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japanischer Whisky – Destillerien III – Nikka

Nikka

The Nikka Whisky Distilling CO.,LTD,
5-4-31, Minami-Aoyama,Minato-ku, Tokyo 107-8616

Dainipponkaju wurde 1934 von Masataka Taketsuru gegründet, der von 1918 bis 1920 in Schottland die Herstellung von Whisky erlernte. Vor der Gründung arbeitete er bei Kotobukiya (später Suntory). Erst 1952 erfolgte die Umbenennung in Nikka, dem führenden Whisky der Firma.

Im November 1963 erfolgt der Aufbau der ersten Coffey Still aus Schottland in Nishiomiya (damals zweiter Standort von Nikka). Die Still steht heute in Miyagikyo. Der Standort Nishiomiya wurde geschlossen.

Heute betreibt Nikka zwei Destillerien in Japan: Yoichi und Miyagikyo uns ist zudem Eigentümer der Ben Nevis Destillery in Fort Williams, Schottland.

Yoichi Destillery


Yoichi-gun, Hokkaido, 046-0003

Yoichi war die zweite Destillerie in Japan, eröffnet in 1934. Sie ist der Startpunkt von Nikka. Ihr Design, inklusive das der Brennblasen, stammt von Masataka Taketsuru. 1940 wird mit Nikka Whisky der erste Brand dieser Destillerie veröffentlicht.

Yoichi liegt im gleichnamigen Ort auf der Insel Hokkaido nahe Otaru und 50 km von Saporro entfernt. Die Stadt ist von Bergen umgeben mit einer Seite zur japanischen See. Taketsuru wählt den Ort wegen seiner klimatischen Ähnlichkeit zu Schottland. Obwohl, die Winter sind kälter und länger als in Schottland. Mit 43°10′ Nord liegt die Destillerie auf der Höhe von Toronto und Toulon (Frankreich).

In Yoichi stehen 6 Brennblasen. Alle haben das gleiche Design und sind (in Verlgeich zu den Schotten) klein. Das Design hat sich seit 1934 nicht geändert. Die Destillerie verfügt ferner über 10 Washbacks.

Auch heute noch werden die Brennblase mit Kohle befeuert. Yoichi ist die weltweit einzige Destillerie, die dieses Verfahren anwendet. Nach Auskunft von Nikka erzeugt Kohle ein sehr heißes Feuer, das zu einem völlig anderen Brennergebnis führt. Der Brand einen stärkeren Geschmack („has a good punch“). Durch die schwankende Temperatur der Brennblase folgt eigentlich eine schwankendende Qualität, diese soll aber den Whisky bereichern. Also der gleiche Effekt, auf den Fans von Schallplatten schwören: Analog ist nicht präzise, aber besser.

Früher wurde noch selber gemälzt. Auch das Blending erfolgt nicht in Yoichi. Nikka hat hierfür ein Labor in Kachiwa nahe Tokyo.

Der Whisky aus Yoichi ist primär peated. Die Flavour Spiral listed als Top5: Smoky, Caramel, Sweet, Spicy, Oak. [Link Flaviar]

Besuch: Die Destillerie kann besichtigt werden. Sie liegt fast direkt am Yoichi Eki. Einfach aus dem Bahnhof raus und über die große Kreuzung. Die Anreise von Sapporo mit der Bahn dauert etwa eine Stunde. Das Destilleriegelände ähnelt einer Parkanlage. Auf dem Gelände steht auch das Haus in dem Taketsuru mit seiner schottischen Frau Rita gewohnt haben.

However … Ich hatte die Tour nicht gebucht, sondern bin ohne Führer losgegangen. In die aktiven Produktionsareale kommt man dann nicht. Ob das mit einem Führer geht, kann ich nicht sagen. Auf der vom Bahnhof aus gesehen anderen Seite der Destillerie ist eine Souvenirshop, der auch Tastings anbieten. Dort habe ich damals (2010) den Coffey Grain gekauft, lange bevor er in Europa auf den Markt kam.

