Nikko (Kinugawa)

Heute geht es nach Nikko-Kinuzawa. Nikko war ich schon zwei Mal. Daher gebe ich Kinugawa eine Chance.

2 Stunden Zugfahrt. Regen. Taifun ist gerade über der Region. Hat aber stark nachgelassen. Regen und Wind. Bootsfahrt. Ganz nett. 30 Minuten mit ein paar Stromschnellen.

Am Ziel treffe ich ein Japanerin derren Freund aus Dänemark kommt und Lübeck kennt, also schon mehrfach besucht hat. Zufälle. Shuttlebus lässt mich in Tobu Square. Raus. Themenpark mit 1:75-Modellen von berühmten Gebäuden. Ganz nett mal hier gewesen zu sein. Hier merkt man wie groß der Tempel in Nara ist. Das Modell wirkt, als wäre der Maßstab falsch. Fazit: Der Park hat schon bessere Tage gesehen und ist etwas teuer geraten.

Nächster Stop Nikko Edomura. Ein Themenpark mit einem kleinen Dorf der Edozeit. Es gibt schöne Shows. Man kann sich zeitgemäß kleiden. Ich wähle herrenloser Samurai (Ronin). Fordert einen kräftigen Schluck aus der Brieftasche. Schon der Eintritt war happig.

Bin nun selbst eine Attraktion wie es scheint. Die Frisur macht ein übriges. Schlendere durch die Park. Habe 4 Stunden. Die reichen allemal. Ninjashow ist ganz nett.

Muss das Kostüm zurückgeben. Laufe danach zivil rum. Werde wiedererkannt. Einzelne Akteure des Parks grüßen mich mit Samuraisama.

Nach dem Park zurück zum Bahnhof. Bis zur Rückfahrt noch Zeit für Abendessen. Aber kein Restaurant. Kein Izakaya. Laufe durch den Ort. Um 18 Uhr öffnet ein Ramenladen. Geht doch.

22 Uhr nach Abstecher nach Akihabara zurück im Hotel. Koffer packen. Morgen geht es weiter nach Yudanaka. Morgen übrigens ein Anlauf zum Tsukiji. Dafür muss ich um 3 Uhr am Hafen sein. Werde die Nacht wohl durchmachen.

Fazit des Tages: Kinugawa ist auf dem absteigenden Ast. Tobu Square gehört in die Kategorie: Wenn man auf der Ecke ist und Zeit übrig hat. Nikko Edomura ist ganz nett, aber teuer.

Mito

Heute Mito. Der letzte der drei berühmten Parks Japans. anfahrt mit dem „Fresh Express“. Weiter mit dem Bus. Der Park ist nicht das was ich erwartete. Kein japanischer Garten mit Teichen und Rasenflächen. Schnell steht fest, es ist der Amanohashidate der drei Parks (vergleiche 2012). Es gibt ein altes Haus auf dem Gelände. Schon sehenswert. Unter den lokalen Biersorten im Souvenirladen entdecke ich wieder ein Pale Ale. Das scheint hier in Japan echt der Renner zu sein.

Weg zurück laufe ich. Bus fährt erst in 30 Minuten. Stoppe unterwegs noch bei einem alten Samuraihaus.

Um 15 Uhr wieder in Tokyo. Auf zum Sumo. Bekomme tatsächlich noch eine Karte. Teuer. Egal. Riesenhalle unten eine kleiner Ring mit etwa 3m Durchmesser. Darüber eine Art Dach, die aussieht wie bei einem Shintoschrein. Der Ringrichter trägt einen teuren Kimono. Die Regel sind irgendwie zu japanisch. Erst gibt es eine lange zeremonielle Begrüßung. Angefangen mit dem breitbeinigen aufstampfen der Füße. Dann gehen die beiden wieder in ihre Ecke. Im nächsten Schritt folgt eine Begüßung in tieger Kampfstellung; und zurück in die Ecke. Das ganze nochmal. Jedes Mal, wenn die Ringer wieder in die Mitte gehen werfen sie Salz. Zwei Leute mit  Besen, fegen ununterbrochen den Ring. Die haben bisher mehr Einsatz gezeigt als die beiden Ringer. Dann der Kampf. Dauert, in der Regel nicht mal 5 Sekunden. Was für ein Aufwand. So geht es Kampf für Kampf.

Die Sumoringer sind schon dick. Einer der Kämpfer wiegt 198kg. Bei fast 2m Größe und einem breiten Kreuz verteilt sich die Masse aber auf eine Schrankwand von Sumoringer. Sie sind gelenkig und schnell. Selbst aus der Entfernung sieht man unter der Fettschichgt die Muskelpakete. Den Cholesterinwert möchte ich aber lieber nicht wissen.

