Festival; pünktlich

Heute ist alles etwas organisierter: Todoroki, Asakasa, Tanzfest und dann Koenji. Auf dem Weg zur Yamanote suche ich das Sento, das es hier in Ueno geben soll. Ich finde es gleich auf Anhieb; unscheinbar und man muss das Kanji für Yu/Sen () kennen. Es ist der einzige Hinweis, dass es ein Sento ist. Zum Baden ist keine Zeit.

Ich bin wieder in Tokyo Eki und laufe die Korridore entlang in Richtung Yeasu; das unterirdische Shoppingareal. Der Bahnhof ist wirklich groß, ebenso die Shopping Mall unter dem Bahnhof und erst recht Yeasu. Die Karte listet 36 Ausgänge. Ich finde die Glocke (bekannter Treffpunkt) und Ramenstreet (ein Abschnitt in Yeasu mit mehreren Ramenläden). Ach ja, die haben den Eingang zum Shinkansen umgebaut. Alles in weiß, dezent in Blau beleuchtet. Macht was her. Die Größe der Buchstaben ist beeindrückend. Grobi wäre neidisch.

Für Todoroki muss ich in Oimachi umsteigen. Die Bahnlinie dorthin ist die gleiche die ich hierher genommen habe. Ich hätte sitzen bleiben können. Das Umsteigen in Oimachi verwirrt mich. Ich muss von Japan Rail zur Toyoko-Bahngesellschaft wechseln. Ausgeschildert ist aber die Rinkai-Bahnlinie. Dass sich Rinkai und Toyoko das Gebäude teilen, muss man wissen.

Todoroki ist ein süßer kleiner Bahnhof. Der Bahnsteig und das ebenerdige Bahnhofsgebäude sind zwischen den Gleisen. Direkt am Ausgang ist ein Bahnübergang. Das wäre so in Deutschland sicherlich nicht erlaubt.

Das Todoroki Valley ist gleich um die Ecke. Treppen führen nach unten. Die Zirkaden sind irre laut. Alles ist grün. Zum Glück ist es heute wieder kühl (27°C). Es reicht für Schweißperlen. Der Wanderweg folgt dem Fluss. Kaum zu glauben, dass man immer noch (mehr oder weniger) in Tokyo ist.

Ich schlendere den Weg entlang. Am Ende des Tals ist ein Schrein. Gleich dahinter ist das Tal zu Ende und der Zauber vorbei. Man ist wieder in der Megacity. Nach dem Schreinbesuch ist Zeit für eine Pause. Crushed Ice mit Erdbeersirup. Soooo japanisch. Danach geht es durch das Tal zurück.

Nächster Stop ist Harajuku. Asakasa lasse ich aus, da es schon 12:45 Uhr ist. Einen Stop in Hamamatsucho kann mir dann aber nicht verkneifen. In Harajuku ist Chaos; der Bahnhof ist überfüllt. Das Tanzfest ist in vollem Gang. Was mir auffällt: Die Fußgängerbrücke über die Omotesando fehlt. 2010 hatte ich von dort Fotos gemacht. Ich genehmige mir Matsurifutter: Yakitori, Takoyaki und etwas Sake.

Das Tanzfest ist irgendwie so ein japanisches Ding. Formationstanz. An den Unis gibt es sogar Clubs dafür. Wie bei Karaoke kann ich diese Faszination dafür nicht nachvollziehen. Um 15 Uhr erfolgt der Rücksturz zur Basis, um den Kameraspeicher leeren und frische Batterien einbauen.

16:15 Uhr. Ich verlasse das Hotel.  Alles klappt wie am Schnürchen. Ich bin um 17 Uhr, pünktlich zum Start, in Koenji. Der Bahnhof ist total überfüllt. Man schafft es kaum vom Bahnsteig runter bevor der nächste Zug einfährt und noch mehr Fahrgäste auf den Bahnsteig spült. Im Schneckentempo geht es die Treppen runter und auf die Straße. Hier verteilt es sich etwas.

Nach und nach steuere ich die verschiedenen Paradestrecken an. Immer auf der Suche nach guten Fotomotiven.  Um 18 Uhr fängt es an zu regnen. Super. Jetzt sind nicht nur Japaner im Weg sondern Japaner mit Regenschirmen. Als Europäer ist man auf Augenhöhe mit den spitzen Enden und die Sicht ab der dritten Reihe ist gleich Null.

