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Sumo (III) – Banzuke

Ozumo (Liga)

Es ist das einzige professionelle Sumo-Ligasystem in der Welt. Es steuert die Turniere und auch das Leben der Sumotori in den Heya. Die Kleidung ist vorgeschrieben und Rikishi dürfen nicht Autofahren.

番付 .. Banzuke .. Rangliste

Die Kämpfer, Rikishi, sind in Ränge organisiert. Es gibt keine Gewichts- oder Größenklassen. Das Banzuke ist in Ost und West unterteilt. Dies repräsentiert jedoch nicht Ost- und Westjapan oder zwei unterschiedliche Organisationen, sondern nur die Lage der Umkleide des Rikishi und somit von welcher Seite der Ring betreten wird. Hinweis: Die Rikishi betreten den Ring von der Ost- und der Westseite, stehen sich aber nicht gegenüber. Die Banzuke wird immer 13 Tage vor dem Beginn eines Honbasho (die 6 großen Turniere) veröffentlicht.

Ost- und Westränge: Bei ranggleichen Rikishi sind die der Ostgruppe höherwertig. Ost und West haben aber nichts mit der Herkunft des Kämpfers bzw. seines Heya zu tun. Es ist der Ort der Umkleide und damit die Seite, auf der der Rikishi den Dohyo betritt.

Makuuchi

Die obersten 5 Ränge sind die Makuuchi (幕内, inside the curtain). Früher waren die Makuuchi durch einen Vorhang von den unteren Rängen getrennt. Sie hatten quasi ihren VIP-Bereich. In der Makuuchi kämpfen 42 Rikishi.

Die Ränge Juyro  und aufwärts sind die Sekitori (= die den Durchbruch beschafft haben). Sie habe Privilegien: keine lästigen Arbeiten, sie dürfen vor den unteren Rängen essen, haben Anrecht auf einen Gehilfen und ein eigenes Zimmer(!), sowie ein festes Gehalt. Die unteren Ränge kriegen nur ein Taschengeld.

  • Yokozuna (variiert, derzeit 4)
    • Ozeki (variiert, derzeit 2)
    • Sekiwake (min. 2)
    • Komosubi (min. 2)
      • Maegashira (variiert derzeit 30)
  • Juryo (28)
    • Makushita (120)
    • Sandanme (200)
    • Jonidan (ca. 300)
    • Jonokuchi

Die obersten 4 Ränge Yokozuna, Seikiwaki, Ozeki und Komosubi heißen Sanyaku (三役, drei Ränge). Verwirrt? OK. Der Yokozuna ist ein vergleichsweise neuer Rang. Früher war Ozeki der höchst Rang. Gelegentlich wird der Yokozuna nicht mit zu den Sanyaku gezählt.

Es gibt mindestens 2 Sekiwake und 2 Komusubi (je einen in Ost und West). Keine Mindestzahl gibt es  für Ozeki und Yokuzuna

Auf- und Absteigen

Ähnlich wie beim Golf wird das Abschneiden bei einem Turnier (Basho) als Kriterium für Aufstieg oder Abstieg in den Rängen genommen. Kachi-koshi (勝ち越し) = mehr Siege als Niederlagen in einem Basho führt zum Aufstieg. Make-koshi (負け越し) = mehr Niederlagen als Siege in einem Basho führt zum Abstieg. Daher haben Turniere eine ungerade Anzahl von Kämpfen. Makuuchi und Juryo kämpfen an 15 Tagen, die unteren Ränge an 7 Tagen. Ein Kachi-kochi führt zum Aufstieg in den Rängen, eine Make-kochi einen Abstieg. Die Höhe des Make-koshi (Differenz Niederlagen zu Siegen) entscheidet, wie weit ein Kämpfer heruntergestuft wird.

Die Ränge im einzelnen

Jonokuchi (序ノ口, etwas, das gerade begonnen hat): Es ist der Anfängerrang ohne Rechte. Die Rangordnung innerhalb Jonokuchi wird im Mae-zumo ermittelt. Danach sind sie als Deshi (Lehrling) anerkannt. Die vorgeschriebene Kleidung sind Yukata und Geta.

Aufstieg zum Jonidan: einfacher Kashi-Koshi

Jonidan (序二段, 2. Rang): Die Anzahl der Kämpfer in diesem Rang ist nicht festgelegt. Es sind um die 300. Die vorgeschriebene Kleidung sind Yukata und Geta.

Aufstieg zum Sandanme: einfacher Kashi-Koshi
Abstieg zum Jonidan: einfacher Make-Koshi

Sandanme (三段目, der 3. Rang): Der Rang umfasst 200 Rikishi. Ihnen ist es erlaubt Haori und Hakama zu tragen. Statt Geta können bequemere Zori getragen werden.

Aufstieg zum Makushita: einfacher Kashi-Koshi
Abstieg zum Sandanme: einfacher Make-Koshi

Makushita (幕下): Der Rang umfasst 120 Rikishi (unterteilt in Ost und West) und bedeutet übersetzt „unter dem Vorhang“. Historisch war der Rang der oberste der zweiten Liga. Sie waren durch einen Vorhang von den anderen Ringern getrennt. Er ist Sprungbrett in die Sekitori-Ränge un heiß umkämpft. Ab diesem Rang ist es erlaubt, das Reinigungsritual mit Salz durchzuführen.

