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Rediscovering Kisodani

Heute soll es ins Kisodani (Kiso-Tal) gehen. Neben Koyasan ist es der zweite Ort auf dieser Reise, den ich erst zum zweiten Mal besuchen werden. Durch das Kisodani führt die alte Handelsroute Nakasendo, die von Tokyo nach Kyoto führt. Es gibt noch etliche Rast- und Zollstationen an dieser Strecke, die sich in den letzten hunderten Jahren kaum verändert haben. Ich will von Tsumago nach Magome wandern1.

Die Reise beginnt am Bahnhof von Nagoya. So langsam habe ich Orientierung. Mit viel Proviant steige ich in den Ltd.Express der Chuo-Linie2. Und ja, er hält in Nagiso. Den Fehler von 2012 wiederhole ich nicht.

Der Zug verlässt den Bahnhof nach Süden. Da ist ungewohnt, aber wir umfahren Nagoya. Nach drei Stationen sind wir in Ozone. Hier war ich mit meinem Bruder während unserer Tagestour vor drei Wochen.

Wir kommen an Tajimi vorbei, hier bin ich 2018 umgestiegen, als ich nach Mino-ota gefahren bin. Es ist bereits ländlich und die Bebauung nimmt weiter ab. Und es wird bergig. Dann wird es spannend. Nakatsugawa. Ich steige aus, denn dieser Zug endet hier. Ich nutze die Chance, um an der Touristinfo Daten zu sammeln. Mit Blick auf die Rückfahrt sollte ich wirklich mit Tsumago starten und von dort nach Magome zurück wandern. Also schnell in den nächsten Zug. Der Fährt schon in ein paar Minuten.

Und dann bin ich in Nagiso. Mein letzter Besuch hier war 2012, mitten in der Nacht bei fiesem Schneefall. So am hellichten Tag sieht das hier ganz anders aus.

Direkt neben dem Eingang zum Bahnhof ist bereits das Ticketbüro für den Bus, der mich nach Tsumago bringen wird. Auch dem Tresen schläft eine Katze. Sie lässt sich nicht stören. Wenige Minuten später fährt auch schon der Bus.

Wenn ich mich erinnere geht ein Fußweg vom Bushaltepunkt hinauf in die alte Straße. Das hier ist wirklich der alte Nakasendo aus der Samuraizeit. Ich gehe direkt zum Nordende der Stadt. Auf gehts. Ab hier sind es 11 km, knapp 400 Höhenmeter hinauf, aber nur 280 wieder runter (deshalb hatte ich überlegt in Magome zu starten). — Ach ja, die Bushaltestelle unten neben dem Fluss ist auf etwa 420 Höhenmeter.

Die Wassermühle und das Nachrichtenbrett begrüßen mich. Dann laufe ich gemütlich durch Tsumago. Hier an der alten Handelsstraße stehen nur traditionelle Häuser, alte Herbergen und Pferdeställe.

Dann wird es Zeit, Proviant aufzunehmen und Tsumago nach Süden zu verlassen. Ich versuche alles aus dem Gedächtnis zu machen. Hinter der Brücke über den Araragi-Fluss stehen noch ein paar Häuser. Eines ist der Ryokan von 2012. Ob es das noch gibt? Ryokan Hanaya. Ja, da ist es. Etwas weiter durch als ich erinnere. — Ach ja, wir sind auf etwa 500 Höhenmeter.

Etwas später kreuzt der Weg den Highway 7. Hier beginnt der gepflasterte Weg durch den Bergwald. Hier entstehen viele Fotos, die man im Internet findet.

Ab jetzt geht es bergau; immer bergauf. Der erste Zwischenstopp sind die Wasserfälle Odaki und Medaki. Für die muss ich steil bergab. Arghh. Das muss ich gleich alles wieder hinauf. Aber der Umweg lohnt sich halt. — Ach ja, die Wasserfälle sind bei etwa 600 Höhenmeter.

Jetzt muss ich die verloren Höhenmeter wieder rauf. Und es war der falsche Weg. Ich stehe am Highway 7. Das ist falsch. Also muss ich die 50 Stufen wieder runter und die erwähnten, verlorenen Höhenmeter noch einmal hinauf. Und es geht weiter hinauf, denn den Berg habe ich noch lange nicht überquert.

Dann geht es doch zwei Mal für ein paar hundert Meter auf dem Highway 7 entlang. Aber nur kurz. Dann geht es wieder in den Zypressenwald.

Ein nächster Zwischenstopp ist beim Ichikokutochi Tateba Chaya. Ein Tasse Tee, offenes Kohlenfeuer. Eigentlich könnte ich bleiben, muss aber weiter. — Ach ja, 700 Höhenmeter.

