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Türchen 22 – Klamotten

Heute ist Shopping angesagt. Auch wenn es weh tut. Winterjacke, plus Handschuhe und Funktionsunterwäsche. Dazu ein paar Wintersocken. 350€ wechseln den Besitzer. Aber auf der anderen Seite: Das ist die erste Winterjacke seit 2003.

Nächster Stop ist die TK. Der berühmte Auslandskrankenschein. Obwohl. Für Japan reicht der nicht. Man muß eine Auslandskrankenversicherung abschließen. 7,60€ im Jahr. Weiter geht es zu den Banken. Keine hat Yen. Und bei der Reisebank sind mir die Wechselkurse zu böse. Etwas Bargeld habe ich nocht. Grob 6000yen. Das sollte bis zum ersten Automaten reichen.

Dann geht es in die Apotheke. Ein Sammlung von Notfalltabletten kaufen. Paracetamol. Ibuprofen. Laporamid. Hüstensaft. Vitamine. Alles im sofort auf eine Erkältung reagieren zu können. Ich bin nicht zimperlich, aber dieser Urlaub ist schon riskanter als Tokyo im Sommer. Neben der allgemeinen Gefahr der Wintergrippe gibt es noch die Stops in Shirakawago und Kisodani (keine Heizung), viele Wanderungen im Schnee und zum Schluß die Onsen. Wenn man da nicht aufpaßt …

Nächster Stop ist die Webseite von KLM. Ich melde einen zweiten Koffer für die Rückreise an. Dann geht es los, den „Koffer“ zu kaufen. Es wird eher eine Tasche. Lang genug für Shinais, stabil genug für ein Fotostativ und weitere 15kg Souveniers.

Was noch? Den Bus reservieren. Der bis nach und von Shirakawa muß im Voraus gebucht werden. Ich warte bis kurz nach Mitternacht. Zeitverschiebung. Das Büro von Nohi ist erst ab 8 Uhr besetzt. Die Nummer ist schnell gewählt. Das „Hallo, meine Name ist …“ läuft problemlos. Soviel Japanisch kann ich. Die Frage, ob die Gegenseite Englisch spricht wird verneint. Autsch. Jetzt wird es kniffelig. Aber es geht. Nach ein paar Minuten habe ich halb Japanisch die Busfahrten am 27. und 28. Dezember gebucht. Hoffe ich zumindest. Ich habe zwei Reservierungsnummern. Ob das wirklich funktioniert hat, sehe ich erst am Busterminal. Restrisiko, wie der Atomphysiker sagt.

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Türchen 21 – Tokyoplan

Jetzt sind es nur noch drei Tage und ich habe immer noch keinen Plan für Tokyo. Zumindest keinen, der auch nur annährend so gut ausgearbeitet ist, wie diejenigen für all die anderen Orte. Ich lese mich durch den Lonely Planet und den Japan-Guide. Sieht so aus, als hätte ich alles außer den Museen durch. Es bleiben nur einzelne Ideen: die Tokyo Jissha, Kagurazaka (wurde im lp erwähnt). Der Skytree ist fertig. Aber soweit war ich schon vor Wochen.

So wie es aussieht bleibt genug Zeit für Maiden Cafes und vielleicht eine Führung durch Tokyo. Könnte witzig werden, sich unter die Japan-Novizen zu mischen.

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Türchen 20 – Kyotoplan

Nachdem ich nahezu alle Tage bis auf die Minute durchgeplant habe, steht heute der Planung für Kyoto an. Ich hatte schon gepostet, daß ich in Kyoto damals vieles ausgelassen oder auch übersehen habe. Geplant wird mit einer Mischung aus japan-guide — eine Seite, die ich immer mehr zu schätzen lerne — und meinem Lonely Planet. In der Tat gibt es viele Orte die mir fehlen.

Der Inari-Schrein und der Tokufu-ji stehen definitiv auf dem Plan. Sie sind südlich vom Bahnhof. Die Seite von Kyoto kenne ich gar nicht. Mit auf die Liste kommen auf, nach der Studie des Japan-guide, die alten Straßen von Higashiyama, Gion und Pontocho. Der Kiyomizudera, den ich eh besuchen wollte, liegt hier. Es ist also kein Umweg, sondern eine Ausweitung der bereits vorhandenen Idee.

Den Kokedera, den Moos-Tempel, muß ich von der Liste nehmen. Wie auch die Anlagen des Kaisern erfordert der Eintritt eine Anmeldung; eine schriftliche im Voraus. Dafür wird die Zeit zu knapp. Ich hatte den Punkt überlesen. Jetzt ist es zu spät. Damit halte ich eine Baustelle in Kyoto offen für meine nächste Reise. Im Sommer wird der Tempel mit seinen 120 Moossorten eh schöner.

