die Konzetration merklich nachließ.

Es ist schon spannend, diese Seite von Shibuya zu erkunden. Ich war nur zwei Mal in Shibuya (die Scramble Square ausgenommen): 2004 und 2006. Aber diese Ecke habe ich auch dann nicht besucht. Ich hatte sie einfach nicht auf meiner Agenda.

(60) Hier habe ich den Blickwinkel versemmelt. Ich hätte dichter am rechten Gebäude stehen müssen. Aber mit all den Regenschirmen im Screenshot habe ich das bei Fotografieren nicht realisiert.

Das ist übrigens der Eingang zur Center Gai, der Einkaufsstraße die an der berühmten Kreuzung beginnt (rechts ist Staba und der Jumbotron). Glaubt es oder nicht, ich war zuletzt 2004 in dieser Straße.

Wie erwartet, und gestern schon geschehen, führt mich das VNV-Projekt erneut an Orte, die ich sonst nie aufgesucht, bzw. so nie wahrgenommen hätte. Und diesen Mal ist es nicht der extreme Winkel.

Diese Straße hier wäre maximal der kürzeste Weg von A nach B gewesen. Ich hätte ihr keine Beachtung geschenkt. Vielleicht hatte ich sie allein wegen der Optik sogar gemieden.

(61) Diese Einkaufsstraße in Asakusa kannte ich noch nicht. Es ist die Straße, die mit Bild #37 beginnt, das mein erstes Foto im Projekt war. Ich habe nicht erwartet, dass ich sie genauso leer vorfinden werde wie im Video.

So langsam schult sich mein Blick für die etwas andere Kameraeinstellung. Ich entdecke vertraute Umgebungen aus neuen Blickwinkeln und werfe einen Blick in ansonsten unbeachtete Nebenstraßen und Gegenden.

(62) Diese Foto aus Nishi-Shinjuku war wegen der falschen Brennweite einfach unmöglich 1:1 nachzustellen. Und für den gleichen Bildinhalt hätte ich mitten auf die befahrere Kreuzung legen müssen. Der Ring unten im Bild gehört zur Ampelanlage der Kreuzung, auf deren Mittte ich gerade stehe und Autofahrer irritiere.

Das hier ist also Love Hotel Hill. Hm. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein beliebiges Kneipenviertel in Tokyo bei Tag. Nur die Werbetafeln an den Wänden sind mittlerweile sehr eindeutig; Hostessenbars und Stundenhotels … und auch viele Katzenbilder? Was ist der Deal mit diesen Katzenbildern?

(63) Labi aus einer anderen, als der gewohnten Blickrichtung. Ich habe ein paar Fotos mit Blick auf die Runde Seite des Gebäudes im Archiv. Wie in Shibuya ist ein riesiger Monitor in der Fassade eingebaut. Das Gebäude steht neben der Unterführung, die man benutzt, um von hier zum Nordeingang von Omoide Yokocho zu gelangen. Links hinter mir liegt die Godzilla Road.

2004 bin ich zum allerersten Mal nachts die Unterführung gegangen. Omoide Yokocho habe ich wortwörtlich links liegen gelassen. Diese schmale Gasse war mir suspekt. Damals hatte man mich vor Kabukicho gewarnt; ein Rotlichtbezirk und Yakuza. Dazu ein bischen Ortsunkenntnis und es war die erste Reise nach Japan … Erstaunlich wie beim Nachstellen eines Musikvideos die Erinnerungen hoch kommen.

Die zwei Fotos, die ich schießen will, sind in der gleichen Straße. Das eine ist das mit der Bar namen Lion (oder in Katakana RA-I-O-N). Das zweite ist nur ein paar Meter weiter. Und das war es im Prinzip auch schon. Aber es ist schon merkwürdig. Zunächst steht da immer noch der Hyundai rechts auf dem Parktplatz, als hätte man das Video erst gestern gedreht.

Und dann ist da ein paar Meter, am Ende der Straße, dieses Love Hotel mit einer Gartenmauer in leuchtendem Rot und Schwarz gestrichen. Hüsch ist was anderes. Das hier ist schrill, aber auf die falsche Art. Und gleich daneben steht ein kleiner Inari-Schrein. Er wirkt so fehl am Platz. Ich laufe noch (erfolglos) durch ein paar Nebenstraßen in der Hoffnung auf einen Glückstreffer.

(64) Der Eingang zur Hauptstraße von Kabukicho mal aus einem anderen Blickwinkel, wie in all den Reiseführern zu Tokyo. Und es ist ein weiteres Beispiel wie extreme Kamerawinkel (trotz Weitwinkel) neue Blickwinkel auf bekannte Szenen gebenkann.

