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Cambridge

Tag 1: Cambridge

Wir schlafen wieder aus. Keiner hetzt uns. Wir haben zwei Tag für diese Stadt, die man vermutlich auch an einem Tag erledigen kann.

Unser Fußweg führt uns an dem River Cam, dem wir am Jesus Lock (eine alte Schleuse) in Richtung Innenstadt bringt. Der Park und damit der Wanderweg enden am Byron’s Bear. Dieses Frühstücksbier wird langsam zur Tradtion. Wir bestellen auch was zu Essen. Ich wähle Bangers & Mash.

Am Wasser entlang geht es weiter zur Bridge Street. Von hier aus starten wir unsere Erkundung der Innenstadt. Wir laufen viel Zickzack. Ich weiß gar nicht mehr, wo überall wir waren. Ich erinnere Parish Church of St. Clement, The Round Church, Church of St. Mary the Great, Market Square, … Und dann stehen wir vor der King Street Brewery. Das ist ein Zeichen.

Unkoordiniert geht es weiter. Wir finden FOPP. Ein Plattenladen, ja Schallplatten. Einfach mal stöbern. Es war eine schlechte Idee. Ich finde eine DVD mit Yojimbo für £7, eine weitere mit Ran. Die Sieben Samurai. Ghost in the Shell. Ich muss mich zurückhalten. 10 DVDs werden es trotzdem.

Wir laufen Trumpington Street entlang, auch auf der Suche nach einer Option für das Abendessen. Es ist erstaundlich, der Tag ist fast rum. Es kann auch sein, dass nach zwei Tagen London ein wenig die Luft raus ist.

Und was hat es eigentlich mit den kleine Miniaturen auf sich, die hier immer wieder an einer Hauswand auf dem Fußweg stehen?

Die Wahl für das Abendessen fällt auf das Restaurant North Star. Zugegeben, ich fühle mich ein wenig underdressed. Wir starten mit Muscheln als Vorspeise. Toni bestellt ein Ribeye und ich ein Sirloin, zum Surf&Turf ausgebaut. Eine  Flasche Wein und Creme Brulee als Dessert runden die Sache ab.

Zurück im Hotel haben wir sogar noch genug Zeit, die Hotelbar zu besuchen. Das haben wir bisher nicht ein einziges Mal gemacht; meist, weil es keine Hotelbar gab.

Tag 2: Immer noch Cambridge

Was wir gestern nicht erfolgreich geschafft haben, werden wir heute nachholen: Die Colleges von Cambridge, soweit sie für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Bis zur Bridge Street ist es der gleiche Fußweg wie gestern. Über St. John Street und Trinity Lane versuche ich zum River Cam zu gelangen. Alle großen Colleges gehen bis zum Fluss. Wir gehen quasi auf der Rückseite entlang. Über die King’s College Bridge betreten wir das King’s College (gegen Eintritt). Rechts das Kennedy Building, links das Back Lawn und dahinter King’s College Chapel. Die Kirche ist imposant. Die muss man sich anschauen.

Wir verlassen das King’s College an der Trumpington Street. Über King’s Lane und Queens Lane versuchen wir wieder zum River Cam zu gelangen. Auf der Suche nach einem Pub landen wir am Anchor Cambridge. Hier an der Silver Street gibt es auch Punting: flache Ausflugsboote die mit langen Stangen auf dem River Cam navigiert werden.

Im Anchor testen wir weiteres Barfood (u.a. Sausage Roll, Scotch Egg) und es reift die Idee, den Tag und unseren Aufenthalt mit einer Bootsfahrt abzuschließen.

Der Punter legt los, wir genießen die Fahrt. Ich muss irgendwann einmal googlen, an was wir da alles vorbeigefahren sind. Auftakt macht die Siver Street Bridge, gleich dahinter folgt die Mathematical Bridge. An der Brücke steht mit der President’s Lodge auch das älteste Gebäude am Fluss (1460). Wir haben einen guten Blick auf die Back Lawns des Queens College. Danach sind wir an der King’s College Bridge von vorhin. Es folgt die Clare Bridge, die zum Clare College gehört und dahinter die Garret Hostel Lane Bridge, die wir auch benutzt haben.

Trinity Bridge und Kitchen Bridge folgen. Der Knick im Flusslauf sorgt für Abwechselung. Danach folgt sofort die Bridge of Sighs, die auch den Spitznamen Venice Bridge hat und zum St. John’s College gehört.

Die letzte Brücke, bevor wir umdrehen, ist die an der Bridge Street. Die Bootstour ist übrigens die einzige Option, in den Gärten der Colleges zu schauen, da fast alle für die Öffentlichkeit geschlossen sind.