Ich laufe weiter. So langsam geht die Strecke in die Knochen. Und ich bin langsamer unterwegs als ich dachte. Stress kommt trotzdem nicht auf. Ich schaffe es locker vor der Dämmerung bis Magome.

Endlich. Endlich komme ich zum Magome-Pass auf 800 Höhenmeter. Hier ist die Grenze zwischen den Präfekturen Nagano und Gifu. Das heißt auch: Ich habe 2/3 geschafft und endlich geht es bergab.

Wie viel einfacher der Weg doch wird, wenn die Steigung fehlt. Man kommt auch viel schneller voran. Leider ist dieser Abschnitt nicht so schön im Wald. Er ist im Vergleich fast schon langweilig. Aber raus aus dem Wald heißt auch Fernsicht.

Ich kann mich nicht erinnern, dass es sich Magome so lang hinzog. Aber gleich sollte sie kommen: die Kreuzung mit der Nachrichtentafel. Hier beginnt auch die sehr hübsch gepflasterte Straße durch Magome. Die Gebäude sind etwas moderner als die in Tsumago. Viele sind weiß gestrichen. Dadurch hat Magome einen anderen, ganz eigenen Charme.

Ich laufe die Straße runter bis zur Mühle. Hier ist Magome zu Ende. Es fängt an zu dämmern. Ich habe die Zeit perfekt ausgenutzt. Jetzt sind fast alle Touristen weg. Ich laufe noch mal rauf und runter für eine zweite Runde Fotos. Ein Geschäft hat noch offen. Zeit für ein Bier ist immer.

Jetzt ist es Zeit für den Bus zurück nach Nakatsugawa. Ich überlege kurz, ob ich die Strecke laufe. Es wäre bergab, weiter dem Nakasendo folgend. Aber nein. Es geht durch Waldgebiete. Es wird dunkel sein. Ich habe keine Lampe und ich weiß nicht, wie die aktuelle Situation mit den Bären hier ist. Zwischen Tsumago und Magome war ich sicher, dass die vielen Touristen die Bären auf Distanz halten. Magome-Nakatsugawa läuft aber keiner, schon gar nicht nachts.

Es gibt genug Zugverbindungen nach Nagoya, sodass ich hier etwas Essen kann.  Ich laufe die Straßen entlang. Es gibt ein paar Optionen. Die meisten sind an der 71. Die Straße heißt Registro Dori (in Katakana). Fragt mich nicht warum. An der zweiten Ampel kreuzt übrigens der Nakasendo die 71. Hier wäre ich also angekommen, wenn ich gelaufen wäre. Vielleicht beim nächsten Besuch.

So wie es aussieht ist Unagi eine große Sache hier. Aber das hebe ich mir für Nartia auf. Ich finde ein kleines Restaurant, das Soba hat: Shokuji Heiwa. Es ist fast direkt neben dem Bahnhof. Deal. Soba ist genau, was ich jetzt brauche. Dazu ein Highball und der Abend hat Struktur.

Ein Blick auf die Uhr sagt: Jetzt starten oder über eine Stunde warten. Dann doch lieber jetzt los. Kaum ist der Zug in Bewegung döse ich weg. Mein Akku ist auf Reserve, aber es hat sich gelohnt. Wie immer hätte ich eine Stunde früher starten können, aber es ist Urlaub.

Auch wenn der Akku alle ist, reicht er noch für einen Stopp in Darumaya. Es ist die Konstante in Nagoya. Das Hotel ist nur zum Schlafen da.  Ich weiß nicht einmal, ob es eine Bar. Wenn ja wird sie von all den Chinesen bevölkert sein, die hier übernachten. Ich glaube ich bin der einzige Europäer hier. Dann lieber den Tag im Daruma ausklingen lassen.

The hotels of 2012 (chronological) – part 2

Ryokan Hanaya / 波 奈 屋 旅 館
1811 Tsumago-juku, Nagiso, Kiso-gun, Nagano, 399-5308 Japan

hotel-hanaya.isomura@nifty.com / P: +81.264.57.3106 / F: +81.264.57.4084

Because of its location this ryokan was not my first choice. Originally I wanted to stay in Magome but everything was booked. So I decided for Tsumago. Also here the location outside of the town was not perfect. But, there was this feeling, that it still is a good idea. And I was not wrong.

The building is a little bit confusing. It looks like it was expanded twice. My room was in the new appendix. The tatami was standard size, but without shower and toilet. They were right next to my room. The onsen was downstairs. The personal was kind and helpful, like always in Japan. But I still have to thank the owner of the ryokan for the help on my arrival. He allowed me to arrive far after curfew and he also ordered a taxi to pick me up.