Es ist 18:30. Was tun. Starte das Projekt Yamanote. Dann werden es halt Nachtaufnahmen. Nach 2 Stunden habe ich fast die Hälfte rum. Aber Shinjuku noch vor mir. Falscher Ausgang. Dauert bis ich den Haupteingang habe. An den nächsten Stationen vereinzelte Pausen für Speis und Trank. Nach 5 Stunden bin ich in Ueno. Noch ein Station. Geschafft. Ist schon anstrengend. Das war die Yamanote. Große Stationen, kleine Haltestellen. Meist zwei Seiten. Zur einen Seite hin das Nachtleben, zur anderen dunkle Hinterhofgassen.

Tokyo Reloaded 2

Tokyo Tag 2. Asakusa. Berühmter Tempel. Argh. Touristenalarm. Vor allem Chinesen. Weiter zum Sumidagawa, bevor die Reisegruppen dort ankommen. Mit dem Boot, vergleichsweise leer und entspannt, zum Hamarikyuteien. Immer noch ein cooler Blick mit den Hochhäusern im Hintergrund.

Gleich um die Kurve ist der Tsukij. Dumm nur, dass heute ein Feuertag ist. Keine Ahnung welcher, aber der Markt ist leer. Weiter zum Park bei Hamamatsucho. Brauche eine Karte der Metropolitain Parks, um den letzten fehlenden zu finden. Treffe auf einen deutschen. 21. Lebt auf eine Faust in Japan und hangelt sich von Job zu Job. Respekt. Den Mut hätte ich mit 21 nicht gehabt.

Reisen gemeinsam zum nächsten Park. Auch ein japanischer Garten. Nicht ganz so hübsch wie die ersten beiden. Nimmt bei mir Platz 4 hinter Rikugien ein.

Weiter zum Sumo. Ausverkauft. Schade. Was nun. Shinjuku. Das Mikoshi-Ding. Ist bei weitem nicht so groß wie das 2010 in Asaksa. Aber ganz nett. Treffe einen Dänen, der hier lebt. Hat das gleiche Problem wie ich. Seine Größe.

Auf zum Kabukiza. Ticket holen. Kein Problem. In einer Stunde beginnt der dritte Teil. Knapp genug Zeit für was zu essen. Nach dem Stück die Ginza rauf und mit der Bahn von Tokyo nach Akihabara.

(Ausflug in die Architektur Japans)

Tokyo Reloaded 1

Tokyo Tag 1. Heute auf den Tag genau vor 10 Jahren war ich zum ersten Mal in Tokyo unterwegs. Ich versuche die gleiche Strecke zu laufen. Start am Yushima Tenmangu, weiter durch den Uenopark nach Norden. Kurzer Stop am Kaneji (Neujahr 2012/13).

Verkehrt abgebogen. Das ist die Yamanote. Die darf ich nicht kreuzen. Zurück und querfeldein durch schmale Straßen im Zickzack (nicht ich, sondern die Straße) nach Nezu. Weiter zur Todai. Akamon. Berühmtes Hörsaalgebäude ist eingerüstet. 2014 scheint das Jahr der Renovierungen zu sein.

Tokyo Dome und der Freizeitpark. Japp. An die Straße erinnere ich mich. Bin schon 2004 hier falsch abgebogen. Weiter am Fluss entland nach Iidabashi. Kurzer Abstecher zum Yasukunischrein. Den hatte ich damals verpasst. Weiter am Fluss entlang … 2 Stationen dann dach mit der Chuo gefahren.

Shinjuku Gyoen ist gesperrt. Moskitos mit Dengigfiebererreger. Shinjuku. Rauf auf den Twin Tower. Sehe die anderen Aussichtspunte: Tokyo Tower, Moritower, Skytree; und einige aus Anime gekannte Gebäude.  Bahnhof von Shinjuku ist Baustelle. Große Baustelle. Egal was es wird, es wird mächtig. Die bauen den gesamten Bahnhof um. Nicht wie Stuttgart 21. Bahnhof meint hier Bahnhof und mehrere Hochhäuser, weitere  Bahnlinien, U-Bahnstationen und so weiter. Fast eine ganzer Stadtteil.

