Da hat es doch mein favorisiertes Sushi-Restaurant ins Fernsehen geschafft … Sushi & Ramen Pirates, Koblenz …

Ich kann das Video (4 min) leider nicht direkt verlinken, ihr müsst den Links folgen. Das Video ist aktuell verfügbar auf der SWR-Seite und in der ARD Mediathek:

www.swrfernsehen.de/landesschau-rp/Vom-Land-des-Laechelns-an-den-Rhein-Singender-Sushi-Koch-in-Koblenz,av-o1192237-100.html

https://www.ardmediathek.de/swr/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExOTIyMzc/

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Und hier kurz die wichtigsten Gründe für das Sushi & Ramen Pirates:

  • Es ist das einzige, mir bekannte japanische Restaurant in Koblenz, in dem auch ein Japaner, namentlich Gaku Sumida, arbeitet.

Nichts gegen die Koreaner und Vietnamesen in den anderen Sushiläden in Koblenz, aber wenn ich zum Italiener gehe, erwarte ich einen Italiener und keinen Griechen hinterm Tresen. Und wenn ich gezielt zu einem Koreaner gehe, will ich etwas koreanisches Essen. Nennt mich engstirnig oder voreingenommen, mir egal.

Leider ist mein japanisch immer noch nicht gut genug, um den ganzen Abend dort auf Japanisch zu bewältigen.


Quizfrage: Welches Ramen ist von Gaku ?


  • Es ist kein Restaurant im deutschen Sinn … Ich merke gerade, ich muss etwas ausholen …

Als ich zum ersten Mal (2015) im Sushi Pirates war, da sah es noch aus wie eine altbackene deutsche Kneipe: ein dominanter Tresen, gefliester Fußboden, einfache Möblierung; ein bisschen so wie das Sportheim, in das mein Opa immer für den Frühschoppen gegangen ist.

Mein erster Gedanke war: „Aha … O…K…“ Mein zweiter Gedanke ein paar Minuten später war: „Irgendwie japanisch, gefällt mir“. In Deutschland wirken asiatische Restaurants, nein eigentlich alle Restaurants mit ausländischer Küche, entweder durchgestylt oder ersaufen in Klischees. Kein Grieche ohne Weinlaub, keine Chinaladen ohne diese Winkekatze Manekineko (die übrigens aus Japan kommt) oder alles ist hipsteroptimiert. Das Pirates hat nicht einmal den Versuch unternommen. Und das erinnerte mich an diese viele kleinen Izakaya aus Tokyo und Osaka. Man sitzt dort hinter einer Plastikplane unter einem Treppenaufgang oder auf umgedrehten Getränkekästen. Alles wirkt so improvisiert und unfertig. Die Atmosphäre entsteht durch die Gäste. Der Wirt gibt nur die Bühne, die Gäste sorgen für die Performance. — Ein zweiter Laden der ähnlich ist, wäre das Daruma in Hamburg. Man kann aber beide Läden trotzdem nicht miteinander vergleichen.

Mittlerweile sind die Räume etwas japanisiert. Die eine Wand ist in ein dunkles rot getaucht. Der holzfarbene Biertresen ist mit erstaunlich einfachen Mitteln optisch verdeckt worden. Es ist aber nichts übertrieben. Von mir aus kann alles so bleiben … naja, der absolute Kracher wäre eine Tatamiecke ganz hinten im Laden.


Quizfrage: Welches Sushi ist von Gaku?


  • Im Hintergrund läuft klassische Musik und kein pseudo-japanisches Gedudel … Aber: Wir sollten mal die CD wechseln *grins*

Der Hintergrund wird durch die Reportage klar: Gaku ist Opernsänger. Das war für ihn der Grund nach Deutschland zu kommen. Das Sushirestaurant war also eher sein Plan B. Und ich bin ja so dankbar für Plan B (ich bin kein Opern-Fan).

Und das gab es auch schon: Man kommt am Samstag zum Pirates und dort hängt ein Schild: Heute geschlossen. Gaku bekommt immer wieder mal die Chance eine kleine Rolle zu Singen; zuletzt an der Oper in Frankfurt in Don Carlo.  Dann ist Gaku wieder bei seinem Plan A und ich muss für das Abendessen meinen Plan B suchen.

    • Und natürlich der wichtigste Punkt: Das Essen.

2015 gab es nur Sushi und ein paar leckere Snacks wie Edameme, Yakitori und Gyoza. Dann irgendwann kam Ramen dazu; nicht nur Miso Ramen und Shoyu Ramen sondern auch mein Favorit: Tonkotsu Ramen. Der zeitliche Aufwand, um die Brühe herzustellen ist enorm.

Ramen und Sushi sind so dicht am Original, dass ich schon gar nicht mehr nach Düsseldorf fahre. — Nichts gegen die Läden in Düsseldorf, aber seitdem Ramen zum Wellness-Hype erhoben wurde, finde ich dort die merkwüridgsten Zutaten in der Schüssel. Was hat Brokkoli in einem Ramen verloren? — Nicht so bei Gaku. Hier ist alles klassisch.

Gleiches gilt für Sushi. Ja es gibt diese leckeren Kreationen in Düsseldorf und Frankfurt. Und ja, ich mag auch die. Aber bei Gaku kriegt man die Klassiker. Und es steht und fällt mit dem Reis.


Quizfrage: Welcher „Snack“ ist von Gaku?


Wichtig: Wer nicht reserviert (und vorbestellt), kann unter Umständen etwas länger warten. Gaku arbeitet in der Küche alleine. Sein Laden lebt von Stammkunden, die zur Abholung bestellen. Wenn man — so wie ich in der Regel — einfach so vorbei kommt, muss Gaku die Bestellung irgendwo dazwischen quetschen. Mich stört das nicht, da ich ja das Ergebnis des Wartens kenne.

Aber ich saß auch schon mal über eine Stunde. Gaku ist fair. Er sagt einem gleich beim Hereinkommen, wie ausgelastet er ist und man hat die Wahl. Ich warte gerne. Ich habe allerdings schon Gäste erlebt, die anfingen rumzumeckern. Frei nach dem Motto: ich will auswärts essen, aber um 20:15 beginnt DSDS. Ich hingegen komme gegen 19 Uhr und gehe so gegen 22 Uhr.


Würde ich was ändern wollen? Ja, drei Dinge:

  • eine kleine Tatamiecke
  • Hakata Ramen mit auf die Karte (Zutaten sind schon alle da)
  • eine größere Sake-Auswahl