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Hotels 2016 (Teil 1)

Es ist schon erstaunlich. Mit dem ersten Hotel in Deutschland sind es insgesamt 10 Hotels plus die Unterkunft in Ijiri geworden. In fünf Hotels war ich nur 1 Nacht; in drei Hotels nur 2 Nächte. Hinzu kommt, dass ich 4,5 Wochen unterwegs war.

1- Steigenberger Airport Hotel Frankfurt (1 Nacht)
Unterschweinstiege 16, 60549 Frankfurt am Main, Deutschland
reservations@airporthotel.steigenberger.de; phone: +49.69.6975.0

Das Hotel: Das Hotel begrüßt seine Gäste mit einer riesigen Lobby. Rechts ist der Empfang. Für die Rush Hour gibt es 4 Schalter.  Links ist die Hotelbar, die nach einem Blick in die Karte alle wichtigen Klassiker listet. Die Aufmachung geht in Richtung luxoriös. Der Luxus reduziert sich auf dem Weg zum Zimmer. Oben am Zimmer angekommen ist es Hotel der Oberklasse.

Das Zimmer: Das Zimmer war groß und im modernen Design. Das Bad war relativ groß und bei meinem Zimmer mit einer ausgefallenen Gestaltung der Dusche: Die Rundung ragte in das Zimmer. Ein netter Designkniff. Der Service war. wie ich ihn beim Namen Steigenberger erwartet habe, sehr gut.

Umgebung: Das einzige in der Umgebung ist der Flughafen und die Schnellstraße. Für die Erkundung von Frankfurt ist das Hotel nicht geeignet. Als Startpunkt für einen früher Flug oder eine Übernachtung nach einer sehr späten Landung ist es aber ideal.

Anreise: Anreise mit der DB über Frankfurt Airport. Vom Busbahnhof des Flughafens fährt ein Hotel-Shuttle direkt zum Hotel. Ich vermute, es sind unter 10€ mit dem Taxi. Einen Fußweg zwischen Hotel und Flughafen habe ich nicht gesehen. In die Innenstadt ist es ein ganzes Stück mit dem Taxi (teuer).

Fazit: ideal für frühe Abflugzeiten oder späte Ankunftszeiten am Frankfurter Flughafen .

2 – Hotel Edoya / ホテル江戸屋
3-20-3 Yushima, Bunkyo-ku, Tokyo, 〒 113-0034 Japan
reserve@hoteledoya.com; phone: +81.3.3833.8751; fax: +81.3.3833.8759

Das Ryokan: Wie in jedem Urlaub, habe ich wieder im Hotel Edoya, meinen Zweitwohnsitz, übernachtet. Im Edoya hat sich nicht viel geändert. Von daher, schaut in die anderen Berichte.

Das Zimmer: Diese Mal hatte ich Zimmer 502. Mein Standardzimmer war ausgebucht. Die Größe ist ähnlich, aber der Grundriß ist anders. Schlaf- und Wohnraum waren nicht getrennt, sondern ein großer Raum. Nicht falsch. Die Toilette war wieder getrennt vom Bad, aber dier Grundriß hat mich genervt, da die Lichtschalter für den Flur aus meiner Sicht ungünstig positionert sind. Dafür hatte das Bad eine Holzbadewanne.

Der Service: Wie immer: Japanisch gut.

Umgebung: Ueno verändert sich. Ein benachbartes Gebäude wurde abgerissen. Bin gespannt was da in zwei Jahren steht. Ansonsten sind Ueno Park, Yushima Tenmangu, Akihabara und Kanda Myoin gleich um die Ecke. Mit den fußläufig erreichbaren U-Bahn-Linien Ginza (G) und Chiyoda (C), sowie der Yamanote und der Chuo-Bahnlinie sind alle Orte in Tokyo schnell erreicht.

Anreise: Von Narita aus empfehle ích weiterhin den Keisei-Liner mit Endstation in Ueno. Er ist sinnvoller als der NEX. Von Haneda aus (Haneda wird seit 2012 wieder für internationale Flüg genutzt) ist es etwas aufwendiger: Man kann die Monorail bis Hamatsucho nehmen und dort in die Yamanote oder Tokyu (gleicher Bahnsteig) wechseln und bis Okachimachi fahren. Oder man nimmt die Bahnlinie und steigt in Shinagawa um. Um die Yama/Tokyu kommt man nicht rum; außer man fahrt Zickzack mit 2 bis 3 U-Bahn-Linien.

