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Rediscovering Osaka 2

Mal sehen was der heutige Tag bringt. Das Frühstück ist schon mal ein guter Start. Im Anschluss geht es durch den Untergrund wieder nach Tennoji. Ich will mit der JR eine Station bis Shin-Imamiya fahren. Aber aus irgendeinem Grund ist hier Chaos. Nicht alle Züge fahren. Wow. So viel Pech mit den Öffis hatte ich noch nie in Japan. Wahrscheinlich wäre wir schneller gewesen, wenn wir die Strecke gelaufen wären.

Wir steigen um in die Nankai-Linie, die uns nach Sumiyoshi-Higashi bringt. Von hier ist es nur ein kleiner Fußmarsch zum Nebeneingang des Sumiyoshi Taisha. Hier hatte ich 2004 die Moon-Viewing-Zeremonie besucht. Ein Erlebnis, das ich bis heute nicht verstanden habe und auch nicht wiederholen konnte.

Der Schrein hat ein ganz eigenes Design: Es gibt 4 Hauptgebäude, die im Sumiyoshi-Stil gebaut sind. Im Westen gibt es die Sorihashi, eine Bogenbrücke. Als wir hier Fotos machen, sehen wir eine Prozession. Eine Hochzeit. Was für ein Glück. Was für eine Gelegenheit für Fotos.

Wir verlassen den Schrein im Westen und nehmen die andere Nankai-Linie zurück nach Shin-Imamiya. Den Ausgang zu finden ist nicht ganz einfach, aber wir meistern es. Von hier geht es dirket nach Shinsekai. Es ist das Kneipen- und Partyviertel rund um den Tsutenkaku-Tower.1 Er ist das modern Wahrzeichen von Osaka und ganz Kansai. Diese Gegend wird immer wieder in Anime zitiert.

Shinsekai ist absolutes Chaos. Es ist laut. Es ist bunt. Es ist schrill. Kann man es mit Tokyo vergleichen. Nein. Denn das hier ist Kansai. Die Schlange vor dem Shinsekai ist zu lang. Und es lohnt sich nicht wirklich.

Wir gehen weiter in Richtung DenDen. Das ist der Elektronikbezirk von Osaka. Viele vergleichen es mit Akihbara. Nicht mal im Ansatz. Aber es gibt einige Mange- und Anime-Stores in den wir nach Souvenirs stöbern.

Rechts ab ist der Kuromon-Market, eine der vielen überdachten Einkaufsstraßen. Sie war nicht auf meiner Liste, aber mein Bruder hat vorgestern jemanden in der Bar getroffen, der hier arbeitet. Vielleicht finden wir ihn. Und tatsächlich. Da ist er. Aber hier sind so viele Touristen, die was kaufen wollen, dass wir lieber nicht stören.

Es sind nur noch ein paar Meter bis Dotomburi, aber wir biegen ab. Wir haben Karten für das National Bunraku Theatre. Das Theaterstück ist etwas träge und zieht sich. Es ist mein erster Bunraku-Besuch. Von daher wusste ich nicht, was uns erwartet.

Die knapp 3 Stunden im Theater haben ihren Vorteil. Wir haben den Großteil des Regens verpasst. Wir gehen direkt zum Dotombori. Es ist der Fluss (oder ist es ein Seitenkanal) des Kizu-River und der Name des Stadtbezirkes. Hier sind an beiden Seiten des Ufers und in den Straßen drumherum sind Kneipen, Restaurants und Clubs. Hier ist das Nachtleben von Osaka. Dotonbori ist weltbekannt und wir sind jetzt mittendrin. Hier gibt es diesen Koch mit dem fiesen Blick. Hier ist auch der Glico-Man, den jeder kennt. Wir gehen über die Dotonbori-bashi. Es ist die Brücke die für dieses Stadtteil steht wie die All-Green-Kreuzung für Shibuya.

Wir laufen ein wenig durch die Straßen bevor für eine lokale Spezialität stoppen. Nicht zuletzt motiviert durch den Regenschauer, der gerade startet: Kushikatsu. Es sind Spieße mit irgendetwas das paniert und frittiert wurde. Egal was das irgendetwas ist, es ist lecker. (Die andere Spezialität sind Takoyaki, die mein Bruder nicht mag.)

Wir verlassen die Gegend in Richtung Namba-Station. Die Anzahl der Optionen an Kneipen und Restraurants ist umbeschreiblich. Südlich vom Bahn ist dann plötzlich Schluss. Also gehen wir zurück.

Zum Abschluss des Tages geht es, mal wieder, nach Shin-Imamiya und von hier zu Fuß zurück zum Hotel.Zurück am Harukas 300 schauen wir, ob es sich noch lohnt, nach oben zu fahren. Nein. Na gut, wir haben es probiert. Eine gute Kneipe finden wir auch nicht. Also geht es zurück in die Straßen südlich der Bahngleise.

Der Tag war eher langsam. Aber das muss auch sein. Gestern Nara, morgen Koyasan. Da ist es gar nicht verkehrt, wenn heute eine kurze Verschnaufpause war.

Fukuoka; Sightseeing

Montag (auf nach Fukuoka)

Das Problem am Henn Na Hotel: keine menschliche Rezeption, die ein Taxi rufen kann.  Am T-Rex erledige ich den Ckeck-Out. Und nun? Wie ordere ich ein Taxi? Der Wachmann verliert. Als einzige humanoide Lebensform ist er verdammt, mir ein Taxi zu ordern. 6:50 Uhr. Das Taxi fährt mich zum Bahnhof Haiki (spart mir das Umsteigen).

