Abreisetag. Ich habe genug Zeit, um schnell noch ein paar Souvenirs zu schoppen. In diesem Fall meint Souvenirs, dass ich den nächstbesten 7eleven plündere: Karree, Sake und andere Dinge.

Wechsel in die Yukata. und auf geht es zum Bahnhof. Während ich da stehe und warte fällt mir eines auf: Irgendwie verstehe ich die Streckenführung nicht. Der Zug rollt ein. Moment: Narita? Jetzt endlich fällt der Groschen: die Asakusa-Linie. In eine Richtung verlängert sich die Linie als Teil der Keikyu-Linie navch Haneda. In die andere Richtung wird aus der Linie die Oshiage-Linie, die zum Narita Sky-Express wird. Durch diese Kombination von U-Bahnlinien und Local-Expresses gibt es eine Verbindung zwischen Narita und Haneda und ich stehe am falschen Bahnsteig.

20 Minuten später bin ich im richtigen Zug und auf dem Weg. Als erstes muss ich die Koffer loswerden. Hier klärt sich auch, warum der Check-in nicht funktionierte: Code-Sharing mit Lufthansa. Ich muss zum LH-Schalter.

Und was soll ich sagen. Von hieran geht es bergab. Oder: Ich bin service-technisch bereits zurück in Deutschland. Der Service an Bord ist deutsch. Meine Frage nach etwas zu trinken wird mit Augenrollen quittiert. Ohja, wie schon wäre der Job als Stewardess ohne diese nervigen Leute im Flugzeug, die einfach nicht dehydrieren wollen.

Beim Essen gibt es nur noch ein Menü. Superplanung. Ich kann mit einer German Sausage leben, nicht aber mit dem Sauerkraut. Igitt. Schlimmer trifft es den Mann zwei Reihen vor mir. Nicht nur kann die Stewardess mit dem Wort „koscher“ nichts anfangen, sie kann dem Mann auch keine Alternative anbieten. Ihm bleibt nur, weitere 5 Stunden zu warten. Unterirdisch.

In Frankfurt ist es ein ewig langer Fußmarsch bis zum Gepackband. Ja, ich bin wieder in Deutschland: Der Gepäckwagen kostet 1€. Zur Strafe nehme ich die Amex zum bezahlen. Sollen Sie an den Gebühren verrecken.

Belibt die Frage: Deutsche Bahn? Ich prüfe Sixt und Avis. Nein, keine Alternative. Zu teuer. Also DB. Es klingt wie ausgedacht: Der nächste Zug fährt in 10 Minuten und hat 15 Minuten Verspätung. Ich kann also bequem zum Bahnsteig gehen. Leider ist eine Sitzplatzreservierung so kurzfristig nicht möglich. Verspätung, keine Sitzplätze 10 Minuten vor Abfahrt, ja ich bin zurück.

Zur Strafe für den Euro lasse ich den Gepackwagen an der Rolltreppe stehen. Dann kommt ein Zug. Auch nach Koblenz. 55 Minuten Verspätung. Warum nicht. Ein Zug ist so gut wie der nächste. Und meine Zug hat seine Verspätung noch ausgebaut.

Ich orientiere mich direkt in Richtung Bordrestaurant. Es ist perfekt: kein Bier mehr. Nur noch ein einziges alkoholfreises Weizen. Ich ordere eine Currywurst. Die ist noch vorhanden, aber keine Teller. Und so genieße ich C-Wurst, serviert in einem Pappkaffeebecher.

Ich bin berühmt für mein DB-Bashing, aber ganz ehrlich; die machen einem das auch wirklich einfach: Verspätungen, keine kurzfristigen Sitzplatzreservierungen, ein leergetrunkenes Bordrestaurant. Bravo.

In Koblenz schnappe ich mir ein Taxi. Auf die 20 Euro kommt es jetzt nicht mehr an. Morgen ist Montag. Die Arbeit geht wieder los. Japan 2016 ist offiziell zu Ende. Es bleibt, die Koffer auszupacken, den Blog zu komplettieren und die Fotos zu sortieren. Das hält mich bestimmt beschäftigt bis 2018.

Erkenntnis des Tages: Die Servicewüste Deutschland beginnt in Haneda am LH-Counter und die DB macht es einem wirklich einfach, sie nicht zu mögen.