Weiter zum Meiji Jingu. Finde einen Platz mit Buden. Und ein Mikoshi. Aha. Schnell den Plan fotografiert. Morgen ist der große Umzug. Am Schrein vorbei nach Yoyogi. Auch gesperrt. Durch die Shoppingstraße von Harajuku. Rechts ab. Döner verputzt. Omotesando wieder runter. Kurz im Oriental Bazar eingekauft. Die Straße runter ist Shibuya. Die berühmte Krezung. Was für ein Chaos. Zurück zum Hotel. Das war im groben die Strecke von vor 10 Jahren.

Um 21 Uhr noch mal zurück nach Shinjuku. Fotos vom Twin Tower bei Nacht.

Hakone Reloaded

Die Bushaltestelle ist bergauf. Aber wo … Doch weiter als ich dachte. Das wird spaßig, wenn ich heute Abend den Koffer dorthin schleppe.

Es geht mit dem Bus durch die Berge nach Moto-Hakone. Hier endet der Zug aus Tokyo und es beginnt die Bergbahn. Ich laufe durch die Hauptstraße. Es gibt hier wirklich einen Neon-Genesis-Laden. In der Anime-Serie Neon Genesis Evangelion ist der Hakone der Standort von Neo Tokyo.

Dann nehme ich die „Schweizer Bahn“, den Berg hinauf nach Gora. Es geht vorwärts und rückwarts. Serpentinen für eine Bahn sind halt etwas anders. Wie weiter? Zu Fuß. Wie 2004 nehme ich den Wanderweg den Berg hinauf. Auf gehts.

Es geht bergauf. Der Weg ist steil, hat Treppen, die aus Steinen und Wurzeln bestehen. Es ist anstrengend. Der Wald ist dicht, keine Fernsicht. Nach einer gefühlten Ewigkeit ändert sich die Vegetation und die Baumwipfel kommen optisch näher. Ich erreiche endlich den Bergrücken. Aber wo geht es rechts ab ins Owakudani?

Das hier scheint der Weg zu sein. Ob es dergleiche Weg ist wie 2004 ist, vermag ich nicht zu sagen. Es geht bergab. Steil bergab. Ich hoffe, ich bin richtig. Hier wieder hinauf will ich sicherlich nicht. Es geht im Sinne des Wortes über Stock und Stein. Der Schwefelgeruch wird stärker. Links und rechts steigen Rauchschwaden auf. Die Gegend verwandelt sich in eine tote Mondlandschaft. Owakudani ist erreicht. Dieses Mal stehe ich auf der richtigen Seite vom Zaun.

Fotostunde. Das Owakudani ist mehr oder weniger ein aktiver Krater. Überall steigen Schwefeldämpfe auf. Das Wasser, das aus den Steinen hervortritt ist kochend heiß. Etwas Shopping und dann weiter zur zur Seilbahn hinunter zum Ashiko (Lake Ashi) und rauf auf das nächste Schiff. Das ganze hat viel mit Schlangestehen zu tun. Aber an einem Touristenort wie diesem geht es nicht ohne.

Ein Piratenschiff (viel Plastik wie Heidepark) mit mir an Bord legt ab, Das Ziel ist die andere Seite des Sees: Motohakone. Auf der Fahrt dorthin trifft man viele Touristen, klar dass auch welche aus Deutschland dabei sind. Zeit für ein wenig Klönschnack.

Im Zielhafen gönne ich mir erst einmal einen Spieß mit Tintenfisch. Dann geht es zur ehemaligen Zollstation. Sie trennte Kanto von Kansai. Die alte Handelsstraße heißt Tokaido. Es gibt einen zweiten Weg von Edo nach Heian, den Nakasendo, dem ich 2012 folgte. Ich gehe zu Fuß nach Hakone, entlang des alten Tokaido mit seinen meterhohen Zypressen.

Zurück in Hakone beusche ich den Schrein, den ich bisher ausgelassen habe. Es wird dunkel. Der Fuji ist hinter Wolken versteckt. Ein Zeichen für mich, zum Hotel zurückzukehren, meinen Koffer zu holen und nach Tokyo aufzubrechen. Heute ist der magische Tag. Auf den Tag genau vor 10 Jahren bin ich in ich zum ersten Mal in Tokyo gelandet.

Bis zum Bus habe ich noch etwas Zeit. Eine kleine Pause tut gut. Dann geht es den Berg hinauf zur Haltestelle. Wie vermutet, ist er mit Koffer anstrengend. Der Bus kommt wie erwartet. Die Route ist bekannt. Dieses Mal fahre ich bis Odawara und weiter mit dem nächstbesten Shinkansen nach Tokyo und weiter mit der Yamanote nach Ueno. Check-in. Es ist der 21. September 2014.