VNV Nation – When is the Future (1)

Fast genau vor einem Jahr [April/Mai 2019] war ich in Tokyo. Zuvor – als ich den Urlaub 2019 plante – bin ich auf das Lied „When is the Future“ von VNV Nation gestoßen. Live durfte ich das Lied 3 Monate nach dem Japanurlaub auf dem Mera Luna erleben und für einen Moment war ich wieder in Tokyo.

Der Text ist zweispaltig, da ich mich nicht entscheiden konnte, wie ich das ganze aufbaue. Links sind Kommentare zum Bild. Rechts ist eine grobe Zusammenfassung wie sich dieses Projekt nach und entwickelte. Die Bilder sind in Videoreihenfolge. Der Text ist in vier Abschnitte geteilt.


(01) Dies war eine interessante Persektive; ein neuer Blick auf Tokyo. Ich bin nie auf die Idee gekommen, die Skyline mit diesem Blickwinkel zu fotografieren. Ich sollte das in Zukunft öfter machen. Allerdings mit Postionen, die nicht mitten auf einer Straßenkreuzung liegen.

Das Video: Im Video sieht man die ganze Zeit Ronan Harris von hinten, wie er durch Tokyo wandert. Tagsüber, nachts, die ganze Zeit läuft er durch Tokyo. Als ich das Video gesehen habe, dachte ich: „Kenn ich; kenn ich; Wo ist das; Kenn ich; Kommt mir bekannt vor …“

(02) Mode Gakuen kommt noch ein paar Mal vor. Das Design des Gebäudes ist einmalig. Es ist das Gebäude einer Modehochschule. Die tragende Struktur sind die sichtbaren diagonalen Streben. Wegen seiner Optik heißt es auch Cocoon Tower. Ich werde irgendwann einen Artikel dazu schreiben.

Idee: Warum nur Anime-Einstellungen jagen? Warum nicht die Drehorte von diesem Video aufsuchen? Warum nicht jede Szenen nachstellen? Für ein Video mit mir im Bild hätte ich einen zweiten Mann gebraucht. Also habe ich das Projektt auf Screenshots für jede Szene reduziert.

(03) Wir sind immer noch bei den Wolkenkratzer in Nishi-Shinjuku. So langsam habe ich mich an diese Art der Fotografie gewöhnt. Dass der Bildwinkel nicht stimmt, liegt an der Technik: Mein Weitwinkel reicht nicht aus. Das Ergebnis ist ein Kompromiss.

Irgendwie klang das nach einem guten Plan. Ich bin touristisch mit Tokyo durch (außer Museen). Das klang nach einer neuen Herausforderung. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie viel Zeit ich darauf verwenden werde; …

(04) Es fällt vielleicht nicht sofort auf, aber diese Aufnahme habe ich verpatzt. Der rechte Busbahnsteig im Video ist bei mir der linke. Ich habe mich in der Reihe vertan. Schuld waren neue Halteverbotsschilder.  – Man beachte auch die Kuppel im Hintergrund. Die ist auch neu.

Zeit sowohl in der Vorbereitung, als auch in der Durchführung vor Ort. Denn bevor man die Orte aufsucht, muss man sie finden. Ich bleibe bei meiner Aussage, dass ich 80% der Orte kenne. Jetzt geht es aber um den exakten Ort, idealerweise auf den Meter genau.

(05) Das erste Foto bei dem ich auch das Wetter getroffen habe. In der Vorbereitung den Ort zu finden, war nicht einfach, da ich vergessen hatte, dass der Südbereich von Shinjuku Eki komplett umgebaut wurde. Rechts ist das neue Bahnhofsgebäude zu sehen, mit dem Busbahnhof in 5F (4. Obergschoss), das ich fertiggestellt noch nie benutzt habe.

Es wird eine Schnitzeljagd bis zum Ende: Erst den Orten finden, dann die richtige Kameraeinstellung. Dieses Projekt wird mich auch an Orte führen, die ich noch nicht kenne; Orte, die auf keinem touristischen Route liegen. Und das Projekt wird mir (auch wegen der Kamerawinkel) einen neuen Blick auf Tokyo geben.

(06) Diese Einstellung war fies. Ich hatte ein grobe Idee wo es sein könnte, aber google-maps ist in Shinjuku vollgestopft mit Street Views und das navigieren unmöglich. Probiert es aus: Mehrere Ebenen von Straße, Kaufhäusern und U-Bahn-Korridoren liegen in der Karte übereinander.

Im realen Leben war das Foto schnell geschossen. Erstaunlich ist, dass dank der künstlichen Beleuchtung die Nachtaufnahme aus dem Video gut zu meiner Tagesaufnahme passt. Das Schild scheint invertiert; so auch der Rest der Graustufen. Dennoch, ein invertiertes Bild passt nicht zum Video.

Man beachtet den Food-Truck: Ich habe mir eine deutsche (!) Currywurst gegönnt.

Das wird spannend. Das wird anders. Tokyo neu erleben. Tokyo erneut erleben.

Die Idee steht also. Schritt 1 war es, von jeder Szene einen Screenshot zu machen. Die Aulösung (1440×900) verrät, dass ich ein älteres Notebook verwende. Ich war erstaunt: knapp 100 Einstellungen. Bereits jetzt wird deutlich, dass ich einige Zeit aufwenden muss, damit es gelingt.

