Archiv der Kategorie: Off Topic

alles was nichts mit Japan zu tun hat, aber dennoch würdig ist, gepostet zu werden

Städte: Bremen

Ich war am 23.07.2026 in Bremen. Meine neue Reiseroute von Koblenz nach Lübeck beinhaltet einen Hotel-Stopp am Flughafen Bremen. Nach der Arbeit 600 km am Stück zu fahren und mit Stau erst nach Mitternacht übermüdet in Lübeck ankommen ist keine Option mehr. Ich fahren 400 km, schlafe und fahre den Rest am nächsten Morgen.

Bei der letzten Tour habe ich eine Nacht ergänzt und so einen Tag in Bremen generiert. Der Flughafen ist nur 10 Minuten mit ÖPNV von der Innenstadt entfernt.

Bremen selbst hat eine kleine, kompakte Innenstadt. Wer früh startet kann sogar eine lange Bootsfahrt am gleichen Tag machen. Heißt natürlich auch, dass Bremen nur Stoff für einen Tag hat … wenn man ohne Auto unterwegs ist.

Direkt neben dem Marktplatz mit dem Roland ist das Rathaus von Bremen. Rechts der Dom. Hinter dem Rathaus stehen die Bremer Stadtmusikanten und sind kleiner als ich dachte.

Das Rathaus  ist eines der wichtigsten Bauten der Backsteingotik, das zwischen 1405 und 1410 gebaut wurde. Die dem Marktplatz zugewandte Seite zeigt Elemte der Renaissance, die später ergänzt wurden. Da Roland-Statue stammt von 1405, ist 5,47m hoch und zeigt den Heerführer Roland.

Der untere Teil des Doms ist im romanischen Stil (Rundbögen) gebaut aus dem 11. Jahrhundert. Der obere Teil ist aus dem 13. Jahrhundert und im gotischen Stil (Spitzbögen). Es gab relavante Erweiterungen im 14. Jahrhundert. Ein Umbau, 1502 gestaret, wurde nie vollendet. Die Kirche verfiel, wurde aber im sppäten 19. Jahrhundert umfangreich renoviert und wieder aufgebaut.

Vom Marktplatz runter zum Hafen führt die Böttcherstraße. Spannend ist hier das Haus mit dem Glockenspiel. Im Südosten der Altstadtinsel gibt es den Schnoor, ein kleines Areal mit historischen Bebauung. Als Lübecker ist das ein „been there, done that“, aber für alle anderen einen Besuch wert.

Die Bremer Stadtmusikanten (Esel, Hund, Katze und Hahn) sind die Protagonisten in einem Grimm’schen Märchen, das in Bremen bzw. Umland spielt1.

Eigentlich spielt sich alles in der innenstadt zwischen Weser und Wallanlagen statt. Die Windmühle steht in den Wallanlagen und der Elefant nördlich vom Bahnhof. Das ist noch fußläufig erreichbar. Leider sind die Wallanlagen voll von Junkies. Und die Gegend zwischen Bahnhof und den Anlagen; sagen wir es so: als offen queere Person würde ich da nachts nicht unbedingt alleine rumlaufen.  Bleibt also auf der „Insel“. Elefant und Mühle habt ihr ja hier gesehen.

Die Windmühle ist die Herdentorswallmühle von 1833. Sie war eine von ursprünglich 6 Getreidemühlen in den Wallanlagen. Sie war bis 1947 in Betrieb. Der Bauform ist ein Getreideholländer. Die drei Steinmahlgänge sind immer noch betriebsfähig.

Ach ja, der Elefant ist das Antikolonialdenkmal im Nelson-Mandela-Park. Früher hieß es Reichskolonialehrendenkmal (1932) und erinnerte an auf außereuropäischem Boden gefallenen Deutsche. Damals trauerte Deutschland dem Verlust seiner Kolonien nach.

Die Bootsfahrt ist nicht so spannend wie die in Hamburg. Ich habe sie genutzt, um in Ruhe ein Bier zu trinken. Es gibt zwei Routen. Ich hatte die Tour in Richtung Hafen. Da kommt man am Mäuseturm (Molenfeuer) und den WWII-UBoot-Bunker Hornisse vorbei2. Man sieht auch die Überreste der Hellinge der Großwerft AG Weser, die 1983 geschlossen wurde (wenn man der google-KI glauben darf).

Hot Dogs

Wenn ich überlege, wie viele Hot Dogs ich in den USA gegessen habe, und wie wenige Fotos es von denen gibt … Auf der anderen Seite, warum sollte ich jedes Hot Dog fotografieren. Die Idee, diese Blogeintrag zu schreiben, habe ich 2,5 Jahre nach meiner Rückkehr. Mal schauen was ich gebastelt kriege.

