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念仏狂言 .. Nenbutsu Kyogen

Über Kabuki und Noh hattet ich schon mal was gepostet (siehe Lexikon). Es gibt noch weitere für Europäer sehr ungewöhliche Arten von Theater bzw. darstellenden Künsten. Eine davon ist Nenbutsu Kyogen.

Nenbutsu Kogen sind Kurzgeschichte, die auf buddhistischen Lehren beruhen und ohne Dialog auskommen. Die Bühne ist klein und in der Regel ohne jede Requisite. Meist dient ein Korridor oder Balkon eines Tempels als Bühne. Die Stücke haben meist nur eine Länge von wenigen Minuten.

Alles wird durch Gesten und Bewegungen erzählt. Die Schausteller tragen Masken, die ein wenig an Noh erinnern. Auch die ausladenden Bewegungen, mit denen die Handlung erzählt wird, und auch die  Kleidung erinnert an Noh, aber auch an Kabuki.

Wenn man so will, kann man Nenbutsu Kyogen als eine Art japanische Theaterversion/Gegenstück  zu europäischen Märchen verstehen. Wie auch bei Märchen hat jedes Stück einen moralische Pointe, bzw. buddhistische Lehre, die mit der Aufführung vermittelt werden soll. Zudem ist auch immer Komik dabei.

Der Urpsrung liegt vermutlich im Yuzu Nenbustu, dem rezitieren von von Buddhistischen Texten mit mehreren Personen. Dies soll die segnende Wirkung erhöhen: 100 Leute richten je 100 Bittgebete an. Das sind dann 10.000 Gebete mit der entsprechend hohen segnenden Wirkung, die allen Teilnehmern zuteil wird.

Um noch mehr Teilnehmer zu bekommen, wurden kleine Aufführungen (Noh oder Kyogen) aufgeführt. Das erklärt dann auch den Ursprung der Masken und der Komikelemente.

Hintergrund von Nenbutsu Kyogen ist auch, komplexe und schwierige buddhistische Lehren und Prinzipien herunterzubrechen und einer breiteren Masse zugänglich zu machen.

Für Ausländer spannend ist natürlich der Ansatz, dass die Aufführung nonverbal ist. Dennoch, die gezeigten Gesten sind teilweise sehr japantypisch, sodass man selbst ohne gesprochnes Wort der Handlung nicht immer sofort folgen kann. Zudem muss man sich etwas in der Götter- und Dämonenwelt auskennen, um zu wissen welche Maske welchen Charakter darstellen soll.

Die Kunst des Nenbutsu Kyogen ist am Aussterben. Es gibt nur noch wenige Japaner, die es praktizieren. Die Ensemble sind allesamt Laiendarsteller, die in ihrer Freizeit versuchen, die Kunstform am Leben zu erhalten. Erstaunlich ist das Alter der Darsteller. Es reicht von Kinder im Alter von teilweise 5 Jahre bis hin zu Rentner weit in ihren 70ern.

Zu erwähnen ist noch, dass verschiedene Tempel teilweise ihren eigenen Stil pflegen. So gibt es zum Beispiel am Senbon Enmando Injo-ji eine Version von Nenbutsu Kyogen mit Dialog. Das Stück Shaka Nyorai ist eine Besonderheit des Saga Shaka-do Seiryo-ji. Ein für Nenbutsu Kyogen bekannterTempel ist Mibu-Dera. Hie werden alle Aufführung zu ehren Jizo Bosatsu aufgeführt.

Wer Nenbutsu Kyogen sehen will, muss sich anstrengen. Es gibt nur wenige Orte wo es selten gezeigt wird. Kyoto scheint, soweit ich es dem Bericht auf NHK entnehmen kann, die letzte Gegend zu sein, wo es noch praktiziert wird.


Datenquelle: Beitrag auf NHK
Stand: 05.01.2018

Breitengrade

Das Thema „Länge ist alles“ klammern wir mal aus. Hier geht es um Breite. Geografische Breite. Ich habe immer wieder Probleme, das gebe ich ganz offen zu, geografische Breiten von Europa (Deutschland), Japan und USA/Kanada in Relation zu setzen. Daher habe ich mir eine kleine Tabelle gebastelt. (Mit Höhe meine ich nachfolgend die geografische Breite.)

Japan / Deutschland: Um es gleich zu sagen, Japan und Deutschland überdecken sich nicht.Das hatte ich so jetzt nicht vermutet. Ich dachte immer, dass die Spitze von Hookaido noch irgendwo auf der Höhe von München ist. Da habe ich ich um 2,5° vertan, also etwa 277km.

Es gibt eine Sapporo-Bier-Werbung, da sind Sapporo (43°04′), München (48°08′) und Milwakee (43°03′) fast auf einer Linie. Damit liegt man knapp 560km daneben. Aber was tut man nicht alles, um japanisches Bier auf eine Ebene mit Deutschen zu stellen. In Milwaukee ist übrigens der Firmensitz von Miller Brewing.

Deutschland / Amerika: Ganz grob kann man sagen, dass Deutschland auf der Höhe von Kanada ist. Dabei hatte ich das Problem, dass so weit oben in Kanada kaum Orte sind. Lübeck auf der Höhe von Südalaska. Super. Vancouver liegt zwischen Koblenz und München.