Nach der Bootsfahrt gehen wir letztes Mal durch die Altstadt von Cambridge zurück zum Hotel. Eines der letzten Fotos gehört dem Corpus Christi College. Der Blick auf die Colleges zeigt einem auch ganz klar, woher die Ideen für Hogwarts kommen.

Gegen 17 Uhr machen wir uns auf dem Weg nach Birmingham. Heute will ich mal im Hellen ankommen. Die A14 bringt uns direkt nach Birmingham. Wir bekommen Infos, dass der Hotelparkplatz fast voll ist. Das kann ja lustig werden.

Ich habe keine Ahnung wie ich die letzten Kilometer geschafft habe. Kreisverkehre, verwirrende Abfahrten und Ampeln, dazu ein Navi, dass mir immer erst Bescheid sagt, wenn ich schon an der Kreuzung vorbei bin. Egal. Wir sind am Hilton und da ist tatsächlich ein Parkplatz fast direkt am Hoteleingang.

Der Checkin ist erstaunlich schnell erledigt. Nur die ConReg ist schon geschlossen. Dann halt morgen. Nachdem alle Koffer und Kisten im Hotelzimmer sind, ist wieder Abendessen Priorität. Es wird das Brightsmith on the Water, hier im Hotel.

London

Tag 1: City of London

Nachdem wir gestern erst nach 23 Uhr im Hotel waren, haben wir heute ausgeschlafen. Uns hetzt niemand. Gegen 10:30 Uhr nehmen wir die DLR nach Tower Hill. Eine Strecke, die ich 2021 zu schätzen gelernt habe1.

Wir kommen an den Docklands vorbei, die 1991 noch ganz anders aussahen; ich muss mal die alten Dias scannen. Limehouse Station. Wieso kommt mir das bekannt vor. Hinter der nächsten Station (Shadwell) beginnt der Stadtteil Whitechapel. Wem das jetzt bekannt vorkommt: Jack the Ripper. Whiteshapel war der Stadtteil, in dem er seine Morde beging. Tower Hill, die Endstation, ist am anderen Ende von Whitechapel. Hier starten wir die touristische Reise.

Auf geht’s: London of Tower, Tower Bridge, HMS Belfast.2 Alles nur von außen. Die Besichtigungen heben wir uns für die nächste Reise auf. Hinter dem Tower erhebt sich die moderne Skyline, die sich um die Leadenhall Street herum gebildet hat. Es folgt ein Stopp im The Horniman at Hays. Ich brauche einen Frühstückersatz … Bier oder – wir sind in England – Ale.

Wir erreichen London Bridge (berühmt aber heutzutage total langweilig) und biegen zum Borough Market ab, der dummerweise heute geschlossen hat. Und wieder verpasse ich die Straße zur Golden Hinde, eine Kopie des Schiffes, das Sir Francis Drake befehligte. Arghhh. Beim nächsten Mal. Dann aber wirklich.3

Es folgen des Theater Shakespeare’s Globe (ein Nachbau, der zudem nicht am Orignalort steht) und dahinter die Millenium Bridge 4, die wir nutzen, um auf die Nordseite der Themse zu gelangen.

Von der Brücke aus sieht man die Bahnstation Blackfriars, die sich auf einer Brücke über die Themse befindet. Die Millenium Bridge führt direkt zu St. Paul’s Cathedral. Von hier folgen wir der Fleet Street am Royal Courts of Justice vorbei nach Strand.

Es geht am Hotel Strand Palace und der Bar Mr Fogg’s Society of Exploration (mehr dazu später) vorbei. Beides kenne ich von meiner letzten Dienstreise. Am Trafalgar Square biegen wir in Richtung Leicester Square ab. In dem kleinen Park verteilt stehen Statuen von Shakespeare, Charlie Chaplin, Bugs Bunny, … Wir sind jetzt im London Westend, dem Broadway von London5. Hier ist auch das Leicester Square Theatre, wo ich 2021 zur Premiere von Katsura Sunshine’s Show war.

Nördlich vom Park ist Chinatown. Die Idee von Orange Duck zum Abendessen reift. Leider ist alles sehr sehr touristisch und ich finde nirgends das gewünschte Gericht. Wir wandern durch den Stadteil Soho auf der Suche nach einer besseren Option. Nichts was uns zusagt, Wir enden wo wir gestartet sind: Touristen-Chinatown. Aber ich finde Orange Duck. Bei einem chinesischen Restaurants namens Gerrad’s Corner. Das kannst du dir nicht ausdenken.

Als letzter Punkt auf unserer Liste ist Mr Fogg’s Society of Exploration. Es ist eine Themenbar, basierend auf dem Roman Reise um die Erde in 80 Tagen. Auf dem Weg dorthin stoppen wir noch bei der Polizei und ich erstatte Anzeige gegen den Autofahrer, der mich gestern auf dem Motorway gerammt hat.

