Furry Black Light 13 – Gold Rush – 2

31.10.2025 — Heute ist im Prinzip Halloween. Mal sehen was passiert. Es wundert mich, dass das kein Thema bei der Con ist. Liegt es daran, dass wir schon „in Kostüm“ sind? Es würde doch — über zwei, drei Ecken — zum Thema Gold Rush passen.

Der Tag beginnt wieder mit Frühstück. Danach wartet ein mechanischer Bulle auf mutige Cowboys … ich bin mir nicht sicher wie man das im Furry-Context nennt. Cow-huskies? Cow-foxes? Hmm. Nicht drüber nachdenken. Das könnte kompliziert werden.

Um 12:30 ist das Gruppenfoto angesetzt. Es wird Zeit, meinen guten Kimono rauszuholen. Gleich im Anschluss folgt das Inflatable Panel, gelegentlich auf Pool-Toys genannt. Ich weiß nicht was ist ist, aber diese aufblasbaren Dinger harmonisieren sehr erfolgreich mit Furries.

Der Rest vom Tag ist etwas träge. Interesannte Panels sind in Französisch oder fallen aus. Ja, das klingt jetzt negativ. Ist es auch. Aber das heißt nicht, dass ich keinen Spaß habe. Es bestätigt jedoch den Eindruck von gestern, dass irgendetwas fehlt oder anders ist als zuvor.

Zum Glück gibt paar bekannte Gesichter: Murpy ist da. Er gehört zum Orga-Team. Blue Raptor ist auch dabei. Er war der erste oder zweite(?) Furry, den ich 2021 getroffen habe. Er hat auch ein selbst-kreiertes Spiel dabei, das wir heute Abend testen.

Abendessen heute ist eine Pizza in der Brasserie. Es ist günstig und ich habe keine Lust, weit zu laufen.

Dann fällt mir ein, dass es eine Bar im obersten Stockwerk des Hotels gibt. Auf gehts. Ich muss mich bei der Rezeption melden, da nur einer von acht Aufzügen dieses Stockwerk anfährt. Die Aussicht ist genial. Der Eiffelturm1 ist so sehen. Erstaundlich, wie er den Rest von Paris überragt. Etwas links davon sieht man, ähnlich imposant, Sacré-Cœur.

Die Cocktails sind speziell. Ich finde zwar keinen Klassiker, aber diese Kreationen hier haben was. Punktlick zur vollen Stunde kommt mein Drink. Jetzt beginnt der Eiffelturm zu funkeln. Es sollen über 20.000 LED-Lampen sein. Oben strahlt zudem ein Leuchtfeuer, wie ein Leuchtturm. — Der Abend endet dann final auf der Tanzfläche.

01.11.2025 — Heute ist auch schon der letzte volle Tag der Convention. Morgen kommen eigentlich nur noch die Abschlusszeremonie und die Dead Dog Party.

Der Tag beginnt mit Dodgeball und Greedy Gold Grabbers (Hungry, Hungry Hippos). Ich nehme nicht Teil. Ich habe mich vergessen anzumelden, und ich bin nicht vernetzt genug, um als Teil eines Teams teilzunehmen.

Dafür schaffe ich es endlich auf die Dealers Den. Wieder gibt es viele Sticker und Pins, Comissions für Badges und Furry Art. Nichts was mich aktuell reizt. Ich habe eigentlich alles, was ich benötige. Einen Zufallsfund gibt es nicht. Das ist gut. Es spart eine Menge Geld.

Ich habe auch Zeit für ein Photoshoot. So richtig gute Ideen für Posen habe ich nicht. Ich improvisiere. (Fotos sind im nächsten Blogeintrag). Ich schaue bei Twister vorbei und beim Dance Battle. Letzteres ist definitiv nichts für mich. In diesem Battle wird Musik vorgegeben. Und damit sind wir beim Problem. EDM, Pop und Hiphop sind so gar nicht meins.

Jetzt ist auch die letzte Chance für Tageslicht- bzw. Dämmerungsaufnahmen von der Bar; morgen ist die Bar geschlossen und öffnet erst für die Dead Dog Party. Mit Kamera geht es noch oben. Das Wetter ist aber bei weitem nicht so fotogen wie gestern. Egal.

Im Anschluss geht es fürs Abendessen zum Saveurs du Tibet, ein kleiner unauffälliger Laden; ein kleiner Tresen und ein paar Tische. Die Tibetische Küche ist mal was anderes. Ich vermute, man hat die Rezepte ein wenig europäisiert.

Und wieder geht es zum Ende des Tages auf die Tanzfläche. Heute ist die Gangart härter und nach meinem Geschmack. Und es gibt eine Alterskontrolle, denn es ist Black Dance. Der Dresscode ist sehr stark gelockert. Fetisch ist erlaubt. Um 3 Uhr falle ich dann endlich ins Bett. Auch wenn nicht viel los war, fühlt es sich wie ein runder, gelungener Tag an.

