Archiv der Kategorie: Off Topic

alles was nichts mit Japan zu tun hat, aber dennoch würdig ist, gepostet zu werden

USA 51.1 – Florida, Miami Beach

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

03. Februar 2024

Miami Beach. Jetzt klären wir, ob die Ostküste (Atlantik) anders ist als die Westküste (Pazifik). Aus dem Hotelzimmer geht es direkt rechts ab zum Strand. Der ist nur 200m entfernt. Und ja. Es ist anders. Der Sand ist fast weiß und sehr fein. Der Strand ist vergleichweise breit. Zur Info: Ich bin am South Beach.

Und ich stelle fest, dass Miami Beach für Touristenmassen optimiert ist. Es gibt hunderte, vielleicht tausenden Sonnenliegen, die auf Kunden warten. Ich sehe auch das was man aus den Filmen kennt: Hotelhochhäuser bis an den Strand, leute mit Motorschirmen in der Luft, Sportboote … und Werbeschiffe, kein Witz, die mit reisigen LED-Displays vor der Küste auf und ab fahren. Nicht einmal der Blick aufs Meer ist hier werbefrei.

So, den Strand habe ich abgehakt. Er ist wie man ihn aus dem Fernsehen kennt. Ich gehe zur Licoln Road, die fast komplett eine Fußgängerzone ist. Mein Blick fällt auf das Havana 1957. Einen Drink könnte ich vertragen, und vielleicht eine Kleinigkeit zu essen.

Die Lincoln Road bringt man anschließend zum westlichen Ende der Insel, die Miami Beach ist. Auf der anderen Seite der Biscayne Bay liegt dann Miami. So weit laufe ich aber nicht. Ich gehe etwas den Venetian Way entlang auf eine der drei Inseln, die Venetian Islands heißen. Alles Villen hier. Viel sieht man nicht; hohe Hecken und Mauern. Aber man erkennt: Wer hier wohnt hat es geschafft.

Die Sunset Islands, die ich jetzt passiere sind eine Gated Community. Keiner kommt rein. Alle Besucher müssen angemeldet sein. Auch in der North Bay Road reiht sich ein superteures Haus neben dem nächsten. Leider habe ich den Golfplatz vergessen. Und so muss ich rauf bis zur 34. Straße. Dann kann ich auch bei der St. Patrick Catholic Church vorbei. Deren Design wirkt sehr südamerikanisch.

Auf der 41. Straße kann ich über den Indian Creek auf den schmalen Streifen wechseln, der den Mid-Beach darstellt. Wo wir gerade am Strand sind: Der gesamte Miami Beach ist 10km lang. Auf dem Weg über die Brücke sehe ich erstaunlich viele Menschen mit Kippa. Stimmt, heute ist Sabbat. Ein Anblick den man aus Deutschland nicht kennt. In Kalifornien ist es mir aber auch nicht aufgefallen.

Nach 2 km habe Sand habe ich genug ich verlasse den Strand am Collins Park. Eine Straße hinter den Park ist dann auch schon mein Hotel. Ich glaube für heute war es genung. Das Wetter hat gut mitgespielt. Es sind mehr als nur ein Mal nach Regen aus. Und so bleibt nur noch die Frage nach dem Abendessen.

Eigentlich sollte es kubanisch sein. Ich bin ja schließlich im südlichesten Florida. Dichter komme ich an Kuba nicht ran. Google ist keine Hilfe, da 90% der Suchergebnisse mexikanische Restaurants sind. „Taco Taco“ ist sicherlich nicht kubanisch. Aber was habe ich erwartet. Wenn ich „Japanese Restaurant“ eintippe finde ich auch chinesische Wokkämpfer.

Nach längerer Suche fällt die Entscheidung auf das Moreno’s Cuba. Das Essen ist lecker, aber so richtig einordnen kann ich es nicht.

Wow. Der Tag war schnell rum. Viel gesehen habe ich nicht. Das war aber auch nicht der Plan. Sicherlich hätte ich das Programm raffen können, um den morgigen Tag für einen Ausflug nach Miami frei zu schaufeln. Aber so richtig Lust auf Miami habe ich nicht. Ich bleibe auch morgen hier in Miami Beach.

