Unterbrechung auf der Ginza-Linie

Jetzt ist es soweit. Ich hätte nie gedacht, dass das in Tokyo jemals passieren wird: Die Ginza-Linie wird für Bauarbeiten an zwei Stellen für ganze 6 Tage (!!!) unterbrochen. Wow.

    • zwischen Shibuya (G-1) und Omotsando (G-2)
    • zwischen Aoyama-Itchome (G-4) und Tameiko-Sanno (G-6)

Das ist die längste Unterbrechung für Baumaßnahmen in der Geschichte von Tokyo Metro Co. — Was ist passiert?  Was wird passieren?

Ginza Line partially grinds to halt for shift of Shibuya Station

Quelle: www.asahi.com/ajw/articles/AJ201912280021.html

Shibuya befindet sich im Wandel. Ich kenne die alte Bahnstation noch als ein Chaos von engen Korridoren. Bei meinem letzten Besuch habe ich die Station nicht wiedererkannt. Die ganze Region um den Bahnhof wird umgebaut. Skyscraper schießen in den Himmel. Jetzt ist es an der Zeit die Ginza-Linie zu verlegen.

Ganz richtig gelesen. Die U-Bahn-Linie wird verlegt !!! Welchen anderen Grund hätte es, den Betrieb für 4 Tage zu stoppen.

Die Ginza-Linie endet der dritten Etage des Tokyo Department Store. (Allein das ist beachtlich für eine U-Bahn. Aber Shibuya liegt in einem Tal). Die Station ist alt. Die Bahnsteige sind eng und es gibt keine Aufzüge. Schade, dass ich kein Foto für einen vorher-nachher-Vergleich habe.

Der Gleise werden jetzt 130m nach Osten verschwenkt. Hier wird die neue Endstation, direkt über der Meijidori, sein. Die Bauarbeiten hierzu habe ich im Mai gesehen.  Das Shibuya Hikarie ist seit 2012 fertig. Im November 2019 wird der 230m hohe Shibuya Scramble East Tower eröffnet. Bis 2023 soll dann die ganze Bahnstation fertig sein.

Im Zuge der ganzen Umgestaltung, die 2009 begann und noch bis 2027 (Fertigstellung des West und Central Tower) dauern soll, wird auch der Platz vor dem Bahnhof (mit der Statue von Hachiko) umgestaltet und vergrößert (das Tokyu Dept. Store wird abgerissen). Auch Hachiko soll einen neuen Standort bekommen.

Was zwischen Aoyama und Tameiko passiert, kann ich nicht sagen. Da eine ganze Station (Akasaka-Mitsuke) ausgelassen wird, vermute ich größere Umbauarbeiten an der Station.

Typisch Japanisch … Billiken

Eigentlich wollte ich den Post unter dem Titel „Only In Japan“ veröffentlichen. Aber so heißt schon eine Youtube-Serie von John Daub, die definitiv sehenswert ist …

Billiken ist der „God of Things as they ought to be“. Seine Statue findet man zu Hauf in Osaka in Bezirken Dotumburi und Shinseikai. Ich habe ihn aber auch schon in Tokyo gesehen.

 

Die Figur soll dessen Käufer Glück bringen. Damit steht die Idee in direkter Konkurrenz zur winkenden Katze und Glücksgöttern wie Ebisu.

Die Figur sieht so kitschig aus, dass man glauben könnte, es wäre eine Marketing-Gag aus den 60/70ern. In Wahrheit stammt der Entwurf aus dem Jahre 1908 für die Billiken Company of Chicago. Nach Wikipedia leitet sich der Name aus einem Gedicht (Mr. Moon: A Song of the Little People) von 1896 ab. Sie geriet zwar in Vergessenheit, ist aber immer noch das Maskotchen u.a. der St. Louis University.

Damit ist Billiken amerikanisch und es stellt sich die Frage, wie die Figur nach Japan kam und in Osaka so präsent ist.