Furry Black Light 13 – Gold Rush – 1

29.11.2025 — Es geht zurück an den Ursprung: Furry Black Light, Paris.

2021, um aus dem detuschen Corona-Lockdown auszubrechen, bin ich nach Paris geflogen. Furry Black Light war meine allererste Furry-Convention, der kommt nähstes Jahr. Im Koffer ist Goyji, meine zweite Fursona.

Anders als 2021 nehme ich dieses Mal das Auto. Flugreisen mit einem Extrakoffer für einen Fursuit sind umständlich, vor allem, wenn man noch andere Dinge — wie Getränke — mitnehmen will. Anders als 2021 ist das Convention-Hotel auch nicht direkt am Flughafen CDG, sondern in St. Denise, knapp 40 Minuten mit dem ÖPNV vom Flughafen entfernt.

Relativ früh geht es um 7 uhr los. Ich will vor dem Berufsverkehr raus aus Detuschland sein. Und ich will vor 14 Uhr ankommen. Ach ja, Paris ist dichter als Lübeck. Darüber habe mir noch nie Gedanken gemacht. Ich fahre 2 Mal im Jahr nach Lübeck, scheue aber den Weg nach Paris. Wie dumm.

A48 und A1 bringen mich an Trier vorbei nach Luxemburg. Theoretisch könnte ich über Metz auf der A4 bis Paris fahren. Aber Frankreich hat Autobahnmaut, und ich will ein paar Euro sparen. Also geht es zunächst weiter nach Belgien, bevor ich bei Bouillon über die Grenze nach Frankreich geht. Die A34 bis Reims ist mautfrei. Ich spare durch diese kleinen Umweg die Hälfte der Maut. Die A4 kostet aber ist schön zu fahren. Es ist wenig los und die Straße ist in einem perferkten Zustand. Dafür zahle ich gerne extra.

Mit der Nähe zu Paris steigt das Verkehrschaos. Staus auf google bewegen mich zu einem kleinen Umweg über die N3 und A104. Dann das Finale. Die A1 kommt von den beiden(!) Flughäfe und mündet im Norden in das Stadtgebiet von Paris. Das H4-Hotel ist in Saint-Denise, theoretisch etwa 200m innerhalb der Umweltzone, für die man eine spezielle Plakette braucht. Das riskiere ich und verstecke das Auto in der Tiefgarage.

Die ganze Gegend bis zum Hotel wirkt neu gebaut. Auf der anderen Straßenseite zeigt sich ein älterer und etwas runtergekommener Stadtteil. Vermutung: Hier wurde viel Olympia getan.

Check-in und Con-Registration gehen schnell. Jetzt erst einmal ein Glass Champgner. Das hier ist Frankreich. Außer der Eröffnungszeremonie um 20 Uhr steht für heute nichts auf dem Programm. Also wandere ich durch die Gegend. Spannendes gibt es nicht zu berichten.

Wie auch in Belgium ist das Tragen des Fursuitsheads auf öffentlichen Straßen verboten. Es gibr auch in Frankreich ein Anti-Burka-Gesetz, das das Tragen von Masken, die das Gesicht verdecken, verbietet. Damit gibt es auch keinen Fursuitwalk auf dem Terminplan. Die Strecke zwischen Hotel und Convention-Center ist ok, solange wir es nicht übertreiben.

Bleibt die Frage nach dem Abendessen. Auf der anderen Straßenseite gibt es das „Les Bons Vivants“. Das sieht nach nichts aus. Es ist eine Brasserie, eine Mischung aus einfacher Kneipe mit Tabakladen. Mit soll es reichen. Ich bestelle, wir sind ja in Frankreich, belgisches Trapistenbier; nicht fragen. Auch wenn ich kein Wort Französisch spreche, komme ich gut über die Runden. Keine Ahnung wie es um die anderen Dinneroptionen bestellt ist, aber das hier ist definitiv Option B.

30.11.2025 — Heute beginnt das Convention-Programm, nach dem Frühstück. Das Buffet ist reichhaltig, ich bleibe aber (fast) LowCarb: Bacon & Eggs, ein paar baked Beans, Salat, Fenchel-Wurst (sie erinnert mich ein wenig an die Salsiccia aus Italien), Joghurt mit Früchten.

Spannende Themen gibt es nicht. Viele Panels sind zudem im Französisch, also folgt gleich das zweite Frühstück in der Brasserie. Wir starten den Tag mit Pastis. Wir sind ja schließlich in Frankreich. EIn bischen Knabberkram dazu und schon hat der Tag Struktur.