04. Februar 2024

Es war ein unruhige Nacht. Poser haben sich am Washington Ave. Autorennen geliefert und dann Verfolgungsjagden mit der Polizei. In Filmen sieht das immer toll aus, aber wenn zwischen 2 uhr und 4 uhr morgens immer wieder Motoren in den Drehzahlbegrenzer gejagt werden, ist schlafen unmöglich.

Und dann startet der Tag auch noch verspätet. Es regnet. Aber richtig. Aber mich hetzt ja keiner. Es geht zurück an den South Beach und runter in Richtung Lummus Park. Durch den Park geht es dann rüber zum berühmten Ocean Drive, den hatte ich gestern gar nicht auf der Rechnung. Fast alle Hotels hier sind im Art Deco gebaut. Das sieht sehr gut aus. Es passt zu den Palmen. Und es ist ein aufgeräumtes Design. Nicht so verspielt wie der spanische Kolonialstil, den man in Kalifornien allerorts findet.

Ich laufe den ganzen Ocean Drive entlang, mit einem Stopp beim Havana 1957. Ein Sommerdrink muss sein. Dann geht es weiter zum Española Way. Die Straße was europäisch, mediterran beworben. Auf den ersten Blick denke ich, ja Fußgängerzone mit Restaurants halt. Dann fällt mir aber ein, dass es sowas in den USA eigentlich nicht gibt. Was mir gefällt sind die Kellner, die hier überall rumwuseln. Die sind in Deutschland ja Mangelware.

Ich kann gar nicht sagen, wo der Tag geblieben ist. Aber ich muss zurück zum Hotel. Und dann geht es mit einem uber zurück zum Flughafen. Ich muss den Mietwagen abholen, der mich morgen nach Key West bringen soll und übermorgen nach Cape Canaveral. Alle Autovermieter sind wie immer in einem riesigen Parkhaus etwas abseits von den Terminals untergebracht. Anders als in Phoenix ist die Navigation als Fußgänger (die gibt es offiziell in den USA nicht) einfacher.

Mit einem fast nagelneuen Ford Kuga geht es zurück zum Hotel. Fahren in Florida fühlt sich irgendwie anders an als in Kalifornien. Es eine andere Art von chaotisch. Ich stelle den Wagen in ein Parkhaus in der 23. Straße. Mal sehen, was die morgen von meiner Kreditkarte hobeln.

Dann geht es zurück zu dem kubanischen Restaurant Moreno’s Cuba. Ich bestelle allerdings heute to-go, da für heute Abend eine Videosession mit Toni geplant ist.

 

USA 50 – New Orleans, Jazz, Steamboats

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

31. Januar 2024

Diese Übernachtflüge haben den Vorteil, dass man sich eine Hotelübernachtung spart. Nur leider kann ich im Flugzeug nicht schlafen. Ich werde also übermüdet in den Tag starten; plus 4 Stunden Jetlag.

Mit einem uber geht es in die Stadt. Das beste uber ist es nicht. Der Wagen würde in Deutschland keinen TÜV mehr kriegen. Mein Hotel ist das LePavillon an der Poydras Street. Von hier sind es nur 300 m zur Bourbon Street. Für einen Checkin ist es viel zu früh, aber die Koffer parken kann ich.

Ich will keine Zeit verlieren. Baronne St entlang, Canal Street und dann stehe ich am Anfang der Bourbon Street. Ich mache es kurz. Es ist früh am Tag, viel ist nicht los. Aber die Straße ist wie der Ballermann, eine Saufbude neben der anderen. Und so wie es aussieht, darf man hier Alkohol auf der Straße konsumieren. Ich vermute, dass es verboten ist, aber die Polizei kapituliert hat. Meine Welt ist die Bourbon Street nicht. Zugegeben, hier stehen die aus Film und Fernsehen bekannten Häuser mit ihren vorgebauten Balkonen aus Eisen. Die sind schon ein Hingucker.

Eine Reihe südlicher ist die Royal Street. Das ist schon besser. Keine Saufbuden, dafür Gallerien, Antiqutätenläden und Restaurants. Ich laufe etwas zickzack, habe keinen echten Plan. Zeit für ein Bier hier und da ist immer. Jackson Square mit der Kirche habe ich auch schon abgehakt.

