Archiv der Kategorie: USA

Hot Dogs

Wenn ich überlege, wie viele Hot Dogs ich in den USA gegessen habe, und wie wenige Fotos es von denen gibt … Auf der anderen Seite, warum sollte ich jedes Hot Dog fotografieren. Die Idee, diese Blogeintrag zu schreiben, habe ich 2,5 Jahre nach meiner Rückkehr. Mal schauen was ich gebastelt kriege.

Die Dänische Variante — Das ist die Version, die ich aus Deutschland kenne. die Zusammensetzung ist wie folgt:

  • Hotdog-Brötchen
  • Würstchen (Røde Pølser), gekocht, seltener gegrillt
    • milder Senf
    • Ketchup
    • dänische Remoulade
    • Röstzwiebeln
    • Gurkenscheiben; süßsauer

In den USA sieht die Sache komplett anders aus. Das einfache Hotdog hat nur Ketchup drauf. Das schmeckt so langweilig wie es klingt.

Chicago Style — Diese Variante kommt wohl am Dichtesten an die dänische Variante. Ich habe sie in einem anderen Blogeintrag behandelt.

New York — Hier habe ich kein Foto. Aber es gibt es. Das Hotdog mit Sauerkraut. Es ist mit Sicherheit interessant. Aber mein Favorit wird es nicht. New York Style Pizza + Chicago Style Hotdog. Das ist meine Kombo.

San Francisco — Hier habe ich mehrfach eine lecker Variante gegessen. Das Würstchen ist in Bacon eingewickelt und gegrillt. Als Beilagen gibt es gedünstete Zwiebeln und Paprika. Je nach Hotdog-Stand gibt es Ketchup und Senf dazu.

Wienerschnitzel — Dieser Laden ist, wie der Name verrät, berühmt für seine Hotdogs. Ja, ich habe es auch nicht verstanden. Diese Kette hat den Vorteil, dass es verschiedene Versionen gibt. Hier sind zwei, die ich probiert habe. Und ja, das eine ist Chicago Style. Man muss also nicht nach Chicago fahren.

Chicago Food Corner

An meinem ersten Tag in den USA habe ich einen Polizisten in New York gefragt: „Welchen Ort muss ich besuchen? Was muss ich essen?“ Die Antwort waren Staten Island Ferry und Joey’s Pizza. Die Frage kann man auch für Chicago stellen. Auch hier würde ich vermutlich eine Bootsfahrt vorschlagen. Beim Essen hat man die Wahl: Deep Dish oder Chicago Dog.

Deep Dish Pizza

Diese Variation von Pizza stellt die Frage: Wann ist eine Pizza eine Torte? Deep Dish ist eine Pizza mit einem sehr, sehr dicken Boden. In der Regel hat sie einen Durchmesser von 30cm und eine Höhe von mindenstens 5 cm. Verwendet wird im Prinzip eine Kuchenform. (daher meine anfängliche Frage), die mit Teig ausgkleidet wird. Gefüllt wird der Teig dann mit Käse, Tomantensoße, Tomaten und Wurst. Abschluss bildet geriebener Parmesan. Und wie bei jeder Pizza gibt es dutzende Variationen. Allen gemein ist der dicke Boden.

Historie: Pizzeria Uno wird als Erfinder der Deep Dish gesehen, wo sie 1943 zum ersten Mal verkauft wurde. Damals war Rudy Malnati dort der Küchenchef. Heute sind Pizzeria Uno und Lou Malnati’s1 die beiden bekanntesten Orte in Chicago für Deep Dish. Und ja, es gibt von beiden Restaurants mehrere Niederlassungen. Durch puren Zufall habe ich nicht nur beide besucht, sondern auch das erste Pizzeria Uno, die fast direkt neben meinem Hotel lag.

Deep Dish ist so sehr mit Chicago verbunden, dass es der Spitzname für Jungs aus Chicago verwendet wird. Ich selbst bin kein Fan dieser Pizza-Variante. Ich bevorzuge New York Style.