Zuerst habe ich die Bilder mit einem Zeitindex versehen und danach nach Orten sortiert. Hm … 6 Gruppen: Asakusa, Shibuya, Shinjuku (Kabukicho), Nishi-Shinjuku (Skyscraper) und Bahnstationen/Züge. Und leider auch eine große 6. Gruppe namens „Wo könnte das sein?“

(07) Standortwechsel im Video zum zweiten Drehort in Tokyo: Shibuya. Hier sehen wir die berühmte „Scramble Square“, der inbegriff des jungen, modernen Tokyo. Kein Tokyobericht ohne ein symbolisches Foto von dieser Kreuzung. Es ist eine „All Green“-Kreuzung, was bedeutet alle Füßgängerrichtungen gleichzeitig grün haben.

Im Rahmen der Vorbereitung war das wohl der spannendste und zeitaufwendigste Teil: Die 6. Bildergruppe auflösen. Ich suchte nach Hinweisen; Gebäude im Hintergrund, Schilder, Straßenbelag, … alles was mich der Lösung näher bringt. Es ist zum Teil erfolgreich. 40 Bilder sind aber immer noch in Gruppe 6.

(08) Und wieder ein Standortwechsel. Wir sind jetzt in Asakusa, dem dritten Drehort des Videos. Dieser Shop scheint sehr berühmt zu sein. Er wurde auch bei „NHK Tokyo Eye 2020“ gezeigt. Verändert hat sich, wie man sieht, eigentlich nichts. Ein Konstante seit Dekaden.

Beim Sortieren stellte sich heraus, dass einige Szenen aus der gleichen Straßen stammen, nur von einer anderen Position. Idee. Google-maps. Ich hasse diese Webseite, weil sie mit jedem Update nutzloser wird, aber Streetview wird die Lösung sein.

(09) Dies ist eines der Fotos, wo mit das Staßenpflaster weiter half. Es sagte mir, dass es nicht Center Gai, Shibuya ist. Die Häuser passen auch nicht zu Asakusa. Also müsste es Shinjuku sein. Weiter halfen mir die Geschäftsnamen links und rechts. Und: Ich sollte wieder Katakana lernen.

Als nächstes drucke ich Karten vom Zielgebiet. Und dann geht es los. Ich laufe durch das virtuelle Tokyo, angefangen mit Asakusa. Ich mache die ersten Kreuze auf der Karte. Ich weiß jetzt, wo genau die Kamera für diese Szene war. Ich finde sogar drei Geschäfte aus dem Video. Das motiviert.

(10) Mann, hat mich diese Einstellung irritiert. Die Schilder sagen Odayku und Bic Camera, also ist es bei Shinjuku-Eki. Aber wo? Es hat gedauert, bis ich merkte, dass Odakyu Department Store zwei Gebäude hat und diese Einstellung aus der Straße beim Eingang zur Omoide Yokocho stammt.

In Shibuya finde ich ein ersten Muster. Viele Szenen sind ein einziger Gang durch die Center Gai. Das ergibt Sinn. Man läuft mit der Kamera 500m durch ein paar Straßen und zerlegt das Video in einzelne Schnipsel. Weitere Szenen enden in einem Kreuz auf meiner Karte.

(11) Dieses Aufnahme stammt aus Center Gai, Shibuya. Hinweise waren das diagonal verlegte Straßenpflaster und Gebäude im Hintergrund. Allerdings hat es etwas gedauert. Die Blickrichtung ist zurück zur Scramble Square.

Ich laufe nun vituell durch die benachbarten Straßen. Ich vermute, die werden nicht weit gelaufen sein. Bis auf einen Bildersatz, den ich in Shibuya vermute und die Bahnstation bin ich sehr erfolgreich.

(12) Hier sind wir in den Straßen von Kabukicho in Shinjuku.  Allerdings habe ich den Ort nicht über die Geschäftsnamen gefunden. Ich musste systematisch alle Kreuzungen ansteuern und mich im Kreis drehen. Ein Hinweis auf Kabukicho waren übrigens die Straßenlaternen.

Für diese „Shibuya-Bilder“ habe ich einen Verdacht: Dogenzaka, auch bekannt als Love Hotel Hill. Ich versuche die Kneipennamen zu googeln. Der Ansatz zeigt erfolge. Ich laufe wieder durch die benachbarten Straßen und schaffe weitere Zurodnungen.

(13) Auch das ist Kabukicho. Die Kreuzung habe ich gefunden, also ich die von Screenshot 12 gesucht habe. Das riesige Plaket war sehr auffällig. Zusätzlliche Bestätigung schaffte der Schriftzug GAO am Gebäude, den man im Screenshot entziffern kann.

In Shinjuku finde ich schnell heraus, dass es im Prinzip 5 Kamerafahrten gibt: Nishi (Hochhäuser), den Straßen südwestlich von Bahnhhof, das Gebiet um das Busterminal, die Straße südlich vom Bahnhof (Lumie 2), Kabukicho und die Yasukunidori.

(14) Hier habe ich das mit dem FOV verpatzt. Und dieses Mal ist das fehlende Weitwinkel keine Entschuldigung. Ich hätte einfach ein paar Meter weiter hinten stehen müssen. … Und, Mann, hat sich die Baustelle verändert. Ich kenne sie noch von 2016 (Japanischkurs) mit dem Metallzylinder, den man im Video sieht. Ich bin gespannt, wann die fertig sind und was es wird.

Yodobashi hat mich verwirrt. Ich vergaß, dass es mehrere Geshäfte rund um den Bahnhof gibt. Ich bin stundenlang um das falsche Gebäude gelaufen. Je mehr Bilder ich zuordnen kann, desto häufiger fällt auch der Kommentar „Ach hier ist das“ oder „Ach hier kommt man raus“. Wie gesagt: Tokyo neu entdecken. Ich finde Abkürzungen und Zusammenhänge, die mir nie bewusst waren.