Surrounding: The Hanaya is located outside of Tsumago at the Nakasendo. Around the ryokan there is nothing to see. A walk downhill to Tsumago takes 15 minutes. But the location is still ok if you want to visit Tsumago and Magome. Because is lies at the Nakesendo you can pick up some proviant before you follow the Nakasendo.

Getting There: A bus is going from the nearest train station to Tsumago. Some busses go further to Magome and stop close to the ryokan. I suggest to take a taxi. Don’t walk. The way is uphill and long. If covered with snow and ice, it is nearly impossible to walk it with heavy luggage. If you still want to try it: You have to pass the old city center and walk further until you leave the town are reach at street 256. Turn left. After a little bit more than a quarter mile the street 7 is on the right. Follow the street until you cross the bridge. The Hanaya is the first building on the right side.

Hotel Edoya (Tokyo) / ホ テ ル 江 戸 屋:
3-20-3 Yushima, Bunkyo-ku, Tokyo, 113-0034 Japan
reserve@hoteledoya.com / P: +81.3.3833.8751 / F: +81.3.3833.8759

I believe it is official now: The Edoya is my second home. Like on every journey before I stayes there twice. And I lived in room 307. For a description of the hotel ust refer to my Journey 2010. This time a reognized a brand new air condition in my room. Many thanks to the personal of the hotel. At every ourney the provided me with good information and help that then became a highlight of my holiday.

  • 2004: Shrine plates of Yushima Tenmangu / help during the cash money crisis
  • 2008: Nezu Shrine during Azaleen blossom / my kendo armor
  • 2010: dance festival Koenji-Awa-Odori
  • 2012: New Year at Kane-ji

My advise to all tourist: Book a small ryokan and ask the personal for things to do. Ask them for a good restaturant or Izakaya. The answer never match the suggestions from the travel guide but are always good. The „locals“ know where to go.

Uematsuya / 上 松 屋 旅 館
1628 Bessho Onsen, Ueda, Nagano, 386-1431 Japan
info@uematsuya.com / P: +81.268.38.2300 / F: +81.268.38.8501

It is a typical ryokan onsen of the mid-price section. It is a modern concrete-building that provide heated hallways. Breakfast and dinner are served in a big tatami room. I was lucky to be there after new year: breakfast was a little bit bigger than usual. My room was a tatami style room in 6F. The onsen is located in 4F and down the hallway. Like always the inside onsen was a little bit to hot for me but the rotenburo was perfect.

Surrounding: The surrounding. Arriving at the train station the ryokan is on the other side of the village. But Bessho onsen is not that big. There many public onsen available, and also three temples. Discovering Bessho takes 2 hours, the rest of the time is for onsen.

Getting there: The train to Bessho onsen is not Japan rail, therefore the JRP is not valid. From the station you just have to follow the main road thru the village. It is a 800m walk slightly uphill. You pass a temple on the left. Behind the temple you see a small public onsen. The Uematsuya is now on the right side ahead of you. Look for the Kanji.

Kiyoshigekan / 清 重 館 旅 館
280-4 Kusatsu-machi, Agatsuma, Gunma, 377-1711 Japan
info@kusatsuspa.com / P: +81.279.88.2272 / F: +81.279.88.5032

Kiyoshigekan is a typical Onsen Ryokan. Breakfast and Dinner are served in a big room. You can sit on tatami or at a table. My room was a tatami room with private toilet but without a bath room; you use the onsen area anyway. There is a public onsen with rotenburo and also a private onsen and another one with rotenburo. After 8pm there is also the option to convert the public onsen into private onsen. The inside onsen was to hot for me. The rotenburo was ok thanks to the 17°F air temperature.

Surrounding: The ryokan is located at the rim of the city. You walk 10-15 minutes to the city center, where all the attraction are. In winter time, on icy pavements, not easy. The street is very quit the buildings next to the ryokan are private houses. Therefore the ryokan is quiet and relaxing.

Getting There: The bus terminal of Kusatsu is at a main road. Follow that road in east direction until you arrive highgway 292. Turn left. It is a quarter mile walk downhill. You arrive a super market on the left. A few meter behind the market there is a small street on the right side going uphill. There is also a small sign with the name of the Ryokan. Follow that small street. At the you go left and turn left on the second street. In total it is a walk of a little bit more than a half mile.

Richmond Hotel Narita / リ ッ チ モ ン ド ホ テ ル 成 田
970 Hanasaki-cho, Narita, Chiba, 286-0033 Japan
P: +81.476.24.6660 / F: +81.476.24.6661

The last stop of this journey was a business hotel close to the airport. The are usually cheaper than a ryokan. I decided for the Richmond that is 8 min away from Narita train station.