Aufstieg zum Juryo: einfacher Kashi-Koshi
Abstieg zum Makushita: einfacher Make-Koshi

Juryo (十両): Der Rang umfasst 28 Rikishi und ist der erste Sekitorirang. Ab diesem Rang dürfen Rikishi ein weißes Leinen-Mawashi beim Training tragen. Sie dürfen bei Regen einen Regenschirm benutzen. Ferner ist ihnen die Teilnahme am Dohyo-iri erlaubt und dabei das Tragen eines Kesho-Mawashi. Ferner haben sie das Recht, einen O-icho-mage (Frisur; Haare in Form eines Ginko-Blattes) zu tragen. Erreicht werden kann der Rang durch normalen Aufstieg oder ein 7-0-Kichikoshi, wenn er zu den Top-30 gehört. Andere Kämpfer steigen durch ein 7:0 in die Top-30 auf. Sprich: Zwei 7:0-Turniere machen einen zum Juryo.

Aufstieg zum Maegashira: einfacher Kashi-Koshi
Abstieg zum Juryo: einfacher Make-Koshi

Maegashira (前頭): Die Ränge sind in Leistungsklassen und durchnummeriert. Ihr Anzahl schwankt und ist von der Anzahl der Mitglieder der höheren Ränge abhängig. Die Maegashira-Ränge sind durchnummeriert und füllen die Makuushi-Ränge auf 42 Rikishi auf. Der Auf- und Abstieg innerhalb der Maegashira-Rängen ist abhängig vom Turnierergebnis. Mit einem 8-7 kann #2 zur #1 aufsteigen. Mit einem Turniersieg kann aber auch ein #14 bis zum Komusubi aufsteigen (passiert in März 2000). Für gewöhnlich treten #5 und tiefer im Turnier nur gegen andere Maegashira an, außer sie haben ein sehr gutes Halbzeitergebnis. Wenn ein Maegashira gegen einen Yokozuna gewinnt, wird dies Kinboshi (goldener Stern) genannt und ist mit einem Preisgeld verbunden. Wenn dies passiert, werfen die Zuschauer ihr Sitzkissen in den Dohyo. Dies wird erwartet und getan, obwohl es eigentlich nicht erlaubt ist.

Aufstieg zum Komsubi: Für den Aufstieg zum Komusubi wird ein Kashi-Koshi benötigt.

Abstieg zum Maegashira: Der Abstieg erfolgt bereits mit einem Make-Koshi. Der Rang ist schwer zu halten, da sie auf Turnieren gegen alle Ozeki und Yokozuna in der ersten Turnierwoche antreten, was oft demoralisiert.

Komusubi (小結): Es ist der unterste Sanyaku-Rang und bedeutet übersetzt „kleiner Knoten“. Es gibt 2 Komusubi. Es können aber auch bis zu 4 werden. Dies passiert, wenn ein Maegashira mindestens ein 11-4-Kashi-Koshi erreicht (ein Sieg dem eine Beförderung nicht verneint werden kann) und die amtierenden Komusubi ihren Rang behalten. Privilegien: Mehr Gehalt. Er hat das Recht nemben dem Vorsitzenden der Sumo Association während seiner Rede zur Eröffnungs- und Abschlusszeremonie zu sitzen. Er kann als Repräsentant der anderen Sumotori bei Veranstaltungen benannt werden. Sein Titel im Ruhestand ist „ehemaliger Komusubi <Name>“ und gilt als Beweis einer gure (wenn auch nicht durch und durch erfolgreiche) Sumokarriere.

Aufstieg zum Sekiwake: Die Beförderung erfordert ein deutliches Kachi-koshi und konstante Leistung. Zusätzlich muss ein Sekiwake-Platz frei sein. Hiervon wird nur in Ausnahmen abgewichen.

Abstieg zum Komusubi: Die Degradierung erfolgt nach einfachem Make-Koshi, hier reicht bereits ein 7-8, wenn ein Ersatz (Komusubi mit Kashi-Koshi) bereit steht.

Sekiwake (関脇):   Es gibt 2 Sekiwake. Es können aber auch bis zu 4 werden.  Dies passiert, wenn ein Komusubi ein 11-4-Kashi-Koshi erreicht und die amtierenden Sekiwake ihren Rang behalten. Der Name stammt vermutlich von „guarding the Ozeki (大関) at his side (脇). Die Privilegien entsprechen denen des Komusubi. Er bekommt aber mehr Gehalt. Sein Titel im Ruhestand ist „ehemaliger Sekiwake <Name>“ und gilt als Beweis einer erfolreichen Sumokarriere.

Austieg zum Oseki: Der Aufstieg zum Oseki benötigt 33 Siege in drei aufeinaderfolgenden Turnieren, wobei im letzten Turnier mindestens 10 Siege errungen wurden. Die Regel ist dehnbar. So hilft zum Beispiel, wenn man einen Yokozuna besiegt. Zudem müssen die Leistungen ein gewissen Konstanz, Tapferkeit und Qualität zeigen. Zur Beförderung wird eine Rede des neuen Ozeki erwartet.