Chicago Style Hotdog

In den USA sind mir dutzende Varianten von Hot Dogs über den Weg gelaufen. Mein Favorit ist eindeutig Chicago Style. Es ist wie folgt zusammengesetzt:

  • Hotdog-Brötchen mit Mohn
  • Würstchen ; ca 60g (in den USA Wiener oder Frankfurter genannt)
    • milder (gelber) Senf
    • frische Zwiebelwürfel
    • süßes Gurken-Relish (oft quietschgrün gefärbt)
    • Gewürzgurken; Viertel (in Dill eingelegt)
    • Tomatenscheiben
    • Peperoni (das englische Rezept nennt sport pepper)
    • Selleriesalt (celery salt)

Je nach Restaurant werden einzelne Zutaten weggelassen oder hinzugefügt.Bryan’s fügt zum Beispiel Salatblatt und Saltgurke hinzu. Aber niemals wird Ketchup verwendet.

Varianten: Die Zutaten sind im Prinzip „einmal durch den Garten“. Bei der Zubereitung der Wurst, hat jeder seinen eigenen Ansatz. Die meisten kochen die Wurst in heißem Wasser. Seltener wird die Wurst gegrillt.

Beim Depression Dog fehlen Gurke und Tomate. Statt dem Brötchen gibt es Kartoffelecken. Das Superdawg verwendet eingelegte Tomaten. Das Cheese-dog verwendet Käsesoße.

Historie: In Frankfurt wurden Schweinewürstchen schon im 13. Jahrhundert erwähnt. In Wien wurde Rindfleisch hinzugefügt. So entstand das Wiener Frankfurter. Diese Variante erreichte im 19. Chicago. Es wurde in einem Brötchen und war ein beliebter Snack bei Baseballspielen, kurz franks genannt. Während der 1920er gab es viele Hotdog-Wagen entlang Maxwell St (südlich der Universität of Illinois).

Die Verwendung von Selleriesalz hat seinen Ursprung in den Selleriefarmen, die es in Lake View gab. Das ist auch die Gegend, wie das Wrigley Field steht. Es ist in Deutschland relativ unbekannt. Es hat nicht einmal eine deutsche wikipedia-Seite. Aber es gehört z.B. auch in die Cocktails Bloody Mary und Caesar.

besuchte Restaurants
  • Pizzeria Uno, 29 E Ohio St
  • Lou Malnati’s, 439 N Wells St
  • Portillo’s & Barnelli’S, 100 W Ontario St

USA 57 – Rückflug

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

Heute geht es zurück nach Deutschland. 1 Jahr und 3 Wochen sind rum. Wie schon beim Hinflug, hat mein Gehirn Schwierigkeiten, diese Information zu verarbeiten und einzuordnen. Genau genommen endete meine Zeit offiziell vor etwa 3 Wochen. Ich habe es etwas Urlaub rangehängt. Ich technisch bin ich seit knapp einer Woche auf dem Rückweg; seitdem ich in Maui, Hawaii ins Flugzeug gestiegen bin, nähere ich mich ja schrittweise der alten Heimat. Und … ob es heute wirklich zurück nach Deutschland geht, müssen wir noch sehen.

05. Februar 2024 … Was bisher geschah

Denn gestern erreichte mich die Info, dass mein Rückflug wegen der Streiks in Deutschland storniert wurde. Gerade im Hotel, nach meiner langen Fahrt von den Florida Keys, war das nicht die Info, die ich hören wollte. Und ich bekam die Info von meinen Eltern: Regel Nummer 1: Vor dem Flug in den Urlaub und vor dem Rückflug aus dem Urlaub, immer Mutti anrufen.