The Richmond is a business hotel. You get a western-style room, breakfast bueffet and a small bar at the evenign. Everything in the hotel is functional: The breakfast room is the bar. The room is small /compact with a bath-room-cubicle. The design is minimal and modern. You can check-in with your credit card, either at the reception desk or a terminal next to it. Check-out only requires to give back the key card.

Surrounding: Narita is compact. There a nice shopping street from the train stations down to be temple. The hotel itself is not at this street, but I mentioned that the train station is only 8 min away (with luggage, 5 without).

Getting there: Follow the street, that is parallel to the train tracks, downhill. Change to the other side of the traintracks and you see Hotel at the next street cross.

Ryokans in winter time:

The hall ways are not heated. There it is always chilly outside of your room. But single glas windows and no heating covering the hallways is normal for Japan. Something you have to know before you start to plan. The same goes for th bath room. Outside the tub it can be cold. If you don’t like it, you need to book a high price ryokan or a western style hotel.

[deutsche Version]

Kisodani

After this exciting events from yesterday evening I need some rest. After a long japanese breakfast I start for a walk. At the door a Shiba Inu is waiting that doesn’t belong to the ryokan. He always tries to stay behind me. I turn quickly around. He doesn’t like it and instantly try to get out of sight again. He is following me a a few yards while I walk downhill to Tsumago.

After less than a mile I arrive the first houses of Tsumago. The road is covered with ice and not easy to walk. There os some snow, but not as much as in Kisofukushima. I arrive the old post town area at  9am. I am more or less alone. The shops open in one hour. I enjoy the quiet tourist-free atmosphere.

Tsumago

The old Tsumago is a long street with old houses. A remote place. There is no special house that sticks out. It is the complete ensemble. The perfect place for a samurai movie. This place covered with fog must be awesome.

The street splits into two ways. I decide for the stairs down. That was dangerous. The stairs are tilted and covered with ice. Something I didn’t expected. After a few meter the way goes up and meets with the second path. It is not easy to walk. Again there is ice. Now I am followed by a cat. Today I am haunted by japanese wildlife .. and there are bears in the mountains. I hope they hibernate.

I walk down the street passing the old rest places for travelers. At the end is a small water mill and a big ancient newsboard. I spot a small temple. Maybe I can take some pictures during the magic hour.

Now I want to start to walk the Nakasendo to Magome. On the way I will pass the ryokan. Until there the way is boring. It is part of the national road. I pass the houses behind the ryokan. I meet the Shiba Inu again. Now the Nakasendo is leaving the national road and enters the forest. Here there is less snow but it is easier to walk.

Nakasendo

This will be a peaceful walk. It goes uphill. The path is crossing the road several times. But I never recognized how close both ways are all the time. This Nakasendo is somehow a place half way to nowhere that exist outside of time. The weather is cold and sunny. This I call holiday. Now the way is splitting. Nakasendo to the left and a path to two water falls to the right. They are not far away. A minor diversion seems possible without any time problems.

The only thing that worries me is this tiny bell next to the signs. „Ring the bell hard against bears“ and a phone number below. The bell I know from Hokkaido where you should wear a tiny bell on your backpack. I wonder if this stationary bell is also successful. And why the phone number? If I face a bear I will definately do not call for help and wait for help. Or shall I give the phone to the bear, say „it’s for you“ and run?

The water fall is 5 minutes away. There are not very high but here in the middle of the forest they are well placed. The edges of the waterfall are frozen. That reminds me on the blog I found about people climbing up frozen water falls.

Next stop is a 250 years old cherry tree. The forest ended a dozen yards before. It goes steep uphill. Passing bamboo. This is the Magome pass. It is the border between Gifu and Nagano prefecture. This confused me while I was looking for a Ryokan. Magome and Tsumago have different predial numbers and post codes.

From this point on it should go downhill until Magome. But this part of the Nakasendo is boring because it follows the mainroad. At 2pm I arrive at the upper end of Magome. Here again is a big news board and the bus stop. The next leaves in one hour. That should be enough. Magome is not that big. But beautiful. In my opinion even better than Tsumago.

Magome

A 300m long paved way. Old houses on both sides like in Tsumago. Souvenire shops and ryokans everywhere. This city (like the complete Kisodani) is famous for Honoki wood. During the time of the samurai it was forbidden to the normal people to use this kind of wood. This law was intact until a few decades ago. That is the reason why the cities along the Kisodani are so old, weathered and run down. Many cities were given up and got lost. Tsumago and Magome survived and now are a living evidence of the past. Back to the souvenir shop. I buy some honoki sake cups.