(15) Auch diese Aufnahme ist schlecht. Ich werde diesen Abschnitt noch mal wiederholen müssen. Es war eines der leztzten Bilder des Tages (und des Projektes). Ich war wohl gedanklich schon auf dem Weg, um Torsten zu treffen und das Abendprogramm zu beginnen.

Danach werden wieder erfolgreich Kneipennamen gegoogelt. Ich stelle einen tokyotypischen Trend fest: Auch wenn das Video erst ein, vielleicht zwei Jahre alt ist, sind erstaunlich viele Kneipen veschwunden, wurden durch neue ersetzt. Tokyo ist einem konstantem Wandel unterworfen.

(16) Ja, hier habe ichgeschummelt. Es ist an anderer Shop. Den richtigen habe ich nicht gefunden. Es lang nicht an fehlendem Enthusiasmus. Ich bin die Nakamise zwei Mal und googlemaps und in real abgelaufen.

Die Straßenszenen sind mit 15 Ausnahmen alle „im Kasten“. 5 davon wurmen mich. Nach Stunden in google-maps bin ich mir zwar ziemlich sicher, wo sie sein müssten, finde sie aber nicht. Argh.

(17) Dies ist wieder Center Gai. Bei meinem Foto ist es einfach, denn es steht auf dem Schild an der Laterne. Dieses kann man im Video aber nicht lesen. Es blieb das diagonale Straßenpflaster.

Bei 4 haben ich Hoffnung, dass ich sie durch Zufall finden, wenn ich die gefundenen Strecken erneut ablaufe. Bei 6 habe ich keine Hoffnung. Es gibt zu wenig Hinweise in der Szene.

(18) Das ist die erste Aufnahme aus dieser Ecke von Shinjuku, westlich der Bahnstation, unterhalb des (alten) Busterminals. Erstaunlich, es ist eine Gegend, die ich zum ersten Mal besuche, zumindest soweit ich mich erinnere. Und es ist sicherlich eine Gegend, die ich abends ansteuern werde, wenn all die Izakaya geöffnet haben, die ich gesehen habe.

Jetzt kümmere ich mich erst einmal um die Screenshots der Bahnstationen und eine neue Herausforderung: Ich kann google-Streetview nicht nutzen. Es gibt zwar Aufnahmen aus den Korridoren der Stationen (ein Grund warum google-maps in Nähe von Bahnhöfen unbrauchbar geworden ist; probiert es aus), aber die helfen nicht weiter.

(19) Dieser Ort war einfach: der Eingang zur Godzilla Road. Es ist eine Parallelstraße zur berühmten Straße mit dem Schild Kabukicho. 2004 war das noch ein heißes Pflaster. Mittlerweile ist es komplett familientauglich. Das Hotel am Ende der Straße hat einen lebensgroßen Godzilla neben sich.

Die Detektivarbeit beginnt. Was steht auf den Schildern? Welche Bahnlinie könnte das sein. Wie sehen die Schilder für die Ausgänge aus? Erstaunlich. Ich kann knapp 2/3 zuordnen. Wie ich das genau gemacht habe, habe ich in der linken Spalte zum Bild geschrieben.

(20) Ein Splitfoto. Die Kabel von der linken Seite werde ich niemals finden. Ich werde bei Gelegenheit meine „Kabelsammlung“ durchgehen und etwas Passendes ergänzen. Kabel gibt es Tokyo genug. Die Kreuzung ist übrigens die am Eingang zur Godzilla Road, nur in die andere Richtung fotografiert. Das Geschäft werden wir noch ein paar mal sehen.

Am Ende konnte ich 85 Bilder eindeutig zuordnen. Bei 29 blieb mir der Erfolg vergönnt. Eine Ausbeute von knapp 75%. Ich werte das als Erfolg. Zumal ich bei einigen eine starke Vermutung habe, wo sie sein. Ich hoffe, dass ich die unterwegs finde. Und dann ist da noch die Hoffnung auf den ein oder anderen Glückstreffer.

(21) Entwender das Video ist nich so alt, oder die T-Shirts hängen schon eine Ewigkeit in dem Laden. Es ist einer der Shops in der Nakamise von Asakusa, die ich schon auf google-Streetview gefunden habe. Ich habe aber nicht erwartet, dass das Foto immer noch fast 1:1 gelingt.

Damit war alles vorbereitet: Die Karten mit den Positionen sind ausgedruckt; die Screenshots für den Vor-Ort-Abgleich der richtigen Kamerastellung ebenfalls. Mit im Gepäck ist immer noch die Hoffnung, den ein oder anderen Zufallstreffer zu erwischen.

(22) Wir sind wieder südwestlich des Bahnhofes. Hier habe ich mich an der Reklame rechts orientiert und am Skyscraper im Hintergrund. Die Diagonalen und die ovale, angedeute Struktur legten den Verdacht auf den Cocoon Tower.

Der Zeitplan ist wie folgt: ein Vormittag für Asakusa, ein Nachmittag in Shibuya und ein ganzer Tag für Shinjuku. Ich werde die Fototermine mit anderen Veranstaltungen zu kombinieren, z.B. das Nakizumo in Asakusa.


Weiter geht es in Asakusa auf der nächsten Seite …

[Nachtrag: Ich habe in jedem Abschnitt 5 Bilder mit einem vorher-nachher-Slider ausgerüstet. Beachtet dabei, dass ich den Bildausschnitt bisher nur grob abgeglichen habe. Ich habe meine Foto noch nicht (!) mit Hilfe von transparenten Ebenen 1:1 mit dem Screenshot abgestimmt, noch habe ich die Bilder verzerrt, damit sie passen.]