3 – Hotel JAL City Haneda (1 Nacht)
4-11 Haneda Asahi-cho, Ota-ku, Tokyo, 〒 144-0042 Japan
phone: +81.3.5735.2525; fax: +49.3.5735.2611

Das Hotel / Das Zimmer: Ich für meinen Teil packe das Hotel in die Kategorie „Business Hotel“. Das Zimmer ist relativ klein. Dank eines Doppelzimmers war es allemal ausreichend für mich. Das Badezimmer hatte eine mittlere größe. Außer der Lobby und dem Zimmer habe ich nicht viel gesehen. Meine Aussagen sind daher begrenzt.

Der Service: Wie im Reisebericht erwähnt hatte ich meinen Pass im Hotel Edoya vergessen. Die daraus resultierende Hektik meinerseits wurde durch den japanischen Serviceansatz komplett abgefedert.

Teil des Hotelservice ist ein gratis Shuttelbus zum Flughafen (beide Terminals). Ich empfehle diesen zu nehmen. Mit dem Zug ist man nicht schneller und mit dem Taxi kostet das doch etwas Geld, denn zum Flughafen sind es noch ein paar Kilometer.

Umgebung: Die direkte Umgebung des Hotels habe ich nicht erkundet. Aber diese Gegend von Tokyo wird in den Reiseführern nur genannt, weil der Flughafen hier ist.

Anreise: Haneda ist weit weg von Tokyo (Yamanotering und innerhalb), also sollte man von dort nicht mit dem Taxi anreisen. Dies kann schnell 100€ kosten. Besser ist die Anreise mit der Keikyu-Linie. Die Bahnstrecke ist eine Verlängerung der Asakusa-U-Bahnlinie. Aber Vorsicht, nicht alle Züge fahren die Flughafen. Die Strecke teilt sich in verschiedene Ziele.

Vom Haltepunkt Anamoriinari sind es etwa 8 Minuten Fußmarsch. Man geht vom Bahnsteig in Fahrtrichtung weiter bis zur Straße, dort links und weiter bis zur Hauptstraße. Auf der anderen Straßenseite ist das Hotel. Man sieht es schon aus der Ferne. (Von Anamoriinari sind es 2 Stationen bis zum International Terminal des Flughafens.)

Fazit: Ähnlich wie das Steigenberger ganz zu Anfang ist dieses Hotel ideal für frühe Abflüge und späte Ankünfte.

4 – Nagasaki Nisshokan (1 Nacht)
20-1 Nishizaka-machi, Nagasaki-shi, Nagasaki, 〒 850-0051 Japan
phone: +81.95.824.2151; fax: +81.95.824.5299

Das Hotel: Das Hotel ist groß und besteht aus zwei Gebäudeabschnitten. Damit verbunden sind leider lange Wege ich ein Wechsel des Fahrstuhls, da man nicht in jeder Etage das Gebäude wechseln kann. Der große Speise wirkt etwas kühl und hat den Charme einer Jugendherbergskantine. Das Buffet ist allerdings umfangreich und der Service japantypisch. Die Flure verraten, dass dies nicht das jüngste Hotel ist.

Das Onsen wollte ich testen ist dann aber irgendwie beim Zeitplan hinten runtergefallen.

Das Zimmer: Das Zimmer war für japanische Verhältnisse sehr groß. Es war ein Doppelzimmer mit zwei großen Betten. Vor dem Fenster gab es eine Sitzgelegenheit. Der Balkon vor dem Fenster ist nicht zugänglich. Man kann den genialen Ausblick nur durch die Scheibe genießen.

Leider muss ich bezüglich Sauberkeit ein paar Punkte abziehen. Das erste Mal in Japan. Die Tatami waren schon etwas älter und damit rauh. Ein paar Staubflusen haben den Staubsauger überlegt.

Das Bad zeigte eindeutig Spuren vom Zahn der Zeit. Damit kann ich leben. Allerdings war die Keramik des Waschbecken matt. Ich empfehle einen starken Grundreiniger. Den Staub am Lüftungschlitz der Klimaanlage könnte man auch entfernen.

