Archiv der Kategorie: 関東

.. „östlich der Grenzstation (Hakone)“. Es ist das Gebiet um Tokyo herum. Die Westgrenze zu Chuubu ist Hakone. Die Nordgrenze zu Tohoku verläuft unterhalb von Fukushima. Man kann Kanto als das Gebiet um Tokyo herum Bezeichnen. Die Orte Kamakura und Nikko gehören zur Kantoregion, aber auch das Hakonegebiet mit dem Ashi-See, sowie Kashima, Katori und Narita.

Rediscovering Narita and Sawara

Das ist er, der letzte volle Tag in Japan. Auf dem Programm stehen Sawara und ein Teil von Narita. Ich bin zeitig wach. Mit den Rolltreppen geht es rauf zum Bahnhof. „Let’s Escalate“. Mit dem erstbesten  Zug geht es nach Sawara. Diese kleine Stadt mit den alten Häusern am Kanal hat was. Oh ja. Das ist dann der dritte Ort in dieser Reise, der ein zweiter Besuch ist.

Die Zugfahrt ist länger als ich sie erinnere. Endlich in Sawara gehe ich direkt los. Dieses Mal weiß ich, wohin ich muss: Raus aus dem Bahnhof, links, rechts, links. Shimobori- dori.  Ich hoffe den Schnapsladen gibt es noch.

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Rediscovering Kamakura

Heute geht es nach Kamakura, der zweite Pflichttagesausflug von Tokyo aus … oder halt von Yokohama. Zunächst geht es zwei Stationen nach Yokohama Eki und dann mit der Yokosuka-Line nach Kita-Kamakura. Wie immer steige ich, also wir, hier aus.

Es ist ein sonniger Tag. Er wird sehr heiß werden. Gleich neben dem Banhsteig ist der Eingang zum Engaku-ji1. Es ist der erste große Tempel, den wir heute besuchen. Wir durchschreiten das So-mon, zahlen den Eintritt und stehen im Tempelareal. Vor uns das riesige San-mon und dahinter die Haupthalle.

Das Tempelareal geht weit in den Berghang und hat mehrere Nebengebäude und auch Nebentempel. Und wegen des Hangs geht es die ganze Zeit bergauf. Na gut, zurück geht es dann bergab. Aber dann ist da noch diese Treppe. Auch wenn man nicht will, da muss man hinauf. Oben neben dem Bentendo steht die alten Tempelglocke von 1302.

Wir folgen den Bahnschienen und biegen dann auf Straße 22 ab. Nach ein paar hundert Metern kommt der zweite große Tempel von Kamakura, der Kencho-ji2. Das San-mon ist glaube ich noch größer als das im Engaku-ji. Kurz vor dem Ende des Hauptareals steht das Wohngebäude des Hauptpriesters, dahinter eine einfacher aber sehr schöner japanischer Garten. Schön ist, dass man den Garten von der Veranda des Gebäudes betrachten kann. Das Kara-mon vor dem Gebäude kann man nicht durchschreiten. Die Kombination von schwarzem Holz und Gold wirkt, gerade jetzt im Sonnenlicht.

Erwähnenswert ist ein Deckengemälde mit einem Drachen. Ein ähnliches Bild gibt es Kyoto, das besuchen wir noch, und es ähnelt auch dem schlafenden Drachen in Nara, wo wir schon waren. Theoretisch kann man jetzt noch den Berg hinauf zum Hazobo-Schrein wandern. Aber ich habe echt keine Lust und wird schon wieder hinter meinem Zeitplan.

Nächster Stopp ist der berühmte Tsurugaoka Hachimangu, der große Schrein von Kamakura. Was ist meinem Bruder bisher nicht gesagt habe ist die Tatsache, dass heute das Yabusame stattfindet. Ich weiß nicht, ob wir überhaupt was sehen werden. Ich wollte keine falschen Ertwartungen wecken.

Wir erhaschen ein paar Szenen. Unter anderem die Prozession zum Schrein und die Predikt (wie heißt das eigentlich im Shintoismus) in der unteren Tanzbühne. Die Kampfstrecke ist bereits abgeriegelt und mit Zuschauern überfüllt. Wir finden noch einen Stehplatz am Ende, bzw. Anfang, der Rennstrecke. Viel sehen vom Schießen selbst können wir nicht. Aber die Reiter und Gehilfen in voller Ausrüstung sehen wir sehr gut. Mehr war nicht drin. Deshalb hatte ich es nicht „geteasert“.