Abstieg zum Sekiwake: Ein Ozeki verliert seinen Rang, wenn er zwei Make-kochi in Folge erleidet. Er erhält seinen Rang sofort zurück, wenn er im nächsten Turnier ein Kachi-koshi mit 10 Siegen erreicht.

Ozeki (大関, große Barriere): Bis 1890 war dies der höchste Rang der Banzuke. Ein Ozeki genießt mehrere Privilegien (gegenüber Sekiwake). Hier die wichtigsten: Er darf auf Veranstaltungen als Repräsentant der Sumotori auftreten. Er darf beim Yokozuna dohyo-iri assistieren. Er darf ein violettes kesho-mawashi tragen. Er hat Anrecht auf einen Assistenten und einen eigenen Parkplatz (Hm, Sumotori ist das Autofahren untersagt) beim Sumo Association HQ.

Aufstieg zum Yokozuna: Der Aufstieg zum Yokozuna erfordert 2 Kachikoshi in Folge (oder eine vergleichbare Leistung). Zudem muss er Kraft, Technik und Würde (品格, Hinkaku) besitzen. Seine Leistungen müssen konstant sein. Die Regeln sind also etwas „flexibel“. Akebono war der erste nichtjapanische Yokozuna. Vorausgegangen war die Diskussion, ob ein Ausländer genug Hinkaku haben kann. Dem Hawaiianer Konishiki wurde der Titel zuvor noch verwehrt.

Yokozuna (横綱, horizontal rope): Yokozuna ist der einzige Rang, den man nicht mehr verlieren kann. Es gibt derzeit 4 Yokuzuna und nur einer, der 72 Yokozuna Kisenosato Yutaka, ist Japaner. Die drei anderen sind aus der Mongolei. Kisenosato hat den Titel erst seit 2017 und beendet ein lange Zeit ohne japanischen Yokozuna.

Beförderung: Heirzu besuch das Sumo Association Board den Ozeki in seinem Heya auf. In den Folgetagen wird ein Tsuna erstellt und der Rikishi beginnt mit dem Training des Yokozuna Dohyo-iri. Die Amtseinführung erfolg im Meiji Schrein in Tokyo.

Historie: Es gab schon früher etwas, das mit dem Yokozuna verglichen werden kann. In 1630 (so der Mythos) trug Akashi Shinganosuke ein Shimenawa um seine Hüfte, damals aus Respekt bei Besuchen des Kaisers. Von November 1789 ist dokumentiert, dass Tanikaze Kajinosuke der 4. Yokozuna und Onogawa Kisaburo der 5. Yokozuna  waren.  Von beiden gibt es ein Ukiyo-e auf dem sie ein Shimenawa tragen.

Der Bezeichnung Yokozuna taucht erst ab 1890 offiziell in der Banzuke-Liste auf, damals mit dem 16. Yokozuna namens Nishioumi Taniemon. Zu dieser Zeit war es ein Oseki mit besonderen Privilegien, wie zum Beispiel dem Yokozuna Dohyo-Iri, bei dem der Yokozuna das Tsuna trägt (daher auch der Name des Rang). Als eigenständiger Rang existiert er seit 1909. Aktiv waren zu diesem Zeitpunkt der 19. Yokozuna Hitachiyama Taniemon und der 20. Yokozuna Umegatani Totaro II.

Rücktritt des Yokozuna: Ein Yokozuna kann den Titel nicht verlieren. Es wird aber erwartet, das ein Yokozuna zurücktritt, wenn seine Leistung nicht mehr die eines Yokozuna sind. Es bedeutet gleichzeitig das Ende der Sumo-Karriere.

Kanreki Dohyo-Iri: Wird ein Yokozuna 60 Jahre alt, führt ein spezielles Dohyo-Iri durch. Dazu trägt er eine rote Tsuna. Sie symbolisiert Langlebigkeit.


Sumo (II) – Basho

Basho

Basho sind die Turniere. Ihr Anzahl und Länge änderte sich in der Vergangenheit mehrfach. Heutzutage sind es 6 Turniere pro Jahr mit einer Länge von 15 Tagen (Sonntag bis Sonntag), wobei die Mukuushi-Ränge an jedem Tag einen Kampf führen. Die unteren Ränge kämpfen Vormittags und nur an 7 Tagen. Ort und Zeit der Basho sind immer gleich:

Januar (Tokyo) … März (Osaka) … Mai (Tokyo) …
Juli (Nagoya) … September (Tokyo) … November (Fukuoka)

Der letzte Turniertag wird Zeami Motokiyo genannt und bildet das Highlight, da in der Regel erst jetzt die Entscheidung fällt. Bei Gleichstand an der Spitze treten die beiden Rikishi gegeneinander an.

