Archiv der Kategorie: Off Topic

alles was nichts mit Japan zu tun hat, aber dennoch würdig ist, gepostet zu werden

USA 43.1 – Sacramento

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

Freitag 15.12.2024 — Sacramento ist die Hauptstadt von Californien. Aus touristischer Sicht war die Stadt nie auf meiner Liste. Tony hatte aber die Idee, die Stadt zu besichtigen und bei FurryParty Roar! vorbeizuschauen. Ich kann wetten, dass ich viele Furs aus San Francisco dort treffen werde. Und ja, warum nicht nach Sacramento.

Freitag nach der Arbeit geht es los. Tony hat ein AirBnB gebucht. Ich bin gespannt was das wird. Die Fahrt ist wenig spektakulär. Bis San Jose geht es auf gewohnter Strecke, dann schwenken wir auf die 680. Auf der 580 geht es an Livermore vorbei.

Für Nerds: Hier ist die National Ingnition Facility von Lawrence Livermore National Laboratories. Hier steht ein Fusionsreaktor und der weltstärkste Pulslaser. Der Reaktor diente als Warp-Kern der Enterprise in der Kelvin-Timeline. Leider gibt es derzeit keine Besucherführungen.

Über Stockton geht es auf der I-5 durch die Nacht weiter nach Scaramento. Ein paar Dinge kommen mir von der Fahrt zum Burning Man bekannt vor. Die Straßen in Sacramento sind aus Schachbrett in Zahlen und Buchstaben organisiert. Das erinnert ein wenig an Mannheim. Unsere Unterkunft ist 18th Street and O Street.

Es ist ein älteres, typisch amerikanischens Haus in in einer reinen Wohngegend. Im Hintergrund hört man das klingeln einer Bahnstrecke. Ich hoffe die Züge fahren hier nicht die ganze Nacht durch. Das Haus ist etwas eklektisch aufgebaut. Ich vermute es wurde mehrfach umgebaut und ergänzt.

Samstag 16.12.2024 — Der Tag beginnt entspann mit Fürhstück im The Porch. Es wirbt mit Südstaaten-Vibe und -Essen. Ich tendiere kurz zu Benedict Ham1, entscheide mich dann aber doch für Brisket & Biscuit.

Der Park mit dem State Capitol ist fußläufig erreichbar. Ich habe etwas gegoogelt. In Sacramento gibt es nicht viel zu sehen: Das Capitol, Old Sacramento am Wasser, die Tower Bridge, die gleichzeitig Wahrzeichen von Sacramento ist. Es gibt es Eisenbahnmuseum und ein Classic Car Museum; beides steht für morgen auf dem Plan.

Viele öffentliche Gebäude an N Street haben den Charme der 20er-Jahre: Bauhaus, Art Deco. Vorbei an Gebäude des California State Senate geht es zur Cathedral of the Blessed Sacrament. Eine der schöneren Kirchen in den USA. Dies liegt an dem weißen Marmor. Ich vermute es ist das gleiche Baumaterial, aus dem auch der Senate gebaut wurde.

Und dann sind da die Murals (Bilder im nächsten Blogeintrag). Für Sacramento gibt es sogar die Webseite Wide Open Walls, die über 170 Murals auflistet. Ich habe nicht vor, alle zu finden. Troztdem ist es ein wenig wie eine Schnitzeljagd durch die Stadt. Sicherlich eine gute Idee für einen Red Plot, um die Stadt zu erkunden. Die paar Sehenswürdigkeiten macht man dann so nebenbei mir.

Hier, nördlich der Kirche ist die Jazz Street und die ersten Murals, die ich mit Hilfe der Webseite aufsuche. Auf dem weiteren Streifzug durch die Stadt finden wir typische amerikanische Gebäude. alles im Stil der 20er/30er Jahre: Ein altes Theater/Kino, riesige Gebäude, die einen ganzen Block groß sind.

Wir sind jetzt an der 3rd Street, haben das Stadtzentrum von Sacramento also erfoglreich durchquert. Es geht unter I-5 hindurch nach „Old Sacremento“, der Altstadt. Hier könnte man ohne Probleme einen Western drehen. Aber alles ist zugeparkt. Was habe ich erwartet. Deutsche Altstädte sind schließlich auch zugeparkt. Das hier ist kein Freilichtmuseum.