Ich finde ich einen Platz in der ersten Reihe. Es regnet in Strömen. Ich bin schon patschnass, aber das ist jetzt auch egal. Nur, die Kamera meldet die ersten Bugs. Es ist nur noch eine Stunde. Durchhalten. Pünktlich um 20 Uhr kommt der Countdown und das Fest endet. Kein Finale. Einfach Ende. Auf dem Rückweg zum Bahnhof stoppe ich noch hier und da für Matsurifutter.

Um 21:30 bin ich in Arakicho. Die Suche nach der Science Bar INCUBATOR ist jedoch erfolglos (und es regnet). Viele dunkle Straßen und Korridore. Meine Karte hat sich im Regen aufgelöst und ist unlesbar. Ich muss in einer Bar nach dem Weg fragen. Der Barbetreiber eskortiert mich zum INCUBATOR. Heute geschlossen. Pech. Also zurück zu seiner Bar auf ein Glas Nihonshu. Die anderen Gäste üben sich in Karaoke. Um ein Lied komme ich nicht herum.

Die Rückfahrt ist mit Hindernissen verbunden. Der Bahnsteig der U-Bahn ist gesperrt. Eigentlich sollten noch Züge fahren. Nein. Heute ist Sonntag. Blöd. Da kein Personal da ist, springe ich über die Sperre. Anders kommt man sonst nicht mehr raus. Die Suica ist natürlich jetzt blockiert. Zur nächsten Station laufen? Im Regen? … Ein Taxi und 2700yen später bin ich zurück im Hotel.

Erkenntnis des Tages: Gute Planung ist unersetzbar, auch wenn es regnet.

Festival; verpasst

Zunächst: Ich habe ich Tokyo alle wichtigen und weniger wichtigen Sehenswürdigkeiten besucht. Es geht nun darum, Lücken zu schließen und Dinge zu finden, die ich auf NHK World gesehen habe.

Der erste Stop ist Tokyo Eki (nach einem kleine Pflichtabstecher nach Akihabara). Als ich 2004 hier war, gab es 3 Stufen, von denen ich nicht verstand, warum der Architekt sie hier verbaut hat. Mittlerweile weiß ich, dass damals das Fundament erneuert und ein Erdbebenschutz eingebaut wurde. Dafür wurde das gesamte Gebäude, unterteilt in Abschnitte, um einen Meter angehoben. Die Stufen damals war der Übergang zwischen angehoben und noch nicht angehoben Gebäudeteil.

Die Stufen sind weg und man frei wandeln. Der Bahnhof ist echt riesig. Und dazu kommen die ganzen unterirdischen Wege und Korridore. Und um die geht es mir: Es gibt eine „Unterführung“, die sich zwischen zwei U-Bahn-Linien durchquetscht. Es geht ein paar Stufen hinunter, da darüber eine U-Bahn-Linie ist. Der Weg ist schmal (genauso breit wie ein  Bahnsteig), weil links und rechts die Röhren einer andere U-Bahnlinie sind.

Auf dem Bahnsteig der Tozai-Linie sieht man, dass die Decke auf etwas 20m Länge abgesenkt ist. Das ist die Unterführung. Links und rechts die Gleise, die die Breite eingeschränken. Jetzt ergibt alles einen Sinn.

Es geht mit der Hanzomon-Linie weiter nach Koshikawa. Die ist irgendwie auch ein paar Korridore weiter. Ich bin schon lange nicht mehr am Bahnhof Tokyo, oder doch? Ist das jetzt Tokyo, Otemachi oder Nihombashi. Alle Bahnhöfe sind unterirdisch verbunden.

In Koshikawa gibt es einen der japansichen Garten. Auf dem Bahnhof sehe ich ein Plaket für das Fukagawa Edo Museum. Das nehme ich mit. Auf dem Weg dorthin entdecke ich einen kleinen Laden, wie er bei NHK beschrieben wurden: Man kann Süßigkeiten und einfaches Spielzeug kaufen. Quasi ein 100yen-Shop für Kinder. Ich kaufe mir ein paar japanische Kampfkreisel (fighting tops).