Ein Blick auf die Uhr. Früher Nachmittag. Trotzdem geht es erst einmal zum Hotel. Auf dem Weg dorthin finde ich das Conterie Nola, ein Austernrestaurant. Ein halbes Dutzend Austern für $18, Kann das sein. Mein Bier kostet auch nur $3. Wir sind definitiv nicht mehr in Kalifornien oder auf Hawaii.

Ich kann früher einchecken. Das Zimmer hat was. Das Hotel war eine gute Wahl. Ich mache kurz Pause. Ich muss den Akku laden; meinen und den der Kamera. Dann starte ich zu einer zweiten Runde.

Die Frage nach dem Abendessen ist einfach: Nur zwei Straßen entfernt ist das Luke, creolische Küche. Ich lasse nichts anbrennen: Vorspeise Gumbo a la Creole, Hauptgang eine Bouillabaisse, Nachtisch Creme Brulée. Dazu zwei Gläser Wein, einen Cynar als Degistif und ein Kochbuch, das hier im Regel steht. Ohne Tip werden $165 von der Kreditkarte gehobelt. War es wert.

Zurück im Hotel erlaube ich mir noch einen Drink an der provisorischen Hotelbar. Das Hotel wird gerade in Teilen renoviert. Wahrscheinlich war es deshalb so günstig. Hatte mich schon über den Preis gewundert.

01. Februar 2024

Ich schlafe aus. Mich hetzt keiner und gefühlt habe ich die Hälfte der touristischen Dinge gesehen. Gegenüber vom Hotel ist ein italiensches Restaurant. Kaffee ist ne gute Idee. Sie hält eine Minute, denn hier gibt es leckeres Bier und Pizza. ich habe spontan Hunger.

Danach geht es zurück in Richtung Bourbon Street. Dieses Mal laufe ich nach St.Ann weiter bis das Straßengitter die Orientierung wechselt. Hier ist die Frenchman Street. Es ist ruhiger, die Häuser sind flacher. Es gibt keine Eisenbalkone, aber das Design ist weiter so, wie man es in den Südstaaten erwaret. Wir haben sogar einen kompletten Sonnenhalo. Das heißt aber, dass es Cirruswolken gibt. Hoffentlich hält das Wetter.

Der Abend ist schnell da und ich schlendere runter zum River Walk. Gegen 17 Uhr beginnt das Boarding. Ich hatte kurzentschlossen eine kleine Tour auf dem Radadampfer Sanchez gebucht; ohne Dinner. Was war mir zu teuer und lenkt ab.

Es ist bereits dunkel. Mit einem lauten Signal aus der Dampfpfeife geht es los. Das Schaufelrad setzt sich in Bewegung. Mit einem Sazerac-Cocktail (der Rum wird hier in New Orleans hergestellt) geh ich zum Maschinenraum. Es ist immer wieder spanennd wie ein Haufen von Stangen, Gelenken und Zahlrädern aus einer Linearbewegung mit Sinusgeschwindigkeitsprofil eine gleichmäßige Kreisbewegung machen. Die Bewegung sind langsam und bedächtig. Erst am Schaufelrad sieht es schnell aus.

Oben im Hauptsaal spielt eine Band Dixieland. Ich höre ein wenig zu, dann genieße ich die Aussicht. Ein weiterer Drink, eine weitere Runde durch das Schiff. Die 90 Minuten sind schell vorbei. In der Zeit auch noch Dinner wäre zum Stress ausgeartet. Es war eine gute Entscheidung.

Hunger habe dennoch. Und so schlendere ich nach der Flussfahrt durch die Straßen und suche nach creolischem Essen. Ich finde einen Ort, das Brennan’s in der Royal St (ich sagte ja, die Straße ist besser als die Bourbon St.). Er sieht genauso fancy aus wie das Luke. Meine Wahl fällt auf Seafood Gumbo als Vorspeise und Calvados Duck aus Hauptgang, dazu einen Pinot aus Sonoma, CA.

02. Februar 2024

Wieder schlafe ich aus. Dann werden die Koffer an der Rezeption geparkt und ich checke aus. Mein Flug ist am späten Nachmittag; genug Zeit für das New Orleans Jazz Museum. Welcher Ort eignet sich besser, um in Blues und Jazz einzutauen. in dem Museum ist auch eine Ausstellung der Münzanstalt unterbracht (von der stammt das Gebäude). Nur eine Glasscheibe trennen mich von Exponaten wie der Trompete von Luois Amstrong. Als Souvenirs kaufe ich mir ein paar CDs. Brubeck, Fitzgerald, Tormé.

