Archiv der Kategorie: German Cities

Städtereisen in Deutschland

Städte: Bremen

Ich war am 23.07.2026 in Bremen. Meine neue Reiseroute von Koblenz nach Lübeck beinhaltet einen Hotel-Stopp am Flughafen Bremen. Nach der Arbeit 600 km am Stück zu fahren und mit Stau erst nach Mitternacht übermüdet in Lübeck ankommen ist keine Option mehr. Ich fahren 400 km, schlafe und fahre den Rest am nächsten Morgen.

Bei der letzten Tour habe ich eine Nacht ergänzt und so einen Tag in Bremen generiert. Der Flughafen ist nur 10 Minuten mit ÖPNV von der Innenstadt entfernt.

Bremen selbst hat eine kleine, kompakte Innenstadt. Wer früh startet kann sogar eine lange Bootsfahrt am gleichen Tag machen. Heißt natürlich auch, dass Bremen nur Stoff für einen Tag hat … wenn man ohne Auto unterwegs ist.

Direkt neben dem Marktplatz mit dem Roland ist das Rathaus von Bremen. Rechts der Dom. Hinter dem Rathaus stehen die Bremer Stadtmusikanten und sind kleiner als ich dachte.

Das Rathaus  ist eines der wichtigsten Bauten der Backsteingotik, das zwischen 1405 und 1410 gebaut wurde. Die dem Marktplatz zugewandte Seite zeigt Elemte der Renaissance, die später ergänzt wurden. Da Roland-Statue stammt von 1405, ist 5,47m hoch und zeigt den Heerführer Roland.

Der untere Teil des Doms ist im romanischen Stil (Rundbögen) gebaut aus dem 11. Jahrhundert. Der obere Teil ist aus dem 13. Jahrhundert und im gotischen Stil (Spitzbögen). Es gab relavante Erweiterungen im 14. Jahrhundert. Ein Umbau, 1502 gestaret, wurde nie vollendet. Die Kirche verfiel, wurde aber im sppäten 19. Jahrhundert umfangreich renoviert und wieder aufgebaut.

Vom Marktplatz runter zum Hafen führt die Böttcherstraße. Spannend ist hier das Haus mit dem Glockenspiel. Im Südosten der Altstadtinsel gibt es den Schnoor, ein kleines Areal mit historischen Bebauung. Als Lübecker ist das ein „been there, done that“, aber für alle anderen einen Besuch wert.

Die Bremer Stadtmusikanten (Esel, Hund, Katze und Hahn) sind die Protagonisten in einem Grimm’schen Märchen, das in Bremen bzw. Umland spielt1.

Eigentlich spielt sich alles in der innenstadt zwischen Weser und Wallanlagen statt. Die Windmühle steht in den Wallanlagen und der Elefant nördlich vom Bahnhof. Das ist noch fußläufig erreichbar. Leider sind die Wallanlagen voll von Junkies. Und die Gegend zwischen Bahnhof und den Anlagen; sagen wir es so: als offen queere Person würde ich da nachts nicht unbedingt alleine rumlaufen.  Bleibt also auf der „Insel“. Elefant und Mühle habt ihr ja hier gesehen.

Die Windmühle ist die Herdentorswallmühle von 1833. Sie war eine von ursprünglich 6 Getreidemühlen in den Wallanlagen. Sie war bis 1947 in Betrieb. Der Bauform ist ein Getreideholländer. Die drei Steinmahlgänge sind immer noch betriebsfähig.

Ach ja, der Elefant ist das Antikolonialdenkmal im Nelson-Mandela-Park. Früher hieß es Reichskolonialehrendenkmal (1932) und erinnerte an auf außereuropäischem Boden gefallenen Deutsche. Damals trauerte Deutschland dem Verlust seiner Kolonien nach.

Die Bootsfahrt ist nicht so spannend wie die in Hamburg. Ich habe sie genutzt, um in Ruhe ein Bier zu trinken. Es gibt zwei Routen. Ich hatte die Tour in Richtung Hafen. Da kommt man am Mäuseturm (Molenfeuer) und den WWII-UBoot-Bunker Hornisse vorbei2. Man sieht auch die Überreste der Hellinge der Großwerft AG Weser, die 1983 geschlossen wurde (wenn man der google-KI glauben darf).

