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Rediscovering Uji

Heute ist wieder ein Tagesausflug angesagt. Uji. Das Zentrum des grünen Tee. Der Zug dorthin fährt direkt am Fushimi Inari vorbei. Dann nutzen wir aus. Wir sind relativ früh, hoffentlich vor den Touristenmassen. Ganz beantworten lässt sich das nicht. Es ist voll, aber nicht überfüllt.

Wir arbeiten uns langsam zu dem Torii-Tunnel vor. Hier schiebt es sich ein wenig. Ein Foto ohne Menschen ist unmöglich. Ganz nach oben laufen wir nicht, sonst haben wir in Uji zu wenig Zeit. Außerdem, hat man 300 Torii gesehen, werden die nächsten 300 langweilig. Gerüchteweise sollen es über 10.000 sein. Ich persönlich schätze 2000.

Zurück am Bahnhof sehen wir, dass wir der großen Touristenwelle zuvor gekommen sind. Der ankommende Zug spült viele Leute auf den Bahnsteig. Gut, dann ist mehr Platz im Zug. In Uji angekommen bunkern wir erst einmal Proviant am FamilyMart.

Bevor wir uns auf Sehenswürdigkeiten stürzen, startet mein Bruder eine Shoppingtour für Souvenirs. Es ist glaube ich das erste Mal, dass ich in einem Daiso bin. Das ist zwei Stufen über 1€-Shop.

Dann geht es los. Byodo-in. Die Phönixhalle von 1053, die auch auf den 10-yen-Münzen zu sehen ist. Das ganze Gebäude wurde kürzlich renoviert. Alles erstrahlt in einem neuen Glanz. Ich muss mal ein altes Foto als Vergleich suchen.

Traditionell geht es vom Tempel runter zur Insel im Uji River und über die Asagari-Brücke rüber auf die andere Seite. Der steile Straße nervt, aber ein Besuch im ruhigen Kosho-ji muss sein. Der Eingang mit dem schwarzen Holz und der weißen Steinwand ist auch mit der neuen Kamera eine Herausforderung. Ohne HDR geht hier nichts, und das habe ich nicht geübt.

Im Anschluss folgt der Uji-Schrein und dahinter der Ujigamai-Schrein. Letzterer ist das älteste Schreingebäude Japans, erbaut in der Heianzeit. Das Design ist selten (Nagare-zukuri-Stil).

Als letzten Stopp habe ich den Mirumoto-ji geplant. Ich habe den Weg dorthin aber als relativ lang in Erinnerung. Egal. Zunächst geht es gerade durch ein Wohngebiet. Ich weiß noch, am kleine Fluss, da wo der 7eleven ist, rechts abbiegen. Dann dem Fluss folgen und links in die kleine Nebenstraße. Und dann sind wir auch schon am Eingang? Das war jetzt erstaunlich kurz. Was habe ich letztes Mal falsch gemacht? Oder täuscht meine Erinnerung?

Der steile Straße und die Stufen hoch zum Tempel geben mir den Rest. Ich bin zu alt für den Scheiß. Im Tempel gibt es einiges zu sehen. Die Geschichte von dem Ochsen und dem Kaninchen muss ich bei Zeiten mal nachschlagen.

Als wir den Tempel verlassen, schließt ein Priester bereits die Türen der Haupthalle und unten am Eingang ist das Tor bereits geschlossen. Wir verlassen das Areal über ein Drehkreuz an der Seite und gehen runter zum Bahnsteig der Keihan Uji-Line. Der Zug bringt uns nach Chushojima im Süden vom Fushimi-Bezirk. Es ist der alte Stadtteil der Sakebrauer.

Wir laufen in Richtung Zentrum. Hier sollten wir etwas fürs Abendessen finden: Teppan Kushiyaki Sakura. Kushiyaki geht immer. Dazu ein schöner Sake. So gefällt mir das.

Wir gehen weiter die Straße entlang in Richtung Einkaufsstraße. Die wird uns zum JR Bahnhof bringen. Moment! Was lese ich da? Fushimi Sake Village? Stimmt, davon habe ich gelesen. Mehrere Sakebars haben sich zusammengetan und teilen sich quasi die Tresen. Da muss ich rein.

Ich bestelle einen 9er-Sampler. Neun verschiedene Sake, kombiniert mit 9 kleinen, japanischen Tapas. So gefällt mir das.

Im Anschluss geht es dann englich zum Bahnhof Momoyamagoryomae. Das ist mal ein Name. Es ist nicht Japan Rail sondern Kintetsu, bringt uns aber auch zum Kyoto Hauptbahnhof. Nach einigem Zickzack durch die Korridore, raus aus der Station, rein in Station, und zurück in den Untergrund finden wir dann auch den Eingang zur U-Bahn. Das war vorgestern, als wir in Kyoto ankamen, einfacher.

Der Tag endet etwas früher als sonst, aber wir müssen wirklich langsam die Waschmaschine bemühen. Heute passt das ganz gut.

