Schlagwort-Archive: Kyoto

Rediscovering Kyoto 3

Und schon ist de letzte Tag in Kyoto. Das ging gefühlt sehr schnell. Und wir haben nur einen Bruchteil von dem geschafft, was der Reiseführer listet. Wir werden nicht einmal mein persönlichens Minimum-Pflichtprogramm schaffen. Zugegeben, dass ist für nur 3 Tage auch sehr, sehr ambitioniert und hätte nur ohne Kabuki funktioniert. Und das Kabuki war eindeutig besser.

Mit der roten U-Bahn (Tozai Line) geht es eine Station nach Nijomaeeki (Bahnhof in Front von Nijo). Das Higashi-Ote-Mon ist nur ein paar Meter entfernt. Bevor uns den Palast Nijo-jo gönnen, gehen wir in das weitläufige Parkareal auf der Rückseite, den Honmaru-Garten.

Da die Brücke, die zurück zum Palast führt, gesperrt ist, gehen wir weiter um den Honmaru-Garten herum; vorbei an den „Seven Rocks of Kamu“ und dem Garten Seiryu-en, bis wir wieder am Higashi-Ote-Mon stehen.

Jetzt ist es Zeit für das Palastgebäude und seinen Nachtigallengang, den vergoldeten Shoji und prachtvoll dekorierten Tatamiräumen. Es ist mein dritter (oder ist es der vierte?) Besuch.

Highlight des Tages soll der Kinkaku werden. Bis dahin sind es 4,5 km Fußmarsch (inkl. 60 Höhenmeter). Es gibt keine sinnvolle U-Bahn-Verbindung und ich habe keine Ahnung welche Busse man nehmen könnte oder wo man umsteigen muss. Zum Glück liegt der Kitano Temangu auf 2/3 der Strecke. Das macht es erträglicher.

Zuerste gehen wir zur Senbon-dori, eine Geschäftsstraße ohne Fokus auf Touristen. Nach einem STopp bei McDonalds und einem 7eleven geht es weiter auf der Nakadachiuri-dori, eine weitere Geschäftsstraße, dieses Mal mit überdachtem Gehweg.

Für die letzten Meter zum Kitano Temangu nehmen wir die Kamichichiken-dori, eine Wohnstraße mit häusern in klassischen, japanischen Stil. Es sind keine historischen Häuser, aber trotzdem ein Foto wert. Und dann stehen wir am Eingang vom Kitano Tenmangu. Wie der Yushima Tenmangu ist er dem Kami Tenjin gewidmet.

Bereits am Eingang sind hunderte Chochin (japansichen Lampions) zu sehen. Auf dem Schreingelände geht es weiter. Ich vermute bis zum Hauptgebäude sind es bereits über 1000. Bei meinem nächsten Besuch in Kyoto muss ich diesen Schrein in die spätere Dämmerung planen. Hinter dem Kitano Tenmangu wartet dann noch der Hirano-Schrein.

Jetzt wird es aber Zeit für den Kinkaku, den golden Pavillion. Der Tempel heißt eigentlich Rokuon-ji, aber ich glaube keiner der Touristen hier weiß das. Und es sind viele Touristen. Da müssen wir jetzt durch.

Vor dem Eingangstor steht die Tempelglocke. Gegen den Einwurf kleiner Münzen, darf man sie läuten. Mein Bruder nutzt die Chance; ich hatte ja meine zu Neujahr 2013 im Kanei-ji.

Danach geht es mit dem Ticket in der Hand durch das Haupttor. Gleich dahinter der berühmte Blick auf den Pavillion. Foto. Erledigt. Im Anschluss laufen wir um den Kyokochi-Teich (den man in allen Fotos sieht). Der Tempel hat außer dem Pavillion noch ein paar andere Dinge zu besichtigen.