Hotel 2019

Diese Reise war kurz, die Anzahl der Hotel entsprechend gering. Wie bei den letzten Reise sind das erste und letzte Hotel wieder speziell für die Flug gebucht worden.


0 – Hilton Garden Inn
THE SQUAIRE, Am Flughafen, 60549 Frankfurt/M, Germany
sales.frankfurtairport@hilton.com; phone: +49.69.4500.2500; fax: +49.69.4500.2501

Hotel und Zimmer: Das Hilton Garden Inn und das Hilton sind zwei getrennte Hotel, die sich das Gebäude, The Square, teilen.  Das Garden Inn scheint dabei für den Durschschnittsreisenden zu sein. Ich kann definitiv nichts Schlechtes sagen, finde aber auch nichts Erwähnenswertes.Ich habe genau das bekommen, was ich beim Namen Hilton erwarte: Ein angemessen großes Zimmer und ein Badezimmer mit Badewanne. Das Garden Inn hat ein kleines Restaurant, aber keine Bar. Allerdings ist das „normale“ Hilton gleich nebenan.

Umgebung und Anreise: Das Hotel liegt direkt am Flughafen oberhalb des Fernbahnhofes. Eine Fahrt in die Stadt ist aber zeitaufwendig.

Fazit: Gutes Hotel direkt am Flughafen, aber keine gute Wahl für Ausflüge in die Frankfurter Innenstadt.


1 – Hotel Edoya / ホテル江戸屋
3-20-3 Yushima, Bunkyo-ku, Tokyo, 〒113-0034 Japan
reserve@hoteledoya.com; phone: +81.3.3833.8751; fax: +81.3.3833.8759

Hotel: Zum Hotel muss ich nicht mehr viel sagen. Es ist mein (0,0,0,0) in Japan und nach 14 Jahren bin ich mit Yushima relativ gut vertraut. Das Hotel ist nicht mehr das Jüngste. Der Teppich im Flur hätte schon vor meinem ersten Besuch 2004 getauscht werden sollen, aber dennoch … Es ist mein zweite zu Hause nd der Service und Hilfe, die ich seit 2004 dort erfahre, tragen viel dazu bei.

Das Rotenburo auf dem Dach hatte dieses Mal die Funktion, dass ich dort das Ende von Heisei und den Beginn von Reiwa verbracht habe.

Zimmer: Ich hatte wie immer ein Superior Single Room. Es ist quasi die Junior Suite. Es gibt einen „Wohnbereich“ und ein „Schlafzimmer“; beide mit Tatami ausgelegt. Bad und Toilette sind wie eigentlich immer in Japan, wenn es kein Cubicle ist, getrennt. Und auch in der Dusche sieht man den Zahn der Zeit an den Armaturen nagen.

Umgebung: Das Hotel liegt wie erwähnt in Yushima, dass nicht unbedingt den besten Ruf zu haben scheint. Ich ernete gelegentlich hochgezogenen Augenbrauen, wenn ich den Hotelstandort erwähne. Auf halben Weg zwischen Hotel und Ueno Eki liegt ein Nightlife District. Er kann mit Ebisu Yokocho, Norengai und Co nicht mithalten, aber ein Izakaya für einen Drink zum Tagesabschluss findet man allemal.

Ueno Park und Akihabara sind fußläufig erreichbar, eben Ochanomizu und Ameyokocho. Fast der ganze Rest aus dem Tokyo-Reiseführer ist relativ komfortabel und ohne Umsteigen per Bahn (Yamanote und Chuo Line) sowie U-Bahn (Ginza Line, Chiyoda Line und ja auch Marunouchi Line) erreichbar. Hinzu kommt, dass die Shinkansen von JR East, die beiden Bahnlinien zum Narita Airport (JR und Keisei) und weitere wichtige Zuglinen wie die Keihintohoku Line am Ueno Eki halten.

Anreise: Bei einer Anreise von Narita und den JR East Shinkansen erreicht man Tokyo am Bahnhof Ueno. Man kann theoretisch laufen, aber ich empfehle ein Taxi. Es lohnt nicht, die Ginza Line von Ueno nach Suehirocho zu nehmen.

Reist man über Tokyo Eki an (z.B. von Haneda aus oder mit den Shinkansen von JR West) nimmt man die Yamanote (grün) oder Tohoku Line (blau) bis Okachimachi, oder alternativ die Chuo (orange) nach Ochanomizu. Die Strecke ist etwa die gleiche wie von Ueno aus, minimal kürzer. Allerdings gibt es so gut wie kein Taxi, das hier auf Kunden wartet.

Reisende per U-Bahn  sollten sich folgende Stationen merken: Yushima (C-13), Suehirocho (G-14) und Ochanomizu (M-20).

Fazit: Nicht das Beste Hotel und sicherlich nicht das neueste Hotel, aber es ist mein Zu Hause.


2 – MICASA
740 Yubara, Minakami-machi, Tone-gun, Gunma, 〒379-1617, Japan
phone: +81.278.72.3288; fax: +81.278.72.3178

Hotel: Das MICASA ist ein kleines aber optisch perfektes Onsen Ryokan. Das Gebäude ist traditionell aus Holz gebaut, aber neu. Es hat all die klassischen Elemente, die man erwartet, zeigt aber hier und da frische neue Ideen; und seien es auch nur Wandelemente in den Farben rot oder blau. Der Besitzer kommt aus Kolumbien und er hat hier ein kleines Juwel geschaffen.

Das Abendessen ist typisch für ein Ryokan und  besteht aus vielen einzelnen Schalen und Schüsseln. Ein Zutat ist Konnyaku. Ich mag das Zeug eigentlich nicht. Aber die hier auf Eis servierte Version in Kombination mit der Soße war lecker. Das Frühstück ist gleichsam lecker und sollte nicht verpasst werden.