Das Museum ist klein aber informativ. Es ist wie ein kleines, überdachtes Museumsdorf. Ich trete ein und habe einen Blick von oben auf das Dorf. Ich gehe durch das Stadtteiltor und gehe zwischen den Häusern entlang. Durch Zufall kriege ich einen persönlichen Führer, der mir Details zu den Häusern erklärt.

Der japanische Garten Kiyosumi Teiein bekommt von mir eine durchschnittliche Bewertung. Er ist schön und bietet gute Motive. Aber meine Favoriten bleiben Hamarikyuteien und Kyushibarikyuteien.

Ich nehme die falsche U-Bahn. Es geht am Tsukiji vorbei in Richtung südliches Ende der Ginza. Es fängt an zu regnen. Ich rette mich in einen Ramenshop. Ich entscheide mich für Kurogomaramen „Black Sesam Ramen“.

Die Ginza ist heute (Samstag) Fußgängerzone. Alles was man hier kaufen kann ist für mich zu teuer, aber Windowshopping geht immer. Außerdem kann ich weitere Architekturhighlights fotografieren.

Dann erhalte ich die Info, dass der Asakusa Carneval heute stattfindet und nicht morgen. Das wirbelt jetzt meine Pläne durcheinander. Das ist jetzt dumm gelaufen. Die Infos im Internet waren falsch. Ich kriege noch die letzten 45 Minuten mit. Danach, wenn ich schon auf der Ecke bin, kaufe ich die Souvenirs in der Kappabashidori.

Gegen 18 Uhr mache ich mich in Yukata auf in Richtung Koenji. Ich nehme den Rapid bis Nakano. Beim Umsteigen nehme ich dummerweise einen Rapid, der natürlich an Koenji vorbeifährt. Ich muss zwei Stationen zurück. Erst kurz vor 19 Uhr bin in Koenji. Hier erwischt mich der zweite Planungsfehler. Ich habe nicht gewusst/berücksichtigt, dass das Festival Punkt 20 Uhr endet. Die verbleibende Stunde will gut genutzt sein. Ich kenne die Routen noch grob aus 2010, also starte ich gleich durch.

Einen guten Platz für Fotos finde ich nicht so recht. Ich versuche ein paar Schnappschüsse aus der zweiten Reihe. So ganz gelingt es mir nicht bei den Lichtverhältnissen. Die Sensorempfindlichkeit ist durch starkes Rauschen limitiert; die Schärfentiefe durch die geringe Blende; die Belichtungszeiten durch die schnellen Tanzbewegungen. Ich habe ein Problem.

Kurz vor Ende, auf der Suche nach gutem Sake, lande ich bei einer Truppe durchgekrachter Japaner; tätowierte, ausgeflippte schräge Vögel. Die Yukata bricht das es. Wir klönen bis weit nach 21 Uhr. Auf dem Weg zum Bahnhof stolpere ich über ein paar „Ausländer“, die in Koenji wohnen; ebenfalls ein sehr schräges Volk. Aber Zeit für ein Bier ist immer.

Der  späte Zug hat einen Vorteil, dass er relativ leer ist. Die Koenji-Besucher sind alle schon weg. Dieses Mal bleibe ich im Local. Nach einigen Bieren und Sake gehe ich auf Nummer sicher. Von Ochanomizu aus geht es direkt zurück ins Hotel. Da wartet ein Rotenburo.

Erkenntnis des Tages: Planen heißt Zufall durch Irrtum zu ersetzen.

Auftakt; Architektur

Nach der Passkontrolle wechsle ich in westlichen Kleidung. Mit Meindl-Schuhen komme ich einfach schneller durch Tokyo. Bei meinem Yukataplan hatte ich Laufstrecke zum Hotel vergessen. Es ist 7 Uhr und die Hitze ist unerträglich. 30 Grad und ernorme Luftfeuchte. Das Teleobjektiv war im Gepäckraum des Flugzeugs und ist noch kalt. Es beschlägt sofort. Fotos sind unmöglich. Das kann ja was werden. Denken löst bereits Schweißausbrüche aus.

Zuerst wird Haneda Airport erkundet. Hier steht ein Nachbau der Nihonbashi. Macht schon was her. Ich hatte die Brücke schon auf NHK World gsehen. Echtes Zypressenholz. Man riecht es. Der Rest vom Flughafen hat so früh noch nicht geöffnet.