Kurzlaub – Deutschland

Sonntag, 28.04.2024 – Rhein, Mosel, Koblenz

Heute, am Sonntag, steht das Rheintal auf dem Programm. Eventuell ein Stück von der Mosel. Für den Abschluss (und Abendessen) plane ich Koblenz. Das ist knapp bemessen. Somit ist das nur etwas mehr als ein Teaser für den nächsten Urlaub.

Dank meiner Fahrkünste enden wir sofort auf der falschen Rheinseite. Damn you St.Goar(shausen). Eine Überfahrt mit der Rheinfähre bei Oestrich-Winkel korrigiert den Fehler und sorgt für ein nettes Add-on auf dieser Reise. Bei Bingen fahren wir nun auf der B9 ins Mittelrheintal ein.

Today, on Sunday, the Rhine Valley is on the programme. Possibly a stretch of the Moselle. I’m planning Koblenz for the end (and dinner). That’s a tight schedule. So this is just a little more than a teaser for the next holiday.

Thanks to my driving skills, we immediately end up on the wrong side of the Rhine. Damn you St.Goar(shausen). A crossing with the Rhine ferry at Oestrich-Winkel corrects the mistake and provides a nice add-on to this journey. At Bingen, we now enter the Middle Rhine Valley on the B9.

Nun habe ich die Qual der Wahl, welches Rheindorf besichtigen wir. Ich entscheide mich spontan für Bacharach. Ich bin erstaunt, wie viele alte Werbeschilder hier noch montiert sind. Ich sollte bei einer weiteren Reise verstärkt darauf achten, ob dies jetzt Zufall war. Wir nutzen die Chance auch für ein Glas vom regionalen Wein.

Mit ein paar Stopps hier und da arbeiten wir uns langsam flussaufwärts in Richtung Koblenz. Mit Blick auf die Uhr passt ein Besuch der Marksburg3 in die Planung. Ich habe die Rechnung aber ohne die Sperrung der B42 bei Lahnstein gemacht. Der Umweg kostet etliche Minuten. Die Führung machen wir nicht mit, da die nächste englische Tour erst in einer Stunde startet. Somit genießen wir kurz die Aussicht, bevor wir unsere Reise fortsetzen.

Auf der B49 geht es nach Cochem. In der Innenstadt genehmigen wir uns eine Erdbeerbowle. Viel zu bieten hat Cochem nicht. Aber für Bernkastel-Kues oder Traben-Trabarch ist keine Zeit. Also folgt die Rückkehr nach Koblenz. Dieses Mal auf der B412.

Now I’m spoilt for choice as to which Rhine village to visit. I spontaneously decide in favour of Bacharauch. I am amazed at how many old advertising signs are still in place here. On another trip, I should pay more attention to whether this was a coincidence. We also take the opportunity to enjoy a glass of local wine.

With a few stops here and there, we slowly work our way upstream towards Koblenz. Looking at the clock, a visit to Marksburg Castle 4 fits into the plan. But I hadn’t reckoned with the closure of the B42 at Lahnstein. The diversions costs several minutes. We don’t go on the guided tour as the next English tour doesn’t start for another hour. So we briefly enjoy the view before continuing our journey.

We take the B49 to Cochem. We treat ourselves to a strawberry punch in the town centre. Cochem doesn’t have much to offer. But we don’t have time to visit Bernkastel-Kues or Traben-Trabarch. So we return to Koblenz. This time on the B412.

Von Koblenz habe ich keine Bilder gemacht. Mein Archiv ist voll. Ich habe natürlich vergessen, dass jetzt etwas in diesem Blogeintrag fehlt. Wir besuchen die wichtigen Orte: Deutsche Eck, Blick auf Festung Ehrenbreitstein5, Liebfrauenkirche, sowie all die Plätze, die es in Koblenz gibt. High Noon und Mutti sind geschlossen, damit fällt gutes Bier aus und wir gehen, auch angsicht der Uhrzeit zum Abendessen über.