Wir haben 50% der wichtigen, großen Sehenswürdigkeiten in Kamakura durch. Man kann eh nicht alles in Kamakura sehen. Hier gibt es hunderte(!) Tempel.

Kommen wir nun zu einer Premiere. Ich bin noch nie mit der Enoden-Bahnlinie gefahren. Es ist eine kleine schnuckelige Straßenbahn, die zwischen den Häusern noch Enoshima und dann weiter nach Fujisawa fährt. Für Touristen ist sie superpraktisch, da sich auch beim großen Buddha vorbeikommt … und entsprechend gut besucht. Da müssen wir jetzt durch. Wir steigen ander Station Hase aus.3

Unser nächster Halt ist der Hasedera.4 Der rote Lampion am Baum weckt Erinnerungen an meine erste Reise; im Tempel dann hunderte Jizo-Statuen, die Grotte mit der Benten-Statue, der Bambushain oben und die Aussicht auf den Strand.

Ein Blick auf die Uhr warnt. Wir müssen rauf zum großen Buddha. Sonst kommen wir nicht mehr rein. Auf halber Strecke merke ich, dass ich mich um eine Stunde vertan habe. Wir haben genug Zeit. Puls runter fahren. Der Tempel heißt übrigens Kotoku-in.

Wie alle Touristen lassen wir die Tempelgebäude links liegen und gehen direkt zum Daibutsu, zum großen Buddha. Groß ist jetzt relativ. Er misst 13,3 m. Gegen den Einwurf kleiner Münzen darf man das Innere besichtigen.

Ist ist nach 16 Uhr. Einen weiteren Tempel schaffen wir nicht mehr.  Es wird Zeit für ein Highball … und Mittagessen. Wir entscheiden uns für das Hase Shokudo neben dem Bahnhof. Die haben auch das lokale Craftbeer von dem ich das Schwarzbier wähle. Und eine große Portion Kakigori und … Moment … Die haben Loco Moco? Das Loco Moco? Wirklich. Ich muss es bestellen. Das letzte Mal hatte ich dieses Gericht auf Hawaii.

Mit Enoden geht es zurück nach Kamakura und von dort mit Japan Rail zurück nach Yokohama und von dort nach Sakuragicho Station. Die liegt gleich neben dem Landmark Tower5. Der Tag ist noch nicht rum. Nur Chinatown werden wir nicht mehr schaffen. Mit einem der schnellsten Aufzüge der Welt[efn_Note]Mit 750 m/s ist er der schnellste Aufzug Japans.[/efn_note] geht es hinauf zum 69. Stock, wo der Sky Garden wartet. Der abendliche Blick auf den Hafen ist einmalig. Für mich toppt er sogar Tokyo. Das Sightseeing endet mit einem Blick von der Kishamichi-Promenade auf die Skyline von Yokohama.

Kommen wir nun zum Teil mit dem Bier. Auf der Westseite der Bahnstation Sakuragicho ist das Kneipenviertel Nogecho. Keine Ahnung wo wir landen werden. Aber einer der Läden wird definitiv das downbeat. Eine Jazzkneipe muss sein. Das hier ist Yokohama, eine der großen Jazzszenen in Japan.

Wir gehen zu Fuß zurück zum Hotel. Der Weg führt zwar an einer nervigen Hauptstraße entlang. Das Hotel merke ich mir für meinen nächsten Besuch, wenn hoffentlich das Chigusa wieder existiert. Nogecho ist nur 600 vom Prostyle Ryokan entfernt.

Morgen geht es nach Kyoto. Ich glaube Kamakura war ein krönender Abschluss für den Tokyo/Kantoteil dieser Reise.

Rediscovering Nikko

Heute, bereits am zweiten Tag, steht Nikko auf dem Programm. Für die Anfahrt habe ich Sitzplätze im Spacia X reserviert. Nach dem Frühstück geht es los. Btw. Wir hatten total vergessen, dass wir Frühstück gestern reserviert haben.

Ein Taxi bringt uns nach Asakusa. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass wir Reservezeit benötigen. Wow, lag ich richtig. Meine Reservierung war wieder nur online gültig. Und um Zugang zum WLAN zu bekommen … lasst es mich so sagen: Man braucht Internetzugang, um Internetzugang zu bekommen.