Wie schon erwähnt: Bis Anfang der 2000er war  Kabukicho der Inbegriff von „Unterhaltung für Erwachsene“. Es ist ein bischen wie der Kneipenbereich in Yushima … Moment. Wo war noch mal mein Hotel?

Der heutige Tag ist bis auf eine letzte Einstellung komplett. Ich bin fast wieder im ursprünglichen Zeitplan. Es fehlt nur noch das Foto #74 mit dem Tor, auf dem Hyakkendana steht. Der Ort ist gleich um die Ecke; im Sinne des Wortes.

Dieser Projekttag ging erstaunlich schnell. Ich war anfangs noch gestresst, weil ich über zwei Stunden hinter meinem Zeitplan war. Aber mit jedem Foto habe ich Zeit gut gemacht, trotz Mittagspause.

(65) Noch ein Foto von dem ich zuerst dachte, dass ich es nie zuordnen könnte. Aber wenn man sich auf Shinjuku, Shibuya und Asakusa beschränkt, dann sind das gar nicht so viele Brücken, die man prüfen muss. Der entscheidende Tip war das Brückengeländer. Dieses gehört zur Brücke, die Teil vom Tokyo Goverment Building Complex ist

Für den ursprünglich geplanten, ersten Abschnitt von Shinjuku bin aber immer noch zu weit hinten dran. Aber es bleibt bei einem sofortigen Rücksturz nach Kanda genug Zeit, um entspannt den Kimono zu kaufen. Der war gestern geplant, aber ich hatte auf dem Ryogoku Matsuri (absichtlich) die Zeit vergessen.

(66) Der zweite Splitscreen im Video: Der linke Teil ist vermutlich unter irgendeiner Brücke. Bis ich eine Idee habe, bleibt die linke Seite bei mir leer. Der Blickwinkel der rechten Seite stimmt nicht ganz, aber der Gehweg war wegen einer Baustelle sehr schmal und ich stand den anderen Passenten im Weg (in Tokyo herrscht Rechtsverkehr für Fußgänger).  Das ist auch die Einstellung, über dessen Geländer ich Bild #31 zuordnen konnte.

Ach ja, der letzte Teil (Shinjuku) startet erst in drei Tagen. Morgen ist der letzte Tag der Heiwa-Ära. Und danach ist der 1. Mai, der erste Tag der Reiw-Ära. Die beiden Tage sind für andere Dinge reserviert. Prioritäten. Ihr wisst schon. Das heißt aber auch, dass ich ganz Shinjuku auf den 2. Mai, der auch schon teilverplant ist, und 3. Mai, der ebenfalls verplant ist, verschieben muss. ich habe das Gefühl, der letzte Abschnitt wir Stress.


Der letzte Abschnitt (Shinjuku) wird mich einen ganzen Tag und Nerven kosten …

Im zweiten Teil vom VNV-Projekt geht es weiter Bild für Bild durch das Video. Der rechte Text berichtet vom ersten Tag der Bilderjagd …

(23) Die Fußgängerbrücke hatte mich nach Shinjuku geführt. Die Festerfront brachte mich zur Westseite des Bahnhofes: Das ist der Keio Department Store, wo ich meinen beiden Yukata gekauft habe.

Bis hier war alles Theorie; die Karten, die Wanderungen in google-Streetview. Jetzt gilt es, den Plan in die Tat umzusetzen. Ich bin gestern morgen gelandet und habe Shibamata erkundet.

(24) Ja ich weiß, der Standort stimmt nicht. Aber direkt am Zebrastreifen reichte mein Weitwinkel nicht. Und die Rush Hour war der schlechteste Zeitpunkt, um an der Ampel lange im Weg zu stehen. Ich werde das Foto bei nächster Gelegenheit wiederholen müssen.

Heute Vormittag stehen den Szenen in Asakusa rund um den Senso-ji auf dem Plan, wo heute auch das Nakizumo stattfindet. Auf dem Weg dorthin (Ginza-Line), erledige ich schnell noch ein paar Fotos für ein anderes Projekt: Tokyo Underground; inspiriert durch „Tokyo Eye 2020“.

(25) Robot Restaurant: bunt, glitzernd, laut, komplett japanisch und verdammt teuer. Ich wollte es 2016 besuchen, aber 60€ Eintritt war mir dann doch zu viel. Und das sagt der gleiche Japanophile, der dieses Jahr 100€ für das Suigian bezahlte (ohne Essen oder Getränke).

Diese „Verzögerung“ führt beim allerersten VNV-Foto zum ersten Problem: Das Foto ist nach oben und nun gegen die Sonne gerichtet. Was für ein Auftakt. Ich muss mich entscheiden: mindestens 30 Minuten warten oder einen anderen Blickwinkel wählen.