A walk the street down to the water mill. Inside is a small generator and a display that shows, how much power the generator is producing. A nice approach towards green energy; speically after Fukushima. The street takes a left turn and a right turn before it ends. This side of Magome is not as beautiful as the upper part. Therefore I go back. I have a small chat with owner of the souvenir shop from before. Then I rush to the bus stop.

Looks like I have luck twice. While I was waiting for my ride back to Tsumago a bus is stopping and dozens of Japanese tourist are entering Magome. And the weather is changing. It is getting windy and cold. Looks like perfect timing and that I have used the best time of the day for the walk. I stroll thru Tsumago until it is getting dark. But I cannot find a good scenery. And after 5pm cars are allowed in the street and ruin the mood.

Tomorrow I travel back to Toyko. Therefore I embrace this remote place as good as I can. First I take a relaxing bath on the onsen of the ryokan. At 6pm I walk to the dinner room. Wow. A feast. Grilled fish, sashimi, vegetables, soup, tempura. I am full. Some nihonshu and another stop in the onsen before I go to bed … I mean futon.

[deutscher Blogeintrag]

Die Hotels 2012 (chronologisch) – Teil 2

Ryokan Hanaya / 波 奈 屋 旅 館
1811 Tsumago-juku, Nagiso, Kiso-gun, Nagano, 399-5308 Japan

hotel-hanaya.isomura@nifty.com / P: +81.264.57.3106 / F: +81.264.57.4084

Das Ryokan war wegen seiner Lage nicht meine erste Wahl. Ich wollte eigentlich in Magome übernachten. Da alles ausgebucht war, bin ich nach Tsumago ausgewichen. Auch hier war es wegen seiner Lage außerhalb, nicht meine erste Wahl. Aber ich hatte ein so ein Gefühl. Das wurde dann auch nicht enttäuscht.

Das Gebäude ist etwas verwinkelt, da es immer wieder ergänzt wurde. Mein Zimmer lag im Neubau. Ein ausreichend großer Tatamiraum, allerdings ohne Bad und WC. Toiletten waren auf dem Flur, das Onsen im Erdgeschoß. Das Personal ist wie so oft in Japan sehr hilfsbereit. Mein Dank an den Ryokanbesitzer ist dennoch angebracht, da meine ungewollte Anreise um Mitternacht weit außerhalb dessen war, was üblich und akzeptabel ist.

Die Umgebung: Das Hanaya liegt etwas außerhalb von Tsumago am Nakasendo. In der direkten Umgebung ist also nichts sehenswertes. Nach Tsumago sind es 15 Minuten. Die Lage ist dennoch günstig, wenn man nach einem Besuch in Tsumago dem Nakasendo nach Magome folgen will. Man kann im Ryokan Proviant aufnehmen und Souveniers deponieren.

Anreise: Nach Tsumago gelangt man nur mit dem Bus. Einige Busse fahren nach Magome weiter. Diese Busse zwischen Tsumago und Magome stoppen nahe des Ryokans. Ohne Bus empfehle ich ein Taxi. Der Weg ist bergauf und nicht gerade kurz. Wenn Schnee und Eis liegen, ist es fast unmöglich die Strecke mit Koffern zu laufen. Wer es trotzdem probieren will: Man muß komplett durch Tsumago hindurch und der Straße aus dem Dorf heraus bis zur 256, dann links. Nach etwa 500m geht rechts die 7 ab. Ihr folgt man über die Brücke. Das Hanaya ist das erste Gebäude auf der rechten Seite.

Hotel Edoya (Tokyo) / ホ テ ル 江 戸 屋:
3-20-3 Yushima, Bunkyo-ku, Tokyo, 113-0034 Japan
reserve@hoteledoya.com / P: +81.3.3833.8751 / F: +81.3.3833.8759

Jetzt ist es offiziell: Hotel Edoya ist mein zweites Zuhause. Wie bei allen Reisen zuvor, checkte ich in Tokyo wieder im Hotel Edoya ein; wieder Zimmer 307. Für alle Details verweise ich, wie so oft, auf meine allererste gebloggte Reise 2010. An dieser Stelle möchte ich daher dem Personal von Hotel Edoya danken. Auf jeder Reise haben sie mir Tipps gegeben, die zu einem Highlight der Reise wurden.