Das erste Panel ist der Snack-Exchange. Leider ist hier nicht viel los. Das sah 2021 ganz anders aus. Was mir auch fehlt ist das „Wine & Cheese“ Panel. Generell wirkt der Terminkalender etwas ausgedünnt. Oder liegt es an mir. 2021 war meine erste Con natürlich ein Informationsüberfluss; alles war neu. Das jetzt ist Con Nummer 14, wenn ich mich nicht verzählt habe. Dennoch, einige „Klassiker“ fehlen aus meiner Sicht.

Ich schaue bei den Board Games vorbei, bevor ich mich an Fotos während der Wild (and fluffy) West Games versuche. Die Dealers Den hat eine rieisige Warteschlange. Ich ich brauche nichts zwingend, dass Schlagestehen rechtfertigen würde.

Der Abend endet mit Board Games. „Tickets to Ride“ erinnert mich n die „Siedler von Catan“ gemischt mit „Auf Achse“, wenn das einer kennt. Das hat Spaß gemacht. Kein Furry-Game, aber so ein Abend mit Brettspielen habe ich gebraucht.

Der FurDance läuft, die Musikrichtung ist nicht so ganz meins. Aber ich war da.

Hotel 2025

0 — Steigenberger Hotel, Frankfurt Airport (1 Nacht)

Unterschweinstiege 16, 60549 Frankfurt am Main
phone: +49.69.69750; info@airporthotel.steigenberger.de; 3H5Q+GP

Hotel: Das Hotel ist, zugegeben, an manchen Stellen in die Jahre gekommen. Es ist auch nicht die günstigste Option. Ich übernachte dort vermutlich aus Tradition; und wegen des Airport-Shuttle. Ein weiterer Pluspunkt ist der Spa-Bereich mit Pool, Sauna und Massagen.

Leider ist das Hotel teuer; weniger die Zimmer, eher die Bar. Das Speisenangebot ist relativ begrenzt. Es gibt das Restaurant „Oberschweinstiege“, aber immer wenn ich dort bin, hat es einen Ruhetag.

Zimmer: Ich hatte wieder ein Zimmer im Executive Tower. Ich habe gelernt, dass dies die Räume mit den älteren Design sind. Oh, bitte so lassen. Ich mag das dunkle, rötliche Holz. Das hat für mich was von Chefetage.

Anreise: Mit der Detuschen Bahn fährt man, wenn die Bahn mal fährt, bis „Frankfurt Flughafen“, dann geht man zum Flughafen rüber und nimmt den Shuttlebus, der regelmäßig fährt. Achtung, Taxifahrer sind angepisst, wenn man „nur“ bis zum Steigenberger will.

Umgebung: Das Hotel ist in diesem kleinem Fleck zwischen der A3, der A5 und der B43. Hier tummeln etliche Hotels, die speziell für Gäste des Flughafens optimiert sind.

Fazit: Es war bisher mein go-to-Hotel am Flughafen, aber es hat Konkurrenz bekommen.


1 — Edo Sakura江戸さくら (5 Nächte)

3-2-13 Shitaya, Taito-ku, 〒110-0004 Tokyo
phone +81.3.5808.1730; info@tokyoedosakura.com; PQFP+94

Hotel: Das Hotel ist relativ klein und liegt in einer Anwohnerstraße (bitte nachts nicht zu laut sein), gegenüber einer Schule. Alles verströmt den japanischen Charme, den moderne Hotels vermissen lasen. Ab diesem Urlaub muss ich wohl auch erwähnen: Das Personal ist Japanisch; und das passt ideal zum Style des Hotels.

Das Frühstück ordert man am Tag vorher und kostet extra. Damit hat man maximale Flexibilität. Es gibt japanische und westliche Optionen. Alle sind einfach. Für mich war das definitiv ausreichend und ein guter Kompromiss, da ich sonst gar nicht frühstücke und im Urlaub keine Zeit verlieren will.

Zimmer: Ich hatte ein Tatamizimmer, das relativ groß war. Das Bad war einer der typischen Cubicles in hellem beige.

Anreise: Fußläufig (auch mit Koffer) ist die U-Bahnstation Iriya (Hibiyalinie, H-18). Es ist nur eine Station von Ueno-Station. Man sollte aber die Rushhour meiden. Dann wird es voll und Koffer werden eine Herausforderung. In Iriya öffnen die Türen auf der linken Seite.

Umgebung: Wie erwähnt liegt das Hotel in einem Wohngebiet. Die Straße ist eine kleine Nebenstraße. Nachts ist es ruhig; tagsüber auch. Es gibt einen 7eleven und einen FamilyMart an den Ausgängen der U-Bahn-Station. Sonst ist nicht viel los.

Fazit: Es ist ein kleines Hotel mit (auch) Tatamizimmern. Ich habe mich sofort wohl gefühlt. Das Sento muss ich beim nächsten Besuch testen.

