Keine Region im eigentlichen Sinne. Tokyo gehört zu Kanto. Ich bezeichne also Tokyo aber gerne das Areal, das man schnell mit dem Zug von Ueno/Tokyo erreichen kann. Über „Was ist Tokyo?“ läßt sich streiten. Genau genommen ist es nur das Gebiet am Kaiserpalast. Die Präfektur ist ein weiter gefaßtes Tokyo. Das Ballungsgebiet Tokyo ist wiederum großer als die Präfektur. Bei mir fallen auch Yokohama und Chiba in die „Region Tokyo“. Kamakura und Hakone sind hingegen Kanto.
Für heute habe ich keinen wirklichen Plan. Und so checke ich gegen 11 Uhr erst einmal ein und mache mich dann auf den Weg nach Nihonbashi. Ich will die sieben Schreine aus dem Reiseführer finden. Ich habe das dumpfe Gefühl, daß ich das schon mal gemacht habe.
Kompakt auf Japanisch
Schrein in Häuserschlucht
„HotDog“-Stände von Nihonbashi
Typisches kleines Resto
Das Problem an der ganzen Sache: Die Dinger sind kaum größer als 3 Parkplätze und schwer zu finden. Das schöne an der Suche: Nihonbashi ist ein Stück „anderes“ Tokyo. Hier liegen fast nur Bürogebäude. Die Straßen sind klein und verwinkelt. Gegen Mittag (und das haben wir gerade) laufen nur Hemdträger durch die Gegend auf der Suche nach einem Mittagessen. An allen kleinen Restos (haben im Schnitt ja nur 20 Sitzplätze) ist Schlagestehen angesagt.
Was für New York die HotDog-Stände sind, sind in Nihonbashi Minitransporter mit Tresen und kleine rollende Obento-Stände. Alleine dafür lohnt es sich gegen Mittag hier herumzutreiben. Man kriegt alles: Obento, Ramen, Soba, Tempura, Kare (Curry). Die Preise liegen zwischen 380 und 800yen.
nicht versteckter Schrein
Mittagspause in Nihonbashi
gut versteckt aber gefunden
das war einfach
Gerade rechtzeitig zu diesem Gewusel treffe ich ein. Sieht schon cool aus. Aber ich bin ja weger der 7 Schreine hier und so versuche ich ich nicht zu sehr durch das bunte ablenken zu lassen. Die Karte die habe ist auch nur eine grobe Näherung an die Realität. Aber nach und nach kann ich jeden Schrein ausfindig machen. Die einfachesten liegen an Straßenecken. Zwei Harte Nüsse sind hingegen der Schrein der in zweiter Reihe hinter Hochhäusern steht (wäre da nicht ein Baulücke gewesen …) und der Schrein der sich in einem Gebäude befindet. Ganz richtig. Die haben um das ding herum ein Haus gebaut. Das schaffen auch nur Japaner.
Nach den sieben Schrein und einer Pause mit leckerem Katsudon folgt ein kurzer Abstecher zu Tokyo Eki; das ist Wahnsinn in der beginnenden Rush Hour, muß aber sein. Ich wollte eigentlich nur ein paar Infos wegen Kamakura. Aber bis ich ein paar halbgare Infos habe sind fast zwei Stunden vergangen. Dafür habe ich dieses mal einen anderen Ausgang im Norden genommen. Hier stehe ich auf einer großen 7-spurigen Straße. Expreßway und die Yamanote (auch erhöht gebaut) sind zu sehen. Das ist eine Großstadt ganz eindeutig. Bleibt nur die Frage, wo ich heute Mittag war? Große Häuser waren da, aber diese vielen kleinen Einfamilenhäuser und Schreine dazwischen, waren dann doch anders. Nihonbashi halt.
im Haus versteckt
Schnappschuß
Der Expressway
Dann zurück ins Hotel und noch ein bischen Akihabara. Der Tag war nicht ereignisreich, aber entspannend.
Fazit: Die suche nach den Schreinen sollte in Tokyo nicht ganz oben auf der Liste stehen, aber sicherlich ein Punkt, den man in Betracht ziehen sollte, will man Tokyo verstehen. Macht das ganze um die Mittagszeit in der Woche. Der Stadtteil lebt von demTrubel der Büroangestellten und der vielen mobilen Garküchen.
