Bridear

Ich war gestern auf dem Bridear-Konzert. Wow. Hier ein Video (nicht von mir; ich stand schräg hienter dem Kameramann):

Hier die offfiziellen Versionen von Bridear. Und ja, wenn die nächstes Jahr wieder in der Nähe sind, fahre ich hin.

Weitere Bands, die einem auf Youtube begegnen sind bespielsweise Band-Maid, Doll$boxx.Den Rest findet man dann über die Links auf Youtube.

Und ja, ich mache einen kleinen Bogen um Babymetal. Die sind nicht ganz mein Stil, und ich mag den Hype nicht, der um Babymetal gerade in Europa läuft. Ungeachtete dessen ist die Kamiband (die weiß gekleideten Jungs, die mehr oder weniger im Hintergrund die Instrumente spielen) genial.

Etwas abseits vom Metal dafür eine interesannte Kombination von westlichen Instrumenten (Gitarre, Schalgzeug, Keyboard) imd traditionellen, japanischen Instrumenten (Shamisen, Koto, Shakuhachi …) gibt es Wagaku Band (和楽器バンド) und Band-Maiko

Ich habe eben noch Yousei Teikoku (妖精帝國) gefunden. Die sind … ich habe es noch nicht ganz raus.

Japan ist gefährlich

Heute war der Weltrisikobericht in der Zeitung. Er vergibt einen Risikoindex für Naturkatastrophen. Mit Erdbeben, Vulkanen, Tsunami und Taifunen hat Japan einen schweren Stand. Soweit ist das allen klar. Jetzt haben wir es in Zahlen.

Katastrophen dieser Art haben neben Tod und Verletzung immer auch den Zusammenbruch und Verlust wichtiger Infrastrukturen wie Strom, Wasser, Schutzräume Transport (und für die jüngere Generation WLAN und Internet) zur Folge. Hier ein Auszug der Liste:

  • 0,36  Katar
  • 1,40  Belgien
  • 2,19  Schweden
  • 2,42  Deutschland, Dänemark
  • 2,92  Österreich
  • 3,42  USA
  • 4,12  Italien
  • 6,12 Thailand [26.12.2004, Beben 9.1M + Tsunami, 230.000 Tote]
  • 6,56  Griechenland
  • 7,45  Niederlande (!)
  • 11,08  Japan [11.03.2011, Beben 9.1M + Tsunami, 19.630 Tote]
  • 29,42  Tonga, Trinidad, Tobago
  • 50,28  Vanuatu (bis 1980: Neue Hebriden)

Zitat: „Die Forscher berücksichtigen bei der Analyse nicht nur, wie häufig Länder statistisch betrachtet von Naturkatastrophen heimgesucht werden, sondern auch, wie gut sie darauf vorbereitet sind.“ Da darf ich schon mal Fragen, warum die Niederlande einen so schlechten Wert haben.

Wenn ich jetzt noch überlege, dass ich bei allen Reisen (außer denen zur Kirschblüte in 2008 und 2018) den Weg von mindestens einen, oft zwei Taifunen kreuzte. Immer gab es Tote und schwere Verwüstungen. 2016 war ich gerade auf Shikoku angekommen, als hinter mir auf Honshu, wie ich losgefahren war, der Bahn- und Schiffsverkehr komplett eingestellt wurde. Am Kompirasan ging einen Tag lang kein Zug. Meine Abreise war am nächsten Tag. Ich hatte also viel Glück mit meinem Reisetag.

Und ich habe auch irgendwie das Gefühl, wenn es schlimm kommt, dass es Japan besser koordiniert und gesitteter zugeht als in Deutschland. Sei es nun das japanische Gemüt oder deren jahrelange Erfahrung mit Naturkatasrophen. Was ich sagen will: Wenn ich schon in einer Naturkatastrophe feststecke, dann lieber in Japan als in Deutschland.


http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/weltrisikobericht-zu-umweltkatastrophen-welche-laender-am-meisten-bedroht-sind-a-1239163.html

押し絵羽子板 .. Oshie Hagoita

In der Edozeit (1603-1868) gab es ein Spiel, das vorrangig zu Neujahr gespielt wurde: Hanetsuki, eien Art Badminton, wobei der Schläger (Hagoita, 羽子板) eher wie ein Frühstückbrett mit Griff aussieht. Er ist rechteckig oder ein leichtes Trepez mit der schmaleren Seite zum Griffseite. Er wird traditionell aus dem Holz der Palownia hergestellt. Es wird angenommen, dass mit dem Spiel symbolisch Unglück und böse Geister weggeschlagen/vertrieben werden.

Zur gleichen Zeit entstanden die Oshie Hagoita, kleine Version der Schläger mit aufgemalten Bildern von elegant gekleideten Kubikischauspielern. Die Aufmachung wurde schnell aufwendiger. Es wurden Stoffe und Washipaier ergänzt, die das Bild nach und nach immer dreidimensionaler machten. Diese Bilder heißen Oshie (押し絵). Die Herstellung ist wie ein Puzzle, bei dem die die einzelnen Teile ineinander gesteckt werden müssen. Der Prozess wird in [2] sehr gut beschrieben. Für die Kimono werden echt Kimonostoffe aus Seide verwendet.