Umgebung: Der Blick auf die Karte täuscht. Durch die Lage auf dem Berg gibt es in direkter Umgebung des Hotels nichts außer die Aussicht. Man muss erst den Berg hinunter.

Anreise: Es sind etwas mehr als 1km Luftlinie zwischen Bahnhof und Hotel. Dennoch: Nehmt ein Taxi. Das Nisshokan liegt auf einem Berg und die Straße windet sind über mehrere Kilometer den Berg hinauf. Man muss im Prinzip zuerst zum Suwajinja und dann in Serpentinen bergauf zurück bis oberhalb des Bahnhofes.

Fazit: Nächstes Mal werde ich taktisch günstiger gelegenes Hotel unten in Nagasaki wählen.

5 – Henn Na Hotel, Huis Ten Bosch (1 Nacht)
Huis Ten Bosch Machi, Sasebo, Nagasaki-ken, 〒 859-3243 Japan
phone: +81.570.064.110

Das Hotel: Das Henn Na ist ein klasse für sich. Ich versuche es trotzdem … Von der Aufmachung gehört es für mich in die Gruppe „Business Hotel“. Alles im Hotel hat ein gerades und funktionales Design. Es gibt nur Roboter. Außer dem Wachmann habe ich kein Personal gesehen. Sicherlich ein Hotel für Geeks.

Nüchtern betrachtet ist es ein Business Hotel mit minimalen Service. Das Hotel wurde aus Modulen zusammengebaut. Mein Zimer in Block C hatte von außen den Charme eines Containerdorfes. Innen bleibt es funktional und reduziert.

Das Zimmer: Das Doppelzimmer ist ausreichend groß für zwei Personen. Das Badezimmer ist groß. Man betritt es mittig: Waschbecken und Spiegel geradeaus, rechts die Toilette. Zur linken ist das Badezimmer mit einer großen Badewanne und dem Duschareal.

Der Service: Der Service ist schwer zu einzustufen. Es gibt kein Personal, nur Roboter. Die Programmierung ist begrenzt auf Check-in und Check-out. Von daher sollte man vorher wissen, worauf man sich einlässt. Der Roboter auf dem Zimmer versteht nur Japanisch.

Umgebung: Gleich hinter dem Hotel beginnt Huis Ten Bosch, dessen Motto Holland ist. Der Amusement Park hat keine Fahrattraktionen wie die westlichen Freizeitparks. Es ist mehr ein Themenpark. Mehr ist nicht.

Anreise: JR stoppt am Bahnhof „Huis Ten Bosch. Es fahren stündlich Züge ab Nagasaki direkt hierher (83 min). Alternativ muss man in Isahaya umsteigen. Auch von Hakata gibt es Direktverbindungen (2 Stunden), allerdings mit geringerer Frequenz. Bei Locals muss man in Haiki umsteigen, eine Station von Huis Ten Bosch entfernt (Fahrzeit etwas über 2 Stunden). Eine Anreise mit dem Shinkansen erfordert ein Umsteigen in Shin-Tosu (Fahrzeit knapp unter 2 Stunden).

Zu Fuß geht das vom Bahnhof über die Brücke zum Hotel Okura und an diesem vorbei. Von hieraus weiter zum Hotel Nikko und auch an diesem vorbei. Das Henn Na ist hinter dem Nikko. (Achtung: auf googlemaps fehlt es noch im Satellitenbild; Stand Okt 2016)

Fazit: Man bekommt ein einfaches Business Hotel ohne Personal. Aber der Geekfaktor ist so hoch, dass ich, sollte ich nochmals in der Gegend nächtigen, wieder dort buchen werde.

 

Fazit 2016

Wenn dieser Urlaub eines war, dann verregnet. Drei Taifune, die meinen Weg kreuzten, sprechen für sich. Ich habe an 12 Tagen Regen notiert. Dabei hat es mir zwei Mal fast die Kamera zerlegt. Die Batterien im Blitz hatten einen fulminanten Kurzschluss. Wasserflecken auf dem CCD-Sensor und damit auf den Fotos sind sichtbar.