Heute habe ich einen guten Lauf. Ich bin noch vor dem Wecker um 6;30 wach geworden. Koffer packen, Frühstück, Check-out, 7:45 das Taxi nach (nein, nicht Paris) Hamamatsucho. Die Yamanote wäre einfacher gewesen, aber Rush Hour und ein 30kg-Koffer passen nicht zusammen.
Checkin am Flughafen Haneda: Ich mußte den Koffer auseinanderbauen und die beiden Flaschen ins Handgepäck umlagern. Damit konnte keiner rechnen: Flüssigkeiten ins Handgepäck. Der Aufpreis fürs Übergewicht ist rekordverdächtig: 18kg ÜBER dem Freigewicht kosten 1000円 (< 10€). Ich hoffe Ryanair liest diesen Blog…
Auf dem Fischmarkt
Sapporowerbung
Sapporo Brauerei
Clock Tower
Hokkaido
Landung in Hokkaido. Hm. Fühlt sich genauso an wie Honshu. Ich werde von einem Polizisten kontrolliert, Reisepaß und Visum. Japantypisch mit tausend Entschuldigungen und Bitten um Verständnis. Den möchte man nur noch in den Arm nehmen und sagen „Ist ok. Das ist dein Job.“
An dieser Stelle möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin Dennis, Häuptling vom Stamm der „Abwarten“. Ich frage bei JR nach, ob es noch Platz im Hokutosei gibt, obwohl ich seit Tagen weiß, daß der Zug ausgebeucht ist. Wow. Ein Einzelzimmer ist verfügbar !!! Die Rückreise ist gesichert !!! Nachtzug „Hokutosei“ !!! Kostet trotz JRP mehr als ein Hotel, aber egal. Es ist der Hokutosei und ich habe einen Tag mehr fürs Sightseeing.
Gleich danach reißt die Glückssträhne ab: Der nächste Bus nach Shikotsu fährt erst in 2 Stunden und es gibt von dort keine Verbindung nach Sapporo. Also direkt dorthin. Unterwegs fällt mir die etwas andere Dachform auf. Ich vermute es liegt an den Schneemengen im Winter und der daraus resultierenden Dachlast. Auch in München sind die Dächer anders geneigt als Hamburg.
Ich finde den Glücksfaden wieder. Das Hotel ist der Hammer. Zum ersten Mal, daß das Internet untertreibt. Stil pur. Die Lounge schreit nach Jazz und Funk (läuft übrigens gerade über Lautsprecher Lobby). Meine Begeisterung liegt sicherlich nicht daran, daß hier gerade ein Foto-Shooting abgehalten wird. Werde morgen ein paar Fotos machen, um den Neidfaktor zu steigern. *grins* Ab 15 Uhr nehme ich die ersten Stationen in Sapporo in Anlauf.
alte Verwaltung
Sapporo Eki, T38
Sapporo Tower
Sapporo Fischmarkt
Uhr vom Clock Tower
Sapporo
Sapporo ist schnell erkundet: Clock Tower, Saporro Tower, der Fischmarkt und das Sapporo Bier Museum. All das schaffe ich bis 18 Uhr. Der Clock Tower ist das Wahrzeichen der Stadt. Von der Größe wenig spektakulär. Das Gebäude ist ist aber das älteste in ganz Sapporo und die Uhr läuft seit 130 Jahren zuverlässig. Der Sapporo Tower ist wieder so ein „Funk-Eifelturm“. Er ist vom gleichen Architekten wie der Tokyo Tower. Irgendwie hat jede japanische Großstadt so einen Turm. In Sapporo markiert er zudem den Nullpunkt im Straßennetz. Wie in den USA wird hier in Nord, Süd, Ost und West gezählt.
Das Sapporo Biermuseum ist schon ein guter Fußmarsch, der mich am Fischmarkt (Hummer für über 100€ sind im Angebot) vorbeiführt. Das Museum ist in den alten Gebäuden der Brauerei untergebracht. Ich lerne einige erstaunliche Dinge: Es gibt die Sorte „Sapporo Classic“, die nur auf Hokkaido verkauft wird. Das Rezept stammt, wie die ersten Braumeister, aus Deutschland. Und es gibt die Sorte „Sapporo Edelpils“.
