Alle Beiträge von seidenpriester

Golden Week

Ich fliege zur Golden Week nach Japan. Das ist etwas, das man eigentlich nicht tun sollte. Hier kurz, was die Golden Week ist und was das bedeutet:

Der 28. April, sowie der der 03. und 05. Mai sind nationale Feiertage. Nach Definition ist auch der Tag zwischen zwei Feiertagen, also der 04. Mai, ein arbeitsfreier Tag und ist seit 2007 ebenfalls ein Feiertag. Hier die Liste:

  • 29. April: 昭和の日 (showa no hi; Shōwa-Tag)
  • 3. Mai: 憲法記念日 (kempo kinen-bi; Tag der Verfassung)
  • 4. Mai: みどりの日 (midori no hi;  Tag des Grünens)
  • 5. Mai: こどもの日 (kodomo no hi; Kindertag)

Mit einem minimalem Einsatz an Urlaubstagen kann hier also viel bewirkt werden. Und da Urlaubstage in Japan rar sind (in der Regel haben Japaner 10-14 Tage Jahresurlaub), nutzen viele die Chance, um zu reisen. Was dann passiert, ist vergleichbar mit Thanksgiving in den USA: Ganz Japan ist unterwegs und nichts geht mehr.

Ich bin 2008 und 2016 zum Anfang der Golden Week, als am Ende der Kirschblüte, zurück nach Deutschland geflogen. Die Züge waren überfüllt. Der Shinkansen war Tage im Voraus ausgebucht. Der Flughafen war am Limit: Der Checkin hat eine Stunde gedauert und die Warteschlange vor den Sicherheitskontrollen eine weitere Stunde. (Man sollte also mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein.)

In der Golden Week zu reisen ist der Wahnsinn: Hotel und gerade Onsen sind ausgebucht. Züge sind ausgebucht. Tempel, Schreine, Burgen und eigentlich alle Sehenswürdigkeiten sind überlaufen. Einziger Lichtblick ist nur, dass die Kirschblüte (bis auf Nord-Tohoku und  Hokkaido) vorbei ist und die Anzahl ausländischer Touristen etwas abnimmt.

Die Golden Week ist also die schlechteste Zeit für einen Japanurlaub. Und dieses Jahr ist es eine Super-Golden-Week. Der 27. und 28. April ist ein Wochenende direkt vor dem showa no hi. Die Golden Week hat also 9 Tage. Zudem ist die Krönung am 1. Mai. Der Tag könnte in diesem Jahr ein arbeitsfreier Tag sein.

An den Feiertagen sind natürlich viele Firmen, Büros und natürlich alle Behörden geschlossen; sowie auch viele Geschäfte und auch einzelne Restaurants. In traditionellen Ryokans kann der Koch unter Umständen frei haben. Das sollte man berücksichtigen.

Ach ja. Alle Banken haben geschlossen, was fast immer heißt, dass der Geldautomat abgeschaltet ist. Man sollte sich rechtzeitig mit genügend Bargeld eindecken. Seven-Eleven hat zwar seit ein paar Jahren eine eigene Bank und damit eigene Geldautomaten, die internationale Kreditkarten akzeptieren (normale Geldautomaten tun das nämlich nicht), aber so einen seven-eleven muss man erst einmal finden (in Kurokawa ist zum Beispiel kein einziger). Ich weiß auch nicht, ob diese Automaten auch in der Golden Week online sind bzw. am Ende der Golden Week genug Geld im Tank haben. Ich werde es testen und berichten.

Die Golden Week ist die schlechteste Zeit für einen Japanurlaub.

Daher werde ich meine Reiseziele auf Tokyo (z.B. Shibamata und Nakano) und Umgebung beschränken. Ich habe es noch nie nach Enoshima geschafft. Yokohama hat auch Tempel und Parks, die ich noch nie gesehen habe, weil ich immer nur nachts in Minatomirai war. Vielleicht mache ich einen zweiten Anlauf für die Aqualine und den Nihonji, dann aber mit der Fähre zurück. Nikko könnte man auch mal wieder, oder doch Mitake?