Auf teuren Oshie Hagoita wurden Gold- und Silberornamente verwendet. — Man könnte fast sagen, dass die 3D-Kabukischauspieler-Bilder eine frühe Form der Fan-Action-Figures waren. Die gezeigten Posen sind genauso expressiv wie im Kabuki.

Hagoita mit eine Schauspieler heißten „Hitori-Dachi“, welche mit zwei Schauspielern „Futari-Dachi“. Der Rokord sind wohl Gonin-Dachi. Zur Erinnerung, Frauenrollen werden von Männern (Oyama) gespielt … (was mich gerade überlegen lässt, wie es um LGBQT-Gemeinde in Japan steht).

Hagoita mit männlichen Rollen sollen wirtschaftliches Glück bringen, während weibliche Rollen die Geburt eines Mädchens feiern.

Wie komme ich auf das Thema: Zum einen gab es einen Bericht auf NHK über Shibamata und dann viel mir ein, dass ich 2013 beim Nneujahrsfrühstück ein kleiner Hagoita Teil der Dekoration war.

Quellen neben, dem was ich schon wusste:
[1] https://japan-brand.jnto.go.jp/crafts/woodcraft/41/
[2] http://www.jtco.or.jp/en/kougeihinkan/?act=detail&id=254&p=11&c=34
[3] [Stand 11.11.2018]

Randnotiz: Admission Ticket

Der Zugang zu japanischen Bahnsteigen und selbst teilen der Wandelhalle ist nur mit einem gültigem Ticket möglich. Teilweise ist ohne Ticket schon ein Bahnhofseingang schluss. Dennoch kann man Freunde und Familie direkt am Zug verabschieden. Der Zugang ist auch für den Shinkensenbereich gültig, der ansonsten hinter einem weiteren Gate vorborgen bleibt.

Es gibt ein Ticket (natürlich gegen Einwurf kleiner Münzen, die Japaner sind schließlich die Ferengi Asiens), das man kaufen kann und einem Zugang zum Bahnsteig erlaubt. In 2018 kostete es am Tokyo Hauptbahnhof 140yen (also knapp 1,15€ bei damaligem Wechselkurs).

Für Touristen hat es folgende Vorteile für Touristen ohne gültigen Japan Rail Pass:

  • Man kann einen Blick auf den Shinkansen werfen und sehen wie diese Welt der japanischen Bahn so völlig anders ist als das, was ich immer unter „Locals“ zusammenfasse (oder das was wir hier in Deutschland haben). Ich kann mir zwar keinen Japanurlaub ohne JRP oder mindestens eine Fahrt mit dem Shinkansen vorstellen, aber na gut.
  • Man kann Einkaufen: Hinter dem Gate sind oft die guten Ekiben und Souvenirshops. Dies trifft speziell für Tokyo Eki zu. Der Bereiche hinter dem Gate ist riesig (grauer Bereich im linken Bildteil) und hat dutzende Shops.
  • An manchen Bahnhöfen ist es einfacher durch den Bahnhof zu gehen als drum herum, um auf die andere Seite der Gleise zu kommen. Beispiel: Tokyo Eki oder Kyoto Eki. Der Umweg, den man  ohne Ticket nehmen muss, ist etwa 500m.

Man kann das Admission Ticket ganz normal am Automaten kaufen, sollte aber beachten, dass es nur 2 Stunden gültig ist. Die Zeit läuft dabei am dem Kauf und nicht ab Betreten des Ticketbereiches.

Randnotiz: Alternative zu Omoide Yokocho

Omoide Yokocho ist eine sehr schmale Straße (mit ein paar Abzweigungen) nördlich von Shinjuku Eki. Sie verläuft parallel zu den Gleisen. Die englische Übersetzung ist „Memory Lane“. Nach Ende von WW II entstanden sehr kleine Kneipen. Eine neben der anderen. Die meisten sind gerade mal 3m breit.

Das Problem mit Omoide Yokocho: Touristen. Die Nähe zu Shinjuku und die Erwähnung in jedem Reiseführer, Blog und Tripadvisorbericht führt dazu, dass die Straße von Touristen überflutet ist. Schlimm genug. Aber das Benehmen der Touristen ist ein anderes Ding. Sie nerven nicht nur mich. Und als Nichtjapaner werde ich immer wieder auf die Regeln hingewiesen. Das nervt. Ich kenne sie: Es gibt eine Service Charge, Man bestellt was zu Essen. Man ist sparsam mit seinem Platzbedarf. Wer fertig ist zahlt und räumt seinen Platz für andere Gäste.

2018 war ich in Kichijoji. Hier gibt es einen Straßenabschnitt, der sehr ähnlich zu Omoide Yokocho ist. Er heißt: Harmonika Yokocho. Der Charme ist etwas anders, aber die Kneipendichte und -größe sind vergleichbar. Kichijoji liegt 8 Stationen westlich von Shinjuku. Das ist nicht viel, reduziert aber die Anzahl von Touristen signifikant.

Es gibt ein paar sehr kleine Nebenstraßen in Ginza. Sie sind aber hart zu finden und haben oft nur ein, zwei Izakaya.