新幹線 .. Shinkansenzüge der Tohoku-Strecke

Dies sind die Shinkansenzüge von JR East (und JR Hokkaido). Sie verkehren auf den Tohoku-Strecken. Anders als auf der Tokaido-Seite, zweigen viele kleine Strecken von der Hauptstrecke ab, die ihre Besonderheiten haben (siehe hierzu Strecken).

Baureihe E1 (1995-2012)

Der E1 hatte ein klassisches Schnellzugdesign mit keilförmiger Front und war der erste Doppelstock-Shinkansen. Farbgebung: weiß über blau mit rosa Zierstreifen zwischen den Fensterreihen. Er hatte ein breites, nicht gewölbtes Cockpitfenster, das fast Zugbreite hatte. Die Scheinwerfer waren unterhalb der Fenster. E1 und E4 verkehren unter dem Namen MAX (Multi-Amenity-eXpress).

Baureihe E1 in neuer Lackierung am Bahnhof ŌmiyaQuelle: wikipedia; von diesem Typ habe ich kein Foto

  • Baujahre 1994-1995, ausgemustert bis 2012
  • 6 Züge mit 8 (10) Wagen; 1235 Sitzplätze
  • 240 km/h, 25 kV7 / 50 Hz, 9.84 MW, 24 Fahrmotoren
  • JR East: Tohoku- (1994-1999) und Joetsu-Linie (1994-2012)
  • ersetzte die 200er; wurde durch die E4 ersetzt

Ich diese Typ in Aktion gesehen und bin mit ihm gefahren, allerdings habe ich keine Foto von ihm.

Baureihe E2

Das Design ist runder als beim E1. Die Beleuchtung befindet sich wie beim 400 er über dem Cockpitfenster. Das Cockpit selbst ist etwas schmaler als der Zug. Die Farbgebung ist identisch zum E1. Die Verwandschaft ist unübersehbar.

  • Baujahre 1995-2005, 53 Züge, 2 Varianten, JR East
  • 275 km/h (Tohoku), 260 km/h (Nagano), 240 km/h (Joetsu)
  • 25 kV, 50/60 Hz Dualbetrieb, Antrieb der Mittelwagen, 7.2 MW (N) bzw 9.6 MW (J)
  • Variante N: 14 Züge mit je 8 Wagen, 630 Sitzplätze;
    seit 1997 als Asama auf der Nagano-Linie (Kombination mit E7)
  • Variante J: 39 Züge mit je 10 (8) Wagen, 814 Sitze;
    seit 1997 Tohoku-Linie (Kombination mit E3), seit 1998 auf der Joestu-Linie

Die Baureihe E2-1000 (J51-J75) ist ein Subserie der J-Variante mit den Baujahren 2001-2005 als Ersatz für die 200er der Tohoku-Line als Hayate. Gegenüber den E2 gibt es Designveränderungen, u.a. größere Fenster(wie E4-Baureihe), Einholmstromabnehmer und neue Schiebetüren. Im Apil 2003 wurde ein Geschwindigkeitsrekord für den Regelbetriebshinkansen 362 km/h aufgestellt.

Baureihe E3 (Mini-Shinkansen)

Der E3 hat ein Standard-Schnellzugdesign mit Keilförmigen Profil und flacher Frontfläche. Das Cockpit geht über die gesamte Breite. Die Spitze ist tief. Die Scheinwerfer sind unterhalb der Cockpitfenster. Die Farbgebung der R-Variante (E3) erinnert an die ICE der Deutschen Bahn: weiß über grau mit manenta Zierstreifen und schwarzer Schnauze. Die Farbgebung der Variante E3-1000 ist grau über dunkelgrün mit hellgrünem Zierstreifen und schwarzer Maske um die Cockpitfenster und Dach (wie der 400er). Dazu ein großes Tsubasa-Logo.

  • Baujahre 1995-2010, 2 Varianten: R und L (2 Subtypen)
  • 275 km/h (Tohoku, Kopplung mit E2), 240 km/h (Tohoku, Kopplung mit E4), 130 km/h (Akita, Yamagata)
  • 20/25 kV 50 Hz, 2 Stromabnehmer, 6.0 MW
  • Variante R: 26 Züge mit 6 Wagen; 361 Sitzplätze
  • 4.8 MW bei 16 Fahrmotoren
  • JR East: als Komachi auf Akita- und Tohoku-Linie (in Kopplung als Hayate)
  • Variante L (E3-1000): 3 Züge mit 7 Wagen; 417 Sitzplätze
  • 6 MW bei 20 Fahrmotoren
  • JR East: als Tsubasa auf der Tohoku-Linie bis Fukushima (in Traktion mit E4 / seit 2012 mit E2); bzw. auf der Yamagata-Linie

Variante E3-2000 (Kennung L) ist eine Überarbeitung der 1000er-Subserie. Das Zugprofil ist etwas runder. Das Aussehen der beiden Scheinwerfer ist anders und wirkt aggressiver. Die Farbgebung ist identisch mit dem E3-1000.

Diese Subserie verfügt über eine aktive Federung, LED-Fahrtrichtungsanzeiger und Steckdosen an allen Plätzen, sowie leicht geänderten Sitzabständen. Gebaut wurden 12 Einheiten.

[Nachtrag:] 2018 konnte ich für bei E3-Versionen eine neue Lackierung ausfindig machen.

 Baureihe E4

Die E4 sind Doppelstockwagen mit auffälligem Desgin. Es wirkt, als hätte man das E2-Desgin auf den Doppelstockwagen aufgeblasen. Abgesehen vom fehlenden Entenschnabel ist die Optik ählich der 700er bzw. N700er. Das Cockpit wirkt klein. Es ist schmaler als der Zug. Die Lampen sind seitlich, unterhalb der Cockpitfenster. Die Farbgebung: weiß über blau mit gelbem Zierstreifen zwischen den Fensterreihen; dazu der Schriftzug MAX. Er gilt als direkter Nachfolger für den E1 mit Anti-Tunnelknall-Design.