Monorail und Yamanote bringen mich nach Okachimachi. Es folgt der Fußmarsch zum Yushima Tenmangu, um den lokalen Kami begrüßen. Außerdem ist der Weg über die Treppe einfacher als die nervige Steigung, die ich früher gegangen bin. Im Hotel werden die Koffer zwischengeparkt, und ich starte durch nach Asakusa. Ein paar Fotos vom Tempel müssen sein. Ich habe erstaunlicherweise kein einzige Foto vom Kaminarimon.

Eines der Ziele ist Marugoto Nippon: ein kleines Einkaufszentrum mit Dingen aus ganz Japan. Naja, zieht jetzt keinen Hering vom Teller. Nächster Punkt auf der Liste ist Kappabashi. Hier kann man Zubehör für Restaurants und Izakaya kaufen. Ideal für das „etwas andere“ Souvenir. Ich bin schon mehrfach an der Straße vorbeigelaufen ohne zu merken/wissen, dass es die Kappabashi ist. Ich hatte die nie auf dem Radar. Ich merke mir ein paar Läden und sichere mir schon mal ein paar Hera (箆, diese Spachtel für Okonomiaki).

Dann geht zurück zum Hotel. Checkin und kurze Pause. Ich muss duschen. Meinen Ansatz „ein Hemd pro Tag“ kann ich knicken. Die Hitze ist unglaublich. Laut Fernsehnachrichten zieht Taifun 10 unter Japan entlang, wird nach Norden drehen und Tokyo kreuzen; am 30.08.2016. Wenn mein Geburtstag ins Wasser fällt, dann wortwörtlich.

In Omotesando kaufe ich eine weitere Yukata. Meine ist etwas kurz/eingelaufen. In Japan ist die Länge akzeptabel, aber 2cm außerhalb meiner Konfortzone. Hier in Omotesande starte ich auch meine Design-Tour.

Omotesando ist die neue Ginza mit Edelläden wie Gucci, Boss und Versace. Aber es geht mir nicht um Klamotten. Die kann ich mir eh nicht leisten. Tokyo ist ein Mekka für Architekturfans. In der Omotesando (und auch an der Ginza) weiteifern die Nobelmarken auch im Gebäudedesign. Hugo Boss. Das Gebäude ist in Form an die Bäume angelehnt, die hier in der Omotesando stehen. Die Verschalung des Betons hat eine Holzmaserung in dem Beton hinterlassen.

Kenzo Tanges Olympiastadion als zeitloser Klassiker von 1964 steht in der Nähe. Ein Gebäude finde ich nicht. Da habe ich mich wohl auf der Karte vertan. Egal. Ich laufe weiter durch die kleinen verwinkelten Gassen von Aoyama. Auch das ist Tokyo. Plötzlich ist der Mori Tower zu sehen. Einfach so hinter dem Wohnhaus aufgetaucht. Ich bin schon in Roppongi.

Links, etwa 500m entfernt, sehe ich Midtown. Da war ich noch nicht. Fazit: Shopping ja. Sightseeing nein. Da hat Roppongi Hill optisch (architektonisch) mehr zu bieten. Gleich fängt die Dämmerung an und die kann schnell sein.

Das Resto unten im Hotel hat vor ein paar Jahren das Konzept und die Speisekarte gewechselt. Ich bestelle Soba mit Entenfleisch. Lecker. Nach dem Abendessen genehmige ich mir noch einen kurzen Abstecher durch Ueno. In Yukata geht es die Straße runter und an der Tankstelle nach links. Nicht nur an einer Eckkneipe gibt es positves Feedback für meine Kleidungswahl.

Durch einen Navigationsfehler lande ich (wieder einmal) in dieser ultrakleinen Whiskeybar; eigentlich wollte ich ins Tullys. Die Bar ist etwa 4m lang und 2m breit. In der Mitte verläuft über die ganze Länge der Tresen.  Man sitzt am Tresen und mit dem Rücken an der Wand. Die Bar existiert schon seit 45 Jahren und ich vermute es ist immer noch der gleiche Besitzer. Das Alter kommt hin.

Erkenntnisse des Tages: Es ist irre heiß. In Ueno hat sich viel verändert. Rund um das Hotel fehlen drei Hochhäuser und der McD am Keisei Bahnhof ist weg. Asakusa hat jetzt Fahrradwege und man sollte für den ersten Tag keine großen Pläne schmieden. Es gibt auch Konstanten wie den Teppich im Flur im Hotel Edoya und diese ulltrakleine Whiskeybar.