Das Deutschland im Vergleich zu Kanada so warm ist, liegt am Golfstrom. Wir haben also Glück. Ein zweiter Aspekt im Klima ist die Orientierung der Gebirge. Die europäischen Alpen liegen in Ost-West-Richtung. Die Gebirge in an Ost- und Westküste von Amerika haben mehr oder weniger eine Nord-Süd-Ausrichtung. Damit sind ganz andere Luftmassenbewegungen möglich, die Blizzards in New York (auf der Höhe von Neapel) ermöglichen.

Japan / Amerika: Der Vergleich passt schon besser. Japan reicht von Ottawa (etwas nördlicher als Portland) bis runter nach El Paso. Naha auf Okinawa hat die gleiche geografische Breite wie Fort Lauderdale.

Japan / Europa: Im diesem Vergleich reicht Japan von Mailand im Norden bis runter nach Alexandria in Ägypten (bzw. Bahrain, wenn man Okinawa einbezieht). Der südlichste Punkt des europäischen Festlands ist Gibraltar mit 36°8′ N und damit auf der Höhe von Matsumto, das nördlich von Tokyo liegt. Dieses wiederum liegt auf der Höhe von Malta. Man kann also sagen, dasss Japan auf der Höhe des Mittelmeeres liegt.

55°03'08"Ellenbogen/Sylt (N)Svendborg, DK (55°04')Südalaska
53°54'Dänischburg, LübeckMinsk, BY (53°54')Südalaska
52°08'MagdeburgDen Haag, NL (52°05')Saskatoon, Kanada (52°08')
50°21'KoblenzKatowice, PL (50°15')Vancouver, Kanada (49°17')
48°08'MünchenWien, AT (48°12')Seatlle, WA (47°36')
47°16'12"Haldenwanger Eck (S)Innsbruck, AT (47°16')Olympia, WA (47°02')
46°Genf, CH (46°12')Mt. St. Helens, WA (46°11')
45°31'33"Soya Misaki (N)Mailand, IT (45°27')Ottawa, Kanada (45°25')
43°04'SapporoToulon, FR (43°08')Milwaukee, WI (43°03')
41°46'HakodateRom, IT (41°53')Chicago, IL (41°53')
40°49'AomoriNeapel, IT (40°50')New York City, NY (40°43')
38°16'SendaiPalermo, IT (38°06')Sacramento, CA (38°35')
36°14'MatsumotoGibraltar, GI (36°08')Las Vegas, UT (36°11')
35°41°TokyoMalta, MT (35°54')Oklahoma City, OK (35°28')
34°42'OsakaSfax, TN (34°44')SAnta Barbara, CA (34°25')
33°35'FukuokaDamaskus, SY (33°30')Long Beach, CA (33°46')
31°34'KagoshimaJerusalem (31°46')El Paso, TX (31°46°)
31°00'Sata Misaki (S)Alexandria, EG (31°13')Brunswick GA (31°10')
28°00'"Wasser"Las Palmas, ES (28°08')Tampa, FL (27°57')
26°14'Naha (Okinawa) Manamah, BH (26°14')Fort Lauderdale, FL (26°08')
20°25'18"Okinotorishima (S)(Niger)Maui, Hawaii (20°48')

Ich habe den nördlichsten bzw. südlichsten Punkt in der Tabelle mit (N), respektive (S) markiert.  Für Japan habe ich zwei Südpunkte. Der eine ist der südlichste Punkt der 5 Hauptinseln (in diesem Fall Kyushu). Der andere ist ein kleiner Felsen im Wasser irgendwo im Okinawa Archipel.

Ein wenig lästern

Nein, heute mal nicht über die Deutsche Bahn … Ich war über die Feiertage auf Familienbesuch. Meine Eltern haben mir eine paar Artikel über Japan gesammelt, die sie in Zeitungen und Zeitschriften gefunden haben. Zum einen: Ich habe das ein oder andere Plätzchen für die nächste Reise gefunden.

Und ein paar Fehler, wie in der „Freizeit Woche, Folge 658“ Aber fangen wir einfach mal an ….

Das hier liebe Redakteure ist nich die „Shogun-Villa Ginkaku-ji“. Das ist der Kannon-den im Jisho-ji. Ich muss das etwas relativieren. Der Tempel Jisho-ji ist auch als Ginkaku-ji bekannt. Das meint aber den gesamten Tempel und nicht nur das Gebäude auf dem Foto. Das Gebäude ist der Kannon-den und wir auch Ginkaku genannt (meint: silberner Pavillion). Ginkaku-ji als Namen für das Gebäude lasse ich als kleine Ungenauigkeit durchgehen, die selber manchmal passiert. Aber es ist niemals eine Shongun-Villa.

Kann gut sein, dass zum Herbstfest gelbe Lampions die Straßen von Nagasaki schmücken. Aber diese Lampions hängen das ganze Jahr; in Chinatown. Das Bild vom Fushimi Inari Taisha ist soweit korrekt; nur leider seitenverkehrt. Die Hecke ist rechts vom Torii und das Wasserbecken ist links. Der Sumoringer ist echt, aber dies ist kein Wettkampf. Das Foto wurde entweder während der Eröffnungs- und Abschlusszeremonie gemacht.