(26) Ich kann nicht glaube, dass ich diesen Aufgang gefunden habe. Allein um Shinjuku Eki gibt es hunderte Aufgänge“ Ich hatte aber eine Vermutung. Die Kacheln sahen so aus, wie die auf der Aufnahme vom Busbahnhof (Foto 04). Und … Volltreffer.

Außerdem habe ich den falschen U-Bahnausgang genommen und bin einen riesigen Umweg gelaufen. Ich hoffe, dass dies nur ein unglüklicher Start war und sich nicht wie ein roter Faden durch den restlichen Tag und das gesamte Projekt zieht.

(27) Das Foto war einfach. Forever 21. Das ist Shibuya. Dazu noch das Staba (Starbucks) auf der rechten Seite. Oberhalb befindet sich einer der beiden berühmten Jumbotrons, die mal immer auf den Fotos der Scramble Square sieht.

Meine weitere Laufroute führt mich in die Nebenstraße und Gassen der Nakemise. Kein Tourist verirrt sich hierher. Ich bin allein. Wer ist dieser Ausländer? Er schaut durch seine Kamera und dann auf einen Zettel? Hin und her.

(28) Der Sky Tree fehlt bei VNV wegen der gewählten Belichtungszeit, ist aber definitiv da. Außerdem begann die Fotozuordnung mit dem Satz: „Das kenne ich. Da war ich schon. Ich kenne diese beiden mobilen Absperrschilder. “

Ein Passant fragt mich. Ich antworte. Innerlich kompfschüttelnd geht er weiter. Ich werde die gleiche Frage später noch einmal gefragt. Hier ist die „offizielle“ Antwort, es sei eine coole Idee, aber innerlich wieder Kopfschütteln.

(29) Das war Detektivarbeit: Auf dem Schild kann man erkennen, dass es die Marunouchi-Line, die einzige Linie, die sich gabelt. Die Linie hat aber allein in Shinjuku drei Bahnhöfe und damit dutzende Treppen und Korridore. Meine Hoffnung lag auf Shinjuku Eki. Die Treppe vor Ort gleich beim ersten Versuch zu finden, das war ein „Lucky Shot“.

Ich arbeite mich voran und treffe auf die Straße, die die Rückseite der Nakamise bildet. Das Gedränge nimmt zu. Ich nähere mich einem der bekanntesten touristischen Bereiche von Tokyo, die Nakemise zwischen Senso-ji und Kaminarimon. Es ist neben dem Kaiserpalast und Meiji Schrein eine der drei Hauptattraktionen in Tokyo.

(30) Mit dem Pachinko auf der rechten und dem Hochhaus im Hintergrund war die Zuordnung für dieses Foto relativ einfach; trotz der vielen Regenschirme in der Szene.

Die Kirschblüte ist zwar in Tokyo längst vorbei, aber ich vermute, dass viele Ausländer jetzt noch die letzten Tagen vor der Rückreise hier verbringen. So viele Touristen.

(31) Das war eine der fieseren Szenen. Die Kamera steht unter einer riesigen Brücke, die man in der Szene aber nicht sieht. Also vermutet man auch keine. Erst das Geländer, das man auch in einer Szene unter einer Brücke findet brachte den Erfolg.

Dazu gesellen die ersten Japaner der Golden Week. Und eines wird klar: Es gibt zu viele Touristen in Tokyo von 2019. Und das ist das Problem mit  Tokyo in 2019: zu viele Touristen.  Das Fotoshooting ist nicht einfach.

(32) Den Wagen habe ich schon vor Jahren fotografiert. Es war eine Szenen aus dem Video, die mich auf die Idee zu diesem Projekt brachten.

Um die richtige Einstellung zu finden, stehe ich grundsätzlich im Weg. Bei anderen habe kein freies Schussfeld. Es raubt mir die Geduld.

(33) Dieses Foto stammt aus dem hinteren Bereich von Kabukicho; Neuland für mich. Ich war schon häufiger in Kabukicho, aber so weit durchgelaufen war ich bis dato noch nie. Hier war auch die kleine Kneipe, in der ich für ein Bier gestoppt habe (ich muss irgendwann mal ein Foto hochladen).

Trotz der Markierung in meiner Karte braucht es etwas, bis ich die drei Geschäfte finde. Dafür sind die Auslagen bei allen noch 1:1 wie im VNV-Video. Schaut euch die Bilder an. Selbst im Souvenirladen sind fast alle T-Shirts die gleichen wie im Video. Das habe ich nicht erwartet.

(34) Wieder einmal „südwestlichen Shinjuku“. Dies ist die Einstellung, die mich zur Erkenntnis brachte, dass vielen Szenen Schnipsel einer einzelnen Kamerafahrt sind (Hochhaus im Hintergrund).