Top-3 Tage

So zurück geblickt gab es keinen Tag der von Anfang bis Ende genial war. Und so fiel die Wahl schwer. Ich habe daher die Top-3 Tage ausgewählt und 3 Einzelaktivitäten ergänzt. Letztere hatten allesamt Potential, um den Tag in die die Top-3 zu heben, aber der Rest das Tages war für eine höhe Gesamtwertung zu mau. Und so bleiben Sie als Einzelaktionen in Erinnerung.

  1. Die wenigen Stunden in Kurokawa waren wirklich entspannend. Zusammen mit Yufuin war es ein perfektes Wochenende.
  2. Der Tag in Nagasaski. Anreise mit dem Flugzeit, den ganzen Tag in der Yukata unterwegs. Nur der Abend lief nicht nach Plan, wurde aber durch die Konversation beim Buffet gerettet.
  3. 28. August mit Todoroki Valley, Tanzfest und Koenji Awa Odori.
  1. Das Danjiri Matsuri und die Leute, die ich dort getroffen habe.
  2. Die Abende an den Yatai von Fukuoka
  3. Der Abend im INCUBATOR
Worst-3 Tage
  1. Bando und Naruto; Das war echt ein gebrauchter Tag. Nichts hat geklappt. Das Wetter,  das Taifun 16 vor sich herschon, hat sein übriges getan. Der Tag des Taifuns war im Vergleich um längen besser.
  2. 27. August; Planungsfehler haben mich das Samba Festival und beinahe das Keonji Awaodori verpassen lassen.
  3. letzter Tag in Fukuoka – denn hier ist nichts passiert
Bilder

Diesen Abschnitt muss ich noch mal genau prüfen. Meine Idee ist, hier die 5-10 besten Bilder aus 2016 zu parken.

Die Top-3 Hotels
  1. Dogoya, Dogo Onsen, Matsuyama – Die Wahl zwischen Platz 1 und 2 viel mir nicht leicht. Für das Dodoya spricht zunächst das Zimmer, das einmalig genial war. Ausshlaggebend für Platz 1 war dann die Nähe zum Dogo Onsen Honkan.
  2. Sansou Tanaka, Yufuin – Das Ryokan war bis zum Schluss auf Platz 1. Das Rotenburo war einfach göttlich. Der Service hervorragend. Wenn überhaupt hat es gegen das Dogoya nur in einer akademischen Nachkommastelle verloren.
  3. Henn Na Hotel, Nagasaki – Für den Geek-Faktor gibt es den dritten Platz, auch wenn das Henn Na kaum mehr als ein Business Hotel mit der Optik eines Containerdorfes ist.

Im Vergleich zu diesem Hotels folgen alle anderen in einem großen Abstand auf den weiteren Plätzen.

Gedanken

Der Urlaub war teuer. Bei der Sichtung der Abrechnung stellte sich heraus, dass 3000€ Bargeld durchgerauscht sind. Autsch. Auch hier wird es eine Ursachenforschung geben. Ja, ich habe viel Geld in Izakaya ausgegeben, aber ein großer Teil ist wohl auch in Taxifahrten gegangen.

Das Thema „Yukata in Japan“ wird definitiv ausgebaut. Wetterbedingt gab es nur vier volle Yukata-Tage. Wenn ich die Abende in Yukata hinzurechne, komme ich auf 13Tage.

Soweit eine erste Zusammenfassung der Dinge. Kommen wir nur nun zu den Tops und Flops. Dieses Mal tue ich mir damit echt schwer. Kein Tag war von Anfang bis Ende gut; jeder hatte irgendwie eine „Sinnkrise“.

Zum Abschluss noch 3 besondere und 3 regionale Gerichte:

  1. Ramen bei Muku Zweite eine Fortsetzung von Frankfurt.
  2. japanischer Eisbecher mit Matcha- und Bohneneis.
  3. Essen am Yatai
  1. Iya-Style Soba
  2. Hakata (Tonkotsu) Ramen
  3. Shampon, Nagasaki
für die Statistik
26Landung, Asakusa,
Kappabashi
brülled heißabends Yukata
27Koshikawa, Samba,
Koenji Awaodori
heiß, Regenschauerabends YukataWorst #2
28Todoroki, Dance Fest.,
Koenji Awaodori
abends RegenTop #3
29Genki 1,
Shinjuku, Icubator
heiße, abends Regen台風 #10,
Einzel #3
30Genki 2,
Omoide Yokocho,
Kabukiza, Golden Gai
heiß
31Genki 3,
Yokohama Ramen
heiß
01Genki 4,
Omoide Yokocho
angenehm warm
02Genki 5,
TV Asahi, Bars
heißYukata ab Nachmittag
03NagasakiSonne, schönYukataTop #1
04Nagasaki
Huis Ten Bosch
teilw. Regen, bedeckt,
nicht so heiß
台風 #12
05Genki 6,
Check-in, Yatai
brüllend heiß
06Genki 7,
Fukuoka
brüllend heiß
07Genki 8,
Fuku.Tower, Baseball
Regen
08Genki 9,
Ohori Park, Nagahama
Sonne
09Genki 10,
Fahrt nach Yufuin
Sonneabends Yukata
10YufuinSonneYukata
11KurokawaSonneYukataTop #2
12Genki 11
Kumamoto
Regen
13Genki 12
Dazaifu, Yatai
bedecktEinzel #2
14Genki 13
Yotoku Inari Shrine
Regenschauer
15Genki 14
EVA-Test, Matsuri
bedecktabends Yukata
16Genki 15
nothing at all
bedecktWorst #3
17EVA (Zugfahrt)
Danjiri
bedecktZugfahrt in Yukata
18Wakayama-jo
Tama, Danjiri
Regenschauer,
abends Daueregen
Einzel #1
19Überfahrt,
Bando TEmpel
ab Mittag Regenabends YukataWorst #1
20Kotohira,
Marugame
Starkregenabends Yukata台風 #16
21IyatalSchauer, schwülheißabends Yukata
22Dogo Onsen,
Matsuyama
Regenschauerabends Yukata
23Uchiko, Ozusonnigabends Yukata
24Takamatsu,
Rückfahrt
sonnig
25AbreisesonnigYukata

Abreise; Servicewüste

Abreisetag. Ich habe genug Zeit, um schnell noch ein paar Souvenirs zu schoppen. In diesem Fall meint Souvenirs, dass ich den nächstbesten 7eleven plündere: Karree, Sake und andere Dinge.

Wechsel in die Yukata. und auf geht es zum Bahnhof. Während ich da stehe und warte fällt mir eines auf: Irgendwie verstehe ich die Streckenführung nicht. Der Zug rollt ein. Moment: Narita? Jetzt endlich fällt der Groschen: die Asakusa-Linie. In eine Richtung verlängert sich die Linie als Teil der Keikyu-Linie navch Haneda. In die andere Richtung wird aus der Linie die Oshiage-Linie, die zum Narita Sky-Express wird. Durch diese Kombination von U-Bahnlinien und Local-Expresses gibt es eine Verbindung zwischen Narita und Haneda und ich stehe am falschen Bahnsteig.

20 Minuten später bin ich im richtigen Zug und auf dem Weg. Als erstes muss ich die Koffer loswerden. Hier klärt sich auch, warum der Check-in nicht funktionierte: Code-Sharing mit Lufthansa. Ich muss zum LH-Schalter.

Und was soll ich sagen. Von hieran geht es bergab. Oder: Ich bin service-technisch bereits zurück in Deutschland. Der Service an Bord ist deutsch. Meine Frage nach etwas zu trinken wird mit Augenrollen quittiert. Ohja, wie schon wäre der Job als Stewardess ohne diese nervigen Leute im Flugzeug, die einfach nicht dehydrieren wollen.

Beim Essen gibt es nur noch ein Menü. Superplanung. Ich kann mit einer German Sausage leben, nicht aber mit dem Sauerkraut. Igitt. Schlimmer trifft es den Mann zwei Reihen vor mir. Nicht nur kann die Stewardess mit dem Wort „koscher“ nichts anfangen, sie kann dem Mann auch keine Alternative anbieten. Ihm bleibt nur, weitere 5 Stunden zu warten. Unterirdisch.

In Frankfurt ist es ein ewig langer Fußmarsch bis zum Gepackband. Ja, ich bin wieder in Deutschland: Der Gepäckwagen kostet 1€. Zur Strafe nehme ich die Amex zum bezahlen. Sollen Sie an den Gebühren verrecken.

