Schlagwort-Archive: Horseshoe Bend

USA 41.1 – Horseshoe Bend and Antilope Canyon

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

Marble Canyon — Ich hoffe, dass der heutige Tage ohne Komplikationen verläuft. Zur Sicherheit starte ich den Tag mit einem Kaffee. Kein Streß. Dann starte ich zur Navajo Bridge, die über den Marble Canyon führt. Heute führt der Verkehr über die neue Brücke von 1995. Ich interessiere mich für die baugleiche Version von 19291, die direkt daneben steht und für Fußgänger weiterhin geöffnet ist. Unter mir ist der Colorado River. Das Ding hat den Grand Canyon geformt? Wirklich? Ich genieße etwas die Ruhe. Hier ist nicht viel los.

Hinter der Brücke ist eine Poststation2. Ich frage kurz nach, wie ich die .500cal nach Monterey kriege. Ich habe total vergessen, dass ich mit dem Flugzeug nach Monterey reise. Keine gute Idee, das Ding im Handgepäck zu haben. Ich kaufe Briefumschlag und Briefmarke. Ich plane heute Abend im Hotel weiter, ob Post wirklich eine gute Idee ist.

Mit ein paar Photostopps geht es zurück nach Bitter Sprincs und auf der 89 hinauf zum Aussuchtspunkt (Antilope Pass Vista), den ich auf dem Hinweg gesehen habe. Und natürlich klebt hier ein „Waren sie schon mal in BaWü“-Aufkleber; gleich neben der Kopie aus Bayern.

Horseshoe Bend — Den nächsten Stopp kennt jeder aus den Reiseführern; noch bekannter als der Grand Canyon: Horseshoe Bend, Arizona in einem Foto. Vom Parkplatz sind es etwa 600m Fußweg bis zur Kante. Ich kenne die Moselschleifen. Das hier ist der große Bruder. An der Kante geht nahzu senkrecht 300 Meter hinab. Keine Chance für Fehler. Eine Absperrung gibt es nicht.

Ich wandere ein wenig herum. Es gibt wirklich nur eine Position, von der die Flussschleife imposant aussieht. Ich verbringe einige Zeit abseits der Besuchermassen und genieße die Aussicht. Dann geht es zurück zum Auto.

Ich versuche einen Weg zum Waterhole Canyon zu finden. Der ist etwas südlich. Ich hatte ihn vorhin übersprungen. Aber so wie es aussieht kommt man nur vom Colorado River aus in den Canyon. Hier an der 89 will ich das nicht riskieren. Ich bin mir sicher, dass es Privatgelände ist; zumindest ist es Navajo-Gebiet. Und es ist Arizona. Lieber nichts riskieren.

[Bilder]

Rattlesnake and Owl Canyon — Das ist wohl das bekannteste Foto auf Instagram von dieser Gegend ist der Antelope Canyon; die Farben, die weichen Formen im Gestein. Leider sind alle Touren bei Antelope Canyon Navajo Tours für heute ausgebucht und für morgen gibt es maximal Restplätze auf einer First-Comes-Basis. Und ohne Tour kommt man nicht dorthin.

Ich bekomme den Tipp, dass es die Straße runter eine zweite Firma gibt: Black Streak Canyon Tours. Ich habe Glück. In 10 Minuten startet die letzte Tour für heute und ich kann noch mitfahren.

Nach kurzer Fahrt steigen wir in den Rattlesnake Canyon herab. Er windet sich links und rechts wie eine Schlange. Teilweise muss man sich echt verbiegen; gar nicht so einfach mit Kamera. Die Farben sind da, aber nicht so extrem wie im Internet. Da hat man sicherlich die Sättigung auf Maximum hochgerissen. Aber auch in Natur sieht das Ding phänomenal aus.

Der zweite Stopp ist Owl Canyon. Er ist nicht so imposant, aber hat seinen eigenen Charme. Außerdem nisten hier Eulen. Zwei kann ich sogar in den Felsvorsprüngen sehen. Sie haben uns im Blick.