Die Drinks in der Bar haben witzige Namen und kommen oft mit einem Gimmick. Toni bestellt einen Up in the Clouds. Das Glas ist dabei in einem Pokal in Form eines Heißtluftballons versteckt. Ich bestelle einen North Star, der unter einer Käseglocke gefüllt mit Rauch geliefert wird. Die zweite Bestellung ist vom The Mechanical Mixologist, ein Apparat der im Steampunkt-Stil die Variation eines Negroni mixt.6

Wir müssen langsam zurück zum Hotel, bevor die letzte U-Bahn fährt. Über die Waterloo Bridge geht es nach Waterloo Station. Irgendwo hier fährt die Jubilee Line, die uns direkt nach Canning Town bringen wird. Zum Glück fragen wir nach. Es gibt zwei Eingänge zu den U-Bahnen (hier fahren 4 Linen) und wir wollten den falschen nehmen.

Tag 2: Greenwich und City of Westminster

Heute kümmern wir uns um Greenwich und den Bereich City of Westminster7. Erst geht es mit der Jubilee zwei Stationen bis Canery Wharf. Diesen Teil der Docklands habe ich noch besucht. Wie auch? 1991 gab es den noch nicht und 2020 war ich nur den Covid-Test hier. Die DLR bringt uns nach Island Gardens. Theoretisch wäre der nächste Halt Greenwick, aber das macht keinen Spaß.

Zwischen Island Gardens direkt an der Themse und Greenwich gibt es einen Fußgängertunnel. 1902 eröffnet ist er damit älter als der St-Pauli-Elbtunnel. Ein Abschnitt ist mit Tübbingen ais Stahl verkleidet. Das ist ein alter Schaden aus WWII. Der Tunnel endet fast direkt am Museumschiff Cutty Sark. Mit einem Abstecher zum Greenwich Market, um ein „Frühstücksbier“ zu trinken, geht es direkt zum großen Park und hinauf zum Royal Greenwick Observatory. Den Eintritt haben die krass angezogen, und so begnügen wir uns mit dem gratis zugänglichen Teil.8

Nun soll es in der City of Westminster weitergehen. Statt der U-Bahn nehmen wir das Wassertaxi. Es ist nicht unbedingt schneller, aber interessanter. Wir fahren, es regnet, an den Docklands vorbei, Limehouse und Wapping. Die Tower Bridge kommt ins Bild. Wir fahren unterdurch. Eigentlich ist die Bootsfahrt ab jetzt ein Zeitraffer des gestrigen Tages.

Wir steigen am Embarkment Pier aus. Wir holen den Blick auf das London Eye9 nach. Der Beste Blick hat man zwischen dem Royal Air Force Memorial und dem Battle of Britain Monument. Gegenüber ist New Scotland Yard.

Gleich danach kümmern wir uns um Parliament Street. Hier werfen wir einen Blick auf diverse Memorials, Downing Street und vergessen(!) Horse Guard. Wir gehen stattdessen direkt zum Palace of Westminster (Sitz des Parlaments) mit Big Ben. Fast nebenan sind St. Margaret’s Church und die bekanntere Westminster Abbey.

Von hier ist gehen wir gemütlich zum Buckingham Palace. Hier ist einiges Los. Hochdekorierte Offiziere und Veteranen. Damen mit ausgefallenen Hüten. (Nachtrag: Es war ein Empfang / Garden Party im Palast als Teil der The Not Forgotten Association).

Mit Blick auf die Uhr — wir fahren ja heute noch nach Cambridge — starten wir den Rückweg, der uns quer durch den St. James Park führt. Und hätte mich der Kameraakku geärgert, hätte ich auch Fotos davon. Von der Horse Guard Street werfen wir noch schnell auf Blick auf die Rückseite der Downing Street und Churchill’s War Room bevor wir über die Paradefläche der King’s Guard zurück zu Whitehall (nur der untere Teil der Straße heißt Parliament Street) gehen.

Im Anschluss laufen wir etwas zickzack auf der Suche nach einem späten Mittagessen. Wir werden fündig, aber es dauert etwas. Gegen 18 Uhr verlegen wir mit der Jubilee zurück nach Canning Town und zum Auto.

Von hier ist es relativ einfach: Rauf zum blöden Kreisverkehr. Ein kurzes Stück entlang Barking Road bevor die Auffahrt zum Newham Way (A13) uns aus dem Verkehrschaos London befreit. Die A406 bringt us zur M11, die dirket nach Cambridge führt. An die Verkehrsführung in England habe ich mich immer noch nicht gewöhnt, aber wir schlagen uns durch.

Am Fellow House Cambridge angekommen ist der Tag zu Ende. Für ein spätes Abendessen bemühen wir den Room Service.