Die Dänische Variante — Das ist die Version, die ich aus Deutschland kenne. die Zusammensetzung ist wie folgt:

  • Hotdog-Brötchen
  • Würstchen (Røde Pølser), gekocht, seltener gegrillt
    • milder Senf
    • Ketchup
    • dänische Remoulade
    • Röstzwiebeln
    • Gurkenscheiben; süßsauer

In den USA sieht die Sache komplett anders aus. Das einfache Hotdog hat nur Ketchup drauf. Das schmeckt so langweilig wie es klingt.

Chicago Style — Diese Variante kommt wohl am Dichtesten an die dänische Variante. Ich habe sie in einem anderen Blogeintrag behandelt.

New York — Hier habe ich kein Foto. Aber es gibt es. Das Hotdog mit Sauerkraut. Es ist mit Sicherheit interessant. Aber mein Favorit wird es nicht. New York Style Pizza + Chicago Style Hotdog. Das ist meine Kombo.

San Francisco — Hier habe ich mehrfach eine lecker Variante gegessen. Das Würstchen ist in Bacon eingewickelt und gegrillt. Als Beilagen gibt es gedünstete Zwiebeln und Paprika. Je nach Hotdog-Stand gibt es Ketchup und Senf dazu.

Wienerschnitzel — Dieser Laden ist, wie der Name verrät, berühmt für seine Hotdogs. Ja, ich habe es auch nicht verstanden. Diese Kette hat den Vorteil, dass es verschiedene Versionen gibt. Hier sind zwei, die ich probiert habe. Und ja, das eine ist Chicago Style. Man muss also nicht nach Chicago fahren.

Was ist neu:

Derzeit arbeite ich an mehreren Baustellen parallel. Die umgekehrt-chronologische Auflistung fasse ich nicht an, sonst gibt es Chaos. Dies sind die neuesten Updates (Stand Juli 2027):

  • Movie Night: Die Drehorte, die ich in den USA besucht habe, finden sich in einer kleinen Ecke, die ich Movie Night genannt habe. Der Link findet sich aktuell noch unter Other Topics.
  • Jahr ohne Japan: Paris und Brüssel 2021: Endlich sind Text und Bilder online. Die zugehörigen Furry Conventions folgen in Kürze.
  • USA (2023): USA 23 – Cleveland, OH (28.06.2023) ist online. Hier kommen Fotos und Text weiterhin parallel.
  • AnthroTales und ConFuzzled: online; ich muss die Texte noch optimieren.
  • Rediscovering Japan (2025): online; muss die Texte noch optimieren
  • Bilderupdate: Ein „Feature“ von WordPress hat die Bildgröße auf eine max. Kantenlänge von 2520px reduziert. Ich bin gerade dabei die Bilder mit 3360px neu hochzuladen. Das dauert etwas.
    Btw.. seit 2006 habe ich über 8000 Bilder hochgeladen.

Chicago Food Corner

An meinem ersten Tag in den USA habe ich einen Polizisten in New York gefragt: „Welchen Ort muss ich besuchen? Was muss ich essen?“ Die Antwort waren Staten Island Ferry und Joey’s Pizza. Die Frage kann man auch für Chicago stellen. Auch hier würde ich vermutlich eine Bootsfahrt vorschlagen. Beim Essen hat man die Wahl: Deep Dish oder Chicago Dog.

Deep Dish Pizza

Diese Variation von Pizza stellt die Frage: Wann ist eine Pizza eine Torte? Deep Dish ist eine Pizza mit einem sehr, sehr dicken Boden. In der Regel hat sie einen Durchmesser von 30cm und eine Höhe von mindenstens 5 cm. Verwendet wird im Prinzip eine Kuchenform. (daher meine anfängliche Frage), die mit Teig ausgkleidet wird. Gefüllt wird der Teig dann mit Käse, Tomantensoße, Tomaten und Wurst. Abschluss bildet geriebener Parmesan. Und wie bei jeder Pizza gibt es dutzende Variationen. Allen gemein ist der dicke Boden.

Historie: Pizzeria Uno wird als Erfinder der Deep Dish gesehen, wo sie 1943 zum ersten Mal verkauft wurde. Damals war Rudy Malnati dort der Küchenchef. Heute sind Pizzeria Uno und Lou Malnati’s3 die beiden bekanntesten Orte in Chicago für Deep Dish. Und ja, es gibt von beiden Restaurants mehrere Niederlassungen. Durch puren Zufall habe ich nicht nur beide besucht, sondern auch das erste Pizzeria Uno, die fast direkt neben meinem Hotel lag.