Der Text ist sehr blumig. „Neonreklame im XXL-Format leuchtet bunt …“ Das kann ich unterschreiben, „… Shopping-Malls glitzern in Rosa“, Äh, was? Wie viel Uhr? Rosa? Äh. Nein.

Es gibt auch keinen Zen-Garten Ryoanji. Aber ist gibt einen Zen-Garten im Tempel Roanji. Und ein „mystischens Gesamtkunstwerk“ ist nun auch der falsche Begriffhierfür.

Der Rest vom Text ist ganz OK. Ich würde den Fuji eher weiter hinten anordnen und stattdessen Miyajima besuchen. Die Herbstblüte habe ich selber noch nicht gesehen. Sie beginnt später als bei uns. Je nach Großwetterlage und Ort (geografische Breite und Höhe über dem Meer) sollte man Ende Oktober bis Anfang Dezember einplanen.

Den Insidertip für eine Übernachtung im Ryokan kann ich nur unterstützen. Aber: Das ist kein „hauseigener Kiomono“, sondern eine Yukata, ein kleiner, aber feiner Unterschied.


Machen wir weiter: „die aktuelle“ hatte fast zeitgleich ebenfalls Japan im Programm. Ich glaube, ich muss wirklich mal während der Herbstfärbung dorthin.

Fangen wir mit der Geisha an. Von der Haartracht, dem Makeup und den Farben des Kimono her ist das eher eine Maiko. Knapp daneben, aber schönes Foto.

Die „Holztafeln in Souvenirshop“ sind eher Votivtafeln in einem Schrein. Man kann sie dort kaufen. Den Shop aber als Souvenirshop zu bezeichnen ist falsch. Und die abgebildeten Tafeln hängen auch nicht in dem Shop, sondern an einem Gestell im Schrein.

„Bummel durch die Altstadt mit ihren Teehäusern …“. Altstadt lasse ich durchgehen. Das Foto ist aus Higashiyama und gehört zum Pflichtprogramm in Kyoto. Und es waren mal Teehäuser. Heute sind es eher Souvenirsshops. Die Teehäusern von Gion sind in einem anderen Stadtteil.

Leider habe ich den Markt Nishiki nie besucht, aber das Foto sieht verdächtig nach einem Schrein aus: Lampions und das Schild sagen „天満宮 = Nishiki Tenmangu“. Tenmangu sind Shintoschreine. Gut, das Nishiki stimmt. Vermutlich ist der Schrein in der Shopping-Straße.

Ghost in the Shell

Im Netz ist der Trailer zu „Ghost in the Shell“ aufgetaut:

ICH BIN BESORGT

Was ich in den zwei Minuten gesehen habe, besorgt mich.  Ich bin ein GITS-Fan. Ich mag die Storyline, die Charaktere, das Welt in der Mange spielt. Ich befürchte wir bekommen einen zweitklassigen Hollywood-Streifen, der sich nur aus Marketing-Gründen Ghost in the Shell nennt. Hier meine Befürchtungen im Einzelnen:

(1) Warum gibt es so viele schlechte Referenzen zu dem 1995er Anime. Ist das Fanservice? Ist das, um den Film zu promoten? Ich befürchte ja. Der Anime hat Standards bei der Bildästhetik gesetzt. Szenen werden kopiert und leider dabei völlig ruiniert. Die Ästhetik und teilweise die Bildsymbolik geht komplett verloren. Und wenn es noch mehr Referenzen/Kopie vom Anime gibt, wird es dann eine Kopie des ersten Films?

(2) Warum ist die Welt so dystopisch? GITS ist nicht dystopisch. Es ist eine normale Welt (Hong Kong im erste Anime) und nicht Matrix, das Fünfte Element oder Bladerunner. Warum wird die Welt und damit der Kontext geändert? Hollywood?

(3) Warum ist der Major nackt und dann doch wieder nicht nackt? Ist das, um dem Film ein PG13-Rating zu geben? Wenn ja, warum wurde die Szene überhaupt eingebuat? Was ist dann mit den im Anime doch sehr brutalen Kampfszenen? Sind die auch bis zur unkenntlichkeit weichgespült?

(4) Warum kann der Major an der Wand entlang laufen? Noch mal: Das ist nicht die Matrix. Auch für einen Cyborg, der viel schwerer ist als ein menschlicher Körper, gelten die Gesetze der Physik.

(5) Warum sehen die Geisha-Roboter so künstlich aus. Ein wesentlicher Punkt im Manga ist menschliche Aussehen der Roboter (und Cyborgs), so dass die Grenzen optisch nicht existieren und sich die Roboter und Menschen nur durch den Ghost unterscheiden. Kurz: Ich mag diesen Plastiklook nicht.

(6) Warum ist sie die erste Ihrer Art? (0:36 im Trailer). Im Anime wird erwähnt, dass Sie einen 0815-Cyberkörper hat, also eine Modell von der Stange. Und jetzt ist sie ein spezieller Cyborg? Das ergibt keinen Sinn.

(7) Warum ist es ihre Aufgabe, andere zu retten? (1:12 imTrailer) Der Major ist, daher ihr Name, früher beim Militär gewesen und arbeitet jetzt für Section 9. Sie hatte nie den Auftrag andere zu retten, weil sie gerettet wurde. Sickert hier amerikanischer Pathos durch?