Dass ich die Info nicht bekam, darf ich der Bundeswehr verdanken. Der Flug wurde ich die Reisestelle gebucht, folglich war deren eMail-Adresse informiert, aber meine eMail-Adresse nicht. Danke. Meine erste Info war, dass nur der Flug Frankfurt-Hamburg weg ist. Also habe ich eilig einen Mietwagen in Frankfurt gebucht; nicht am Flughafen, In der Innenstadt. Dort ist er fast 50€ pro Tag(!) billiger. Kurz nach der Buchungsbestätigung ereichte mich die Info, dass auch mein Flug ab Orlando, FL weg ist. Ich wurde umgebucht: Statt United Airlines ist es jetzt eine Fluggesellschaft, die ich nicht kenne und die nach Suche im Internet auch nicht mehr existiert. Häh. Einige Telefonate später ist klar, dass die App von Delta komplett veraltet ist. Ich fliege mit einem Subcontractor von Delta Airlines über Amsterdam. Der Flug ist 2 Stunden früher, aber ich komme bis nach Hamburg. Mit dieser Info bin ich dann um 2 Uhr morgens ins Bett gefallen.

6. Februar 2024 … Abflug

Lange konnte ich nicht schlafen, da ja Cape Caneveral auf dem Plan für den Tag stand. Ich bin gerade von dort zurück, habe die Einfahrt zum Parkhaus verpasst, musste eine Extrarunde von etwa 10 Minuten drehen, bevor ich endlich den Wagen abgeben durfte. Die Aufgabe der Koffer war nervig. Am Priority-Schalter (fliege ja Business) stehen nur Idioten. Ich weiß nicht, wie die es ohne Mitte bis hier geschafft haben, ohne sich umzubringen.

Dann stehe ich knapp 2 Stunden in der Warteschlange bei der Sicherheitskontrolle. Die TSA ist auch nur ein Haufen von Idioten. Es gibt genau zwei Scanner, die besetzt sind. Und diese Kontrollstelle bedient 1/4 des gesamten Flughafen. Unfähiges Pack. Es ist pures Glück, dass ich sehe, dass sie planen, die Express-Lane für alle zu öffnen. Ich positioniere mich so in der Warteschlange, dass ich dorthin umgeleitet werde. Bis zur Kontrolle vergehen immer noch 30 Minuten, aber jetzt schaffe ich es vor dem Boarding zum Flieger. Info an mich: Nie wieder Orlando.

Ich bin endlich im Flieger. Sitz 1A. Ein kurzer Talk mit dem Piloten ist auch dabei. Und dann geht auch schon los. Das wars. USA sind vorbei. Der Flug startet kurz nach 18 Uhr. Vor mir sind 9 Stunden Flug plus 6 Stunden Zeitzone. Ich werde also gegen 9 Uhr in Amsterdam landen. Bis dahin heißt es genießen. Wer weiß, wann ich wieder Business fliegen kann.

Wir fliegen in die Nacht. Das da unten könnte Washington sein. Etwas später wieder eine große Stadt. Eventuell Philadelphia. Ich realisiere, dass wir New York überfliegen werden. Ich habe wieder die Flugplanung ohne die Loxodrome gemacht. Und dann kommt tatsächlich Manhatten im Fenster in Sicht. Ein letzter Blick und ein Foto von dem Ort, wo alles vor über einem Jahr begann. Kurz danach beginnen wir den Atlantik zu kreuzen. In der Ferne sehe kurz Nova Scotia.

7. Februar 2024 … Landung

Und dann kommt Europa in Sicht. Die Niederlande. Genauer gesagt Zandvoort; zu erkennen an der Rennstrecke. Den Überflug von Irland und den UK habe ich verpasst. Der Aufenthalt in Schiphool ist wenig spektakulär. Ich vergesse meine Brille im Flugzeug. Ich komme gerade noch rechtzeitig, bevor der letzte von der Crew das Flugzeug verlässt und der Zugang gesperrt wird. Die Zeit bis zum Weiterflug verbringe ich in der Lounge. Dann kommt der kurze Hopp von AMS nach HAM. Eine deutsche Airline. Die Qualität des Service fällt merklich. Und um 14:15 ist das Abenteuer mit der Landung in Hamburg vorbei. DAS WAR’S. Zurück in Deutschland. Das Abendteuer ist vorbei. Es bleibt die Frage: Werde ich mich wie Frodo aus Herr der Ringe fühlen? Zurück aber nicht wirklich, denn alles ist wie vorher, man selbst hat sich aber verändert.

