Archiv der Kategorie: 東京

Keine Region im eigentlichen Sinne. Tokyo gehört zu Kanto. Ich bezeichne also Tokyo aber gerne das Areal, das man schnell mit dem Zug von Ueno/Tokyo erreichen kann. Über „Was ist Tokyo?“ läßt sich streiten. Genau genommen ist es nur das Gebiet am Kaiserpalast. Die Präfektur ist ein weiter gefaßtes Tokyo. Das Ballungsgebiet Tokyo ist wiederum großer als die Präfektur. Bei mir fallen auch Yokohama und Chiba in die „Region Tokyo“. Kamakura und Hakone sind hingegen Kanto.

墨田川 .. Sumidagawa (der echte Arakawa) – II

Brücken am Sumidagawa

Lange Zeit wurde am Fluss keine einzige Brücke gebaut. Dafür war der Fluss mit seinen vielen Hochwassern zu unberechenbar. Brücken hätten alle paar Jahre neu gebaut werden müssen.1 Erst mit der Umleitung des Tone (und den damit verbundenen Änderungen an anderen Flüssen) änderte sich die Situation.

Ein weiterer Grund war die strategische Bedeutung des Flusses als Grenz- und Verteidigungslinie nach Osten: ohne Brücken hätten auch feindliche Truppen mit Fähren übersetzen müssen..

Bereits 1594 wurde die Senju-o-hashi fertiggestellt. Sie war eine Ausnahme, da sie Teil der Handelsstraße nach Norden war. 1659 folgte mit der Ryogoku-bashi die zweite Brücke am Fluss und die ersten im Herzen von Edo. 1693 folgte die Shin-ohashi und 1696 die Eitai-bashi. Dies waren die 4 berühmten Brücken am O-kawa.

Dabei blieb es eine lange Zeit. Weitere Brücken waren nicht geplant. Die nächste Brücke folgte erst knapp 100 Jahre später in 1774 mit der Azuma-bashi und dann weitere 100 Jahre später (1874) mit der Umaya-bashi. Zu beginn des 20. Jahrhunderts gab es also nur 6 Brücken. Der Rest des Transfes lief weiterhin mit Fähren.

Das Satellitenbild zeigt eindeutig, wie mächtig der heutige Ara-kawa ist, nicht zuletzt durch seine breiten Uferzonen, die als Überflutungsflächen dienen. Auch die anderen Flüssen heben sich deutlich vom grauen Beton der Stadt ab..

Mit Ausnahme der der Shirahigabashi (1914) im oberen Bereich des Flusses gab es erst als Teil des Wiederaufbauprogramms nach dem großen Kantobeben von 1923 einen Bauboom: Allein unterhalb der  Azumabashi wurden 4 Brücken ergänzt: Komagata-bashi (1927), Kuramae-bashi (1927), Kiyoso-bashi (1928) und Chuo-o-hashi (1924). Gleichzeitig wurde existierende Brücken erneuert und dabei auch verbreitert.

1937 folgte die Kachidokibashi. Ab den 1960er folgten dann neben den Brücken der Expressways auch die Tsukuda-o-hashi (1964), the traini bridge at Ryogoku (… sowie einige Brücken im oberen Bereich des Flusses). Die letzten Ergänzungen sind die Fußgängerbrücke Sakura-bashi (1985), die Suijino-bashi (1989), die Senju-Shioiri-bashi (2006) und Tsukiji-bashi (2018), die jetzt die letzte Brücke am Sumida-gawa ist, bevor er in die Tokyobucht mündet.

Brücken des südlichen Sumida (bis Azuma-bashi)

Dies ist der Abschnitt bis zur Aszuma-bashi, die man mit der Fähre unterquert (ist das ein Wort?). Eine genaue Beschreibung der einzelnen Brücken findet sich in nächsten Blogeinträgen. Die Jahresangaben sind (erste Brücke / aktuelle Brücke).

Hinweis: Wer sich fragt, warum so viele Brücken in ihrer aktuellen Version zwischen 1923 und 1931 gebaut wurde, den möchte ich daran erinnern, dass am 01.09.1923 das große Kanto-Erdbeben (関東大震災) Tokyo in Schutt und Asche gelegt hat (105.385 Tote).