In einem Turnier wird gegen jeden Gegner nur ein Mal gekämpft. Es ist Gegener von etwa gleichen Rang. Der Yokuzuna tritt gegen die Oseki, Komsubi, Sekiwake und die oberen Maegashira-Ränge an. Ein M15 kämpft gegen die mittleren und unteren Maegashira-Ränge. Damit hat jeder die Gelegenheit einen Sieg zu erringen.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Wenn zum Beispiel ein Rikishi der mittleren oder sogar unteren Ränge eine unglaublich gute Leistung zeigt (z.B. ein 11-1-Ergebnis), kann er einen Kampf gegen einen sehr hohen Rang, vielleicht sogar einen Yokozuna bekommen. Das ist sowohl eine Art Belohnung für seine Leistung als auch ein Test, was er wirklich drauf hat. Selbst wenn er verliert, eine Ehre ist es allemal.

Weitere Regeln sind: Man kämpft nicht gegen Verwandte, sein es ein Bruder under auch ein Schwager. Und man kämpft nicht gegen Rikishi aus dem gleichen Heya.

Die Zeremonien

Vor Beginn der Kämpfe ruft der Yobidashi mit einer Yagura-daiko (Trommel) die Zuschauer herbei. Die Trommel steht in einem ca. 16m hohen Holzturm vor der Halle. — Der Kampf ist eingebunden in viele Zeremonien.

Ringbetretungszeremonie (Dohyo-Iri): In seidenen Kesho-mawashi betreten die Rikishi der Mukuuchi-Division den Dohyo und stellen sich im Kreis auf. Beim Betreten werden die Rikishi vom Stadionsprecher namentlich vorgestellt. Es folgt ein kurzes Begrüßungsritual (siehe Video auf der linken Seite). Anschließend gehen die Rikishi zurück in die Umkleide. Es gibt getrennte Dohyo-Iri für den Osten und den Westen.

Yokuzuna Dohyo-Iri: Der/die höchste(n) Yokuzuna nehmen nicht am Dohyo-Iri teil. Sie haben eine eigene Ringbetretungszeremonie, die Teil ihrer erworbenen Privilegien ist: das Yokozuna Dohyo-Iri. Es wird seit 1789 durchgeführt.

Der ausführende (idR. ranghöchste) Yokuzuna trägt sein Kesho-Mawashi sowie die Tsuna. Seine zwei Gehilfen (Yokozuna oder wenn nicht vorhanden Ozeki) tragen nur das Kesho-Mawashi. Der Tsuyuharai (Morgentauentferner) geht vor, der Tachimochi (Schwertträger) hinter dem Yokuzuna. Das Katana wird senkrecht an der Spitze der Saya gehalten und symoblisiert den Samurairang der Yokozuna.

Es gibt zwei Versionen für das nun folgende Ritual: Unryu-Stil und Shiranui-Stil (die Namen gehen zurück auf den 10. und 11. Yokozuna). Der Yokozuna entscheidet sich für einen Stil bei seiner Ernennung. Neben dem leicht unterschiedlichen Ablauf gibt es einen auffälligen Unterschied im Rückknoten des Tsuna: Unryo hat nur eine Schleife; Shiranui hat zwei Schleifen.

Der Auflauf (siehe Video auf der linken Seite) beinhaltet folgende beiden Aspekte: Durch Händeklatschen wird die Aufmerksamkeit der Götter (vgl. Shinto) erregt. Das das Aufstampfen der Füße reinigt er symolisch den Dohyo von bösen Geistern.

Kämpfe: Nach dem Dohyo-Iri folgen die Kämpfe. Vormittags kämpfen die Ränge der zweiten Liga. Am Nachmittag folgen die Kämpfe  der Mukuushi. Die Kämpfe folgen immer dem gleichen Muster (siehe nachfolgender Abschnitt).

Yumitorishiki (Bow Swinging): Mit dieser Zeremonie wir der Kampftag beendet. Dafür nimmt der Yokozuna, bekleidet mit dem Kesho-Mawashi, vom Schiedsrichter einen Bogen entgegen und führt ein Abschlussritual durch (siehe Video auf der linken Seite).

sanyaku soroibumi (三役揃い踏み): Am letzten Tag wird vor den letzten 3 Kämpfen ein spezielles Ritual abgehalten. Je drei Rikishi von Osten und Westen führen dabei gleichzeitig das Shiko durch.

Siegerehrung: Sie findet am letzten Tag statt. Hier wird der Kaiserpokal an den Turniersieger übergeben. Ferner werden Preise an die unteren drei Mukuushi-Ränge vergeben, die Kachi-Koshi erreicht haben. Es sind Preise wie „bester Kampfgeist“, „beste Kampftechnik“.

Danpatsu-shiki (断髪式): Ruhestandszeremonie; sie wird ein paar Monate nach dem Rücktritt eines Rikishi in Tokyo abgehalten. In Rahmen der Zeremonie wird der Chonmage abgeschnitten. Die Zeremonie ist sehr emotional und ist Sekitori (oder höher) mit mindestens 30 Turnierteilnahmen (als min. 5 Jahre) vorbehalten.


Kampfablauf

Zunächst werden die beiden Rikishi aufgerufen, die dann den Dohyo betreten. In Ihrer Ecke stampfen sie erst mit dem rechten, dann mit dem Linken Fuß auf. Die dient dem Vertreiben von Geistern.