2 – Prostyle Ryokanプロスタイル旅館横浜馬車道 (2 Nächte)

5-64 Tokiwacho, Naka-ku, Yokohama, 〒231-0014 Kanagawa
phone: +81.45.6622.222; CJWM+PX

Hotel: Das Hotel ist, wie der Name vermuten lässt, eine moderne und stylische Interpretation eines Ryokans. Alles ist funktional. Die Rezeption ist gleichzeichtig die Bar, die westlichen Lounge-Charme hat.  Die Saune habe ich nicht getestet.

Zimmer: Ich hatte ein Tatamizimmer. Es war relativ klein, aber für mich alleine OK. Es hatte kein „echtes“ Futon, das man ausrollen muss. Das Bett ist ein Kompromiss aus Futon auf dem Fußboden und westlichem Bett. Wer nicht Full-Japan-Style beim Schlafen gehen will, sollte diese Option probieren.2 Das Badzimmer ist geteilt in Toilette und Dusche/Badewanne. Und das es ein „Prostyle“ ist, ist es zur Abwechselung mal nicht beige.

Anreise: Das Ryokan liegt fußläufig zur Station Kannei. Es gibt eine U-Bahn-Station der Blue Line und eine JR-Station (Negishi Line, JK), beide Linien laufen über Yokohama Station. Beide Stationsteile sind unterirdisch verbunden. Vom Ausgang 9 (und  8) sind es knapp 100 m zum Ryokan.

Umgebung: Kannei hat eine gute Auswahl von Kneipen und Restaurants. Fußläufig sind Chinatown, die Waterfront und auch der Landmark Tower erreichbar. Für diesen und für das Kneipenviertel Nogecho (Jazz Clubs)  empfehle ich eine Station mit Blue Line oder JR; Haltepunkt Sakuragicho … nicht wegen der Entfernung. Der Weg ist einfach langweilig.

Fazit: Es ist definitiv ein Hotel für einen zukünftigen Aufenthalt in Yokohama. Es liegt taktisch günstig und hat Stil.

3 — Candeo Hotels Kyoto Karasuma Rokkakuカンデオホテルズ京都烏丸六角 (4 Nächte)

149 Rokkakudori Nakagyo Ward, 〒604-8164 Kyoto
phone: +81.75.366.2377; 2Q45+WH

Hotel: Das Hotel ist optisch ein Knaller. Vor ist ein altes japansiches Gebäude. Dahinter ist ein Neubau. Am ersten Abend ist mir nicht einmal aufgefallen, dass es kein Lobby war, sondern draußen. Auch die Flure waren Laubengänge. Im Sommer heißt das keine A/C und im Winter keine Heizung.

Eyecatcher ist definitiv der Altbau. Hier ist auch der Frühstücksraum, das übrigens ein japanisches Bento war. Eine westliche Option war nicht verfügbar. Den Loungebereich, ein weiteres japanisches Tatamizimmer habe ich nicht genutzt. Der war gut besucht und mir war nicht nach Geselligkeit.

Das Personal ist international und nach meinem Gefühl indisch dominiert. Und es hat mich irritiert. Mein Gehirn erwartet japanisches Personal. Hier fühlte ich mich kurz nach Page, AZ zurückversetzt, wo die beiden großen Hotels auch in indischer Hand waren. Der Service war gut, aber für die typische japanische Hospitalität fehlte mir das japanische Gesicht dazu.

Zimmer: Das Zimmer war für japanische Verhältnisse eine Suite. Wie schon in Yokohama war es ein Tatamizimmer mit „Futonbett“, als Kompromiss an westliche Besucher. Auch im Design das Zimmer ein Mix aus West und Japan, der mir sehr gut gefallen hat.

Anreise: Von Kyoto Eki aus mit der Kasauma Line (U-Bahn) zwei Stationen nach Karasuma Oike. Von dort muss man in Richtung Süden gehen. Vom Ausgang 5 geht man zwei Kreuzungen die Hauptstraße entlang (bis zum Family Mart). Dann biegt man rechts in die Rokkaku-dori. Das Hotel ist nach 50 m auf der linken Seite.

Umgebung: Um das Hotel herum gibt es nicht viel. Das Samuraimuseum ist ebenfalls in der Rokakkudori (ca. 400m nach Osten). Die Burg Nijo-jo  ist etwa 600m enfernt. Zum Nishiki Market sind es auch 600 m, nur leider in die andere Richtung. Vorteil des Hotels ist die taktische Lage zwischen den U-Bahn-Stationen Karasuma Oike und Shijo bzw. Karasuma.

Fazit: In der Gesamtbewertung streitet sich das Cando mit dem Edo Sakura um Platz 1 auf dieser Reise. Das Edo Sakura gewinnt nur, weil es so klein und cozy wirkte. Das hier ist vermutlich rein objektiv betrachtet der Gewinner.