Das es unser letzten Abend in Deutschland ist, muss es heute deutsche Küche sein. Aber wo? Die meisten Orte sind aus meiner Sicht „mid“. Mein Favorit, das Alt Coblenz ist geschlossen. (Notiz an mich selbst: Koblenz auf einem Sonntag ist totlangweilig.)

Wir entscheiden uns für das Weinhaus Hubertus. Es war eine gute Wahl. Der Gastraum mit seinen dunklen Hölzern strahlt die typische „deutsche Gemütlichkeit“ aus und das Essen ist super. Bevor wir nach Frankfurt zurückkehren, zeige ich Toni noch wo und wie ich wohne.

I didn’t take any pictures of Koblenz. My archive is full. Of course, I forgot that something was missing from this blog entry. We visit the important places: Deutsches Eck, view of Ehrenbreitstein Fortress6,, Liebfrauenkirche, as well as all the places there are in Koblenz. High Noon and Mutti are closed, so there’s no good beer and we move on to dinner, also in view of the time.

As it’s our last evening in Germany, it has to be German cuisine tonight. But where? Most places are ‘mid’ from my point of view. My favourite, the Alt Coblenz, is closed. (Note to self: Koblenz on a Sunday is boring as hell).

We decide in favour of Weinhaus Hubertus. It was a good choice. The dining room with its dark wood exudes the typical ‘German cosiness’ and the food is great. Before we return to Frankfurt, I show Toni where and how I live.

Kurzlaub – Deutschland

Samtag, 27.04.2024 – Technikmuseum Speyer und Heidelberg

Nach einem entspannten Frühstück und einen Blick auf die Uhr, stellen wir den Plan für heute um. Heute geht es ins Technikmuseum Sinsheim und nach Heidelberg.

Spannendes ist nicht passiert. Wir sind gemütlich (120 mph) über die Autobahn geglitten. Das Museum besticht wie schon bei meinem letzten Besuch durch eine Mischung aus Fahrzeugen, Flugzeugen und Lokomotiven. Obwohl, nach einem Jahr in den USA, speziell in Monterey, CA, ist mein Blick auf die Fahrzeugexponate anders. Und wenn ich recht überlege, das Car Museum in Sacramento hatte ein paar überraschende Exoten. So etwas Spezielles fehlt hier, glaube ich.

After a relaxed breakfast and a glance at the clock, we change the plan for today. Today we’re going to the Sinsheim Museum of Technology and to Heidelberg.

Nothing exciting happened. We glided comfortably (120 mph) along the motorway. As on my last visit, the museum impresses with a mixture of vehicles, aeroplanes and locomotives. Although, after a year in the USA, especially in Monterey, CA, my view of the vehicle exhibits is different. And come to think of it, the Car Museum in Sacramento had a few surprising exotics. Something that special is missing here, I think.

Im Technikmuseum gibt der Akku meiner Kamera auf. Ich hatte vergessen, ihn zu laden. Verdammt. Ich habe mich so daran gewöhnt, dass meine Pentax drei Backup-Akkus hatte (einen davon im Vertikalgriff), dass ich jetzt umlernen muss. Ich ich kaufe weitere Akkus und einen Vertikalgriff. Das hilft aber hier und jetzt nicht weiter und so sind alle Bilder aus Heidelberg mit meinem US-Smartphone aufgenommen (im Vergleich zu meinem dt. Knochen ist die Kamera zumindest akzeptabel schlecht).

Und wir haben Glück mit der Umplanung der Reiseroute. Morgen findet ein Maratholauf statt. Dann wird die Innenstadt ein Chaos sein. Ich war zuletzt 2015 in Heidelberg. Viel geändert hat sich nicht. Wir schlendern planlos durch die Altstadt. An der Heiliggeistkirche kommt man ja automatisch vorbei. Die umgebenden Fachwerkhäuser sorgen für die richtige „This is Germany“-Stimmung.