Von hier zum Ryoan-ji sind es 1,5 km. Es ist der Tag der langen Wege. Der Tempel beherbergt den berühmten Zen-Steingarten. Er wirkt nicht speziell, aber für mich ist er Pflichtprogramm.

Vom Tempel sind es nur ein par hundert Meter zur Straßenbahn (Randen). Die kann uns mit Umsteigen bis kurz vors Hotel bringen. Wir fahren aber nur bis Tokiwa. Von hier gehen wir zum Eingang der Toei Kyoto Fimstudios. Keine Ahnung was uns erwartet. Hier war ich noch nie.

Viel zu sehen gibt es nicht. Ein Großteil ist für Kinder. Der Außenbereich (Backlot) ist primär für Samuraifilme ausgelegt. Allerdings: In einer Ecke ist die „Evangelion Kyoto Base“. Hier steht eine EVA-Einheit. Ich buche das unter „Been there. Done that“. Wir bleiben bis kurz vor Schluss. Der Tag ist rum.

Wir gehen der Station der anderen Renden-Strecke und fahren zwei Stationen bis Tenjingawa, um in die UBahn zu wechseln. Ich habe Hunger und erblicke das Arrows, ein Art Café. Sie haben Karee auf der Karte. Yes.

Die U-Bahn bringt uns zurück nach Karasuma Oike, vorbei an Nijo-jo. Der Kreis schließt sich. Fürs Hotel ist es noch zu früh. Die Wäsche haben wir gestern erledigt. Warum nicht ein letzter Streifzug durch die Kneipenstraßen. Wir finden ein Ort mit Craftbeer, das Sakabo Craft Man.

Wir laufen noch ein wenig durch die Gegend. Vielleicht finden wir einen weiteren Ort. Leider nicht. Mein Bruder will zurück ins Hotel. Ich habe noch nicht aufgegeben. Heute is Sonntag. Das Seven & Seven hat Ruhetag. Naja. Ich habe es versucht.

Ich finde eine Alternative, aber eigentlich nur, damit der Weg nicht umsonst war. Das war Kyoto. Morgen geht es über Himeji weiter nach Miyajima.

Rediscovering Uji

Heute ist wieder ein Tagesausflug angesagt. Uji. Das Zentrum des grünen Tee. Der Zug dorthin fährt direkt am Fushimi Inari vorbei. Dann nutzen wir aus. Wir sind relativ früh, hoffentlich vor den Touristenmassen. Ganz beantworten lässt sich das nicht. Es ist voll, aber nicht überfüllt.

Wir arbeiten uns langsam zu dem Torii-Tunnel vor. Hier schiebt es sich ein wenig. Ein Foto ohne Menschen ist unmöglich. Ganz nach oben laufen wir nicht, sonst haben wir in Uji zu wenig Zeit. Außerdem, hat man 300 Torii gesehen, werden die nächsten 300 langweilig. Gerüchteweise sollen es über 10.000 sein. Ich persönlich schätze 2000.

Zurück am Bahnhof sehen wir, dass wir der großen Touristenwelle zuvor gekommen sind. Der ankommende Zug spült viele Leute auf den Bahnsteig. Gut, dann ist mehr Platz im Zug. In Uji angekommen bunkern wir erst einmal Proviant am FamilyMart.

Bevor wir uns auf Sehenswürdigkeiten stürzen, startet mein Bruder eine Shoppingtour für Souvenirs. Es ist glaube ich das erste Mal, dass ich in einem Daiso bin. Das ist zwei Stufen über 1€-Shop.

Dann geht es los. Byodo-in. Die Phönixhalle von 1053, die auch auf den 10-yen-Münzen zu sehen ist. Das ganze Gebäude wurde kürzlich renoviert. Alles erstrahlt in einem neuen Glanz. Ich muss mal ein altes Foto als Vergleich suchen.