Plan für morgen: Tokyo Eki, Shopping, Tanzfest am Meiji Jingu, Koenji Awa Odori und die „ICUBATOR Science Bar“.

Japan 2016 – Start

15:00 Uhr – Die Kernarbeitszeit ist vorbei. Schnell noch die letzten Dinge sortieren, damit ich nach dem Urlaub alles wiederfinde, ausstempeln und los.

16:30 Uhr – Der Koffer ist fast gepackt. Ich muss noch ein wenig optimieren. Mit etwas Glück komme ich ohne Handgepäck aus. Weniger mitnehmen ist einfach mehr. Ich plane 3 Waschtage und das reduziert das Volumen an Socken und Co. Gut, ganz ohne Handgepäck wird das dann doch nichts. Notebook und Backup-Festplatten bleiben am Mann, ebenso Kamera und westliche Klamotten. Ach ja … Ich fliege in Yukata.

18:15 Uhr – Der Strom ist abgeschaltet, der Kühlschrank abgetaut und die Fenster sind zu. Die Heizung  ist auf Minimum und das Taxi steht bereit. Hm, Ich habe noch kein Zugticket.

18:49 Uhr – Eigentlich sollte der IC jetzt fahren. Aber … Deutsche Bahn. 5 Minuten … Ich korrigiere: 10 Minuten Verspätung. Die Anzeige springt gerade um. Grund: „Störung im Betriebsablauf“. Ach. Hätte ich jetzt so nicht erraten.

Genau so etwas hatte ich befürchtet. Deshalb fahre ich schon heute nach Frankfurt und fliege erst morgen. Und ich will das Muku besuchen.

Der Zug kommt an. Wagen 10 ist verschlossen. Pech, wer eine Sitzplatzreservierung hatte. Pech, wer von Wagenn 1 bis 9 in das Bistro will (Waggon 12) … Deutsche Bahn. Ich setze mich ins Bistro, auch wenn es dem Schaffner nicht passt. Aber hinter dem Bistro kommt die erste Klasse, Wagen 11 ist voll und Wagen 10 geschlossen. Muss ich wohl hier bleiben.

[Einschub: Ich läster fiel über die Detusche Bahn. Und womit? Mit recht. Die sind unfähig. Ich fahre vielleicht 10 Mal im Jahr mit dem Zug und jedesmal gibt es eine Verspätung, oder die Toiletten sind verdreckt, oder Sitzplatzreservierungen platzt, oder das Bistro hat kein Essen/Getränke mehr. Kurz: Die Deutsche Bahn ist unfähig den Service zu liefern. Morgen wird alles besser. Dann heißt es Japan Rail und Service.]

20:10 Uhr – Frankfurt Airport. Mit dem Shuttlebus zum Hotel. Check-in im Steigenberger. Sieht schon imposant aus (Fotos bei der Hotelübersicht.)

Dann geht es mit dem Taxi ins Muku. Ein Ramanrestaurant, das es als „Muku Zweite“ auch in Yokohama gibt. Ich will die Ramen vergleichen. Wann hat man schon mal eine solche Chance. Die Taxifahrt ist teurer als gedacht. Dafür fahre ich mit einer nagelneuen S-Klasse mit allen Extras. Nach Aussagen des Fahrers das derzeit edelste Taxi in Deutschland. Glaube ich sofort.

21:00 Uhr – Das Muku ist randvoll. Ich muss ein paar Minuten warten bis ein Platz am Tresen frei wird. Ich würde sagen: Der Laden läuft. Ich bestelle Tonkotsu Ramen und Sake. Man spricht japanisch, also ich weniger, dafür die anderen Gäste. Ein gelungener Urlaubsstart.

Das Ramen ist anders als bei Gaku. Dunkler und sehr intensiv im Geschmack. Vielleicht etwas zu intensiv. Das Gefühl auf der Zunge würde ich als leicht cremig bezeichnen, fast wie eine Bratensoße. Die Nudeln sind sehr dünn. Alles in allem eine sehr leckere Sache. Dennoch: Die Variante von Gaku finde ich im Vergleich schöner.