The battery in my camera gives up in the technology museum. I had forgotten to charge it. Damn. I’ve got so used to the fact that my Pentax had three backup batteries (one of them in the vertical grip) that I now have to retrain. I buy more batteries and a vertical grip. But that doesn’t help here and now and so all the pictures from Heidelberg are taken with my US smartphone (compared to my German one, the camera is at least acceptably bad).

And we are lucky with the rescheduling of the itinerary. There’s a marathon tomorrow. Then the city centre will be a mess. I was last in Heidelberg in 2015. Not much has changed. We stroll haphazardly through the old town. You automatically pass the Heiliggeistkirche church. The surrounding half-timbered houses create the right ‘Typisch Deutsch’ atmosphere.

Wir gehen runter zur Alten Brücken 7, um ein Blick auf das berühmte Brückentor zu werfen. Den Philosophenfweg lassen wird aus. Es ist schon spät. An der Kornmarktmadonna vorbei geht es zu den Treppen (Kurzer Buckel), die hinauf zum Schloss führen. Vor dem Aufstieg decken wir uns mit Proviant (Bier) ein. Oben am Schloss angegekommen ist es 18:05 und Schloss hat gerade geschlossen. Timing.

Aber die restliche Anlage ist immer noch beeindruckend genug. Und ich vorangig hierher gekommen, um mit dem Ausblick auszugeben. Immerhin ist dies eines der Fotos, das man in fast jedem Reiseführer für Deutschland findet. Und er Tag ist eigentlich auch schon rum. Sonnenuntergang ist etwa in einer halben Stunden.

We walk down to the Old Bridge 8 to take a look at the famous bridge gate. We skip the Philosopher’s Path since it’s already late. We walk past the Kornmarktmadonna to the steps (Kurzer Buckel) that lead up to the castle. We stock up on provisions (beer) before the ascent. When we reach the top of the castle, it’s 18:05 and the castle has just closed. Timing.

But the rest of the complex is still impressive enough. And I came here primarily to spend time with the view. After all, this is one of the photos you’ll find in almost every travel guide to Germany. And the day is actually already over. Sunset is about half an hour away.

Abendessen gab es dann in einem Restaurant in der Mitte von Nirgendwo, einem Ort namens Lorsch (ich wollte einen kleinen Umweg über Mannheim machen, wegen der guten alten Zeit, habe aber ein paar Baustellen und Umleitungen vergessen).

Der Name des italienischen Restaurants ist „La Famiglia“ und wir waren vermutlich die einzigen Nichtitaliener. Das Essen war lecker (Foto) und habe aber immer noch nicht raus, wie dieses Resto an diesem Standort überleben kann.

Nachdem klar wird, dass wir keine Eppelwoi-Kneipe mehr unserer Zeit in Frankfurt unterbrngen können, holen wir uns nach unserer Rückkehr nach Frankfurt zwei Dosen Bembel an einem Späti; besser als gar nichts.

We then had dinner in a restaurant in the middle of nowhere, a place called Lorsch (I wanted to make a small diversions via Mannheim because of the good old days, but forgot about a few roadworks and diversions).

The name of the Italian restaurant is ‘La Famiglia’ and we were probably the only non-Italians. The food was delicious (photo) and still haven’t figured out how this resto can survive in this location.

After realising that we can’t fit in any more Eppelwoi pubs in our time in Frankfurt, we pick up two cans of Bembel at a Späti on our return to Frankfurt; better than nothing.

Kurzlaub – Deutschland

Freitag, 26.04.2024 – Toni in Frankfurt eingesammelt

Wow. Es sind mehr als drei Monate, seitdem ich Monterey verlassen habe. Schon damals stand der Plan für diesen Kurzurlaub. Nach einem halben Arbeitstag hole ich den Mietwagen bei Sixt. Dieses Mal mit Vollkasko ohne Selbstbeteiligung. Sicher ist sicher. Dann geht es nach Frankfurt. Die A3 ist nervig wie immer. Ich lande gleichzeitig mit dem Flugzeug und habe genug Zeit, um einen Begrüßungssekt zu kaufen; natürlich am Flughafen; kost ja nix.