Traditionell geht es vom Tempel runter zur Insel im Uji River und über die Asagari-Brücke rüber auf die andere Seite. Der steile Straße nervt, aber ein Besuch im ruhigen Kosho-ji muss sein. Der Eingang mit dem schwarzen Holz und der weißen Steinwand ist auch mit der neuen Kamera eine Herausforderung. Ohne HDR geht hier nichts, und das habe ich nicht geübt.

Im Anschluss folgt der Uji-Schrein und dahinter der Ujigamai-Schrein. Letzterer ist das älteste Schreingebäude Japans, erbaut in der Heianzeit. Das Design ist selten (Nagare-zukuri-Stil).

Als letzten Stopp habe ich den Mirumoto-ji geplant. Ich habe den Weg dorthin aber als relativ lang in Erinnerung. Egal. Zunächst geht es gerade durch ein Wohngebiet. Ich weiß noch, am kleine Fluss, da wo der 7eleven ist, rechts abbiegen. Dann dem Fluss folgen und links in die kleine Nebenstraße. Und dann sind wir auch schon am Eingang? Das war jetzt erstaunlich kurz. Was habe ich letztes Mal falsch gemacht? Oder täuscht meine Erinnerung?

Der steile Straße und die Stufen hoch zum Tempel geben mir den Rest. Ich bin zu alt für den Scheiß. Im Tempel gibt es einiges zu sehen. Die Geschichte von dem Ochsen und dem Kaninchen muss ich bei Zeiten mal nachschlagen.

Als wir den Tempel verlassen, schließt ein Priester bereits die Türen der Haupthalle und unten am Eingang ist das Tor bereits geschlossen. Wir verlassen das Areal über ein Drehkreuz an der Seite und gehen runter zum Bahnsteig der Keihan Uji-Line. Der Zug bringt uns nach Chushojima im Süden vom Fushimi-Bezirk. Es ist der alte Stadtteil der Sakebrauer.

Wir laufen in Richtung Zentrum. Hier sollten wir etwas fürs Abendessen finden: Teppan Kushiyaki Sakura. Kushiyaki geht immer. Dazu ein schöner Sake. So gefällt mir das.

Wir gehen weiter die Straße entlang in Richtung Einkaufsstraße. Die wird uns zum JR Bahnhof bringen. Moment! Was lese ich da? Fushimi Sake Village? Stimmt, davon habe ich gelesen. Mehrere Sakebars haben sich zusammengetan und teilen sich quasi die Tresen. Da muss ich rein.

Ich bestelle einen 9er-Sampler. Neun verschiedene Sake, kombiniert mit 9 kleinen, japanischen Tapas. So gefällt mir das.

Im Anschluss geht es dann englich zum Bahnhof Momoyamagoryomae. Das ist mal ein Name. Es ist nicht Japan Rail sondern Kintetsu, bringt uns aber auch zum Kyoto Hauptbahnhof. Nach einigem Zickzack durch die Korridore, raus aus der Station, rein in Station, und zurück in den Untergrund finden wir dann auch den Eingang zur U-Bahn. Das war vorgestern, als wir in Kyoto ankamen, einfacher.

Der Tag endet etwas früher als sonst, aber wir müssen wirklich langsam die Waschmaschine bemühen. Heute passt das ganz gut.

Rediscovering Kyoto 2

Wieder startet der Tag mit japanischen Frühstück. Danach beginnt der erste richtige Sightseeing-Tag in Kyoto. Gestern war ja eher zum Aufwärmen. Heute kommen die wichtigsten Highlight.

Auf geht’s. Mit der U-Bahn runter noch Gojo und dann zu Fuß weiter zum Higashi Hongan-ji, dem östlichen Tempel. Die Halle ist riesig und die Bauordnung in Kyoto erlaubt kein Gebäude höher als der Dachfirst der beiden großen Tempel. Die Dachkonstruktion ist Wahnsinn.

Was ich bis jetzt nicht wusste: Man kann das Goei-mon, das große Eingangstor, besichtigen. Eine steile Treppe führt nach oben. Es lohnt sich, das Tempelareal von oben zu sehen.