Rediscoverung Japan hat sein erstes Ergebnis: Selbst, wenn man nicht online gehen will, weil man in Urlaub ist, muss man sich japanischen Internetzugang besorgen, sonst geht alles den Bach runter. In Japan kann man nur noch online (über)leben.

Auch im Zug kann der Kaffee nur online bestellt werden. Das werde lange zwei Stunden. In Nikko angekommen hole ich mir erst einmal ein Bier, dann geht es zum Touristenbus, der uns zu den Tempelareal bringt. Wir haben leichten Nieselregen.

Der Bus biegt an der Shinkyo-Brücke rechts ab. Nicht gut. Hier war ich noch nie. Aber am nächsten Stopp an einem Parkplatz steigen viele Leute aus. Wir folgen. Ein Wanderweg bringt uns zur Butokuden-Halle. Es ist ein „Ah, hier kommt man raus“-Moment. Ich habe wieder Orientierung. Wir gehen an der Goju-no-to 6 vorbei rauf zum Toshogu-Schrein. Jetzt regnet es. Ratet mal, wo mein Regenschirm ist.

Wow. Die haben den Eintrittsbereich automatisiert und erweitert. Damals gab es einen Schalter mit 2 Mitarbeitern. Jetzt stehen hier mehrere Automaten. Und so viele Leute, obwohl es regnet. Overtourism scheint real zu sein.

Trotzdem ist es schön, wieder hier zu sein. Der Tōshō-gū hat genug Schnitzereien und Verzieerungen, dass man hier Stunden verbringen kann: die 3 Affen (San-en)7, die schlafende Katze (Nemuri-Neko), das Mausoleum von Tokugawa Ieyasu 8, Yomei-mon und Kara-mon, …

Und dann ist da noch die Rinnōji Yakushi-do, die Halle des weinenden Drachen. Ich habe meinen Bruder nicht gesagt, worum es geht und die Einweisung ist in Japanisch. Die Halle ist etwa 8m hoch. Schlägt man an einer ganz speziellen Stelle zwei Hölzer gegeneinander, hallt das Echo mehrere Sekunden durch den Raum. Der Gesichtsausdruck meines Bruders sagt alles: Damit hat er nicht gerechnet.

Wir gehen weiter Futarasan-Jinja. Links und rechts vom Weg sind  kleine Regenrinnen. Sie können die Regenmassen gerade so eben ableiten; gerade so eben. Teile des Wanderwegs sind überflutet. Keine Ahnung, warum ich nicht den parallelen Kamishinmichi zum Ro-mon genommen habe.

Am Futerasan-Jinja ich zum ersten Mal in das Areal links neben der Haupthalle. Ich kann euch nicht sagen, warum ich noch nie hier war. Das Areal ist etwas chaotisch. Es gibt kleine Nebenschreine, Jizo-Statuen, eine Quelle, den „Devine Tree Tunnel“ (fragt mich nicht) und einen kleinen, kurzen Wanderweg am Berghang.

Unser nächster Stopp ist der Rinno-ji Taiyu-in. Dieser Tempel beherbergt das Mausoleum von Tokugawa Iemitsu9. Wie auch der Tosgo-gu sind die Gebäude reichlich verziert, aber etwas zurückhaltender. Wir durchschreiten das Noten-mon. Links und rechts am Tor stehen Holzstatuen der vier himmlischen Könige (Schutzgötter)10. Für mich sehen die sehr indisch aus.

Viele glauben, dass das Mausoleum das Gebäude oben hinter dem Yasha-mon ist. Nicht ganz. In der hinteren rechten Ecke befindet sich as Koka-mon, auch als Ryugu-mon bekannt). Das ist der Eingang zum Grab von Tokugawa Iemitsu, aber für Touristen nicht zugänglich.

Da Wetter hat sich übrigens nicht geändert: Nieselregen unterbrochen von Regen. Wir gehen zurück zum Rinno-ji. Die Haupthalle lassen wir aus. Ich will in den kleinen Tempelgarten Shōyō-en. Auf dem Weg dorthin nimmt der Regen wieder zu. Ich lasse mich überreden und kaufe einen überteuerten Regenschirm. Neben den Garten gibt es noch ein kleines Museum. Der Garten hat im Regen einen besonderen Reiz.

Da war es auch schon. Der Nikko-Crashkurs ist zu Ende. Es ist auch schon 16:30 Uhr. Wir gehen runter zur Shinkyō-Brücke. Da wir bisher noch kein Mittagessen hatten, suche wir das Asaya Resthouse auf. Das ist, natürlich, eine Touristenfalle: Souvenirs im Erdgeschoss, Restaurant im Obergeschoss. Da ich mich nicht entscheiden kann, bestelle ich die Kombo aus Ramen und Katsukaree.