  • 2004: Schreintafel vom Yushima Tenmangu / Hilfe während der „Bargeldkrise“
  • 2008: Nezu Shrine zur Azaleenblüte / meine Kendorüstung
  • 2010: Tanzfest Koenji-Awa-Odori
  • 2012: Neujahrsfest im Kane-ji

Mein Tip an alle Japanreisende ist: Bucht kleine Ryokans und fragt das Personal nach Dingen, die man tun kann. Fragt nach kleinen Izakayas für ein Bier und Restaurants. Die Antworten stehen nicht immer im Reiseführer, sind aber immer Gold wert.

Uematsuya / 上 松 屋 旅 館
1628 Bessho Onsen, Ueda, Nagano, 386-1431 Japan
info@uematsuya.com / P: +81.268.38.2300 / F: +81.268.38.8501

Es ist ein typischen mittelgroßen Onsen-Ryokan der mittleren Preisklasse. Es ist ein modernes Gebäude aus Beton mit allen zugehörigen Annehmlichkeiten wie halbwegs beheizte Flure. Abendessen und Frühstück werden traditionell und in einem Tatamiraum serviert. Ich hatte das Glück eines Neujahrsfrühstücks, das etwas umfangreicher ist. Mein Zimmer war ein Tatamiraum in 6F. Das Onsen war in 4F und ein paar Flure entfernt. Wie so oft war das Innnenbecken sehr heiß, sodaß ich gleich in das Rotenburo wechselte.

Die Umgebung: Bessho-onsen ist nicht sehr groß. Fast gegenüber des Ryokan gibt es ein Public Onsen. Daneben liegt einer der drei Tempel von Bessho. Die anderen Tempel und Public Onsen liegen in bequemer Fußreichweite. Für Bessho braucht man 2 Stunden, den Rest der Zeit kann man „onsen“.

Anreise: Der Zug nach Bessho Onsen ist nicht Japan Rail; der JRP ist nicht gültig. Vom Bahnhof aus folgt man der Hauptstraße quer durch das Dorf. Die Straße ist etwa 800m lang und führt leicht bergauf. Man kommt am Tempel vorbei und sieht dann links das Public Onsen. Das Uematsuya ist auf der rechten Seite. Achtet auf die Kanji der Hotels. Man läuft schnell daran vorbei.

Kiyoshigekan / 清 重 館 旅 館
280-4 Kusatsu-machi, Agatsuma, Gunma, 377-1711 Japan
info@kusatsuspa.com / P: +81.279.88.2272 / F: +81.279.88.5032

Das Roykan ist ein typisches Onsen-Ryokan. Für Frühstück und Abendessen gibt es einen großen Speisesaal. Man kann wahlweise am dem Boden oder am Tisch speisen. Das von mir gebuchte Zimmer war japanese-style (Tatami) mit Toilette aber ohne Dusche; man geht zum Baden eh ins Onsen. Es gibt ein Public Onsen mit Rotenburo, sowie ein Private Onsen und ein Private Rotenburo. Nach 20 Uhr können sogar die Public in ein Private Onsen gewandelt werden. Das Wasser im Innenbecken war für mich eine Stufe zu heiß. Das Außenbecken hatte dank der -8°C Lufttemperatur eine gemütlichere Temperatur.

Die Umgebung: Das Ryokan liegt am Rand von Kusatsu. Bis zum Stadtzentrum sind es 10-15 Fußminuten. Das Ryokan liegt sehr ruhig in einer Nebenstraße zwischen Wohnhäusern. Etwas unglücklich ist, daß alle Attraktionen in der Stadtmitte und auf der anderen Stadtseite liegen.

Anreise: Das Busdepot liegt an einer Hauptstraße ihr folgt man Richtung Osten bis sie an der 292 endet. Man biegt links ab. Es geht etwa 400m bergab. Links kommt ein Supermarkt. Kurz dahinter zweigt eine Straße nach rechts ab. Hier steht auch ein Schild mit dem Hinweis auf das Ryokan. Es geht bergauf und dann nach rechts. Zum Ryokan biegt man die zweite Abzweigung nach links ab. Insgesamt sind es 900m.

Richmond Hotel Narita / リ ッ チ モ ン ド ホ テ ル 成 田
970 Hanasaki-cho, Narita, Chiba, 286-0033 Japan
P: +81.476.24.6660 / F: +81.476.24.6661

Letzte Station der Reise war ein Hotel. Business Hotels sind in Japan immer günstiger als Ryokans und die letzte Station sollte nahe am Flughafen sein. Das Richmond liegt 8 Minuten Fußweg entfernt von Narita Station.

