Die 53 Stationen des Tokaido – Teil 2/5

11 .. 三島 .. Mishima .. 120 km
朝霧 .. asagiri
Morgennebel

Im Ukiyo-e sieht man ein Torii. Die grauen Farben markieren den Morgennebel. Ich vermute dies ist der Eingang zum Mishima Taisha, der an der Straße B22, dem alten Tokaido, liegt. Ein analoges Foto sollte also heute noch möglich sein. Naja, außer de Morgenneben eventuell.

Hier in Mihara hat man die Berge von Hakone hinter sich. Man hat auch die Izuhanto passiert und ist wieder nahe an der Küste. An Mishima-Hirokoji Eki biegt man auf die B145 ab. Hinter dem Kise River vereint sich die B145 mit der B380. Kurz danach schwenkt der Tokaido kurz runter zum Fluss; und erneut südlich vom Bahnhof Numazu.


12 .. 沼津 .. Numazu .. 126 km
黄昏図 .. tasogare zu
Abenddämmerung (?)

Das Ukiyo-e zeigt vermutlich den Kano River, der südlich von Numazu Eki direkt am Tokaido vorbei führt. Die Abenddämmerung werden ich – ähnlich wie die Morgendämmerung zuvor – nicht schaffen, da ich den Ort vermutlich am frühen Nachmittag passieren werde.

Der Tokaido, bereits nicht mehr auf der B380  schwenkt hinter der Ayumi Bashi auf die Sansandori (B159) und wechseltauf Höhe der Onaribashi auf die parallel laufende B160. Er schwenkt mit der B160 auf die Eitaibashidori. Danach geht es immer geradeaus. Man landet auf der B163. Kurz vor Hara kreuzt man die JR-Tokaido-Main-Line.


13 .. 原 ..  Hara (Teil von Numazu) .. 132 km
朝之富士 .. asa no fuji
Fuji am Morgen

Hara liegt die direkt am Waser. Direkt im Norden ist der Mt. Fuji. Die heutige städtische Bebauung, dürfte einem heute aber den Blick, den Hiroshiga noch hatte, verstellen.

Eventuell lohnt es sich einen 2km Abstecher nach Norden zu machen, um ein Fuji-Foto zu kriegen. Die Stadt ist nicht sehr breit. Alternativ tausche ich das Fuji-Motiv mit Yoshiwara …

Der nächste Stopp ist einfach die B163 weiter entlang. Man wechselt zwar wieder auf die Südseite der JR-Line und die B163 wird zur B380. Das ist aber auch schon alles; bis kurz vor Yoshiwara. Man muss auf die B170 wechseln und zunächst südlich der Gleise bleiben. Direkt bei Yoshiwara Eki wechselt man auf die B171 und die nördliche Seite des Numa River.


14 .. 吉原> .. Yoshiwara (Fuji, Shizuoka) .. 142 km
?? .. hidari fuji
Der Berg Fuji zur Linken

Wir haben den Fuji passiert und befinden uns wieder an einer Flussmündung mehrer Flüsse. Aus Kyoto kommend wäre jetzt Fuji zur linken, wie es der Titel des Ukiyo-e beschreibt.

Mit den ganzen FLüssen war die Ansicht auf dem Bild damals vermutlich real. Die heutige, moderne Entsprechung wäre das berühmte Foto von dem Shinkansen mit dem Fuji im Hintergrund. Dieses wurde nämlich hier geschossen; und zwar beim Tobu-Shimin-Plaza (東部市民プラザ). Das ist im Prinzip neben der Kläranalge am Akabuchi River.

[[Eventuell mache ich hier schon Rast. Bis zur nächsten Post Town sind es knapp 15km. Und rechnerisch begann der Tag in den Bergen von Hakone. Kambara als Nachtlager wäre aber cool, da es zum Namen des Bildes passt: „Nächtlicher Schnee“]]

Hinter Yoshiwara Eki verläuft der Tokaido weiter auf der B171 noch Norden und dann direkt durch Yoshiwarahoncho. Die B171 wird zur B22. Diese knickt dann nach links ab, der Tokaido aber erst eine Ampel später. Zwei Kreuzungen später ist man wieder auf der B22.

Der Verlauf des Tokaido wird durch die B139 formlich zerschnitten. Es geht schräg runter zur und rauf auf die B396. Kurz vor dem Urui River wieder runter. Der Tokaido passiert den Uriu River auf der Tomiyasu Bashi und läuft danach parallel und nördlich der B396 weiter. Was für ein Chaos. Höhe Motoichiba kreuzt man die B396 und folgt dem Straßenverlauf bis Yunoki Eki an der Minobu Line. Hier ist man wieder auf der B396 (die man kurz noch mal für ein paar hundert Meter verlässt) und überquert auf ihr die breite Flussmündung des Fuji River.

Der Tokaido verlässt sofort hinter der Brücke die B396, macht einen Schlenker, um dann der 188 nach Süden zu folgen. Nochvor Fujikawa zweigt der Tokaido dann nach Westen ab und passiert den Tomei-Expressway (E1). Esgeht weiter nach Süden biskurz vor die JR Tokaido-Main-Line. Ein paar hundert Meter hinter Shin-Kambara Eki ist man dann wieder auf der B396.


15 .. 蒲原 .. Kambara (Shizuoka) .. 154 km
?? .. yoru no yuki
Nächtlicher Schnee

Wieder eine nicht näher definierbare Landschaft auf dem Ukiyo-e. Den Schnee streichen wir mal gleich von der Liste, da ich die Reise nicht im Winter machen werde.

Hiroshige hat nicht nur den Tokaido beschrieben, sondern auch die verschiedene Jahreszeiten, samt ihren Emotionen wie Melancholie, Einsamkeit oder Ruhe. Auch das Wetter wechselt, sowie die Tageszeiten. Die Bilderstreckewirkt wie die Zusammenfassung von mehreren Jahren der Reise auf dem Tokdaido.

Kurz nachdem man mal wieder den E1 passiert hat, zweigt man von der B396 ab und folgt den Bahngleisen. Die Straße ist die B370, die am Yui Eki endet.


16 .. 由井, 由比 .. Yui (Shizuoka) .. 158 km
薩(?)嶺 .. satta mine
Der Gipfel des Berges Satta

Der Berg Satta ist etwassüdlich von Yui. Ein dem ukiyo-e entsprechendes Foto scheint möglich, da die Nebenstraße auf der der Tokaido läuft, über den Satta-Toge-Pass führt und ein Oberservation Deck verzeichnet. Wie auf dem Foto wäre der Berg links und das Meer rechts; allerdings mit eine rhässlichen Autobahn mitten im Bild.