Das Onsen ist relativ klein und vergleichsweise unspektakulär. Die Fotos übertreiben etwas. Dennoch. Onsen ist Onsen, solange es entspannt und den Urlaubstag komplettiert.

Zimmer: Es gibt nur ein dutzend Zimmer, klassisch mit Tatami und Futon. Man muss dabei aber beachten, dass die wirklich ein klassischer Holzbau und entsprechend hellhörig ist. Für mich alleine war das Zimmer vergleichsweise riesig. Ausreichend Platz für das Futon, einen kleine Balkon, dazu ein kleines Badezimmer mit Dusche und die Toilette.

Umgebung: Die Umgebung ist Minakami. Leider leidet der Ort an Verfall; wie alle kleineren Onsenorte. Hier in Minakami wird dies besonders deutlich. Man hat das Gefühl das 60% aller Gebäude leer stehen und kaum mehr sind als Ruinen sind. Alle anderen Onsen wie Takaragawa und Hoshi sind nur mit dem Bus erreichbar. Im Ort selber ist nicht viel los.  Das Highlight in Minkami ist im Moment der Straßenabschnitt vor dem Bahnhof.

Aber es gibt Hoffnung. Das MICASA ist frischer Wind bei den Unterkünften. Gleich um die Ecke gibt es die Octone Brauerei. Eine Microbrew, dessen Bier auch im MICASA serviert wird. Und etwas weiter in Richtung Stadtmitte ist die Kneipe namens Ruins. Sie wird von Dexter betrieben, einem Kanadier.

Als Attraktionen in Minakami werden White Water Rafting, Canyoning und Co vermarktet. Es ist gut möglich, dass hier eine neue Art von Onsenurlaub keimt: am Tag Action und Andrenalin und abends dann Onsen und erfrischendes Bier.

Anreise: Es gibt zwei Option. Die erste wäre ein Local nach Minakami. Shinkansenreisende müsse dafür in Jomo-kogen umsteigen.  Leider liegen die Bahnhöfe alles andere als nahe beieinander. In Minakami angekommen sollte man ein Taxi nehmen. Der Bahnhof ist am Nordende von Minakami. Das MICASA liegt aber am Südende der Stadt.

Ich empfehle daher den Bus von Jomo-Kogen direkt vor dem Shinkansenbahnhof (JT/JY 01) nach Minakami Station (JT/JY 21), steigt aber schon am Haltepunkt Minakami Onsen (JT/JY 17) aus. Von hier sind es etwa 250m: über die Brücke, dann rechts. Die Straße macht eine Linkskurve, gleich danach wieder rechts. Es kommt wieder eine Linkskurve, nach der man dieses Mal links abbiegt. 10m später zweigt eine kleine Straße  rechts ab. Nach wenigen Metern ist das MICASA auf der linken Seite.

Fazit: Das MICASA ist ein Lichtblick für den relativ runtergerockten Onsenort Minakami. Es hat alles, was man von einem Onsen Ryokan erwartet. Ich kann es mit Sicherheit weiterempfehlen und werde in ein paar Jahren dort vorbeischauen, um zu sehen, wie sich die Sache entwickelt hat.


3 – Yokohama Royal Park Hotel
2-2-1-3 Minatomirai, Nishi-ku, Yokohama, 〒220-8173, Japan
phone: +81.45.221.1111

Hotel: Das Yokohama Royal Park Hotel (YRPH) ist ein Hotel der Oberklasse. Es hat alle Annehmlichkeiten, die man sich wünscht, inklusive Türaufhalter und Kofferträger. Der Hotel hat natürlich eine Lounge in einem der obersten Stockwerte, sowie diverse Restaurants. Der Preis ist aber beachtlich.

Teil des Landmark Tower ist das Beobachtungsdeck oberhalb des Hotels. Als Hotelgast bekommt an Rabatt und eine Abkürzung zum Aufzug.

Zimmer: Das Zimmer ist ausreichend groß und bietet alle Vorteile eines Hotelzimmers dieser Hotelkategorie. Der Ausblick kann in der Regel beim buchen ausgewählt werden. Die Hotelzimmer sind ab Etage 50 im Tower untergebracht. Genialer Ausblick ist damit nahe zu garantiert.

Umgebung: Das YRPH mit seinem Standort in Minato Mirai ist ideal um die Hafenbereich von Yokohama zu erkunden. Ich verweise hier einfach auf einen beliebigen Reiseführer. Ein Punkt, der dort jedoch nicht erwähnt wird, ist der Bezirk Nogenaka auf der anderen Seite der Bahnstation Sakuragicho. Es ist ein Nightlife Destrict mit allen Facetten; Vorsicht: wirklich alle Facetten. Für Jazz-Fans befindet sich hier das berühmte Chigusa und ein paar Meter entfert des db (downbeat).

Anreise: Der Landmark Tower liegt direkt nebem den Queens Plaza, in dessen Untergeschoss die U-Bahnstation Minatomirai, die den Hauptbahnhof Yokohama mit China Town verbindet.

Ich empfehle eine andere Anreise. Der Wechsel in Yokohama Eki in die U-Bahn ist mit Fußmarsch verbunden. Es gibt die Bahnstation Sakurakicho. Hier kommen zwei Linien an. Die Blue Line von Shin-Yokohama und die Negishi-Line von Yokohama. Die Negishi ist ferner eine Verlängerung der Keihin-Tohoku-Line, die von Tokyo kommt.