Deep Dish ist so sehr mit Chicago verbunden, dass es der Spitzname für Jungs aus Chicago verwendet wird. Ich selbst bin kein Fan dieser Pizza-Variante. Ich bevorzuge New York Style.

Chicago Style Hotdog

In den USA sind mir dutzende Varianten von Hot Dogs über den Weg gelaufen. Mein Favorit ist eindeutig Chicago Style. Es ist wie folgt zusammengesetzt:

  • Hotdog-Brötchen mit Mohn
  • Würstchen ; ca 60g (in den USA Wiener oder Frankfurter genannt)
    • milder (gelber) Senf
    • frische Zwiebelwürfel
    • süßes Gurken-Relish (oft quietschgrün gefärbt)
    • Gewürzgurken; Viertel (in Dill eingelegt)
    • Tomatenscheiben
    • Peperoni (das englische Rezept nennt sport pepper)
    • Selleriesalt (celery salt)

Je nach Restaurant werden einzelne Zutaten weggelassen oder hinzugefügt.Bryan’s fügt zum Beispiel Salatblatt und Saltgurke hinzu. Aber niemals wird Ketchup verwendet.

Varianten: Die Zutaten sind im Prinzip „einmal durch den Garten“. Bei der Zubereitung der Wurst, hat jeder seinen eigenen Ansatz. Die meisten kochen die Wurst in heißem Wasser. Seltener wird die Wurst gegrillt.

Beim Depression Dog fehlen Gurke und Tomate. Statt dem Brötchen gibt es Kartoffelecken. Das Superdawg verwendet eingelegte Tomaten. Das Cheese-dog verwendet Käsesoße.

Historie: In Frankfurt wurden Schweinewürstchen schon im 13. Jahrhundert erwähnt. In Wien wurde Rindfleisch hinzugefügt. So entstand das Wiener Frankfurter. Diese Variante erreichte im 19. Chicago. Es wurde in einem Brötchen und war ein beliebter Snack bei Baseballspielen, kurz franks genannt. Während der 1920er gab es viele Hotdog-Wagen entlang Maxwell St (südlich der Universität of Illinois).

Die Verwendung von Selleriesalz hat seinen Ursprung in den Selleriefarmen, die es in Lake View gab. Das ist auch die Gegend, wie das Wrigley Field steht. Es ist in Deutschland relativ unbekannt. Es hat nicht einmal eine deutsche wikipedia-Seite. Aber es gehört z.B. auch in die Cocktails Bloody Mary und Caesar.

besuchte Restaurants
  • Pizzeria Uno, 29 E Ohio St
  • Lou Malnati’s, 439 N Wells St
  • Portillo’s & Barnelli’S, 100 W Ontario St

ConFuzzled – Teil 2

Tag 4 (25.05.2026) — Heute ist bereits der letzte volle Tag von ConFuzzled. Es gibt volles Programm. Es sind 61 Panels gelistet. Der Tag beginnt mit Taskmaster. Das ist immer lustig. Danach besuchen wir noch schnell Dealers Den, bevor er schließt, dann die Puppetry Showcase und GamesMaster.

Danach folgen einige Furmeets für verschiedene Species. Wir können nicht alle besuchen. Rodents, Bunnies und Avaians. Fast vergessen: Wir haben einen Tisch bei der Indian Streatery reserviert. Wir bestellen verschiedene Tapas, oder wie auch immer diese Snacks in Indien heißen.

Zurück auf ConFuzzled lassen wir uns mit dem Strom treiben. Es wie schon die Tage zuvor keinen konkreten Plan. Die Danceparty lassen wir wieder aus. Die Warteschlange ist sehr lang und es dürfen immer nur Leute rein, wenn andere gehen. Neee. Wir machen es uns im Hotelzimmer bequem.

Tag 5 (26.05.2026) — Das war es im Prinzip. Heute stehen nur die Closing Ceremony und die Dead Dog Party auf der Liste. Da wir schon die Eröffnung verpasst haben, sind wir gespannt, ob die Länge der Warteschlage uns erlaubt, es in den Raum zu schaffen. Es sieht ganz danach aus, dass es sehr knapp wird.

Der Raum ist voll. Die Closing Ceremony läuft problemlos. Es werden Facts zur Con vorgestellt: Wie viel Bacon und Eier gegessen wurden; wie viele Teilnehmer und Fursuiter. Es wird das Thema für die nächste ConFuzzled vorgestellt. Das übliche. Der nächste Teil startet mit einer Menge Diskonebel. Mein Gehirn ist noch bei „Na, hoffentliche haben die die Rauchmelder …“ und da sind schon die Bühnenlichter aus, der Evakuierungsalarm ertönt. Das war mit Ansage.