Bereits 1908 (im Jahr ihrer Erfindung) fand die Figur den Weg nach Japan. Sie wurde im Tsutenkaku Tower (Shinsekai, Osaka) aufgestellt. Der Tower, heute Wahrzeichen und Identität von Osaka war früher Teil eines Vergnügungsparks (Luna Park).

Aber es wäre nicht Japan, wenn es nicht noch schräger wird: Billiken, obwohl ein Kunstprodukt, ist schon kurz nach seinem Erscheinen in mehreren Schreinen in Japan eingeschreint (also zu einem Kami, einer Gottheit, erhoben) worden.

Mit dem Park verschwand 1925 auch die Figur. Als ausländischer Gott verschwand Billiken kurz vor WWII auch von der Bildfläche der Kami.

Der Tsutenkaku Tower wurde 1942 zerstört und erst 1956 wieder aufgebaut. 1980 kehrte Billiken zurück und ist heute fester Bestandteil des Towers und der Straße zu seinen Füßen. Seit 2005 ist ein hölzerner Billiken fester Bestandteil des Tsutenkaku Tower.

Heute reist die Figur als „Ambassador if Sorts“ durch Japan. Hierbei macht sie unter anderem Halt in Shibuya im Tokyu Hands Department Store. 2008 reiste sie nach St. Louis zu ihrem Ursprungsort. 2012 wurde die Statue durch eine neue ersetzt und befindet sich wieder auf Ebene 5 des Tsutekaku.

Nagoro .. das Puppendorf

Manchmal ist zwischen creepy und adorable nur ein schmaler Grat …

Nagoro ist ein Bergdorf im Iyatal, welches in der Präfektur Ehime auf der Insel Shikoku liegt. Ich war zwar schon in diesem Tal, allerdings habe ich es nicht bis Nagoro geschafft. Es gibt dort nur ein paar Busse am Tag.


(Quelle: https://dynaimage.cdn.cnn.com/…)

Das Dorf hatte in der Vergangenheit mehrere hundert Einwohner. Auf der Suche nach Arbeit sind die jungen Leute weggezogen. Heute leben nur noch unter 30 zumeist ältere Japaner dort (Stand 2016). Die Schule, der Dorfplatz und viele Häuser sind verwaist.

Ayano Tsukimi selbst zog damals selbst in jungen Jahren weg von Nagoro nach Osaka, als das Dorf noch hunderte Einwohner hatte. Sie zog 2002 zurück in das Dorf, als es fast leer war.

Quelle (https://a1.cdn.japantravel.com/…)

Die Ideen mit der Vorgelscheuche war eher Zufall. Die erste war nämlich genau das: eine Vogelscheuche. Sie bemerkte dann schnell, dass die Puppe so gut war, dass vorbeifahrende Autofahrer sie für reale Leute hielten und grüßten. Und so wurde eine zweite Vogelscheuche aufgestellt, und eine Dritte, eine Vierte, … Dies brachte dem Dorf den Beinamen doll village (Puppendorf) und scarecrow village (Vogelscheuendorf) ein.

Jede Vogelscheuche hat einen Namen, einen Charakter und einen Hintergrund. Viele davon basieren auf alten Bewohnern, die Ayano Tsukimi persönlich kannte. Die Informationen sind u.a. im Scarecrow Registry hinterlegt. Selbst Kindergarten und Schule sind wieder gefüllt. Mittlerweile sind es über 400 Puppen.

(Quelle: https://i1.wp.com/unusualplaces.org/…)

Ich persönlich finde die Idee … ich sag‘ es mal diplomatisch … interessant. Zum einen geben die Puppen einem sicherlich das Gefühl einsam zu sein und die Gebäude wirken bewohnt. Auf der anderen Seite ist es aber auch gruselig, da man ja überall von diesen leblosen Puppen umgeben ist. … Aber was will man machen,  wenn man einer der letzten verbleibenden Einwohner in einem sonst leeren Dorf ist.

Die Existenz des Dorfes wird enden. Schon bald. Was bleiben wird, sind vermutlich die Puppen. Aber schon schon jetzt dürfte die Atmosphäre beklemmend sein. Es ist eine Geisterstadt. Der creep-Faktor düfte nur in den evakierten Gebieten um das verunfallte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi größer sein.