Der Tag endet mit einem Abendessen im Hotelresto „Agoda“. Ich sage euch lieber nicht was ich bezahlt habe. Ich formuliere es so: ich habe ausgiebig gekaut, um die „Kieferbewegung pro Euro“ in einem erträglichen Rahmen zu bringen. Das Abiente ist noch edler als der Rest des Hotels. 3 Kellner (mit Headset) sorgen für einen leisen und reibungslosen Ablauf. Der Koch kommt immer aus der Küche wenn das Essen serviert wird, wie ein Künstler, der sein Meisterwerk präsentiert und die Meinung der Kritiker hören will. Und die Gerichte sind Meisterwerke.
Fazit: Für Sapporo reicht ein Tag. Der Clock Tower ist klein aber sehenswert. Das Biermuseum ist ein kann, kein muss. Ganauso wie der Fischmarkt und der Funkturm. Ich habe den bot.Garten und den Schrein noch nicht besucht, aber auch erst um 15 Uhr mit der Rundreise gestartet. Wenn nicht gerade das Schneefest ist, dann ist Sapporo ein Stop zum Weiterreisen.
Die letzten beiden Tage bin ich mehr oder weniger ziellos durch Tokyo gelaufen, was auch daran liegt, daß ich nicht wirklich einen Plan habe. Hier die Zusammenfassung:
Tag 1: Die Tag beginnt in Asakusa/Sumidakawa. Mit dem Boot geht es nach Hinode und zu Fuß weiter Richtung zur Rainbowbridge. Was für ein Koloss: 2km lang, 60m hoch; mit 2 Ebenen, unten die Yurikamome und die eine vierspurige Straße; darüber der actspurige Expressway. Hier auf der Hinode-Seite der Brücke spielt übrigens eine Szene des Anime Darker Than Black. Erstaunlich wie nah die Zeichnungem an der Realität sind. Es ist so vertraut, als wäre ich schon mal hier gewesen.
Auf der unteren Ebene gibt es einen Fußweg. In Deutschland würde man „schmaler Weg für Wartungsarbeiten“ sagen. Die Aussicht auf Tokyo ist genial. Der Fußweg ist im Sommer bis 20:30 geöffnet. Mein Glück: Die Feuerwehr testet die Leistung ihres Löschbootes.
Skyline von Tsukishima
Oedo Onsen
Rainbow Bridge
Tag 1
Die Rainbowbridge führt nach Odaiba. Dort war ich zuletzt vor 6 Jahren. Damals war das noch eine leere, künstliche Insel. Es gab nur das Fuji TV Building und Aqua City. Jetzt ist es ein Teil von Tokyo; als wäre es schon immer da gewesen. Odaiba hat auch den einzigen Strand in Tokyo. Allerdings ist das Schwimmen in dem etwa 25 Grad warmen Wasser nicht erlaubt. So ist Japan.
Nach einer erholsamen Pause am Strand geht es weiter Richtung Oedo Onsen. Genau genommen ist es ein Sento und eine Welt für sich. Die Schuhe bleiben am Eigang in kleinen Schuhboxen. Dann zieht man sich um und betritt den Innenbereich nur mit Yukata bekleidet. Es sieht wie ein kleines Dorf aus der Edozeit aus. Auf der anderen Seite des „Dorfes“ dann das Sento. (Von hier habe ich verständlicherweise keine Fotos.) Ich vergesse total die Zeit, während ich im Rotenburo sitzend den Tag genieße.
Um 17 Uhr Rücksturz zur Basis und weiter zur Feier bei Thorlabs. Ich habe die Fahrzeiten in Tokyo völlig unterschätzt und bin viel zu spät am Treffpunkt. Das Heishinrou ist wohl der teuerste Laden in Sunshin City. Auch hier keine Fotos; hab in der Hektik die Kamera im Hotel vergessen.
