Damit ist die Onsenzeit schon vorbei und war wieder einmal viel zu kurz. Das vorverlegte Frühstück geneiße ich noch in Ruhe bevor ich zur Bushaltestelle gehe. Es folgt der Bus nach Jomo-Kogen, der Shinkansan nach Saitama (a.k.a. Omiya) und dann eine Station nach Utsunomiya.

Jetzt geht es wieder darum einen Coin Locker zu finden. Nach dem Stress vor drei Tagen habe ich für den kleineren Bahnhof Utsunomiya bedenken. Es ist widererwarten erstaunlich einfach. Ich scheitere nur mal wieder am Kleingeld. Tip des Tages: Immer 600yen in 100er Münzen dabei haben.

Ein Weg zur Touristeninfo lohnt sich immer (zweiter Tip des Tages). Es gibt eine Tageskarte, die die Busfahrt nach Oya und zurück und den Eintritt für den Oya Temple und die Höhlen. Unter ander Haltestelle stelle ich fest, dass die mir die Karte gar nicht gegeben haben. Wieder oben an der Info werden die Karten und ide Quittungen gezählt. Ja, es gibt das ein Delta. Mich. Mit Karte geht es wieder zurück an die Haltestelle.

In Oya angekommen gehe ich zum Eingang in die Höhlen. Links sieht man bereits die überirdischen Abbaustätten. Das sind schon große Löcher. Die Stufen bergab in den unterirdischen Bereich wird es immer kälter.

Allein die erste Höhle ist riesig. Vor allem wenn man bedenkt, dass dieser Abschnitt noch komplett von Hand abgebaut wurde. Die Kulisse ist beeindruckend.

Hier unten gibt es auch ein paar Kunstinstallationen und einen Raum mit Lichteinfall von oben, der auch schon mal als Kirche für Hochzeiten genutzt wird. Vereinzelt gibt es Konzerte. Hier unten lagert auch teurer Champagner. Die Höhlen sind auch immer wieder Kulisse für Musikvideos. Ich überlege gerade, ob das Astral-Dogma-Video von Yousei Teikoku hier gedreht wurde.

Wieder oben ist es angenehm war, aber die Kamera ist beschlagen. Ich wandere kurz durch das Museum, das unter anderem die einfachen Werkzeuge zeigt, die noch bis in die 70er benutzt wurden.

Der nächste Stopp ist dann der Oya Templemit der großen Kannon. Im Tempel selbst, der halb in den Stein gebaut ist, dürfen keine Fotos gemacht werden. Das respektiere ich. Es gibt einen kleinen Garten und ein Museum. Wegen der fehlenden englischen Beschriftung, kann ich aber vieles nicht zuordnen. Ich habe mich aber im Vorfeld nicht über das Museum information, muss ich gestehen.

Die 27m große Kannon steht auf einem Nebenplatz. Die Höhlen und die Kannon sind die Reise wert gewesen. Nach einer Erdbeerlimo geht es mit dem Bus zurück zum Bahnhof und es stellt sich wieder einmal die Frage: Was tun mit dem Rest des Tages. Saitama/Omiya ist nur eine Shinkansen-Station entfernt. Jetzt lohnt sich der JRP und die damit verbundene Option, den Plan zu ändern.

In Omiya geht es mit einer neuen autonomen Bahn zum Bahnmuseum. Die Form der Waggons wirkt futuristisch. Sie könnten fast aus Star Trek stammen. Ich vermute, dass es umgekehrt eher stimmt, und diese Bahn in einem SciFi-Film verwendet wird. Das Bahnmuseum ist so lala, bin jetzt aber nur bedingt ein Eisenbahnfan. Zugegeben, hier gibt es viel Unterhaltung für Kinder. Ich bin hier wegen des ersten Shinkansen, Baureihe 0.

Es ist bereits 17 Uhr. Ich sollte langsam den Koffer abholen und Geld holen. In Utsunomiya habe ich unweit vom Bahnhof einen 7eleven gesehen. Ich gehe kein Risiko ein. Allerdings führt mich der Weg zurück zum Bahnhof an vielen Gyozaläden vorbei. Utsunomiya ist Gyoza-Hochburg und ich habe Hunger und frischens Geld aus dem Automaten. Ein unglückliche Kombination.

Die Weiterfahrt nach Yokohama verschiebt sich um 24 Gyoza. Jetzt bin ich definitiv satt und spät dran. Mit dem Shinkansen geht es nur bis Tokyo. Zum einen endet hier mein Japan Rail Pass East (der Tohoku-Shinkansen nach Shinyokohama wird von JR West betrieben). Zum anderen will ich nach Yokohama und nicht Shin-Yokohama. Vom Bahnhof aus geht es die letzten Meter mit dem Taxi [Nachtrag: Auf die Idee bis Sakuragicho zu fahren komme ich natürlich nicht. Mehr dazu morgen.]

Das Yokohama Royal Park Hotel gehört zur Oberklasse. Meine Koffer werden vom Hotelpersonal auf einen Trolley gepackt. Mir wird die Tür aufgehalten. Ich werden von zwei Leuten zum Check-in eskortiert.

Ich bekomme Zimmer 5311. Das ist der 53. Stock. Persönlicher Rekord. Der Fahrstuhl ist sehr schnell und sorgt für unangenehmen Druck auf den Ohren. Die Aussicht jetzt bei Nacht ist „wow“.

Und nun? ein Abstecher in die Cocktailbar mit Blick auf den Hafen. Nicht gerade günstig, da es eine happige Service Charge (quasi eine Eintrittsgebühr) gibt. Aber ein gutes Glas Sake im 62. Stock ist es mir wert.


Die Idee für den heutigen Tag kam wieder von NHK. Dieses Mal von der Show „Journey’s in Japan“.