(8) Wird das jetzt ein Film über die Vergangenheit des Major? (Kommentar bei 1:40 im Trailer). ich hoffe nicht. GITS lebt davon, dass der Major keine Vergangenheit und kein Privatleben hat, ganz im Kontrast zu Tousa, der eine Familie hat.

(9) Warum zum Teufel sollte dem Major ihr Leben gestohlen worden sein?

(und … ) Warum trägt Batou einen Bart?
(und … ) Was ist das mit diesen Fischen überall im Cyberspace?
(und … ) Seit wann hat Aramaki eine Waffe (1:26 im Trailer)?

(7) Das Tempo ist falsch. GITS ist sehr taktisch. Alle Personen bewegen sich über Minuten in ihre Angriffsposition. Der Spannungsbogen wird aufgebaut. Der Zugriff sind dann wenige Sekunden Action, in der sich die Spannung entlädt. Es ist kurz und intensiv. Der Trailer zeigt eher lange Kampfszenen. Ganz Hollywood. Gerade der erste GITS-Film ist sehr langsam, hat viele philosophische Diskussionen und lange Bildeinstellungen. Was wird davon übrig bleiben, nachdem Hollywood seine Finger drin hatte?

(und … ) man kann darüber streiten, ob der Major bisexuell ist, wie im Trailer angedeutet. In Anime stellt sich die Frage nicht, weil sie nicht wichtig ist.

Ich bin mir bewusst, dass man bei einer Life Action Verfilmung eines Anime an Grenzen stößt (Beispiel: Im GITS-Film hat der Major keinen Lidschlag, was den Major unmenschlich wirken lässt). Aber die Fehler, die der Trailer offenbart, sind ein anderes Kaliber und haben nichts damit zu tun, dass es Life Action ist. Dass der Film „weißgewaschen“ wurde ist ein anderes Problem.

FAZIT: Es sieht aus wie Ghost in the Shell,
aber es fühlt sich nich an wie Ghost in the Shell.

Ich werde mir den Film ansehen (vielleicht nicht im Kino, sondern später). Aber ich werde keine Erwartungen haben. Ich gehe davor aus, dass es ein zweiklassiger Hollywood-Actionfilm wird, der sich nur den Namen leiht.

Nachtrag 21.11.2016: Was mich auch irritiert, ist die Straßenszene. Es soll Japan sein, aber sorry: Es gibt in Japan keine gelben Fahrbahnmarkierungen. Ich dachte erst, es soll wie im ersten GITS-Film Hong Kong sein, aber ich sehe Katakana, die nur in Japan existieren.

Nachtrag 22.11.2016: Ich bin mit meiner Meinung nicht alleine. GlassReflection hat ähnliche Bedenken.

Da ich den Trailer nicht mag, hier die Shelling Scene:

Taifun und Erdbeben 2016

Diese Reise wurde von 3 Taifunen getroffen und einem kleinem Erdbeben, das ich sogar verpasst habe. Zum Glück gab es kein großes Beben. Ein solches hatte Kyushu im April 2016 getroffen und meine Reiseplanung stark verändert. Als meinem Stop in Kumamoto wurde ein kleiner Abendausflug. Den Rest von Kyushu habe ich auch spätere Reise verschoben.

Taifun Lionrock (Dindo) / Taifun 10
16.08.-30.08.2016, 140 km/h, 940 hPa, Kategorie 4, wiki-Link

Taifun 10  hat mir das Leben in Tokyo schwer gemacht. Er kollidierte zwar erst im letzten Moment mit Tohoku, aber seine Ausläufer sorgten für Schlechtwetter in Tokyo; pünktlich zu meinem Geburtstag.

Taifun 10 war der erste Taifun seit beginn der Aufzeichnungen in 1951, der an Küste von Tohoku „an Land ging“ und damit genau über der Region, die 2011 vom Tsunami heimgesucht wurde, und wo Fukushima Daiichi ist. Ein Folge des Landkontaktes waren schwere Regenfälle (bis 342 l/m^2). Mit Windgeschwindigkeiten von 11 bis 12 Beaufort war der Taifun vergleichswese schwach. Dennoch: 22 Tote in Japan (550 insgesamt).

 Taifun Namtheun (Enteng) / Taifun 12
31.08.-05.09.2016, 140 km/h, Spitze 185 km/h, 955 hPa, Kat.3

Taifun 12 schaffte es gerade eben nicht nach Huis Ten Bosch. In der Nacht vorher ging ihm die Luft aus. Dies war mein Glück. Sonst wäre unter Umständen der Zugverkehr von Huis Ten Bosch nach Hakata ausgefallen.

Taifun 12 bildete sich am 31.08. als ein Tiefdruckgebiet, das sich sehr schnell zu einem Taifun der Stufe 1 ausbaute. Am 02.09. wurde er bereits als Kategorie 3 geführt. Das Auge hatte einen Durchmesser von 15 km. Genauso schnell wie er entstand verschwand er wieder. Am 04.09. (als ich in Nagasaki und Huis Ten Bosch weilte), wurde er bereits zu einem tropischen Sturm heruntergestuft.