Wow. It’s been more than three months since I left Monterey. The plan for this short holiday was already in place back then. After half a working day, I pick up the hire car from Sixt. This time with fully comprehensive insurance with no excess. Safe is safe. Then it’s off to Frankfurt. The A3 is as annoying as ever. I land at the same time as the plane and have enough time to buy a welcome drink; at the airport, of course; it doesn’t cost anything.

Toni’s Einreise und die Koffer ziehen sich. Es ist und bleibt Frankfurt Airport. Dann endlich das Wiedersehen. Die letzten drei Monate sind ausgeblendet. Und hier und jetzt beginnt der erste Kurzurlaub in Begleitung.

Im Anschluss an den Begrüßungssekt (und nach dem Zahlen von 30€ Parkgebührt für 90 Minuten) geht es zu unserem Hotel (Hotel am Berg), ein kleines, schnuckliges Hotel im Wohngebiet südlich und fußläufig, aber Sachsenhausen. Und ich glaube ich habe einen neuen Favoriten.

Toni’s entry and the suitcases drag on. It is and remains Frankfurt Airport. Then finally the reunion. The last three months have faded away. And here and now begins the first short holiday in company.

After the welcome champagne (and after paying a €30 parking fee for 90 minutes), we head to our hotel (Hotel am Berg), a small, cosy hotel in a residential area to the south, but within walking distance of Sachsenhausen. And I think I have a new favourite.

Ein wenig ist am Tag noch dran. Das reicht für Frankfurts Altstadt. Auf dem Weg dorthin liegt der Laden von „Held der Steine„. Der ist allerdings gerade in Florida. Über den Eisernen Steg geht es dann zum Römer und weiter zum Liebfrauenberg. Wir kaufen etwas Käse, denn ich wir einen Bar gefunden, die Aperol Sprizz hat. Wir machen dort weiter, wo wir in den USA gestoppt habe: Gay-Dekadenz. Das Wetter ist perfekt dafür. Urlaubsfeeling hat sich bereits eingestellt.

Fürs Dinner geht es ins Muku Ramen. Meine anderen Favoriten (J’epoca SAKAbar, CAGLA und Harrys New York Bar) hebe ich mir ebenso wie eine Kneipentour durch Sachsenhausen für den nächsten Besuch auf. Zugegeben, ein Lokal mit deutscher Küche wäre passender, aber da kenne ich in Frankfurt kein einziges. Und ich will ach kein Risiko eingehen.

There’s still a little left in the day. That’s enough for Frankfurt’s old town. On the way there is the ‘Held der Steine’ shop. However, it’s currently in Florida. We cross the „Eiserner Steg“ to the Römer and continue to Liebfrauenberg. We buy some cheese because I’ve found a bar that serves Aperol Sprizz. We continue where we stopped in the USA: Gay Decadence. The weather is perfect for it. The holiday feeling has already set in.

We head to Muku Ramen for dinner. I save my other favourites (J’epoca SAKAbar, CAGLA and Harry’s New York Bar) and a pub crawl through Sachsenhausen for my next visit. Admittedly, a pub with German cuisine would be more suitable, but I don’t know a single one in Frankfurt. And I don’t want to take any risks.

 

Jahr ohne Japan .. (7) Hamburg

So wie es aussieht fällt die Japanreise 2022 aus. Die Grenzen sind für Touristen wie mich weiterhin geschlossen. Bleibt mir nur, dieses Jahr mit anderen coolen Dingen zu füllen. 12 Monate – 12 Ideen.

Tag 1 – Ankunft

Die Anreise in Hamburg erfolgte spät. Ich wollte mich nicht mehr weit bewegen und außerdem bekam ich ein Zimmer-Upgrade: Zimmer 23. Das mit dem Balkon mit Blick auf die Alster.