Es folgt das Chikara-Mizu, das Trinken von Kraftwasser. Es ist aus dem Reinigen des Mundes vor Betreten eines Shintoschreins abgeleitet.

Das „Kraftwasser“ wird vom Gewinner der eigenen Seite (Ost oder West) zum nächsten Rikishi weitergegeben oder vom nachfolgenden Kämpfer genommen (kachi-nokori). Das Kraftwasser des Verlierers“ kommt nicht zum Einsatz. Im letzten Kampf des Tages ist das nicht möglich und das Wasser beider Seiten stammt vom Gewinner des vorletzten Kampfes.

Phase 1: Die Rikishi werfen Salz zur rituellen Reinigung des Dohyo und betreten die Kampffläche. An der Grundlinie hocken sie sich hin und Klatschen (Aufmerksamkeit der Götter). Anschließend verlassen die Rikishi die Kampffläche und gehen zurück in ihre Ecke.

Phase 2: Die Rikishi betreten die Kampffläche (inkl. Salzwerfen) und stellen sich an der Startlinie auf. (I) Es wird mit den Füßen aufgestampft (Shiko). Dabei wird oft die Dehnbarkeit demonstriert. Einige Rikishi schaffen es, das angehobene Bein bis in die Senkrechte zu bringen.  (II) Anschließend gehen sie in die Hocke, verweilen kurz und stehen wieder auf. (III) Die Rikishi gehen in die Startposition (Hocke und beide Fäuste auf dem Boden nahe der Startlinie). In dieser Phase wird oft erneut die Beweglichkeit demonstiert, indem die Rikishi extrem in die Hocke gehen und den Oberkörper so tief wie möglich legen. Anschließend verlassen die Rikishi die Kampffläche und gehen zurück in ihre Ecke.

Phase 3: Die Rikishi betreten die Kampffläche (inkl. Salzwerfen) und stellen sich an der Startlinie auf. Anschließend gehen sie in die Hocke, verweilen kurz und stehen wieder auf. Jetzt klappt der Schiedsrichter den Spiegel zu sich hin. Auch steht er nicht mehr seitlich zum Geschehen. (Für Laien wie mich war dies das Startzeichen für den eigentlichen Kampfbeginn.)

Kampfphase: Der Kampf beginnt sobald sich beide Rikishi in Startposition begeben haben. Es ist dabei nicht erforderlich, dass beide Fäuste den Boden berühren. Wichtig ist nur, dass die Gegner zeitgleich starten. Die initiale Kollision der Rikishi heißt Tachiai. Ist der Kampf entschieden, zeigt der Ringrichter sofort in Richtung (Ost oder West) des Gewinners.

Siegernennung: Die Rikishi stellen sich, nachdem der Kampf entschieden ist, wieder an der Grundlinie auf. Der Verlierer verbeugt sich kurz und verlässt den Dohyo. Der Sieger hockt sich hin, während der Schiedsrichter den Sieg verkündet. Oft wird das Preisgeld übergeben, dass der Sieger nach der Handgeste Tegatana entgegen nimmt. Kurz danach verkündet der Stadionsprecher die Technik, die für den Sieg genutzt wurde.

Zwischen einzelnen Kampfblöcken gibt es Werbung. Diese wird durch den Ring getragen.

Shiko: Die Rikishi heben ihr Bein so hoch und gerade wie möglich, verhalten kurz und stampen dann mit dem Fuß so kräftig wie möglich auf. Danach folgt das andere Bein. Es ist ein altes Ritual, um Dämonen aus dem Dohyo zu vertreiben.

Kinboshi: Besiegt ein Maegashira einen Yokozuna, wird dies Kinboshi (goldener Stern) genannt. Dieser Sieg ist mit einer Prämie verknüpft. Es ist Brauch (obwohl es verboten ist), sein Sitzkissen in den Ring zu werfen, wenn ein Kinboshi passiert ist (siehe Video auf der linken Seite).


Die Kampfregeln

Es gibt zwei Arten zu gewinnen: (1) Den Gegner aus dem Ring zu werfen. (2) Den Gegener dazu zu bringen, den Ringboden mit etwas anderem als seinen Fußsohlen zu berühren. Schieben, Werfen, Schlagen … alles ist erlaubt, selbst Schläge ins Gesicht.

Es gibt zwei Kampfstile: Oshi-Zumo und Yotsu-zumo. Bei Oshi-Zumo werden primär Techniken eingesetzt, den den Stoßen und Schieben anstatt den Gegener zu greifen und zu halten. Die Technik ist effektiv aber Fehleranfällig, da der Gegner immer die Chance zum Ausweichen (Azukari) hat. Beim Yotsu-Zumo wird primar versucht, den Gegner am Mawashi zu greifen. Hat ein Rikishi, der Yotsu-Zumo kämpft, erst einmal einen festen Griff sind Oshi-Zumo-Rikishi hilflos. Daher wird Oshi-Zumo aus kraftbasiert und Yotsu-Zumo als technikbasiert angesehen.