  • Baujahre 2007-2013; Ausmusterung seit 2013
  • 26 Züge mit 8 Wagen; 817 Sitzplätze
  • 240 km/h, 25 kV / 50 Hz (60 Hz bei P80-Serie), 6.72 MW; nur 16 Fahrmotoren in 4 Wagen
  • JR East: auf der Tohoku-Linie bis Morioka (1997-2005) bzw. Sendai (2005-2012), Joetsu-Linie (seit 2001) und Hokuriku-Linie

[Nachtrag:] 2018 konnte ich eine neue Lackierung am E4 fotografieren. Ich weiß nicht, ob alle E4 umlackiert wurden oder nur die auf der Strecke nach Niigata. Die Farben erinnern an den E1.

Baureihe E5 / H5

Das Design der E5 (und auch der E6) ist futuristisch und einmalig. Die Endwagen verfügen über eine extrem lange (15m) Nase mit ovalem Querschnitt. Hinzu kommt das wie eine Flugzeugkanzel herausstehende Cockpitfenster; Beides für maximale Stromlinienform und Anti-Tunnelknall optimiert. Farbgebung: helgrün über weiß mit pinkem Zierstreifen.

  • Baujahre 2009-2016 (U1-U40)
  • E5: 28 Züge mit 8 Wagen; 713 Sitzplätze
    H5: 40 (?) Züge mit 10 Wagen (Beschaffung noch nicht abgeschlossen)
  • 320 km/h (bis 2013: 300 km/h), H5 im Seikan-Tunnel: 140 km/h
  • 25kV / 50 Hz, 32 Fahrmotoren, 9.96 MW
  • JR East: seit 2011 als Hayabusa auf der Tohoku-Linie
  • als Ersatz für E1 und 200 entwickelt

Technisch basiert der E5 auf dem Prototypen FASTECH360 hat aber eine 1m kürzere Nase. Erstmalig kamen selbst ausrichtende Stromabnehmer zum Einsatz. 10 Vorserienzüge (S11-S20) wurden für den Regelbetrieb umgerüstet (U1-U10). In der Regel Kopplung fährt der E5 in mit einem E3, später mit E6.

Mit dem E5 wurde die Gran Class eingeführt. Eine Luxus-Klasse, die im Komfort die 1. Klasse in Flugzeugen erreicht oder gar übersteigt.

Die Variante H5 ist ein direkter Ableger des E5 und wird auf der neuen Hokkaido-Linie eingesetzt (daher das H). Er quert den Seikan-Tunnel und verbindet Hakodate mit Tokyo in 4h 10min (Ich war noch 10 Stunden mit dem Nachtzug unterwegs.). Farblich unterscheidet er sich durch einen lila Zierstreifen (rosa beim E5), das den Lavendel von Hokkaido symbolisiert. In der Grand Class wird das Thema Schnee aufgegriffen.

Baureihe E6 (Mini-Shinkansen)

Der E6 ist der kleine Bruder des E5.  Die Designs sind nahezu gleich: eine überlange (13m) Nase mit ovalem Querschnitt, das ein kuppelförmiges, kleines Cockpitfenster. Beides für maximale Stromlinienform und Anti-Tunnelknall ausgelegt. Die Lampen sind seitlich schräg unter dem Fenster. Farbgebung: rot über weiß.

  • Baujahre 2010-2014, ersetzte die E3
  • 24 Züge mit 7 Wagen; 361 Sitzplätze (wie E3)
  • 320/130km/h, 6.0 MW
  • JR East: seit 2013 als Komachi auf der Akita-Linie

Das Design stammt vom Industriedesigner Ken Okuyama und soll an die Namahage-Dämonen und den Laternen des kantō-Festes erinnern. Die Innengestaltung leht sich am E5 an: Steckdosen am Sitzplatz und Sicherheitskameras, Die Sitzreihenabstände sind wie beim E3. Neigetechnik bis 1,5° und Bremsen von Knorr.

Baureihe E7 / W7

E und W beziehen sich auf den Betreiber/Käufer (JR East bzw. JR West). Das Design ist wieder klassisch: keilförmiges Profil und eine kurze Nase. Mit den Rundungen und dem kuppelförmigen Cockpitdach erinnert er ein wenig an einen Fisch. Der Zug verfügt über eine Grand Class in Wagen 12. Nur dieser Wagen ist aktiv luftgefedert.

  • Baujahre 2013-2015
  • 18 (E) und 11 (W) Züge mit 12 Wagen; 934 Sitzplätze
  • 260 km/h, 25 kV 50/60 Hz Dualbetrieb, 12 MW, Mittelwagen angetrieben,
  • JR East und West: auf der Hokuriku-Linie (erster Abschnitt bekannt als Nagano-Shinkansen) u.a. als Asama

Technisch ist es ein Nachfolger des E2. Der E7/W7 ist mit 2 selbst ausrichtende Stromabnehmer ausgestattet. Das Designziel waren 210 km/h in den Bergen. Die Bremsen sind wieder von Knorr. Die technsichen Paramter sind 600 kW Bremsleistung bei bis zu 700°C. Die Züge wurden für die Erweiterung Nagano-Kanazawa beschafft und sollen die E2 ersetzen.

新幹線 .. Shinkansenzüge der Tokaido-Strecke

Dies sind die Shinkansenzüge von JR Central, JR West und JR Kushu. Sie verkehren auf den, wie ich sie nenne, Tokaido-Strecken. Zu ihnen gehört der allererste gebaute Streckenabschnitt des Shinkansen.

Baureihe 0 (1964-2008)

Dies war der erste Shinkansen. Das Design wurde Sinnbild des „Bullet train“ und des wirtschatlichen Erfolg Japans. Die Züge waren weiß mit blauem Fensterband und Räumschild. Charakteristisch war die Nase, die der Designer von Propellerflugzeugen entliehen hat. Besonderheit: Es gab eine analoge Geschwindigkeitsanzeige im Wagen.