Den vierten Shop finde ich nicht, obwohl ich die Nakamise zwei Mal rauf und runter laufe. Einen ersten Dämpfer gibt es bei Bild #32: Der Wagen mit der Figur fehlt.

(35) Diese Straße zu finden war eine echte Herausforderung. Das Straßenpflaster war irgendwie Shibuya, aber nicht Center Gai. Ich habe erst nach „Ra-i-o-n“ gesucht und vergaß die R-L-Gleichheit im Japanischen. Es ist „La-i-o-n“ (Lion) auf Love Hotel Hill. — Man beachte: Rechts parkt das gleiche Auto wie im Video.

Es ist die achte Einstellung die mache, und sie klappt nicht. Ärgerlich, aber was soll man machen. Das Foto ist im Kasten. Andererseits hoffe ich, dass sich das nicht fortsetzt, sonst fehlen mir am Ende 10 Fotos. Andererseits: Ich liege vor dem Zeitplan. Wenn es so weiter geht, bleibt am Ende Luft für ein erfrischendes Hoppy.

(36) Das ist übrigens der Ausgang des Fußgängerweges aus Bild #06. Ich stehe quasi auf Höhe der Wurstbude; mit Blick auf den (alten) Busterminal und das Odakyu Deparment Store.

Zunächst folgt aber die geplante Unterbrechung für das Nakizumo. Und was für ein Glück: Danach gehe ich noch mal zum Ort #32 und der Wagen ist an seinem gewohnten Platz. Lucky!

(37) Ja, der Winkel ist komplett anders, aber ich hatte mit dem Sonnenstand zu kämpfen. Man sieht die Überstrahlung noch im Bild. Ein steilerer Winkel war nicht möglich, außer ich hätte eine halbe Stunde gewartet, die ich nicht hatte.

Kaum bin ich in Position vor dem Wagen, habe ich auch schon das nächste Problem. Das VNV-Team hatte ein stärkeres Weitwinkel oder einen größeren Sensorchip. Für das gleiche FOV brauche ich wahrscheinlich ein 12mm-Objektiv.

(38) Hier hatte ich wieder das Weitwinkelproblem, das ich auch schon in Bild #32 hatte. Man sieht hier übrigens die Haupthalle des Senso-ji.

Mir ist das vorher schon aufgefallen. Aber erst jetzt wird das ganze sichtbar, wie sich ein paar Millimeter auf das FOV auswirken.

(39) Zu diesem Foto kann ich nicht viel sagen: Es ist eine Szenen aus einer ganzen Serie, die südwestlich vom Shinjuku Eki gedreht wurde.

Ich mich entscheiden: die gleiche Perspektive (und fehlende Teile am Rand) oder gleicher Bildinhalt am Rand (und falsche Perspektive).

(40) Diese Aufnahme war von der fiesen Sorte: Welche Linie? Welche Station? Welcher Bahnsteig? — Der Wegweiser am linken Pfeiler hat einen Hinweis auf den Haltepunkt E-03. Das ist Higashi-Shinjuku der Oedo-Line. Jetzt kommt mein Untergrundwissen zur Hilfe: Nishi-Shinjuku, Higashi-Shinjuku, Shinjuku, Shinjuku-Sanchome und Tochomae sind unterirdisch miteinander verbunden.

Am dichtesten liegt die Marunochi-Linie. Das ergibt Sinn, sind wir doch früher im Video die Treppen zur Station runter gegangen.  Zählt man 1:1 zusammen, steht Ronan am Bahnsteig 1 in Shinjuku.

Und was soll ich sagen, ich habe den exakten Ort anhand des Kachelmusters gefunden. Verwirrt hat mich kurz, dass man die Schilder zwischenzeitlich modernisiert hat.

Ich versuche es mit Prioriät auf Bildinhalt. Das ist einfacher mit Screenshot abzugleichen. Es ist ein Kompromiss. Aber was soll ich machen? Einen anderen Effekt kann ich nicht vermeiden: Gebäude in größerer Entfernung wirken auf meinen Fotos dichter (siehe hier in Foto #32). Das ist direkt abhängig von der Brennweite und unvermeidbar, selbst wenn ich die richtige Perspektive wähle.

Jetzt fehlt nur noch die Haupthalle des Senso-ji und dann sind alle Szenen für heute im Kasten. Hier führt die andere Brennweite schnell dazu, dass ich zu wenig Stufen auf dem Bild habe.

Das war das letzte Foto für heute. Alles in allem bin ich sehr zufrieden. Und mit der Reservezeit, gönne ich mir jetzt ein erfrischendes Hoppy.