Taifun Malakas (Gener) / Taifun 16
11.09.-20.09.2016, 175 (215) km/h, 930 hPa, Kat.4, wiki-Link

Taifun 16 marschierte knapp unter Shikuko durch, war aber so groß, dass die Auswirkungen auf der ganzen Insel spürbar waren. Er hat mir viel Regen in Kotohira beschert. Auch der Zugverkehr war bis in den Nachmittag in alle Richtungen unterbrochen; in den Süden bis zum frühen Abend.

Der Taifun begann am 11. September als Tiefdruckgebiet und baute sich bis zum 16. September zum Taifun der Kategorie 4 aus. Windgeschwindigkeiten bis 215 km/h (1 Minute) wurden ermittelt. Er fiel ab auf Kategorie 2 wurde aber am 19. September wieder als Kategorie 3 geführt, als er am 20. September gegen Mitternacht (Ortszeit) in Südkyushu auf Land traf. Bereits um 13:30 Uhr hatte das Zentrum Shikoku passiert und traf Südkansai.

Der Taifun brachte großflächig Zerstörung und Überflutungen. In Noboeka fielen innerhalb von 24 Stunden über 444 l/m^2. In Sumoto fielen in nur einer Stunde 85 l/m^2. (Dagegen sind die Starkregenfälle im Sommer 2016 in Deutschland ein Witz).

Typhoon Chaba (Igme) / Taifun 18
24.09.-05.10.2016, 215 (270) km/h, 905 hPa, Kat.4, wiki-Link

Dieser Tafiun wurde als Super-Taifun der Kategorie 5 geführt und verursachte großen Schaden in Korea. Zum Glück bildete er sich erst am vorletzten Tag meiner Reise. Wäre ich ein paar Tage länger gebleiben (ich wollte anfangs bis zum 03.10. bleiben), wäre mein Rückflug wohl ausgefallen oder extrem turbulent geworden.

Taifune: wiki-Link, Season 2016: wiki-Link

Hier eine Liste der Erdbeben. Ich habe die Liste gefiltert. Registriert wurden weit über 50 Beben stärker als 4.0. Es gilt folgende Filterung: Off Coast >6, Near Coast oder auf einer Nachbarinsel >5, auf der gleichen Insel >4. Es sind 9 Beben immer noch in der Liste. Das rote war heftig, aber zu diesem Zeitpunkt war ich weit genug weg in Dogo Onsen auf Shikoku.

Das grüne war schon dichter. Da war ich in Fukuoka auf Kyuhsu, das waren etwa 100km Luftlinie. Beim blauen war ich in Tokyo. Das ware geschätzt 150km. Mitbekommen habe ich keines der drei; außer die Warnmeldung im Fernsehen.

2016-09-23:0014    34.48,141.65   6.3     200km vor Chiba
2016-09-13:1012    35.90,139.74    5.0     Koshigaya, Saitama
2016-09-12:1132    35.78,129.14   5.4     Südkorea, Pohang
2016-09-09:1153    36.32,141.18    5.4     75km vor Ibaraki
2016-09-06:1719    30.61,131.02    4.5     Tangasshima, Südkyushu
2016-09-06:1656    32.66,130.63   4.3     Uto, Kumamoto
2016-08-31:2133    32.78,130.51    5.1     Ariakesee, Kumamoto
2016-08-31:1046    32.66,130.56    4.9     Uto, Kumamoto
2016-08-30:2004    36.35,141.76    5.0     100km vor Ibaraki

In einem Monat in Europa (Januar 2017) gab es 1 Erbeben, dass gerade mal die Stärke 5.7 erreicht hat (plus einige Nachbeben mit mehr als 4). Das war am 18.01.2017 und löste eine Lawine aus, die ein Hotel unter sich begraben hat. Das war (zu recht) eine große Nummer in den Medien.

Aber die obige Liste zeigt, dass das für Japan fast eine wöchentliche Meldung ist. Die 5,0 in Koshigaya war in den Medien, aber zwei Tage später schon wieder vergessen.

Zwischengeparkte Notizen zu 2014

Typhoon Phanfone (Neneng) / Taifun 18
28.09.-06.10.2014, 175 km/h, 935 hPa, Kat.4, wiki-Link

Der Taifun ist knapp an mit vorbeischrammt. Während der Sturm am in der Nacht zum 6. Oktober knapp südlich von Kansai vorbeizog, saß ich bereits im Flugzeug nach Deutschland. Es war einer der letzten Flüge bevor der Taifun loslegte. Mit nur knapp 10 Stunden zwischen Abflug und Eintreffen des Zentrums war das verdammt knapp. Der Flug starte bereits im strömenden Regen, der einem Taifun vorausgeht.

Das Tiefdruckgebiet wurde am 28.09. zum tropischen Sturm angehoben, erreicht am 30.09. die Taifunklasse und wurde am 02.10. für kurze Zeit als Kategorie 4 geführt. Der Taifun passierte am 06. Oktober gegen 3:00 Ortszeit die Kii-Halbinsel. Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h wurden gemessen. Der Taifun erreichte Hamamatsu um 8:00 Uhr und passierte anschließend die Tokyobucht. Der Taifun beeinflusste auch das das Formel-1-Rennen. Das Zentrum wanderte danach als Sturm weiter in Richtung Alaska.

Insegsamt starben in Japan 11 Menschen. 8 Gebäude in Shizuoka wurden zerstört. Hinzu kommen größfläche Schäden durch Überflutungen. Die Regenfälle führten zu Überschwemmungen, die in Fukushima Daiichi Radiodaktivität ins Grundwasser spülte. Die Tritium-Konzentration verzehnfachte sich. Strontium-90 stieg auf 1.2 MBq/l.