Miyagikyo Destillery

1 Nitsuka, Aoba-ku,
Sendai-shi, Miyagi-ken 989-3433

Miyagikyo Distillery wurde 1969 in Aobaku, Miyagi-ken (in er Nähe von Sendai) aufgebaut. Der erste Whisky von hier war Sendai Single Malt. Der Standort wurde gewählt, weil Taketsuru viele Ähnlichkeiten zu Schottland sah: saubere Luft, die richtige Luftfeuchte, durch Torf gefiltertes Grundwasser. Mit einer Lage von 38° N liegt sie auf Höhe von Palermo.

Die Destillerie wurde zunächst als reine Malt-Brennerei gebaut. Der Grain für die Blends wurde an einem anderen Standort hergestellt. Dann wurde die Coffey Still, ein Schotte Baujahr 1962, nach Miyagikyo verlegt. Die 10m hohe Kolonne ist heute das Herzstück der Brennerei. Neben dieser stehen noch zwei weitere Kolonnen in Miyagikyo. Der Grain wird aus 95% „american corn“ (Mais) und hat einen Alkoholgehalt von 94%.

Mittlweile stehen 2 Coffy Still in Miyagikyo, die 2 mio. Liter pro jahr herstellen. Hier ist der Ursprung der Coffey Grain und Coffey Malt Whisky.

Die Pot Still hat Speysideform (Zwiebelform, langer gerader Hals), die einen geschmeidigen Whisky produzieren. Die Malts aus Miyagikyo unterscheiden sich von denen aus Yoichi. Auch in Miyagikyo werden durch verschiedene  Maischen, Malzen und Hefen verschiedene Malts produziert.

Die Destillerie verfügt über stolze 22 Washbacks und 15 Warenhäuser. Die Flavor Spiral listet: Floral, Sweet Fruit, Oak, Smokey, Sherry. [Link Flaviar]

Besuch: Die Destillerie bietet Führungen an. Sie liegt an der Senzan-Linie (verbindet Yamagata und Sendai; Stichwort Tempel Yamadera) auf halber Strecke zwischen Sakunami Eki und Kumagane Eki. Es sind etwa 2-3 km. Im Lager liegt das älteste Whiskyfass Japans, ein Bourbon Hogshead aus den 60ern, immer noch gefüllt, wenn auch nach so langer Zeit nur noch zu einem Drittel.

Plants

Nikka betreibt neben den beiden Destillerien weitere „Plants“ für Lagerung/Reifung und Abfüllung. Hier eine Übersicht.

  • Hirosaki  Plant (Aomori)
    Brennerei, aber auch Wein, Cider, Brandy, Lager und Abfüllung
  • Tochigi Plant (Sakura, Tochigi)
    Grain Lager und Reifung, Lagerung von Blends
  • Kashiwa Plant (Kashiwa, Chiba), Abfüllung
  • Nishinomiya Plant (Nishinomiya, Hyogo), Likörabfüllung
  • Moji Plant (Kitakyushu, Fukuoka), Shōchū-Brennerei, Abfüllung
  • Ben Nevis Destillery (Fort Williams, Schottland), Scotch

Portfolio

Zu den bekanntesten Sorten von Nikka gehören:

  • Single Malts: Yoichi, Miyagikyo
  • Malts: Taketsuru Pure Malt, From the Barrel
  • Blended: Hibiki

Vom Miyagikyo Single Malt gibt es eine Distillery Limited Serie. Hier wird der gleiche Single Malt verschieden gelagert und gereift, und das Ergebnis drei unterschiedliche Wihsky. Man schmeckt, dass sie zusammen gehören. Das es sich aber um den gleichen Single Malt handelt, schmecken vermutlich nur die Profis raus. Die drei Sorten heißen:

  • Sherry and Sweet
  • Woody and Mellow
  • Malty and Soft

Miyagikyo hat zudem ein besonderes Set zu bieten, da an diesem Standort auch eine Coffey Still steht, die man allerdings auf der Führung nicht zu sehen bekommt. Es gibt sowohl einen Malt als auch Einen Grain aus der Coffey Still. Man kann den Malt sehr schon zum Single Malt aus der Pot Still vergleichen, aber auch Malt gegen Grain antreten lassen.