4 — Livemax Resort Aki Miyajima (3 Nächte)

Uonotanachō-634 Miyajimacho, Hatsukaichi, Hiroshima 〒739-0588
phone: +81.829.40.2882; 78XF+FH

Hotel: Das Hotel gehört zu einer Hotelkette, die sich eindeutig auf ausländische Gäste ausgerichtet hat. Es liegt auf der Bergseite des Ortes und nicht am Wasser, etwas abseits vom Trubel.

Sehr japanisch ist, dass man gleich am Eingang die Straßenschuhe auszieht. Mit dem ganzen Sand und den potentiellen Hinterlassenschaften der Rehe keine schlechte Idee. Frühstück und Dinner habe ich ausgelassen, von daher kann ich hierzu nicht berichten.

Leider war der erste Eindruck nicht optimal. Der Geruch des Abendessen war überall in der Lobby in den Fluren zu riechen und sehr intensiv. Und dass Hummer und Austern gegrillt wurde, war dabei nicht von Vorteil.

Auch hier war das Großteil des Personals nicht japanisch. Und wieder hat es mich irritiert. Ich bleibe dabei. Es fehlt einfach eine Erfahrung: das Engrish, diese kleine Sprachbarriere.

Zimmer: Ich hatte für mich ein Tatamizimmer gebucht. Es waren moderne schwarze Tatamimatten aus Kunststoff. Es wirkte sehr schlicht, aber das liegt zu Teilen sicherlich am vorherigen Hotel.

Anreise: Von der Fähre geht man in die Stadt. Relativ mittig an der Promenade biegt man links ab (steht man vor dem Kinsuikan, ist man zu weit). Man geht die Nebenstraße einfach bis zum Ende. Die letzten Meter sind etwas steil, gerade mit Koffer. Aber es hält sich in Grenzen.

Umgebung: Die kleine Stadt mit all den Shops für Touristen ist einfach 150m vom Hotel entfernt. der Rest aller touristisch interessanten Punkte ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. (Das gilt allerdings für fasta alle Hotels hier auf Miyajima).

Fazit: Das Hotel konnte leider so gar nicht bei mir punkten und belegt den letzten Platz. Es war zu touristisch. Das Hotel hatte von Anfang an einen schlechten Start. Schon beim Buchen war es nicht mein Wunsch, sondern das Hotel, das noch zu einem akzeptablen Preis verfügbar war.

5 — Hotel Trusty Osaka Abenoホテルトラスティ大阪 阿倍野 (4 Nächte)

1-5-10-300 Abenosuji, Abeno Ward, Osaka, 〒545-0052
phone: +81.6.6530.0011; JGW6+FW

Hotel: Das Hotel ist sehr westlich. Der Eingangsberich hat die Rezeption, die fast nahtlos in den Barbereich übergeht, der morgens aus Frühstücksareal genutzt wird. Das Publikum war international, zumindest akustisch von Chinesen dominiert.

Das Frühstück ist ein Buffet aus westlichen und japanischen Elementen. Ich hatte Spaß beim Mixen. Kaffee und Misosuppe sind aber nicht für jeden.

Zimmer: Das Zimmer war, ich habe vergessen Fotos zu machen, absoluter westlicher Standard. Vermutlich habe ich genau deshalb vergessen, ein Foto zu machen.

Anreise: Vom Tennoji Banhhof ist es relativ einfach. Leider ist der Untergrund nicht vollständig bei google-maps abgebildet. Orientiert euch in Richtung Ausgang 13, dann seit ihr schon mal auf der richtigen Straßenseite.

Der Eingang zu Hotel ist in 3F. Darunter sind Geschäftsräume, u.a. der UFJ Bank. Ein Fahrstuhl führt direkt aus dem Untergrund dorthin. Der Eingang dazu ist direkt am Eingang von UFJ im Untergrund.

Umgebung: Das Hotel liegt an einer sehr geschäftigen Kreuzung. Nördlich von JR Tennoji und sündlich von Kintsu Osaka-Abenobashi sind keine Kneipenviertel für ein Feierabendbier. Direkt auf der anderen Straßenseite ist Harukas 300, das derzeit höchste Gebäude Japans mit Aussichtsplattform und Shopping Mall (für Souvenirs).

Shitenno-ji und Tsutenkaku sind theoretisch fußläufig erreichbar. Den Rest erreicht man bequem mit den vielen Bahnlinie, die ab Tennoji bzw. Osaka-Abenobashi fahren: Die Osaka-Loop-Line verbindet mit Tennoji und Umeda, die Midosuji-Subway fährt nach Dotonbori, Umeda und Shin-Osaka, Tanimachi-Line für Osaka Castle und Umeda, …

Fazit: Mit dem Hotel macht man nichts verkehrt. Seine Lage direkt neben Tennoji Station und direktem Zugang zum Untergrund macht es zu einer guten strategischen Entscheidung. (Außer man will viel mit dem Shinkansen unternehmen.)