Direkt am Ende der B370 wechselt man über die B396 rüber auf eine Nebenstraße, die parallel zu den Gleisen der autbahn ähnlich ausgebauten B1 verläuft. Kurz vor dem Okitsu River schwenkt der Tokaido kurz durch eine kleine Siedlung und endet dann. Ich vermute hier war eine Fähre. Als Raddfahrer sollte man die Brücke neben den Banhgleisen nehmen. Der Tokaido setzt nämlich am Westufer driekt neben der Brück fort. Er wechselt dann wenig später auf die breite B1, die Okitsu Eki knapp 100m südlich passiert.


17 .. 興津 .. Okitsu (Shizuoka) .. 163 km
興津川 .. okitsugawa
Der Fluss Okitsu

Den Fluss aus dem Bild überquert man bei (162,5 km). Die Bahnstation Okitsu ist etwa 1 km weiter. Eventuell nehme ich den Seikan Koukoku Zen-ji als Fotomotiv. Der Fluss selbst ist jetzt nicht so spannend.

Weiter nach Ejiri fährt man der B1. Die Auswahl an Straßen ist aktuell auch nicht wirklich groß.

Hier in Okitsu wird der Tokaido endlich mal wieder zur B1, wobei der mehrspurige Bypass ebenfalls die Nummer B1 trägt. es gibt also zwei B1, hinunter bis Ejiri. Etwas Abwechselung hat man auf halber Strecke zur Post Town, wenn der Tokaido nach der Unterführung des Seishin-Bypass kurz auf eine Parallelstraße wechselt.

Erst hinter der Kreuzung Tsujimachi, wenn sich die B1 in getrennte Fahrbahnen aufteilt, verlässt der Tokaido auf eine Parallelstraße. Auf ihr geht es runter bis zum Tomoe River. An der Ampel vor dem Fluss biegt der Tokaido rechts ab. Er quert den Fluss als B75 auf der Kappabashi. Der Stadtteil, der dabei passiert wird ist im Prinzip Teil von Ejiiri. Ejiri selbst ist heute ein Teil von Shizuoka.


18 .. 江尻 .. Ejiri (Shizuoka) 169 km
三保遠望 .. miho enbou
Ansicht von Miho

In Ejiricho kreuzt der Tokaido den Fluss Tomoe. Die Stadt liegt an der Küste. Die Berge im Ukiyo-e sind die kleine Halblinsel, die hier von Süden kommend in die Surugabucht ragt. Den Hafen gibt es noch, aber mit etwas aufgeschüttetem Land wird er heute völlig anders aussehen.

Jenseits des Tomoe ist der Tokaido wider ohne Nummer, folgt aber gröblich der JR Tokaido-Main-Line und wird dann Teil der 407, nur um auf Höhe von Kusanagi Eki der Shizuoka Railway (!) eine Straße nach Süden zu verspringen.

PROBLEM: Ich verliere bis Kusagoacho Eki, und das sind ein paar Kilometer, die Spur des Tokaido. Ich folge der Parallelstraße zur 407 daher erst einmal bis zum Pref. Sport Park. Hier kann man jetzt entnervt hoch zur B1 fahren oder man bleibt einfach mal auf der 407 (Straßenname Minamlkansen). Auf Höhe Higashi-Shizuoka haben wir eine Straße südlich den Ikeda-Kaido. Auf Höhe von Kasugacho würde ich dann auf die diagonal querende STraße nach rechts abbiegen. Sie bringt einen rauf zur B1. Und hier an der Kreuzung mit der B1 ist in gerade Verlängerung wieder ein Stück Tokaido.

Die Straße verläuft jetzt parallel zur B1 zwischen Shizuoka Eki und Shin-Shizuoka Eki der Shizuoka Railway durch. Die Straße verspringt an der Krezung mit der B27 zwei Straßen nach Süden. Es geht im Abstand an Sunpu Castle vorbei. Ich hasse google-maps. Die Karte verarscht mich doch gerade. -> Ich setze den Marker für die Post Town Fuchuu man hier an die Kreuzung Tokaido / Aobadori.


19 .. 府中, 駿府 .. Fuchuu (Shizuoka) .. 182 km
安倍川 .. abekawa
Der Fluss Abe

Fuchuu konnte ich nicht finden, aber ich vermute es liegt dicht am erwähnten Fluss Abe und am östlichen Ufer, da Suwa, die nächste Post Town, westlich vom Fluss war.  Das Flussbett ist mit etwa 400m sehr breit im Vergleich zum Fluss, der in ihm fließt. Es gibt große Überflutungsflächen. In der Regenzeit fließt hier anscheinend sehr viel Wasser ins Meer.

Die zweiten Kanji (駿府) in der Ortsangabe zum Ukiyo-e führen einem zum Sumpu Castle Ground. Genau hier führt auch der Tokaido vorbei. Für mich passt das zusammen. Das Burgareal ist genau neben Shin-Shizuoka. Da wird sich ein Motiv finden.

PROBLEM: Und dann heißt die Straße auf einam Gofukuchodori und der Tokaido ist schon wieder weg. Mangels Information folgt man der Gofukuchodiro bis eine Kreuzung vor der 208 und biegt links ab. Diese Straße wird zur Shintori, die dann später Tokaido heißt. ARGH. Die Straße verbindet sich vor dem Fluss Abe mit der 208.

Der Tokaido bleibt auf der B208, quert den breiten Fluss Abe und später die B1, die mal wieder auch Tokaido heißt. Als 208 führt der Tokaido auch durch den alten Bezirk Mariko (alternative Schreibweise Maruko?).


20 .. 鞠子, 丸子 .. Mariko (Shizuoka) .. 184 km
名物茶店 .. meibutsu chamise
Berühmter Teeladen

Mariko ist heute Teil von Suwa (westliche des Flusses). An der 208 gibt es am Ende der Stadt, kurz bevor der Fluss Maruko gequert wird, zwei Teeläden. Der zweite ist relativ fotogen und zudem das letzte Gebäude (zumindest bei google-maps). Keiner von denen ist aber das Original vom Ukiyo-e oder auch nur ein Nachfolger.

[[Zur Sicherheit sollte hier das 4 Nachtlager aufgeschlagen werden. Zur nächsten Station gehts über den Utsunoya-Pass]]

Der Tokaido schlängelt sich weiter als 208 entlang der autobahnähnlich ausgebauten B1; mal südlich, mal nördlich, mal ein paar Meter auf der B1. Es kann durch aus sein, dass ich als Radfahrer mal kurz den Tokaido verlassen muss.

Kurz vor dem Utsunoya Pass mit seinem Straßentunnel zweigt der Tokaido ab und führt durch eine kleine Siedlung. Ich vermute das hier es ein echtes Stück des uralten Tokaido.

