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Türchen 12 – Hindernisse

Von meine Planungen gibt es nichts neues zu berichten. Ich brauche einen Tag Auszeit. Das Thema Japan ist aber schnell zurück auf meinem Bildschirm. Um 9:24 geht der Alarm bei meinem Handy los. Erdbebenwarnung für Tokyo. Die Zahlen beunruhigen. Das Beben ist vor der Küste von Sendai. Und für Tokyo wird immer noch eine Stärke von 3 erwartet. Ich bin sofort online. Noch bevor ich die Erbebenseite erreiche sehe ich die Tsunamiwarnung. Evakuierugsalarm für die Bucht von Matsushima.

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Mein erster Gedanke: Nicht schon wieder. Das Epizentrum ist fast an der Stelle vom 11. März 2011. Der Tsunami rollt auf die Küste zu, die es damals erwischt hat. Ich beruhige mich mit folgenden Fakten: Meine Reise führt mich durch Kansai und Chubu, fernab der Pazifikküste. Ein Erdbeben der Stärke 7,3 könnte dennoch alle Pläne zu Nichte machen. Ich wechsele alle 2 Tage das Hotel. Keine Chance für eine Verschnaufpause oder eine Unterbrechung der Bahnstrecken. Ein echter Nachteil dieser Reise.

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Nebenbei: Es gibt mehr Schnee. Fast die gesamte erste Hälfte meiner Reiseroute hat 20cm Schnee. So soll das sein. Tsunagi ist noch schneefrei. Bleibt nur zu hofffen, daß der Trend anhält, das Wetter nicht übertreibt (der Norden Hokkaidos erreicht die 1m-Grenze) und Japan Rail besser ist als die Deutsche Bahn.

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Türchen 11 – Warten

Die Reiseroute ist festgelegt. Die Anfragen an die Ryokans in Osaka, Kiso und Kyoto sind raus. Der JRP ist bestellt und das Geld überwiesen. Jetzt heißt es warten, warten auf Antwort. Neues gibt es nicht zu berichten.

Bleibt Zeit um ein paar Zeilen zum späteren Japanblog zu geben. Wenn nichts dazwischen kommt, werde ich immer abends ein paar Zeilen schreiben und Bilder online stellen. Abends meint gegen 22 Uhr Ortszeit, 14 Uhr in Deutschland. Die Texte werden keinen Literaturpreis gewinnen. Die Bilder werden unbearbeitet bleiben. Den Feinschliff bekommt alles erst, wenn ich wieder in Deutschland bin. Ich will nicht vor dem PC sitzen. Ich will Japan erkunden.

Es wird ein paar „Ausfälle“ geben. In Ainokura/Shirakawa gibt es kein Internet. Mit etwas Glück habe ich Strom, aber nicht einmal das ist sicher. Das Haus, in dem ich übernachte, ist Teil des Weltkulturerbe. Es ist noch so wie vor 200 Jahren. Es hat keine Zentralheizung. Es kann gut sein, daß der Bericht mit ein paar Tagen Verzögerung ankommt. Der Stop nach Ainokura ist das Kisotal. Hier habe ich Strom aber nicht unbedingt Internetzugang. Den habe ich erst wieder in Tokyo 2 Tage später.

Ich warte übrigens auch auf Schnee. Die letzte Meldung aus Japan sehr ihr hier. In rot meine Reiseroute. Auf den Bergen liegt der erste Schnee. Hokkaido ist schon weiß. Asahikawa hat jetzt schon 1m Schnee (die beiden gelben Punkte).

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Ich bin gespannt, wie sich das in den nächsten Tagen ändern wird. Heute ging eine Unwetterwarnung für die gesamte Nordküste raus, mit Stichworten wie Storm Surge, High Waves, Gale and Snow und Thunderstorm. Dabei fällt mir ein, daß ich keine Reservetage eingeplant habe. Sonst war ich immer 3-4 Tage in einem Hotel, konnte bei Schlechtwetter umplanen. Dieses Mal bleibe ich im Schnitt 2 Nächte; Anreise, Tag vor Ort, Abreise. Bleibt also nur: abWARTEN.

WetterwarnungDie aktuelle Wettervorhersage findet ihr unter http://www.jma.go.jp/en/yoho/.

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Türchen 10 – Wechselkurs

Der Yen-Wechselkurs meint es nicht gut mir und auf der anderen Seite wieder doch. Es wird der schlimmste Wechselkurs seit Beginn meiner Japanreisen. Damit wird es eine der teuersten Reisen.