Es gibt 82 Techniken, die zum Sieg führen. Nachfolgend die Techniken, die ich im März-Turnier 2017 gesehen habe (gelistet nach Häufigkeit in Klammern; nur Makuuchi-Devision). Notiz: ich habe das Gefühl, dass die Anzahl der 5 häufigsten Techniken zum Ende des Turniers hin sogar noch zunimmt.

  • Yorikiri (91) = Frontal Force Out = Der Gegner wird mit vollen Körpereinsatz aus dem Ring geschoben.
  • Oshidashi (61) = Frontal Push Out = Der Gegner wird aus dem Ring geschubst. Die Technik ist sehr ähnlich zu Yorikiri. Yorikiri und Oshidashi sind mit Abstand die am häufigsten genutzten Techniken, um den Gegner aus dem Ring zu befördern.
  • Hatakikomi (31) = Slap Down = der Gegener wird zu Boden geschubst, meist hat der Gegner zuvor sein Gleichgewicht verloren, was ausgenutzt wird.
  • Tsukiotoshi (23) = Thrust down = der Gegner wird im Prinzip zu Boden gezogen/gerissen. Es ist die Technik, um den Gegner „in den Staub“ zu schicken.
    • Hikiotoshi (13)
    • Tsukidashi (8)
    • Okuridashi (7) = rear push out = wie Oshidashi, nur dass der Gegner vorwärts blickend aus dem Ring geschoben wird.
    • Oshitaoshi (7) = Frontal push down = der Gegner wird aus dem Ring geworfen und fällt dabei um
    • Uwatenage (7) = overarm throw *)
    • Sukuinage (7) = beltless arm throm *)
    • Yoritaoshi (7) = Frontal Force out = wie Yorikiri, aber der Gegner wird dabei zu Fall gebracht (und unter sich „begraben“)
    • Uwatedashinage (6) =  pulling overarm throw *)
    • Shitatenage (4) = Underarm throw *)
    • Katasukashi (4)
    • Fusen (4) = Sieg durch Abwesenheit des Gegners. Der Kampf ist fest angesetzt. Wenn ein Rikishi verletzt oder krank ist, kann er nicht antreten und der andere Rikishi gewinnt bei Definition.
      • Kotenage (3)
      • Abisetaoshi (3) = Backward Force Down = Der Gegner wird umgeworfen und fällt dabei auf den Rücken.
      • Shitatedashinage (2) = pulling underarm throw *)
      • Shitatehineri (2) = twisting underarm throw = Der Gegner wird meist mittig am Mawashi gegriffen und mit einer Drehung zu Boden gebracht.
      • Tsuridashi (2)
      • Techniken, die 1x zum Sieg führten: Uwatehineri, Yoritaoshi, Tsukitaoshi, Watashikomi (Thigh grabbing push down), Kotehineri, Tottari, Shitatehineri, Komatasukui

*) die Technik konnte ich selbst in der Slow Motion nicht sehen

30% der Kämpfe werden durch Yorikiri entschieden. Die 4 wichtigsten Techniken (Yorikiri, Oshidashi, Hatakikomi, Tsukiotoshi) kommen auf 69%. Die 15 häufigsten Techniken sind über 93%. Es reicht also vollkommen diese Techniken halbswegs zu kennen. Für Anfänger reichen die ersten 5 allemal.

Nicht erlaubt sind (da gefährlich und/oder unehrenhaft): Würgen, Haareziehen, Umbiegen der Finger, Griffe in den Schritt, Treten, Eindrücken der Augen, Schläge auf beide Ohren gleichzeitig.

Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten, den Gegner festzuhalten: Man ergreift den Maewashi (Gürtel) oder klemmt einen oder beide Arme ein. Meist kommt beides zum Einsatz: Rikishi A hat den Maewashi von B fest im Griff, während B die Arme von A einklemmt.

In der Regel versucht der Rikishi einen „inside grip“ und Halt am Mawashi des Gegners zu bekommen. Der „inside grip“ ist kräftiger als ein „outside grip“, obwohl letzterer die Arme des „inside Grip einklemmt“.

Die Kenntnis aller Regeln und der Details ist nicht notwendig, um einen Sumokampf zu verfolgen. Es gilt die Regel der Donnerkuppel: Zwei gehen rein, einer kommt raus.

Da die Gegner wie bei Kendo aus einer gewissen Distanz starten, kann der Kampf in unter einer Sekunde vorbei sein. Beispiel: Beide starken gleichzeitig zur „Kollision“ und Rikishi A springt blitzschnell einen Schritt zur Seite. Rikishi B läuft ins Leere, verliert durch den Vorwärtsschub, der jetzt nicht wie erwartet gebremst wird, das Gleichgewicht und fällt, unterstützt durch druch Hatakikomi. Die passiert wenn Rikishi B sehr tief startet.

Angriff (Tachiai): Die Kampf startet aus der Distanz. Beide Ringer müssen zeitgleich beginnen. Es ist nicht notwendig, dass beide Fäuste zuvor den Boden berühren.

Zeitlimit: Der Kampf ist theoretisch zeitlich begrenzt. In der obersten Liga wird der Kampf nach 4 Minuten für eine Pause (Mizu-iri) unterbrochen. Der Kampf wird dann in der Postion fortgesetzt, in der er gsetoppt wurde. Nach weiteren 4 Minuten erfolgt eine neue Pause. Dieses Mal beginnt der Kampf mit Tachiai. Nach weiteren 4 Minuten endet der Kampf unentschieden.