Es ist noch nicht einmal 10 Uhr und die Hitze versucht erneut, mich umzubringen. Das war definitiv einfacher vor 20 Jahren.

Unser nächster Stopp — nach einem kleine Umweg, da ich verpeilt habe, wo der Eingang ist — ist der japanische Garten Shosei-en. Ich muss zugeben, dass ich ihn leicht anders in Erinnerung habe.

Weiter geht es in Richtung Higashiyama. Wir kreuzen den Kamo River. Rechts ist der Sanjusangen-do. Sanjusan heißt 33. Es bezeiht sich auf die Länge der Halle, die 33 Nischen (34 Pfeiler) lang ist. Innen warten insgesamt 1002 Kannon-Stauen. Fotografieren ist nicht erlaubt. Und das ist gut so. Den Anblick sollte man ungestört auf sich wirken lassen.

Wir lassen den Chishaku-in rechts liegen und gehen (fast) direkt zum Kiyomizu-dera. Fast direkt, denn ich war der irrigen Meinung, man könnte über den Otani Hombyo Tempel abkürzen. Pech gehabt. Wir nehmen den Weg, den alle Touristen nehmen … nach einem Stopp beim Local Sake and Beer Stand 336.

Je näher wir dem Tempel kommen, desto mehr Touristen verstopfen die Straße. Es sind viele. Meine Befürchtungen waren wilder. Wir kommen relativ brauchbar voran. Wir laufen bis zur Pagode Koyasu-no-to. Auf dem Weg gibt es ein paar gute Blicke auf die berühmte Terasse des Tempels.

Der Jishu Jinja ist leider wegen Renovierung geschlossen. Schade. Damit kommen wir zum nächsten Touristen-Hotspot: Sannen-Zaka; die berühmte Straße mit den Stufen, die man in jedem Reiseführer findet. Aber ein Besuch Kyotos ohne eine Foto von hier ist auch nicht zielführend.

Ein kleiner Navigationsfehler meinerseits lässt uns den Hokan-ji mit der Yasaka Pagode verpassen. Stattdessen laden wir direkt am Kodai-ji mit seinem Bambuswald.

Im Anschluss durchqueren wir den Maruyama-Park. Links ist der Yasaka-Schrein, den wir gestern besucht haben. Mein nächster Stopp sollte eigentlich der Chion-in sein. Aber das Tor vor dem mächtigen San-mon ist geschlossen. Habe ich wirklich den Ruhetag erwischt? Verdammt.

Also weiter zum Heian-Jingu. Ich weiß bereits, dass der japanische Garten hinter dem Schrein wegen Renovierung geschlossen ist. Dennoch lohnt sich der Weg. Womit ich allerdings nicht gerechnet habe, ist der Umstand, dass hier ein Musikkonzert stattfindet. Wir haben keinen unverbauten Blick. Verdammt.

Und das war es dann auch. Die Sonne steht tief. Bis zim etwa 2 km entfernten Ginkau-ji schaffen wir es nicht mehr. Es ist gleich 17 Uhr, die magische Uhrzeit für Tempel- und Schreinbesichtigungen. Kyoto hat einfach zu viele Tempel.

Es wird Zeit für den Rückweg. Südlich vom Schrein gibt es einen alten Kanal, der (wenn ich mich richtig erinnere) zum Biwa-Kanal gehört, der Kyoto mit dem Biwa-ko verbindet. Nahe der Jingumichi zweigt ein kleiner Seitenkanal ab. Links und rechts sind kleine Straßen; Hin und wieder eine schmale Steinbrücke ohne Geländer, die für Fußgänger beide Seiten verbindet. Hier sind keine Touristen.