Belibt die Frage: Deutsche Bahn? Ich prüfe Sixt und Avis. Nein, keine Alternative. Zu teuer. Also DB. Es klingt wie ausgedacht: Der nächste Zug fährt in 10 Minuten und hat 15 Minuten Verspätung. Ich kann also bequem zum Bahnsteig gehen. Leider ist eine Sitzplatzreservierung so kurzfristig nicht möglich. Verspätung, keine Sitzplätze 10 Minuten vor Abfahrt, ja ich bin zurück.

Zur Strafe für den Euro lasse ich den Gepackwagen an der Rolltreppe stehen. Dann kommt ein Zug. Auch nach Koblenz. 55 Minuten Verspätung. Warum nicht. Ein Zug ist so gut wie der nächste. Und meine Zug hat seine Verspätung noch ausgebaut.

Ich orientiere mich direkt in Richtung Bordrestaurant. Es ist perfekt: kein Bier mehr. Nur noch ein einziges alkoholfreises Weizen. Ich ordere eine Currywurst. Die ist noch vorhanden, aber keine Teller. Und so genieße ich C-Wurst, serviert in einem Pappkaffeebecher.

Ich bin berühmt für mein DB-Bashing, aber ganz ehrlich; die machen einem das auch wirklich einfach: Verspätungen, keine kurzfristigen Sitzplatzreservierungen, ein leergetrunkenes Bordrestaurant. Bravo.

In Koblenz schnappe ich mir ein Taxi. Auf die 20 Euro kommt es jetzt nicht mehr an. Morgen ist Montag. Die Arbeit geht wieder los. Japan 2016 ist offiziell zu Ende. Es bleibt, die Koffer auszupacken, den Blog zu komplettieren und die Fotos zu sortieren. Das hält mich bestimmt beschäftigt bis 2018.

Erkenntnis des Tages: Die Servicewüste Deutschland beginnt in Haneda am LH-Counter und die DB macht es einem wirklich einfach, sie nicht zu mögen.

Takamatsu; Zugfahrt

Der letzte volle Tag in Japan ist angebrochen. Morgen geht der Flieger nach Deutschland. Nach endlosem „Alles wieder in den Koffer quetschen aus dem es ursprünglich kam“ nehme ich ein Taxi zum Bahnhof. Das nenne ich blödes Timing. Der Express ist gerade weg. Der nächste fährt in einer Stunde. Ein Local kommt nicht in Frage. Seit Bando gilt „Fear the WanMan“.

Der Express braucht 3 Stunden bis Takamatsu. Dort angekommen suche ich einen Coin Locker. Alle belegt, aber es gibt eine Gepäckaufbewahrung. Etwas teurer, aber egal.

Das erste was mir auffällt sind die Flaggen auf dem Platz vor dem Bahnhof.  Ist das nicht Ingress? Die Frage beantwortet sich von selbst, als eine Truppe Japaner, die offensicht dem Widerstand angehören, über den Platz laufen. Heute scheint ein Turnier zu laufen.

Da ich kein Handy dabei habe und mich die Roamingkosten eh umbringen würden, bleibe ich bei meinem Touristenplan. Erster Stop sind die Ruinen der Burg von Takamatsu. Die Mauern stehen noch und ein Eckturm. Der Rest ist ein netter kleiner Park. Und überall Japaner die aufs Handy starren. Ich vermute 80% Ingress, 19% Pokemon und 1% typisches japanisches Verhalten.

Durch die Einkaufsstraße geht es richtig Süden. Überall Menschen, die auf Handys starren. Und die ohne Handy können keine gerade Linie laufen. Was ist das mit Japanern? Die machen mehr spontane Spurwechsel als einer polnischer LKW-Fahrer.

Mt. Yashima ist etwas zu weit weg, also bleibt für heute nur noch Ritsurin Koen, der – so betont es der Reiseführer – nicht zu den 3 „most beautiful gardens“ gehört. Der Garten ist groß und der Garten hat definitiv ein paar schöne Szenen, aber an Kanazawa und Okayama kommt er nicht ran. Gut, Mito steckt er locker in die Tasche.

Auf dem langen Weg zurück zum Bahnhof stoppe ich für Sanuki Udon, eine Spezialität aus der Kagawa-Region. Hinweis: Sanuki verweist zum einen auf die Nudeln aus speziellem lokalem Weizen, als auch die in den Udonläden gepflegte Art der Selbstbedienung.