Fazit: Der Tag lief etwas unterdurchschnittlich. Mein Geburtstag kann daran nichts ändern. Das Oedo Osen ist etwas für erfahrene Onsen-Gänger, dann aber Entspannung pur. Der Blick von der Rainbow-Bridge ist super, aber wegen der Zeitaufwendigkeit ein „kann“. Plant den Weg ein, wenn ihr den Rest von Tokyo schon kennt.
Tag 2: Die heutige Rundreise beginnt am Yushima Tenmangu. Den hatte ich am ersten Tag nicht besucht. Die Götter sind wohl darüber erzürnt und haben mir einen Schnupfen vepaßt … Es könnten auch die ganzen Klimaanlagen gewesen sein; Indoor 20 Grad. Outdoor 34 Grad. Das Holz des Schrein ist dunkler geworden. Ich muß das mal mit den Fotos von 2004 vergleichen.
Der Kyu Iwasaki Tei ist einer der acht Gärten in Tokyo und gleich um die Ecke. Ich habe ihn noch nie besucht. Es ist auch kein richtiger Garten, sondern ein altes Herrenhaus in westlichem (viktorianischem) Stil. Ein sehr schönes Gebäude mit dunklen Hölzern und von Hand bemalten Tapeten. Die Veranda auf der Rückseite hat US-Südstaaten-Charme.
Kyu Iwaseki Tei
Eis auf Japanisch
Yushima Tenmagu
Kanda Myojin
Tag 2
Man wandelt durch das Haus und ein Schritt weiter steht man im japanischen Trakt mit Schiebetüren und Tatamimatten. Dieser abrupte West-Ost-Übergangast überrascht. Kurze Pause und ein Eis der Sorte „Grüner Tee“ garniert mit roten Bohnen und Matcha-Pulver. Wenn ich von Eis rede, meine ich die japanische Version: feines crushed Ice mit Sirup für den Geschmack.
Dann geht es weiter in den Uenopark. Ich will wissen, wo diese Statue „Samurai mit Hund“ (Statue von Saigō Takamori) steht. Gefunden. Die Liste „Dinge im Ueno-Park“ ist (außer den Museen für Regentage) komplett. Weiter zum Kanda Myojin. Es ist der Schrein von vorgestern Nacht. So ein Zufall. Der Schrein leuchtet in orange-rot und ist sicherlich einer der schönsten in Tokyo.
Nebenan ist der Yushima Seido und eine Nokolai-Kirche. Damit haben wir die 3 wichtigsten Religionen Japans innerhalb von 200m. Der nächste Park auf meiner Liste ist der Koishikawa Korakuen hinter dem Tokyo Dome. Eine sehr schöne Anlage, wenn auch nicht so schön wie der Rikugien oder Hamarikyuteien. Er hat mir etwas zu viel Wald und ich vermisse die weiten Flächen. Eines wird mir klar: Man sollte japanische Gärten mehrere male besuchen und jedes mal eine andere Laufrichtung wählen. Man sollte auch einmal morgens und einmal abends gehen.
Tokyo ist 3D
LaQua (beim Tokyo Dome)
Koishikawa Korakuen
Koishikawa Korakuen
Tag 2 – Nachmittag
16:30 Uhr erfolgt der Rücksturz zur Basis. Ich shoppe bei Yodobashi Kamera in Akihabara den Audiorekorder Zoom H1. Das Projekt „Sound of Japan“ kann somit starten. Das Mikro ist nicht das Beste. Aber ich will auch keine 250€ ausgeben. Morgen werde ich in Sapporo erste Tests machen.
Um 18 treffe ich mich mit Hide. Da ich mich in Higashi-Ikebukuro etwas verzettel, finde ich Hide erst gegen 19 Uhr. Es folgt ein kurzer Stop bei Thorlabs Japan. Der Computer vom OCT macht Probleme, und wo ich schon mal da bin… Dieser Abend findet seinen Abschluß in einem netten kleinen Izakaya in Sunshinecity, Mit Bier und Sake, Yakitori und Edamame. Es sind zwar nur Kneipensnacks, aber unerreichbar lecker.
Auf dem Weg zurück ins Hotel stolpere ich über die Harley von vor 2 Jahren. Jetzt will ich den Besitzer kennenlernen. Also noch auf einen Absacker ab in den kleinen Ramenshop. Die Kommunikation läuft zur Hälfte auf Japanisch. Cool.