8./9. Februar 2024 … Pflichtprogramm

Der Besuch der Familie ist Pflichtprogramm. Darauf freue ich mich schon seit Wochen. Dann ist der noch ein Besuch beim Friseur. Ich besuche die Cocktailbar im Radisson, den Alten Zolln (jahrelang so etwas wie mein ausgelagertes Wohnzimmer), das Weinhaus Röper und Korfu, meinen Lieblingsgriechen.

Und eines wird schnell klar: Bereits nach wenigen Stunden in Lübeck habe ich nicht das Gefühl, dass ich über ein Jahr weg war. Das ist nicht gut !!!!

Für mich waren die USA eine Chance, ein anderes Leben, einen anderen Lebensstil zu erproben. Ich hatte die Chance, Dinge zu riskieren. Wenn es schief geht, hätte ich einfach nach einem Jahr den Deckel draufgemacht. What happens in Vegas, stays in Vegas. Jetzt aber bin ich in der Situation, dass das Experiment erfolgreich ist. Und ich will mein altes Leben, dass ich in Deutschland zurück gelassen haben, nicht zurück. Ich will nicht in die alten Muster zurückfallen, und die alten Dämonen wieder begrüßen. Und ich habe keine Ahnung wie ich das hinkriege. Denn bereits wenige Stunden in Lübeck waren wie ein Reset. Das amerikanische Leben in Deutschland zu etablieren, und sei es nur in Teilen, wird eine Herausforderung werden.

10. Februar 2024 … Rückfahrt

Doch bevor das Projekt „Second Life in Germany“ starten kann, muss ich mich und die 200kg Luftfracht, die zwischenzeitlich bei meinen Eltern angeliefert wurden, nach Vallendar bringen. Die Fahrt dorthin ist unspektakulär. Allerdings merke ich, dass ich es nicht mehr gewohnt bin, auf deutschen Autobahnen zu fahren.

In Vallendar muss ich den Schlüssel im Restaurant abholen. ich hatte vergessen eine Kopie mitzunehmen, bzw. bei meinen Eltern zu deponieren. Es klappt aber problemlos.Und jetzt habe ich eine Stunde bis zum Anpfiff. Heute ist Superbowl Sunday und das Spiel startet gleich. Bildschirme und Rechner müssen in der leeren Wohnung in Stellung gebracht werden. Um den Futon kümmere ich mich später. Die Verbindung zum Internet steht und ich habe die Superbowl-Party bei Toni parallel auf dem US-Smartphone.

11. Februar 2024 … Reservetag

Heute ist Rosenmontag und damit arbeitsfrei. Das gibt mir die Chance, zumindest ein Teil der Wohnung wieder einzurichten. Nicht aber, ohne ein paar Dinge entscheidend zu verändern. Es wird eine Menge im Müll landen. Und nach und nach werden neue Einrichtungsgegenstände die alten ersetzen. Und so geht es zu IKEA. Die nachfolgenden Fotos sind aus Juni, nachdem auch endlich die Seefracht angekommen war und die Wohnung erneut etwas umgebaut wurde. Die Änderungen zu vorher sind minimal.

12. Februar 2024

Heute geht der deutsche Alltag wieder los und dieser Teil des Blogs endet. Das Abendteuer USA ist vorbei. Eventuell reiche ich eine Auswertung nach.

 

USA 56.3 – Florida, Cape Caneveral

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

Heute ist offizieller Rückflugtag. Und auch wenn es gestern Abend noch mal hektisch wurde, weil mein Rückflug gestrichen wurde, steht heute weiterhin Cape Caneveral auf dem Plan. Wenn auch mit verkürztem Programm, da mein Ersatzflug 2 Stunden früher losgeht. Aber das sind die unveränderbaren Randbedingungen, die hier nicht zu interessieren haben.