PROBLEM: Auf google-maps fehlen jetzt 100m Tokaido. Er endet in der Siedlung und setzt sich später am Ende einer Sackgasse fort. Eventuell muss ich mich durch die Büsche. Ich brauche jetzt eine Wanderkarte. Auf openstreetmap gibt es zumidnest eine gestrichelte Linie und sogar einen zweiten Tunnel ???


21 .. 岡部 .. Okabe (Fujieda) .. 194 km
宇津之山 .. utsu no yama
Der Berg Utsu

Das Motiv für die Station Okabe ist der Utsu-Pass, den man bei etwa Kilometer 191,5 passiert. Wenn es den alten Weg wirklich noch gibt, weiß ich, wo ich das Foto machen werde.

Der Tokaido folgt weiter der 208, auch wenn er hier und da für ein paar hundert Meter in eine Parallelstraße wechselt. Den Kilometermarker für Okabe habe ich auf das Rathaus gesetzt. Die B208 wird zur B81. Hinter der Unterführung des Fujieda-Bypass verlässt der Tokaido die B81 und quer den Asahina River auf einer anderen Brücke. Weiter geht es auf oder knapp neben der B208 bis runter nach. Kurz vor der B381 schlägt der Tokaido dann einen kleine Haken … und weg ist er.

PROBLEM: Ich verliere die Spur des Tokaido zum vierten Mal. Die ersten 170km waren so einfach. Die letzen 30 km nerven nur noch nervig. Ich habe einen Hinweis in der Sawayakadori. Demnach quer der Tokaido die B381 und setzt seinen Weg in der Parallelstraße zur B381 fort. Die Straße ändert mehrfach den Namen, heißt aber kurz vor dem Seto River wieder Tokaido. Der Fluss wird auf der Kachikusabashi überquert.

Dann heißt es dem Straßenverlauf immer folgen, egal wie krumm er ist. Nach dem Bahnhof Fujieda, kurz beovor man die Bahngleise erreicht, wechselt der Tokaido auf die B222 (Aojima-yaizu-kaido).

Die 53 Stationen des Tokaido – Teil 1/5

Die nachfolgenden Kilometerangaben basieren auf googleMaps für einen Fußgänger/Radfahrer, der gröblich dem alten Tokaido folgt.


Start .. 日本橋 .. Nihombashi (heute Teil von Tokyo)
朝之景 .. asa no kei .. Morgendliche Szene
行列振出 .. gyouretsu furidashi .. Anfang der Reise

Startpunkt des Tokaido (und des Nakasendo) ist Nihonbashi in Tokyo, unweit der Bahnstation Tokyo. Die Brücke über den Nihonbashi River ist noch heute die Nullmarke des japanischen Straßensystems.

Die Nihonbashi gibt es heute noch in Form einer Steinbogenbrücke und ist immer noch ein Wahrzeichen von Tokyo. Nachbauten der alten, hölzernen Nihonbashi gibt es im Edomuseum (Originalgröße aber nur halbe Länge) und eine skalierte Version im Flughafen Haneda.

Den Verlauf des Tokaido habe ich nicht finden können. Aber von der Brücke aus verläuft die Chuodori (Bundesstraße 15) nach Süden. Das ist die „most likely“-Route. Auf Höhe des Hamarikyu-Teíen heißt die Straße Dai-ichi-kei-hin Avenue.

Notiz: Ich kurze Bundesstraße wie in Deutschland mit B ab, auch wenn das in Japan nicht so ist. Mein Blog, meine Regeln.


01 .. 品川 .. Shinagawa (heute Teil von Tokyo) .. 10 km
日の出 .. Hinode .. Sonnenaufgang
諸侯出立 .. shokou detachi .. Aufbruch der Daimyo

Shinagawa liegt südlich der Rainbowbridge auf den Weg zum Haneda-Airport. Eine Bahnstation namens Hinode gibt es am gleichnamigen Hinodepier, der aber nördlich der Rainbow-Bridge liegt. Hier legen heute noch Schiffe ab, auch Touristenschiffe. Dennoch Shinagawa ist ein gutes Stückweit südlich. Auf der anderen Seite … am Hiodepier liegt ein schönes Imitat eines alten Samuraischiffes (unten ein Foto von 2018). Wenn ich kein schöneres Foto finde, bleibt es bei diesem.

Ich bleibe erst einmal auf der B15, da ich immer noch keinen Hinwies auf den Tokaido finde. Auf Höhe von Tamachi ist man ganz dicht an der B1, die Sakuradadori heißt.


02 .. 川崎 .. Kawasaki .. 19 km
六郷渡舟 .. rokugou watashibune .. Die Rokugo-Fähre

Die Fähre überquerte den Fluss Tamagawa. Die Fähre gibt es nicht mehr, dafür überspannen mehrere Brücken den Fluß. Nördlich  des Flusses liegt Bahnstation Rokugodate der Keikyu-Main-Line. Die Station südlich des Flusses ist bereits Kawasaki.

Außer dem dem Anata-no-Warehouse habe ich noch kein Motiv aus Kawasaki (unten). Ich tendiere aber gerade zu einer Nachtaufnahme des Industriegebietes im Hafen oder einer entspannten Szene am Fluss.

Ich bliebe weiter auf der B15. Die Brücke über den Tamagawa ist nur 200m östlich von der Eisenbahnbrücke und immer noch meine beste und auch einzige Näherung für den Verlauf des Tokaido. Westlich läuft parallel die B1, die auch ein Kandidat für den Tokaido ist. Allerdings heißt die Straße Dai-ni-Keihin. Und Nummer 2 ist nur Idee Nummer zwei.


03 .. 神奈川 .. Kanagawa (heute Teil von Yokohama) .. 30 km
臺之景 / 台之景 .. dai no kei .. Ansicht der Böschung

Kanagawa ist die Bahnstation nur wenige hundert Meter nördlich der Bahnstation Yokohama. Heute würde man sicherlich den Landmark Tower als Motiv wählen, auch wenn er etwas abseits der Reiseroute liegt. Die Lage an der Küste ist definitiv nicht mehr vorhanden, da sich die Küstenlinie durch aufgeschüttetes Land verändert hat. Und ich vermute, dass auch Hiroshige sich hier etwas vom Tokaido entfernt hat, um ein repräsentatives Motiv zu erstellen.