Fazit: Dieser Tag 3 ist definiert das Mittelfeld dieser Reise. Den Kanda Myoin hebe ich in die Stufe des „muss“. Yushima Seido kann man auslassen. Die besuchten Park sind alle sehenswert. Der Tag krankte etwas an dem Motto „Die Reste aus dem Reiseführer“. Den Abend rettete dann Hide.
Der Tag startet mit meinem Fruehstücksklassiker: Reis + Misosuppe, dazu Kaffee und 2 Brötchen. Dieses Jahr ergänzt durch eine Banane (man muß auch mal was Neues wagen).
Dann gehe es los. Akihabara und über Nihonbashi weiter zur Ginza. Ich laufe die Strecke, bei den Temperaturen nicht unbedingt die beste Idee des Tages. Die Route hat zwei Überraschungen parat: Nihonbashi ist eine einzige Baustelle und das Kabuki-za an der Ginza haben sie abgerissen. Damit sind zwei geplante Foto-Shootings abgesagt. Einzige Ausbeute bisher ist ein Foto vom Fluß Kanda. Die Häuser sind bis ans Wasser gebaut. Das ist Tokyo. Jeder Zentimeter wird genutzt.
Fluß in Kanda
Tokyo von oben
Skyline von Shinjuku
Compact Tokyo
Auf nach Ebisu. Die Station ist nach der gleichnamigen Brauerei benannt, die dort einmal stand, nicht umgekehrt. Ich genehmige die Führung auf japanisch (habe nichts verstanden). Dann geht es zur Bierprobe. Hier(von) vestehe ich mehr.
Die Gegend im die Brauerei heurm ist irgendwie anders als der Rest von Tokyo. An der Straße stehen Bäume. Der Zugang zur Bahnstation ist ein Eyecatcher; schwer zu beschreiben. Auf dem Ebisu-Gelände steht ein altes Herrenhaus; keine Ahnung, ob es ein Original ist. Optisch paßt es so gar nicht in diese Megacity. Abschließend geht es rauf zur Aussichtsplatform. Ich kenne Tokyo von oben, aber diese Perspektive ist neu. Am Horizont erkenne ich den Landmark Tower von Yokohama. Das Häusermeer ist durchgehend. Wo hört Tokyo auf, fängt Yokohama an?
Weiter zur Cosplay-Bridge. Keiner da? Dafür eine Bühne und Awa Odori-Tänzer. Nicht nur in Koenji scheint heute ein Festival zu sein. Es ist voll. Ich kann einen guten Platz an der Absperrung erringen. Der Sponsor ist übrigens Volkswagen.
明治神宮前 – Tänzer
明治神宮前 – Tänzer
Kanda Myojin bei Nacht
Meiji Jingu mae
Zurück im Hotel frage nach dem Weg zum Koenji Awa Odori. Praktisch, der Zug von Ochanomizu fährt sogar direkt dorthin. Die Größe des Festival, habe ich ein wenig unterschätzt. Es ist rappelvoll. Von der Bahnstation konnte ich auf die Hauptstraße blicken und die Parade sehen. Aber die direkten Wege sind von der Polizei gesperrt. Ich verliere die Orientierung. Laufe durch die überfüllte Gassen. Überall werden Snacks und Getränke verkauft. Volksfeststimmung.
Ich laufe zick-zack. In einer kleinen Straße treffe ich auf Tänzer. Es ist eng, aber die Stimmung ist einmalig. Nach ein paar Minuten zieht es mich weiter. Ich finde die Hauptstraße und kann mir – keine Ahnung wie – einen guten Platz sichern. Die Bilder sprechen für sich. Die Kulisse ist übrigens tiptop. Mir gegenüber ist eine Tribüne. Von dort hat man die bessere Aussicht, aber ich habe stattdessen die Lampions als Hintergrund.
Die Stimmung ist super. Ich sitze auf einer Tatamimatte, genieße ein Bier und mache Fotos. So macht Japan Spaß; Mittendrin statt nur dabei. – Habe übrigens die Japaner verblüfft, als ich ohne Aufforderung die Schuhe ausgezogen habe, bevor ich auf die Tatami getreten bin.