Alles in allem hatte ich Glück gehabt. Denn dieser knapp verpasste Taifun war das einzige große Wetterereignis in 2014. Erdbeben habe ich keine mitbekommen.

Super-Taifun Vongfong  (Nr. 19) traf erst am 12. Oktober (eine Woche später) auf Kyushu und war da schon von Kategorie 5 auf 3 heruntergestuft. 3 Tote und 96 Verletzte.

Hier eine Liste der Erdbeben. Ich habe die Liste gefiltert. Registriert wurden weit über 30 Beben stärker als 4.0. Es gilt folgende Filterung: Off Coast >6, Near Coast oder auf einer Nachbarinsel >5, auf der gleichen Insel >4. Es sind 4 Beben immer noch in der Liste.

2014-10-03:0057    40.21,142.69    5.6     100km vor Iwate
2014-09-24:1330    37.56,141.38     5.1     40km vor Minamisoma
2014-09-24:1245    37.60,141.32     5.2     40km vor Minamisoma
2014-09-16:0328    36.09,139.81    5.6     Sashima, Ibaraki

Am 16.09.2014 war ich in Miyajima. Am 24.09.2014 habe ich Mito besucht. Das Beben habe ich nur dank der Uhrzeit verpasst. Gegen 22 Uhr war ich bereits wieder in Tokyo bei der Yamanote-Tour. Für den 03.10.2014 war Kyoto das Tagesprogramm.

Zwischengeparkte Notizen zu 2012/2013

Taifune gab es keine. Es war Winter. Aber die Wand gelegentlich gewackelt. Hier eine Liste der Erdbeben. Ich habe die Liste gefiltert. Registriert wurden weit über 30 Beben stärker als 4.0. Es gilt folgende Filterung: Off Coast >6, Near Coast oder auf einer Nachbarinsel >5, auf der gleichen Insel >4. Es bleiben 5 Beben auf der Liste. Keines habe ich mitbekommen.

2013-01-08:0751    40.29,142.22    5.5     30 km vor Kuji, Iwate
2012-12-29:2305    37.04,141.19     5.2     14 km v. Iwaki, Fukushima
2012-12-29:1459    38.79,142.12    5.4     60 km nordöstl. Ishinomaki
2012-12-29:0719    37.19,141.00     5.1     Hirono im „Sperrgebiet“
2012-12-21:0807    38.68,141.73     5.1     20 km nordöstl. Ishinomaki

Zwischengeparkte Notizen zu 2010

Typhoon Kompasu (Glenda) / Taifun 7
28.08.-02.09.2014, 150 (185) km/h, 960 hPa, Kat.3, wiki-Link

Die Zugrichtung des Taifuns habe sehr gut getroffen.  Der Taifun machte einen Bogen um Japan, um dann von Nordwesten kommend die Südspitze von Hokkaido (Hakodate) zu streifen. Das passierte am 3. September. Am 1. September bin ich von Tokyo nach Saporro geflogen. Das schlechte Wetter, des mittlerweile heruntergestuften Taifuns trafs mich am zweiten Saporro-Tag. Es hielt sich in Grenzen.

Am 27.08. August bildete sich ein Tiefdruckgebiet östlich von Yap, das dann weiter nach Guam zog. Am 29.08. bildete sich ein Zentrum. Das System wurde am 31.08. in die Kategorie 1 gehoben und am Folgetag bis in die Kategorie 3, während er Okinawa passierte. Der Sturm zog über Korea und das gelbe Meer und fiel dabei auf Stufe 1 ab, bevor er, am 2. September auf Hokkaido traf.

In Seoul (stärkster Taifun seit 1995, 188 km/h Wind) und Okinawa (185 km/h Wind, 126 l/m^2 Regen) richtete er großen Sschaden an.

schwerer Tropensturm Malou (Henry) und Meranti
01.-10.09.2014, 95 km/h, 992 hPa
06.-10.09.2014, 100 km/h, 985 hPa

Malou hat es nicht in die Taifun-Kategorie geschafft. Der Strum traf am 8. September nahe Tsuruga (Fukui-ken) auf Land und brauchte fast eine Bohrinsel zum kertern. 2 Menschen starben. Er wurde weiter herabgestuft, verursachte in Tokyo aber dennoch schwere Regenfälle (über 100/l pro Stunde und Quadratmeter). Etwa 10.000 Menschen wurden zur Evakuierung aufgefordert.

Zeitgleich war ein weitere schwerer Tropensturm unterwegs. Er bildete sich westlich von Taiwan, umrundete Taiwan südlich und zog ab 10. September über China, Korea und zuletzt als einfache Schlechtwetterfront Tohoku (Japan).

Während dieser Zeit genoss ich die weiten im Norden von Hokkaido; bei bestem Wetter. Ende September zog Taifun Malakas südlich von Japan entlang, aber da wir ich schon wieder in Deutschland.

Taifune gab es keine. Es war Winter. Aber die Wand gelegentlich gewackelt. Hier eine Liste der Erdbeben. Ich habe die Liste gefiltert. Registriert wurden weit über 30 Beben stärker als 4.0. Es gilt folgende Filterung: Off Coast >6, Near Coast oder auf einer Nachbarinsel >5, auf der gleichen Insel >4. Es bleiben 5 Beben auf der Liste. Das rot markierte habe ich mitbekommen.