  • Baujahre 1964-1986, ausgemustert bis 14.12.2008, 38 Baulose
  • 3216 Wagen; bis 1370 Sitzplätze/Zug, bis 6 Wagen/Zug
  • 220 km/h, 25 kV/60 Hz, 185 kW pro Fahrmotor (11.84 MW)
  • JNR, JR Central und JR West: Hikari und Kodama auf Tohoku-, Sanyo- (1964-1999) und Tokaido-Linie (1972-2008)

Die Prototypen A und B entstammen der Baureihe 1000. Prototyp C ging mit 6 Wagen, inkl. Speisewagen, in den Regelbetrieb und wurde später erst auf 12 und dann auf 16 Wagen verlängert. 1976 fuhren 99 Hikari und 47 Kodama auf der Tohoku-Linie. Die letze Nutzung war als Kodama auf der Sanyo-Linie und 2008 noch einmal auf der Tokaido-Linie in Originalfarbe.

Auch wenn er bis 2008 fuhr und ich seit 2004 nach Japan reisen, habe ich ihn nie in Aktion gesehen. Ich dachte ich hätte, aber das war ein 200er.

Baureihe 100 (1985-2011)

Die 100er-Serie wurde nach der 200er eingeführt. Das Design war im Vergleich zum 0er und 200er eckiger, hatte aber noch die Bullet-Spitze. Schneeräumschild und die schlitzförmigen Lichter waren Erkennungsmerkmale des 100er. In dieser Bauserie gab es mittig Doppelstockwagen. Die Farbgebung war grau mit grünem Fensterband und grünem Zierstreifen.

  • Baujahre 1985-1992, ausgemustert 1999-2011, 5 Garnituren
  • 66 Züge; 16 Wagen (2-4 Doppelstockwagen, Restaurant); bis 1321 Sitzplätze
  • 220 km/h, 25 kV/60 Hz, 11.04 MW
  • JNR, JR West, JR Central: Hikari und Kodama auf Tokaido- und Sanyo-Linie

Der Prototyp X0 ging am 27.03.1985 in Testbetriebund später als X1 in den Passagierdienst. Garnitur G hatte 2 Doppelstockwagen und lief als Hikari. Garnitur V (100N) hatte 4 Doppelstockwagen und lief Grand-Hikari. Später erfolgte der Umbau zur Garnitur K (6 Wagen) und Garnitur P  (4 Wagen) als Kodama ohne 1. Klasse.

Baureihe 200 (1980-2013)

Die 200er wurden vor der 100er eingeführt. Die optische Ähnlichkeit der Garnitur E zur Baureihe 0 ist groß.  Garnitur F, G und H wurden mit veränderter Front (wie Baureihe 100) gebaut. Die 200er-Serie ist in allen Garnituren am Schneeräumschild zu erkennen. Farbgebung: ursprünglich elfenbein mit grünem Fensterband; später weiß über blau mit grünem Zierstreifen.

  • Baujahre 1980-1991, ausgemustert bis 2013, 5 Garnituren
  • 60 Züge; 700 Wagen; bis 885 Sitzplätze/Zug
  • bis 276 km/h, 25 kV/50 Hz, 11-12.88 MW
  • JNR, JR East: Tohoku- (1980-2011) und Joestu-Linie (1982-2013)

Garnitur E (1982-1993): 210 km/h; Garnitur F (1993-2007): 240 km/h, teilweise bis 275 km/h; Garnitur F80 wurde für die olympischen Winterspiele 1998 für beide Stromnetze (50 und 60 Hz) ertüchtigt; Garnitur G (1997-1999): 10 (später 8) Wagen mit 210 km/h; Garnitur H (1990-2005) hatte einem Doppelstockwagen in der Mitte; Garnitur K (1992-2013) hatte eine neue Farbgestaltung und Koppelmöglichkeit zum 400 oder E3.

Baureihe 300 (1990-2012)

Der Baureihe fehlte erstmalig die Bulletspitze. Das Design ist recht eckig. Keilform dominiert. Von der Spitze gehen drei Kanten aus. Das Cockpitfenster hat Zugbreite und ist zweigeteilt. Farbgebung: Brilliantweiß mit blauem Zierstreifen unter den Fenstern. 2 Imbissstände wurden später durch Sitzplätze ersetzt.

  • Baujahre 1990-1998, ausgemustert 2007-2012
  • 60 (F) + 9 (J) Züge mit 16 Wagen; bis 1323 Sitzplätze
  • 270 km/h, 25 kV/60 Hz, 12 MW  (3 Drehstrom-AsyncMotoren)
  • JR Central: Tokaido, Sanyo (Serie  J) und JR West: Sanyo (Serie F)
  • ersetzte 0er und 100er; wurde durch die 700er ersetzt

Vorserie J0: Testfahrt am 08.03.1990; Rekordfahrt am 01.03.1991 mit 325,7 km/h; Garnitur J59 war mit Einholmstromabnehmer (Baureihe 700) ausgerüstet. Später erfolgte die Umrüstung aller J-Züge; Garnitur J1 war Testzug für digitales ATC und hatte andere Scheinwerfer und Frontscheiben, sowie 5 Stromabnehmer.

Baureihe 400 (Mini-Shinkansen, 1992-2010)

Diese Züge haben eine stark abgerundete Keilform. Das Design ist damit 08/15 und zieht keinen Hering vom Teller. Die Scheinwerfer sind über dem Cockpitfenster angeordnet. Farbgebung: grau mit dunkelgrauem Fensterband und hellgrünem Zierstreifen.

  • Baujahre 1992-1995, ausgemustert 2008-2010
  • 12 Züge mit 7 (anfänglich 6) Wagen; 399 Sitzplätze
  • 240/130 km/h, 5.04 MW
  • JR East: als Tsubasa auf der Yamagata- und Tohoku-Linie
  • wurde selbst durch die E3-2000 ersetzt.