Yenkurs 14 Jahre

Hier der Yen-Euro-Kurs der letzten 14 Jahre. Niedrig ist in diesem Fall gut. Ich mache das immer am Beispiel eines 10.000yen-Hotelzimmer fest. Auf meiner ersten Reise waren es gut 75€. Auf meiner dritten Reise nur 60€. Entsprechend hochpreisige Hotels habe ich angesteuert, habe mir die Deluxe Suite gegönnt. Leider habe ich mich daran gewöhnt.

Bei meiner letzten Reise wurde es dann eng. Der Kurs war nach zwei heftigen Sprüngen (Mitte 2008 der Beginn der Bankenkrise und 2010 die Griechenlandpleite) bei 90:1. Wechselstuben hatten den Kurs 100:1 im Display. Ein Albtraum. 10.000yen waren nun 100€. Japan war teuer. Gegenüber 2008 war der Kurs um knapp 60% gestiegen.

Für Leute mit Sparbuch: In diesen 2 Jahren brachte ein Fremdwährungskonto 25% Rendite pro Jahr. Hätte man sein Geld bis heute (4 Jahre) liegen gelassen, käme man immer noch auf 12% pro Jahr. Das darf man gar nicht überlegen.

Yenkurs 6 Monate

Und dieses Mal ist es noch schlimmer. Vorbei die Zeiten der Spa & Resort Hotels. Gegenüber 2010 ist der Kurs weiter gestiegen, erreichte im Juli Werte um 107:1. Aber ich habe auch ein wenig Glück. Seit Juli fällt der Kurs langsam. Es sieht nicht groß aus, aber rechnerisch sind es etwa 10%. Bei einer 3000€-Reise spart das 300€. Die nehme ich mit.

Dennoch muß ich Gegenmaßnahmen treffen. Gerne hätte ich in Minkami übernachtet. Aber 24.000yen pro Nacht sind viel Geld. 240€. Mit dem 2008-Kurs wären es 144€ gewesen. Das hätte ich gemacht. Minakami ist das Onsen schlechthin. Es hat auch jetzt in den Fingern gekribbelt, aber 240€ sind einfach zu viel. Ich habe das Limit auf 7000yen gesetzt. Ich muß manchmal drüber, weil es in dieser Preisregion kein mehr Zimmer gibt. Und ich werde so spät wie möglich Bargeld tauschen. Jeder Tag kann hier ein paar Euro retten.

Wenn ich das überlege: Meine 2008er-Luxusreise kostete 4000€. Heute hätte ich 6400€ hinlegen müssen. Umgekehrt wäre meine jetzte 3000€-Kalkulation mit dem damaligen Kurs auf 1870€ geschrumpft. Einen Vorteil hat das Ganze. Es sind vermutlich weniger Gaijins unterwegs.

BTW … In zwei Wochen bin ich schon in Japan.

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Türchen 9 – JRP bestellt

Ich habe die Tabelle (ausgedruckt DIN2) mehrfach geprüft. Der 2-Wochen-Paß ist immer noch die günstigste Option. Hatte ich jetzt nicht erwaertet; nicht bei den ganzen nicht-JRP-Strecken. Der Vorteil ist gegenüber Einzeltickets ist mit 100€ vergleichsweise gering. Es ist mehr eine Luxusfrage, für mehr Sitzplatz, schnellere Strecken und spontane Planänderungen.

Wer sich übrigens über Japan und meine Reiseziele informieren will. Hier sind ein paar Links:

  • japan-guide – Ein informative Seite, die vor allem auch Busverbindungen listet, die bei bei Hyperdia fehlen. In meine Augen ist die Seite für manche Orte informativer als der Lonly Planet. Sie listet nur (!) 154 Orte. Das sind mehr als genug, selbst wenn man Orte zum nur Wandern oder Skifahren ausklammert.
  • JNTO – Die offizielle Tourismus-Info-Seite
  • JPRail – Eine Seite, die sich primär mit den Zügen in Japan beschäftigt. Hier hatte ich vor zwei Jahren viele Infos über den Hokutosei gesammelt. Aber auch sonst ist die Seite in Quelle für Infos über wie komme ich von A nach B.
  • wikitravel – Noch nie benutzt, sieht aber auch sehr informativ aus
  • Speziell für Toyama: www.info-toyama.com

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Türchen 8 – Geschlossen

Durch Zufall habe ich diese Seite gefunden: Visiting Japan During New Year. Ich wolte schon weiterklicken. Dann sah ich aber die Liste „Ist über Neujahr geschlossen“. Gut, daß ich doch rauf geschaut habe. Ich wollte vom Kiso-Tal mit Stop in Matsumoto nach Tokyo fahren. Die Burg ist geschlossen.Altermativen sind der Nagano oder Inuyama. Letzteres nur, wenn ich mich für den großen JRP entscheide. Morgen weiß ich mehr.