Die Altstadt ist eine Mischung aus Holz- und Steingebäuden. Mir fallen die erhöhnten Fußwege auf, die aus Holz gebaut sind. So etwas sieht man sonst nur in Western. Die Fußwege sind teilweise überdacht, wobei die Dächer Teil der Gebäude sind. Es erinnert mich ein wenig an Einkaufsstraßen in Japan. Ich vermute, die Japaner haben die Idee als den USA übernommen.

So kurz vor Sonnenuntergang bleibt gerade noch Zeit für ein paar Fotos von der Tower Bridge; eine gelbe Hubbrücke, die das Wahrzeichen von Sacaramento. Sie glüht fast golden in der tief stehenden Sonne.

Wir testen zwei Pubs für ein Abschlussbier. Aber beide sind nicht wirklich unser Stil. Es sind mehr Saufhallen, für junges Publikum. Erst jetzt merke ich, was für ein Glück ich im Monterey habe: Peter B’s, Turn 12, Crown and Anchor, selbst das Bull Dog ist ein anderes Level als das hier.

Was bleibt ist der lange Fußmarsch zurück zur Unterkunft, oder zumindest bis zur 18. Straße. An der Ecke 18th/Capitol Ave (ist eigentlich M Street) gibt es das Zócalo, ein mexikanisches Restaurant. Was für schöner Abschluss für den Tag; der noch nicht ganz vorbei ist. Heute Abend ist Roar!, die FurryParty im Bear Dive.

USA 42 – Washington, D.C.

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

Gestern war der offizielle Teil meiner Washington-Reise. Heute kommt der entspannte, private Teil. Ein Kollege hat Zugangskarten für das Weiße Haus und einen Besuch im Capitol organisiert.

Vom Flughafen Dulles aus fährt ein Commuter-Zug über Reston nach Washington D.C. 2 Der Weg zum Bahnhof wäre nur halb so lang gewesen, wenn ich am Wanderweg rechts abgebogen wäre. Verdammt. Die nächste Hürde, das Zugticket, meistere ich nur mit der Hilfe des Bahnmitarbeiters. Selbst Automaten in Japan sind intutiver zu bedienen; auch in Japansich.

Ich steige Farragut North aus, nördlich vom Weißen Haus. Da ich genug Reservezeit habe, laufe ich einmal um den President’s Park herum. Die Flaggen sind auf Halbmast. Stimmt, Pearl Harbour. Der Park ist abgeriegelt und ich sehe eine  Chanukkia. Stimmt, Chanukka beginnt heute.

The White House — Der Zugang zum Weißen Haus führt durch zwei Ausweiskontrollen und zwei Sicherheitskontrollen. Drinnen ist in Weihnachtsdekoration geschmückt. Alles Alles. Und ich meine amerikanische Dekoration. Übertrieben wie Disney Land. Natürlich kaufe ich einen Coin als Souvenir.

Mit einem uber fahren wir weiter zum Capitol, genauer gesagt zum US House of Rpresentatives an der Independence Ave. Auf der Fahrt sehe ich zur Linken das Smithsonian. Für einen Besuch dort brauche ich einen zweiten Tag in Washington. Wir gehen weiter zum Cannon House. Dort ist das Büro des Senators, der den 19. Congreassbezirk vertritt, zu dem Monterey gehört. Ist schon cool, dass man seinen Abgeordneten besuchen kann. Sein Bürosachbearbeiter wird uns durch das Capitol führen.

The Capitol — Rüber zum Capitol geht es durch unterirdische Korridore, die das Capitol mit den umliegenden Bürogebäuden verbinden. Das Gebäude ist riesig und ich kann schon gar nicht mehr sagen, was wir alles gesehen haben … Wir sind die Inaugural Staircase hinaufgegangen; haben die Old Supreme Court Chamber besichtigt, die Rotunda (das Innere der großen Kuppel), die National Statuary Hall Cellection, die Capitol Crypt, konnten das Fresco The Apotheosis of Washington bewundern, die Hall of Columns.Wir haben sogar einen Blick in das House of Representative geworfen. Und natürlich habe ich am Ende der Tour einen Coin gekauft.