Anschließend gehen wir kurz hinauf zum Nikko Kanaya Hotel. Ich muss meinem Bruder das Hotel zeigen, wo ich 2008 übernachtet habe.

Der Fußweg zurück zum Bahnhof sind etwa 1,5 km. Wir laufen ein wenig, entscheiden uns dann aber doch für den Bus. Zurück am Bahnhof ist ausreichend Reservezeit. Was tun? Die suche nach einer kleinen Kneipe ist komplizierter als gedacht. Hier am Bahnhof ist kaum was los, vermutlich weil alle Touristen immer sofort zum Tempelareal gehen und danach direkt zurück zum Zug. Wir finden aber ein kleines Resto. Da wir gerade gegessen haben, bleibt es bei einem großen, sehr großen Highball (ich habe die Größenangabe im Menü übersehen).

Nun wartet die Rückfahrt auf uns. Der Zug ist der Kegon. Das Design verorte ich in die späten Siebziger11. Wir fahren übrigens erste Klasse.

Zurück in Aasakusa habe ich noch eine Besonderheit auf dem Plan. Das Regenwetter passt perfekt. In der U-Bahnstation gibt es einen Bereich, den die Zeit vergessen hat. Ein Hauch von Blade Runner. Ich zeige die Ninja-Sakebar. Hier sind mir aber zu viele Touristen; außerdem: keine gute Idee, spreche aus Erfahrung.

Stattdessen fahren wir mit der Ginza-Line nach Ueno. Ich versuche, die kleine Bar zu finden, die etwas abseits der Touristenpfade liegt. Als ich sie endlich finde, ist kein Platz mehr für uns. Also gehen wir weiter. Hmmm. Ob es die Whiskybar noch gibt? Ja. Und der alte Barkeeper ist auch noch dort12.

Den Weg zurück zum Hotel laufen wir; immer entlang an der Straße 1. Sollte einfach sein. Ist es auch. ich verstehe immer noch nicht, wie ich gestern falsch abbiegen konnte. Es ist wirklich eine gerade Linie. Trotz Regen war es, glaube ich ein gelungener Tag.

Nikko (Kinugawa)

Heute geht es nach Nikko-Kinuzawa. Nikko war ich schon zwei Mal. Daher gebe ich Kinugawa eine Chance.

2 Stunden Zugfahrt. Regen. Taifun ist gerade über der Region. Hat aber stark nachgelassen. Regen und Wind. Bootsfahrt. Ganz nett. 30 Minuten mit ein paar Stromschnellen.

Am Ziel treffe ich ein Japanerin derren Freund aus Dänemark kommt und Lübeck kennt, also schon mehrfach besucht hat. Zufälle. Shuttlebus lässt mich in Tobu Square. Raus. Themenpark mit 1:75-Modellen von berühmten Gebäuden. Ganz nett mal hier gewesen zu sein. Hier merkt man wie groß der Tempel in Nara ist. Das Modell wirkt, als wäre der Maßstab falsch. Fazit: Der Park hat schon bessere Tage gesehen und ist etwas teuer geraten.

Nächster Stop Nikko Edomura. Ein Themenpark mit einem kleinen Dorf der Edozeit. Es gibt schöne Shows. Man kann sich zeitgemäß kleiden. Ich wähle herrenloser Samurai (Ronin). Fordert einen kräftigen Schluck aus der Brieftasche. Schon der Eintritt war happig.

Bin nun selbst eine Attraktion wie es scheint. Die Frisur macht ein übriges. Schlendere durch die Park. Habe 4 Stunden. Die reichen allemal. Ninjashow ist ganz nett.

Muss das Kostüm zurückgeben. Laufe danach zivil rum. Werde wiedererkannt. Einzelne Akteure des Parks grüßen mich mit Samuraisama.

Nach dem Park zurück zum Bahnhof. Bis zur Rückfahrt noch Zeit für Abendessen. Aber kein Restaurant. Kein Izakaya. Laufe durch den Ort. Um 18 Uhr öffnet ein Ramenladen. Geht doch.

22 Uhr nach Abstecher nach Akihabara zurück im Hotel. Koffer packen. Morgen geht es weiter nach Yudanaka. Morgen übrigens ein Anlauf zum Tsukiji. Dafür muss ich um 3 Uhr am Hafen sein. Werde die Nacht wohl durchmachen.