Eine moderne Entsprecung wäre sicherlich ein Bild aus Yokohama. Veileicht das untere …

Die Reiseroute bis hier folgt der Bundesstraße B15 bzw. der JR-Tokaido-Main-Line. Nur ein paar hundert Meter vor Kanagawa der erste Hinweis auf den alten Tokaido, der die Bahngleise direkt am Bahnhof passiert und dann Yokohama Station westlich umrundet und direkt vom Bahnhof Hodogaya führt. (Alternativer Straßenname: Kanjo No.1)


04 .. 程ヶ谷 , 保土ヶ谷 .. Hodogaya (Yokohama) .. 34 km
新町橋 .. shinmachi-bashi .. Die Shinmachi-Brücke

Zu Hodegaya gibt es wieder eine gleichnamige Bahnstation an der Main-Line. Den Fluss gibt es noch … naja eher ein kleiner Bach. Wenn es keine pitoreske Brücke gibt, wäre evtl. der Daisen-ji eine Alternative. Und hier habe ich aktuell nichts auf Lager …

Ich folge kurz der B1. Kurz vor Kariba IC zweigt der Old Tokaido ab. Er entfernt sich von der B1 und steuert auf den San’noyama Park zu und passiert diesen westlich. Auf Höhe von Higashi-Totsuka Sta. kreuzen wir den Kanjo #2. Auf Höhe des Mitake Shrine scheinen sich Old Tokaido und B1 zu verbinden, um sich ein paar hundert Meter später wieder zu trennen.

Tja, und dann wird googlemaps schlampig bei den Straßennamen. Der Old Tokaido taucht erst wieder direkt ander Station JR Totsuka auf und ist dort wieder Teil der B1. — Eventuell riskiere ich einen Umweg über den Tonomine Hachiman Daijin. Ich würde dann an der Kreuzung Motomachi wieder auf den B1 kommen.


05 .. 戸塚 .. Totsuka (Yokohama) .. 43 km
元町別道 .. motomachi betsudou .. Die Kreuzung in Motomachi

Die Bahnstation Totsuka findet man wieder leicht. Eine Kreuzung manems Motomachi gibt es immer noch. Aber ob es die gleiche ist, bleibt dennoch offen.

Eine moderne Entsprechung mit entsprechender verkehrstechnischer Bedeutung könnte der Expressways sein, der sich etwa 2km nördlich vom Banhhof befindet.

Mangels besserer Informationen folge ich wieder der B1. Also einer der beiden B1. Denn es gibt sie hier zwei Mal. Danke google. Die B1 der ich folge scheint auch gleichzeitig die B22 zu sein. Super. Die andere B1 ist autobahnähnlich ausgebaut und nichts für Fußgänger oder Radfahrer. Aber das Problem löst sich ein paar Meter später, wenn sich beide B1 vereinen.

Am Fujisawa Bypass zweigt die B30 ab und ich finden endlich mal wieder einen Hinweis auf den Old Tokaido. Kurz vor der Fujisawa Bridge springt der alte Tokaido eine Brücke nach Norden. Wir sind jetzt 500m nördlich von Fujisawa Eki.


06 .. 藤沢 .. Fujisawa .. 50 km
遊行寺 .. yugyou-ji .. Der Tempel Yugyou

Ob esTempel noch gibt, kann ich nicht sagen. Auf google-maps habe ich ihn nicht gefunden. Aber es gibt eine Koban mit dem Namen „Yougyouji Zakajo Police Box“. Der Bahnhhof Fujisawa liegt 1km südlich der B1, die den Namen Tokaido trägt. Südlich vom Bahnhof wiederum gibt es einem Stapel von Tempeln, nahe zum Fluss Sakai. Irgendetwas repräsentatives werde ich schon finden.

[[Fujisawa wäre auch gedanklich der erste Stopp auf dieser Reise nach knapp 50 km. 3km südlich von Fujisawa liegt die Insel Enoshima. Zur Not nehme ich das als Ersatz. Eventuell kriegt man das eingebaut. Bis Hakone als zweiten Stopp wären es morgen „nur“ 40km. Dazwischen liegen nur drei Post Towns und in Odawara war ich schon. Es wäre also zeitlich machbar.]]

Hinter der Brücke biegt der Old Tokaido nach rechts ab und folgt kurz der B467, um dann direkt südlich von Fujisawahonmachi Eki auf die B43 später B44 zu wechseln. Kurz vor der Hikichi Bridge West macht er einen kleinen Umweg. Ich vermute hier war eine Fähre.

Dann trifft die B44 auf die B1 und mal wieder verliert sich die Spur des alten Tokaido. Ich vermute es ist die geschlängelte Straße nördlich der B1, habe aber keine Beweise. Ich muss vorerst auf der B1 bleiben. Die Situation ändert sich auch nicht bis Chigasaki Eki (Station vor Hiratsuka Eki) … und danach auch nicht. Am Oide River kreuzt die B1 die B1 (Bypass). Am breiten Sagami River ist das dann auch egal. Es gibt hier nur diese Brücke.


07 .. 平塚 .. Hiratsuka .. 63,6 km
縄手道 .. nawate michi .. Die Straße nach Nawate

Die Straße nach Nawata hilft einen nicht weiter. Es gibt kein Nawate in der Nähe. Es gibt eines bei Nagoya. Aber da sind wir noch lange nicht. Das Bild zeigt einen Weg am Wasser. — Wenn ich nichts besseres finde, werde ich wohl den Hiratsuka Hachimangu als Motiv wählen, der direkt am (heutigen) Tokaido liegt und mir hier als Marker für die Kilometerangabe diente.

Ich folge mangels Informationen zum Old Tokaido weiter der B1 (nicht dem Bypass), dem heutigen Tokaido. 500m hinter dem Hanamizu River zweigt plötzlich der Kyu Tokaido (Old Tokaido), dessen weitere Spur sich aber sofort verliert, wenn man nicht aufpasst. Die Straße führt auf die Bahnstrecke zu und quert sie, denn südlich der Gleise gibt es eine „Sehenswürdigkeit“ am Old Tokaido. Die Straße hat keinen Namen. Und das größte Problem. Es gibt einen Bahnübergang.

Ich habe noch keine Idee, wie ich damit umgehen soll. Bis zu den Gleisen fahren, dann überdrehen, den Bahnübergang der B1 nutzen und zurück zu dem Punkt fahren wo der alte Tokaido weiter geht? Nur um ein paar hundert Meter später doch wieder auf der B1 zu landen? Ich bin mir uneins. Zum Glück sind wir kurze Zeit später auch schon nahe am Oiso Eki.


08 .. 大磯 .. Ooiso .. 68,0 km
虎ヶ雨 .. tora ga ame .. Tigerregen

Oosio ist gleich die nächste Bahnstation hinter Hiratsuka. Mit dem kleinen Hafen und der „Yoshida Shingeru’s Former Residence“ gibt es zwei brauche Motive für ein Foto (hoffentlich ohne Tigerregen).

Bei Oiso reduziert sich Anzahl der Straße nach Odawara erheblich, gerade für Radfahrer. Ich bleibe daher der B1 bis zur Yoshida Residence treu. Der zweigt der Old Tokaido nach norden ab und nimmt eine andere Brücke über den Fluss. Hohe der B63 muss man dann wieder auf die B1.