Der 400er ist der erste Mini-Shinkansen und fuhr auf dem Tokaido-Abschnitt (Tokyo-Fukushima) in Kopplung als Wagen 11 bis 17. Der Vorserienzug S4 (später L1) erreichte Geschwindigkeitsrekorde am 29.03.1991 (336 km/h) und erneut im September (345 km/h)

Baureihe 500

Das Design von Alexander Neumeister ist wieder speziell (und eines Shinkansen würdig). Die spitze, lang gezogene Schnauze nimmt mit 15m die Hälfte der Endwagen ein. Die Scheiben des Fahrstandes stehen aus dem Seitenprofil heraus. Der Zug wirkt (auch heute noch) futuristisch und agressiv. Das Design (und damit der erste ausländische Designer) erhielt den Imperial Invention Prize. Farbgebung: grau und grau-blau. Als Nozomi benötigt er für die Strecken Tokyo-Hataka (1069km) nur 4h 49min.

  • Baujahre 1996-1998, 2 Varianten; Ausmusterung hat begonnen
  • ursprünglich 9 Züge mit  8 (V) bzw. 16 (W) Wagen
  • V: 300 km/h, 18.24 MW, 25 kV/60 Hz, Einholmstromabnehmer
    W: 285 km/h, 8.8 MW, 25 kV/60 Hz, T-Stromabnehmer
  • JR West: W als Nozomi (und Hikari) auf Tokaido- (1997-2010) und Sanyo-Linie (ab 1997); V als Kodama auf Sanyo-Linie
  • wird durch die N700 ersetzt

Das runde, flugzeugförmige Lichtraumprofil sorgt für ein beengtes Raumgefühl. Weitere Nachteile sind die Lautstärke und die hohen Produktionskosten. Die Baureihe ist nicht sehr beliebt. Die Züge der W-Variante wurden zu Zügen der V-Variante umgerüstet.

Die Radaufhängung ist aktiv und erlaubt eine maximale Geschwindigkeit von 370 km/h auf Strecken, die ursprünglich nicht dafür gebaut wurden. Die Geschwindkeit wird jedoch wegen Lärmschutzauflagen nicht erreicht.

Von November 2015 bis März 2017 fährt ein Sondermodell unter dem Namen EVA-01 von ShinOosaka nach Hakata. Das Design wurde an den Anime/Manga angepasst; inkl. einem Cockpit-Simulator.

Baureihe 700

Der 700er ist derzeit der Quasi-Standard östlich von Tokyo. Die spezielle Rumpfform („Entenschnabel„) wirkt gegen den Tunnelknall . Das Cockpit ist es schmaler als das Zug. Die Frontscheibe geht in die Seitenscheiben über. Die Formen sind abgegrundet. Zwei eckige Scheinwerfer sind unter dem dem Fenster sehr eng zueinander angeordnet. Die Farbgebung variiert, ist aber in der Regel weiß mit blauem Zierstreifen.

  • Baujahre 1997-2006, Ausgemusterung startete 2012
  • 3 Varianten: B (JR West), C (JR Central), E
  • 270 km/h (Tokaido), 285 km/h (Sanyo), 25 kV/60 Hz
  • Variante B, C: 16 Wagen, 13.2 MW, 48 Fahrtmotoren (alle außer End- und Mittenwagen), 1323 Sitzplätze; als Nozomi und Hikari auf der Tokaido-/Sanyo-Linie
  • Variante E: 8 Wagen, 6.6 MW, 571 Sitzplätze; als Hikari Rail Star auf der Sanyo-Linie
  • als Ersatz für die 0er und 100er geplant; wird durch N700 ersetzt
Baureihe N700

Das Design ähnelt dem 700er, aber mit 3 markanten Linien (vor allem einer Mittelsenkrechte), die von der Zugspitze ausgeht. Die Lampen sind nach außen gerückt und klein. Das Cockpit wirkt noch kleiner und ragt aus der Stromlinienform des Rumpfes heraus. Es wirkt, als hätte man den restlichen Zug drum herum designed. (erinnert mich ein wenig an die Zylon-Jäger aus Battlestar Galactica) Die Farbgebung ist weiß mit blauem Band unter den Fenstern.

  • Baujahre seit 2005-2009, 5 Varianten, 139 Züge
  • 8 Wagen: 546 Sitzplätze, 32 Fahrmotoren, Variante S (JR West)
  • 16  Wagen: 1323 Sitzplätze, 54 Fahrmotoren, Variante Z (JR Central), N (JR West) und R (JR Kyushu)
  • 260 km/h (Kyushu), 270 km/h (Tokaido), 300 km/h (Sanyo);
  • 25 kV 60 Hz, 17.08 MW
  • JR Central, West und Kyuhsu: als Nozomi, Hikari (morgens) und Kodama (abends) auf den Tokaido- und Sanyo-Linie
  • Variante S und R als Mizuho und Sakura auf der Kyushu-Linie
  • ersetzte die 300er, 500er und 700er

Variante Z (N700-0, 81 Züge) und Variante N (N700-3000, 16 Züge) besitzen eine Neigetechnik durch Luftdruckstreuerung der Sekundärfederung. Variante S (N700-7000, 19 Züge) fehlt diese Technik. Dafür sind alle Achsen für Steigungen bis 3,5% angetrieben. Variante R (N700-8000, 10 Züge) ist eine Untervariante von Z. Garnitur Z0 (N700-9000) war ein Vorserienzug.

Der N700 hält den Rekord für die Strecke Tokyo-ShinOosaka: Als Nozomi schafft er die Strecke in 2h 25min bei 4 Stops.

Variante N700A (N700-1000) wurde von 2011-2014 von JR Central beschafft und ist die neueste N700-Generation mit verbesserten Bremsen und Zugischerungssystemen.

Baureihe 800

Das Design ist wieder klassisch (kein Entenschnabel) und dominiert von schlitzförmigen Lampen. Einer der wenigen aktiven Zugtypen von denen ich kein Foto habe. Das Innendesign ist sehr warm gestaltet (viel Holzoptik) und auf ein großes Raumgefühl optimiert.