  • Nikka Coffey Malt
  • Nikka Coffey Grain

Zur Krönung gibt es die „Distillery Limited“ nicht nur als Single Malt Miyagikyo sonder auch als Nikka Single Coffey Grain.

Weitere Whiskysorten von Nikka findet ihr in der Whiskyübersicht. die ich ein paar Tage später in den Blog einsortiert habe. Die Übersicht versuche ich regelmäßig zu ergänzen, aber auch ich bin faul.

[Stand: 01/2017]

japanischer Whisky – Destillerien II – Suntory

Suntory Holding

Suntory Beer & Spirits Ltd.,
2-3-3 Daiba, Minato-ku, Tokyo, 135-8631

Suntory wurde 1924, damals noch unter dem Namen Kotobukiya, von Shinjiru Torii gegründet. Die Destillerie in Yamazaki war die erste in Japan. Bereits 6 Jahre später brachte er den ersten japanischen Single Malt, den Suntory Whisky Shirofuda (heute: Suntory White) heraus. In dieser Zeit wurde auch erstmals der Name Suntory als Markenname verwendet. Aufgrund des geringen Bekanntheitsgrades war der Whisky nur wenig erfolgreich.

1937 erscheint der Kakubin auf dem Markt. Heute ist er, auch wegen der Flaschenform, einer der bekanntesten Japans. Sein Durchbruch erfolgte aber erst nach WWII in den 50/60ern durch geschicktes Marketing: Whisky als Sakeersatz, der verdünnt auch zum Essen getrunken werden kann und nicht wie in westlichen Ländern nur als Aperitif oder Degistif.. (Ich vermute dies sind die Ursprünge von Highball.)

Nach WWII wurde auch der Whisky „Torys“ auf den Markt gebracht. 1963 wechselte der Name zu Suntory. (englisch für Sonne (sun) + Gründernamen auf Englisch (tory)). 1973 wurde die Destillerie in Hakushu gegründet. 1994 übernimmt Suntory die schottische Brennerei Bowmore.

Suntory Holding: 1963 starte auch eine Bierproduktion. Seit 1997 hat Suntory die alleinigen Rechte für Pepsi-Produkte in Japan. Heute ist Suntory ein Großkonzern mit Holding-Struktur (2009), der alle Sorten von Getränken vertreibt: von Saft und Kaffee über Beer und Likör bis hinzu Whisky, Gin, Rum, usw. Zur Holding gehören auch Subway Japan, Pepsi Bottling, Boss Coffee, OranginaSchweppes. 2014 wurde der Bourbon-Hersteller Beam Inc. aufgekauft, der seitdem unter dem Namen Beam Suntory firmiert. Die bekanntesten ausländischen Marken sind:

    • USA: Jim Beam, Baker’s,  Knob Creek, Maker’s Mark,  …
    • Canadian: Canadian Club, Windsor, …
    • Irland: Connemara, Kilbeggan, Tyrconnell, …
    • Japan: Hakushu, Hibiki, Torys, Suntory, Yamazaki
    • Scotch: Auchentoshan, Bowmore, Laphroaig, Teacher’s, …

Zu den international bekannten Whisky von Suntory gehören Hibiki, Yamazaki (intensiv), Hakushu (geschmeidig-weich). Auf dem nationalen Markt kommen Tory, Kakubin und der Royal hinzu.

Yamazaki Destillerie

5-2-1 Yamazaki, Shimamoto-cho, Misima-gun, Osaka
+81.759.62.1423 // www.theyamazaki.jp

Yakamazaki war 1923 die erste in Japan gegründete Destillerie (einige Quellen nennen 1924). Der Ort liegt in dichten Bambuswäldern am Fuße des Tenozan, zwischen Kyoto und Osaka (direkt an der JR-Bahnlinie zwischen beiden Städten). Die Brennerei ist umgeben von Bergen und drei Flüssen. Das Klima ist fast subtropisch. Alles hat Auswirkung auf den Whisky.