Supreme Court — Nach dem Capitol schaffen wir es gerade noch, einen schnelle Blick in das Gebäude des Supreme Court zu werfen. Das schließt für Besucher bereits um 15 Uhr. Und: Coin gekauft.

The Mall — Nach dem Supreme Court trennen sich unsere Wege. Ich will The Mall entlang. Erst zum Washington Monument, wo ich heute morgen schon kurz war, und dann weiter zum Lincoln Memorial. Ich hätte vorher einen Blick auf den Maßstab der Karte werfen sollen. Der Weg ist lang, lang, sehr lang. Es ist etwa eine Meile bis zum Washington Monument und einer weitere Meile bis zum Lincoln Memorial. Links und rechts der Mall liegen die National Gallery of Arts, mehrere Smithsonian’s, Smithsonian Castle und viele andere kulturelle Highlights. Naja, zumindest erreiche ich heute locker meine 10.000 Schritte. Auf dem Weg liegt auch noch das WWII Memorial und das Korean War Veterans Momorial. Ja, hier ist sehr viel Pathos unterwegs.

Lincoln Memorial — Kurz vor Sonnenuntergang bin ich dann endlich auf der anderen Seite. Ich gehe die TReppen hinauf zur berühmten Statue von Lincoln. Ein Blick zurück. Wow. Das Washington Monument glüht förmlich in der Sonne. Hinter dem Memorial kommt der Potomac River. Dort endet Washington (siehe Fußnote).

Der Tag ist rum. Heute ist in Reston an der Verbindungsstelle ein „German Christmas Market“, organisiert und durchgeführt vom Personal der Verbindungsstelle. Ich gehe die 23rd St nach Norden zurück zu Bahnlinie/U-Bahn. Die Story hinter dem Namen der UBahn-Station werde ich irgendwann noch mal googeln: „Foggy Bottom“. Die Fährt führt nach zurück nach Reston und in die Nacht.

Die Idee mit dem Weihnachsmarkt war gut. Zu gut. Denn auch hunderte andere hatten diese Idee. Die Warteschlage vorm Eingang (das Gelände ist dann doch sehr klein) reicht weit zurück, ruter zum Sunrise Valley Drive und dort bis hinter die Kreuzung South Lake Drive. Am Ende der Schlange angekommen sagt google-maps, dass es 400m bis Weihnachtsmarkt sind. Nein Danke. Ich erfahre, dass man ab hier etwa 2-3 Stunden in der  Schlange steht. Wow. Entweder ist dieser Weihnachtsmarkt der absolute Hammer oder es ist das einzige, das in Reston passiert.

Ich brauche einen Plan B. Als ersten muss ich zurück zum Hotel, nördlich der 267. Ich kann zurück zur Bahnstation laufen oder … der Rad-und-Wanderweg von gestern und heute morgen.  Er liegt eigentlich gleich hinter (40m) dem CNRI-Gebäude. Es gibt keine Straße. Google sagt 600m Umweg. Ich sehe aber auch keinen Zaun. OK. Das war auch dumm. Denn ich muss in einen Abhang runter auf der anderen Seite wieder rauf. Keine Ahnung wie ich das geschafft habe. Das mache ich nicht noch mal. Aber ich stehe auf dem Trail. Zum Hotel sind es nur noch 600m.

Hm. Laut google hat das Fahrradgeschäft zur Linken eine Craftbeer- Brauerei. Bitte, wie? Aber es stimmt. Bike Lane Brewing and Coffee. IPA vom Fass statt Glühwein. Damit kann ich leben. Erst jetzt merke ich, was für einen Umweg ich heute morgen gelaufen bin, etwa 400m.

Ich erfahre auch, dass es Pupatella (etwa 500m entlang des Trails) gute Pizza und Craftbeer hat. Ich glaube, ich habe mein Abendessen gefunden. Die Pizza war lecker. Der Abend hat auch ohne Weihnachtsmarkt ein gutes Ende gefunden. Morgen geht zurück nach Monterey.