  • Baujahre 2003-2005 und 2009-2010
  • insgesamt 9 Züge mit 6 Wagen; 384 Sitzplätze
  • 260 km/h (285 km/h vmax), 25kV/60Hz, 6.6 MW
  • JR Kyushu: auf der Kyuhsu-Linie seit 2004

新幹線 .. Shinkansentechnik .. Triebwagen

Shinkansen heißt „neue Stammstrecke“ und meint das neue Gleisnetz auf dem die Züge fahren, die wir immer als Shinkansen bezeichnen. Da die Shinkansenzüge nur auf Shinkansengleisen fahren können ist das durchaus berechtigt.

Abmessungen

Die Wagenlänge des Shinkansen beträgt 25m. Die Endwagen sind dabei wegen der Spitze etwa 2-3m länger. Beim Tokaido-Shinkansen mit seinen 16 Wagen ergibt sich ein Zuglänge von über 400m. Andere Züge fahren mit 12, 10 oder nur 8 Wagen.

Die Spitze der Züge ist primär für die Aerodynamik. Sie beinhaltet aber auch wesentlich Steuerungstechnik und das Cockpit. Die Länge variiert stark. Die größte Buglänge mit 15m hat die 500er-Serie.

Die Wagenbreite beträgt 3,38m. Die Züge sind damit 47cm breiter als die deutschen Züge und dies bemerkt man. Bei 5 Sitzen in einer Reihe sind das immerhin knapp 10cm pro Sitz. Reisen in der zweiten Klasse ist da wirklich entspannend.

Die Wagenhöhe variiert und liegt bei etwa 3650mm. Bei Doppelstockwagen sind es etwa 4490 mm. Das ist das Maximum, das die Oberleitungen erlauben.

Mini-Shinkansen: Der Minishinkansen fährt auf ehemaligen Kapspurstrecken. Die Wagenlänge ist wegen der geringeren Kurvenradien nur 20 m. Die Züge fahren nur mit 8 Waggons und sind damit 160 m lang. Bis Morioka fahren Tohoku-Shinkansen und AKita-Shinkansen zusammen, als 8+8 Gespann mit 360 m Länge.

Damit die Bahnsteige nicht umgebaut werden mussten, wurde die Wagenbreite auf  2,95 m reduziert. (Dies ist übrigens die Breite deutscher Züge). Dies führt dazu, dass diese Züge einen etwa 20cm Abstand zum Bahnsteig haben, wenn sie an einem Bahnhof halten, der für die breiteren Normalspurzüge konzipiert wurde. Um diese Lücke zu überbrücken, klappen an den Zügen kleine Trittbretter aus.

Immer die gleiche Wagenreihung

Die Wagen sind fest gekoppelt. Man kann weder einzelne Wagen ergänzen noch abkoppeln. Das hat den Vorteil, dass die Wagenreihung fest ist und nicht wie in Deutschland immer wieder wechselt oder vom Plan abweicht.

Ein weiterer Vorteil ist, dass alle Züge den immer gleichen Aufbau haben. Dies macht Sachen sowohl am Bahnsteig als auch im Zug einfacher, da es immer die gleichen Zugpläne verwendet werden können. Am Bahnhof bekommt man so gleich bei Ankunft am Bahnsteig eine schnelle Orientierung wo der Wagen sein wird, in dem sich der reservierte Sitzplatz befindet. Dies ist vor allem beim Tohoku-Shinkansen wichtig, da es hier gekoppelte Züge gibt, die zum Beispiel in Fukushima oder Morioka getrennt werden.

Immer die gleiche Türposition

Da auch die Türpostion über alle Zugtypen identisch sind in die Zugreihung immer exakt die gleiche ist, kann man am Bahnsteig die Position von jeder Tür von jedem Wagen markieren. Ein nerviges herumlaufen auf dem Bahnsteig nach Einfahrt des Zuges entfällt. Man steht immer (!) richtig.

Ein kleines Detail zu diesem Erfolg fehlt: Der Zug muss exakt stoppen. Hierfür hat der Triebwagenführer Markierungen auf dem Bahnsteig mit deren Hilfe er den Zug Zentimetergenau zum Halt bringt.

Keine Lokomotive / Antriebstechnik

Die Shinkansenzüge haben keine Lokomotive. Sie sind wie der deutsche ICE Triebwagenzüge. Anders als der ICE haben sie zudem keinen Technik-Waggon. Alle Waggons haben Sitzplätze.

Der Antrieb ist auf viele Achsen des Zuges verteilt. Der Shinkansen hat aber auch keinen Allradantrieb. Der Anzahl der angetriebenen Achsen schwankt zwischen den Zügtypen, aber im Schnitt sind 50% der Achsen angetrieben. Bei den Baureihen 0, 200, 500 und 800 sind alle Wagen, aber nicht jede Achse angetrieben. Bei den anderen Serien gibt es antriebslose Wagen im Verbund. (Nähere Infos hierzu schreibe ich zu den einzelnen Zugtypen.)

  • Triebwagentechnik (keine Lokomotive); dadurch bessere Beschleunigung, höherer Wirkungsgrad, weniger Last für den Bahnkörper
  • Steigung von 2,5% bei 160 km/h möglich (bei Ausfall max. einer Wartungseinheit)
  • spezielle Stromabnehmer für hohe Geschwindigkeiten (sonst Trennung von Fahrdraht unter Lichtbogen, Knall und Schäden)
  • Verbindung der Stromabnehmer untereinander auf dem Zugdach gegen Lichtbogen bei Kontaktverlust

Radreifen: Die Achsformel ist Bo’Bo‘ bzw. 2’2′ mit einem Drehgestellachsabstand von 2.5 m. Der Abstand der Drehgestelle ist 17,5 m. Die Radreifen haben einen Durchmesser von 910mm (Baureihe 0, 100, 200, E4) oder 860mm.

Bei allen Zügen sind die Reifen leicht konisch, um den Zug besser um die Kurve zu kriegen. Allerdings besteht dann die Gefahr von Huntington-Schwingungen, die den Zug entgleisen lassen können und sogar das Gleis zerstören können. Der Shinkansen ist so schnell, dass der Konuswinkel des Konus sehr klein sein muss. Die Radreifen des Shinkansen sind optimiert für Hochgeschwindigkeit.