Fun Fact: Die ersten 10 Jahre wurde die Destillerie von Masataka Taketsuru geführt, bevor dieser Nikka gründete. 1929 wurde hier der Shirofuda (heute Suntory White) kreiert. 1937 folgte der berühmte Kakubin in der eckigen Flasche. Nach WWII war der Torii’s bei den stationierten GI’s beliebt. Erst 1984 erschien der erste Yamazaki, der „Yamazaki 12 Jahre“. 1992 wurde ein 18-Jähriger abgefüllt. 1995 folgten der 10-Jährige und der 25-Jährige.

2006 stellte Master Blender Shingo Torii auf kleinere Brennblasen um, 2013 kamen vier weitere Brennblasen hinzu, so dass Yamazaki heute 16 Brennblasen betreibt, die paarweise (Wash und Spirit Still) arbeiten. Die Stills haben unterschiedliche Design, um verschiedene Malts für die Blendproduktion herzustellen.

Der erste Chief Master Blender war Ken Sato. / Besonderheit: Auf dem Gelände der Destillerie seht ein alter Shintosschrein. Außerdem gibt es eine normale öffentliche Straße, die das Gelände kreuzt. Die erste Pot Still von 1923 steht heute am Eingang zur Brennerei. Yamazaki stellt die Lead Blends für den Whisky Hibiki her.

Die Destillerie verfügt 8 verschiedene Brennblasen und kann so Malts mit verschiedenen Charakteristika herstellen. Das ist der Unterschied zu Schottland, wo für einen Blend Fässer verschiedener (befreundeter) Destillerien gemischt werden. In Japan musste Yamazaki selbst für die notwendige Malt-Diversität sorgen.

In der Destillerie stehen mehrere Washbacks aus Stahl und Holz. Das Wasser kommt aus dem Quelle „Rikyu no mizu“ (Water of the Imperial Villa), welche eine der 100 besten Mineralwasserquellen Japans und die einzige in der Präfektur Osaka ist.

Als Fässer kommen Ex-Bourbon, Sherry, Virgin Oak und Mizunara-Eiche zum Einsatz. Die Flavor-Spiral listet: Oak, Vanilla, Sweet, Spicy, Smoky. [Link Flaviar]

Hakushu Destillerie

Suntory Hakushu Distillery

Hakushu wurde 1973 erbaut und war mit 24 Brennblasen zeitweise die größte Whiskybrennerei der Welt. Sie trug den Namen „Forest Distillery“, da sie mitten im Wald stand. Sie liegt in den japanischen Alpen in der Stadt Hakushu (heute Teil der Stadt Hokuto) in der Präfektur Yamanashi. Der Name Hakushu kann mit „weiße Sandbank“ übersetzt werden. Die Anreise ab Tokyo ist möglich aber zeitaufwendig.

Die Brennerei ist ist als Malt Brennerei konzipiert und stellt verschiedene Malts für die Blendproduktion her. Für diesen Zweck haben die Pot Stills verschiedene Designs. Die Washbacks sind aus Holz. Für die Unterschiede der Malts werden auch unterschiedliche Fasstypen und -hölzer und -größen eingesetzt. Bekannt ist Hakushu für seine bevorzugte Nutzung von Hogshead für die Reifung.

1981 wurde auf dem gleichem Gelände Hakushu Higashi gegründet und der alte Standort Higashi (Nishi) wenig später geschlossen.

Das Wasser kommt aus dem Ojira-Fluss. Eine Besonderheit ist die Lagerung eines Teils der Fässer in einem Bergstollen. Die FlavorSpiral listet: Smoky, Vanilla, Gras, Honey, Oak. [Link Flaviar]

Besuch: Die Destillerie kann besucht werden, liegt aber etwa 5km von der Bahnstation Nagasaka Eki entfernt. Der Bahnhof liegt an der Chuo-Hauptlinie auf dem Streckenabschnitt Tokyo-Matsumoto noch vor Shiojiri, wo die Chuo in das Kisodani abbiegt. Ein besser Bahnhof ist eventuell Kobuchizawa. Er ist großer und ich vermute ab hier fahren Busse. (Angabe ohne Gewähr !!! Nur eine Vermutung !!!)