Auch Höhe Ninomiya Eki gibt es keine neuen Erkenntnisse: 4 Straßen, eine ist der Bypass, eine ist der heutige Tokaido. Das bleibt auch mehr oder weniger bis Kozu Eki so. Hinter der Oyakibashi über den Morito River nimmt die Auswahl an Straßen zu; aber kein Hinweis auf den Old Tokaido. Und dann kommt der Sakawa River, der im nächsten ukiyo-e verewigt ist. Die B1 trifft kurz vor Odawara Castle auf die B255.


09 .. 小田原 .. Odawara .. 81,8 km
酒匂川 .. sakawagawa .. Der Fluss Sakawa

Bei Kilometer 81,8 wird der Sakawa überquert.Hier war sicherlich die Fähre. Heute steht hier natürlich eine Brücke. Odawara selbst liebt dann bei Kilometer 84,4. Als modernes Foto wird man vermutlich die Burg Odawara-jo; oder einen Blick auf die Bergkette von Hakone wählen, um dem Original dichter zu kommen.

[[Hier beginnt der Weg durch die Berge von Hakone. Bis zur nächsten Post Town (Hakone) sind es 20km und etliche Höhenmeter. Ich vermute, dass ich 3 Stunden für diesen Abschnitt brauche. Ich glaube Ich mache Hakone zum Basislager.]]

Die B1 passiert die Burg Odawara südlich. Nachdem man die JR Tokaido-Main-Line passiert hat und kurz vor der Tokaido-Shinkansen-Strecke ist, zweigt eine Straße nach rechts. Dies ist vielleicht nicht die Originalroute, aber für 1km ab Abwechselung zur Hautpstraße. Also Scheiß drauf. Man muss danach eh weiter auf der B1/B138, bis unterhalb der der B271 eine Straße abzweigt, die auch als Tokaido bezeichnet wird. Keine Angst, die endet bei Iriuda wieder auf der B1.

Der Tokaido wechselt noch vor Yumoto-Hakone an der Sanmaibashi auf die B732. Kurz vor Moto-Hakone, der alten Zollstation, wechselt man von der B732 auf den Old Tokaido.

[[Und hier kommt die erste Planungsunsicherheit, die ich klären muss. Neben der 732 gibt es auch einen gestrichelten Wanderweg. Eventuell ist das die Originalstrecke. Ich weiß aber nicht, ob ich da mit dem Fahrrad entlang dar. Das ist noch zu klären.]]


10 .. 箱根 .. Hakone .. 102,3 km
湖水図 .. kosui no zu .. Ansicht des Sees

Eine Rekonstruktion der alten Grenzstation steht heute noch an der Originalstelle. Sie trennt Kanto (östlich der Grenze) von Kansai (westlich der Grenze). Die Grenzstation ist direkt am Lake Ashi in dessem Hintergrund man an klaren Tagen den Fuji sehen kann.

Das Ukiyo-e kann als heute noch nachgestellt werden. Auf meinem Foto wäre der Fuji theoretisch rechts zu sehen gewesen, wenn das Wetter besser gewesen wäre.

[[Dieser Ort soll das erste Basislager werden. Zum einen ist es etwa 1/4 der Strecke und das ist auch ein Basislager im Spiel Tokaido (hehe). Andererseits sind es zwischen Odawara und Moto-Hakone 833 Höhenmeter. Danach brauche ich sicherlich ein Tag Pause, da die Berge noch nicht gazn zu Ende sind. Außerdem habe ich Yumoto-Hakone und all die schönene Onsen ausgelassen.]]

Südlich von Lake Ashi zweigt wieder ein Tokaido von der B1 ab. Ich weiß aber nicht, wie man als Radfahrer heil über Hakone-Toge-Pass kommt. Im Satellitenbild und in Streetview sieht die B1 kurz aus wie ein Autobahnzubringer. Die 300m muss ich riskieren. Danach zweigt der Old Tokaido eh wieder ab. Allerdings ist es eine gestrichelte Linie … Ich sollte lieber ein Mountain Bike nehmen. Diese Linie bringt einen zu den Yamanka Caslte Ruins und der Old Tokaido Stone Pavement Road. Danach fehlen auf der Originalstrecke, so wie aussieht, ein paar Meter, bevor der Tokaid wieder parallel zur B1 läuft.

An der Mishima-Tsukahara IC ist dann wieder Schluss und bleibt einem, mal wieder, nur die Option der B1 zu folgen. Zwischen Tokaido-Shikansen-Line und JR-Tokaido-Main-Line zweigt der Tokaido nach rechts ab und wird im weiteren Verlauf die B22, die durch den alten (vermutlich) Stadtkern führt, verbei am Mishima-Taisha und etwas später an Mishima-Hirokoji-Eki. Die Straße heißt jetzt übrigens Mishima-odori.

Ach ja. Auf halben Weg zwischen Hakone und Mishima gibt es den Skywalk. Hätte es den damals gegeben, wäre er sicherlich in die Sammlung aufgenommen worden.

Die 53 Stationen des Tokaido – Teil 0/5 – Vorwort

Im alten Japan gab es fünf wichtige Handelsstraßen. Zwei von ihnen verbanden Tokyo (die neue Hauptstadt) und Kyoto (die alte Hauptstadt): der Tokaido (東海道) und der Nakasendo (中山道).

Tokaido heißt östlicher Seeweg. Er führte an der Küste entlang. Der Nakasendo führte mitten durch die Berge. Ein alternativer Name für den Nakasendo war Kisokaido (木曾街道), da es durch das Kisotal führt.

Warum ist der Tokaido so bekannt?

Historisch war der Tokaido die wichtigste Handelstraße zwischen den beiden Metropolen. Dies ist jedoch nicht der Grund für seine Poluparität. „Schuld ist auch Hiroshige Ando, ein Künstler der heute noch für seine Farbholzschnitte, ukiyo-e genannt, bekannt ist. Er schuf einen Bilderzyklus, die 53 Stationen des Tokaido.

Die 53 Stationen referenzieren auf die 53 Post Towns, die es am Tokaido gab. Dies waren nicht nur Raststationen mit der Möglichkeit sind mit Lebensmittel zu versorgen oder zu übernachten. Es waren zudem Grenz- und Kontrollstationen, da dem normalen Japaner das Reisen verboten war und man Passierscheine brauchte.

Hiroshige schuf zu jeder Station schuf er Bild, das charakteristisch für diese Station ist. Dies ist entweder ein ikonografisches Gebäude oder Landschaft. Diese insgesamt 55 Bilder (Start- und Endpunkte haben auch ein Bild) sind in sich eine virtuelle Reise entlang des Tokaido. Mehr dazu schreibe ich in einem eigenen Artikel.

Ich und der Tokaido und seine 53 Stationen

Ich Hakone bin ich etwa 1km auf dem alten Tokaido gewandert.  Für einen längeren Abschnitt habe ich nicht Zeit gefunden. Vom Nakasendo bin ich die etwa 8km zwischen Tsumago und Magome gewandert. Und leider habe ich die Angewohnheit Sache zu Ende bringen zu wollen.