Nahe dem Museum sind French Market und French Cafe. Beide finden sich in jedem Reiseführer. Touristenfallen. Man war da. Ok. Auf dem Rückweg zum Hotel noch ein Stopp am Sazerac House. Rum kaufe ich aber nicht. Die Koffer sind voll. Außerdem muss ich endlich aufhören überall Alkohol zu kaufen.

Ein nicht-TÜV-taugliches uber bringt mich zurück zum Flughafen. Eine Staubsauger wäre auch hilfreich. Egal. Ich will keine Vorurteile schüren. Bis zum Flug habe ich Reservezeit. Es dämmert. Direkt am Gate gibt es eine Bar. Ich genieße ein IPA und die Dämmerung über dem Flugfeld. Das wird der letzte Inlandsflug. Es bleibt nur noch Miami und dann geht es zurück nach Europa. Es fühlt sich immer weit entfernt an; in Strecke, Zeit und Lebensgefühl.

Miami Beach — Der Flughafen Miami ist verglichen zu anderen mitten in der Stadt; Verkehrschaos inklusive. Die uber und Taxi stehen hier in 6 Reihen; also eigentlich 3 Fahrspuren und 3 Haltspuren. Die Nutzung ist aber fließend. Wahnsinnn. Wir sind schnell auf der 195. An Downtown vorbei geht auf die 4 km lange Brücke rüber auf die Halbinsel, die Miami Beach ist.

Mein Hotel ist in der 20th St. Klein und nichts Spezielles. hinter dem Hotel kommt noch ein weiteres und dann folgen schon Promenade und Strand, East Coast (dahinter Atlantik und irgendwann Tenerifa bzw. Westsahara). Der Tag ist eigentlich rum. Ich bin auch wieder eine Zeitzone dichter an Europa, wenn auch nur knapp.

Abendessen ist einfach. Gleich um die Ecke in der Collins gibt es den Dönerladen (!) Sultan. Ich wollte eigentlich bis Lübeck warten, aber die Chance lasse ich mir nicht entgehen. Dazu gibt es lecker Ayran.

USA 49 – Maui, Hawaii

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

27. Januar 2024

Ich rede nicht drum herum, ich habe nichts spannendes gemacht. Das ist Maui. Die Uhren ticken ganz gemütlich. Mein Trip zum ABC Store gestern, versorgt mich mit Frühstück. Da ist Obstsalat übrig. Danach schlendere ich zum Strand.

Der Sand ist dunkler als in Waikiki, aber viel feiner. Es macht Spaß hier barfuß zu Laufen. Für ein spätes Mittagessen fällt die Wahl auf Fred’s Mexican Cafe. Nichts spezielles, aber es liegt direkt am Strand, auf halber Strecke zurück zum Condo. Ich bestelle natürlich meinen Favorite Drink: Michelado con Clamato1. Dazu ein Burrito mit Kalua Pork2 und ich bin glücklich.

Der Nachmittag ist genauso spannend: am Strand rumlaufen, im Waser rumlaufen, Stand wechseln, … Fürs Abendessen plane ich einen erneuten Abstecher zum ABC Store. Es ist auch eine Videosession mit Tony geplant. Aber jetzt ist erst einmal Sonnenuntergang. Der Strand schaut direkt nach Westen. Die Mauer zur Straße heißt auf google „Da WALL, Sunset Viewing Point“. Ich stehe ganz unten im Wasser und merke gar nicht wie sich Da Wall hinter mir mir Touristen füllt. Mein Standort im Wasser hat einen Vorteil: Keiner rennt mir durchs Bild.

28. bis 29. Januar 2024

Diese beiden Tagen folgen dem Muster von ersten Maui-Tag: Ich erweitere das Dreieck Condo-Fred-Strand um Spaziergänge in das Stadtzentrum, wenn man es überhaupt so nennen kann oder durch die Nachbarschaft.

Ich besuche die veschiedenen Strände und Parks. Auch ein Abstecher zum „Kihei Kalama Village“, eine Art Markt mit vielen kleinen Ständen unter einem großen Dach; kurz: ein Souvenirshop neben dem nächsten; oder ganz kurz: Touristenfalle. Mittag nehme ich heute im Lava Rock Bar and Grill ein. Der Laden gewinnt optisch keinen Preis. Aber das Bier ist lokal von Maui und das Kaula Pork ist gut.