Schreine … Ein Crashkurs

In Japan gibt es im Prinzip zwei verschiedene religiöse Stätten: buddhistische Tempel und shintoistische Schreine (Shintoschreine). Sie habe unterschiedlichen Urpsrung und unterschiedliche Philosphien, aber auch eine gemeinsame Vergangenheit.

99% kann man sehr leicht unterscheiden: Shintoschreine sind meist in rot oder zinnoberrot gestrichen. Tempel sind in holzfarben. Es gibt aber Ausnahmen. Gibt es eine Pagoda, ist es zu 99% ein Tempel. Es gibt aber Ausnahmen. Gibt es eine Tempelgrlocke, ist es zu 99,9% ein Tempel. Umgekehrt ist ein Becken mit Wasser (zur rituellen Reinigung) ein 99%iges Indiz für einen Schrein. Ein Spiegel, gezacktes Papier. Das ist 99,9% ein Schrein.

Aber was für ein Schrein ???

In Japan gibt es mehrere, verschiedene Bezeichnungen für Schreine: Jinja, Jungu, Tenmangu, Hachimangu, Taisha, … um nur die wichtigsten zu nennen.

Dies hängt damit zusammen, dass es verschiedene Schreingruppen gibt.

Inari Jinja: Typisch für diesen Schrein sind die Fuchsstatuen. Der Fuchs gibt als Bote zwischen der Menschen- und der Götterwelt. Er ist aber auch der Kami der Fuchtbarkeit und des Reis. Ein Inari Jinja ist vielorts als kleiner Nebenschrein auf dem Schreingelände einer anderen Gottheit anzutreffen. Es gibt aber auch reine Inari Jinja. Hier findet man oft neben den Fuchsstatuen auch eine Vielzahl von zinnoberroten Torii. Bekanntester Vertreter ist der Hauptschrein Fushimi Inari Taisha (nicht Jinja) in Kyoto. In Japan gibt es etwa 32.000 Inari-Schreine.

八幡 .. Hachimangu: Diese Schreine sind der Gottheit Hachiman gewidmet. Es gibt etwa 25.000 Stück in Japan. Hauptschrein ist der Usa Hachimangu in Oita. Diese Gottheit wird auch im Buddhismus verehrt. Urpsrung dieser Gottheit ist der Ojin-Tenno, oder einer seiner Vorfahren oder Nachfahren.

Shinmei: Dies ist eine Gruppe die weniger bekannt ist, obwohl es über 18.000 gibt. Hauptschrein ist der Ise Jingu in Ise, Mie-ken.

Tenmangu: Dies sind Gelehrtenschreine. Der verehrte Kami ist der Gelehrte Sugawara no Michizane (9. Jahrhundert). Er ist der Kami des Lernens und wird viel von Schülern und Studenten frequentiert. Als Aternative Schreibweise habe ich auch schon Tenjin gesehen. Der Yushima Tenmangu / Yushima Tenjin ist ein Beispiel hierfür.  Er steht in Yushima, im Bezirk Bunkyo von Tokyo, unweit vom Hotel Edoya. Hauptschreine sind der Kitano Tenmangu und der Dazaifu Tenmangu südlich von Fukuoka. (Fun Fact: Der Bahnhof, an dem der Zug nach Dazaifu startet heißt Tenjin.)

… mehr folgt irgendwann, wenn ich Zeit und Lust habe …

Stupa und Gorinto, ..

Gorinto (五輪塔, 5-Ringe-Turm) ist eine Pagodenform/Stupa. Sie entstand in der Heianzeit im Shingon- und Tendai-Buddhismus. Sie dienen als Grabmahl oder Kenotaph und findet sich daher auf Friedhöfen. Es gibt sie aus Stein und Holz, seltener Metall.

Weitere Namen sind Gorinsotoba (五輪卒塔婆) und Gorindatsu (五輪解脱). Sotoba leitet sich dabei direkt vom Sanskrit Stupa ab, was ein heiliges Gebäude bezeichnet.

Die Elemente

Die Gorinto (und daher der Name) besteht immer aus 5 Elementen, die sich aus der chinesischen 5-Elemente-Lehre ableitet. Diese sind von oben nach unten:

  • .. Kuurin (Leere, Energie) .. Lotusblüte, Juwelenform
  • .. Fuurin (Luft) .. Sichelform, Halbkugel
  • .. Karin (Feuer) .. Pyramide
  • .. Suirin (Wasser) .. Kugel
  • .. Chirin (Erde) .. Kubus

Damit hat jedes Element eine Bedeutung (Quadrat und Kreis repräsentieren das Reich des Verstehens; Dreieck, Halbmond und Juwel repräsentieren das Reich des Unbeständigkeit / unsere Welt) und auch die Gorinto als Ganzes: Der Körper geht nach dem Tod in die 5 Elemente über.