(Quelle: https://www.atlasobscura.com/…)

Reisedaten:

  • Im Herbst gibt es ein Scarecrow Festival.
  • Nagoro, Higashi-Iya, Miyoshi City
  • Nach Nagoro kommt man mit dem Bus ab Oboke, Nishi-Iya und/oder Ikeda. Man muss aber umsteigen und nicht alle Busse garantieren einen Anschluss; Ich empfehle daher ein Auto.

 

Akashi-Kaikyu-Brücke

Die Brücke habe ich schon von der Ferne gesehen, aber noch nicht besucht. Sie steht mit auf dem Plan für 2020. Die Brücke befindet sich nahe der Stadt Kobe und ist eine Hängebrücke der Superlative.

  • Gesamtlänge: 3911 m
  • Abstand der beiden Pylonen: 1990,8 m
  • Höhe der der Pylonen 297m (Höher als der Eifelturm)

Die Brücke ist aber aus zwei weitere Gründen interessant:

  • Am 17.01.1995 ereignete sich das Kobe-Erdbeben mit einer Stärke von Mw 7,2. Das Epizentrum lag nur 2000m östlich vom Südturm und verschob diesen um 80cm. — Der Abstand der Pylonen wuchs von den geplanten 1990m auf 1990,8m an. Da die Brücke noch im Bau war, konnte dies korrigiert werden.
  • Auch wenn die Pylonen exakt gerade gebaut wurden, sind die Spitzen 8,8 cm weiter auseinander als die Sockel. Grund ist die Erdkrümmung.

Definition: Tsundere

Definition: Tsundere = cute girl with a short fuse.

Das wars. Das fasst es zusammen … Hier die längere Version: Tsundere ist ein Charaktertyp in Anime der zu 99% weblichen Charakteren zufällt. Sie sind meist eine der Hauptfiguren oder haben eine direkte Verbindung zur männlichen Hauptfigur. (Ihr ahnt es, Tsundere sind ein Schöpfung der Shonen-Welt, aber nicht auf diese begrenzt.) In Harem-Anime ist grundsätzlich mindestens eine Tsundere dabei.

Tsundere sind optisch immer die attraktiven Frauen, zu denen sich der Hauptdarsteller in der Regel auch noch hingezogen fühlt (Ayeka in Tenchi Muyo, Akane in Rama 1/2, Chidori in FMP, Kaname in Inuyashi … die Liste ist endlos).

Zu 90% sind es Charaktere die 90% der Zeit sehr ausgeglichen und optimistisch sind, aber auch eine sehr kurze Zündschur haben. Und wenn diese abgelaufen ist, gibt es eine Orgie der Gewalt, wobei das Opfer meist der Hauptdarsteller wird.

5 Rules (by Gigguk)
  1. Tsundere are not bitches, (they are just misunderstood)
  2. Twin Tails are Tsun-Tails
  3. Behind every door is a Tsundere waiting to hit you hard
    (more a safety advise before opening a average door)
  4. Not all Tsundere are worth it (exception to rule number one)
  5. It was all worth that blush
berühmteste Beispiele:
  • Asuka Langley; Neon Genesis Evangelion
  • Naru Narusegawa; Love Hina
  • Ayeka (Masaki) Jurai; Tenchi Muyo
  • Chidori Kanamy; Full Metal Panic

Von der obigen Auflistung ist Full Metal Panic mein Favorit. Das Tsundere-Element ist nicht zu stark wie in Love Hina, dafür ist der Anime als solcher empehlens wert, was Love Hina nicht ist. Chidori hat zudem  Potential zum Waifu.

Yandere

sind im Prinzip Full-Time-Tsundere, meist mit einem Goth-Look und einem Bodycount bei dem jeder Serienmörder neidisch wird. Kennzeichen können sein: leere Augen und ein psychopatisches Lachen. Yandere sind der Inbegriff einer Psycho-Bitch (und eigentlich immer bewaffnet – alles kann eine Waffe werden, außer (!) Schusswaffen) –> Hallo Elfenlied.