Bleibt nur noch die Frage, wie ich in Gion an einen Abend mit ein paar Geishas komme. Es wird teuer, bleibt nur die Frage, ob es überhaupt möglich ist. Viele Chaya sind „members only“. Man muß jemanden kennen, der bereits Gast ist.

Dennoch, die bisherige Liste deckt gerade einmal 2/3 des Tages ab. Was tun mit dem Rest? Länger Frühstücken? Die beiden großen Tempel, die 2004 Baustellen waren? Oder Ginkaku und Kinkaku in aller Ruhe? Diese Entscheidung werde ich erst in Japan fällen. Vielleicht etwas Kabuki oder No? Gute Infos darüber gibt es in Kyoto.

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Türchen 19 – Planungsfehler

Ich gehe gerade den Plan durch. Speziell die Reiseroute für Asuka und Yoshino. Eigentlich ging es nur um die ideale Streckenführung in den Orten, muß aber feststellen, daß das nur für Yoshino klappt.  In Asuka liegen die beiden Tempel und der Schrein gar nicht in Asuka, sondern etwa 20km außerhalb und fast genausoweit auseinander.

Andere Bahnlinien sind zu benutzen. Tennoji ist nicht mehr der optimale Startpunkt. Das passiert, wenn der Plan zu gut paßt, daß jede Abweichung sofort Probleme macht. Ich fühle mich an die Vorlesung Optimierung erinnert. Es gibt ein Minimum, daß zwar nicht ganz optimal ist, aber relativ gelassen auf Abweichungen reagiert und eine Super-Minimum daneben, daß aber sofort alles andere als gut ist, wenn man vom geplanten Wert abweicht. Ich habe mit die Ableitungen nicht angeschaut.

Jetzt muß ich damit nicht leben. Irgendwie kriege ich das hin. Ich plane jetzt auch ein Taxi ein. Hasedera liegt fast (2km) an der Bahnstrecke. Der Tanzen-Schrein mitten im Wald. Von hier nach Asaka ist fast eine Weltreise, über eine Paßstraße mit dem Taxi aber in 10 Minuten zu schaffen. Der neue Plan: Geld in die Hand nehmen.

Eine weitere Baustelle klappt sich in Wakayama auf. Außer der Burg gibt es hier wenig zu sehen. Und die Burg soll nicht einmal so toll sein. Doch Kobe? Ich habe keine Lust darüber nachzudenken. Nicht jetzt. Zur Not werfe ich in KIX ein Münze. Immerhin lautet die Frage, links oder rechts lang.

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Türchen 18 – Klamotten

Die grobe Packliste steht. Naja, Packliste ist übertrieben. Es sieht mehr wie eine Einkaufsliste aus. Die Technik ist komplett; Tablet, Ladegeräte, Akkus, Kamera, alles vorhanden und startklar. Socken und T-Shirts ebenso. Aber Jacke, Pullover, Winterjacke, Funktionsunterwäsche, Mütze, Handschuhe. Fehlanzeige. Selbst warme Socke sind Mangelware. Ein Stück weit, kann ich auf meine Motorradausrüstung zurückgreifen. Aber die Sachen sind für einen anderen Zweck gebaut.

Jack Wolfskin und GlobeCamp sind gleich um die Ecke. Ein Laden mit kräftigem Schnaps auch. Den brauche ich nach dem Blick auf die Preisschilder. Thermosocken 40€. Funktionsunterwäsche 70€. Winterjacke 300€. Da hilft es auch nicht Preise zu vergleichen. Handschuhe und Hosen schaue ich mir schon gar nicht mehr an. Das Problem muß anders gelöst werden. Nur wie?

Ich verschiebe das Problem auf nächste Woche, kurz vor die Abreise. Wenn die Zeit drängt, ist eine Entscheidung schneller zur Hand. Über das Wochenende werde ich definitiv die hintersten Ecken meines Kleiderschrankes durchsuchen. Den Halswärmer fürs Motorrad habe ich schon gefunden. Eine Mütze für 10€ ist schnell gekauft. Dazu die alte Sturmhaube und die Torfrock-Mütze als Backup. Handschuhe muß ich mir kaufen. Aber ich brauche eh neue. Die fürs Motorrad bestehen nur noch aus DuctTape.

Bleibt Unterwäsche und Jacke. Als Hose nehme ich die Motorradhose; ohne Protektoren. Und der Rest … am Montag.

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