Wir gehen südlich bis zur Gyoja-bashi. Hier zweigt die Furukawa-cho-dori ab. Eine kleine überdachte Einkaufsstraße. Da ich Hunger habe, hoffe ich hier auf ein Izakya. Und wir werden fündig. Es ist etwas rumpelig, wie die ganze Einkaufsstraße, die wirkt, als wäre sie Überbleibsel aus den 70ern.

Ich bestelle Takoyaji. Ich nenne sie gerne „Lava Balls“. Egal wie lange man die schon auf dem Teller hat, 5 Minuten oder 25 Minuten, das innere is kochend heiß; schlimmer als Ananas auf einer Pizza, die sich unter einem Stück Schinken versteckt hat. Das große Glas Highball ist meine Rettung. Mein Bruder ist kein Fan. Gut, dann bleibt mehr für mich.

Wir sind hier genau neben der Higashiyama-UBahn-Station. Die könnte uns direkt zur Karasuma Oike Station bringen. Aber der Abend ist noch jung. Irgendwas muss man noch machen … außer die Waschmaschine im Hotel anzuwerfen.

Seven & Seven? Dafür müssten wir eine Station früher aussteigen. Nichts einfacher als das. Die Bar gibt es noch. Sie heißt jetzt nur noch „Bar Seven“. Der alte Barkeeper hat in den Ruhestand gewechselt, aber er ist noch am Leben.

Sie ist genauso wie ich sie in Erinnerung hatte. Wann war ich zuletzt hier? 2016? 2018? Ich bestelle meinen Klassiker Singapore Sling. Mein Bruder kommt mit unseren Sitznachbarn (Japaner) ins Gespräch. Es ist genauso wie ich es in Erinnerung hatte. Englisch. Japanisch. Gesten. Keine Ahnung wie, aber man versteht sich.

Wir bleiben länger als ursprünglich geplant. Anders als in Tokyo können wir aber von hier aus zum Hotel laufen. Es sind etwa ein Kilometer.

Das war der zweite Tag in Kyoto. Wie jeden Tag weniger geschafft als gehofft, aber dafür entspannt. Es hilt, wenn ich jemanden dabei habe, der mich ausbremst.

Rediscovering Kyoto 1

Der Tag beginnt der Frühstück. Japanischem Frühstück. Selbiges kommt in einer doppelstöckigen Bentobox. Ich bin kein Fan von japanischen Frühstück und mein Bruder auch nicht. Wir sind aber höflich.

Und die Architektur von diesem Hotel ist echt besonders. Das vordere Haus ist ein altes, tradiotionelles Gebäude. Dahinter ist ein moderner Neubau mit den Zimmern. Bei der Hitze und Luftfeuchte habe ich gestern nicht einmal gemerkt, dass der Weg zum Zimmer im Freien ist und der Flur ein Laubengang war. Japan.

Den Plan für heute werfen wir gleich aus dem Fenster. Mein Bruder hat ein Samurai-Ninja-Museum gefunden. Es ist wie unser Hotel in der Rokkakudori. Die haben echt ein paar sehr gute Exponate. Die Sammlung von Originalrüstungen ist groß. Einige haben sogar Einschläge von Gewehrkugeln.

Zu der Führung gehören auch Aktivitäten von Ninjasterne werfen und ein Crashkurs in Iaido. Ich habe seit Jahren nicht trainiert. Ich hoffe ich erinnere mich an die Grundlagen.

2 Straßen südlich von uns ist Nishiki-Market. Sie steht in jedem Reiseführer (folglich erwarte ich viele Touristen), aber ich selbst war noch nie hier. Und ich hatte recht, Touristen. Wir finden ein Sushi-Laden ohne Gäste. Normalerweise ein schlechtes Zeichen, aber ich habe ein gutes Gefühl. Wir bestellen Sushi und ich dazu Sake. Das ist wohl der erste Tag, an dem wir eine Art von Mittagessen hatten.

Am Ende des Nishiki Market ist der Nishiki Tenmangu. Hübsch.