6 — Vessel Hotel Campana Nagoya (4 Nächte)

2-30-7 Meieki, Nakamura Ward, Nagoya, Aichi 〒450-0002
phone: +81.52.569.0011; 5VGM+6F

Hotel: Das Hotel ist sehr westlich. Die Einrichtung ist modern. Ich hatte das Hotel wegen des Onsen/Sento gebucht, das ich dann aber nicht genutzt habe. Das Frühstück kann ich auch nicht bewerten.

Gefühlt war ich der einzige nicht-chinesische Hotelgast. Gestört hat es mich nicht. Ich war eh nur zum Schlafen dort.

Zimmer: Das zimmer war ein einfaches westliches Zimmer. Die Größe war ok, das Design modern. Ein wenig Holz machte es wohnlich. Sonst bekommt man ja immer nur eine weiße Wand. Das Bad war der Standard-Cubicle.

Anreise: Von Nagoya-Station sind es etwa 500. Im Untergrund wäre Ausgang 1 die Wahl. Auf Straßenebene verlässt man den Bahnhof am Hauptausgang (Osten) und geht nach links. Man quert die Zufahrt zum Busdepot und benutzt dann die Ampel, rüber zu Karaoke Joysound. Hier ist auch der erwähnte Ausgang 1. Man geht nach etwa 50m in die schräg links abzweigende Straße. Bis zum Hotel sind es drei Kreuzungen.

Umgebung: Fußläufig ist eigentlich nur Nagoya Station. Für den Rest von Nagoya sollte man die U-Bahn bemühen.

Fazit: Das Hotel ist ok, aber eine rein strategische Entscheidung, wenn man viel mit JR (bzw. Kintetsu oder Meitetsu) unterwegs sein wird.

7 — APA Hotel Keisei-Narita Sta. (2 Nächte)

906 Hanazakicho, Narita, Chiba 286-0033
phone: +81.570.053.111; Q8G8+PP

Hotel: Dieses Hotel ist ein klassisches Business Hotel. Ein relativ kompaktes Zimmer. Der Fokus liegt auch einfachen Check-in, Express-Check-out und Schlafen. Es gibt eine kleine Bar/Restaurant. Sonst ist das Hotel nicht wirklich spannend.

Zimmer: Das Zimmer war klein.  Mit zwei Koffern musste ich mich gut organisieren. Immer fehlte ein wenig Rangierfläche. Das Bad, wie immer der Standard-Cubicle. (Daher auch kein Foto.)

Anreise: In der Keisei-Station gibt es einen Nebenausgang, der über mehrere Rolltreppen nach unten führt. Die Rolltreppe endet direkt an der Straße und direkt nebem dem Hotel. So dicht am Bahnhof war kein anderes Hotel jemals.

Umgebung: Direkt am Hotel ist nichts von Interesse. Für alle Dinge in Narita und Umgebung muss man mit der Rollstreppe hoch zur Keisei Station. Japan Rail ist etwa 150m entfernt. Die Omotesando, die zum Narita-san führt, starten im Prinzip genau zwischn Keisei und JR.

Fazit: Ein Hotel, das man einzig aus strategischen Überlegungen und wegen des Preises wählt. Man nichts verkehrt, aber man darf nur Stadard erwarten (was in Japan immer ausreichend ist).

Rediscovering Rückflug

Heute ist dann auch mein Teil dieser Japanreise vorbei. Ich habe den Zug um 7:18 gewählt. Damit sollte ich sicher 3 Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Und wenn ich mich bei checkout verspäte fahren zwei weitere Züge mit nur wenige Minuten Abstand.

Nun mit zwei Koffern und Handgepäck unterwegs geht es die 4 Rolltreppen hinauf zum Hintereingang des Bahnhofes. Zwei Koffer sind auf keinen Fall optimal. Das wird bestimmt nicht zum Standard.

Der Zug kommt pünktlich ist aber sehr voll. Für ein paar Minuten wird es gehen. Am Flughafen werde ich mit den anderen Fahrgästen förmlich auf den Bahnsteig gespült. Auf dem Weg zu den Rolltreppen verliere ich auch gleich meine Jacke. Ich hatte sie auf einen der Koffer gelegt. Zum Glück geht in Japan nichts verloren.

Ich arbeite mich hoch zu den Check-in-Schaltern. Diese Schieß-Selfservice-Terminals gehen mir auf den Sack. Das ist reine Schikane. Check-In selbst geht aber schnell, ebenso Security; kein Vergleich zu 2018, als ich in die Golden Week geraten bin und fast zwei Stunden für Check-In und Security benötigt hatte.