(41) Zur Abwechselung was einfaches: Das ist Kreuzung am Eingang zur Godzilla Road, mit Blickrichtung nach Süden. Den Shop auf der linken Seite haben wir schon im Splitscreen gesehen.

Bei der Durchsicht der Ergebnisse (während des zuvor erwähnten Hoppy) fällt mir auf, dass ich bei Bild #51 das falsche Schild erwischt habe. Also zurück. Ich hatte die falsche Kreuzung.

(42) Das war das Bild aus der Nakemise, wo mir die Touristen anfingen auf den Zeiger zu gehen. Zumindest habe ich es geschafft, einen Japaner mit Basecap auf das Bild zu bannen.

Ich nutze die verbleibende Reservezeit, um durch die Nebenstraßen zu streifen. Vielleicht finde ich vielleicht eine der Einstellungen, die ich nicht zuordnen konnte.

(43) Dies ist ein zweiter Shot von der Baustelle nordöstlich der Baustelle. Auf der anderen Seite der Baustelle sind die Bahngleise; und dahinter ist Omoide Yokocho. Und so wie es aussieht, habe ich den Bildausschnitt wieder einmal leicht versemmelt. Ich gebe der Rush Hour die Schuld.

Die Antwort ist Nein und somit ist der erste Teil des Projektes abgeschlossen. Ich bin zufrieden. Ich war wieder mal am Senso-ji, hatte Zeit für das Nakizumo, und bin durch Nebenstraßen geschlendert, die man auf der Jagd von Attraktion zu Attraktion sonst auslässt.

(44) Bäume in der Mitte einer Fußgängerzone. Das hat mich kurz verwirrt. Die Bäume hatten wir aber schon bei den Bilder, die an der Kreuzung vor der Godzilla Road gemacht wurden.

Nächster Stop im VNV-Projekt ist morgen Shibuya. Das wird etwas umfangreicher als heute, aber auch spannender. Für mich geht es jetztzu Fuß weiter nach Ryogoku zum nächsten Matsuri.


Weiter geht es in Asakusa auf der nächsten Seite …

Fast genau vor einem Jahr [April/Mai 2019] war ich in Tokyo. Zuvor – als ich den Urlaub 2019 plante – bin ich auf das Lied „When is the Future“ von VNV Nation gestoßen. Live durfte ich das Lied 3 Monate nach dem Japanurlaub auf dem Mera Luna erleben und für einen Moment war ich wieder in Tokyo.

Der Text ist zweispaltig, da ich mich nicht entscheiden konnte, wie ich das ganze aufbaue. Links sind Kommentare zum Bild. Rechts ist eine grobe Zusammenfassung wie sich dieses Projekt nach und entwickelte. Die Bilder sind in Videoreihenfolge. Der Text ist in vier Abschnitte geteilt.


(01) Dies war eine interessante Persektive; ein neuer Blick auf Tokyo. Ich bin nie auf die Idee gekommen, die Skyline mit diesem Blickwinkel zu fotografieren. Ich sollte das in Zukunft öfter machen. Allerdings mit Postionen, die nicht mitten auf einer Straßenkreuzung liegen.

Das Video: Im Video sieht man die ganze Zeit Ronan Harris von hinten, wie er durch Tokyo wandert. Tagsüber, nachts, die ganze Zeit läuft er durch Tokyo. Als ich das Video gesehen habe, dachte ich: „Kenn ich; kenn ich; Wo ist das; Kenn ich; Kommt mir bekannt vor …“

(02) Mode Gakuen kommt noch ein paar Mal vor. Das Design des Gebäudes ist einmalig. Es ist das Gebäude einer Modehochschule. Die tragende Struktur sind die sichtbaren diagonalen Streben. Wegen seiner Optik heißt es auch Cocoon Tower. Ich werde irgendwann einen Artikel dazu schreiben.

Idee: Warum nur Anime-Einstellungen jagen? Warum nicht die Drehorte von diesem Video aufsuchen? Warum nicht jede Szenen nachstellen? Für ein Video mit mir im Bild hätte ich einen zweiten Mann gebraucht. Also habe ich das Projektt auf Screenshots für jede Szene reduziert.

(03) Wir sind immer noch bei den Wolkenkratzer in Nishi-Shinjuku. So langsam habe ich mich an diese Art der Fotografie gewöhnt. Dass der Bildwinkel nicht stimmt, liegt an der Technik: Mein Weitwinkel reicht nicht aus. Das Ergebnis ist ein Kompromiss.

Irgendwie klang das nach einem guten Plan. Ich bin touristisch mit Tokyo durch (außer Museen). Das klang nach einer neuen Herausforderung. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie viel Zeit ich darauf verwenden werde; …

(04) Es fällt vielleicht nicht sofort auf, aber diese Aufnahme habe ich verpatzt. Der rechte Busbahnsteig im Video ist bei mir der linke. Ich habe mich in der Reihe vertan. Schuld waren neue Halteverbotsschilder.  – Man beachte auch die Kuppel im Hintergrund. Die ist auch neu.