Chita Distillery

16 Kitahama-machi, Chita, Aichi-ken, 478-0046 Japan
+81.562.32.6351

Der dritte Standort wurde 1972 in der Präfektur Aichi im Jahr 1972 gegründet. Hier wird primär Grain Whisky hergestellt, der als The Chita am Markt verfügt ist und auch im Hibiki, Kakubin und Suntory Old verwendet wird.Zur Herstellung wird Gerste (barley malt) verwendet. Während der Fermentierung werden Mais (corn), Roggen (rye) und Weizen (wheat) zugesetzt. Anders als Yamazaki und Hakushu gibt es kein Besucherzentrum.

Portfolio

Zu den bekanntesten Sorten von Suntory gehören:

  • Single Malts: Yamazaki, Hakushu
  • Single Grain: The Chita
  • Malts: Kakubin
  • Blended: Suntory Royal

Weitere Whiskysorten von Suntory findet ihr in der Whiskyübersicht. die ich ein paar Tage später in den Blog einsortiert habe. Die Übersicht versuche ich regelmäßig zu ergänzen, aber auch ich bin faul.

japanischer Whisky – Destillerien I – Überblick

Übersicht über die Destillerien

Suntory Gruppe

    • Yamazaki (zwischen Osaka und Kyoto): seit 1923,
      12 Brennblasen, erste kommerzielle Brennerei in Japan
      Whisky: Yamazaki, Shirofuda, Kakubin
    • Hakushu Higashi (Toribara, Yamanashi),
      seit 1981, 12 Brennblasen; am Berg Kaikomagatake; höchst gelegenen Brennereien der Welt
    • Chita

Nikka Gruppe (gehört zu Asahi)

    • Yoichi (Shiribeshi, Hokkaido): seit 1934, Malts
    • Miyagikyo (Sendai, Miyagi), seit 1969, 8 Brennblasen

Kirin/Mitsubishi Gruppe

    • Fuji Gotemba (Gotemba, Shizuoka), seit 1972, 620m ü.NN
    • Karuizawa (bei Nagano), seit 1955

Hombo Spirits

    • Kagoshima (Kyushu), seit 1984, gehört zu Hombo Spirits
    • Shinshu (in 800 m Höhe in Kamiinagun), seit 1985

Chichibu: seit 2008

Sonstige
    • Chugoku Jozu (nach vorliegenden Infos nur Abfüller)
    • White Oak: seit 1984 (1919 erste Destillerie)
    • Sasanokawa
    • Monde Shuzo Distillery Isawa
    • Matsui Shuzo-Destillery
geschlossene Destillerien
    • Hakushu Nishi (Yamanashi), 1973-1990er; stillgelegt
    • Hanyu (Hanyu), 1941-2000, geschlossen

japanischer Whisky – Historie II

Jahrtausendwende und internationaler Durchbruch

Zur Jahrtausendwende dominieren Suntory und Nikka den Markt mit einer breiten Palette veschiedener Malts und Blends. (Alleine Suntory hält 65% Marktanteil.) Dies ist ein wesentlicher Untesrschied zu Schottland. (siehe unten).

Bis 2001 war der japanische Whisky fast ausschließlich in Japan verfügbar und wurde vom Rest der Welt nicht  beachtet. Dann gewann Nikka mit dem Yoichi Single Malt 10yr den Titel „Best of the Best“ des Whisky Magazine. Mit diesem Schritt trat Japan auf die internationale Whiskybühne. Unterstützt wurde der Boom durch den Film „Lost in Translation“.

2004 räumte Yamazaki 18yr international Preise ab. Zuvor war es der Standard-Yamazaki in 2003. Und auch heute noch sind japanische Whisky immer oben mit dabei oder gewinnen.

Viele sehen japanischen Whisky auf seinem Höhepunkt. Für andere scheint der Zenit fast überschritten. Ich bin gespannt wie es weitergeht.

Nachtrag: Das Jahr 2018

Die Wende scheint da zu sein. Bei meinem Japanurlaub im April 2018 waren die 12-jährigen Yamazaki und Hakushu in ganz Japan ausverkauft. Ich dachte, das wäre nur ein Phase, aber zum Jahresende ging die Meldung durch die Foren, dass die beiden Whisky eingestellt wurden. Grund: Es gibt keine Fässer mehr, die alt genug sind. Bei eBay un Co gehen die Preise für noch verfügbare Flaschen langsam nach oben. Hier in Koblenz kostet der Yamazaki er bereits 159€. Der 12er von Nikka liegen im Netz bei 170€.