 

 

USA 41.4 – Barringer Crater

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

Sonntag 26.11.2023 (Teil 2) — Jetzt geht es vom Grand Canyon runter nach Phoenix, AZ. Das sind noch mal 220 Meilen (4 Stunden). Ich schau mal, wie ich durchkomme. Wenn ich vor 15:30 in Flagstaff bin, mache ich einen Umweg über den Barringer Crater. Auf gehts …

Die Fahrt ist wenig spektakulär. Die Landschaft ist abwechseld. Bei Grand Canyon Junction bleibe ich auf der 64 runter nach Willams, wo ich auf die I-40 wechsele. Wie ich erst später erfahre: Dieser Abschnitt ist Teil der historischen Route 66.

Entspannt geht es nach Flagstaff. In der Ferne sehe ich eine schneebedeckte Bergkette, die Einzige in der ganzen Region. Ja, es ist Ende November. Um 15:35 Uhr bin ich am Kreuz I-40/I-17. Das wird eng, aber den Krater schaffe ich. Die Landschaft ist jetzt ganz anders: flach wie Holland, braun, ein paar (fast) grüne Büsche und unspektakulär.

Die nächste Abfahrt, so sagt das Schild, ist „Two Guns3 und ich glaube rechts am Horizont den Kraterrand zu sehen. Eine Abfahrt weiter muss ich runter. Und ja, es ist der Krater. Ein Wegweiser: „5 Miles to Impact“; das nächste Schild: „Speed Limit Cars 50 mph, Meteors 26’000 mph“. Humor haben die ja.

Der Kraterrand ist die einzige nennenswerte Erhebung im Umkreis von etlichen Kilometern. Ich habe 40 Minuten; sollte, muss reichen. Eintritt bezahlt, um die Kurve und die Treppe rauf. Leider muss ich die Videoshow auslassen. Da hätte es sicherlich viele Infos gegeben. Vorbei an einer Apollo-Testkapsel (ich muss mal schauen, ob ich vor der Rückreise nach Deutschland noch nach Cape Canaveral komme). Nach ein paar weiteren Treppen stehe ich oben: der Barringer Krater Die Daten sind irre: 1200 m Durchmesser, 180 m tief. Der Kraterrand, lerne ich, ragt bis zu 60 m über das umgebende Gelände; kein Wunder, dass ich den von der I-40 aus gesehen habe.4

Ich versuche mich an Fotos, stelle aber fest, dass mein Weitwinkel sein Lebensende erreicht hat. Schräg gegen die Sonne habe ich trotz Sonnenblende extrem viel Streulicht von Einschlüssen im Objektiv. Zum Glück kann ich ein paar ergänzende Fotos mit meinem US-Smartphone machen.

Und dann ist auch schon 17 Uhr. Das Museum schließt. Ich stehe wieder am Auto. Bis Phoenix Airport sind es 200 Meilen / 3 Stunden fahrt. Idee: Von Two Guns sind es 4 Meilen bis zur Eisenbahnbrücke am Canyon Diablo. Ich probiere es, habe aber die Rechnung ohne die Straße gemacht. Die ersten 500 m waren noch ok, aber dann sind es nur noch Schlaglöcher mit etwas Schotterstraße dazwischen. Statt 20-30 mph sind es nur 4-6 mph.  Statt knapp 6 Minuten brauche ich über eine halbe Stunde. Wenn ich hier die Reifen oder das Fahrwerk kaputt mache, habe ich ein riesiges Problem. Ich werde immer langsamer.

Als ich endlich an der Eisenbahntrasse bin, ist es zappenduster. Der Canyon ist noch 1000 m entfernt. Nein. Ich breche das hier ab. Ich sehe so gut wie nichts. Einzige Lichtquelle ist der Vollmond. Ich beobachte zwei Güterzüge die hier sehr langsam mit dutzenden Waggons vorbeiziehen. Dann trete ich vorsichtig den Rückweg an; immer mit der Angst, dass ich ein fieses Schlagloch übersehe.

Wow. Das war ein Abenteuer. Das mach ich nicht noch einmal. Komisch, ich glaube, das habe ich schon mal geschrieben?

Es geht zurück nach Flagstaff und dann auf die I-17 nach Phoenix. 3 Stunden Fahrt; Ankunft gegen 22 Uhr; ganz entspannt. Bei Camp Verde muss ich tanken. Danach geht es nur noch bergab. Oh cool, der Ort hier heißt „Bumble Bee„.