Die Anreise ist wenig spektakulär. Die 528 ist schnurgerade, bis kurz bevor sie die I-95 kreuzt. Es folgt Highway 1. Beides alte Bekannte von gestern. Dann geht es nach Norden auf die 405 und über die NASA Causeway Bridge. Und da ist es, das Visitors Center. Der Weltraumbahnhof ist auf der nächten Insel, aber für ist für Touristen Off-Limits. Der Eintritt ist saftig: $95 plus $10 fürs Parken.

Kennedy Space Center Visitors Complex

Gleich hinter dem Eingang warten diverse Exponate aus den Anfängen der Raumfahrt. Erst hier werden einem die Dimensionen bewusst. die Mercury-Raumkapsel ist kleiner als die Nozzle von so manchen Vakuumtriebwerken, die hier stehen. Das Ding ist kaum mehr also eine Konservendose.

Mit dem Bus geht es raus zum Apollo-Gebäude. Erster Stopp auf  dem Weg dorthin ist das Vehicle Assembly Builing. Dort wurde einst die Saturn V montiert, später das Space Shuttle. Bald soll das SLS beherbergen. Das Ding ist riesig.2 Jeder Streifen der US-Flagge ist breiter als ein LKW. Da ist also eine 13-spurige Autobahn aufgemalt. Der blaue Bereich ist so groß wie ein Basketballfeld. Jeder Stern misst fast 2 m.

Neben dem VAB steht eines der Transportfahrzeuge (The Crawler) mit dem das Shuttle zum Startplatz gefahren wurde. Das alles Live zu sehen, war den Eintritt wert. Und das Apollo-Center kommt erst noch.

Durch die Tür. In der großen Halle hängt eine Saturn V. Die Dimensionen sind der Wahnsinn. Der Lunalander und ein Mondfahrzeug. Nichts davon war auf dem Mond, geschweige denn im Weltraum.Aber es sind keine Kopien. Es sind Originale: Der Lunalander z.B. ist LM-9, kam aber nicht mehr zum Einsatz. Das Mondfahrzeug ist LRV-4. Und dann ist da noch eine  Apollokapsel, Apollo 14, die wirklich oben war. Man erkennt die Brandspuren vom Wiedereintritt. Und etwas Mondgestein ist auch zu sehen. Highlight für mich bleibt aber die Saturn V. Ich kaufe ein Puzzle als Souvenir. Vom Gewicht passt es noch ins Gepäck. Und genug Platz sollte auch sein.

Zurück am Visitor Center ist noch Zeit für das Space Shuttle. Das hat eine eigene Halle. Es ist die Atlantis. Das Ding vor mir war also 33 Mal im Weltall.3 Und ich stehe jetzt daneben. Die Hitzeschtzkacheln. Alle nummeriert. Die Ladebucht. Der Greifarm. Man hat es so oft im Fernsehen gesehen. Und wenn man überlegt, dass das Shuttle dann ohne Triebwerke gelandet ist. Mehr oder weniger ist es vom Himmel gefallen und genau dort aufgeschlagen, wo die Landebahn ist. Diese ist übrigens auf der anderen Straßenseite, aber dort darf man nicht hin.

Es gibt auch eine Memorial Hall. Die trieft vor amerikanischem Pathos. Dennoch lassen einen die Exponate innehalten: ein Segment der Challenger und das Fensterrahmensegment der Columbia.

Beim Eingang zum Space Shuttle gab es noch den Nachweis, dass Amerikaner Humor haben. Eine Dame mit Kansas Shirt wollte gerade reingehen, da meinte ein Wachmann: „Sorry, you can’t enter in that outfit“, wobei er auf sein 49er-Trinkflasche zeigt. Hah.