2010-09-13:0547    41.58,142.04    5.8     nordöstl. von Aomori
2010-09-05:2028    42.02,143.30     4.2     Südspitze Hokkaido
2010-09-03:2115    42.93,145.37    5.1     50km vor Nemuro, Hokk.
2010-09-01:0732    38.02,141.77     5.0     80km östl. von Fukushima
2010-08-31:0230    40.48,139.04     5.2     60km westl. von Aomori

Am 3.9.2010 war ich in Sapporo, Aber sind immer noch 500km Luftlinie zum Epizentrum. Am 13.09.2010 bin ich von Sounkyo Onsen nach Hakodate gefahren. Wenn das Beben bis zu mir durchkam, ist es im Wackeln des Zuges untergegangen.

Zwischengeparkte Notizen zu 2008

Das war die Kirschblüte. Es gab statisch einen Taifun in dieser Zeit, der über die Philippinen zog.

Taifune gab es keine. Es war Winter. Aber die Wand gelegentlich gewackelt. Hier eine Liste der Erdbeben. Ich habe die Liste gefiltert. Registriert wurden weit über 30 Beben stärker als 4.0. Es gilt folgende Filterung: Off Coast >6, Near Coast oder auf einer Nachbarinsel >5, auf der gleichen Insel >4. Es bleiben 4 Beben auf der Liste.

Das grüne habe definitiv mitbekommen, weil der Tisch im Restaurant gewackelt hat. Das war 50km entfernt. Das rote könnte ich theoretisch mitbekommen haben, da sie stark waren. Am 17.04.2008 4:19 Ortszeit habe ich 300km entfernt in Nikko alles verschlafen. Am 29.04.2008 war ich in Tokyo. Das sind über 750km zum Epizentrum.

2008-05-01:2158    37.31,141.36     5.0     20km v Iwaki, Fukushima
2008-04-29:0526    41.55,142.03    5.8     nordöstl. von Aomori
2008-04-16:1919    39.07,139.94    5.8     Yuza, Yamagata
2008-04-04:1001    36.10,139.57     4.9     Kazo, Saitama

Zwischengeparkte Notizen zu 2006

Der Urlaub ging von 15. August bis 07. September. Eigentllich beste Taifun-Zeit. Aber ich hatte Glück. In 2006 nur 2 Taifune Landkontakt mit dem japanischen Festland.  Der erste Taifun war Maria (3.-10. Auugst) und war eine Woche vor meiner Anreise unterwegs. Der zweite  Taifun war Shanshan (9.-18.09.) und damit eine Woche nach meiner Abreise.

Taifun Shanshan traf Kyushu (Japan) am 17.09.2006, war aber zu diesem Zeitpunkt von Kategorie 4 weit runter auf 2 gefallen. Dennoch, auf der Pazifikinsel Iriomote wurde Wind mit 251 km/h (70 m/s) gemessen, auf Okinawa 241 km/h. Regenmengen erreichten 50 l pro Stunde. Es kam zu Verspätungen im Shinkansenbetrieb, 357 Flüge wurden gestrichen, und etwa 90.000 Leute in Yamaguchi evakuiert. Ein Zug entgleiste mit 5 Verletzten, eine Autofähre der Malediven kenterte vor Kyuhsu. Insgesamt starben 11 Menschen, über 260 wurden verletzt.

Taifun Maria war nur ein schwacher Taifun Anfang August mit Maximum am 6. August bei Windgeschwindigkeiten von 130 km/h. Auf der Izu-Halbinsel (kurzer Landkontakt), der Taifun war zu diesem Zeitpunkt auf schweren Tropensturm heruntergestuft, fielen am 8./9. August dennoch bis zu 400 l/m^2 Regen in 48 Stunden.In Tokyo wurde lokal ein Wert von 458 l gemessen. Eine Person starb. Es kam zu Zug- und Flugausfällen.

Taifune gab es keine. Es war Winter. Aber die Wand gelegentlich gewackelt. Hier eine Liste der Erdbeben. Ich habe die Liste gefiltert. Registriert wurden weit über 30 Beben stärker als 4.0. Es gilt folgende Filterung: Off Coast >6, Near Coast oder auf einer Nachbarinsel >5, auf der gleichen Insel >4. Es bleiben 4 Beben auf der List, alle aber so weit entfernt, dass ich sie nicht bemerkt habe.

Am 06.09.2006 war ich in Tokyo, knapp 100km vom Epizentrum. Aber das Beben war morgens um 3 Uhr. Das habe ich wohl verschlafen. Als es in Tokyo Bay gewackelt hat, war ich in Oosaka.