墨田川の橋 .. Die Brücken des Sumida (#1 bis #5)

(1) .. Tsukiji-o-hashi .. 2018 (?) .. neueste Brücke am Sumidagawa
(2) .. 勝鬨橋 .. Kachidoki-bashi .. 1937 .. Klappbrücke
(3) .. 佃大橋 .. Tsukuda-o-hashi .. 1964
(4) .. 中央大橋 .. Chuo-o-hashi .. 1924 / 1993
(5) .. 永代橋 .. Eitai-bashi .. 1696 / 1924 .. dt. Designvorbild

墨田川の橋 .. Die Brücken des Sumida (#6 bis #10)

(6) .. 隅田川大橋 .. Sumidagawa-o-hashi .. 1979
(7) .. 清洲橋 .. Kiyoso-bashi .. 1928 .. Vorbild ist die Deutzbrücke in Köln
(8) .. 新大橋 .. Shin-o-hashi .. 1693 / 1976
(9) .. Brücke des Shuto Expressway No. 6
(
10) .. 両国橋 .. Ryogoku-bashi .. 1659 / 1932 .. zweite Brücke am Sumidagawa

墨田川の橋 .. Die Brücken des Sumida (#11 bis #15)

(11) .. 隅田川橋梁 .. .. Sumidagawa-kyouryou .. Eisenbahnviadukt .. 1932
(12) .. 蔵前橋 .. Kuramae-bashi .. 1927
(13) .. 厩橋 .. Umaya-bashi .. 1874 / 1929
(14) .. 駒形橋 .. Komagata-bashi .. 1927
(15) .. 吾妻橋 .. Azuma-bashi .. 1774 / 1923

Brücken des nördlichen Sumida (bis Azuma-bashi)

Die Einteilung von Süd und Nord ist von mir und orientiert sich am Fähranleger in Asakusa. Touristisch sollten man erst nach Brücke 18 stoppen, was bereits über die Hälfte aller Brücken am Fluss darstellt.

墨田川の橋 .. Die Brücken des Sumida (#16 – #20)

(16) .. 隅田川橋梁 .. Sumidagawa-kyouryou (Eisenbahnviadukt) .. 1931
(17) .. 言問橋 .. Kototoi-bashi .. 1928
(18) .. 桜橋 .. Sakura-bashi .. 1985
(19) .. 白鬚橋 .. Shirahige-bashi .. 1914 / 1931
(20) .. 水神大橋 .. Suijino-bashi .. 1989

墨田川の橋 .. Die Brücken des Sumida (#21 – #25)

(21) .. 千住汐入大橋 .. Senju-Shioiri-bashi .. 2006
(22) .. Eisenbahnbrücke .. JR-Joban-Line ; Tsukuba-Express
(23) .. 千住大橋 .. Senju-o-hashi .. 1594 / 1973
(24) .. Eisenbahnbrücke .. Keisei-Main-Line
(25) .. 尾竹橋 .. Otake-bashi .. 1934 / 1992

墨田川の橋 .. Die Brücken des Sumida (#26+)

(26) .. 尾久橋 .. Ogu-bashi .. 1968
(27) .. 小台橋 .. Odai-bashi .. 1933 / 1992
(28 ) .. C2-Expressway
(29) .. 豊島橋 .. Toshima-bashi .. 1925 / 2001
(30) .. 新豊橋 .. Shintoyo-bashi
(31)  .. 新田橋 .. Shinden-bashi
(32) .. 新神谷橋 .. Shinkamiya-bashi (Bundesstraße 318)

新岩淵水門 .. Shin-Iwabuchi Water Gate

Nördlich von der (32) kommt eine relativlange Zeit lang kein Brücke, bis man an die Stelle kommt, an welcher der Sumidagawa mit dem Arakawa verbunden ist. Das Sperrwerk zähle ich nicht als Brücke. Gleich dahinter kommen zwei Fußgängerbrücken. eine davon ist die Iwabuchi-bashi (岩渕橋). Hier höre ich auf zu zählen.

In google-maps geht der Sumidagawa noch weiter, aber soweit ich das erinnere ist es ab dem Sperrwerk (bzw. flussabwärts bis zum Sperrwerk) der Shingashi River.


Brücken von oben

Mit dem Sky Tree ideal positionert auf Höhe der Azuma-bashi, kann man nicht nur hinauf bis zum ersten Sumidabogen und damit bis zur Senju-Shioiri-bashi (21) schauen, sondern auch flussabwärts bis zur Tsukuda-o-hashi (3). Allerdings sieht man gerade die Azuma-bashi nur zum Teil, da sie durch Hochhäuser am Ostufer des Flusses verdeckt ist.


Stand: 24.04.2019

墨田川 .. Sumidagawa (der echte Arakawa) – I

Der Sumidagawa2. Er ist nur 23.5 km lang, aber bei Touristen der bebekannteste Fluss in Tokyo. Hier fahren die Boote zwischen Asakusa (Senso-ji), Hamarikyu-Teien und Odaiba sowie die nächtlichen Ausflugsboote Yatakabune.