Rückfahrt

Viel Zeit bleibt nicht. Ich muss zurück nach Orlando, den Mietwagen tanken und abgeben und dann zum Flughafen. Ich habe es echt ausgereizt. Und dann ist die NASA Causeway Bridge gesperrt. Ich sehe einen langen Stau und Blaulicht, also Rotlicht, der Feuerwehr. Nicht gut. Gar nicht gut. Zum Glück gibt es hier keine Mittelleitplanke. U-Turn. Zurück zum Visitor Center und im Tiefflug über die 3 runter zur A1A. Wenn alles gut geht sind es nur 10 Minuten Umweg. Auf der A1A staut es sich kurz. Alles gut. Das passt. Schnell noch tanken und dann den Wagen zurückgeben. Es wird noch mal hektisch, als ich die Einfahrt ins Parkhaus verpasse. Ich muss jetzt komplett um Terminal B rum und neu anfahren. Zum Glück plane ich immer Reservezeit.

Der Wagen ist abgegeben. Es bleibt die Rückreise nach Deutschland.

USA 56.2 – Florida, Key West

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

Heute geht es von Miami nach Orlanda; mit einem kleinen Umweg; minimal; so 340 Meilen (550 km). Die Florida Keys sind ja fast um die Ecke. Und mein Ziel ist Key West, bevor ich final nach Orlando muss.

Ich verlasse Miami Beach. Es geht am Flughafen vorbei quer durch Miami runter nach Florida City. Ich verpasse eine Abfahrt und nehme den kostenpflichtigen Ronal Reagan Tpke (Turnpike). Ich wechsele auf den Highway 1, der hier auch Overseas Highway genannt wird. Er wird mich bis Key West bringen.

Ich erreiche die erste Insel: Key Largo. Von hier sind es knapp 100 Meilen. Das Wetter ist gemischt, aber ich vermute da kommt Regen auf mich zu. Ich hoppe von Insel zu Insel. Links und rechts ist Wasser; türkisblaues Wasser. Immer wieder eine Brücke, dann die nächste Insel; Tavernier, Plantation Key, Windley Key, Islamaroda, … Und immer sind da Holzhäuser in Pastellfarben, Motorboote, türkisfarbenes Wasser und Büsche, die im Wasser stehen.

Lower Matecumbe Key, Channel #5 Bridge, Long Key, Conch Key (hat gerade genug Platz für den Brückenpfeiler), vorbei an Duck Key. Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Grassy Key, Crawl Key, Long Point Key. Die Ortsschilder geben sich fast die Hand. Fat Deer Key ist fast schon ein witziger Name. Auf Marathon gibt es einen kleinen Flughafen. Ich habe auf den Keys jetzt über die Hälfte nach Key West hinter mir und muss an dieser Stelle zugeben: Es zieht sich.

Dann  geht es an Boot Key vorbei auf die 7-Mile-Bridge. Der Name ist Programm. Ich fahre übrigens über die neue von 1982. Die alte Brücke rechts neben mir ist die von 1912.[efn-note] Die Brücke begann als Eisenbahnbrücke der Overseas Railroad. Nach dem Labour Day Hurricane 1935 wurde sie zur Autobrücke umgerüstet. Sie ist eine Stahlfachwerkbrücke, die aber an mehreren Stellen unterbrochen ist. Sie verbindet noch kleinere Inseln ist aber nicht mehr durchgängig befahr- bzw. begehbar.[/efn_note]. Die Brücke kennt man aus Filmen wie 007 – License to Kill, True Lies oder 2 Fast 2 Furious. Ich habe sogar ein Foto von Fred gemacht, Fred the Tree.

Noch der Brücke kommt wieder Key-Hopping im Minutentakt: No Name Key (sehr kreativ) lass ich rechts liegen, Big Pine Key, Middle Torch Key, Summerland Key, Cudjoe Key, Upper Sugar Loaf Key, dann Sugarloadf Key und Saddlebunch Keys zur Linken, Big Coppitt Key. Alles wie schon zuvor immer wieder geschmückt mit pastellfarbenen Häusern;  das Wasser immer noch türkisblau.

Nach Rockland Key kommt die Naval Air Base und hinter der nächsten Brücke beginnen dann die Häuser von Key West. Die New Town ist wie jede kleine US-Stadt. Old Town ist da schon anders: kleine Holzhäuser. Sie haben einen Südstaaten-Look. Alles ist relativ dicht an dicht gebaut. Ein Straße mit vielen weißen Holzhäusern erinnert mich ein wenig an Binz auf Rügen.