Japan 2019 !!!

Lange habe ich überlegt, ob ich diese 2019 nach Japan fliegen soll. Wann hat man schon die Chance die Krönung eines neuen janischen Kaisers zu erleben. Ich fliege aber nur, wenn der Flugpreis in Ordnung ist.

Ich hatte am Mittwoch schon mal ein paar Stichproben abgefragt. Die Vorgaben war sehr offen: In Kw 17 (nach Ostern) hin und in Kw 19 zurück, Zielflughafen Narita oder Haneda. Startflughafen Frankfurt oder Düsseldorf. Dabei ergab sich folgendes Bild:

  • Air China ab 550€ an eigentlich jeder Tagekombination. Aber über China fliegen? Teilweise mit mehrstündigem Aufenthalt?
  • KLM/Air France  ab 600 €, aber ich fliege nicht über CDG (Charles de Gaulle, Paris). Und auch Schiphol liegt in die falsche Richtung und hat einen 13-Stunden-Flug zur Folge.
  • LOT über Warschau ab 630 €. Aber Warschau und LOT haben nicht den besten Ruf bei Anschlussflügen, ist aber eine Option.
  • Finnair/JAL gibt es an manchen Tagen für 715 €. Nach meiner letzten Reise sind Finnair und Havaanta (Helsinki) etwas in meinem Anssehen gesunken, aber 2+10 Stunden sind echt ein Argument.

Günstig fliegen? Mit LOT ? Doch den Umweg über Schiphol oder sogar CDG? Oder teuer mit Finnair dafür aber flugzeitoptimiert? Ich bin mir uneins. Der Unterschied sind fast 200€.

Am Freitag saß ich nun nach Feierabend im „Mutties“ auf ein Bier und stöberte noch einmal nach Flügen. Das Bild vom Mittwoch bestätigt sich.

Da, ein Flug mit KLM, beide Richtungen über Schiphol: 670 €. Der war vorgestern noch nicht in der Liste. Und dann das: Direktflug, Frankfurt – Haneda, ANA, 610 €. WOW. Lese ich das richtig? Ich prüfe die Daten. Es stimmt und die Abflugzeiten sind auch akzeptabel. Vorgestern war der Flug nicht gelistet. Ist der Preis evtl. nur heute gültig? Mein Gehirn fängt an zu rattern. Buchen? Sofort? Erst das Kleingedruckte lesen!

Jetzt erst einmal nach Hause. Heute ist Übungsdienst bei der Feuerwehr. Um 22 Uhr bin ich aus der Dusche raus und am Rechner.

Ich rufe opodo auf und prüfe alle An-/Abreisekombinationen und finde für 7 Kombinationen Direktflüge mit ANA.

Jetzt das Kleingedruckte: Der Preis gilt nur mit der opodo Mastercard. Sonst kommen 60€ dazu, und bei Nutzung meiner Amex Platinum noch mehr. Aber ich will die Amex nutzen, da sie eine Reiserücktrittsversicherung beinhaltet. Mal schauen was fluege.de sagt. 620€ und wieder im Kleingedruckten, dass der Preis nur mit einer fluege.de Mastercard gilt. Sonst kommen 60€ hinzu. Nein.

Ich rufe die ANA-Seite auf. Hier gibt es den Flug für 625 €. Das ist doch mal ein Wort. Schnell das Kleingedruckte: Dieser Tarif, und das sagt einem Opodo eben nicht, kann nicht storniert werden, kann nicht umgebucht werden und ein Upgrade ist auch nicht möglich. Und jetzt der Vorteil von ANA: 2 Gepäckstücke (Hallo, Souvenirs), Sitzplatzreservierung und automatischer Check-in.