Fazit: Das YRPH ist ein traumhaftes Hotel. Es hat Stil, hat einen traumhaften Ausbilck und liegt strategisch. Mit der Sakuragicho Eki  und der Minatomurai-U-Bahnstation kommt man schnell an allen wichtigen Orte in und um Yokohama. Mit Nogenaka ist ein Nightlife District gleich um die Ecke.


4 – Keikyu Ex Inn (京急 EXイン羽田), 5-5-14 Heneda, Ota-ku, Tokyo 144-043, Japan; phone: +81.3742.3910

Hotel: Dies ist es Business Hotel. Das Konzept: Ein relativ kleines Zimmer mit Bett und Bad, Fürhstück und Express Checkout.  Das fast es sehr gut zusammen. Das Hotel darüber hinaus morgens einen Busshuttle zum Flughafen.

Das Frühstück ist übersichtlich. Man kann zwischen einer japanischen und einer westlichen Variante wählen.

Umgebung: Da ist nicht viel; eigentlich nichts. Es gibt eine Bahnstation und den Haneda Airport. Das ist der einzige Grund für dieses Hotel: Man kommt spät in Haneda an und will nicht mehr bis Tokyo oder man fliegt früh ab und will Anreisezeit sparen.

Anreise: Die Bahnstation Tenkubashi ist nur ein paar hundert Meter entfernt und wird von zwei Linien angefahren: Tokyo Monorail und Keikyu Line. Die Monorail fährt nach Hamatsucho/Daimon (der JRP ist gültig). Die Keikyu trifft in Shinagawa auf den Yamanotering. In Sengakuji werden einige Züge zur Asakusa-Subway-Line. Bis Haneda ist es eine Station.

Fazit: Hotel für die Nacht vor einem frühen Flug von Haneda.

Auswertung und Ausbeute

Die Reise war kurz, aber hatte trotzdem viele neue Orte auf der Liste: Saitama, Atami, Odawara, Yokohama und Utsunomiya (Oya). Es waren kleinere Lücken in meiner Liste, aber ich habe sie geschlossen. Das gab es noch ein paar Ideen von NHK und japan-guide, denen ich folgen konnte: Manazuru und Minakami Onsen.

In Tokyo sind eigentlich alle touristischen Punkte schon seit Jahren abgehakt. Ich verlasse mich hier seitdem auf Ideen, die ich bei NHK (Tokyo Eye 2020) sehe oder im Netz finde: Shibamata und Kyojima. Die Top 3 dieser Reise sind:

    • Utsunomiya (Oya) … eindeutig und mit Abstand
    • Bootsfahrt „Good Bye Heisei Tour“
    • Takaragawa Onsen
Bars und Kneipen

Auf der Kneipenliste kommt ich das Suigian und die Old Imperial Bar ergänzen. Und ich habe würdigen Ersatz für Omoide Yokocho, Kabukicho und Golden Gai gefunden, die mittlerweile von Touristen überrannt werden: Ebisu Yokocho und Golden Gai. Und dann ist der der Glückstreffer in Yokohama: das Chigusa. Die Top 3 dieser Reise sind:

    • Suigian
    • Noren Gai
    • Chigusa

Auf der nächsten Reise werde ich die beiden Orte und auch den Bereich zwischen Yurakucho und Shimbashi weiter erkunden, sowie die Nebenstraßen in Yushima. Dann steht auch wieder das Vows und der INCUBATOR auf der Liste, zu denen ich es dieses Mal nicht geschafft habe.

Das Anata-no-Warehouse war leider eher ein „Man war mal da“ und wird in 2020 wieder durch das Ramen Museum ersetzt.

Ich habe wieder interessante Leute getroffen: wie Dexter, den kanadischen Barkeeper im „Ruins“ in Minakami; und Kenny von der gleichnamigen Pizzeria in Manazuru; um nur zwei zu nennen.

Hotels

Die Hotels waren wieder eine bunte Mischung. Hotel Edoya als mein zweites Zuhause, das MICASA als traditionelles Onsen-Ryokan, das YRPH als Luxushotel mit Mt.Fuji-Blick aus dem 53. Stock und das Keikyu Ex Inn als Business Hotel am Flughafen.

Favorit war in diesem Fall das MICASA, das das Zeug hat, die Keimzelle für ein neues, jüngeres Minakami Onsen zu werden.

Ausbeute

Die Ausbeute an Souvenirs fokussiert dieses Mal eindeutig und eventuell zu sehr auf Whisky (darüber schreibe ich zeitnah eine eigene Auswertung) und Sake: 10.2 Liter; bzw. 23 kg einschließlich Flaschen und Verpackung. Der Rest an erlaubtem und freiem Gewicht war für Essbares reserviert. Der größte Einkauf, ein maßgeschneiderter Kimono, kommt in den nächsten Tagen per Post. Die Top 3 Souvenirs dieser Reise sind:

    • Kimono von Y&Sons
    • Whiskysammlung
    • Einträge der Tokyo Jissha in meinem Goshuin

Rückflug

Die zwei Wochen sind heute rum. Vor mir liegt jetzt eine Busfahrt, ein 12-Stunden-Flug und eine Autofahrt zurück nach Vallendar.Ich stehe wie geplant auf und stelle fest, dass ich mehr Reservezeit habe, als gedacht. Ich hatte die Boarding Time als Abflugzeit notiert. Damit kommen zu meinen 60 Minuten Reservezeit weitere 30 Minuten.

Also wird gemütlich gefrühstückt; westlich, denn irgendwie habe ich Hunger auf Toast. Im Shuttle-Bus fällt mir ein, dass ich noch aus dem Hotel auschecken muss. Zum Glück ist die Abfahrt erst in 5 Minuten und Check-out beschränkt auf das einwerfen der Türkarte in den Checkout-Terminal gleich neben dem Busparkplatz … Ich liebe diese japanischen Businesshotels.