Neigetechnik: In Kurven sind die Gleise geneigt, um höhere Geschwindigkeiten zu erlauben. Neuere Zugtypen kippen zusätzlich den Zug. Das Neigen wird beim N700 mit Luftdämpfer in der Sekundärfederung am Fahrwerk realisiert. Die maximalen Neigewinkel betragen: N700 bis 1°, E5 und E6 bis 1,5°, Prototyp FASTECH 360 bis 2°.

Diese Zugneigetechnik wird nicht nur beim Shinkansen benutzt, sondern findet auch bei den Ltd.Express auf der alten (Kapspur)-Strecken Anwendung.

Traktion: Bei Stahl-auf-Stahl ist die Reibung sehr gering, daher laufen die Züge so effizient. Der Nachteil ist aber eine sehr schlechte Beschleunigung und eine maximale Steigung von 4%. Wie beim Auto hilft auch hier  der Antrieb vieler Achsen über den Zug verteilt.

Stromabnehmer (Pentagrapg)

25.000 V ist ein Menge. Der Shinkansen benötigt zudem 12.000.000 W. Da kann man rechnen wie man will: Es fließen Ströme von 480 A. Das bringt aber ein neues Problem: Funken. Bei normaler Zügen mit knapp 3000V sind kleiner Kontaktverluste unschön, aber kein Problem. Bei den Daten des Shinkansen entsteht ein Lichtbogen, der die Oberleitung zerstören kann. Daher ist der Stromabnahmer (Pentagraph) ein Spezialkonstruktion.

Der Abnehmer ist ein langer Hebel mit einem Federmechanismus. So ist gewährleistet, dass immer eine konstante Kraft den Abnehmer gegen den Fahrdraht drückt, egal wie weit er weg ist.

Schnabeltier und Tunnelknall

Der aktuelle Zugtyp auf der Tokaido-Strecke ist die 700er-Serie. Zu hat eine sehr auffällige Form an der Zugspitze. Die Schnauze, die an ein Schnabeltier erinnert, vermeidet den Tunnelknall.

Der Tunnelknall entsteht in Tunneln bei hohen Geschwindigkeiten. Der Zug treibt Druckwellen vor sich her.  Ist der Tunnel lang, werden diese Schockfronten immer steiler und stärker. Am Tunnelausgang entlädt sich die in der Schockfront gespeicherte Energie in einem lauten Knall. [wikiDE]

Zur Vermeidung, können bauliche Maßnahmen am Tunnelausgang die Schockfront brechen oder schwächen. Ein andere Möglichkeit ist eine aerodynamisch optimierte Form der Zugspitze.

(Die Wagen sind, auch wegen der Druckwelle in Tunneln, druckdicht. Die Fenster lassen sich nicht öffnen.)

Immer in Fahrtrichtung

Die Sitze im Zug sind immer (!) in Fahrtrichtung. Sie werden am Endbahnhof automatisch in Fahrtrichtung gedreht, können aber manuelle zu Gruppen gedreht werden.

https://www.youtube.com/watch?v=OAEe-YcagJI

Zugkopplung

Auf der Tohoku-Strecke werden zwei verschiedene Züge gekoppelt, z. B. der Tohoku-Shinkansen nach Shin-Aomori und der Mini-Shinkansen nach Akita. Die ist eine Kopplung von E5- und E6-Zügen. Weitere Paarungen gibt es mit den Joetsu-, Nagano- und Yamagata-Shinkansen.

Beispiel: Es fährt eine E5-E6-Zugkopplung von Tokyo nach Morioka. Dort wird die Kopplung getrennt und der Akita-Shinkansen (E6) fährt alleine weiter. Hierbei handelt es sich zudem um eine Kopplung von Shinkansen und Mini-Shinkansen.

新幹線 .. Shinkansentechnik .. Gleistechnik

Shinkansen heißt „neue Stammstrecke“ und meint das neue Gleisnetz auf dem die Züge fahren, die wir immer als Shinkansen bezeichnen. Aber warum ist es ein neues Gleisnetz ?

Zunächst einmal ein paar Eckdaten zum Schienennetz:

  • eigenes Schienennetz (Ausnahme: Mini-Shinkansen)
  • Spurweite: 1435mm
  • Länge 2388 km (Stand 2011)
    422 km auf Kyushu und 350 km auf Honshu in Planung/Bau
  • auf der Hauptstrecke fährt alle 4 Minuten ein Zug
  • seit 1971: Mindestkurvenradius 4000m (zuvor 2500m und anfänglich nur 400m); Ausnahmen in städtischen Gebiet und Tunnel
  • Gleisabstand: 4,3m
  • maximale Steigung: 1,5%
  • Unterbau: früher Schottbett, heute feste Betonfahrbahn
  • auf Tokaido-, Tohoku- und Joetsu-Linie Sprinklersystemen gegen Eis und Schnee
  • Gesetz Nr. 46: Maximal 75 dB in 20m Entfernung in bebautem Gebiet (in der Folge gibt es Geschwindigkeitsbegrenzungen)
  • Schienenlänge 25m
  • Weichen mit beweglichem Herzstück (Gleiswechsel bei 160 km/h)
Signaltechnik

Am gesamten Streckennetz gibt es kein einzige Signal. Man befürchtete, dass diese bei hohen Geschwindigkeiten nicht rechtzeitig erkannt werden, bevor man an ihnen vorbei ist. Die Signalinformation und ebenso Geschindigkeitsvorgaben werden über Induktionsschleifen im Gleisbett an den Zug übermittelt. Das System heißt ATC.

Die früher analoge Technik wurde digitalisiert. Es gab 6 Geschwindigkeitsstufen bis 210 km/h und 6 weitere Stufen bis 300 km/h. Mittlerweile ist die Technik noch weiter und bietet eine dynamische Geschwindigkeitskontrolle. Basis  hierfür ist das CTC (Centralized Traffic Control), das die Informationen aller Züge zusammenführt und auswertet.