Jetzt also nur noch die Frage, ob ich wirklich … KLICK: Der Flug ist gebucht! Das e-Ticket ist um 00:08 Uhr in meiner Inbox:

  • 27.04. 12:10  Frankfurt -> Haneda (06:35)
  • 10.05. 11:15  Haneda -> Frankfurt (16:25)

Ich fliege zur Krönung des neuen japanischen Kaisers nach Tokyo. Das wird ein Chaos werden.  — Ich fliege zur Golden Week nach Japan. Das wird ein Chaos werden.

Japan ist in der Whiskykrise

Meinen ersten japanischen Whisky habe ich 2004 bei meinem ersten Urlaub gekauft. Es war ein Suntory Royal 15 Jahre. Damals kannten nur Insider, dass es guten japanischen Whisky gibt. Selbst für mich war es auch nur ein Souvenir.

Irgendwann nach 2010 wurde japansicher Whisky immer bekannter. Neben Suntory und Nikka tauchten die Marken Akashi, Hombo Mars und viele weitere auf. Der Hype war 2014 in voller Fahrt. Japanische Whisky fingen gleichzeitig an, einen internationalen Preis nach dem dem nächsten einzusammeln.

2018 gab es die Quittung: Von den „Big Four“ der Single Malts (Yamazaki, Hakushu, Nikka, Miyagikyo) ist die 12-Jahre-Version ausverkauft. Die Lager sind leer! Es wird Jahre dauern, bis ein 12er wieder aufgelegt werden kann.

Das passiert wird BWLer das Konzept einer Regelstrecke mit Totzeit nicht kapiert haben: Wenn ich ein 2018 eine Million flaschen verkaufen will, muss ich bereits 2006 diese Menge (plus Verlust durch den Angle Share) in ein Lagerhaus schieben.

Vor kurzem gab es dann den nächsten Schock: Der Hibiki 17 Jahre, der Luxusblends mit dutzenden Auszeichnungen, wird eingestellt. Ich habe noch einen Rest in der Flasche. Lucky.

Aber es macht die Situation in den japanischen Whiskylagern deutlich. Suntory nimmer sein Flaggschiff aus dem Sortiment. Das ist so, als würde Mercedes die S-Klasse ersatzlos einstampfen oder Audi seinen A8.

Ich erwarte, dass die Preise auf Markt für alte Whisky durch die Decke gehen. Der Hibiki 17yr liegt jetzt schon bei 480€. Noch ist der Yamazaki 12yr bei 150€ in Deutschland. Es gab ihn vor zwei Jahren noch für knapp 100€. Mal sehen wo die Reise hingeht.

Yamanotesong muss umgeschrieben werden

Der Yamanotesong ist ein cooler Weg sich die Stationen der Yamanote-Linie zu merken. Leider muss der Song demnächst umgeschrieben werden. Es wird eine neue Station an der Yamanote zwischen Shinagawa und Tamachi geben.

Der Name der Station heißt: Takanawa Gateway. [LINK]

Der Name ist nicht unumstritten. Viele Japaner mögen ihn nicht und er war auch nicht der beliebteste Name in einer Umfrage. Die Gegend nörlich von Shinagawa hieß früher Takanawa. Und dieser Name war durchaus beliebt. Aber für die Olympischen Spiele soll dieser Bahnhof  für die Touristen auch ein „Gateway“ nach Tokyo werden. Ich finde den Namen doof; nicht nur, weil er nicht in die Melodie des Yamanoteliedes passt. Er ist einfach zu lang und sperrig.

Natürlich erfolgt die Einweihung noch vor den olypischen Spielen in 2020. Die Station wird mehere Etagen mit Shoppingmöglichkeiten haben. So wie ich das sehe ist es ein Novum an der Yamanote. Bisher gab es so große Gebäude immer nur an Knotenpunkten mit anderen Bahnlinien. An einfachen Stationen gab es sonst immer nur einen einfachen Ausgang.

Achja, wenn ich den Bericht richtig gelesen habe, wird die Keihin-Tohoku auch hier halten.