Im Dezember 2018 dann der nächste Schock: Das Flagschiff, der Hibiki 17 Jahre, wird ebenfalls eingestellt. Das ist so, als würde Mercedes die S-Klasse einstampfen. Auch dieser Schritt war notwendig, da die Lager leer sind. Keiner hat vor 18 Jahren gedacht, dass japanischer Whisky so populär wird. Es ist das typische Problem einer Regelstrecke mit Totzeit; in diesem Fall 17 Jahre. Schon Prof. Otten hat mir im Studium geraten, dass es dafür nur einen sinnvollen Lösungsansatz gibt: Abwälzen auf einen Kollegen.

Nebeneffekt: Um Marktanteile zu halten, ploppen junge Blends ohne Altersangabe aus dem Boden wie Pilze: The Chita, Fuji Sanroku, Suntory Toki. Der Alterslose Hibiki Japanese Harmony rückt auch in den Fokus (93€ bei eBay im Januar 2019; ein Jahr zuvor für 37,50€ beim Globus an der B9), ebenso alte Marken wie The Nikka oder der Taketsuru, die bisher ein Leben im Schatten der großen Single Malts und Blends fristeten.

Außerdem verschiebt sich der Fokus weg von Suntory und Nikka zu Destillerien wie Mars und Ichiro (Chichibu).

Wie ist der Stand in 2019?

Es gibt aktuell 9 Destillerien in Japan, die alle ihre Produkte international verteiben. Das klingt nicht wirklich weit weg von den Gründungszeiten von Masataka Taketsuru:

  • Suntory mit 3 Standorten: Yamazaki, Hakushu, Chita
  • Nikka mit 2 Standorten: Yoichi, Miyagikyo
  • Chichibu
  • Eigashima Shuzo
  • Fukano Destillery
  • Hanyu
  • Karuizawa
  • Kikori
  • Matsui Shuzo Distillery
  • Monde Shuzo
  • Ohishi Distillery
  • Toyo Jozo
  • Yamazakura

Einige weitere wiki-Links (englisch, da die deutschen Seiten dazu nicht exisztieren oder gut sind): Japanese Whisky, Masataka Taketsuru, …

[Stand: 01/2017; Nachtrag 01/2019]

japanischer Whisky – Historie I

Die Geschichte beginnt mit zwei Namen: Shinjiro Torii und Masataka Taketsuru. Zusammen gründeten sie 1923 die Yamazaki Destillerie. 1934 trennten sich ihre Wege. Torii verfolgte weiterhin das Ziel, einen authentischen (rauchigen) Scotch zu brennen. Taketsuru hingegen suchte einen Blend, zugeschnitten auf den japanischen Geschmack und gründete die Destillerie Yoichi.  Der Rest ist Geschichte: Die Yamazaki Destillery ist heute ein Teil von Beam Suntory, Yoichi ein Teil von Nikka.

Timeline (sehr kurz)
  • 1868 – Ende des Bakamtsu; Japan öffnet sich
  • 1918 – Masataka reist nach Schottland (Rückkehr 1920)
  • 1923 – Matataka und Torii eröffnen die Destillerie Yamazaki
  • 1929 – Der Whisky Suntory Shirofuda erscheint
  • 1934 – Masataka verlässt Suntori und gründet Dainipponkaji
    und eröffnet die Destillerie Yoichi
  • 1937 – Der Whisky Suntory Kakubin erscheint
  • (1941-1945 – Pazifikkrieg)
  • 1952 – Umbenennung von Dainipponkaju in Nikka
  • 1963 – Umbenennung von Kotobukiya in Suntory
  • 1969 – Zweite Nikka-Destillerie: Miyagikyo
  • 1973 – Suntory eröffnet die Hakushu-Destillerie
  • 2001 – Nikka’s Yoichi Single Malt wird „Best of the Best“

Die Anfänge

Die Geschichte des japanischen Whisky begann in 1870 (zwei Jahre nach der Öffnung Japans), und ist mit den Namen Shinjiro Torii und Masataka Taketsuru verbunden. Es war die Zeit in der Japan versuchte, westliche Lebensmittel und Lebensweise zu übernehmen. Das Westliche war neu, aufregend und ein „must have“.