Glen Canyon Dam und Lake Powell — Bis Sonnenuntergang sind es jetzt noch 90 Minuten. Auf zum Glen Canyon Dam. Über den bin ich gestern bei meiner späten Anreise gefharen. Er markiert den Beginn des Colorado River und des Grand Canyon; Kilometer Null. Was für ein Zufall: Hoover Dam markiert das Ende des Grand Canyon.3 Vom Overlook Vistapoint mache ich ein paar Fotos. Ich kann einfach nicht glauben, dass der Damm ähnliche Maße hat wie der Hoover Dam.

[Bilder]

Oberhalb vom Staudamm sind Lake Powell und Wahweap Bay. Hier mache ich ein paar Panoramaaufnahmen mit tief stehender Sonne im Rücken. Der Stausee ist halb leer. Es gibt die gleiche weiße Linie wie gestern am Hoover Dam. Ein Blick auf die Karte verrät: Die andere Seite vom See ist bereits Utah. Schon die Straße links von meinem aktuellen Beobachtungspunkt, passiert die Staatsgrenze in wenigen hundert Metern.

Die letzten Minuten Sonnenlicht nutze ich für Fotos vom Dam aus. Dazu parke, ich vermute rechtswidrig, an der Straße neben dem Notüberlauf und laufe den Rest zu Fuß. Ein paar Fotos gelingen. Andere sind durch Bewegungsunschärfe oder Rauschen nicht wirklich gut geworden.

Christmas Parade — Bleibt für heute nur noch der Punkt „Essen“. Ich habe wieder einmal Frühstück und Mittagessen übersprungen. Und bevor ich wieder bei Sonic Burger ende, fahre ich ins Stadtzentrum von Page. Hier ist irgendetwas los. Polizei steht mit Blaulicht quer auf der Straße. Ich biege in die  Elm Street ab. What a Nightmare (Sorry, musste sein), dann 8th Ave bis S Navajo Dr. Hier parke ich. Es sind nur ein paar Meter bis Big John’s Texas BBQ.

Ich lerne, dass gleich eine Christmas Parade startet. Na das nehme ich doch mit. Essen kann auch ein wenig warten. Angeführt, wie in Deutschland, von der Feuerwehr setzt sich die Parade in Bewegung. Timing. Ich genieße den Moment. Das war nicht auf meiner Agenda. Die Parade ist nicht lang. Page ist eine kleine Stadt. Aber ein wenig American Lifestyle tut ganz gut.

Jetzt aber zum Essen: Ich habe die zwei riesigen Smoker schon vorhin gesehen. Ich bestelle Pulled Pork mit Beans und Coleslaw. Amerikanischer geht es nicht.

Bevor es zum Hotel geht, bunker ich noch Proviant am Dollar General um die Kurve und tanke den Wagen. Nun ist aber wirklich Schluss für heute. Das Feierabendbier genieße ich auf dem Hotelzimmer.

 

USA 21.2 – Niagara Falls CAN

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

DEU

Ich habe einen Reisepass und ein VIP-Visum, da ich ja beruflich in den USA bin. Ein Abstecher nach Kanada ist für mich so einfach sein, wie für einen Kaffee nach Paris zu fahren. Ich gehe durch das Drehkreuz und passiere die Rainbow international Bridge.  Vor mir ist Kanada.

Ein paar Fragen der Border Patrol später bin ich in Kanada. Wow. Wenn ich das überlege: Einfach so, zu Fuß, nach Kanada. Nur leider hat es die Kameraoptik zerlegt: der Sprühnebel der Fälle, die Gewitterfront und die Klimaanlage im Hotel. Mein Weitwinkel ist komplett beschlagen; zwischen den Linsengruppen, wo ich nicht rankomme. Bei der aktuellen Luftfeuchtigkeit kann das Stunden dauern. Dieses Objektiv ist ein Totalausfall.