Vor dem Airport beginnt das Chaos: Direkt an der Mietwagen-Rückgabestation finde ich keine Tankstelle. Also zwei Abfahrten zurück auf der I-17 zur Chevron, die ich gesehen habe.

obige Bilder sind ein Nachtrag zu Page, AZ (25.11.2023)

Der Wagen ist abgegeben. Das Hotel ist dummerweise genau auf der anderen Seite von Airport. Also fahre ich mit der SKYT so weit es geht. Und das war ein Fehler. Als Fußgänger geht es hier nicht weiter. Keine Chance. Man kommt nicht einmal zurück zum Airport. Und die uber-App erlaubt hier keine Abholung. Ich muss zurück zur SKYT. Eine Stunde verschwendet für nichts. Ich kämpfe mich durch den Airport zum Pickup-Point. Wow. Absolutes Verkehrschaos auf 4 (oder sind es 5) Spuren. Wie soll ich hier meinen uber finden? Wieso ist hier nach 23 Uhr noch so viel Chaos? Und wieso dauert der uber 25 Minuten? PHX ist nicht mein Flughafen. Wir werden keine Freunde mehr.

Diese Odyssee zum Hotel hat mich zwei Stunden und den letzten Nerv gekostet. Es ist kurz vor Mitternacht. Ich checke ein und buche das Airportshuttle um 6 Uhr. Das wird eine kurze Nacht. Schade. Das Zimmer ist echt geräumig. Zum Glück gab es an der Rezeption noch ein Feierabendbier. Hmmm, wenn ich richtig erinnere, hatte ich heute außer ein paar Snacks von der Tankstelle nichts gegessen.

Montag, 27.11.2023 — Mit dem Shuttle ist es viel entspannter. Ich bin nicht wirklich ausgeschlafen. Frühstück am Airport. Der Flieger geht um 8:16 Uhr und landet um 9:27 Uhr. Es lebe die andere Zeitzone. Ric weiß, dass ich etwas später auf der Arbeit bin.

Wow, das war ein Wochenende: Vegas, Hoover Damn, Horseshoe Bend, Marble Canyon, Snake and Owl Canyon, Grand Canyon, Barringer Crater, M82A1 (.500 cal) abgefeuert … und 1000 Meilen durch Nevada, Utah und Arizona gefahren.

 

USA 41.1 – Horseshoe Bend and Antilope Canyon

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

Marble Canyon — Ich hoffe, dass der heutige Tage ohne Komplikationen verläuft. Zur Sicherheit starte ich den Tag mit einem Kaffee. Kein Streß. Dann starte ich zur Navajo Bridge, die über den Marble Canyon führt. Heute führt der Verkehr über die neue Brücke von 1995. Ich interessiere mich für die baugleiche Version von 19295, die direkt daneben steht und für Fußgänger weiterhin geöffnet ist. Unter mir ist der Colorado River. Das Ding hat den Grand Canyon geformt? Wirklich? Ich genieße etwas die Ruhe. Hier ist nicht viel los.

Hinter der Brücke ist eine Poststation6. Ich frage kurz nach, wie ich die .500cal nach Monterey kriege. Ich habe total vergessen, dass ich mit dem Flugzeug nach Monterey reise. Keine gute Idee, das Ding im Handgepäck zu haben. Ich kaufe Briefumschlag und Briefmarke. Ich plane heute Abend im Hotel weiter, ob Post wirklich eine gute Idee ist.

Mit ein paar Photostopps geht es zurück nach Bitter Sprincs und auf der 89 hinauf zum Aussuchtspunkt (Antilope Pass Vista), den ich auf dem Hinweg gesehen habe. Und natürlich klebt hier ein „Waren sie schon mal in BaWü“-Aufkleber; gleich neben der Kopie aus Bayern.

Horseshoe Bend — Den nächsten Stopp kennt jeder aus den Reiseführern; noch bekannter als der Grand Canyon: Horseshoe Bend, Arizona in einem Foto. Vom Parkplatz sind es etwa 600m Fußweg bis zur Kante. Ich kenne die Moselschleifen. Das hier ist der große Bruder. An der Kante geht nahzu senkrecht 300 Meter hinab. Keine Chance für Fehler. Eine Absperrung gibt es nicht.

Ich wandere ein wenig herum. Es gibt wirklich nur eine Position, von der die Flussschleife imposant aussieht. Ich verbringe einige Zeit abseits der Besuchermassen und genieße die Aussicht. Dann geht es zurück zum Auto.

