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badende Affen / Regen

Es regnet. Aber in Yudanaka gibt es auch nichts zu sehen. Die Tour nach Nagano würde mich 2200 yen kosten. Das veschiebe ich gedanklich auf morgen. Heute wird also ein „lazy day“. der Ryokan-Betreiber informiert mich über einen Monkey Park. Er würde mich auch dorthin fahren. Warum nicht.

Er fahtrt mich die Berge hinauf. Auf einem Parkplatz setzt ermich ab. Ich muß nur dem Waldweg folgen. Also los. Die Wanderung im Wald erholsam. Trotz oder gerade wegen dem Regen und der dadurch leicht getrübten Gesamtstimmung. Der Weg gabelt sich. Kein Schild und gehe oben lang/bergauf. Wenn das falsch war habe ich zumindest den Weg bergab als Belohnung.

badende Affen

Der Affenpark ist etwas ernüchternd. Ich weiß nicht was ich erwartet habe. Ist ist im Wesentlichen eine Hütte, wo man die Eintrittskarte kauft, und ein Holzweg. Am Ende des Weges sind zwei dampfende Wasserbecken (Onsen). Hier sitzen Affen und baden. Moment? Ist das etwa der im Reiseführer zitierte Ort? Der mit dem Fotos der badenden Affen im Winter? Ich ergänze schnell in meinen Gedanken Schnee. Japp. Das stimmt. Das hatte ich jetzt nicht geplant.

Dennoch der Park ist jetzt nicht unbedingt eine Reise wert. Außer den Affen in Wasser gibt es nichts zu entdecken. Die Affen sind ziemlich aufdringlich, da sie Futter vermuten. Und über allen hängt ein leichter Ammoniakgeruch. Klar. 20 bis 30 Affen. Irgendwie haben die ihr Katzenklo.

Es geht zurück ins Tal. Ich nehme einen anderen Weg auf der anderen Seite des Flusses. Genug Zeit habe ich ja. Der Regen hat etwas nachgelassen. Ich lande im Dorf Andai. Zumindest nach meiner Karte [Nachtrag: In Wahrheit ist es Shibu(oyu)]. Eine nette kleine Stadt. Gefällt mir besser als Yudanaka. Es gibt viele kleine Badehäuser. Eine Nebenstraße hat nur alte japanische Häuser. Hier gibt es Kneipen und Souvenirläden. Es ist herscht richtige Berfdorfatmospähre. Aber der Regen. Und unter 20 Grad haben wir bestimmt auch. Gut, daß ich den Pullover mirtgenommen habe.

Regen

Ich folge jetzt einer Straße, die auf den Berg rechts neben mir führt. Es sind Seilbahnen eingezeichnet. Ich sehe auch den ersten Turm der Bahn. So weit kann es nicht sein. Und ich habe ja Zeit. Aber der Weg zieht sich wie Kaugummi. Es geht bergauf. Nach etwa 5km gebe auf. Die Straße wird immer schmaler. Sie ist jetzt kauf mehr als ein Sandweg. Ich glaube ich bin vorhin verkehrt abgebogen. Ich stehe jetzt mitten im Wald. Der Regen wird stärker. Auf dem Weg bilden sich kleine Rinnsale. Zu gerne würde ich wissen, ob ich noch richtig bin bzw. ob das Ziel hinter der nächsten Kurve ist. Das habe ich schon zwei Mal gedacht und dann war hinter der Kurve noch eine Kurve. So auch dieses Wal. Ich kapituliere. Der Regen geht langsam durch die Klamotten. Zum Glück: Von nun an bergab.

Um 15:45 bin ich wieder am Ryokan. Ein heißes Bad ist jetzt genau das Richtige. Dieses Mal dusche ich heiß vor und lasse zusätzlich Kaltwasser in das Becken laufen. Hat mit der Ryokanbesitzer erlaubt. Jetzt halte ich es knapp 3 Minuten aus. Ich werte das als ersten Erfolg. ich stehe auf, kühle kurz ab. Dann eine weitere Runde. Nach einer Minute muß ich wieder aufstehen. Die Temperatur geht echt auf den Kreislauf. Trotzden, oder gerade deshalb, entspannt das Bad. Man darf einfach nichts tun. Selbst Denken ist anstrengend. Draußen gießt es jetzt so richtig. Aber wirklich richtig.

Ich verfolge die Taifuninfos im Fernsehen. Morgen gegen 18 Uhr wird er Matsumoto überqueren. Och ne. Bei Küstenkontakt werden 500 l pro Quadratmeter Regen erwartet. 500. In Worten fünfhundert. Das ist den Jahresregenmenge in Schleswig-Holstein. Hier soll das binnen weniger Stunden runterkommen. Gut Nagano ist weit weg von der Küste. Aber soll ich morgen wirklich fahren oder das ab den Reisetag nach Naruko verlagern? Was ist aber dann mit dem Kamidana in Matsumoto. Oh. Matsumoto. Taifun. Nicht gut.

Um 21 Uhr kann ich mich vom Fernseher losreißen. Dort lief ein Bericht über 4 Japaner, die eine Chaostour durch Korea gemacht haben. Dieses Fernsehformat in Japan ist gewöhnungsbedürftig. Fast alles ist quietschbunt oder schrill. Alles wird mit Untertiteln zugepflastert. Auch wenn ich nichts verstehe, ist die Show Spaß pur.

Dinner wieder im Harleyladen. Ich probere ein Pizza. Was dann passiert, war nicht geplant: Der Wirt holt den Teig aus dem Kühlschrank, teilt etwas davon ab. Er knetet und rollt. Dann werden Salat und Tomaten gewaschen. Der Salat wird Teil des Belags. Die Tomaten werden frisch zu Tomatensoße verarbeitet. Und so geht es weiter. Ich hatte mehr erwartet, daß alles schon irgendwie in kleinen Dosen vorbereitet im Kühlschrank steht. Das hier wird die frischeste Pizza, die ich jemals essen durfte. Er holt die Pizza aus dem Ofen. 3 Schreiben Schinken auf die Pizza. Zurück in den Ofen. Nach zwei Minuten wieder raus. Erst jetzt kommt ein rohes Ei dazu. Pizza japanisch. Ob das schmeckt? Im Hotel Edoya war das Ei als Dipp auch ok. Und hier … lecker. Extrem lecker. Als Getränk wähle ich einen Cocktail: zu gleichen Teilen Contreau, Rum und Sahne. Auch lecker. Zusammen mit dem Gespräch, das sich aufbaut, eine Runde Sache.

Randnotizen:

  • Fazit: Der Tag war unterdurchschnittlich. Ich schiebe es aufs Wetter.
  • Am Tag vor dem Taifun regnet es. War bei 21 auch schon so.
  • Ob am Tag nach dem Taifun die Sonne scheint?
  • Der Hund im Eingang nervt mich wirklich.
  • Das japansiche Fersehen ist sehr schrill, bunt und immer untertitelt oder übertitelt. Teilweise sieht das Bild aus wie ein Manga.