Ich fahre direkt durch bis Fort Taylor. Alles ab hier liegt nun auf dem Weg nach Orlando. Leider fängt es genau jetzt an zu regnen. Naja. ich hatte bisher Glück. Und der Regen dauert auch nicht allzu lange. Ich wandere um das Fort herum zum „The Edge of The Key West“. Die ist ist der westlichste Punkt der Keys, den man ohne Boot erreichen kann (und darf, denn die Keys westlicher sind Naturschutzgebiet und Off-Limits.)

Und dann werde ich spitzfindig. Es gibt den „Southernmost Point if the Continental USA“. Ich bin anderer Meinung. Die Battery 231 liegt deutlich südlicher, ist aber Teil einer Navy Base. Der zügangliche südlichste Punkt der USA sind für mich daher entweder das Strandende am Zaun zur Base oder die Sandaufspülung zur Buhne am Straw Hat Beach.

Ein Foto vom Touristenpunkt mache ich trotzdem. Ich steige aber nicht aus. Denn es regnet schon wieder. Und es gibt keine Parkplätze in der Nähe. Und die Zeit ist auch schon rum. Von hier bis nach Orlando sind es immerhin 390 Meilen (625 km). Ich habe die Strecke Miami-Orlando komplett unterschätzt.

Bis zum Sonnenuntergang sind es grob 3 Stunden und bis zum Ende der Keys (Key Largo) knapp über 100 Meilen. Das lässt mir genug Zeit, um hier und da für ein paar Fotos zu stoppen. Allerdings were ich viele davon mit dem Smartphone machen. Ich habe mal wieder vergessen, den Akku vollständig zu laden und auch die Tatsache, dass ich bei der neuen Canon nur einen Akku habe.

Da ich noch nichts gegessen haben, nutze ich die Chance bei Sonic, einem echten Drive Inn. Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte der Sonic gewesen sein, an dem der Held der Steine gestoppt hat.

Zurück auf Key Largo sind wir auch schon spät in der Dämmerung. Ab jetzt geht es nordwärts, erst auf dem Highway 1. Links sind die Everglades … und man riecht es ein wenig: brackig, etwas faulig. Stehendes Wasser im Sommer. Irgendwie in Miami wechsel ich auf die I-95. Wo genau ich genau entlang gefahren bin, kann ich nicht mehr erinnern. Ich bin irgendwie nach Norden und habe versucht, die roten Streckenabschnitte zu umfahren.

Auf der I-95 passiert dann nicht mehr viel. Ich lese bekannte Orte wie Fort Lauderdale (da wo auch Trumps Mar-a-Lago ist) und Palm Beach. Wieder dieses: Das kenne ich aus dem Fernsehen und nun bin ich hier. Hinter Palm Beach wurde es dann auch dunkler. Das Häusermeer endet die I-95 schwenkt landeinwärts. Und dann die Wahl: Weiter I-95 oder rüber auf die 60 und dann Florida Tpke. Aktuell ist es kürzer und schneller.

Ich erreiche Orlando vom Süden her kommend; immer noch auf dem Florida Tpke. Bis zum Flughafen ist es fast schon zu einfach. Jetzt muss ich nur die richtige Abfahrt nach Norden finden, nicht die zum Flughafen. Auch das klappt problemlos. Die nächste Ampel ist meine. Rechts. Rechts. Und dann erreiche ich kurz nach 23 Uhr das Ramada by Wyndham.

Ich brauche ein Bier. Mindestens eins, vielleicht zwei. Aber es gibt keine Bar. Also zurück ins Auto. Alle Diner sind auch schon zu. Arghhh. Meine letzte Hoffnung ist der Walgreens. Der hat bis Mitternacht geöffnet. Zurück im Hotel wollte ich das Bier genießen, da kam die Meldung, dass mein Flug gestrichen wurde. Aber das ist eine andere Geschichte für einen anderen Blogeintrag.