Shinjiro Torii war Pharmaziegroßhändler und Gründer von Kotobukiya (später Suntory). Er importierte und vertrieb europäische Liköre und Weine. Er machte es sich zur Aufgabe, einen japanischen Whisky für Japaner herzustellen.

Masataka Taketsuru reiste von 1918 bis 1923 durch Schottland und lernte dort (neben seinen Studium der organischen Chemie in Glasgow) die Kunst des Whiskybrennen in der Longmore Destillery (Speyside). Bei James Calder erlernte er die Herstellung von Coffey Grain, und bei der Hazelburg Destillery das Blending.

Torii und Taketsuru gründeten zusammen die erste Destillerie Japans: Yamazaki. Sie liegt auf halber Strecke zwischen Osaka und Tokyo. Die Umgebung war berühmt für ihr Wasser. Der Teemeister Sen-no-Rikyu hatte hier seinen Teeraum. Torii war dabei der Leiter der Destillerie, die zum Grundstein von Beam Suntory werden soll.

Das erste kommerzielle Produkt kam 1924 auf den Markt. Da die Destillerie erst 1 Jahr lief, wird die kaum ein japanischer Whisky gewesen sein. Es gibt auch Berichte von 1918, die einen „Scotch whiskey made in Japan“ beschreiben. Da es noch keine Destillerie gab, kann es maximal ein Blend von importiertem Whisky gewesen sein.

Als erster reiner japanischer Whisky gilt der Suntory Shirofuda. Er erschien 1923 und ist ein Blend. Der Whisky war nicht unbedingt ein Erfolg. Der Shirofuda war geschmacklich ein schottischer Whisky. Der Rauchgeschmack traf aber nicht den Geschmack der Japaner.

1934 verläßt Taketsuru die Yamazaki Destillerie und gründet seine eigene in Yoichi, im Süden Hokkaidos. Sein Ziel ist ein Blend, der zugeschnitten auf den japanischen Geschmack ist. Die Firma heißt Dainipponkaju und wurde erst später in Nikka umbenannt. Hintergrund: Bis der erste Whisky gereift war finanzierte sich Taketsuru mit den Verkauf von Säften, unter anderem Apfelsaft namens Kaju.

Torii bleibt in Yamazaki und arbeitet weiter am „Original“. Der zweite Whisky aus Yamazaki ist der Blend Suntory Kakubin. Dieser Whisky ist noch heute auch dem Markt. Markant ist die eckige Flasche (kaku bin).

[Nachtrag: Masataka Taketsuru ist der Gründer und Designer der ersten beiden Whiskydestillerien in Japan und ist somit mehr oder weniger der Gründer von Suntory und Nikka, den beiden größten Destillerien in Japan.]

Nach WWII

Dainipponkaju benennt sich 1952 in Nikka um. Nikka ist dabei die Kurzform für dai NIppon KAju. Heute ist Nikka ein Teil von Asahi, dem größten Getränkehersteller Japans.

Kotobukiya wurde 1963 in Suntory umbenannt (Sun = engl. Sonne und Tory = englische Aussprache von Shinjiro’s Nachnamen Torii.) Die Firmen expandieren, gerade Suntory.

1969 eröffnet Nikka als Erster ein zweite Destillerie in Miyagikyo in der Nähe von Sendai. Hier sollen Malts und Grains hergestellt werden. Die Coffey Still dafür wurde schon 1962 aus Schottland importiert. Zu diesem Zeitpunkt ist dies einzigartig in Japan.

1973 eröffnet Suntory die Brennerei Hakushu. Die beiden Firmen dominieren den Whiskymarkt in Japan.

1949 wurde mit Mars Hombo ein dritter Hersteller gegründet, aber dieser spielt keine große Rolle in der Geschichte des japansichen Whisky. White Oak hat zwar schon seit 1919 eine Brennlizenz, aber nicht für Whisky. Dies begann erst in der 1980ern.

[Stand: 01/2017; Nachtrag 01/2019]