Fazit des Tages: Kinugawa ist auf dem absteigenden Ast. Tobu Square gehört in die Kategorie: Wenn man auf der Ecke ist und Zeit übrig hat. Nikko Edomura ist ganz nett, aber teuer.

Hakone Reloaded

Die Bushaltestelle ist bergauf. Aber wo … Doch weiter als ich dachte. Das wird spaßig, wenn ich heute Abend den Koffer dorthin schleppe.

Es geht mit dem Bus durch die Berge nach Moto-Hakone. Hier endet der Zug aus Tokyo und es beginnt die Bergbahn. Ich laufe durch die Hauptstraße. Es gibt hier wirklich einen Neon-Genesis-Laden. In der Anime-Serie Neon Genesis Evangelion ist der Hakone der Standort von Neo Tokyo.

Dann nehme ich die „Schweizer Bahn“, den Berg hinauf nach Gora. Es geht vorwärts und rückwarts. Serpentinen für eine Bahn sind halt etwas anders. Wie weiter? Zu Fuß. Wie 2004 nehme ich den Wanderweg den Berg hinauf. Auf gehts.

Es geht bergauf. Der Weg ist steil, hat Treppen, die aus Steinen und Wurzeln bestehen. Es ist anstrengend. Der Wald ist dicht, keine Fernsicht. Nach einer gefühlten Ewigkeit ändert sich die Vegetation und die Baumwipfel kommen optisch näher. Ich erreiche endlich den Bergrücken. Aber wo geht es rechts ab ins Owakudani?

Das hier scheint der Weg zu sein. Ob es dergleiche Weg ist wie 2004 ist, vermag ich nicht zu sagen. Es geht bergab. Steil bergab. Ich hoffe, ich bin richtig. Hier wieder hinauf will ich sicherlich nicht. Es geht im Sinne des Wortes über Stock und Stein. Der Schwefelgeruch wird stärker. Links und rechts steigen Rauchschwaden auf. Die Gegend verwandelt sich in eine tote Mondlandschaft. Owakudani ist erreicht. Dieses Mal stehe ich auf der richtigen Seite vom Zaun.

Fotostunde. Das Owakudani ist mehr oder weniger ein aktiver Krater. Überall steigen Schwefeldämpfe auf. Das Wasser, das aus den Steinen hervortritt ist kochend heiß. Etwas Shopping und dann weiter zur zur Seilbahn hinunter zum Ashiko (Lake Ashi) und rauf auf das nächste Schiff. Das ganze hat viel mit Schlangestehen zu tun. Aber an einem Touristenort wie diesem geht es nicht ohne.

Ein Piratenschiff (viel Plastik wie Heidepark) mit mir an Bord legt ab, Das Ziel ist die andere Seite des Sees: Motohakone. Auf der Fahrt dorthin trifft man viele Touristen, klar dass auch welche aus Deutschland dabei sind. Zeit für ein wenig Klönschnack.

Im Zielhafen gönne ich mir erst einmal einen Spieß mit Tintenfisch. Dann geht es zur ehemaligen Zollstation. Sie trennte Kanto von Kansai. Die alte Handelsstraße heißt Tokaido. Es gibt einen zweiten Weg von Edo nach Heian, den Nakasendo, dem ich 2012 folgte. Ich gehe zu Fuß nach Hakone, entlang des alten Tokaido mit seinen meterhohen Zypressen.

Zurück in Hakone beusche ich den Schrein, den ich bisher ausgelassen habe. Es wird dunkel. Der Fuji ist hinter Wolken versteckt. Ein Zeichen für mich, zum Hotel zurückzukehren, meinen Koffer zu holen und nach Tokyo aufzubrechen. Heute ist der magische Tag. Auf den Tag genau vor 10 Jahren bin ich in ich zum ersten Mal in Tokyo gelandet.

Bis zum Bus habe ich noch etwas Zeit. Eine kleine Pause tut gut. Dann geht es den Berg hinauf zur Haltestelle. Wie vermutet, ist er mit Koffer anstrengend. Der Bus kommt wie erwartet. Die Route ist bekannt. Dieses Mal fahre ich bis Odawara und weiter mit dem nächstbesten Shinkansen nach Tokyo und weiter mit der Yamanote nach Ueno. Check-in. Es ist der 21. September 2014.