Der heutige Tag ist ein letzter Standortwechsel zum Flughafen und Souvenirshopping (hauptsächlich Whisky).

Nach einem letzten langen Blick au dem 53. STock auf Mt. Fuji folgt der Check-out. Ich nutze den Shuttlebus zum Flughafen. Die ersten 20 Minuten sind eher ein Stadtrundfahrt. Erst nach 2/3 der Fahrzeit biegen wir auf den Expressway in Richtung Flughafen. Yokohama Baybridge, die Brücke, die in Patlabor 2 zuerst gesprengt wird. Dann der Abzweiger zur Aqua Line. Gleich dahinter, das ist mir nie so aufgefallen, Haneda Airport. Der Bus dreht gefühlt 5 kompletten Runden bis er alle Terminals angefahren hat. Wer hat sich diese Straßenführung ausgedacht?

Zum letzten Hotel ist es nur eine Bahnstation und ein kleiner Fußmarsch. Ich deponiere meinen Koffer und starte das Shopping. Zurück an der Bahnstation realisiere ich, dass hier nicht nur die Keikyu-Line fährt, sondern auch die Monorail. Ich tausche schnell die Fahrkarte am Crossing Gate und fahre mit dem Japan Rail Pass.

Die Jagd nach Whisky ist kompliziert und sehr ergebnisoffen: Die 4 großen Single Malts sind ausverkauft; ebenso Hibiki und so ziemlich alle Whisky auf meiner Liste. Aber der Reihe nach …

Im Liqour Hasegawa, dem Sakeladen in Yushima und im Matsuzakaya sind die Regale an der entscheidenden Stelle leer. Aber ich kaufe dafür schon mal eine 1.92l-Flasche Kakubin und etwas Sake (Junmai Daiginjo). Alles positioniere ich in einem  Coin Locker an der Okachimachi Station. Auf dem Weg nach 2k540 AkiOka kann ich an einem Sushiladen nicht vorbeigehen. Außerdem ist es Zeit für Mittagessen. Edomae Sushi und Nihonshu. YES.

2k540 AkiOka ist ein Tip von Tokyo Eye 2020 und ein guter Beweis, dass man selbst Orte unter einer Bahnstrecke in das urbane Leben einbinden kann. Die Regenschirme bei Noble Umbrella sind mir dann doch etwas zu teuer für ein schnelles Souvenir.

Dann verlege ich nach Shinjuku. Auch bei Odakyu und Co sind die Whiskyregale an der wichtigen Stelle wieder leer. Dafür ergattere ich einen Reiwa-Sake und einen Premium Junmai Daiginjo mit einem Poliergrad von 40%. ROAR. In der Kimonoabteilung finde ich zwar keine hübsche Yukata, dafür aber zwei Obi, die ich nicht liegen lassen kann: Ach ja, und einen Marusensu.

Meine letzte Chance liegt jetzt auf drei Sakeya in Ginza. Auch hier muss ich zu Plan B greifen, kann mir aber unter anderem einen Mars Comso, einen Ichiro Malt&Grain und einen Yamazakura sichern.

Der letzte Stopp ist Kappabashi. Da ich total vergessen habe, dass die Geschäfte hier um 16:30 beginnen zu schließen, nehme ich schnell ein Taxi ab Ueno. Kurz vor Ladenschluss kann ich noch den Transportkarton, Knabberkram und ein paar Küchenutensiien erwerben.

Zurück an Okachachimachi Station hole und die anderen Sachen aus dem Locker und fülle den Karton bis zum Rand, der jetzt knapp 20kg wiegt und sehr unhandlich ist.

Gegen 19 Uhr – man wo ist die Zeit gebleiben – stehe ich im Zug nach Shinagawa. Hm. Warum nicht kurz bis Ebisu durchfahren. Das ist nur 4 Stationen weiter. Jetzt schon zurück ins Hotel fahren wäre einfach nur dämlich.

In Ebisu verschwindet der Karton in einem Coin Locker. Er passt gerade so rein. Abgesehen von der Yamanote-Tour war ich bisher nur ein einzige Mal in Ebisu; in 2006. Folglich habe ich keine Ahnung wo Ebisu Yokocho ist. Ich muss nachfragen. Es sind gerade einmal 200m.

Ebisu Yokocho ist eine alte, kleine Indoor-Einkaufsstraße. Vor über 10 Jahren wurden die Geschäfte wegen einer größeren Shoppingmall aufgegeben. Seitdem residieren hier mehrere Izakaya, die jetzt gut gefüllt sind. Es gibt nur wenige Tourist, anders als in Omoide Yokocho. Das hier könnte neben Noren Gai mein zweiter neuer Spot werden.

Gleich der zweite Laden zur rechten sieht einladend aus. Es gibt frisch gegrillte Rinderzunge und dazu Highball. Der nächste Stop ist ein Yakitoriladen am anderen Ende der Yokocho. Nach ein paar Spießen wechsel ich zum nächsten Laden auf eine Schüssel Oden und Dashiwari. Abschluss ist dann das „Niku Sushi“. Der Name verät es: rohes Fleisch als Sushi; im wesentlichen rohes Pferdefleisch.

Jetzt ist aber Schluss. Ich bin sowas von satt. Und so bleibt die Rückfahrt mit der Yamanote nach Shinagawa. Nein, zwei Weiter nach Daimon. Ich kann ja die Monorail nehmen.

Wieder gehe ich den Weg von der Bahnstation zum Hotel. Mit dem schweren Karton in der Hand, gar nicht einfach. Im Hotel checke ich nun endlich ein. An der Rezeption kann ich mir sogar einen Trolley leihen, nachdem der Rezeptionist festgestellt hat, wie schwer meine Tasche ist.

Im Zimmer sortiere ich noch schnell ein paar Sachen um und optmiere den Inhalt von Koffer und Karton. Ein paar schwere Sachen muss tatsächlich noch ins Handgepäck  wechseln. Gegen 23 Uhr ist alles für den Rückflug vorbereitet. Feierabend.