Außerdem: Ich habe jetzt 9 Reisen hinter mir. Ich bin mit den Highlights und den „könnte man auch mal besuchen“ der Reisenführer durch. Ich war in Manazuru. Der Ort steht nicht einmal im Lonely Planet. Ich glaube, was ich sagen will ist folgendes: Ich brauche neue Themen, neue Dinge zu tun. Bisher gibt es folgende Ideen:

  • die 77 Tempel von Shikoku (das Projekt könnte Jahre dauern),
  • alle Brücken des Kandagawa, Sumidagawa und Nihonbashigawa fotografieren,
  • Animeorte aufsuchen (nächster Stopp: 小林さんちのメイドラゴン; Miss Kobayashi’s Dragon Maid) und
  • den alten, originalen Tokaido von Tokyo nach Kyoto abfahren

Und wenn wir schon dabei sind, dann können wir auch gleich 53 neue Bilder vom Tokaido machen. Ich probiere mich nicht in ukiyo-e, sondern werde die Kamera nehmen. Aber, ich werde mich von der Idee von Hiroshige leiten lassen.

Ich und wandern?

Jetzt gibt es einen Haken an dem Plan. Ich bin kein großer Freund von Wandern. So gar nicht. Ja, mal für einen Tag. Die 20 km im Daisetsuzan-Gebirge wren cool. Haben dann aber auch gereicht. Der Tokaido hat über 400km. Das wäre 20 solcher Tage am Stück. — Das schafft man nicht in einem Urlaub, wenn man auch noch ein paar Tage in Tokyo oder einem Onsen verbringen will.

Dann bin ich kein Freund von „Backpacking“. Ich müsste ja alle meine Klamotten immer mitführen; dazu die Kameraausrüstung. Das ist jetzt so gar nicht mein Stil. Es ist dr gleiche Grund warum ich keine Hostels buche. Ich und Backpacker sind nicht kompatibel.

Ein Plan reift

Daher gibt es folgende Planänderung: Ich nehme das Fahrrad. Niemand hat gesagt, dass ich laufen muss. Mit einem E-Bike (denn es geht auch zwei Mal durch die Berge), sollte ich 60 km am Tag schaffen. Das entspricht der Strecke Wakkanai-Soyamisak und zurück, die ich aufgrund eines Planungsfehlers in unter 5 Stunden auf einem 24er-Damenfahrrad mit Körbchen zurückgelegt habe.

Ich hatte auch erst überlegt, ein Motorrad zu mieten. Aber ich vermute, dass viele Streckenabschnitte des Tokaido nicht befahrbar sind. Ich weiß nicht einmal, ob man überall mit dem Fahrrad durchkommt.

Eine andere Idee war es, den Zug zu nehmen. Das ist theoretisch möglich, aber die Tokaido-Bahnstrecke ist teilweise ein paar Kilometer vom echten Tokaido entfernt und auch die Bahnhöfe weren einen Offset haben. Am Ende werde ich wohl genausoweit vom Bahnhof zum geplanten Fotografierpunkt laufen, als wie von einem Punkt zum nächsten.

Tempo

Bei 60 Kilometer am Tag braucht man nur noch 7 Tage für die gesamte Strecke. Man passiert etwa 7 Post Towns am Tag. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 15 km/h ist man 4 Stunden am Radeln. und hat 6 Stunden für Sightseeing. Naaa, das wird evtl. stressig. — 50 km am Tag, macht 10 Reisetage und 6 Post Towns am Tag. Bleiben wir bei 4 Stunden radeln, haben wir 1 Stunde für jede Post Town.

Die Idee mit der Wäsche ist jetzt wie folgt: Ich nehme Wäsche für zwei Tage (Übernachtungen) ins Handgepack. Und schicke meinen Koffer mit einem Lieferservice immer zum dritten Hotel. Hier könnte ich dann auch für 2 oder 3 Tage bleiben. Das wären dann meine Basisstationen, an denen ich auch Regentage puffern kann. Ich kann einen Waschtag einlegen, die Bilder von der SD-Karte aufs Notebook übertragen, …

Wie ich die Hotels dazwischen buche, weiß ich noch nicht. Eventuell mache ich das wie in Schottland und suche mir etwas am Ort, an dem ich gerade bin. Am Ende bin bestimmt wieder bei 20 Tagen, aber sehr entspannt.

googlemaps und die nächsten 5 Beträge

Als erstes muss ich den alten Tokaido finden. Denn ähnlich wie in Deutschland  wurde aus der alten Handelsstraße eine Bundesstraße. Diese wurden teilweise autobahnähnlich ausgebaut. Es wurden Ortsumgehungen gebaut.

Zuallererst muss ich versuchen den alten Verlauf des Tokaido zu finden. Und das führte dazu, dass ich versucht habe, den Verlauf auf googlemaps zu konstruieren. Was mich am Ende Wochen gekostet hat. Aber ich glaube ich habe es. Und davon berichten die nächsten 5 Blogeinträge.

Ich bin noch nicht fertig

Die Arbeit ist noch nicht ganz fertig. Es fehlen noch ein paar Notizen und Karten. Es fehlen hier und da auch noch ein paar Abschnitte, da die Informationen nicht eindeutig sind. Ich bin detzeit auf der Suche nach Büchern über den Tokaido, die mir helfen, die Lücken zu füllen. Außerdem will ich den Tokaido nicht bereisen und dann ein Detail zu übersehen. Stell dir vor die fährst nach Lübeck und vergisst das Holstentor, da es nicht auf der direkten Linie der 5 großen Kirchen steht.

Wadokei .. die japanische Uhr

Wadokei (和時計) sind mechanische Uhren, die die Uhrzeit in der alten japanischen Sytematik anzeigen, welche sich grundlegend von der westlichen Uhrzeit unterscheidet.

Bevor wir starten, noch ein schnell Blick auf die Kanji: 和 bedeutet ganz frei übersetzt „japanisch“. Wir finden es auch in Wagyu (和牛, japanisches Rind –> Kobe Beef). 時 steht für Zeit und Stunde. Das zeichen setzt sich aus Sonne/Tag auf der linken Seite und Tempel auf der rechten Seite zusammen. 計 bezeichnet Messinstrumente. Wadokei ist also das japanische Zeit Messsystem oder auch Messsystem für die japanische Zeit. Ganz ehrlich ich kann nicht unterscheiden, ob sich 和 auf 時 oder 計 bezieht.

Stundensystem

Wie auch im Westen wurde der Tag in Stunden geteilt. Allerdings waren es nur 12 Stunden, die wieder auf den chinesischen Erdkreis mit seinen 12 Tieren referenzieren. Es gibt Uhren, die statt Zahlen die Erdkreise auf dem Ziffernblatt haben.