Heute stört das Wetter nicht: Regen bei kalten 24 Grad. Das ist die Rückseite von dem Sturm (Der Taifun wurde runtergestuft und ist vor etwa 4 Stunden durchgezogen).

Der Zug fährt um 7:23 Uhr. Die Fahrt zieht sich. Ich schaue nervös aufs Navi, um zu erahnen, wo der Bahnhof ist. 13 Minten vor Abfahrt sind wir am Bahnhof. Der Typ vor mir …. Es dauert und dauert. Dann bekommt er etwa 6 Fahrkarten ausgehändigt. Das Problem: Der Verkäufer erklärt noch einmal jedes Ticket ausführlich. Arghhh. 7:15 Uhr. Sein Kollege ist dran. Nein! 7:18 Uhr. Ich bin dran. „Hakata made“. Das ist ja schlimmer als bei Star Bucks: Ja, Sitzplatz. Nein, Nichtraucher. Nein, nur hin. Nein. Ja. Ja. Nein. Endlich meine Karte inkl. Erklärung. Noch 3 Minuten. Die Durchsage läuft schon. Mit dem JRP wäre es so einfach gewesen.

Um 9 Uhr erreiche ich Hakata. Wo ist Genki JACS? Ich nehme ein Taxi, bevor ich mit Gepäck in die falsche Richtung laufe. Der Unterricht ist in 5F und es gibt keinen Fahrstuhl. Das wird jetzt 2 Wochen so gehen. Im Gegenzug kapiere ich langsam die Sache mit der te-Form.

Von Hakata geht es mit der U-Bahn nach Tenjin (Fukuoka) und von hier nach Ijiri. Praktisch ist, dass der Rapid den zuvor gefahrenen Local einholt und man zwischen beiden Zügen umsteigen kann.

Der Check-in im Apartment erfolgt gegen 15 Uhr. Die Unterkunft macht nicht viel her und hat etwa 12 Quadratmeter (Mannheim lässt Grüßen). Ijiri scheint ein durchschnittlicher Vorort von Fukuoka zu sein. Am Bahnhof gibt es einen Supermarkt (praktisch) und eine kleine Einkaufstraße, in der Straße neben dem Bahnsteig ein paar Kneipen. Das Apartment ist fast am Bahnsteigende. Leider ist der Bahnhof auf der anderen Seite.

Abendprogramm: Yatai am Kanal (etwa auf halber Strecke zwischen Hakata und Tenjin). Dort sind heute nur 6 Stände. Ich schiebe es auf das Wetter. Ich ordere Chashu-Ramen. Die restlichen Yatai sagen mir nicht so zu. Alles wirkt etwas zu „für Touristen“. Da war noch ein einzelner Yatai oben an der großen Kreuzung. Dort bleibe ich länger sitzen … Es wird ein hervorragender Abend.

Erkenntnis des Tages: Yatai sind nur gut, wenn sie nicht für Touristen sind.

Dienstag (Sightseeing)

Heute folgt die erste Sightseeing-Runde, die an Hakata Eki beginnt. In großer Hitze geht es zum Sumiyoshi Taisha, der allemal sehenswert ist. Der Garten, den ich besuchen will, ist geschlossen und das Atrium von Canal City wird gerade umgebaut/renoviert. Es scheint nicht mein Tag zu sein. Der Kushida Schrein ist klein aber fein, ein wirkliches Highlight. Ich hatte den gestern schon durch Zufall gefunden.

Durch die Einkaufsstraße geht es zum Tempelareal. Die Zeit wird knapp. Hier gibt es mehrer Tempel. Der bekannteste ist der Shofukuji. Der Tempel ist nicht zugänglich. Wie der Sumiyoshi Taisha bekommt das Ganze hier eine mittlere Bewertung.

Der letzte Stop wird der Tochoji. Hier steht der größte Holzbuddha Japans. Ich erreiche den Tempel um 16:42 Uhr. Damit bleiben mir 3 Minuten. Mehr braucht man nicht … Das klingt jetzt anders als es gmeint ist. Der Buddha ist imposant, aber es ist eine Statue. Die kann man in 3 Minuten von allen Seiten besichtigen. Ja, mehr Zeit ist besser.

Das Wetter: über 30 Grad und eine unglaubliche Luftfeucht. Ich wusste gar nicht, das meine Augäpfel schwitzen können. Man muss sich das so vorstellen: Man kommt aus eine klimatisierten Raum und stellt sich in den Schatten und macht nix. Man schwitzt am ganzen Körper binnen Sekunden wie in der Saune. Man kann zuschauen wie sich Schweißperlen auf dem Handrücken bilden. Mein Hemd ist patschnass. Komplett. Als hätte ich damit geduscht. Unglaublich. Parallel summieren sich die Getränkekosten. Ich brauche eine Dusche. Über Tenjin geht es zurück nach Ijiri.

Nach einer langen Dusche suche ich mir Abendessen. Ich habe wieder auf Yukuta gewechselt. Es wird eine Kneipe neben der Bahnlinie. Ich bestelle Roast Beef mit Reis und dazu ein gutes Bier. Später wechsle ich auf Highball. Man ist erstaunt, dass ich das kenne.

Highball ist sehr japansich: Whisky mit viel Soda. Man kann Highballs in jeder Kneipe bestellen oder als 0,33-Dose im Supermarkt bekommen. Der Whisky wird im Prinzip auf die Stärke von Bier verdünnt und so kann man locker ein paar davon trinken. Wichtig: Das klappt nicht mit jedem Whisky.

Erkenntnis des Tages: Japan ist ja so heiß.