2006-09-06:1806    35.46,140.89   5.2    50 km östlich von Chiba
2006-08-31:0818    35.51,139.96    5.0    Tokyo Bay
2006-08-28:0745    36.73,140.91    5.0    20 km v. Takahagi, Ibaraki
2006-08-21:2220    33.67,136.04    5.0    10 km östl. Wakayama-ken

Zwischengeparkte Notizen zu 2004

Taifun Meari (Quinta) / Taifun 21
19.-29.09.2004, 165 km/h, 940 hPa, Kat.4

Taifun 21 hat mich voll erwischt. Am 29.09. stand Himeji auf dem Plan. Der Tag startete mit viel Regen. Auch der Besuch von Himejijo fand im Regen statt. In Okayama wird mein Shinkansen gestoppt. Taifun und ich sind zeitgleich am selben Ort. Volltreffer. Hier der Bericht. Der Taifun hat den Itsukushima-Schrein auf Miyajima zerlegt, wie ich am 01. Oktober sehen werde.

Am 18. September, drei Tage vor meinem ersten Flug nach Japan, formte sich ein Tief östlich von Guam, das am 22. September den Status Taifun erreichte. Was für ein Timing. Wind bis knapp 200 km/h. Zum Glück passierte dies südlich von Okinawa. Am 29. September, da war ich in Hiroshima, kam es zu Landkontakt auf Kyush und eereichte 975.5 mbar. Die Regenmengen erreichten in Osawe Rekordmarken: in 5 Tagen 904 l/m^2, davon alleine in den letzten 48 Stunden 741 l/m^2. Im weiteren Verlauf kreuzte er Shikoku, Kansai, Chubu und Tohoku. Um Kanto hat das Zentrum einen Bogen gemacht. Insgesamt gab es 18 Tote. Schwere Schäden gab es in Mie und Ehime; in der Summe waren es $800 mio.

Super-Typhoon Ma-on (Rolly) / Taifun 22(?)
03.-10.10.2004, 185 km/h, 920 hPa, Kat.5

Taifun 21 hat mich schon beeindruckt, aber auch der nächste Taifun traf mich. Wenn auch kein Volltreffer wie zuvor, waren Nagano und Matsumoto doch verregnet und teilweise geschlossen. Die Zugausfälle führten dazu, dass ich nicht zum Formel-1-Rennen kam. Am Ende muss ich froh sein, dass ich zurück nach Yudanaka kam.

Der Taifun startete am 29. September (als Taifun 21 Hiroshima traf) als Gewittercluster bei Guam. Am 6. Oktober erreicht er Taifunstatus. Am 9. Oktober gab es Landkontakt auf der Izu-Halbinsel mit (nur noch) der Kategorie 3 (Wind 120 mph). Damit verblieb der größte Schaden östlich von Japan.  Rekordwind wurde auf Irouzaki mit 151 mph gemessen. Der Luftdruck erreicht 964 mbar am 9. Oktober. Es gab 6 Tote. Es gab Ausfälle bei Zügen, Flügen und Fähren. Das Formel-1-Rennen wurde gestört: Qualifying und Rennen fanden am gleichen Tag statt. In Omaezaki fielen 413 l Regen, davon 360 l in 24 Stunden. Shizuoka hat es unter Wasser gesetzt.

Typhoon Tokage (Siony) / Taifun xx
12.-20.10.2004, 155 km/h, 940 hPa, Kat.4

Der Taifun hat das Tripel fast komplett gemacht. Zum Glück saß ich zeitig im richtigen Flugzeug. Am 18. fliege ich zurück nach Deutschland. Nur 48 Stunden später rauscht der Taifun über Japan. In den Nachrichten war es der schwerte Taifun seit Taifun Mireille 1991!

Am 12. Oktober (ich bin in Matsushima) startet der Taifun als Konvektionszone südöstlich von Guam. Am 14. Oktober (ich bin in Tokyo) wird Taifun-Stärke erreicht. Am 17. Oktober werden 145 mph erreicht. Am 20. erfolgte Landkontakt bei Tosa-Shimizu (Shikoku). Auf dem Unzendake (Nagasaki-ken) werden 142 mph. In Fukuharaasahi fallen in 24 Stunden 470 Liter Regen. Sofort schwächt der Taifun ab und erreicht als Tropensturm Tokyo am 21. Oktober. Taifun 23 hat, obwohl abgeschwächt, enorme Schäden hinterlassen:  69 Tote. 18.000 Evakuierte, 3,23 mrd. Dollar Schaden.

Viel Glück hatte ich mit den Erdbeben. Ich habe zwei mitbekommen. Das große ist mir erspart geblieben. 5 Tage nach meiner Abreise erschüttert das Chuuetsu-Erbeben die Gegend um Niigate mit einer Stärke von 6,8. Es folgen zwei minimal schwächere Nachbeben. 40 Tote, 3183 Verletzte und 6000 zerstörte Häuser sind die Bilanz. Zum ersten und bisher einzigen Mal entgleist ein Shinkansen. Es ist das stärkste Beben seit Koben 1995 und wird erst durch das Tohoku-Beben 2011 übertroffen.

Es ist bis jetzt das einzige große Beben, das meiner Reise zeitlich so nah kam. Am 7.5 Mai 2008 (eine Wochenach meiner Abreise) gibt es in 6.8-Seebeben vor der Ostküste Honshus. Es werden nur 6 Personen verletzt.

2004-10-16:1854    36.49,141.45    5.6     100km östl. Ibaraki
2004-10-06:1440    36.32,139.90    5.5     Oyama; Tochigi

Am 17.10.2004 04:54 Ortszeit war ich in Tokyo und ich bin aufgewacht. Das Beben habe ich mitbekommen. Am 06.10.2004 war ich in Kyoto.