Wir gehen rüber nach Gionmachi. Hier, am Ufer das Kamo River, ist das Minamiza, das Kabuki-Theater. Wir haben Karten für heute Abend. Wir gehen durch Gion. Das Wetter ist nicht unser Freund. Es fängt an zu regnen. Ich hoffe, es ist nur ein kurzer Schauer.

Am Ende von Gion ist der Kennin-ji. Er hat alles, was man von einem Tempel in Kyoto erwartet: große Hallen, Steingärten, Tatamiräume mit goldenverzierten Shoji … und ein Deckenbild mit einem Drachen. Das wäre dann der Dritte nach Nikko und Kamakura.

Wir haben noch Zeit für einen Besuch am Yasaka Jinja. Die Bühne mit den vielen Lampions ist immer wieder ein lohnendes Fotomotiv.

Es ist Zeit für Kabuki. Wir gehen zurück zum Minamiza. Wow.  Das Stück scheint beliebt zu sein. Wir sehen Lupin III. Es ist eine Kabuki-Version des bekannten Anime Lupin III.

Kabuki überrascht mich immer wieder. Szenenwechsel, Schauspieler tauchen plötzlich irgendwo im Theater auf. Die Kabukibühne hat mehrere versteckte Aufzüge, die für weitere Überraschungen sorgen. Mich hat der Wasserfall beeindruckt. Es gab wirklich eine Kampfszene unter einem Wasserfall mit echten Wasser.

Und dann ist da die berühmte Pose von Kabuki-Schauspielern. Meist ist ein Arm ausgestreckt, der Kopf macht eine Bewegung, dann stampft der vordere Fuß auf und der Schauspieler friert in dieser Pose für ein, zwei Sekunden ein. Das Publikum applaudiert und ruft seinen Namen.

Das Stück dauert fast vier Stunden inkl. der Pause. Als wir das Minamiza verlasen ist es bereits dunkel. Zeit für das Abendprogramm … und Abendessen.

Wir schlendern durch die Pontocho. Es ist erstaundlich. Fast jedes Restaurant hat „Japanese A5 Wagyu“ auf der Werbetafel. Ja, Wagyu ist genial. Aber hier wird es angeboten wie Schnitzel-Pommes auf Mallorca. Ich habe meine Zweifel, dass es genial sein wird. Nein, Danke.

Wir laufen bis zum Ende der Pontocho. Wir finden nichts passendes. Naja, ich bin sehr, sehr wählerisch. Am Ende landen wir in einem Ramen-Restaurant in der Nähe von Shiyakusho-mae Station. Warum nicht. Ramen ist immer lecker.

Von hier aus geht es zurück ins Hotel. Der Tag war definitiv anders als ursprünglich geplant. Gut, Kabuki war gesetzt, aber ich hatte keinen richtigen Plan für davor, und danach. Vielleicht war das genau das Richtige. Einfach mit der Strömung treiben lassen.

Kyoto

Today ist Xmas eve and I visit Kyoto. I start at the train station. Maybe that Tokyo Eki is bigger and has more people running around, but Kyoto Eki is just one big building. It is nearly a quarter mile long and provides more than 15 levels above ground (plus several basement levels). The building is like a big hole with a roof. The broad stairway over 15 floor is just impressive architecture. Upstairs is the Skywalk. A small pathway right underneath the roof.

Inari Shrine

The next stop is everything but modern: The Fushimi-Inari-Shrine in South Kyoto (the train tracks mark the border between Kita and Minami / North and South Kyoto). Arriving by train I can spot the orange-red big gate from the platform. The buildungs are a sightseeing spot. It was a mistake to skip this shrine in my 2004 trip.

A good idea (to make some money) are Ema. Small wooden plates you can write your wishes on, like a letter the the deity. In this case the plate has the shape of a fox head. They are empty except for two lines that mark the eyes. It it impressive what people draw on this empty plates.

