Der Tag beginnt der Frühstück. Japanischem Frühstück. Selbiges kommt in einer doppelstöckigen Bentobox. Ich bin kein Fan von japanischen Frühstück und mein Bruder auch nicht. Wir sind aber höflich.
Und die Architektur von diesem Hotel ist echt besonders. Das vordere Haus ist ein altes, tradiotionelles Gebäude. Dahinter ist ein moderner Neubau mit den Zimmern. Bei der Hitze und Luftfeuchte habe ich gestern nicht einmal gemerkt, dass der Weg zum Zimmer im Freien ist und der Flur ein Laubengang war. Japan.
Den Plan für heute werfen wir gleich aus dem Fenster. Mein Bruder hat ein Samurai-Ninja-Museum gefunden. Es ist wie unser Hotel in der Rokkakudori. Die haben echt ein paar sehr gute Exponate. Die Sammlung von Originalrüstungen ist groß. Einige haben sogar Einschläge von Gewehrkugeln.
Zu der Führung gehören auch Aktivitäten von Ninjasterne werfen und ein Crashkurs in Iaido. Ich habe seit Jahren nicht trainiert. Ich hoffe ich erinnere mich an die Grundlagen.
2 Straßen südlich von uns ist Nishiki-Market. Sie steht in jedem Reiseführer (folglich erwarte ich viele Touristen), aber ich selbst war noch nie hier. Und ich hatte recht, Touristen. Wir finden ein Sushi-Laden ohne Gäste. Normalerweise ein schlechtes Zeichen, aber ich habe ein gutes Gefühl. Wir bestellen Sushi und ich dazu Sake. Das ist wohl der erste Tag, an dem wir eine Art von Mittagessen hatten.
Am Ende des Nishiki Market ist der Nishiki Tenmangu. Hübsch.
Wir gehen rüber nach Gionmachi. Hier, am Ufer das Kamo River, ist das Minamiza, das Kabuki-Theater. Wir haben Karten für heute Abend. Wir gehen durch Gion. Das Wetter ist nicht unser Freund. Es fängt an zu regnen. Ich hoffe, es ist nur ein kurzer Schauer.
Am Ende von Gion ist der Kennin-ji. Er hat alles, was man von einem Tempel in Kyoto erwartet: große Hallen, Steingärten, Tatamiräume mit goldenverzierten Shoji … und ein Deckenbild mit einem Drachen. Das wäre dann der Dritte nach Nikko und Kamakura.
Wir haben noch Zeit für einen Besuch am Yasaka Jinja. Die Bühne mit den vielen Lampions ist immer wieder ein lohnendes Fotomotiv.
Es ist Zeit für Kabuki. Wir gehen zurück zum Minamiza. Wow. Das Stück scheint beliebt zu sein. Wir sehen Lupin III. Es ist eine Kabuki-Version des bekannten Anime Lupin III.
Kabuki überrascht mich immer wieder. Szenenwechsel, Schauspieler tauchen plötzlich irgendwo im Theater auf. Die Kabukibühne hat mehrere versteckte Aufzüge, die für weitere Überraschungen sorgen. Mich hat der Wasserfall beeindruckt. Es gab wirklich eine Kampfszene unter einem Wasserfall mit echten Wasser.
Und dann ist da die berühmte Pose von Kabuki-Schauspielern. Meist ist ein Arm ausgestreckt, der Kopf macht eine Bewegung, dann stampft der vordere Fuß auf und der Schauspieler friert in dieser Pose für ein, zwei Sekunden ein. Das Publikum applaudiert und ruft seinen Namen.
Das Stück dauert fast vier Stunden inkl. der Pause. Als wir das Minamiza verlasen ist es bereits dunkel. Zeit für das Abendprogramm … und Abendessen.
Wir schlendern durch die Pontocho. Es ist erstaundlich. Fast jedes Restaurant hat „Japanese A5 Wagyu“ auf der Werbetafel. Ja, Wagyu ist genial. Aber hier wird es angeboten wie Schnitzel-Pommes auf Mallorca. Ich habe meine Zweifel, dass es genial sein wird. Nein, Danke.
Wir laufen bis zum Ende der Pontocho. Wir finden nichts passendes. Naja, ich bin sehr, sehr wählerisch. Am Ende landen wir in einem Ramen-Restaurant in der Nähe von Shiyakusho-mae Station. Warum nicht. Ramen ist immer lecker.
Von hier aus geht es zurück ins Hotel. Der Tag war definitiv anders als ursprünglich geplant. Gut, Kabuki war gesetzt, aber ich hatte keinen richtigen Plan für davor, und danach. Vielleicht war das genau das Richtige. Einfach mit der Strömung treiben lassen.


























