Die zwei Wochen sind heute rum. Vor mir liegt jetzt eine Busfahrt, ein 12-Stunden-Flug und eine Autofahrt zurück nach Vallendar.Ich stehe wie geplant auf und stelle fest, dass ich mehr Reservezeit habe, als gedacht. Ich hatte die Boarding Time als Abflugzeit notiert. Damit kommen zu meinen 60 Minuten Reservezeit weitere 30 Minuten.

Also wird gemütlich gefrühstückt; westlich, denn irgendwie habe ich Hunger auf Toast. Im Shuttle-Bus fällt mir ein, dass ich noch aus dem Hotel auschecken muss. Zum Glück ist die Abfahrt erst in 5 Minuten und Check-out beschränkt auf das einwerfen der Türkarte in den Checkout-Terminal gleich neben dem Busparkplatz … Ich liebe diese japanischen Businesshotels.

Die Busfahrt ist kurz und heute steht der International Terminal als erstes auf der Liste der Haltepunkte. Dennoch fahren wir gefühlt 3 Mal im Kreis. Nochmal: Wer hat sich diese Straßenführung ausgedacht?

Die Gepäckaufgabe ist leer. Mit der digitalen Boardingkarte auf dem Smartphone (ein Novum für mich, der eine gedruckte Variante bevorzugt) brauche ich nicht an die Check-in-Schalter, so wie beim letzten Mal, als mich das alleine über eine Stunde gekostet hat.

Der Tatonka-Seesack ist mit 23,0 kg eine Punktlandung. (Hinweis: ich habe so eine kleine Gepäckwaage. Die ist nicht hochpräzise, gibt einem aber einen guten Anhaltspunkt. Ich hatte die Waage auch gestern in der Gürteltasche, um das Gewicht der gekauften Flaschen zu überwachen.) Der Karton mit dem Whisky ist 300g drüber, aber darf passieren. Man kann mit Sicherheit sagen, dass ich das Limit maximal ausgereizt habe.

Auch die Sicherheitskontrolle läuft erstaunlich schnell; nicht wie letztes Jahr, wo ich weitere 60 Minuten verloren habe und erst kurz vorm Boarding am Gate war. Ich fliege nie wieder vor, während oder dirket nach der Golden Week.

Jetzt habe ich tatsächlich zwei Stunden Reservezeit für die ANA Lounge. Zugang zu dieser gewährt mir der Premium Economy Status, den ich auch für den Rückflug ersteigert habe. Die Lounge ist nichts spezielles; groß und irgendwie wie ein großer Star Bucks. Wo sind die gemütlichen Sessel? Ganz hinten in der Ecke. Zum Glück ist noch einer frei.

Der Rückflug

Der Rückflug ist auch nichts Spezielles. Ich kämpfe mich durch ein langweiliges Videoprogramm und der Champagner ist auch alle, zumindest wird mir das gesagt, als man mir Champaign andrehen will.

Hinweis: Gerade in Amerika wird alles Champaign genennt, was sprudelt; sei es Champagner, Sekt oder was auch immer. Champaign ist ein Synonym für „sparkling wine“. Imbeciles.

Deutschland

In Frankfurt angekommen geht mir schon das Design des Flughafens auf den Sack; endlos lange Korridore. Eine Zollkontrolle (und ich meine nicht die EU-Einreisekontrolle) schon vor der Kofferabholung und noch eine Zollkontrolle dahinter. Wer denkt sich so einen Blödsinn aus. Der Urlaub ist sowas von vorbei.

Dank Premium Economy komme meine Sache mit als erstes auf das Gepäckband. Ein schneller Blick: Es gibt keine feuchten Stellen am Karton. Meine Whiskyladung scheint heil angekommen. Oder das Polstermaterial hat alle Schäden aufgesaugt.

Ich marschiere auf die rote Zolltür zu. Die Frage nach dem Umfang meiner Whiskyladung irritert den Beamten. Es sind nach meiner Liste über 10 Liter. Damit hat er nicht gerechnet. Nachdem die Freimenge abgeezogen ist, bleiben 60,72 € Zoll. Problem ist die Bezahlung: Ich habe nur Yen in der Tasche, die Visa seit gestern am Wochenlimit und die Amex wird nicht akzeptiert. Ich muss raus in die Lobby zu einem Geldautomaten. Einfach. Der Weg zurück auf die andere Seite der Absperrung ist da schon schwieriger, da die Klingel – so erfahre ich nach etwa 10 Minuten – seit Wochen schon defekt ist. Danke Frankfurt Airport. Ihr seit Deppen.

Einen Mietwagen zu buchen ist noch kniffeliger. Sixt hat keine mehr und bei Avis stehen Vollhonks vor mir. Zwei am Schalter, zwei vor mir in der Warteschlange. Und es dauert 40 Minuten. Das ist Deutschland. Wie immer ist die Rückkehr schrecklich.  Kein Service, Dreck auf der Straße und nervige Leute, die laut Telefonieren und die Rolltreppen blockieren. Undd ist jemandem schon aufgefallen, wie mies nach alten Frittenfett dieser Bereich des Flughafens riecht?

Auf der A3 erwartet mich die erste Baustelle und der erste Stau noch vor dem Wiesbadener Kreuz. War ja klar. Ich wechsel auf die Landsstraße. Das ist nicht unbedingt schneller – es ist gewiss nicht schneller – aber ihre fahre lieber etwas länger, als zu stehen.

Zurück in Vallendar fahre ich noch schnell Abendessen einkaufen. Für die nächsten Wochen (und Monate) wird es nicht ins Restaurant gehen. Erst muss ich den Kontostand wieder auf akzeptable Werte haben.

Um 21 Uhr schlägt der Jetlag zu. Für mich ist es jetzt bereits 4 Uhr morgens. Die Koffer packe ich morgen aus. Und den Wagen bringe ich morgen zurück, hab ihn ja für 24 Stunden.