Die Busfahrt ist kurz und heute steht der International Terminal als erstes auf der Liste der Haltepunkte. Dennoch fahren wir gefühlt 3 Mal im Kreis. Nochmal: Wer hat sich diese Straßenführung ausgedacht?

Die Gepäckaufgabe ist leer. Mit der digitalen Boardingkarte auf dem Smartphone (ein Novum für mich, der eine gedruckte Variante bevorzugt) brauche ich nicht an die Check-in-Schalter, so wie beim letzten Mal, als mich das alleine über eine Stunde gekostet hat.

Der Tatonka-Seesack ist mit 23,0 kg eine Punktlandung. (Hinweis: ich habe so eine kleine Gepäckwaage. Die ist nicht hochpräzise, gibt einem aber einen guten Anhaltspunkt. Ich hatte die Waage auch gestern in der Gürteltasche, um das Gewicht der gekauften Flaschen zu überwachen.) Der Karton mit dem Whisky ist 300g drüber, aber darf passieren. Man kann mit Sicherheit sagen, dass ich das Limit maximal ausgereizt habe.

Auch die Sicherheitskontrolle läuft erstaunlich schnell; nicht wie letztes Jahr, wo ich weitere 60 Minuten verloren habe und erst kurz vorm Boarding am Gate war. Ich fliege nie wieder vor, während oder dirket nach der Golden Week.

Jetzt habe ich tatsächlich zwei Stunden Reservezeit für die ANA Lounge. Zugang zu dieser gewährt mir der Premium Economy Status, den ich auch für den Rückflug ersteigert habe. Die Lounge ist nichts spezielles; groß und irgendwie wie ein großer Star Bucks. Wo sind die gemütlichen Sessel? Ganz hinten in der Ecke. Zum Glück ist noch einer frei.

Der Rückflug

Der Rückflug ist auch nichts Spezielles. Ich kämpfe mich durch ein langweiliges Videoprogramm und der Champagner ist auch alle, zumindest wird mir das gesagt, als man mir Champaign andrehen will.

Hinweis: Gerade in Amerika wird alles Champaign genennt, was sprudelt; sei es Champagner, Sekt oder was auch immer. Champaign ist ein Synonym für „sparkling wine“. Imbeciles.

Deutschland

In Frankfurt angekommen geht mir schon das Design des Flughafens auf den Sack; endlos lange Korridore. Eine Zollkontrolle (und ich meine nicht die EU-Einreisekontrolle) schon vor der Kofferabholung und noch eine Zollkontrolle dahinter. Wer denkt sich so einen Blödsinn aus. Der Urlaub ist sowas von vorbei.

Dank Premium Economy komme meine Sache mit als erstes auf das Gepäckband. Ein schneller Blick: Es gibt keine feuchten Stellen am Karton. Meine Whiskyladung scheint heil angekommen. Oder das Polstermaterial hat alle Schäden aufgesaugt.

Ich marschiere auf die rote Zolltür zu. Die Frage nach dem Umfang meiner Whiskyladung irritert den Beamten. Es sind nach meiner Liste über 10 Liter. Damit hat er nicht gerechnet. Nachdem die Freimenge abgeezogen ist, bleiben 60,72 € Zoll. Problem ist die Bezahlung: Ich habe nur Yen in der Tasche, die Visa seit gestern am Wochenlimit und die Amex wird nicht akzeptiert. Ich muss raus in die Lobby zu einem Geldautomaten. Einfach. Der Weg zurück auf die andere Seite der Absperrung ist da schon schwieriger, da die Klingel – so erfahre ich nach etwa 10 Minuten – seit Wochen schon defekt ist. Danke Frankfurt Airport. Ihr seit Deppen.

Einen Mietwagen zu buchen ist noch kniffeliger. Sixt hat keine mehr und bei Avis stehen Vollhonks vor mir. Zwei am Schalter, zwei vor mir in der Warteschlange. Und es dauert 40 Minuten. Das ist Deutschland. Wie immer ist die Rückkehr schrecklich.  Kein Service, Dreck auf der Straße und nervige Leute, die laut Telefonieren und die Rolltreppen blockieren. Undd ist jemandem schon aufgefallen, wie mies nach alten Frittenfett dieser Bereich des Flughafens riecht?

Auf der A3 erwartet mich die erste Baustelle und der erste Stau noch vor dem Wiesbadener Kreuz. War ja klar. Ich wechsel auf die Landsstraße. Das ist nicht unbedingt schneller – es ist gewiss nicht schneller – aber ihre fahre lieber etwas länger, als zu stehen.

Zurück in Vallendar fahre ich noch schnell Abendessen einkaufen. Für die nächsten Wochen (und Monate) wird es nicht ins Restaurant gehen. Erst muss ich den Kontostand wieder auf akzeptable Werte haben.

Um 21 Uhr schlägt der Jetlag zu. Für mich ist es jetzt bereits 4 Uhr morgens. Die Koffer packe ich morgen aus. Und den Wagen bringe ich morgen zurück, hab ihn ja für 24 Stunden.

der 9. Tag – Shoppingtag

Der heutige Tag ist ein letzter Standortwechsel zum Flughafen und Souvenirshopping (hauptsächlich Whisky).

