Japan 2019 !!!

Lange habe ich überlegt, ob ich diese 2019 nach Japan fliegen soll. Wann hat man schon die Chance die Krönung eines neuen janischen Kaisers zu erleben. Ich fliege aber nur, wenn der Flugpreis in Ordnung ist.

Ich hatte am Mittwoch schon mal ein paar Stichproben abgefragt. Die Vorgaben war sehr offen: In Kw 17 (nach Ostern) hin und in Kw 19 zurück, Zielflughafen Narita oder Haneda. Startflughafen Frankfurt oder Düsseldorf. Dabei ergab sich folgendes Bild:

  • Air China ab 550€ an eigentlich jeder Tagekombination. Aber über China fliegen? Teilweise mit mehrstündigem Aufenthalt?
  • KLM/Air France  ab 600 €, aber ich fliege nicht über CDG (Charles de Gaulle, Paris). Und auch Schiphol liegt in die falsche Richtung und hat einen 13-Stunden-Flug zur Folge.
  • LOT über Warschau ab 630 €. Aber Warschau und LOT haben nicht den besten Ruf bei Anschlussflügen, ist aber eine Option.
  • Finnair/JAL gibt es an manchen Tagen für 715 €. Nach meiner letzten Reise sind Finnair und Havaanta (Helsinki) etwas in meinem Anssehen gesunken, aber 2+10 Stunden sind echt ein Argument.

Günstig fliegen? Mit LOT ? Doch den Umweg über Schiphol oder sogar CDG? Oder teuer mit Finnair dafür aber flugzeitoptimiert? Ich bin mir uneins. Der Unterschied sind fast 200€.

Am Freitag saß ich nun nach Feierabend im „Mutties“ auf ein Bier und stöberte noch einmal nach Flügen. Das Bild vom Mittwoch bestätigt sich.

Da, ein Flug mit KLM, beide Richtungen über Schiphol: 670 €. Der war vorgestern noch nicht in der Liste. Und dann das: Direktflug, Frankfurt – Haneda, ANA, 610 €. WOW. Lese ich das richtig? Ich prüfe die Daten. Es stimmt und die Abflugzeiten sind auch akzeptabel. Vorgestern war der Flug nicht gelistet. Ist der Preis evtl. nur heute gültig? Mein Gehirn fängt an zu rattern. Buchen? Sofort? Erst das Kleingedruckte lesen!

Jetzt erst einmal nach Hause. Heute ist Übungsdienst bei der Feuerwehr. Um 22 Uhr bin ich aus der Dusche raus und am Rechner.

Ich rufe opodo auf und prüfe alle An-/Abreisekombinationen und finde für 7 Kombinationen Direktflüge mit ANA.

Jetzt das Kleingedruckte: Der Preis gilt nur mit der opodo Mastercard. Sonst kommen 60€ dazu, und bei Nutzung meiner Amex Platinum noch mehr. Aber ich will die Amex nutzen, da sie eine Reiserücktrittsversicherung beinhaltet. Mal schauen was fluege.de sagt. 620€ und wieder im Kleingedruckten, dass der Preis nur mit einer fluege.de Mastercard gilt. Sonst kommen 60€ hinzu. Nein.

Ich rufe die ANA-Seite auf. Hier gibt es den Flug für 625 €. Das ist doch mal ein Wort. Schnell das Kleingedruckte: Dieser Tarif, und das sagt einem Opodo eben nicht, kann nicht storniert werden, kann nicht umgebucht werden und ein Upgrade ist auch nicht möglich. Und jetzt der Vorteil von ANA: 2 Gepäckstücke (Hallo, Souvenirs), Sitzplatzreservierung und automatischer Check-in.

Jetzt also nur noch die Frage, ob ich wirklich … KLICK: Der Flug ist gebucht! Das e-Ticket ist um 00:08 Uhr in meiner Inbox:

  • 27.04. 12:10  Frankfurt -> Haneda (06:35)
  • 10.05. 11:15  Haneda -> Frankfurt (16:25)

Ich fliege zur Krönung des neuen japanischen Kaisers nach Tokyo. Das wird ein Chaos werden.  — Ich fliege zur Golden Week nach Japan. Das wird ein Chaos werden.

Japan ist in der Whiskykrise

Meinen ersten japanischen Whisky habe ich 2004 bei meinem ersten Urlaub gekauft. Es war ein Suntory Royal 15 Jahre. Damals kannten nur Insider, dass es guten japanischen Whisky gibt. Selbst für mich war es auch nur ein Souvenir.

Irgendwann nach 2010 wurde japansicher Whisky immer bekannter. Neben Suntory und Nikka tauchten die Marken Akashi, Hombo Mars und viele weitere auf. Der Hype war 2014 in voller Fahrt. Japanische Whisky fingen gleichzeitig an, einen internationalen Preis nach dem dem nächsten einzusammeln.

2018 gab es die Quittung: Von den „Big Four“ der Single Malts (Yamazaki, Hakushu, Nikka, Miyagikyo) ist die 12-Jahre-Version ausverkauft. Die Lager sind leer! Es wird Jahre dauern, bis ein 12er wieder aufgelegt werden kann.