Theoretisch hätte ich noch etwas mehr als eine Stunde, wenn ich auf den letztmöglichen Zug pokere. Lieber nicht. Ich schnappe meine Koffer und buche den 17:10 Uhr Zug nach Okayama. Der Sitz im Shinkansen ist ebenfalls reserviert.

Der Zug rollt. Ich habe ein paar Minuten bis es über die Seto-Ohashi geht. Da kommt Sie in Sicht und dichter. Ok, brechen wir es runter: Im Prinzip ist es nichts anderes als ein 13 km langes Brückensystem. Ich bin 2004 zum ersten Mal über die Brücke gefahren. Herje, das ist 12 Jahre her.

Bei der Ankunft in Okayama wird es bereits dunkel. Es folgt der Abschnitt der der einzige Grund ist, warum sich der JRP auf dieser Reise überhaupt lohnt: der Shinkansen bis Tokyo, also Shinagawa. Ich musste gestern noch schnell ein Hotel buchen. Ich habe eines in Shinagawa gewählt. Hier hält der Shinkansen und morgen der Zug nach Haneda. Es gibt keinen Grund bis rein nach Tokyo zu fahren.

Der Shinkansen braucht 4 Stunden. Warum nicht genießen. Vorbei an Himeji. Die Burg ist hell erleuchtet. Dann kommt Kobe. Wir schwenken nach Shin-Osaka ein. Die Skyline von Umeda ist sichtbar. Am Horizont versuche ich Haruka300 zu finden. Eine halbe Stunde später sind wir in Kyoto. Dann verschwinden die Lichter der großen Städte. Fahrt durch die Nacht. Wir erreichen Nagoya. Die Hälfte der Shinkanstrecke ist geschafft.

 Es folgen Städte wo ich noch nie war: Hamamatsu und Shizuoka. Hm. Auf diesem Abschnitt bin ich 2014 sogar mit dem Nozomi gefahren. Shin-Yokohama. Hier war ich vor wenigen Wochen. Der nächste Stop ist dann schon Shinagawa. Auf den verbleibenden 19km lohnt sich das Beschleunigen kaum.

22:33 Uhr. Shinagawa. Mein JRP ist noch 1 Stunde und 27 Minunten gültig. Ich könnte nach dem Check-in noch mal nach Tokyo reinfahren. Aber dann müsste ich ein Auge auf den letzten Zug werfen. Ich bin raus aus dem Rennen.

Erkenntnis des Tages: Die Generation „Kopf unten“ exisitert wirklich; Dank Ingress und Pokemon.

Uchiko; Ozu

Dogo als Basis für Tagesausflüge hat einen Nachteil: Man muss erst quer durch Matsuyama, um den Zug zu kriegen. Das meint einen Vorlauf von mindestens 1 Stunde ab Ryokan.

Zum Glück fährt gleich ein Ltd. Express. Das halbiert die Fahrzeit auf unter eine halbe Stunde. In Uchiko habe ich entweder 2,5 oder 3,5 Stunden. Auf geht es. Erster Stop wird das Uchiko-za. Ein altes Kabuki-Theater wie in Kotohira. Dann geht es weiter zur ehemaligen Apotheke.

Ich liege gut in der Zeit. Es geht die Hauptstraße weiter entlang. Endlich; der Anfang der Straße mit den historischen Häusern. Der optische Eindruck von Uchiko bis hierher war doch eher ernüchternd. Obwohl mir die schwarz-rot-goldenen Werbebanner für ein Bierfest aufgefallen sind.

Viel los ist nicht in der Straße. Ein paar Geschäfte haben geöffnet. Irgendwie hatte ich mehr Touristen erwartet. Aber wer verirrt sich schon nach Shikoku? Der Straßenzug ist wirklich hübsch. Es geht vorbei an der Honhaga Residenz und der Omura Residenz. Am Ende gibt es eine kleine Brücke. Dahinter befindet sich der Koshoji mit seiner großen, liegenden Buddha-Statue.

So langsam sollte ich an den Rückweg denken. Nicht jedoch ohne einen Stop in der Kamihaga Residenz mit dem Wachsmuseum. Die Region erlangte durch die Herstellung von Wachs an Ansehen und Wohlstand (Die Zeiten sind lange her).