Ich habe fast anderthalb Stunden bis zum Boarding. Genug Zeit … um mir einen neuen Boarding Pass zu besorgen. Meinen habe ich irgendwo im Securitybereich verloren. Das ist das erste Mal, dass mir das passiert. Aber dies ist Japan und so mache ich mir nicht allzugroße Sorgen. Und in der Tat bekomme ich problemlos ein neues Ticket.

Ab jetzt wird es langweilig. Warten. Bier trinken. Warten. Dann Boarding. Der Rückflug ist auf 14 Stunden 10 Minuten gesetzt. 3 Stunden mehr als früher. Fuck You Russland.

Wir heben ab. Das Kinoprogramm ist mittelmäßig. Warum fliegen wir nach Norden? Geht es doch über Russland? Natürlich nicht. Wir steuern auf Alaska zu. Die Datumsgrenze ist auf dem Bildschrim eingezeichnet. Werden wir sie kreuzen?

Rein theoretisch war ich Toni (Pacific Time) die ganze Zeit 16 Stunden[efn-note]Californien ist in Zeitzone Uniform (-8 hat aber Sommerzeit); Japan ist Zeitzone India (+9 Stunden)[/efn_note] voraus. Jetzt sind es 19 Stunden. Und dann passieren wir die Grenze. Für eine kurze Zeit bin ich eine Stunde hinter Toni. Oberhalb von Alaska werden es dann sogar 3 Stunden.

Wir fliegen tatsächlich über die Arktis. Nicht direkt ober den Nordpol, aber immerhin. Das ergibt keinenSinn. Die Erde rotiert gegen den Uhrzeigersinn. Frankfurt rennt quasi vor uns weg. Dennoch scheint es sinnvoller zu sein, anstatt die Route vom Hinweg zu nehmen.

Binnen der nächsten etwa 6 Stunden werden wir durch 12 Zeitzonen fliegen. Leider sind uns dichte Wolken. Das Packeis des Pols ist nicht zu sehen. Über Grönland kann ich schnelles Foto vom Artikeis machen.

Der Rest vom Flug und die Landung (17:40 Uhr Ortszeit) sind langweilig. Spannend wird es noch mal beim Zoll. Wegen Bombenalarm sind alle Ausgänge abgeriegelt. Keiner weiß, wann es weitergeht.

Ich bin relativ entspannt. Ich hatte weit über 2 Stunden zwischen Landung und Zugabfahrt eingeplant. Selbst nachdem die Gefahr beseitigt ist und ich die Zollformularitäten für 11 Flaschen Whisky und Sake erledigt habe, bleibt genug Reservezeit. Und natürlich hat der ICE Verspätung. Japp. Ich bin zurück in Deutschland.

Die Zugfahrt erfolgt wieder im Speisewagen. Wie schon bei der Hinfahrt ist es kurz vor Feierabend. Ich habe meine Ruhe, Bier und eine Currywurst. Mit einer Taxifahrt nach Hause endet diese 10. Reise. Es ist spät. Ich bin müde. Und morgen früh muss ich bereits wieder zu Arbeit. Der Jetlag wird ein Spaß werden, aber das ist es mir Wert.

Rediscovering Narita and Sawara

Das ist er, der letzte volle Tag in Japan. Auf dem Programm stehen Sawara und ein Teil von Narita. Ich bin zeitig wach. Mit den Rolltreppen geht es rauf zum Bahnhof. „Let’s Escalate“. Mit dem erstbesten  Zug geht es nach Sawara. Diese kleine Stadt mit den alten Häusern am Kanal hat was. Oh ja. Das ist dann der dritte Ort in dieser Reise, der ein zweiter Besuch ist.

Die Zugfahrt ist länger als ich sie erinnere. Endlich in Sawara gehe ich direkt los. Dieses Mal weiß ich, wohin ich muss: Ich hoffe den Spirituosenladen gibt es noch.

Ja den Laden gibt es noch. Er heißt Yamazakiya Liquor Store. Und er hat viele Whisky im Sortiment, die ich haben will. Ich werde auf dem Rückweg hier noch einmal anhalten. Jetzt wird erst einmal nur ein Highball getankt.

Gestärkt geht es weiter zum Ono-River. Ich komme genau dort an, wo die alten Häuser beginnen. Ich schlendere gemütlich den Kanal rauf und runter und genieße die Sicht und den sonnigen Tag. Morgen geht es zurück, daher ist das Motto für heute: kein Stress.

Wenn ich mich richtig erinnere, geht die Toyohashi-Brücke gleich in den Betrieb. Für alle die es nicht wissen. Die Brücke hat einen doppelten Boden und wird zur vollen Stunde ein Wasserfall. Es sind diese kleinen Dinge, für die man hierher fährt.