Ich werde nicht die besten Bilder mit nach Hause nehmen. Stattdessen sauge ich hier alles persönlich auf. Der Blick von der kanadischen Seite auf die American Falls und die Horseshoe Falls ist um Längen besser als von der US-Seite.

Ich stoppe für ein Bier im Queen Victoria Place Restaurant. Meine Wahl fällt auf das Barking Squirrel, einzig wegen das Namen. Dazu noch einen kanadischen Whisky: Forty Creek, hier aus Ontario, nur ein paar Kilometer entfernt.

Kandanisches Geld ist erfrischend bunt nach all dem grünen Kram in den USA. Daran dass es aus Plastik ist, muss man sich gewöhnen. Der Wechselkurs ist etwas verwirrend (US$ zu Euro ist grob 1:1). Ich weiß nicht wirklich, was das Bier gekostet hat. Es ist aber billiger als die USA, soweit kann ich das sagen.

Das Bier war auch durch eine weitere Regenfront motiviert, die hier gerade durchzieht. Nach dem Regen ist vor dem Sonnenuntergang.  Die Sonne steht tief und wann hat man scon mal Niagara-Fälle (beide Teile) und einen Regenbogen. Der kleine Regenbogen durch die Gischt ist normal, aber das volle Programm? Ich habe echt Glück … und ein immer noch beschlagenes Objektiv. Arghhh.

Rechts am Ufer sehe ich das alte  Wasserkraftwerk. Irgendwo davor liegt das Wrack einer Schute im Wasser. Ich finde das Ding nicht. [Nachtrag: Ich habe es aber durch Zufall mit auf einem der Fotos.] Im Hintergrund ist der International Control Damn zu sehen. Mit ihm kann man die Horseshoe Falls auf die Hälfte drosseln. Das passiert nachts und dient der Stromgewinnung. (Das Thema Wasserkraftwerke an den Niagarafällen ist spannend. Das werde ich irgendwann einmal nachreichen.)

Doppelte Einreise

Kurz vor Sonnenuntergang geht es zurück in die USA. Was man wissen sollte: Der Weg zurück kostet $1 US oder $1 CAN. In bar. Ich wühle meine Taschen durch. Glück gehabt. Ich habe tatsächlich etwas Bargeld dabei.

Die Wiedereinreise in die USA ist denkbar einfach. Der Officer schaut kurz auf meine Visum. „Oha. NATO“. 30 Sekunden später bin ich wieder in den USA. Jetzt muss ich … WO IST MEIN SMARTPHONE?

Da mein gesamtes US-Leben an das Smartphone bzw. die Telefonnummer geknüpft ist, werde ich nervös. In Deutschland wäre es mir scheißegal, aber hier in den USA klebt das ganze Leben, selbst der Zugang zum Dienstrechner, an diesem Scheißding. Und ich habe es in Kanada verloren/vergessen.

Ich frage den Grenz-Officer auf der USA-Seite.Vielleicht habe ich es bei der Einreise … Nein.  Letzte Hoffnung ist, dass ich es auf der Suche nach Bargeld in Kanada habe liegen lassen.

Es geht im Eiltempo zurück nach Kanada. Der kanadische Officer ist etwas vorwirrt über meinen Einreisegrund: Handy suchen. Ich umkreise seinen Schreibtisch und stehen 10 Sekunden später schon wieder auf der Ausreiseseite. Ich habe so ein Glück. Das Smartphone liegt wirklich noch oben auf dem Zahlautomaten.

Erneut geht es zurück in die USA. Zurück zum gleichen Officer. Ich bin mir sicher; der Titel „Crazy tourist of the week“ gehört mir. Er will mich so durchwinken, aber ich muss zurück ins System. Kein Risiko mit meinen I-94-Dokument.