Ich versuche einen Weg zum Waterhole Canyon zu finden. Der ist etwas südlich. Ich hatte ihn vorhin übersprungen. Aber so wie es aussieht kommt man nur vom Colorado River aus in den Canyon. Hier an der 89 will ich das nicht riskieren. Ich bin mir sicher, dass es Privatgelände ist; zumindest ist es Navajo-Gebiet. Und es ist Arizona. Lieber nichts riskieren.

[Bilder]

Rattlesnake and Owl Canyon — Das ist wohl das bekannteste Foto auf Instagram von dieser Gegend ist der Antelope Canyon; die Farben, die weichen Formen im Gestein. Leider sind alle Touren bei Antelope Canyon Navajo Tours für heute ausgebucht und für morgen gibt es maximal Restplätze auf einer First-Comes-Basis. Und ohne Tour kommt man nicht dorthin.

Ich bekomme den Tipp, dass es die Straße runter eine zweite Firma gibt: Black Streak Canyon Tours. Ich habe Glück. In 10 Minuten startet die letzte Tour für heute und ich kann noch mitfahren.

Nach kurzer Fahrt steigen wir in den Rattlesnake Canyon herab. Er windet sich links und rechts wie eine Schlange. Teilweise muss man sich echt verbiegen; gar nicht so einfach mit Kamera. Die Farben sind da, aber nicht so extrem wie im Internet. Da hat man sicherlich die Sättigung auf Maximum hochgerissen. Aber auch in Natur sieht das Ding phänomenal aus.

Der zweite Stopp ist Owl Canyon. Er ist nicht so imposant, aber hat seinen eigenen Charme. Außerdem nisten hier Eulen. Zwei kann ich sogar in den Felsvorsprüngen sehen. Sie haben uns im Blick.

Glen Canyon Dam und Lake Powell — Bis Sonnenuntergang sind es jetzt noch 90 Minuten. Auf zum Glen Canyon Dam. Über den bin ich gestern bei meiner späten Anreise gefharen. Er markiert den Beginn des Colorado River und des Grand Canyon; Kilometer Null. Was für ein Zufall: Hoover Dam markiert das Ende des Grand Canyon.7 Vom Overlook Vistapoint mache ich ein paar Fotos. Ich kann einfach nicht glauben, dass der Damm ähnliche Maße hat wie der Hoover Dam.

[Bilder]

Oberhalb vom Staudamm sind Lake Powell und Wahweap Bay. Hier mache ich ein paar Panoramaaufnahmen mit tief stehender Sonne im Rücken. Der Stausee ist halb leer. Es gibt die gleiche weiße Linie wie gestern am Hoover Dam. Ein Blick auf die Karte verrät: Die andere Seite vom See ist bereits Utah. Schon die Straße links von meinem aktuellen Beobachtungspunkt, passiert die Staatsgrenze in wenigen hundert Metern.

Die letzten Minuten Sonnenlicht nutze ich für Fotos vom Dam aus. Dazu parke, ich vermute rechtswidrig, an der Straße neben dem Notüberlauf und laufe den Rest zu Fuß. Ein paar Fotos gelingen. Andere sind durch Bewegungsunschärfe oder Rauschen nicht wirklich gut geworden.

Christmas Parade — Bleibt für heute nur noch der Punkt „Essen“. Ich habe wieder einmal Frühstück und Mittagessen übersprungen. Und bevor ich wieder bei Sonic Burger ende, fahre ich ins Stadtzentrum von Page. Hier ist irgendetwas los. Polizei steht mit Blaulicht quer auf der Straße. Ich biege in die  Elm Street ab. What a Nightmare (Sorry, musste sein), dann 8th Ave bis S Navajo Dr. Hier parke ich. Es sind nur ein paar Meter bis Big John’s Texas BBQ.

Ich lerne, dass gleich eine Christmas Parade startet. Na das nehme ich doch mit. Essen kann auch ein wenig warten. Angeführt, wie in Deutschland, von der Feuerwehr setzt sich die Parade in Bewegung. Timing. Ich genieße den Moment. Das war nicht auf meiner Agenda. Die Parade ist nicht lang. Page ist eine kleine Stadt. Aber ein wenig American Lifestyle tut ganz gut.