Zeit sowohl in der Vorbereitung, als auch in der Durchführung vor Ort. Denn bevor man die Orte aufsucht, muss man sie finden. Ich bleibe bei meiner Aussage, dass ich 80% der Orte kenne. Jetzt geht es aber um den exakten Ort, idealerweise auf den Meter genau.

(05) Das erste Foto bei dem ich auch das Wetter getroffen habe. In der Vorbereitung den Ort zu finden, war nicht einfach, da ich vergessen hatte, dass der Südbereich von Shinjuku Eki komplett umgebaut wurde. Rechts ist das neue Bahnhofsgebäude zu sehen, mit dem Busbahnhof in 5F (4. Obergschoss), das ich fertiggestellt noch nie benutzt habe.

Es wird eine Schnitzeljagd bis zum Ende: Erst den Orten finden, dann die richtige Kameraeinstellung. Dieses Projekt wird mich auch an Orte führen, die ich noch nicht kenne; Orte, die auf keinem touristischen Route liegen. Und das Projekt wird mir (auch wegen der Kamerawinkel) einen neuen Blick auf Tokyo geben.

(06) Diese Einstellung war fies. Ich hatte ein grobe Idee wo es sein könnte, aber google-maps ist in Shinjuku vollgestopft mit Street Views und das navigieren unmöglich. Probiert es aus: Mehrere Ebenen von Straße, Kaufhäusern und U-Bahn-Korridoren liegen in der Karte übereinander.

Im realen Leben war das Foto schnell geschossen. Erstaunlich ist, dass dank der künstlichen Beleuchtung die Nachtaufnahme aus dem Video gut zu meiner Tagesaufnahme passt. Das Schild scheint invertiert; so auch der Rest der Graustufen. Dennoch, ein invertiertes Bild passt nicht zum Video.

Man beachtet den Food-Truck: Ich habe mir eine deutsche (!) Currywurst gegönnt.

Das wird spannend. Das wird anders. Tokyo neu erleben. Tokyo erneut erleben.

Die Idee steht also. Schritt 1 war es, von jeder Szene einen Screenshot zu machen. Die Aulösung (1440×900) verrät, dass ich ein älteres Notebook verwende. Ich war erstaunt: knapp 100 Einstellungen. Bereits jetzt wird deutlich, dass ich einige Zeit aufwenden muss, damit es gelingt.

Zuerst habe ich die Bilder mit einem Zeitindex versehen und danach nach Orten sortiert. Hm … 6 Gruppen: Asakusa, Shibuya, Shinjuku (Kabukicho), Nishi-Shinjuku (Skyscraper) und Bahnstationen/Züge. Und leider auch eine große 6. Gruppe namens „Wo könnte das sein?“

(07) Standortwechsel im Video zum zweiten Drehort in Tokyo: Shibuya. Hier sehen wir die berühmte „Scramble Square“, der inbegriff des jungen, modernen Tokyo. Kein Tokyobericht ohne ein symbolisches Foto von dieser Kreuzung. Es ist eine „All Green“-Kreuzung, was bedeutet alle Füßgängerrichtungen gleichzeitig grün haben.

Im Rahmen der Vorbereitung war das wohl der spannendste und zeitaufwendigste Teil: Die 6. Bildergruppe auflösen. Ich suchte nach Hinweisen; Gebäude im Hintergrund, Schilder, Straßenbelag, … alles was mich der Lösung näher bringt. Es ist zum Teil erfolgreich. 40 Bilder sind aber immer noch in Gruppe 6.

(08) Und wieder ein Standortwechsel. Wir sind jetzt in Asakusa, dem dritten Drehort des Videos. Dieser Shop scheint sehr berühmt zu sein. Er wurde auch bei „NHK Tokyo Eye 2020“ gezeigt. Verändert hat sich, wie man sieht, eigentlich nichts. Ein Konstante seit Dekaden.

Beim Sortieren stellte sich heraus, dass einige Szenen aus der gleichen Straßen stammen, nur von einer anderen Position. Idee. Google-maps. Ich hasse diese Webseite, weil sie mit jedem Update nutzloser wird, aber Streetview wird die Lösung sein.

(09) Dies ist eines der Fotos, wo mit das Staßenpflaster weiter half. Es sagte mir, dass es nicht Center Gai, Shibuya ist. Die Häuser passen auch nicht zu Asakusa. Also müsste es Shinjuku sein. Weiter halfen mir die Geschäftsnamen links und rechts. Und: Ich sollte wieder Katakana lernen.