Bleibt die Frage nach dem Abendessen. Ich frage das Hotelpersonal. Die empfehlen mit das Wine in Third. 3rd Street ist nicht wirklich hübsch. Umsomehr überrascht mich das Restaurant. Es ist immer noch sehr amerikanisch, aber sie haben brauchbaren Wein auf der Karte. Und auch sonst ist es irgendwie anders. Mag an der Nähe zu Kanada liegen. Ich investiere in das Steak Parmesan, medium well. Steak funktioniert immer in den USA.

Damit endet das Abendteuer Niagarafälle. Morgen geht es nach Toronto und dann auch schon nach Pittsburgh.

ENG

I have a passport and a VIP visa, as I am in the US on business. A trip to Canada is as easy for me as going to Paris for a coffee. I walk through the turnstile and cross the Rainbow International Bridge. Canada lies before me.

A few questions from the Border Patrol later, and I’m in Canada. Wow. When I think about it: just like that, on foot, to Canada. Unfortunately, the camera lens has broken: the spray from the falls, the storm front, and the air conditioning in the hotel. My wide-angle lens is completely fogged up; between the lens groups, where I can’t reach it. With the current humidity, it could take hours. This lens is a total failure.

I won’t be taking the best pictures home with me. Instead, I’m soaking everything up personally. The view of the American Falls and Horseshoe Falls from the Canadian side is far better than from the US side.

I stop for a beer at the Queen Victoria Place Restaurant. I choose the Barking Squirrel, solely because of the name. I also order a Canadian whiskey: Forty Creek, from Ontario, just a few kilometers away.

Kandan money is refreshingly colorful after all the green stuff in the US. You have to get used to the fact that it’s made of plastic. The exchange rate is a bit confusing (US$ to Euro is roughly 1:1). I don’t really know how much the beer cost. But it’s cheaper than in the US, as far as I can tell.

The beer was also motivated by another rain front that is currently passing through here. After the rain comes the sunset. The sun is low, and when do you ever get Niagara Falls (both parts) and a rainbow? The small rainbow through the spray is normal, but the full program? I’m really lucky… and still have a fogged-up lens. Arghhh.

On the right bank, I see the old hydroelectric power station. Somewhere in front of it lies the wreck of a barge in the water. I can’t find the thing. [Addendum: But I happened to capture it in one of the photos.] The International Control Dam can be seen in the background. It can be used to reduce the flow of Horseshoe Falls by half. This happens at night and serves to generate electricity. (The topic of hydroelectric power plants at Niagara Falls is fascinating. I’ll get back to that sometime.)

Double entry

Shortly before sunset, it’s time to head back to the US. What you need to know: The return trip costs $1 US or $1 CAN. In cash. I rummage through my pockets. Lucky me. I actually have some cash on me.

Re-entering the US is very easy. The officer takes a quick look at my visa. “Oh, NATO.” Thirty seconds later, I’m back in the US. Now I have to… WHERE IS MY SMARTPHONE?

Since my entire life in the US is tied to my smartphone and phone number, I’m getting nervous. In Germany, I wouldn’t give a damn, but here in the US, my whole life, even access to my work computer, is tied to this damn thing. And I lost/forgot it in Canada.

I ask the border officer on the US side. Maybe I lost it when I entered the country… No. My last hope is that I left it behind in Canada while looking for cash.

I rush back to Canada. The Canadian officer is a little confused about my reason for entering the country: to look for my cell phone. I circle his desk and 10 seconds later I’m back on the exit side. I’m so lucky. The smartphone is really still on top of the payment machine.

Once again, I’m back in the US. Back to the same officer. I’m sure I’ve earned the title of “Crazy tourist of the week.” He wants to wave me through, but I have to go back into the system. No risk with my I-94 document.

The question of dinner remains. I ask the hotel staff. They recommend Wine in Third. 3rd Street isn’t really pretty. The restaurant surprises me all the more. It’s still very American, but they have decent wine on the menu. And it’s somehow different in other ways too. Maybe it’s because it’s close to Canada. I invest in the steak parmesan, medium well. Steak always works in the USA.

This concludes the Niagara Falls adventure. Tomorrow we’re off to Toronto and then on to Pittsburgh.