Jetzt aber zum Essen: Ich habe die zwei riesigen Smoker schon vorhin gesehen. Ich bestelle Pulled Pork mit Beans und Coleslaw. Amerikanischer geht es nicht.

Bevor es zum Hotel geht, bunker ich noch Proviant am Dollar General um die Kurve und tanke den Wagen. Nun ist aber wirklich Schluss für heute. Das Feierabendbier genieße ich auf dem Hotelzimmer.

 

USA 40.2 – Hoover Dam und .50 cal

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

Heute ist Las Vegas schon wieder vorbei. Ein Tag war definitiv zur kurz. Selbst für einen Crashkurs. Nach dem Checkout geht es direkt zur Rental Car Center des Las Vegas Airport. Hier ist mehr los am Hamburger Hauptbahnhof. Mein deutscher Führerschein ohne Ablaufdatum sorgt mal wieder für Probleme. Mein Mietwagen ist eine asiatische Brotdose.

Hoover Dam — Bevor es nach Nordosten geht, geht es erst einmal in Richtung Süden. I-215 und I-11 bringen mich aus Las Vegas raus und über den Railroad Pass zum Hoover Dam. Ich stoppe kurz am Lake Mead Vista Point für ein Foto.

Das Schöne am Hoover Dam ist die Mike O’Callaghan-Pat Tillmann Memorial Bridge8, von der man aus einen schönen Blick auf den Damm hat, auch ohne Kameradrohne.

Nach ein paar Bildern von der Brücke geht es runter zum Hoover Dam[efn_notes]Der Damm ist an der Krone 379m lang und 180m hoch (über Wassersohle)[/efn_notes]. Es dauert etwas, bis ich einen Parkplatz habe.

Ich habe mir dem Damm imposanter vorgestellt; kann aber auch sein, dass ich mich an die Größenordnungen in den USA gewöhnt habe. Der Stausee (Lake Mead) sieht leer aus. Es gibt einen deutlichen sichtbaren Rand weißen Rand um den Stausee, an dem man gut den „normalen“ Wasserstand ablesen kann. Der akutelle Pegel wird mit 1063 ft angegeben. Unter 1050 ft kann das Kraftwerk keinen Strom mehr produzieren. Der normale Füllstand ist bei 1220 ft. Da fehlen 50 Meter, etliche Millionen Liter, 2/3 des Stauseevolumens. Die vier Wassereinläufe (Pylonen) ragen weit aus dem Wasser. Auf alten Fotos ist immer nur der oberste Ring zu sehen.

Ich laufe über den Damm, mache etliche Fotos. Für die ganzen Details verweise ich auf wikipedia & Co. Die andere Seite des Damms ist in Arizona; heißt auch, dass ich die Zeitzone gewechselt habe. Dies wird mir erst bewusst, als ich die Uhr mit „Arzona Time“ an einem der beiden Pylonen auf dieser Seite des Staudamms sehe. Heißt natürlich auch, dass ich bei der Fahrt zum Hotel in Page eine Stunde auf meiner Planung verliere. Arghhh.

Burger & Bullets — Gestern hat mir ein Werbeflyer einen Floh ins Ohr gesetzt: In Arizona einfach mal mit vollautomatischen Waffen rumballern. Das ist zwar 20 Minuten in die falsche Richtung (und zurück), aber das muss sein. Auf Highway 93 geht in Richtung Mojave Desert. Die langsam ist trocken, aber geologisch interessant.

Ich weiß nicht, ob das hier richtig oder legal ist. Ich frage im General Store an der Straßen nach. Ja, ist richtig. Bezahlung aber nur in Cash und keine Quittung. Hmmm. Meine Waffenliste kostet mich mehrere hundert Dollar, mehrere. Egal.

Wir gehen zum Schießplatz. Die Bedienung trägt, sehe ich jetzt erst, eine Desert Eagle. Respekt. An derart bewaffnetes Kioskpersonal müsste ich mich aber gewöhnen. Nach einer kurzen Einweisung geht es los: Uzi. Da ist man froh, wenn die grobe Richtung stimmt. MP5. Zieht nach oben. M16. Es ist wirklich ein Plastikgewehr. AK-47. Der Sound ist unverkennbar. G36. Ich weiß nicht, warum alle meckern. Bis jetzt die zielsicherste Waffe. Ich habe eine paar Magazine durch; wenn schon denn schon.