Auf einer andere Ebene der Symbolik sieht das so aus: Jedes Element ist ein Element der Veränderung. Juwel ist eine Kombination von Halbmond und Dreieck und steht für Perfektion und Erleuchtung. Halbmond ist die Aufnahmebereitschaft (leere Tasse) für die Gabe des Himmels. Dreieck ist Vereinigung und Bewegung; notwendig zur Erlangung vom Erleuchtung. Kreis ist die Vollständigkeit und Weisheit. Quadrat ist das Symbol der 4 Elemente.

Auf einer weiteren Stufe ist die Gorinto die 5 Stufen der spirituellen Studien: Quadrat = Wille zur Perfektion; Kreis = Gelassenheit. Dreieck = Suche nach Wahrheit; Halbmond = Entwicklung von Einsicht und Erkenntnis; Juwel = Perfektion

Historie

Die Gorinto entstand in der Heianzeit. Die älteste ist von 1169 und steht im Chuson-ji in Hiraizumi. Während der Kamakurazeit wurde die Gorinto zum Gedenk- und Grabstein.

Ohashi .. お箸 .. Chopsticks

Ohashi kann große Brücke (大橋) heißen oder aber Essstäbchen (). Es kommt auf das Kanji an.

Sie sind so in die japanische Kultur eingebunden, dass es spezielle Geschäfte gibt und Preise aufgerüfen werden, wie es Rolex bei Uhren schafft.

Weltweit nutzen 40% der Menschen die Hände zum Essen, 30% nutzen Messer und Gabel und 30% Stäbchen. Japan ist dabei wohl das Land, das die Stäbchen am tiefesten in die Kultur eingebunden hat:

  • Senkrecht ins Essen gesteckte Stäbchen markiert das Essen als eine Opfergabe an die verstorbenen Ahnen. –> Man sollte es also nie am Esstisch machen.
  • Mit Stäbchen werden Knochensplitter nach der Einäscherung an die angehörigen Übergeben. –> Also niemals Stäbchen nutzen, um Essen weiterzureichen.
  • Essstäbchen gehören auch zu den Gegenstände einer Opfergabe an die Götter. Sie sind das verbindende Element zu der Götterwelt.

Jeder hat sein eigenes Set von Essstäbchen, selbst am familären Esstisch. Es gibt Stäbchen:

  • zum Essen
  • zum Kochen
  • um Essen auf dem Teller anzurichten
  • rituelle Nutzung im Shinto und Buddhismus
  • zu Neujahr werden spezielle Stäbchen genutzt (Willow wood)
  • Sonderbauformen für Ramen, Soba und Pasta

Traditionell sind sie aus Holz. Es gibt aber auch Versionen aus lackiertem Holz, Metall, Plastik und Glas. Es gibt Versionen zum Reisen und für die Firmenkantine. Ohashi sind ein Ausdruck der Persönlichkeit und des Stils, wie hierzulande eine gute Uhr oder Manschettenknöpfe.

Mittelklasse Ohashi haben bis zu 30 Lackschichten mit verschiedenen Farben und Ornamenten.

Die Enden sind abgerundet. So werden das Essen und die Schale nicht beschädigt.

In Keiseki werden grüne Stäbchen aus Bambus benutzt, um des Essen zu servieren. Grün markiert hier die Frische der Zutaten. Daneben gibt es weitere Stäbchen für verschiedene Essen. Immer aber passen sie vom Design auch zum Geschirr.

Essstäbchen bedingen eine andere Art von Küche und Zubereitung als in Europa. Lebensmittel wie Fleisch, die schneiden benötigen, werden in der Küche schon beim Zubereiten auf Essgröße geschnitten. Selbst der Reis wurde optimiert. Er ist klebrig und damit genau das Gegenteil von Onkel Bens.

Es gibt sogar Rituale für die Entsorgung von Essstpächen (gilt nicht für die Wegwerfvariante aus der Nudelküche). Sie werden nicht weggeworfen sondern in einem Schrein verbrannt.

Etikette:
  • die Richtige Haltung in der Hand. Bewegt wird nur der obere Stab. Fehler sind hier ein Detail.
  • Selbst für das Aufnehmen gibt es eine Regel, die ich nicht voll durchdringen haben. Aber niemals die Spitzen auf den Tisch klopfen, um z.B. die Längen anzugleichen.
  • Wenn man aus der Schale trinkt (Suppe), bleiben die STäbchen in der Schale. Niemals neben die Schale halten. Es könnte etwas auf den Tisch oder Boden tropfen und versehentlich auf andere zeigen.
  • Niemals anderen Leuten etwas mit den Stäbchen gehen.
  • Niemals etwas aufspießen.
  • Niemals mit den Stäbchen über die Speisen auf dem Tisch hovern.
  • NIEMALS senkrecht ins Essen stecken.
  • NIEMALS auf andere Leute zeigen.

Heute im modernen Japan gibt es Japaner, die nie gelernt haben mit Essstäbchen zu Essen. Wenn ihr die „Niemals“-Regeln beachtet, seid ihr schon ein Stück weiter als somanchen Japaner.

Hinweis: Das Video zeigt „meinen“ Yushima Tenjin, a.k.a Yushima Tenmangu

https://www.youtube.com/watch?v=ssvTE8fE4KE