Wir evakuieren durch die HIntertür. Nach etwa 10 Minuten wird der Alarm aufgehoben. Alle strömen zurück. Ich glaube nicht, dass da noch was Spannendes kommt. Wir gehen nicht zurück. Die Foodtrucks sind noch da und haben geöffnet. Das hatte ich nicht erwartet.

Für das Abendessen gehen wir erneut zum Miller & Carter. Heute ordere ich Steak. Wenn ich das so Revue passieren lasse, waren das eine Menge Steaks in den letzten zwei Wochen.

Gegen 22 Uhr sind wir zurück im Hotel. Wir versuchen die Dead Dog Party. Es läuft EDM; erst einmal nicht verkehrt. Aber die Akustik ist grausam. Die Bässe sind nicht nur viel zu laut, sondern die Anlage ist total übersteuert. Lange halten wir es nicht aus.

Abreise (27.05.2025) — Heute ist Rückreisetag. Ich habe knapp 900 km vor mir. Der erste Abschnitt ist von Birmingham nach London Heathrow Airport. Da gefühlt irgendwie alle heute abreisen, sind die Fahrstühle überfüllt. Es gibt Warteschlangen. Und dann fällt wirklich eine der beiden Aufzüge aus. Für mich zählt das nicht. Die Con war gestern zu Ende.

Ich trage fast alles die Treppe hinunter. Wir brauchen fast eine Stunde, bis alles im Wagen verstaut ist. Es lebe meine Reservezeit in meiner Planung. Kein Stress. Die Fahrt selbst ist trotz Stau vor einer Baustelle viel einfacher als erwartet.

Ich verabschiede Toni gegen 13 Uhr am Flughafen ab und setze meine Fahrt fort. Das nächste halbe Jahr werden wir uns nur via Videochat sehen. Gleich hinter dem Flughafen gerate ich in einen Stau. Ich verliere bestimmt eine halbe Stunde, aber die hatte ich bereits eingeplant. Es ist schließlich die Ringautobahn M25.

Kurz vorm Kanaltunnel tanke ich noch einmal. Ich habe Glück, ich kann einen früheren Zug nehmen. Das spart mir fast 2 Stunden. Zurück in Calais muss ich mich an den Rechtsverkehr erinnern. Und dann beginnt das Pech …

25 km hinter dem Tunnel ruckelt der Motor. Mehrere Warnlampen gehen an. Die Leistung ist weg. Ich kann mich gerade noch auf die Ausfahrt und in ein kleines französisches Dorf retten. Der Lüfter läuft auf Maximum. Das ist nicht gut. Der ADAC kann mir in Frankreich nur bedingt helfen. Was tun?

Ich riskiere die Weiterfahrt, zumindest dichter an Dünkrichen, wo es zumindest Werkstätten und Hotels gibt. Ich klemme mich hinter den ersten LKW, den ich finden. 90 km/h. Bis jetzt passiert nichts. Die Motorkontrollleuchte ist an (da ist was im Fehlerspeicher), aber der die Leistung ist zurück.

Ich erreiche Belgien. Nächste Hoffnung ist Brüssel. Bisher geht es. Leuven. Der Motor ruckelt wieder, fängt sich aber. Mein Ziel ist die deutsche Grenze. A44. Aachen, A4. Wechsel auf die A61. Bei Rheinbach dann wieder vollen Alarmprogramm. Der Motor will nicht mehr. Ich schaffe es im dritten Gang auf die Raststätte  Peppenhoven. Es sind nur noch 70 km. Aber das wird mir zu heikel. Ich will nicht mitten in der Nacht auf dem Standstreifen liegen bleiben.

Der ADAC braucht eine Stunde. Hotels sind Mangelware. Und was ist mit meinem Gepäck. Ich bin mental am Ende. Der Fahrer vom Abschlepp-LKW ländt den Wagen auf. Wir fahren ins Gewerbegebiet von Rheinbach. Er ruft mir ein Taxi. Das wird teuer, aber ich will nur noch nach Hause.

Der Taxifahrer lädt alles ein. Eine Stunde und 220€ später bin ich in Vallendar. Es ist 1:30 Uhr. Ich habe bereits eine eMail an meinen Chef geschickt, dass ich einen zusätzlichen Urlaubstag benötige. Ich will nur noch Schlafen. Danach muss ich organieren, was mit dem Wagen passiert.  — Eigentlich habe ich noch Glück gehabt. Wenn das in Birmingham passiert wäre, hätte Toni es nicht einmal zum Flughafen geschafft.