高円寺阿波おどり – Tänzer
高円寺阿波おどり – Blick vom Bahnhof
高円寺阿波おどり – Tänzer
高円寺阿波おどり – Musiker
高円寺阿波おどり – Tänzer
高円寺阿波おどり – Tänzer
Koenji-Awa-Odori
Das Fest ist zu Ende. Ich lasse den ersten großen Besucherstrom in Richtung Bahnhof ziehen. Ich mache die Bekanntschaft mit einem „Samurai“; genauer gesagt eine Schauspieler. Sein Outfit erinntert mich an Sanjuro Kuwabatake aus Yojimbo von Kurosawa (einer meiner Lieblingsfilme). Zurück in Ochanomizu gehe ich zu Fuß in Richtung Akihabara und finde dabei einen Schrein. Die Beleuchtung ist definitiv einen Schnappschuß wert. Außerdem trage ich schon die ganze Zeit das Stativ mit mir rum. Zu irgendwas muß es ja nützlich sein.
Fazit: Perfekter Japan-Auftakt. Hoffentlich kann ich das noch toppen. Diesen Tag buche ich trotz leichter „Zähigkeit“ am Anfang als vollen Erfolg. Morgen dann Odaiba. — Wer die Chance hat, das Koenji-Awa-Odori zu besuchen, sollte es unbedingt machen. Ich verspreche ein einmaliges und umwerfendes Japanerlebnis.
Nachtrag: Hier ein paar Infos zum Koenji-Awa-Odori …
– Die offizelle Webpage webpage.
– Youtube video von 2010 (bin aber nirgends zu sehen :-)
– ein weiteres video auf Youtube von 2006.
Denkt euch den PC und den Bildschirm weg und baut euch in die Atmosphäre der videos ein. Japan, 28°C, spätabends, Yakitori und Asahi Bier; und keine Verpflichtung außer die, im hier und jetzt zu sein … Deshalb fliege ich nach Japan und nicht nach „Malle“.
Hier sind die Ufer Sumidagawa und Arakawa nur knapp 150m voneinander entfernt, deshalb geht die Ogu-bashi am Sumidagawa fast nahtlos in die Ogi-o-hashi am Arakawa über. Dazwischen liegt Adachi-Odi-Eki des Nippori-Toneri-Liner.1
Die Ogu-bashi besteht aus zwei Segmenten: eine 6-spurige Brücke für den Straßenverkehr (Nationalstraße 11) plus Fußgängerwege und Brücke für die beiden Fahrbahnen des AGS.
Die Brücke für AGS wurde später gebaut und ist fast doppelt so hoch wie die Straßenbrücke. Hintergrund ist, dass das AGS die Straßen kreuzungsfrei queren muss.
Die Odai-bash ist eine grüne Stahlbogenbrücke mit schrägen Stäben zur hängenden Fahrbahn (Nationalstraße 458). Wie so viele Brücken ersetzt sie eine Fähre; in diesem Fall die Kodai-no-watashi. Der erste Bau von 1933 wurde im Rahmen des Wiederaufbauprogramms nach dem großen Kantobebe gebaut, zählt aber offiziell nicht zu den Brücken dieses Programms. Die Brücke wurde 1992 durch die aktuelle Version ersetzt.
(28) .. C2-Expressway
Hier macht der Fluss eine scharfe Kurve und der Shakujii mündet hier.2 Da die Brücke keinen Namen hat, ist es nicht wirklich möglich, Informationen zu finden. Als Teil des C2-Expressway liegt die Bauzeit vermutlich in den 1980ern. Der C2 ist der äußere Tokyo-Ring.
(29) .. 豊島橋 .. Toshima-bashi
Lange: 106,7 m / Breite 15 m
Baujahr erste Brücke: 1925
Baujahr aktuelle Bücke: 1995-2001
Brückentyp: Simple underpass type steel rosette girder bridge
Die erste Holzbrücke wurde bereits 1925 an dieser Stelle gebaut. In den 1960er wurde ein Neubau etwas Flussabwärts errichtet. Bis 1967 exisiterten alte und neue Brücke gleichzeitg in Nutzung. Die Die aktuelle Toshima-bashi, als Teil der 307, wurde 2001 für den Verkehr freigegeben. Ihre Position entspricht der ersten Brücke. Optisch ist sie wenig spektakulär, trotz der 7 Jahre Bauzeit.
