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Rediscovering Osaka 1

Für Osaka habe ich zwei Tage eingeplant. Heute soll es vom Shitenno-ji über die Burg und den Tenmangu zum Umeda Sky-Building gehen. Das sollte zu schaffen sein.

Nach dem Frühstück im Hotel geht es los. Wir verlassen das Hotel auf der Straßenebene. Sofort sehen die große Fußgängerbrücke und Harukas 300. Ich überlege, ob beides bei meinem letzten Besuch in Osaka schon fertig war. Ich kann mich nicht erinnern.

Hinter dem großen Bahnhofsgebäude von JR biegen wir kurz in die Seitenstraße ab, wo mein Ryokan von 2012 liegt. Anschließend lassen wir die Parkanlage im Sinne des Wortes links liegen und gehen direkt zum Shitenno-ji. Dabei durchschreiten wir das steinerne Torii, das 1294 gebaut wurde.

Hier ist gerade ein Flohmarkt, den wir ausgiebig durchstöbern. Ich finde eine traditionelle japanische Schere. Man müsste sie schleifen, aber sie ist zumindest nicht verrostet.

Bekannt ist der Tempel u.a für seine 5-stöckige Pagode, die goldene Halle Kondo und die Rokujido mit dem Teich davor. Die achteckige Okuden ist nicht zugänglich. Schade. Und so verlassen wir das Areal über die Straße neben dem Friedhof. Von hier sind es drei U-Bahn-Stationen bis zum Südwesten des Burgareal.

Direkt am Eingang ist das Osaka Museum of History. Normalerweise lasse ich Museen links liegen, aber nicht dieses Mal. Das Museum bietet neben der Geschichte Osakas einen sehr guten Blick auf die Burg von Osaka, mit den Hochhäusern des Finaznviertels im Hintergrund.

Nun wird es Zeit für Osaka-jo. Hinter dem Ote-mon biegen wir zunächst in den Nishinomaru-Park ab. Hier ist nicht viel los, also geht es weiter, durch das Sakura-mon in den inneren Bereich der Anlage. Die Touristenshuttle waren ein Warnung auf das, was uns im Inneren erwartet: Touristen. Viele Touristen. Vor dem Eingang zur Burg ist eine lange Warteschlange. Overtourism in Osaka trifft auf die letzen 2 Wochen der EXPO, die ich absichtlich nicht auf die Liste gepackt hatte.

In der Burg hielt sich das Gedränge in Grenzen. Ich vermute, die Japaner entzerren das Chaos durch die Geschwindigkeit beim Einlass.

Dann mache ich einen Fehler. Wir verlassen die Burg über den Südusgang und laufen dann um die Burg und den Burggraben herum, anstatt am Yamazato-maru vorbei direkt zum Nordausgang zu gehen. Fotos von der Gokuraku-bashi schließen den Besuch ab. Nach einem weiteren unnötigen Umweg um den nördlich Burggraben herum, arbeiten wir uns zur U-Bahn-Station Temmabashi vor.

Wir fahren ein Station bis Minami-Morimachi. Und der nächste Fehler: Wir biegen in die Einkaufsstraße Tenjinbashi ein, nur um nach 500 m festzustellen, dass wir in die falsche Richtung laufen. Das ist einfach nicht mein Tag.

Wir sind kurz vor 17 Uhr am Schrein. Damit wird es der letzte touristische Stopp. Und dann ist das große Eingangstor auch noch hinter einem riesigen Baugerüst versteckt. Argh. Zurück zur U-Bahn und eine Station weiter nach Higashi-Umeda. Ich muss meinem Bruder den Umeda-Underground zeigen.

Ich habe noch gewitzelt, dass das es groß ist und so viele Ebenen hat, dass man schnell die Orientierung verliert … Ich verliere komplett die Orientierung. Aber wir finden auch ein Izakaya, wo wir ein sehr spätes Mittagsessen bestellen. Das ist auch dringend notwendig. Mein Kreislauf läuft so unrund, dass ich mir echt Sorgen mache. Das vorhin war definitiv mindestens ein Umweg zu viel.

Nachdem wir endlich unseren Weg zum JR-Bahnhof gefunden haben, stelle ich fest, wie dicht das Sky-Building am Bahnhof ist. In 2006 bin ich gefühlt Kilometer gelaufen. Damals musste ich den gesamte Güterbahnhof umlaufen. Das Areal wird jetzt ein nagelneuer Einkaufs- und Bürokomplex; Grand Green Osaka. Es gibt eine Straße, die direkt zum Sky-Building führt. Wie einfach.

Leider sorgt die Einfachheit auch für eine Unmenge an Besuchern. Es dauert etwas bis wir im Fahrstuhl nach oben fahren. Und ja, wenn auf dem Schild steht, dass 30 Leute in den Aufzug passen, dann quetschen die Japaner da auch 30 Leute rein.

Die Aussicht hat sich seit 2006 stark verändert, aber ist immer noch einmalig: die Brücken über den Yodo-River im Norden, die neuen Hochhäuser im den Bahnhof herum im Osten und den Blick über das Zentrum von Osaka im Süden. Im Südwesten kann man die künstlichen Inseln erahnen. Auf einer davon läuft gerade die EXPO.

Zurück zum Hotel geht es über JR Osaka Station. Ich lasse es mit nicht nehmen, Fotos von dieser riesigen Dachkonstruktion zu machen, die alle Gleise und alle Bahnsteige, die übrigens ihr eigenen Dächer haben, überspannt. Seit der Fertigstellung bin ich hier nur umgestiegen, habe mir aber nie die Konstruktion aus der Nähe angeschaut.

Mit der U-Bahn geht es zurück nach Tennoji. Wir versuchen, die Kneipe zu finden, die mein Bruder gestern gefunden hat. Es sind nur vier Straßen, aber trotzdem dauert es, bis wir sie finden.

Mein Bruder wird mit einem „Welcome back“ begrüßt. Ich bewundere inzwischen die Whiskysammlung hinter dem Tresen. Er hat sogar Lucks Cat. Was für ein gelungener Abschluss für einen Tag mit so vielen unnötigen Umwegen.