Nach einem letzten langen Blick au dem 53. STock auf Mt. Fuji folgt der Check-out. Ich nutze den Shuttlebus zum Flughafen. Die ersten 20 Minuten sind eher ein Stadtrundfahrt. Erst nach 2/3 der Fahrzeit biegen wir auf den Expressway in Richtung Flughafen. Yokohama Baybridge, die Brücke, die in Patlabor 2 zuerst gesprengt wird. Dann der Abzweiger zur Aqua Line. Gleich dahinter, das ist mir nie so aufgefallen, Haneda Airport. Der Bus dreht gefühlt 5 kompletten Runden bis er alle Terminals angefahren hat. Wer hat sich diese Straßenführung ausgedacht?

Zum letzten Hotel ist es nur eine Bahnstation und ein kleiner Fußmarsch. Ich deponiere meinen Koffer und starte das Shopping. Zurück an der Bahnstation realisiere ich, dass hier nicht nur die Keikyu-Line fährt, sondern auch die Monorail. Ich tausche schnell die Fahrkarte am Crossing Gate und fahre mit dem Japan Rail Pass.

Die Jagd nach Whisky ist kompliziert und sehr ergebnisoffen: Die 4 großen Single Malts sind ausverkauft; ebenso Hibiki und so ziemlich alle Whisky auf meiner Liste. Aber der Reihe nach …

Im Liqour Hasegawa, dem Sakeladen in Yushima und im Matsuzakaya sind die Regale an der entscheidenden Stelle leer. Aber ich kaufe dafür schon mal eine 1.92l-Flasche Kakubin und etwas Sake (Junmai Daiginjo). Alles positioniere ich in einem  Coin Locker an der Okachimachi Station. Auf dem Weg nach 2k540 AkiOka kann ich an einem Sushiladen nicht vorbeigehen. Außerdem ist es Zeit für Mittagessen. Edomae Sushi und Nihonshu. YES.

2k540 AkiOka ist ein Tip von Tokyo Eye 2020 und ein guter Beweis, dass man selbst Orte unter einer Bahnstrecke in das urbane Leben einbinden kann. Die Regenschirme bei Noble Umbrella sind mir dann doch etwas zu teuer für ein schnelles Souvenir.

Dann verlege ich nach Shinjuku. Auch bei Odakyu und Co sind die Whiskyregale an der wichtigen Stelle wieder leer. Dafür ergattere ich einen Reiwa-Sake und einen Premium Junmai Daiginjo mit einem Poliergrad von 40%. ROAR. In der Kimonoabteilung finde ich zwar keine hübsche Yukata, dafür aber zwei Obi, die ich nicht liegen lassen kann: Ach ja, und einen Marusensu.

Meine letzte Chance liegt jetzt auf drei Sakeya in Ginza. Auch hier muss ich zu Plan B greifen, kann mir aber unter anderem einen Mars Comso, einen Ichiro Malt&Grain und einen Yamazakura sichern.

Der letzte Stopp ist Kappabashi. Da ich total vergessen habe, dass die Geschäfte hier um 16:30 beginnen zu schließen, nehme ich schnell ein Taxi ab Ueno. Kurz vor Ladenschluss kann ich noch den Transportkarton, Knabberkram und ein paar Küchenutensiien erwerben.

Zurück an Okachachimachi Station hole und die anderen Sachen aus dem Locker und fülle den Karton bis zum Rand, der jetzt knapp 20kg wiegt und sehr unhandlich ist.

Gegen 19 Uhr – man wo ist die Zeit gebleiben – stehe ich im Zug nach Shinagawa. Hm. Warum nicht kurz bis Ebisu durchfahren. Das ist nur 4 Stationen weiter. Jetzt schon zurück ins Hotel fahren wäre einfach nur dämlich.

In Ebisu verschwindet der Karton in einem Coin Locker. Er passt gerade so rein. Abgesehen von der Yamanote-Tour war ich bisher nur ein einzige Mal in Ebisu; in 2006. Folglich habe ich keine Ahnung wo Ebisu Yokocho ist. Ich muss nachfragen. Es sind gerade einmal 200m.

Ebisu Yokocho ist eine alte, kleine Indoor-Einkaufsstraße. Vor über 10 Jahren wurden die Geschäfte wegen einer größeren Shoppingmall aufgegeben. Seitdem residieren hier mehrere Izakaya, die jetzt gut gefüllt sind. Es gibt nur wenige Tourist, anders als in Omoide Yokocho. Das hier könnte neben Noren Gai mein zweiter neuer Spot werden.

Gleich der zweite Laden zur rechten sieht einladend aus. Es gibt frisch gegrillte Rinderzunge und dazu Highball. Der nächste Stop ist ein Yakitoriladen am anderen Ende der Yokocho. Nach ein paar Spießen wechsel ich zum nächsten Laden auf eine Schüssel Oden und Dashiwari. Abschluss ist dann das „Niku Sushi“. Der Name verät es: rohes Fleisch als Sushi; im wesentlichen rohes Pferdefleisch.

Jetzt ist aber Schluss. Ich bin sowas von satt. Und so bleibt die Rückfahrt mit der Yamanote nach Shinagawa. Nein, zwei Weiter nach Daimon. Ich kann ja die Monorail nehmen.

Wieder gehe ich den Weg von der Bahnstation zum Hotel. Mit dem schweren Karton in der Hand, gar nicht einfach. Im Hotel checke ich nun endlich ein. An der Rezeption kann ich mir sogar einen Trolley leihen, nachdem der Rezeptionist festgestellt hat, wie schwer meine Tasche ist.

Im Zimmer sortiere ich noch schnell ein paar Sachen um und optmiere den Inhalt von Koffer und Karton. Ein paar schwere Sachen muss tatsächlich noch ins Handgepäck  wechseln. Gegen 23 Uhr ist alles für den Rückflug vorbereitet. Feierabend.