Das System berechnet für jeden Zug eine Geschwindkeitsvorgabe auf Basis der Daten (Geschwindigkeit und Abstand) des vorausfahrenden Zuges. Hierdurch ist es außerdem möglich, die Zugabstände zu verringern und so den Zugtakt und die Reisegeschwindigkeit zu erhöhen. Zudem werden unnötige Bremsungen und Beschleunigungen vermieden.

Schienen: Die Spurweite von 1435mm ist ein weitere Notwendigkeit für eine stabile Fahrt bei hoher Geschwindigkeit. Die 1053mm Kapspur ist einfach zu schmal. Die Zugfahrt wäre nicht stabil genug. Zudem sind die Kurvenradien (sie müssen bei Normalspur eh größer sein als bei Kapspur) sind enorm. Die Gleise sind zudem in Kurven geneigt, damit der Drink nicht vom Tisch rutscht. Wie enorm diese Neigung ist spürt man, wenn der Zug langsamer Fährt als sonst.

Aufgeständert

Nahezu das gesamte Shinkansennetz ist aufgeständert. In Städten war die die einzige Möglichkeit, die Strecke komplett kreuzungsfrei in das bestehende Infrastrukturnetz einzugbauen. Außerhalb der Städte bot dies den Vorteil, dass sie keine Tiere in das Gleisbett verirren (vgl. ICE-Unfall 2008 mit einer Schafherde). Etwas mehr auf der makaberen Seite ist der Vorteil, dass Selbstmörder erschwerten Zugang haben.

Stromversorgung 

Das Stromnetz in Japan ist zweigeteilt. Im Westen werden 110 V / 60 Hz verwendet. Im Osten hingegen sind es 115 V / 50 Hz. Die Grenze ist entlang der Shinkansenstrecken auf Höhe Shizuoka bzw. Karuizawa. (Also nicht wundern, wenn der Rasierapparat in Kyoto leicht anders klingt also in Tokyo.)

Nun arbeitet der Shinkansen nicht mit Strom aus der Steckdose, sondern mit 25.000 V, aber auch für ihn gibt es zwei Frequenzen, eben diese 50 Hz oder 60 Hz. (Im Gegensatz dazu arbeitet die Deutsche Bahn mit 1/3 der Haushaltstromfrequenz: 16 2/3 Hz.). Daraus entstehen diverse Kuriositäten:

  • Auf der Tokaido-Strecke wird der Strom durchgehend auf 60 Hz hochtransformiert. Die Spannung beträgt 25 kV.
  • Auf der Strecke nach Joetsu-/Nagano-Strecke hingegen erfolgt ein Frequenzwechsel von 50 auf 60 Hz auf Höhe von Karuizawa. Die Züge müssen entsprechend darauf vorbereitet sein. Die heißt aber auch, dass Tokaido-Zügtypen auf dieser Strecke nicht fahren können. Die Spannung ist konstant 25 kV.
  • Am Minishinkansen  werden die Oberleitungen der alten Kapspurzüge benutzt. Eine Nutzung von 25 kV ist wegen der dann notwendigen höheren Sicherheitsabstände nicht möglich. Daher arbeiten diese Strecken mit nur 20.000 V. Die Zugtypen des Mini-Shinkansen müssen also mit 2 unterschiedlichen Betriebsspannungen zu recht kommen, die 25 kV der Hauptstrecke und die 20 kV der Mini-Shinkansen-Nebenstrecken.
Mini-Shinkansen und seine Besonderheiten

Der Minishinkansen bildet dabei eine Ausnahme. Sowohl für den Akita- als auch der Yamagata- und der Hokkaido-Shinkansen, als Abzweigstrecken des Tohoku-Shinkansen  (zu den Strecken komme ich noch) wurden vorhandene Strecken umgebaut.

Die Spurbreite wurde auf Normalspur vergrößert, aber die Bahnhöfe blieben unverändert. Bahnsteige an der Kapspur sind aber für schmalere Züge ausgelegt und so mussten für diese Strecke schmale Züge gebaut werden (mehr dazu bei den Zugtypen).

Wegen der Kurvenradien sind auf dieser Strecke nur 130 km/h erlaubt.

Die JR-Hokkaido-Line zwischen Nakaoguni und Kikonai wurde 2015 für den Hokkaido-Shinkansen zum Dreischienengleis ausgebaut und für 200 km/h freigegeben. Hier können also Züge mit Normalspur und mit Kapspur fahren. (Ich habe es gesehen, aber kein Foto gemacht.)

Am Haltepunkt Uzen-Chitose stoppen Züge des Sanzen-Linie und der Yamagata-Linie. Die Sanzen-Linie nach Sendai nutzt die Kapspur. Die Yamagata-Linie hingegen nutzt das gleiche Gleis wie der Yamagata-Shinkensen. Damit ist die Yamagata-Linie die einzige, Normalstrecke, die auf Normalspur fährt und der Haltepunkt hat einen Bahnsteig, an dem auf der einen Seite Kapspur (1067 mm) liegt und auf der anderen Seite Normalspur (1435 mm).

Das dritte Gleis

Vor ein paar Jahren (2016) wurde der Shinkansen bis nach Shin-Hakodate verlängert und soll später einmal bis Saporro führen. Der Zug muss dafür durch den Seikan-Tunnel1. Der wurde aber für die Kapspur gebaut und wird zudem weiter von Kapspurzügen (Frachtzüge) benutzt. Daher liegen im Tunnel jetzt Schienen für beide Spurweiten. Das Gleis besteht also aus drei Schienen. Die Oberleitungen führen 25 kV / 50 Hz, was wiederum bedeutet, dass die Frachtzüge Lokomotiven benötigen, die diese Spannung verarbeiten können. — Der Shinkansen fährt im Tunnel mit 140 km/h.

Doktor Yellow und Wartung

Es gibt einen speziellen Messzug, der regelmäßig die Strecken abfährt und das Gleisbett überprüft. Er prüft mit Lasertechnik nicht nur auf Verformungen, sondern auch auf Abnutzung und Haarrisse.