USA 48.4 – O’ahu, Pearl Harbour

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

Die Idee war eine bequeme Fahrt nach Pearl Harbour und heute Abend das Luau. Aber seit gestern habe ich diese fixe Idee, den Byodo-in zu besuchen. Also los. Highway 1, dann auf 61 und auf der anderen Seite der Insel auf die 83. Ich habe die grobe Strecke noch von gestern im Kopf.

Der Tempel ist wirklich eine Kopie vom Byodo-in in Uji. google sagt, dass er „original- und maßstabsgetreu“ ist. Er wirkt etwas kleiner. Und anders als das Original ist er aus Beton, nicht Holz. Auch gibt es keine Mönche oder Priester. Beeindruckend ist er allemal. Es hat sich gelohnt, den Plan zu ändern. Ich hatte eine Stunde für Fotos eingeplant. Die Stunde ist schnell vorbei. Der Mietwagen muss um 11 Uhr zurückgegeben sein.

Ich habe wieder die Planung ohne die Koffer gemacht. Zum Glück bietet Enterprise an, dass ich die Koffer für ein paar Stunden zwischenlagere. Super. Das rettet mich. Ich kann direkt nach Pearl Harbour durchstarten. Ein uber bringt mich zum Pearl Harbour National Memorial. Von hier starten Shuttle-Boote zum Memorial der USS Arizona.

Die Shuttleboote tragen die Nummer 39. Dies ist die Kennung der USS Arizona. Dies macht sie zu offiziellen Tenderbooten der Arizona. Folglich ist das Personal an Bord der USS Arizona zugeordnet. Die USS Arizona wurde am 7. Dezember 1941 beim japanischen Angriff versenkt. 1177 starben an Bord. Fast alle Opfer befinden sich noch im Schiffsrumpf, über dem ich jetzt stehe. Die Geschützbettung ist knapp unter der Wasseroberfläche zu sehen. Regelmäßig steigen Öltropfen auf. Die Kraftstoffbunker sind immer noch gefüllt. Dies ist ein unwirklicher Ort.

Ich mache insgesamt zwei Fahrten rüber zur Arizona. Mein Fehler. Ich war so von dem Ort ergriffen, dass ich vergaß Fotos zu machen. Der Doppeltrip hat den Vorteil, dass ich jetzt weiß, wo ich bei An- und Abfahrt sitzen muss. Und was ich wann fotografieren muss. Und auf der ersten Fahrt ohne Fotos konnte der Ort nachhaltig auf mich wirken.

Ein Blick auf die Uhr. Der Flieger geht um 20 Uhr. Ich sollte um 17 Uhr am Flughafen sein. Backup-Time und so. Das gibt mir genug Zeit, um mit dem Bus rüber auf die Insel zu fahren, um die USS Missouri (BB63) zu besuchen. Mit der Arizona begann der Krieg gegen Japan. Mit Unterzeichnung der japanischen Kapitulation an Bord der USS Missouri endete er.1 Ein Rundgang über das Schiff dauert 60 bis 90 Minuten. Dann bleibt aber exakt null Reservezeit. Und einen Speedrun will ich auch nicht machen. Ich bleibe am Pier und genieße Ansicht und den sonnigen Tag.

Nach einem leckeren Eis geht es mit dem Bus zurück zum Memorial-Park und dann mit einem uber zurück nach Waikiki. Ich habe noch genug Zeit, bevor es zum Laua geht. Vielleicht hätte ich die Missouri noch geschafft. Aber lieber so.

Mehrere Reisebusse bringen uns zum Ort der Luau, das Sea Life Park Aloha Kai Luau and Hawaiian Buffet. Ja. Das Ding ist für Touristen.  Ich erwarte nichts. Ich überschlage kurz. 200 Teilnehmer. Das wird eine Fließbandabfertigung.

Zunächst gibt es den Begrüßungscocktail und ein wenig Bespaßung für die Kids. Ich lehne mich zurück und genieße den Abend. Dann wird das Schwein aus dem Feuer geholt. Das Buffet ist geöffnet. Auch dieser Teil ist eher für amerikanische Touristen. Ich mache einen Bogen um die Kohlenhydrate und genieße den Abend.

Die Dämmerung setzt ein und die Show beginnt. Gezeigt werden verschiedene Tänze aus allen Regionen von Polynesien. Die neue Kamera ist echt ein Shritt vorwärst bei Nachaufnahmen. 6 Jahre Weiterentwicklung bei den Sensoren und das Vollformat mit größeren Pixeln machen sich bemerkbar. Aber ich habe die Rechnung ohne den Akku gemacht. Ich habe nur einen. Und kurz nachdem der erste Balken in der Anzeige weg ist, verschwinden auch die anderen und das Ding ist leer. Den Rest muss ich mit dem Smartphone machen. Dies hat den Vorteil, dass ich die Kamera zur Seite lege und die Show genieße.

Kurz nach Ende der Show werden wir auch schon zurück zu den Bussen beordert. Typisch Amerika: „Show is over, get your ass out of here.“ Alles in allem war es ein gelungener Abend, ein gelungener Tag und ein gelungener Abschluss vor den O’ahu-Abschnitt.