Dann kommt das Finale: Barrett M82A1. Eine Antimaterialgewehr im Kaliber .50 BMG (12.7×99 mm NATO). Das Ding ist laut. Der Rückstoß ist heiftig, trotz Mündungsbremse. Jetzt weiß ich, warum der Platzbetreiber hinter mir stand und sich an mich lehnte. Wow. Das Ding ist reines Testosteron, reines Adrenalin.

Ich kaufe am General Store in der Nähe eine Patrone als Souvenir. Dann geht es zurück nach Las Vegas und weiter nach Page (336 Meilen9). In Las Vegas will ich beim Café Berlin fürs Mittagsessen stoppen. Dort gibt es Sauerbraten auf der Speisekarte. Leider ist der Laden wegen Thanksgiving geschlossen. Damn.

Mit Proviant von der ARCO Tankstelle geht es zurück auf die I-15, die parallel zum Strip führt. Nach 20 Meilen ist Las Vegas abrupt zu Ende. Die Landschaft ist karg, trocken. Knapp eine Stunde später bin ich wieder in Arizona angekommen. Es wird dunkel. Das Gelände wird bergig. Ich fahre durch den Virgin River Canyon. Den Temperatur fällt auf knapp über Null Grad.

Es geht weiter durch die Berge. Schneeregen. In Vegas war ich im T-Shirt unterwegs. WTF. Ich habe sicherlich nicht einmal Wintereifen; because ‚Murrica. Und da ist auch schon die Grenze zu Utah.

Auf der 9 geht es weiter. Der Regen hört auf, aber die Temperatur bleibt um die Null. Ich wechsel auf die 59 und es geht wieder durch gebirgiges Gebiet. Ich bin zurück in Arizone und die 59 ist jetzt die 38910. Ich quere das Kaibab-Rerservat. Kurz auf die 89A und dann… Fahrfehler. Ich habe die Kreuzung verpasst. Jetzt bin ich auf E Pratt. Das ist ne Gegend, da macht man die Knöpfe im Auto runter (wenn das heute noch jemanden was sagt). Das hier ist die letzte Stufe vor Trailerpark.

Schnell ne Wende, wieder auf die 89A und zurück in Utah. Auf der 89 geht es weiter nach Bigwater. Noch 75 Meilen. Ein Ende ist absehbar. Das Navi springt auf 59 Min Restfahrzeit. Endspurt.

Ich bin jetzt auf 5400 ft (1646 m) Elevation. Zur Erinnerung, der Hoover Dam war auf knapp 1232 ft (376m). Ab dem 5-Mile-Canyon geht es bergab. Und wieder zurück in Airzona sind es noch 10 Meilen. Ich will nur noch ins Bett. Ich fahre über eine Brücke. Neben wir ein Stausee. Das unter mir ist der Colorade River. Page kann ich sehen.

Hotelprobleme — Mein Hotel ist etwas außerhalb von Page an der 89; das Days Inn by Wyndham. Es ist kurz vor 23 Uhr Ortszeit. Und ich habe ein Problem. Die Buchungsplattform hat meine Reservierung verpatzt. Das Hotel weiß von nichts und hat auch kein Zimmer mehr frei. Das Hotelpersonal telefoniert mit der agoda-Hotline und wird, gerade für US-Verhältnisse, sehr direkt und ungehalten. Wow. Die sind wirklich sauer.

Zum Glück, zum Glück, ist das Hotel in indischer Hand. Der Cousin vom Chef ist Chef vom Hampton Inn & Suites gleich nebenan. Ein kurzes Telefonat und ich habe, das wohl vorletzte Zimmer.  — An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für diese unkomplizierte Umbuchung.

Ich habe ein Zimmer, eine Suite. Ich fahre noch schnell zum Sonic um zumindest einen Burger als Abendessen zu bekommen, nachdem schon das Mittagessen ausgefallen ist. Ich genieße noch Dusche mit einem Duschkopf, der echt Power hat. Mit dem Ding kannste Lack von den Möblen strahlen. Jetzt falle ich nur noch ins Bett.