Als nächstes drucke ich Karten vom Zielgebiet. Und dann geht es los. Ich laufe durch das virtuelle Tokyo, angefangen mit Asakusa. Ich mache die ersten Kreuze auf der Karte. Ich weiß jetzt, wo genau die Kamera für diese Szene war. Ich finde sogar drei Geschäfte aus dem Video. Das motiviert.

(10) Mann, hat mich diese Einstellung irritiert. Die Schilder sagen Odayku und Bic Camera, also ist es bei Shinjuku-Eki. Aber wo? Es hat gedauert, bis ich merkte, dass Odakyu Department Store zwei Gebäude hat und diese Einstellung aus der Straße beim Eingang zur Omoide Yokocho stammt.

In Shibuya finde ich ein ersten Muster. Viele Szenen sind ein einziger Gang durch die Center Gai. Das ergibt Sinn. Man läuft mit der Kamera 500m durch ein paar Straßen und zerlegt das Video in einzelne Schnipsel. Weitere Szenen enden in einem Kreuz auf meiner Karte.

(11) Dieses Aufnahme stammt aus Center Gai, Shibuya. Hinweise waren das diagonal verlegte Straßenpflaster und Gebäude im Hintergrund. Allerdings hat es etwas gedauert. Die Blickrichtung ist zurück zur Scramble Square.

Ich laufe nun vituell durch die benachbarten Straßen. Ich vermute, die werden nicht weit gelaufen sein. Bis auf einen Bildersatz, den ich in Shibuya vermute und die Bahnstation bin ich sehr erfolgreich.

(12) Hier sind wir in den Straßen von Kabukicho in Shinjuku.  Allerdings habe ich den Ort nicht über die Geschäftsnamen gefunden. Ich musste systematisch alle Kreuzungen ansteuern und mich im Kreis drehen. Ein Hinweis auf Kabukicho waren übrigens die Straßenlaternen.

Für diese „Shibuya-Bilder“ habe ich einen Verdacht: Dogenzaka, auch bekannt als Love Hotel Hill. Ich versuche die Kneipennamen zu googeln. Der Ansatz zeigt erfolge. Ich laufe wieder durch die benachbarten Straßen und schaffe weitere Zurodnungen.

(13) Auch das ist Kabukicho. Die Kreuzung habe ich gefunden, also ich die von Screenshot 12 gesucht habe. Das riesige Plaket war sehr auffällig. Zusätzlliche Bestätigung schaffte der Schriftzug GAO am Gebäude, den man im Screenshot entziffern kann.

In Shinjuku finde ich schnell heraus, dass es im Prinzip 5 Kamerafahrten gibt: Nishi (Hochhäuser), den Straßen südwestlich von Bahnhhof, das Gebiet um das Busterminal, die Straße südlich vom Bahnhof (Lumie 2), Kabukicho und die Yasukunidori.

(14) Hier habe ich das mit dem FOV verpatzt. Und dieses Mal ist das fehlende Weitwinkel keine Entschuldigung. Ich hätte einfach ein paar Meter weiter hinten stehen müssen. … Und, Mann, hat sich die Baustelle verändert. Ich kenne sie noch von 2016 (Japanischkurs) mit dem Metallzylinder, den man im Video sieht. Ich bin gespannt, wann die fertig sind und was es wird.

Yodobashi hat mich verwirrt. Ich vergaß, dass es mehrere Geshäfte rund um den Bahnhof gibt. Ich bin stundenlang um das falsche Gebäude gelaufen. Je mehr Bilder ich zuordnen kann, desto häufiger fällt auch der Kommentar „Ach hier ist das“ oder „Ach hier kommt man raus“. Wie gesagt: Tokyo neu entdecken. Ich finde Abkürzungen und Zusammenhänge, die mir nie bewusst waren.

(15) Auch diese Aufnahme ist schlecht. Ich werde diesen Abschnitt noch mal wiederholen müssen. Es war eines der leztzten Bilder des Tages (und des Projektes). Ich war wohl gedanklich schon auf dem Weg, um Torsten zu treffen und das Abendprogramm zu beginnen.

Danach werden wieder erfolgreich Kneipennamen gegoogelt. Ich stelle einen tokyotypischen Trend fest: Auch wenn das Video erst ein, vielleicht zwei Jahre alt ist, sind erstaunlich viele Kneipen veschwunden, wurden durch neue ersetzt. Tokyo ist einem konstantem Wandel unterworfen.

(16) Ja, hier habe ichgeschummelt. Es ist an anderer Shop. Den richtigen habe ich nicht gefunden. Es lang nicht an fehlendem Enthusiasmus. Ich bin die Nakamise zwei Mal und googlemaps und in real abgelaufen.

