Heute geht es zurück nach Deutschland. Früh morgens klingelt der Wecker. Für Frühstück ist keine Zeit, da ich bis zum letzte Moment meine beiden Koffer „optimiere“.

Dann folgt die Routine Taxi zum Banhhof, Zug zum Flughafen, Fußmarsch zum Checkin-Schalter. Ich habe das online-Checkin vergessen. Das rächt sich jetzt und raubt mir die erste Hälfte meiner Nerven.  Ich stehe über eine Stunde in der Warteschlange. Weitere 45 Minuten verliere ich in der Warteschlange vor der Sicherheitskontrolle. Das wäre dann die zweite Hälfte meiner Nerven. Von meinem Plan, in der Lounge vorbeizuschauen, ist nichts mehr übrig. Ich bin froh, dass ich es zum Boarding geschafft habe.

War Narita immer so? Oder ist das hier auch eine Auswirkung der beginnenden Golden Week? Wenn ich überlege, war mein letzter Rückflug über Narita in 2013.

Der Rückflug ist unspektakulär. Ich treffe die Stewardess vom Hinflug (nach Nagoya). Das nenne ich mal Zufall. Davon abgesehen ist der Service nicht so gut wie beim Hinflug. Für jedes Glas Wasser muss man die Ruftaste bedienen. Auf dem Hinflug, kam jemand etwa alle 30 Minuten den Gang entlang. Auch ja, die Hälfte der Toiletten ist ausgefallen, was lange Warteschlangen zur Folge hat.

Die nächste Geduldsprobe wartet in Helsinki. Sicherheitskontrolle direkt nach dem Flugzeug. Wäre ja nicht so, als wären wir direkt vor dem Einsteigen kontrolliert worden. Aber hey. Vielleicht hat ja doch jemand an Bord des Flugzeuges eine Bombe per Luftpost geliefert bekommen. Das ist keine Sicherheit. Das ist pure Paranoia. Und … wieder ist eine Stund weg. Ich glaube ich favorisiere nächstes mal wieder Direktflüge.

Dieses Mal habe ich Restzeit für einen Besuch der Lounge, die im Schengenraum ist. NOCH EINE KONTROLLE. Diese Mal wird nur der Reisepass geprüft. Dennoch: Die Technik kriegt es nicht hin und die Mutanten, die keine Ahnung haben, wie man den Pass auf das Lesegerät legt, machen es nicht besser.

Die Lounge schrieb etwas von Dresscode, aber der ist wohl von der Agenda. Drinnen sitzen etliche Menschen im Balkansmoking. Die Zielgruppe passt, zumindest der Sprache nach. Klischee bestätigt.

Und mein Hass auf „Handy“nutzer wächst wieder. In Japan tippen alle auf dem Ding rum. 24/7. Aber sie gehen einem wenigsten nicht auf den Keks (außer sie wandeln vor einem herum ohne Ausweichmöglichkeit). Hier (in Europa) meint jeder, all mit seinem Telefonat nerven zu dürfen. Das Telefon liegt auf dem Tisch, Lautsprecher an und der Nutzer brüllt gefühlt den halben Laden zusammen. Ich habe ein neues Feindbild. Falls sich jemand gefragt hat, wie ich die Zuordnung der Balkansmokig zu „Balkanesen“ gemacht habe: Es gibt ein sehr sehr große Schnittmenge mit den erwähnten Handyusern.

Der Flug nach Düsseldorf bringt auch keine neuen Erkenntnisse. Wir fliegen knapp an Lübeck vorbei, aber leider ist es bewölkt. Es klart erst Höhe Onsabrück auf.

In D’dorf bewege ich mich zu Gepäckband 11, in der Hoffnung, dass Alles den Flug überlebt hat. Gleich neben dem Gepäckband ist der rote Zollausgang. Ich sag den beiden Beamten schon mal, dass sie ihren Bleitstift anspitzen sollen.

Der Karton kommt aus den Tiefen der Förderbänder. Keine Wasserflecken. Entweder hat das saugfähige Polstermaterial funktioniert oder alles ist heil: 6 Flaschen Whisky, 2 Flaschen Sake, 1 Flasche Shochu; Warenwert unter 700€. Es wird pauschal pro Liter abgerechnet. Noch bevor ich den Karton öffne, um die Flaschen zu zeigen, kommt schon die Quittung über 38 Euro etwa. Das ist alles. Wer ist eigentlich so blöd und schmuggelt Alkohol durch den Flughafenausgang?

Ich für meinen Teil kann nicht klagen. Mit gröblich 5€ Aufpreis pro Flasche hätte es sich sogar gelohnt Ballentines in Japan zu kaufen !! Mein 1300yen-Kakubin hat jetzt ungefähr 16€ gekostet. In Deutschland ist der Preis bei 40-50€. Oder: bei 20 Flaschen hat man den Flug gratis … und wäre immer noch unter 700€ Warenwert. Es ist dann aber sicherlich schwer, den privaten Eigenbedarf ohne das Zeigen der aktuellen Leberwerte zu begründen.

Da meine Nerven immer noch an verschiedenen Checkin-Schaltern und Kontrollen verteilt zur Abholung liegt, mache ich einen großen Bogen um die Deutsche Bahn. Zwei schwere Koffer … Nein. Ich miete mir einen Wagen bei Sixt. Es ist ein Fiat 500 (oder sowas); nicht groß und ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass es ein Schaltgetreibe ist.

Das Wetter: Regen. Die Autobahn: gut besucht und teilweise Stau. Ich genieße es! Ich musste keine Koffer zum Bahnsteig tragen und durch den Zug wuchten. Kein Zeitrennen zum Anschlusszug. Ich habe Zeit und immer noch Urlaub. Zuhause kann ich die Sachen direkt in meine Wohnung ausladen.

Morgen ist in Deutschland ein Feiertag. Ich kann also gemütlich ausschlafen und auspacken … und sollte heute noch einkaufen. Daran habe ich bis eben gar nicht gedacht. Der Kühlschrank ist ja leer.