An der Chukkei-Brücke gehe ich einmal die normale Hauptstraße rauf und runter. Viel gibt es hier nicht, aber ich finde ein Teegeschäft. Ich kann nicht anders. Ich kaufe Tee und eine Teekann aus Ton. Wieder etwas, dass dann 99% der Zeit doch nur rumsteht und einstaubt. Egal. Letzter Tag. Heute kaufe ich Souvenirs.

Danach mache ich mich auf den Rückweg. Wie versprochen mache ich einen Stopp beim Spirituosenladen. Suntory Kakubin, Suntory White, Torisu Classic und Black Nikka. Das ist doch mal was für meine Sammlung.

Der Zug zurück nach Narita nimmt sich seine Zeit. Wie viele Züge fahren hier eigentlich? Es wächst Gras im Gleisbett. Es wirkt fast, als wären wir der erste Zug sein Monaten.

Zurück in Narita parke ich meine Einkäufe im Hotelzimmer. Dann ist es an der Zeit, Narita zu erkunden. Das Wetter ist perfekt für die Straße hinunter zum großen Tempel. Durch Zufall erblicke ich auf der linken Seite eine Burgerladen; in einem 20-Fuß-Container: Junkey’s Wagyu Burger [Instragram-Link]3. Ich glaube, ich habe mein Abendessen gefunden. Fürs Mittagessen steht jetzt Unagi auf der Liste.

Fürs erste gehe ich die Straße runter zu den Unagi-Restaurants.4 Mittag ist vorbei, es gibt keine zu langen Warteschlangen. Ich bestelle das klassische Setup: Unado (unagi donburi), Aal auf Reis. Ein Gedicht. Und endlich, nach 20 Jahren, kann ich einen Haken an dieses Gericht machen.

Gestärkt geht es weiter zum Narita-san. Ich gehe die Treppe hinauf, vorbei am Teich mit den Schildkröten, unter dem im Nio-mon Lampion hindurch. Ich komme gerade rechtzeitig. Die Priester verlassen das Hauptgebäude. Danach folgen Fotos von der reichlich verzierte 3-stöckigen Pagode und der „Prince Shotoku Hall“.

Danach gehe ich in den hinteren Bereich der Tempelanlage und wähle hierfür den Weg durch den kleinen Wald. Er bringt mich an Statuen (z.B. von Koizumi Iwakichi) und Steinen (Takahama Kyoshi’s Haiku Monument) mit Inschriften vorbei zum Ryuchi-Teich.

Zwischen den Pflaumenbäumen geht es steil bergauf. Oben biege ich verkehrt ab und lande auf der Straße hinter dem Tempel. Ich finde meinen Weg zur Daito. Einfach. Sie ist nicht zu übersehen.

Von der Daito führt eine Treppe hinunter zu einem kleine Springbrunnen. Der Platz wird sehr, sehr westlich. Jetzt bin ich wieder unten, also muss ich wieder rauf. Arghh. Ich komme am Seiryu Gongen-do heraus. Hier stehen die Komyo-do, Gaku-do, Kaizan-do und ein paar kleine Satellitenschreine.

Die Treppe hinunter wartet die Shaka-do und auf der linken ist dann auch schon die Haupthalle. Ich bin zurück auf dem Platz mit der Pagode. Ein Blick auf die Uhr zeigt eine magische Zeit: 16:45. Der Tempel schließt gleich, und so auch die ersten Geschäfte in der Omotesando (so heißt die Straße vom Bahnhof zum Tempel).

Für Sightseeing ist es jetzt zu spät und fürs Abendessen zu früh. Außerdem sollte ich mich um mein Gepäck kümmern. Zurück im Hotel geht es ans Packen.  Es dauert etwas, aber ich bekomme fast alle Flaschen in den neuen Koffer und bleibe mit 22 kg unter dem kritischen Limit. Der Rest passt bequem in mein Samsonite-Koffer. ich lande ebenfalls bei knapp über 22 kg. Punktlandung.

Für den Rückflug morgen ist jetzt alles vorbereitet. Ich gehe zurück zu Junkey’s Wagyu Burger und bestelle den Klassiker mit Extra-Patty. Eigentlich sollte ich die letzte Chance für ein japanisches Dinner nutzen, aber ich hatte dem Besitzer versprochen, dass ich vorbeischauen werde.

Und die Entscheidung war gut und richtig. Der Abend entwickelt in ein gemütliches Gespräch mit dem Besitzer und den anderen Gästen. Zu lange bleibe ich nicht. Morgen klingt der Wecker vergleichsweise früh. Das hält mich aber nicht davon ab, in der Hotelbar noch ein Abschlussbier zu trinken.