Der Fischmarkt ist bis einschließlich 4. Janaur zu. Die Info ist viel wichtiger. Der Markt stand am 2. Januar auf der Liste. Ich wollte um 4 Uhr aufstehen. Das hätte richtig schlechte Laune erzeugt. Ich muß das auf den 6./7. Januar schieben. Der Fischmarkt ist in der Nähe von Shimbashi. Also auf halben Weg vom Hotel zu Tokyo Big Sight, wo die Parade stattfindet. Jetzt muß ich nur noch früh aufstehen.

Fast schon nebenbei wird erwähnt, daß viele Geschäfte und Restaurants bis zum 4. Januar zu haben. Das erklärt ganz nebenbei auch meine Probleme beim Buchen von Hotels kurz nach Neujahr. Tempel und Schreine sind hingegen auch am 1. Januar geöffnet. Zumindest ein Lichtblick.

Dabei wird mir bewußt, daß ich noch mal alle Zugverbindungen für genau den Tag der Reise prüfen sollte. Nicht, daß der einzige Zug am Tag nicht fährt oder 10 Minuten früher, weil es ein ungerader Samstag. Man weiß ja nie.

BTW: Für die Fahrpreise kann man google-maps relativ gut benutzen. Im Routenplaner gibt es die Option Auto, Bahn oder Fußgänger. Sehr praktisch. Um ganz sicher zu gehen, sollte man zusätzlich bei Hyperdia vorbeischauen. Genau das werde ich jetz tun.

Dämmerung

Ich habe noch einen Faktor bisher nicht eingeplant: Tageslicht. Wann wird es in Japan eigentlich dunkel? Als Physiker ist mir klar, daß Tokyo dicht am Äquator liegt. Die Tage sind im Sommer kürzer als in Deutschland. Im Winter entsprechend länger. Anders formuliert. Der Unterschied zwischen Sommer und Winter ist nicht so groß. Es wird länger hell sein als in Deutschland, aber nicht so lange wie bei meine bisherigen Reisen. Ist es viel und wird es meine Reisepläne beeinflussen?

Die obigen Grafiken hat mit Seite Kompf.de gebastelt. Sehr gutes Tool. Warum der späteste Sonnenaufgang nicht am gleichen Tag ist wie der frühste Sonnenuntergang, hat etwas mit der Zeitgleichung zu tun. Einen Physikvortrag spare ich mir. Für mich wichtig, ist das Fazit:

Sonst hatte ich immermein knapp 12,75 Stunden Tageslicht (5:15-18:00).
Dieses Mal habe knapp 3 Stunden weniger Tageslicht.

Abends werden mir die 1,5 Stunden fehlen. Das wird mich bei meinen Doppelziele (Asuka + Yoshino und Hikone + Eihei-ji) in ein Zeitproblem bringen. Für meinen Plan gilt: Um 17 Uhr ist das Licht aus. Ab 16 Uhr muß ich schon die ASA-Zahl an der Kamara noch oben stellen. Ich befürchte, ich muß früh aufstehen und schnell frühsücken.

Ein nächstes Problem sind die roten und dunkelblauen Bereiche. Die Dämmerung ist sehr schnell. Der rote Bereich bedeutet für Fotografen, ein Stativ geht noch. Ab magenta braucht man einen Blitz. Die Streifen sind echt schmal. Den Effekt hatte ich schon auf meine vorherigen Reisen bemerkt. Zack und dunkel isses. Die langen Dämmerung ist ein echter Lübecker Vorteil. Im Sommer Lübeck gibt es quasi keine richtige Nacht. Wer mal Ende Juni am Strand war, weiß, daß der Himmel selbst um 2 Uhr morgens noch blau ist und es am Horizont Dämmerungsfarben gibt. Ich hatte vor drei Jahren ein Foto in den LN.

Zudem sollte ich die Abfahrzeiten vor der Reise studieren. Ist vielleicht nicht vekehrt. Auf der ersten Riese hat mich eine schlechte Zugverbindung 3 Tage gekostet. Auf der zweiten Reise gab es auch Durststrecken durch dumm geplante Tagesausflüge. Bei meiner letzten Reise war ich schon gezwungen, die Zugvebindung zu prüfen. Aber auch nur, weil ich die Fährverbindung von Wakkanai nach Rishiri und Rebun auf die 2 Züge nach Wakkanai pro Tag koordinieren mußte.

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