St. Georg ist ein guter Ort für ein Abendessen. Allerdings bin ich wählerisch. Die Wahl viel auf Frau Möller: Labskaus und dazu ein Duckstein. Danach habe ich noch eine extrem coole rooftop-Cocktailbar gefunden: Das Heritage mit Blick auf die Alster. Wohl mit der beste Spot für einen sommerlichen Sonnenuntergang.

Und ja, danach habe ich noch mit Champagner auf dem Balkon gechillt. Denn immerhin ist mein Hotel in der gleichen Straße wie das berühmte Atlantic (mit Dauergast Udo Lindenberg). Und man kann sich das von der Differenz bei den Übernachtungskosten spielend leisten. Stil ist, was man daraus macht. Was soll es sein: Business-Class oder Economy + Champagner.

 [Foto]

Tag 2 – Kiez

Der Kurzurlaub startete mit einer Kiez-Tour: Schanze, Karolinenviertel, Reeperbahn, St.Pauli. Auf dem Weg dorthin ging es an der Alster vorbei und dann quer durch Planten und Bloomen. Ich trödel ein wenig. Niemand hetzt mich.

Auf der Schanze gab es Fish’n’chips zum Mittag. Und da Fisch schwimmen muss, folgten auf der Reeperbahn ein paar Bier. Natürlich in den traditionellen Lokalitäten Elbschlosskeller (24/7 geöffnet seit Jahrzehnten) und Zur Ritze.

Es folgte ein Abstecher zu den Landungsbrücken. Dazu gehören natürlich auch ein Hot-Dog am kleinen Kiosk an den Landungsbrücken, sowie etwas später eine Currywurst und eine große Gewürzgurke am Stand nebem dem St.-Pauli-Elbtunnel. Ich liebe diese Tradition.

Der Abend endete im Pulverfass (burlesque Travestie-Show) mit dem ein oder anderen Aperol Sprizz.

Tag 4 – Hafenrundfahrten

Gestern war Familientag. Über meinen Abstecher zum Chrome berichte ich irgendwann einmal separat. Heute standen die Barkassenfahrten auf dem Plan; wie immer mit Abicht.

Da ich die Touren nun schon zum x-ten Mal machen, bleibt genug Zeit für ein Bier (oder ein paar mehr). Dennoch; auch dieses Mal nehmen die Barkassen wieder leicht anderen Routen als vorher. Ich glaube ich bin bisher nicht einmal die gleiche Strecke gefahren (außer bei der Lichterfahrt). Und der Tag war gut gewählt. Mehr dazu später. Der Tag hatte genug Lose für einen Abstecher zum Schellfischposten (Stichwort Ina’s Nacht).

Abendessen habe ich im alten Turm im Portugiesenviertel eingenommen: Tasquinha Galego. Und wie jedes Mal unterschätzte ich die Portionsgröße bei den Petiscos (Tapas). Ich hatte Feijioada de marisco  (weiße Bohnen mit Meeresfrüchten), Lulas à Tasca (Tintenfisch), Coelho á Caçador (Kaninchen) und Chanfana á Tasquinha (Lammgulasch). Viel zu viel, aber so lecker !!! Ich kann auch Ameijoa a Bulhão Pato (Venusmuscheln in Koriander-Weißwein-Sud) empfehlen; hatte ich das letzte Mal.

Lichterfahrt: Diese Fahrt hatte gleich vier Highlights: HMM Gdansk, Ever Globe, CMA CGM Palais Royal und Ain Snan Express. Sie gehören zu den größten Containerschiffen. Und vier auf einmal anzutreffen ist schon ein Wunder.

Die Gdansk ist ein Megamax-Schiff und gehört zu den größten der Welt. 400 m lang, über 61m breit; breit genug um 24 Container nebeneinander zu stapeln. 12 Container übereinander passen unter Deck; weitere 13 Container können über Deck gestapelt werden. Insgesamt sind das dann 23.934 TEU. Nur die weltweitgrößten Containerschiffe der Evergreen A-Klasse können 58 TEU mehr aufnehmen. Die 82.096 PS des 2-Takt-Diesels bringen das Schiff auf 22,4 kn.