Doktor Yellow führt dies Messungen im laufenden Betrieb durch. Seine Fahrgeschwindigkeit ist also die der Personenzüge. Sprich: Doktor Yellow vermisst die Strecke mit einer Genauigkeit unterhalb von Millimetern bei 230 bis 300 km/h.

Wartungen erfolgen hingegen grundsätzlich nachts während der Betriebspause (etwa gegen 1 Uhr fährt der letzte Zug im Zielbahnhof ein; der erste Zug fährt gegen 5 Uhr los). Anders als in Deutschland muss der Verkehr nicht unterbrochen oder umgeleitet werden. Letzteres wäre auch nicht möglich.

新幹線 .. Shinkansen .. Bahnhöfe

Der Shinkansen hat nicht nur ein eigenen Schienennetz bekommen, sondern auch zum Teil neue Bahnhöfe. Die Streckenführung musste die Vorgaben, die an sie gestellt wurde (große Kurvenradien, kreuzungsfrei), berücksichtigen. Dies konnte nur selten in die bereits vorhandene städtische Bebauung integriert werden. In der Folge konnte der Shinkansen bereits vorhandene Bahnhöfe nicht immer anfahren. Es mussten neue Bahnhöfe gebaut werden, die teilweise einige Kilometer abseits der alten Bahnhöfe liegen. Die Bahnhöfe tragen dann die Vorsilbe „shin-“ für neu. Beispiele sind:

  • Shin-Osaka-Station (3,5 km bis Osaka-Station, 1 Station an der JR-Kyoto-Line; keine U-Bahn-Haltepunkt)
  • Shin-Yokohama Station (5,2 km bis Yokohama-Station; 3 Stationen mit der U-Bahn (Blue Line); Achtung die JR-Yokohama-Line endet in Higashi-Kanagawa und fahrt nicht nach Yokohama)
  • Shin-Aomori-Station (3,7 km bis Aomori-Station; 1 Station mit der JR-Ou-Line)
  • Shin-Fuji-Station (1,8km bis Fuji-Staton; zu Fuß oder Taxi !)
Bahnhof im Bahnhof

An gemeinsamen Bahnhöfen sind die Shinkansen-Banhsteige durch ein Drehkreuz vom restlichen Bahnhof getrennt. Für den Shinkansen werden zusätzliche Zugtickets benötigt. Am Bahnhof Tokyo kommt hinzu, dass hier der Tokaido-Shinkansen (JR Central) und auch der Tohoku-Shinkansen (JR East)  halten. Die Bahnsteige beider Strecken sind auch untereinander untereinander durch Drehkreuze getrennt.

Umsteigen in Toyko

… oder die Frage, warum fährt der Zug von Osaka nicht bis Sendai durch?  Tokyo Eki ist der einzige Bahnhof an dem der Tokadai-Shikansen und der Tohoku-Shinkansen halten; genauer gesagt: enden. Und ja, es war ursprünglich geplant, dass Züge durchfahren können.

Die Luftaufnahme zeigt, dass es ursprünglich geplant war. Von rechts sieht man drei Bahnsteige der Tokaido-Strecke (weiße Dächer), dann zwei Banhsteige der Tohoku-Strecke (grüne Dächer) und ganz links die kürzeren Bahnsteige der „alten“ Strecken wie z.B. Yamanote-Line und Keihin-Tohoku-Line.

4 Gleise des Tokaido terminieren deutlich am Bahnhof Tokyo. Aber zwei Gleise sind leicht gebogen, um folgen dem Verlauf der Tohoku-Gleise.  Ursprünglich war geplant, dass dies die Gleise sind, die den Tokaido nach Norden verlängern.

Das Ganze wurde aber nie realisiert.

Dahinter stehen offiziell mehrere Gründe. Ich persönlich vermute, dass vorrangig der Streit zwischen den Bahngesellschaften JR Central und JR East der Grund ist, und alle andere Gründe nur vorgeschoben.

Grund 1: Es war nie geplant. Ja Ne, is‘ klar. Warum ist dann der eine Bahnsteig krumm?

Grund 2: Nicht sinnvoll. Es ist einfach nicht sinnvoll, Züge von Osaka kommend bis Sendai oder sogar Morioka zu verlängern. Denn dies birgt die Gefahr, dass sich Verzögerungen von der Tokaido-Strecke in die Tohoku-Strecke übertragen. Es ist das einzige Argument, dass ich für sinnvoll halte.

Grund 3: Die Züge sind nicht kompatibel. Tokaido-Züge können nicht auf der Tohoku-Strecke fahren. Beide Seiten arbeiten mit einer Spannung von 25 kV. Allerdings sind die Frequenzen mit 50 Hz auf der Tokaido-Strecke und 60 Hz auf der Tohoku-Strecke unterschiedlich.

Ich lasse dieses Argument nicht gelten, da es Shinkansen-Züge gibt, die nicht nur mit den unterschiedlichen Frequenzen klar kommen, sondern auch mit unterschiedlichen Spannungen. (Mehr dazu in den Technik-Artikeln.)

Ich habe zudem gelesen, dass sich auch die Signaltechnik unterscheidet. Aber auch dieses technische Problem hätte man lösen können.

Aber selbst wen das alles stimmt. Warum fahren dann nicht trotzdem Züge beider Linien den Bahnsteig an?

Man könnte Aussteigen, stehen bleiben und auf den Anschlusszug warten. Es wäre zu schön und der organisatorische Aufwand wäre minimal. Die unterschiedlichen Spannungen hätte man auf die beiden Gleise am Bahnsteig aufteilen können (ähnlich wie es in Uzen-Chitose am Bahnsteig ein Kapspurgleis und ein Normalspurgleis gibt).

Und es gab wirklich einen Plan hierfür, der aber verworfen bzw. nie umgesetzt wurden. Der Plan wurde übrigens Ende der 80er verworfen, als der Tohoku-Shinkansen bis Tokyo Eki verlängert wurde. Und hier komme ich dann wieder zu meinem Argument, dass es der Zwist zwischen den Bahngesellschaften ist. Warum sonst wurde der vorbereitete Bahnsteig nicht angebunden und von beiden Strecken benutzt?