Das Richmond ist ein Business Hotel. Man bekommt somit ein Zimmer im westlichen Stil, Frühstücksbuffet und eine kleine Bar am Abend. Im Hotel ist alles funktional: Das kleine Restaurant dient morgens fürs Frühstrücksbuffet und nachts bar. Die Zimmer sind ebenfalls kompakt, funktional und modern eingerichtet. Ein Netzwerkanschluß ist am Schreibtisch verfügbar. Das Badezimmer ist eines dieser alles-in-einem-Würfel aus Kunststoff. Mehr braucht man nicht. Man kann das Checkin per Kreditkarte an einem Terminal in der Lobby durchführen. Bei Zahlung im Voraus reduziert sich das Check-out auf die Rückgabe der Schlüsselkarte.

Umgebung: Naritas Sehenswürdigkeiten sind sehr kompakt. Vom Bahnhof führt eine Shoppingstraße zum Tempel. Das Hotel liegt nicht in dieser Straße. Man muß erst die 5 Minuten zurück zum Bahnhof gehen.

Anreise: Vom Bahnhof führt eine Straße parallel zur Bahnstrecke bergab und dann unter der Bahnstrecke hindurch auf die andere Seite der Gleise. Das Richmond sieht man hinter der nächsten Kreuzung.

Hinweis zu Ryokans im Winter:

Die Flure sind nicht geheizt. Bei allen Ryokans, die ich besucht habe, war es außerhalb der Zimmer relativ kalt. Die Flure haben keine Heizung und die Häuser eine Einfachverglasung. Entsprechend frisch wird es im Winter. Das ist in Japan völlig normal. Man sollte es nur vorher wissen. Gleiches gilt auch für das Badezimmer. Der Umkleideraum ist kalt, gemütlich wird es immer erst hinter der Tür zum größe Pool. Wer so etwas nicht mag, sollte einen Bogen um kleine und klassische Ryokans machen.

[english version]

Kisodani

Dem Abendteuer von gestern folgt heute etwas Ruhe. Nach ausgiebigem, japanischem Frühstück werde an der Tür von einem Shiba Inu begrüßt. Der gehört nicht zum Ryokan. Er schleicht um mich herum und versucht immer hinter mir zu bleiben. Eine schnelle Drehung meinerseits und er steht wieder vor mir. Das mag er gar nicht und versucht wieder aus meine Blickfeld zu entschwinden. Er begleitet mich für ein paar Meter, als ich in Richtung Tsumago aufbreche.

Nach etwa 1 km erreiche ich den Anfang von Tsumago. Die Straße ist vereist; eine nicht ganz ungefährliche Rutschpartie. Es liegt etwas Schnee; weniger als in Kisofukushima. Schade. Um 9 Uhr erreichen ich Tsumago. Nichts los. Nach Reiseführer öffnen die Geschäfte erst in einer Stunde. Ich habe die Straße fast für mich alleine. Auch schön.

Tsumago

Tsumago ist eine lange Straße mit alten Häusern. Sie wirkt so ein bischen wie hinter dem Mond links. Einzelne Häuser stechen nicht heraus. Der Gesamteindruck zählt. Es ist die ideale Kulisse für einen Samurai-Film. Der Ort im Nebel wäre der Hammer.

Die Straße teilt sich. Es geht ein paar Stufen hinunter, die ich beinahe im Flug nehme. Sie sind schief und vereist. Das ist schon unfair. Hinter den Stufen folgt es Sandweg der nach ein paar Metern berauf geht. Gar nicht so einfach, denn auch dieser Abschnitt ist vereist. Jetzt werde ich von einer Katze verfolgt. Heute hab ich das mit dem Wildlife. Solange nachher kein Bär die gleiche Idee hat, ist alles ok.

Vorbei an der alten Raststation erreiche ich das Ende der Straße. Hier steht eine kleine Wassermühle und daneben die Nachrichtentafel. Ich drehe um. Etwas neben der Straße entdecke ich noch einen kleinen Tempel. Das Gegenlicht auf dem Rückweg ist etwas blöd. Vielleicht schaffe ich das heute Abend nochmal hierher.

Jetzt geht es auf dem Nakasendo nach Magome. Dabei komme ich auf der Rückseite vom Ryokan vorbei. Bis hier ist der Weg langweilig, da er entlang der Bundesstraße verläuft. Endlich zweigt der Nakasendo von der Straße in den Wald ab. Hier im Wald liegt kaum Schnee; Ist eigentlich schade, aber man kommt schneller voran.

Nakasendo

Das wird eine gemütliche Wanderung. Es geht bergauf. Gelegentlich kreuzt der Weg die Hauptstraße. Die Nähe zur Straße merkt man nicht. Es herscht kaum Autoverkehr. Ohne Blickkontakt denkt man, man wandert durchs Nirgendwo; ort- und zeitlos. Das Wetter ist kalt, aber sonnig. So macht Urlaub Spaß. Wieder ein Seitenwechsel und etwas dahinter eine Weggabelung. Links geht der Nakasendo weiter, rechts führt der Weg bergab zu zwei Wasserfällen. Nach Karte ist es nicht so weit. Den Abstecher mache ich. Zeit genug ist da.