But the real attraction is behind the buildings: Torii. There are more than 1000 of them. It starts with 50 big ones in dark red. Then I arrive at the famous double row. Small Torii close-packed. What a view. What a view if you are standing inside. I stop counting after 200 Torii (in one row). It really is an experience to walk thru this tunnel of gates. The pictures do not capture this moment.

Behind the double row starts a 2,3km pilgrimage uphill with more gates. The guide says, that I need 2-3 hours. Shall I? But it will waste time. But I am already this far. What can I do? Damned. I’ll do it, but speed up. If there is no snow, I can run (this saying loses in the translation) …

Tofuku-ji

Uphill. Stairs. The width of one step is to short to walk it with two footsteps. The next time the stars are two small for one european footstep. I try to take two steps at once. This is hard stuff. I need more training. Downhill it shouldn’t do that. On the way up I have a nice view on Kyoto. The train station is easy to find. Now I can see how big this building really is. At the summit is an old shrine, meaning many old stones with ingravings. I do not understand the purpose.

Next stop is the Tofuku-ji. I walk. I pass a residential area with narrow streets. I recognize many red buckets. They are filled with water. Like in many anime. These buckets are for fire figthing. In front of every house are 10 litre of water. In Germany impossible. After the first night on a weekend these buckets would be empty and smashed.

The temple garden must be impressive during autumn color. I am too late. All the leaves are gone. The stone garden is bigger than the one in Ryoanji. It is worth the entrance fee. And there are three different stone gardens.

The subway brings me close to Kiyokizudera. I got myself lost in the maze of narrow, tiny streets of Higashiyama. Back on track I find myself in a shopping street that leads steep uphill to the temple. Or Shrine? I am not sure. In Kyoto you cannot seperate temple and shrines by building shape or the color of the torii.

Higashi-yama und Gion

I enter an unspectacular hall. From the padio I have a nice view on Kyoto. Behind the  handrail it goes straight down. There is a path along the rock wall. The gallery on the other side is construction site. Bad timing. But now I have a good view at the padio and its wooden construction. This is the famous one. Wow. The path leads down to a tiny water fall. Also famous. It is the Ootwa-no-taki.

I spot a small shrine on the temple area that is filled with tourists. The attraction seems to be two stones. The shrine is the Jishu-Jinja and is dedicated to the deity of love. That explains a lot.

It is 3:30pm. I have to increase my speed. Back at the shopping street I almost miss the entrance to street with the old houses of Higashiyama. A nice place. A narrow street with stairs (and no cars). There are many shops inside the old houses to the left and right. Why I missed this place in 2004 … Maybe the same reason I missed the Kiyomizedera. I was stupid. Then I spot the first Geisha. Right. Gion is not that far away and the Chaya will open soon.

On the way Gio I get lost again; despite a map and a police box. What use is a map without the red „You are here“ dot? Argghh. I try the street on the left. It should end in a right turn. Yes. It does. This is Gion Corner. This area is filled with old tiny wooden houses and narrow alleys.

Gion

It starts to snow (a little bit) and dawn is beginning too. Last stop for today is Pontocho. Not an attraction like the usual ones. It is a narrow street with many Izakayas. Too small for a car but filled with tourists.

It is almost dark, when I am back at Higashiyama to take some night pictures (without a tripod). After that I walk home to the hotel. A long walk. Next time I’ll use the subway. Half way I decide for some snacks. I skipped lunch. The streets of Kyoto can be pretty dark. A brief stop at the train station for some Xmas feeling. Changing into something more stylish, abandon the camera and get into the next cab. Next stop: a Chaya.

I celebrate Xmas eve in compony of a meiko (Geshia still in training). She is speaking perfect english and serves all food and every single drink. There are some performances and drinking games. They know how to entertain. It is not cheap. Oh no. But it is awesome. I enjoy every single second (and the blog of today will end right here … *evil grin*).

[deutscher Blogeintrag]