Gegen 11:30 Uhr fahre ich mit der S-Klasse zurück im Hotel. Noch ein kurzer Stop an der Hotelbar; nur um sagen zu können, ich war da. Noch vor Mitternacht bin ich wieder auf dem Zimmer.

 Donnerstag

Ausschlafen ist angesagt. Das Frühstück lasse ich aus (im Hotel zu teuer). Ich nehme den Busshuttle um 10 Uhr. Mein Kleidungsstil ist bereits auf Japanisch umgestellt. Ich trage Yukata und Zori. Ich vermute das ist ideal für 11 Stunden Flugzeug und die kommende Hitze in Tokyo.

Jetzt geht es darum, den Koffer los zu werden. 18kg und Tschüss. Damit habe ich 5kg Luft für den Rückweg und laut Ticket (ich lasse mir das bestätigen) kann ich sogar einen zweiten Koffer mitnehmen. Nächster Stop ist in der Flughafenlounge; Priority Pass sei dank. Jetzt folgt das Frühstück. Ledersessel und Ruhe. Die Auswahl ist leider nicht so groß wie in Hamburg, aber es ist allemal besser, als am Gate rumzuhängen.

Um 11:15 Uhr breche ich auf. Der Flughafen ist groß und ich weiß nicht, wie lang die Schlange an der Kontrolle ist. Die Sicherheitskontrolle ist einigermaßen überfordert mit meiner Kleidung. Ich formuliere das süffisant so: Wenn die darauf bestehen, dass ich den „Gürtel“ ablege, dann brauchen die keinen Nacktscanner mehr. Nach der Kontrolle veschwinden Pass und Boardingkarte wieder im Ärmel. Der Blick des Beamten ist Gold wert. Ich liebe diese unten geschlossenen Kimonoärmel.

Das Boarding beginnt. Das Flugzeugpersonal lobt meine Kleindungswahl. ANA. Pünktlich um 12:10 Uhr geht es los. Der Flug selbst ist langweilig: monotones Dröhnen der Triebwerke, mittelmäßige Filmauswahl. Dafür aber gutes Essen und eine regelmäßige Versorgung mit Getränken nach Wahl. Die Landung ist morgen.

Japan 2016 – Stationen

Die Liste der Orte, die ich ansteuere ich vergleichsweise kurz, da ich 3 Wochen standortgebunden bin.

  • Tokyo (Keonji Awa Odori, Samba Festival, Kiyosumi Teien, Todoroki Valley // Robot Show, Golden Gai, Omoide Yokocho, Yarukucho, Ikubator Bar, Akasaka Sacas und Midtown, Kagurazaka, Kappabashi, Shibuya, Shinjuku, Nakano, Tokyo Eki Underground, Yurakucho)
  • Yokohama (Landmark Tower, Ramen  Museum)
  • Wakayama (Castle)
  • Kishiwada (Danjiri Matsuri)
Kyhushu
  • Nagasaki (Peace Park, Mt. Inasa, Glover Garden, Sofukuji, Dejima, Kofukuji, Confucian Shrine, China Town, Oura Church, Durch Slope, Meganebashi)
  • Huis Ten Bosch
  • Fukuoka (Shofukuji, Momochi Seaside, Canal City, Ohori Park, Uminonakamichi Park, Yatai, Castle Ruins)
  • Dazaifu (Komyozenji, Tenmangu, Kanzeonji, Government Ruins)
  • Yufuin Onsen und Kurokawa Onsen
Shikoku
  • Naruto (Whirlpools, Ryozenji, German House)
  • Marugame (Castle, Inseln)
  • Kotohira (Kanamuraza, Kompirasan)
  • Iya-Tal (Oku-Iya Kazurabashi, Tal, Oboke Gorge, Mt. Tsurugi)
  • Matsuyama (Dogo Onsen, Honkan, Matsuyama-jo, Ishiteji)
  • Ozu (Garyu Sanso, Ozu-jo, Old Town)
  • Uchiko (Uchiko-za, Old Town, Kamihaga Residence)
  • Takamatsu (Shikoku Mura, Noguchi, Yashima, Castle Ground, Sunport)

Wakayama und Marugame sind dabei optional. Kommt darauf an, wie gut ich durchkomme. Ich habe die englischen Namen gelassen, da die meisten Reiseführer im Netz in Englisch sind.