Jetzt muss ich mich beeilen. Etwa 2km Fußweg und 30 Minuten bis zur Abfahrt. Obwohl; das Timing ist erstaundlich gut. Ich gehe zügig aber nicht gehetzt und am Bahnhof habe ich 8 Minute bis zur Abfahrt.

Iyo-Ozu

Die Stadt ist auf den ersten Blick viel großer als Uchiko. Nach Karte sind es einige Kilometer bis zur Burg. Die Wahl fällt deshalb auf ein Taxi, das mich direkt bis zum Eingang fährt.

Ozu Castle ist klein und neu. Der Hauptturm und die beiden Wachtürme wurden erst 2004 neu aufgebaut. Anders andere Rekonstruktionen wurde alles mit traditioneller Zimmermannstechnik aus Holz aufgebaut. Es macht Spaß durch die kleine Anlage zu laufen und zu sehen, wie die Holzbalken nur mit Holzstiften verbunden wurden.

Von der Burg geht es zu Fuß quer durch die alten Straßen von Ozu. Die Altstadt wird zwar im Reiseführer erwähnt, aber ein Eyecatcher ist sie aus meiner Sicht nicht. Ziel ist die Villa Garyo Sanso.

Die Villa hat ein paar beeindruckende Features. Fotos im Haus sind nicht gestattet. Dafür aber vom Garten. Es ist kein aufgeräumter Zen-Garten. Die japanische Äesthetik ist hier im Detail: eine einzelne Blüte im quadratischen Loch eines Mühlsteins, die Teeehütte, die Steinlaterne.

Fast pünktlich um 17 Uhr bin ich mit der Besichtigung durch. Ich habe ein paar Japaner getroffen. Einer sagt mir, dass er mich schon an der Burg gesehen hat. Ich hätte meinen Regenschirm auffällig getragen. Er hat recht. Ich habe die Angewohnheit, Regenschirme und Co wie ein Bokken/Shinai zu tragen. Ich habe nie viel darüber nachgedacht. Es ist aber klar, dass so etwas in Japan auffällt.

Zurück zum Bahnhof laufe ich zu Fuß. Erst an der alten Stadtmauer entlang, dann über die Brücke und dann direkt zum Bahnhof. Meine Hoffnung war es, eine Resto oder ein Izakaya zu finden. Die Hoffnung bleibt unerfüllt. Ich kaufe daher etwas Proviant im Supermarkt. Die Straßen zeigen ein nüchternes Bild des aktuellen Japan. Viel Leerstand. Viele alte Häuser in schlechtem Zustand. Nicht nur Naruko im letzten Jahr, überall in Japan gibt es Beweise für Verfall.

Dogo Onsen

 Zurück in Dogo Onsen ist es wieder Yukata-Zeit. Heute besuche ich erst das Sento, dann geht weiter zum Honkan. Für heute habe ich mir Stufe 2 vorgenommen. Leider ist diese Etage ausverkauft. Somit buche ich die Luxusversion in Etage 3. Einzelumkleidezimmer mit Tee und japanischen Gebäck. Die erste Baderunde ist in einem anderen Bad als gestern. Das Wasser ist genauso heiß, aber ich habe es für mich alleine.

Nach einer halben Stunde von Ruhe und Entspannung gehe ich für eine Pause zurück in meinen privaten Raum. Von hier habe ich einen Blick auf die Straße vor dem Honkan. So läßt sich der Abend geneißen.

Es folgt eine Führung durch die inneren Räumlichkeiten. Es gibt sogar ein Bad, das nur für den Kaiser gebaut wurde und bis heute für ihn reserviert ist; dazu kaiserliche Gemächer mit einem eigenen Eingang.

Baderunde 2 ist ein Bad im Bad von gestern; nur mit dem Unterschied, dass ich die Treppe im hinteren Bereich benutzen darf. Alles in allem ist es teuer und es gibt ein Zeitlimit, aber die Zeit ist allemal ausreichend und das Erlebnis ist jeden Yen wert.

Erkenntnis des Tages: Die Resto- und Kombini-Dichte auf Shikoku ist nicht sehr hoch.


Nachtrag: Das Video rechts ist von „Only in Japan“. Er bekam eine spezielle Erlaubnis in dem Onsen zu drehen. Für mich ideal, da ich euch auf diesem Weg das innere zeigen kann.