Das passiert wird BWLer das Konzept einer Regelstrecke mit Totzeit nicht kapiert haben: Wenn ich ein 2018 eine Million flaschen verkaufen will, muss ich bereits 2006 diese Menge (plus Verlust durch den Angle Share) in ein Lagerhaus schieben.

Vor kurzem gab es dann den nächsten Schock: Der Hibiki 17 Jahre, der Luxusblends mit dutzenden Auszeichnungen, wird eingestellt. Ich habe noch einen Rest in der Flasche. Lucky.

Aber es macht die Situation in den japanischen Whiskylagern deutlich. Suntory nimmer sein Flaggschiff aus dem Sortiment. Das ist so, als würde Mercedes die S-Klasse ersatzlos einstampfen oder Audi seinen A8.

Ich erwarte, dass die Preise auf Markt für alte Whisky durch die Decke gehen. Der Hibiki 17yr liegt jetzt schon bei 480€. Noch ist der Yamazaki 12yr bei 150€ in Deutschland. Es gab ihn vor zwei Jahren noch für knapp 100€. Mal sehen wo die Reise hingeht.

Yamanotesong muss umgeschrieben werden

Der Yamanotesong ist ein cooler Weg sich die Stationen der Yamanote-Linie zu merken. Leider muss der Song demnächst umgeschrieben werden. Es wird eine neue Station an der Yamanote zwischen Shinagawa und Tamachi geben.

Der Name der Station heißt: Takanawa Gateway. [LINK]

Der Name ist nicht unumstritten. Viele Japaner mögen ihn nicht und er war auch nicht der beliebteste Name in einer Umfrage. Die Gegend nörlich von Shinagawa hieß früher Takanawa. Und dieser Name war durchaus beliebt. Aber für die Olympischen Spiele soll dieser Bahnhof  für die Touristen auch ein „Gateway“ nach Tokyo werden. Ich finde den Namen doof; nicht nur, weil er nicht in die Melodie des Yamanoteliedes passt. Er ist einfach zu lang und sperrig.

Natürlich erfolgt die Einweihung noch vor den olypischen Spielen in 2020. Die Station wird mehere Etagen mit Shoppingmöglichkeiten haben. So wie ich das sehe ist es ein Novum an der Yamanote. Bisher gab es so große Gebäude immer nur an Knotenpunkten mit anderen Bahnlinien. An einfachen Stationen gab es sonst immer nur einen einfachen Ausgang.

Achja, wenn ich den Bericht richtig gelesen habe, wird die Keihin-Tohoku auch hier halten.

Ein neuer Shinkansen

Nächstes Jahr wird eine neues Modell des Shinkansen in Betrieb genommen: die Baureihe E956, Codename Alfa-X. Die Nase ist, wie auf dem Foto zu sehen, extrem lang. Mit 16m ist sie sogar länger als bei der Baureihe E5 / H5. Ähnlichkeiten sind durchaus zu erkennen.

Gemäß Artikel (ext.Link) ist die Nase am anderen Zugende noch länger. Die unterscheidichen Nasen werden für Messungen zur Lärmvermeidung eingesetzt. Neue Technik ist auch an Bord. Bremsen und Dämpfer sollen den Zug bei einem Erdbeben schnell stoppen und ein Entgleisen (auch im Stillstand) verhindern.

die Frontnase des neuen Shinkansen E956

Der ersten Testfahrten der neuen Baureihe soll im Mai 2019 erfolgen. Wenn ich weiß, wann genau der Zug auf die Schiene kommt, melde ich mich.

Ich weise aber darauf hin, dass dann auch jeder Zugnerd (und das ist gefühlt jeder zweite Japaner) am Bahnhof steht. Ich vermute daher, dass es nach der Golden Week passiert, wenn das Reisechaos vorbei ist.

Andererseits könnte JR East versuchen, die Testfahrt mit der Thronbesteigung am 01.05.2019 zu koppeln (Hinweis: Japan bekommt nächstes Jahr einen neuen Kaiser).

Shinkansen E5 / H5

Die geplante Reisegeschwindigkeit liegt bei 360 km/h. Der Betreiber wird JR East sein. Damit verkehrt dieser Shinkansen dann nicht zwischen Tokyo und Osaka, sondern nach Nord; ich vermute auf der Strecke über Nagano nach Kanazawa (Hokuriku-Strecke).

Bahn-Bashing: Die DB hat nur vier Streckenabschnitte, die bis 300 km/h freigegeben sind (Köln – Frankfurt Airport, halbe Strecke Nürnberg – München, Erfurt – kurz vor Leipzig, halbe Erfurt – Nürnberg). Etwa die Hälfte aller ICE-Strecke ist bei 200-230 km/h. Leider gibt es fast genauso viele Abschnitte, wo der ICE nur 160 km/h fahren darf. Ursache ist, dass der ICE anders als der Shinkansen kein eigenes Streckennetz hat, sondern sich die Gleise oft mit normalen Personenzügen und Güterzügen teilen muss … Was aber keine Entschuldigung für fehlenden Service, defekte Toiletten und nicht umfänglich funktionstüchtige Speisewagen ist.

(Stand: 14.12.2018)