Die Straßenszenen sind mit 15 Ausnahmen alle „im Kasten“. 5 davon wurmen mich. Nach Stunden in google-maps bin ich mir zwar ziemlich sicher, wo sie sein müssten, finde sie aber nicht. Argh.

(17) Dies ist wieder Center Gai. Bei meinem Foto ist es einfach, denn es steht auf dem Schild an der Laterne. Dieses kann man im Video aber nicht lesen. Es blieb das diagonale Straßenpflaster.

Bei 4 haben ich Hoffnung, dass ich sie durch Zufall finden, wenn ich die gefundenen Strecken erneut ablaufe. Bei 6 habe ich keine Hoffnung. Es gibt zu wenig Hinweise in der Szene.

(18) Das ist die erste Aufnahme aus dieser Ecke von Shinjuku, westlich der Bahnstation, unterhalb des (alten) Busterminals. Erstaunlich, es ist eine Gegend, die ich zum ersten Mal besuche, zumindest soweit ich mich erinnere. Und es ist sicherlich eine Gegend, die ich abends ansteuern werde, wenn all die Izakaya geöffnet haben, die ich gesehen habe.

Jetzt kümmere ich mich erst einmal um die Screenshots der Bahnstationen und eine neue Herausforderung: Ich kann google-Streetview nicht nutzen. Es gibt zwar Aufnahmen aus den Korridoren der Stationen (ein Grund warum google-maps in Nähe von Bahnhöfen unbrauchbar geworden ist; probiert es aus), aber die helfen nicht weiter.

(19) Dieser Ort war einfach: der Eingang zur Godzilla Road. Es ist eine Parallelstraße zur berühmten Straße mit dem Schild Kabukicho. 2004 war das noch ein heißes Pflaster. Mittlerweile ist es komplett familientauglich. Das Hotel am Ende der Straße hat einen lebensgroßen Godzilla neben sich.

Die Detektivarbeit beginnt. Was steht auf den Schildern? Welche Bahnlinie könnte das sein. Wie sehen die Schilder für die Ausgänge aus? Erstaunlich. Ich kann knapp 2/3 zuordnen. Wie ich das genau gemacht habe, habe ich in der linken Spalte zum Bild geschrieben.

(20) Ein Splitfoto. Die Kabel von der linken Seite werde ich niemals finden. Ich werde bei Gelegenheit meine „Kabelsammlung“ durchgehen und etwas Passendes ergänzen. Kabel gibt es Tokyo genug. Die Kreuzung ist übrigens die am Eingang zur Godzilla Road, nur in die andere Richtung fotografiert. Das Geschäft werden wir noch ein paar mal sehen.

Am Ende konnte ich 85 Bilder eindeutig zuordnen. Bei 29 blieb mir der Erfolg vergönnt. Eine Ausbeute von knapp 75%. Ich werte das als Erfolg. Zumal ich bei einigen eine starke Vermutung habe, wo sie sein. Ich hoffe, dass ich die unterwegs finde. Und dann ist da noch die Hoffnung auf den ein oder anderen Glückstreffer.

(21) Entwender das Video ist nich so alt, oder die T-Shirts hängen schon eine Ewigkeit in dem Laden. Es ist einer der Shops in der Nakamise von Asakusa, die ich schon auf google-Streetview gefunden habe. Ich habe aber nicht erwartet, dass das Foto immer noch fast 1:1 gelingt.

Damit war alles vorbereitet: Die Karten mit den Positionen sind ausgedruckt; die Screenshots für den Vor-Ort-Abgleich der richtigen Kamerastellung ebenfalls. Mit im Gepäck ist immer noch die Hoffnung, den ein oder anderen Zufallstreffer zu erwischen.

(22) Wir sind wieder südwestlich des Bahnhofes. Hier habe ich mich an der Reklame rechts orientiert und am Skyscraper im Hintergrund. Die Diagonalen und die ovale, angedeute Struktur legten den Verdacht auf den Cocoon Tower.

Der Zeitplan ist wie folgt: ein Vormittag für Asakusa, ein Nachmittag in Shibuya und ein ganzer Tag für Shinjuku. Ich werde die Fototermine mit anderen Veranstaltungen zu kombinieren, z.B. das Nakizumo in Asakusa.


Weiter geht es in Asakusa auf der nächsten Seite …

[Nachtrag: Ich habe in jedem Abschnitt 5 Bilder mit einem vorher-nachher-Slider ausgerüstet. Beachtet dabei, dass ich den Bildausschnitt bisher nur grob abgeglichen habe. Ich habe meine Foto noch nicht (!) mit Hilfe von transparenten Ebenen 1:1 mit dem Screenshot abgestimmt, noch habe ich die Bilder verzerrt, damit sie passen.]