Nur die Glocke verunsichert mich. Neben der Wanderkarte aus Holz steht eine Glocke mit eine Himweis: „Ring the bell hard against bears“; darunter noch ein paar Telefonnummern. Das mit der Glocke kenne ich ja noch aus Hokkaido. Da hat man die Glocke am Rucksack getragen. Ob das mit einer stationären Glocke genauso funktioniert? Und wozu den Telefonnummern? Wenn da ein Bär vor mir steht, fange ich sicherlich nicht an zu telefonieren. Oder gebe ich dem Bär das Handy, sag‘ „Ist für dich“ und renn weg?

Die Wasserfälle sind knapp 5 Minuten entfernt. Sie sind nicht sonderlich hoch, aber mitten im Wald schon eine schöne Kulisse. Jetzt im Winter sind die Ränder gefroren. Das erinniert mich an die Webseite mit den Berichten, wo Leute eingefrorerene Wasserfälle hochklettern.

Nächster Stop ist bei einem 250 Jahre altem Kirschbaum. Der Wald war vor ein paar Metern zu Ende. Es geht weiter bergauf. Die Steigung nimmt zu. Es geht durch Bambus und da ist er: Der Magomepaß. Er ist die Grenze zwischen den Präfekturen Gifu und Nagano. Das hat mich bei der Hotelsuche verwirrt: Magome und Tsumago hatten so völlig unterschiedliche Vorwahlen und Postleitzahlen. Das erklärt es.

Von nun an geht es bergab. Der Weg wird langweilig. Er folgt der Bundesstraße und hat außer etwas Fernsicht nur wenig zu bieten. Ich erreiche Magome um 14 Uhr am oberen Ende. Hier steht wieder die Nachrichtentafel. Der nächste Bus zurück fährt in einer Stunde. Das sollte reichen. Magome ist nicht so lang, aber sehr schön.

Magome

Eine 300m lange, schön gepflasterte Straße. Die Häuser sind wieder wie in Tsumago. Fast alle sind entweder Souvenirshops oder Herbergen. Der Schwerpunkt ist Honoki-Holz. Das Kisodani ist berühmt für sein Holz. Zur Zeit der Samurai war es der Bevölkerung verboten, das Holz zu verwenden. Da das Gesetz war noch bis vor kurzem aktiv und deshalb sind viele alte Poststädte am Nakasendo verfallen und wurden aufgegeben. Zum Glück wurde das Gesetzt abgeschafft und Tsumago und Magome haben überlebt. So etwas von dem alten Japan schwappt hier in die Gegenwart. Zurück zu den Souvenirshops. Auch ich kann nicht anders und kaufe ein paar kleine Sakebecher.

Ich gehe die Straße bergab. Hier steht eine Wassermühle. Im inneren steht ein Generator. Der Stromzähler hat ein großen Display und eine Anleitung. So viel zum Thema Ökostrom nach Fukushima. An der Mühle macht die Straße einen links-rechts-Schlenker und ist kurz dahinter zu Ende. Der untere Bereich hat nicht den gleichen Charme wie der obere Abschnitt. Also geht es zurück. Noch ein kurzer Chat mit dem Shopbesitzer von vorhin und dann springe ich in den Bus zurück nach Tsumago.

Ich habe doppeltes Glück. Als ich Abreise spült ein Reisebus hunderte Japaner nach Magome. Auch das Wetter schlägt um. Es zieht zu und wird kalt. Ich habe die Beste Zeit des Tages optimal genutzt. Ich laufe noch mal durch Tsumago und vertrödel die Zeit bis zur Dämmerung. Richtig gute Fotos gelingen mir aber nicht, da ab 17 Uhr wieder Autos durch die Straßen fahren dürfen und dadurch die Kulisse verderben.

Es folgt der letzte Abschnitt des Tages und auch der Reise durch das japanische Hinterland. Morgen geht es nach Tokyo. Im Ryokan wärme ich mich kurz im Onsen auf. Um 18 Uhr folgt dann das Abendessen. Was für ein Gelage: gegriller Fisch; Sashimi vom ganzen Fisch (Foto); diverse Gemüse, japanische Suppe, Tempura, usw. Ich bin pappsatt. Noch etwas Nihonshu und dann lasse ich den Tag in Onsen und vorm Fernseher ausklingen.

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