Und wieder hat Japan eine Besonderheit: Die Stundenlänge war variabel mit der Sonnenscheinlänge.

Zwischen Sonnenaufgang und -untergang liegen immer 6 exakt gleiche Zeiteinheiten. Ebenso gibt es 6 gleich lange Zeiteinheiten in den Nachtstunden zwischen Sonnenuntergang und -aufgang. Japan liegt zwar dichter am Äquator, aber auch hier sind die Tage im Sommer spürbar länger als im Winter.

Und es wäre nicht Japan, wenn es nicht noch sonderbarer werden kann: Die Stunden werden von Mittag und Mitternacht an von 9 rückwärts bis 4 gezählt.

Das Rückwärtszählen hat seinen Ursprung in den Zeitkerzen, die langsam herunter brannten und man so die Zeit gemessen hat. (Hm, es gab also auch eine Zeitmessung mit einer konstanten Zeitlänge(Stundenlänge), oder gab es unterschiedlich lange Kerzen für Sommer und Winter?) Dass man nur bis 4 runterzählt (und deshalb auch bei 9 beginnt und nicht 6) liegt daran, dass die Glockenschläge für 3, 2 und 1 im Buddhismus für den Aufruf zu Gebete genutzt werden.

  •  .. 9 .. (Ratte) = Mitternacht = 0 Uhr westlich
  •  .. 8 .. (Ochse)
  •  .. 7 .. (Tiger)
  • .. 6 .. (Hase) = Sonnenaufgang
  • .. 5 .. (Drache)
  •  .. 4 .. (Schlange)
  •  .. 9 .. (pferd) = Mittag = 12 Uhr westlich
  •  .. 8 .. (Ziege)
  •  .. 7 .. (Affe)
  • .. 6 .. (Hahn) = Sonnenuntergang
  •  .. 5 .. (Hund)
  •  .. 4 .. (Schwein)
Die Historie

Bevor wir  kurz in die Technik eintauchen, hier der historische Kontext: Die mechanische Uhr belangte über Jesuitenpriester (16. Jahrhundert) und später niederländische Händler (17. Jahrhundert) nach Japan; also noch vor dem sakoku, der Schließung der Grenzen für Ausländer. Es ist überliefert, dass Tokugawa Ieyasu [der auch Edo gründete] eine europäische Uhr besaß.

Mit dem Sakoku (1630) stoppte auch der Knowhow-Transfer. Zu dieser Zeit waren das Pendel und die Unruh bei europäischen Uhren noch nicht geläufig. Diese Technik schaffte aus also nicht nach Japan. Die Entwicklung der mechanischen Uhr in Japan ist also ein Stück weit Adaption bekannter Technik, aber auch Parallelentwicklung.

Wadokei .. die japansiche Uhr zur japanischen Zeit

Die Besonderheit der variablen Stundenlänge führte zu Entwicklung der Wadokei, deren Mechanik nicht nur die unterschiedliche Länge der Tages- und Nachtstunden berücksichtigt (und das ist keine Sinus, sonder sind zwei fiese Rampen), sondern dies auch noch über das Jahr hinweg dem Sonnenaufgang und -untergang anpasst.

Erster Ansatz: Realisiert wurde die zwei Geschwingkeiten für die Tagstunden und die Nachtstunden über zwei verschiedene Unruh-Systeme mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. In dieser Konstruktion vergehen zwischen Sonnenaufgang und -untergang immer gleich viele Zeittakte. Der Wechsel zwischen den Geschwindigkeiten kann also mechanisch fest konstruiert  werden. Erste Uhren dieser Art gab es schon im 16. Jahrhundert.

Sie haben aber einen Nachteil: Die Geschwindigkeit muss über den Jahresverlauf immer neu angepasst werden. Bei den meisten Uhren wurden dafür die geschwindigkeitsbestimmende Gewichte zu Beginn es neuen Sekki neu positioniert. Diese Uhren wurden also 24 Mal im Jahr neu eingestellt.

Wegen des geringen Änderung der Tageslänge innerhalb eines Sekki war das System hinreichend präzise für den täglichen Gebrauch. In Norddeutschland wäre das System schon nicht mehr so genau. Während der Äquinoktien ändert sich die Tageslänge um über 6 min pro Tag. Das wären 90 Minuten in den entsprechenden Sekki, oder fast eine ganze Zeiteinheit auf der japanischen Uhr.

Ich frage mich gerade, ob auch ein System konstruiert wurde, bei dem sich die Gewichte automatisch justierten. Denkbar wäre auch ein System mit einem variablen Getriebe und einer festen Grundgeschwindigkeit.

Zweiter Ansatz: Es wird sehr einfach, wenn man die Umlaufgeschwindigkeit des Stundenzeigers konstant lässt. Stattdessen werden die Position der Stundenmarker auf dem Ziffernblatt verschoben. Deren Position über das Jahr wird durch eine Sinuskurve beschreiben, was sich mechanisch konstruieren lässt. Einziger Nachteil: Ein Minutenzeiger lässt sich auf diesem Weg nicht konstruieren. Dafür hat die Uhr aber ein 24-Stunden-Ziffernblatt.

Die Mechanik ist beeindruckend, zumal die Uhr im Foto weitere Ziffernblätter hat, die auch die westliche Uhrzeit, die Mondphase das aktuelle Sternzeichen und Tag und Wochentag anzeigen.

Japan ist bekannt für seine mechanische Puppen. Am bekanntesten ist sicherlich die kleine mechanisch Puppe (cha-hakobi ningyo), die einem eine Tasse Tee bringt, und sich umdreht und zurück geht sobald man die Tasse anhebt. Ich vermute, dass die gesamte Kunst dieser Puppen mit in die Uhrmechanik einfloss.

Das Bild oben ist von der Mannen Jimeishou von Tanaka Hisashige. Sie wurde 1851 fertig gestellt. Kurz bevor die ersten Ausländer Japan betraten und das Sakoku endete.

Weiterführende Links: [watchesbysjx][seico.co.jp][wikiEN]

Es gibt eine Armbanduhr namens Wadokei Revision. Sie hat westliche Uhrzeiger und verschiebare Stundenziffern. Sie zeigt also die Uhrzeit in beiden Systemen gleichzeitig an. Als Sammlerobjekt ist sie unbezahlbar.

