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Chicago Food Corner

An meinem ersten Tag in den USA habe ich einen Polizisten in New York gefragt: „Welchen Ort muss ich besuchen? Was muss ich essen?“ Die Antwort waren Staten Island Ferry und Joey’s Pizza. Die Frage kann man auch für Chicago stellen. Auch hier würde ich vermutlich eine Bootsfahrt vorschlagen. Beim Essen hat man die Wahl: Deep Dish oder Chicago Dog.

Deep Dish Pizza

Diese Variation von Pizza stellt die Frage: Wann ist eine Pizza eine Torte? Deep Dish ist eine Pizza mit einem sehr, sehr dicken Boden. In der Regel hat sie einen Durchmesser von 30cm und eine Höhe von mindenstens 5 cm. Verwendet wird im Prinzip eine Kuchenform. (daher meine anfängliche Frage), die mit Teig ausgkleidet wird. Gefüllt wird der Teig dann mit Käse, Tomantensoße, Tomaten und Wurst. Abschluss bildet geriebener Parmesan. Und wie bei jeder Pizza gibt es dutzende Variationen. Allen gemein ist der dicke Boden.

Historie: Pizzeria Uno wird als Erfinder der Deep Dish gesehen, wo sie 1943 zum ersten Mal verkauft wurde. Damals war Rudy Malnati dort der Küchenchef. Heute sind Pizzeria Uno und Lou Malnati’s1 die beiden bekanntesten Orte in Chicago für Deep Dish. Und ja, es gibt von beiden Restaurants mehrere Niederlassungen. Durch puren Zufall habe ich nicht nur beide besucht, sondern auch das erste Pizzeria Uno, die fast direkt neben meinem Hotel lag.

Deep Dish ist so sehr mit Chicago verbunden, dass es der Spitzname für Jungs aus Chicago verwendet wird. Ich selbst bin kein Fan dieser Pizza-Variante. Ich bevorzuge New York Style.

Chicago Style Hotdog

In den USA sind mir dutzende Varianten von Hot Dogs über den Weg gelaufen. Mein Favorit ist eindeutig Chicago Style. Es ist wie folgt zusammengesetzt:

  • Hotdog-Brötchen mit Mohn
  • Würstchen ; ca 60g (in den USA Wiener oder Frankfurter genannt)
    • milder (gelber) Senf
    • frische Zwiebelwürfel
    • süßes Gurken-Relish (oft quietschgrün gefärbt)
    • Gewürzgurken; Viertel (in Dill eingelegt)
    • Tomatenscheiben
    • Peperoni (das englische Rezept nennt sport pepper)
    • Selleriesalt (celery salt)

Je nach Restaurant werden einzelne Zutaten weggelassen oder hinzugefügt.Bryan’s fügt zum Beispiel Salatblatt und Saltgurke hinzu. Aber niemals wird Ketchup verwendet.

Varianten: Die Zutaten sind im Prinzip „einmal durch den Garten“. Bei der Zubereitung der Wurst, hat jeder seinen eigenen Ansatz. Die meisten kochen die Wurst in heißem Wasser. Seltener wird die Wurst gegrillt.

Beim Depression Dog fehlen Gurke und Tomate. Statt dem Brötchen gibt es Kartoffelecken. Das Superdawg verwendet eingelegte Tomaten. Das Cheese-dog verwendet Käsesoße.

Historie: In Frankfurt wurden Schweinewürstchen schon im 13. Jahrhundert erwähnt. In Wien wurde Rindfleisch hinzugefügt. So entstand das Wiener Frankfurter. Diese Variante erreichte im 19. Chicago. Es wurde in einem Brötchen und war ein beliebter Snack bei Baseballspielen, kurz franks genannt. Während der 1920er gab es viele Hotdog-Wagen entlang Maxwell St (südlich der Universität of Illinois).

Die Verwendung von Selleriesalz hat seinen Ursprung in den Selleriefarmen, die es in Lake View gab. Das ist auch die Gegend, wie das Wrigley Field steht. Es ist in Deutschland relativ unbekannt. Es hat nicht einmal eine deutsche wikipedia-Seite. Aber es gehört z.B. auch in die Cocktails Bloody Mary und Caesar.

besuchte Restaurants
  • Pizzeria Uno, 29 E Ohio St
  • Lou Malnati’s, 439 N Wells St
  • Portillo’s & Barnelli’S, 100 W Ontario St