Zwei Dinge möchte ich erwähnen. Zum einen ist da diese Straße Liloa Heme Drive mit einer kleinen Senke, die rechts und links mit roten Baken markiert ist. Das Schild daben sagt: „Do not cross when water touches red posts.“ Wow. Diese Straße wird also bei Regenfällen überflutet. Und dass links und rechts der Straße, genau bei der Senke, eine Art trockenes Flussbett zu sehe ist, macht klar: Diese Senke ist Teil eines Entwässerungskanals.

Das andere Erwähneswerte war der Straßenmusiker mit einer Hurdygurdy (Drehleier). Nicht nur, dass es sowas auf Maui gibt (Straßenmusiker und eine Hurdygurdy), sondern ich erfahre, dass dieses Instrument nagelneu ist. Sie werden in Österreich immer noch in alter Handwerkstradition gebaut. Und diese Erkenntnis auf dem Weg zu einem Subway. Ja, ich nutze eine der  letzten Chancen, um ein Sub in den USA zu essen. Fazit: Lohnt nicht. Schmeckt wie bei uns.

Ich nutze außerdem die extrem große Terasse zum chillen. Nur 5 Condos in diesem Comlex haben eine Dachterasse. Lucky. Ich kann mir auch einen Spaziergang durch die Wohngegend hinter dem Condo nicht vekneifen. Hier wohnt das Geld.

Die Sonnenuntergänge sind ähnlich spektakulär wie gestern. Allerdings nimmt die Bewölkung zu. Gut möglich, dass das Wetter auf Regen umschwenkt.

30. Januar 2024

Die Zeit auf Maui war teuer, aber extrem entspannend. Heute startet die Schrittweise Rückkehr nach Deutschland. Wenn man es ganz genau nimmt, war die Flur nach Maui schon Teil der Rückreise. O’ahu ist westlicher.

Kihei ist grob auf 20°43′ N (das ist südlich vom Wendekreis, damit steht die Sonne für ein paar Tage im Jahr im Norden, nicht im Süden) und 156°26′ Ost (mit Lübeck auf etwa 10°50′ ist es nicht exakt die andere Seite des Planeten,aber knapp). Südlich von Hawaii ist Kiribati, die sich auf die andere Seite der Datumslinie geschummelt haben.

Um 11 Uhr muss ich aus dem Zimmer raus. Der Flieger geht aber erst heute Abend. Das war ein kleiner Planungsfehler. Es gibt keine Rezeption, wo ich die Koffer zwischenparken kann. Aber das ist Maui. Ich verpasse nichts.

Ich bin 4 Stunden vor Abflug am Flughafen. Leider darf man die Koffer erst 3 Stunden vor dem Flug einchecken. Und mit Koffern im Regen (ja es regnet) noch einen Abstecher nach Kahului, neee. Nachdem die Koffer endlich weg sind, sind es weitere 2,5 Stunden bis zum Boarding. Ganz entspannt.

New Orleans, 31. Januar 2024 — Der Flug geht entspannt über Nacht und über Dallas. Hier lande ich früh am morgen. 7:20 Ortszeit, aber für mich ist es erst 3:20. Dieses Zeitzonenhopping wird mich umbringen. Ich dem Shuttlezug geht es um die Gates herum auf die andere Seite von Airport. Das dauert, gibt mir aber Gelegenheit, den Sonnenaufgang zu genießen. Um 09:20 geht es weiter. Wir landen um 10:40 in New Orleans. Im Anflug ist der Mississippi deutlich zu sehen. Links und rechts davon Farmland, dahinter Sumpf. Ein uber später bin ich um 11:30 Uhr an meinem Hotel, Le Pavillion.

Das nenne ich mal ein Hotel; schwere Kronleuchter, Stuck. Das war eine gute Wahl. ich bin jetzt auf 32°54′ N und 97°2′ E. Ich habe es 12° Breitengrade (etwas mehr als die Hälfte) und 57° Längengrade (etwa 1/3) nach Deutschland geschafft und den Zeitunterschied von 11 auf 7 Stunden reduziert. Yeah.