Wir kommen so langsam an das Ende des Sumidagawa. Die Informationen zu den Brücken werden dünner …
(30) .. 新豊橋 .. Shintoyo-bashi
Die Brücke wurde 2007 eröffnet. Sie hat eine Länge von 105 m und eine Breitevon 16,5 m. Formal ist dies ein Brücke im Privatbesitz; namentlich der Urban Renaissance Agency. Der Brücktyp ist „Main girder – Simple box girder/arch composite bridge“
(31) .. 新田橋 .. Shinden-bashi
An dieser Stelle gab es ein Fähre, die Yashinden-no-watashi, auch bekannt als Baba-no-watashi. Die erste Brücke wurde 1939 als Holzbrücke gebaut. Diese wurde 1961 durch eine Stahlbrücke ersetzt. Die aktuelle Brücke vom Typ „Five-span simple steel girder bridge“ hat Länge von 114m und eine Breite von 9 m.
(32) .. 新神谷橋 .. Shinkamiya-bashi
Wie so oft beginnt die Geschichte mit einer Fähre; hier mit der Miyabori-no-watashi, die auch als Kamiya-no-watashi bekannt war. 1927 ersetzte die Kamiya-bashi die Fähre. Dies war eine Brücke aus Holz und Eisen. Diese Brücke befand sich etwa 100 flussabwärts der heutigen Position. Die Brücke wurde 1950 durch eine Stahlbrücke ersetzt.
Der Bau der aktuellen Brücke begann 1962. Sie ist 153 m lang, 21 m breit und Teil der Nationalstraße 318. Der Brückentyp ist „Gerber (cantilever) plate girder / simple live load composite plate girder bridge“.
Dies ist formal die letzte Brück am Sumidagawa. Etwa 1,5 km flussawärts gibt es ein Sperrwerk, das den Arakawa mit dem Sumidagawa verbindet. Parallel zum Arakawa gibt es weiterhin einen Flusslauf. Dieser Flusslauf heißt jedoch Shingashi; zumindest auf google-maps. Für mich ist der Sumidagawa und die Brückenliste damit beendet.
新岩淵水門 .. Shin-Iwabuchi Water Gate
Formal beginnt hier der Sumidagawa. Das Gate trennt den Sumidagawa vom Arakawa. Dabei ist zu beachten, dass der Arakawa ab hier eine künstliche Wasserstraße ist, der ursprünglich als Arakawa Abflusskanal bezeichnet wurde. Er wurde ab 1910 ausgehoben und ist 22km lang. Oberhalb des Wehrs ist es der alte Arakawa. Unterhalb des Wehr ist der alte Arakawa jetzt der Sumidagawa. — Ja, Tokyo ist auch die Stadt, in der Flüsse also Nase umgelenkt, oder umbenannt wurden, oder beides.
Es gibt hier zwei Wehre. Das alte, auch als rotes Wehr bezeichnet ist von 1924 und liegt etwa 100m flussaufwärts vom aktuellen Wehr von 1982, das auch als blaues Gate bekannt ist. Das Wehr riegelt den Sumida gegen hohe Wasserstände am Arakawa ab, die nach großen Regenschauern, z.B. während eines Taifuns, auftreten.
Normalerweise ist das Wehr geöffnet. Soweit ich das lesen konnte, ist die Tide auf den beiden Flüssen unterschiedlich, womit das Wasser am Wehr bei Flut vom Sumidagawa / Shingashigawa in den heutigen Arakawa fließt und bei Ebbe in den Sumidagawa.3 Das alte Gate ist seit 1999 als Historical Monument eingestuft.
Das neue Wehr besteht aus drei Toren von 10m Breite, mit einem Gewicht von 214 to. Die Tore zu schließen dauert knapp 45 Minuten. Der Handbetrieb würde – rechnerisch – 30 Tage benötigen. Daher wurden für den Katastrophenfall nicht nur Notgeneratoren aufgstellt, sonder auch ein System, dass die Tore durch ihr Eigengewicht schließt.