Nur unwesentlich kleiner ist die CMA CGM Palais Royal. Auch sie ist ein Schiff der Megamax-24-Klasse und fasst 23.000 TEU. Ihr fehlt salopp formuliert die 13. Reihe über Deck. Sie wird mit LNG (Flüssigerdgas) angetrieben (trotzdem ist der Motor ein 2-Takt-Diesel ??? muss ein Schreibfehler sein).

Die Ever Globe ist das Schwesterschiff der Ever Given, das im Suezkanal feststeckte. Sie ist ein Schiff der Suezmax-Klasse und passt damit „theoretisch“ durch den Suezkanal, aber nicht durch den Panamakanal. Sie ist eine Containerreihe schmaler als die Gdansk und eine Reihe flacher. Sie fasst bei gleicher Länge daher nur 20.124 TEU.

Das „kleinste“ Schiff der vier ist die Ain Snan Express (UASC A13-Klasse) mit „nur“ 366m Länge (immer noch mehr als 3 Fußballfelder lang) und „nur“ 51,20 m Breite. Damit zählt sie zu den Post-Panamax-Schiffen. Seit dem Ausbau des Kanals 2016 kann sie aber als einziges Schiff der vier den Panalkanal passieren (die maximale Breite ist jetzt 55m). Das Ladevolumen von 13.470 TEU ist nur etwas mehr als die Hälfte der HMM Gdansk. Dieses Schiff alleine sorgt für Fotoaktivitäten bei den Touristen. Und heute war es das kleinste. Wow.

TEU bezeichnet das Volumen/Gewicht eines 20-Fuß-Standardcontainers. Auf deutschen Autobahnen fahren viele LKW oft mit 40-Fuß-Containern (oder 2x 20-Fuß).  Um die Ever Globe zu entladen bedarf es also 10.062 LKW, die typischerweise knapp 19m lang sind. Das ergibt eine LKW-Kolonne von über 191 km !!! Ein Güterzug wäre nur unwesentlich kürzer.

Tag 5 – Altes Land

Der letzte Tag in Hamburg startet am Erfrischungsraum Brandshof, einer alten Tankstelle aus den 50ern, in der es heute u.a. lecker Kaffee und Kuchen gibt, oder Currywust-Pommes. Dies ist ein beliebter Oldtimer-Treff hier in Hamburg; nicht nur weil es hier eine GTÜ-Prüfstelle gibt (und der Prüfer Oldtimer-Fan ist). Heute, mitten in der Woche, war jedoch wenig los.

Zweiter Stopp war dann Schuppen 50 im Freihafen (ja ich weiß, es ist kein Freihafen mehr). Hier ist das deutsche Hafenmuseum. Zu sehen gibt es: einen alten Hafenkran mit Dampfmanschine, einen Saugbagger mit Dampfmaschine, die 4-Mast-Bark Peking (Schwesterschiff der Passat und Mitglied der Flying P-Liner), die Senatsyacht Schaarhörn und der Frachter Bleichen. (Leider waren nicht alle Schiffe zugänglich.) Daneben ist stehen hier Lokomitoven und Wagen der alten Hamburger Hafenbahn und diverse Hafenkräne.

Gegen Mittag breche ich dann ins Alte Land auf. Hier gehen die Uhren langsamer, und das schon seit dem 12. Jahrhundert. Es ist das größte geschlossene Obstanbaugebiet Europas (10.700 ha). Der Fokus liegt auf Äpfeln (77%). Es werden aber auch Kirschen, Birnen und anderes Obst und Gemüse geerntet.

Überall finden sich alte reetgedeckte Häuser. Einen festen Plan bzw. eine Fahrroute habe ich nicht. Ich schaue einfach was ich finde. Hier kann man einen ganzen Tag vertrödeln, einschließlich Pausen an einem der Elbstrände, die es hier gibt (inklusive Blick auf die großen Pötte).

Was habe ich nicht geschafft?

So viele Dinge: Ich war nicht im Daruma. Ich war nicht in der Oberhafenkantine für eine Portion Bratkartoffeln. Beides werde ich zeitnah nachholen.