USA 48.4 – O’ahu, weiter nach Maui

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

Heute Abend geht es weiter nach Maui. Ich nutze das Hotelzimmer bis zur letzten Minute und genieße einen Aperol Sprizz auf dem Balkon. Ich parke die Koffer an der Rezeption und starte einen letzten Rundgang durch Waikiki.

Dieser wird aber durch einen Wetterwechsel unterbrochen: Es fängt an zu regnen. Zum Glück habe ich nicht probiert, zum Diamond Head zu laufen. Ich steuere die Hula’s Bar & Lei Stand an. Zeit für einen weiteren Aperol Sprizz. Draußen regnet es jetzt richtig; ein heftiger Sommerregen, wenn man vernachlässigt, dass wir Januar haben.

Gegen 16:30 Uhr hole ich meine Koffer und ein uber bringt mich zum Flughafen. Der Verkehr ist Wahnsinn. Es war eine gute Idee, etwas mehr Zeit einzuplanen. Die beiden schwere Koffer sind aufgegeben. Ich habe zwei Stunden bis zum Boarding. Ganz entspannt.

Aber, der Plan mit Abendessen am Airport gestaltet sich als schwierig. Es gibt nur diese Standarddinger wie Star Bucks. Ich laufe buchstäblich durch den gesamten Flughafen. Bis ans ander Ende. Hier gibt es ein erfrischendes Bier und … Loco Moco. Davon habe ich nur gehört. Es soll ein Hawaii-Klassiker sein: Frikadelle auf Reis mit dunkler Bratensoße und Spiegelei.

Mit dem Shuttlebus geht es dann zu meinem Gate. Der Fahrer ist extrem entspannt. Ich bin der einzige Fahrgast und mir nicht sicher, ob der Bus überhaupt im regulären Betrieb ist oder ob mich der Fahrer einfach so mitgenommen hat. Und natürlich hat mein Flug Verspätung. Egal. Mich hetzt ja keiner. Auch nicht der Gedanke, dass ich doch hätte die Missouri besichtigenkönnen.

Maui — Der Flughafen in Maui ist gefühlt etwas größer als Lübeck. Es sind nur wenige Meter bis zum Gepäckband. Und das ist eigentlich schon draußen. Daußen ist da, wo es regnet. Ein uber bringt mich von Kahalui im Nordern nach Kihei an der Südwestseite der Insel3.

Bereits auf der Fahrt über die 317 spüre ich, dass Maui noch mehr „layed-back“ ist als O’ahu. Ich spüre förmlich die Entschleunigung. Mein Condo ist unten am Kamaole Beach Park. Natürlich ist es fast das letzte Haus am Ende der Straße. Und es ist im zweiten Stock.

Das Condo ist genial: Ein rieisge Wohnzimmer mit offener Küche. Draußen eine große Terasse. Es ist spät, aber der ABC Store hat noch auf. Obstsalat und ein paar Bier. Das reicht. Gleich ist noch ein Videocall mit Toni.

Als letzte Aktion des Tages gehe ich runter zum Strand. Hier ist nichts los. Nicht wie in Waikiki. Keine Partytouristen. Keine Autos. Nur das Meeresrauschen. Kurzer Realitätscheck: Wow. Ich bin auf Maui.

USA 48.4 – O’ahu, Pearl Harbour

2023 war ich für ein Jahre in den USA. Jetzt ist es Trumpistan.
Bleibt fern. Besucht lieber Kanada und Mexiko. — And: Don’t buy American.

Die Idee war eine bequeme Fahrt nach Pearl Harbour und heute Abend das Luau. Aber seit gestern habe ich diese fixe Idee, den Byodo-in zu besuchen. Also los. Highway 1, dann auf 61 und auf der anderen Seite der Insel auf die 83. Ich habe die grobe Strecke noch von gestern im Kopf.

Der Tempel ist wirklich eine Kopie vom Byodo-in in Uji. google sagt, dass er „original- und maßstabsgetreu“ ist. Er wirkt etwas kleiner. Und anders als das Original ist er aus Beton, nicht Holz. Auch gibt es keine Mönche oder Priester. Beeindruckend ist er allemal. Es hat sich gelohnt, den Plan zu ändern. Ich hatte eine Stunde für Fotos eingeplant. Die Stunde ist schnell vorbei. Der Mietwagen muss um 11 Uhr zurückgegeben sein.