Als App kann ich die „Japanese Traditional Time“ empfehlen. Einen Link kann ich nicht geben, da ich keinen Zugriff zum Google Play Store habe und diesen moralisch auch nicht unterstütze. (Einen japanischen Kalender mit Sekki und Ko suche ich noch …)

der japanische Kalender (3) Solarkalender

Seit 01.01.1873 verwendet Japan offiziell den gregorianischen Kalender, so wie wir ihn kennen. Aber es haben einige Besonderheiten aus dem Lunisolarkalender überlebt und es gibt ein paar japantyische Eigenheiten …

Nengo

In Japan werden Jahre in Nengo gezählt. Das kann für Verwirrung sorgen. Die Zählung beginnt mit dem Jahr der Thronbesteigung. Jeder Kaiser gibt bei Thronbesteigung eine Regierungsdevise aus. Diese wird der Name des Nengo und der Kaisername nach seinem Tod.

Beispiel: Am 01.05.2019 bestieg Kaiser Naruhito den Thron. Seine Regierungsdevise ist 令和 (Reiwa = schöne Harmonie). Damit wurde das Jahr 2019 zu 令和1. In den Geschichtsbüchern wird Naruhito als Reiwa-Kaiser bezeichnet werden.

Die Zählweise in Nengo ist gar nicht so dumm. Man muss sich nur daran gewöhnen und eine Besonderheit beachten: Ein Jahr, indem es einen Kaiserwechsel gab, hat zwei Bezeichnungen.

Beispiel: Als 2019 anfing war es noch 平成31 (Heisei-31). Auf den 30. April 平成31 folgte der 1. Mai 令和1. 

Wenn man nicht aufpasst, kann man meinen dass 平成31 und 令和1 zwei verschiedene Jahre sind, zumal of das neue Nengo rückwarts bis zum Jahresanfang genutzt wird.

Wer nicht aufpasst, und das passiert auch Japanern, rechnet das neue Nengo rückwärts bis zum Jahresanfang. Ich muss noch mal schauen, ob das überhaupt zulässig ist.

Ein Grund für die Regierungsdevise war, dass es mit dem Buchstaben R beginnt, denn die Nengo nach 1873 (Meiji-Restauration) werden oft mit einem einzigen, westlichen Buchstaben abgekürzt: Meiji = M, Taisho = T, Showa = S, Heisei = H und nun Reiwa = R.

Und: Die haben bis zum Schluss nicht gewusst, wie man das neue Nengo auf der modernen IT realisiert bzw. wie die IT reagiert, wenn die Jahresnummer wieder auf 1 springt. Der Wechsel des Nengo war quasi das japanische Y2K-Problem. Beim letzten Kaiserwechsel 1989 war die IT noch nicht zu lebensbestimmend wie heute.

In Japan war die Nengozählung bis vor kurzem noch auf nahezu allen offiziellen Dokumenten, auch dem Führerschein, zu finden. Das wurde erste vor ein paar Jahren geändert. So nach und nach verschwindet diese Art der Jahreszählung. Eigentlisch schade. Ich mochte sie. Es war eines von diesen „50 Gründe woran man erkennt, dass man zu Lange in Japan war.“ Naja. Zumindest auf dem Münzgeld und in den Goshuin (Pilgerbüchern) bleibt zu uns erhalten …  vorerst.

Schreibweise des Datums

Die ist ein weiterer Punkt, an dem in Japan ins Stolpern kommen kann: Das Datum 5/3 ist nicht der 5. März, sondern der 3. Mai. Man findet diese Angabe häufig auf Plakaten für Veranstaltungen. Er wird noch verwirrender, wenn das Nengo genannt wird.

Beispiel: Mein erster Japanrail Pass war gültig bis 16/10/15. Ich habe das damals als 16.10.15 gelesen. Mir war das mit dem Nengo bekannt und hatte ein 04 für 2004 gat nicht erwartet. Am Ende bin ich einen Tag schwarz gefahren.

Wochentage

Die Namen der Wochentage stammen vom vorherige Kalendersystem mit nur 5 Wochentagen, der die Namen der 5 chinesischen Elemente verwendete. Es wurden einfach um Sonne und Mond ergänzt wurden. Die kennzeichnenden Kanji für den Wochentag sind: 曜日 (yobi)

  • 曜日 .. nichiyobi .. Sonne –> Sonntag
  • 曜日 .. getsuyobi .. Mond –> Montag
  • 曜日 .. kayobi .. Feuer –> Dienstag
  • 曜日 .. suiyobi .. Wasser –> Mittwoch
  • 曜日 .. mokuyobi .. Holz –> Donnerstag
  • 曜日 .. kinyobi .. Metall (Gold) –> Freitag
  • 曜日 .. doyobi .. Erde –> Samstag / Sonnabend
Monate

In Japan haben die Monate sehr peotische Namen. Diese werden aber nie benutzt. Ich habe sie jedenfalls noch nie gesehen, geschweige denn gelesen. Ich musste sie nachschlagen.

In normalen Leben werden die Monate einfach durchgezählt: 1. Monat, 2. Monat, 3. Monat, usw. Das Kanji 月 wird hier gatsu gelesen.

  • 一月 (ichigatsu) = Januar [睦月 .. mutsuki; Monat der Zuneigung]
  • 二月 (nigatsu) = Februar [如月 .. kisaragi; Kleidungswechsel]
  • 三月 (sangatsu) = März [弥生 yayoi; zunehmendes Wachstum]
  • 四月 (shigatsu) = .. = April [卯月 .. uzuki; Deutzienmonat]
  • 五月 (gogatsu) = Mai [皐月 .. satsuki; Monat der Reissetzlinge]
  • 六月 (rokugatsu) .. Juni [水無月 .. mintsuki; Monat des Wassers]
  • 七月 (chichigatsu) .. Juli [文月 .. fumitsuki; Buchmonat]
  • 八月 (hachigatsu) .. August [葉月 .. hazuki; Blattmonat]
  • 九月 (kugatsu) .. September [長月 .. nagatsu; langer Monat]
  • 十月 (jugatsu) .. Oktober [神無月 .. kaminazuki; Monat der Götter
    oder auch 神在月 .. kamiarizuki; Monat ohne Götter]
  • 十一月 (juichigatsu) .. November [霜月 .. Shimotsuki; Frostmonat]
  • 十二月 (junigatsu) .. Dezemver [師走 .. Shiwasu; Priester rennen]

Die Namen der Monatstage überspringe ich. Das reiche ich nach.

Hier noch schnell ein [Nengorechner].

Uhrzeiten

Japan verwendet wie Deutschland das 24-Stunden-System. Ich habe aber auch schon die Verwendung von am-pm gesehen, wenn auch vergleichsweise selten. Und so wild ist es auch nicht. Ich benutzte auch mal „Halb Sechs“ für ein Termin am Abend.

Es wäre aber nicht Japan, wenn es nicht auch hier eine Besonderheit gibt. Bei Öffnungszeiten, die über Mitternacht hinausgehen (beispielsweise bei Kneipen), wird oft weitergezählt. Ich habe Fotobweise für diese Behauptung: „Geöffnet von 20-25 Uhr“ oder „geöffnet bis 27 Uhr„.