Ich habe wieder die Planung ohne die Koffer gemacht. Zum Glück bietet Enterprise an, dass ich die Koffer für ein paar Stunden zwischenlagere. Super. Das rettet mich. Ich kann direkt nach Pearl Harbour durchstarten. Ein uber bringt mich zum Pearl Harbour National Memorial. Von hier starten Shuttle-Boote zum Memorial der USS Arizona.

Die Shuttleboote tragen die Nummer 39. Dies ist die Kennung der USS Arizona. Dies macht sie zu offiziellen Tenderbooten der Arizona. Folglich ist das Personal an Bord der USS Arizona zugeordnet. Die USS Arizona wurde am 7. Dezember 1941 beim japanischen Angriff versenkt. 1177 starben an Bord. Fast alle Opfer befinden sich noch im Schiffsrumpf, über dem ich jetzt stehe. Die Geschützbettung ist knapp unter der Wasseroberfläche zu sehen. Regelmäßig steigen Öltropfen auf. Die Kraftstoffbunker sind immer noch gefüllt. Dies ist ein unwirklicher Ort.

Ich mache insgesamt zwei Fahrten rüber zur Arizona. Mein Fehler. Ich war so von dem Ort ergriffen, dass ich vergaß Fotos zu machen. Der Doppeltrip hat den Vorteil, dass ich jetzt weiß, wo ich bei An- und Abfahrt sitzen muss. Und was ich wann fotografieren muss. Und auf der ersten Fahrt ohne Fotos konnte der Ort nachhaltig auf mich wirken.

Ein Blick auf die Uhr. Der Flieger geht um 20 Uhr. Ich sollte um 17 Uhr am Flughafen sein. Backup-Time und so. Das gibt mir genug Zeit, um mit dem Bus rüber auf die Insel zu fahren, um die USS Missouri (BB63) zu besuchen. Mit der Arizona begann der Krieg gegen Japan. Mit Unterzeichnung der japanischen Kapitulation an Bord der USS Missouri endete er.4 Ein Rundgang über das Schiff dauert 60 bis 90 Minuten. Dann bleibt aber exakt null Reservezeit. Und einen Speedrun will ich auch nicht machen. Ich bleibe am Pier und genieße Ansicht und den sonnigen Tag.

Nach einem leckeren Eis geht es mit dem Bus zurück zum Memorial-Park und dann mit einem uber zurück nach Waikiki. Ich habe noch genug Zeit, bevor es zum Laua geht. Vielleicht hätte ich die Missouri noch geschafft. Aber lieber so.

Mehrere Reisebusse bringen uns zum Ort der Luau, das Sea Life Park Aloha Kai Luau and Hawaiian Buffet. Ja. Das Ding ist für Touristen.  Ich erwarte nichts. Ich überschlage kurz. 200 Teilnehmer. Das wird eine Fließbandabfertigung.

Zunächst gibt es den Begrüßungscocktail und ein wenig Bespaßung für die Kids. Ich lehne mich zurück und genieße den Abend. Dann wird das Schwein aus dem Feuer geholt. Das Buffet ist geöffnet. Auch dieser Teil ist eher für amerikanische Touristen. Ich mache einen Bogen um die Kohlenhydrate und genieße den Abend.

Die Dämmerung setzt ein und die Show beginnt. Gezeigt werden verschiedene Tänze aus allen Regionen von Polynesien. Die neue Kamera ist echt ein Shritt vorwärst bei Nachaufnahmen. 6 Jahre Weiterentwicklung bei den Sensoren und das Vollformat mit größeren Pixeln machen sich bemerkbar. Aber ich habe die Rechnung ohne den Akku gemacht. Ich habe nur einen. Und kurz nachdem der erste Balken in der Anzeige weg ist, verschwinden auch die anderen und das Ding ist leer. Den Rest muss ich mit dem Smartphone machen. Dies hat den Vorteil, dass ich die Kamera zur Seite lege und die Show genieße.

Kurz nach Ende der Show werden wir auch schon zurück zu den Bussen beordert. Typisch Amerika: „Show is over, get your ass out of here.“ Alles in allem war es ein gelungener Abend, ein gelungener Tag und ein gelungener Abschluss vor den O’ahu-Abschnitt.