Bauingenieure werden den Fluss lieben. Allein auf den 7 km zwischen Asakusa und Hamarikyu-Teien liegen 15 Brücken3. Jede Brücke hat einen anderen Bautyp, eine andere Farbe und eine eigene Geschichte, die teilweise nach Deutschland zeigt. Ich eine Flussfahrt nur empfehlen.

Und dennoch: Dieser Sumda-gawa existiert auf Karten erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Den Flusslauf gab es schon früher, aber nicht unter diesem Namen. Tokyo hat die nervige Angewohnheit Flüsse umzuleiten und umzubenennen.

Der Flusslauf des Sumida-gawa ist eigentlich der des Arakawa, von daher findet man ihn in alten Karten eingezeichnet. Der heutige Ara-kawa existierte früher nicht. Und auch der Ara-kawa in seiner damaligen Form war kein Original …

Ganz am Anfang …

Tokyo befindet sich im Süden der Kantoebene. Zur Ebene gehören diverse Hochflächen. Die Größte von ihnen ist die Musashino-Ebene die von Ome bis nach Yamanote4 「山の手reicht, wo sie an die Schwemmebenen von Arakawa grenzt.

Die Kantoebene ist von einem komplexen Flussnetz durchzogen, die im Norden und Westen entspringen und im Süden und Osten ins Meer bzw. die Tokyobucht münden. Die wichtigsten Flüsse sind (ohne die Endung -gawa): Tone, Watarase, Kinu, Kokai, Naka und Kuji im Norden sowie Ara, Sagami und Tama im Süden. Dabei ist zu beachten, dass Flüsse sich nicht nur vereinen, sondern auch teilen. (Das fördert nicht unbedingt die Übersicht.)

Das Flussbett des heutigen Sumida-gawa war das Gebiet, in dem die Flüsse Tone-gawa, Iruma-gawa und Ichi-kawa zusammenflossen und in die Tokyobucht mündeten. Das Ostufer auf Höhe der heutigen Shirakige-bashi und Suijin-bashi wurde Sumida genannt.5 Kurz vor der Tokyobucht teilten Sandbänke den Strom in mehrere Arme. Durch Versandung änderte sich die Lage des Hauptstroms über die Zeit mehrfach.

Zur Zeit der Tokugawa  …

Als Edo Anfang des 17. Jahrhunderts zur Hauptstadt aufstieg gab es mehrere Teilströme. Welcher der Läufe dem heutigen Sumida-gawa entspricht, kann nicht mehr nachvollzogen werden. Beachtlich waren aber die Anstrengungen, die unternommen wurden, um die Schwemmebene (was Shitamachi「下町werden sollte) unter Kontrolle zu bringen:

Bereits 1594 wurde der Aino-gawa vom Tone-gawa getrennt. 1629 wurde auch der Yokujuma-gawa durch einen Deich abgetrennt und der Ara-kawa6 in den Irumi-gawa umgeleitet.

1638 wurden die Wasser des Tone-gawa final umgeleitet, sodass sie heute bei Choshi in den Pazifik fließen. Vorausgegangen waren Umleitungen am Shin-kawa und Akahori-gawa in 1621 sowie eine Öffnung des Edo-gawa in 1635 zum Fluss, der der Tone werden soll.

Um diese Leistung in Relation zu setzen: Der Tone ist der zweitgrößte Fluss Japans. Er hat ein Einzugsgebiet von 16.840 km² und transportiert 256.000 Liter pro Sekunde. Die Arbeiten erfolgten 100 Jahre vor Erfindung der Dampfmaschine, zur Zeit, als in Europa der 30-Jährige Krieg tobte.

Der jetzt neue Arakawa floss nahe am Kaiserpalast vorbei in die Tokyobucht. Der Fluss trug auch den Namen O-kawa (großer Fluss).

Zusammenfassung: Der Tone-gawa floss ursprünglich in die Tokyobucht und der Ara-kawa mündete in den Tone-gawa. In der Edozeit wurde der Tone-gawa in den Pazifik umgeleitet und der Arakawa in das Flussbett des Irumi-gawa, der Teil des Tone-gawa-Systems war. Der Edogawa, der ebenfalls in dieTokyobucht mündet, zweigt seitdem vom Tone-gawa ab.

Ab der Meiji-Ära …

Nach der schweren Flut von 1910 wurde beschlossen einen Überlaufkanal für den Ara-kawa zu bauen, der zukünftig hohe Pegel nach starken Regenfällen  (z.B. während Taifunen) und damit Überflutungen im Zentrum Tokyos verhindern soll. Es wurde eine Sperrwerk bei Iwabuchi errichtet sowie ein knapp 20 km langer Kanal. Der Kanal wurde 1924 fertiggestellt.

Erst am 24. März 1965 erfolgt dann die letzte Umbenennung: Der Abflusskanal wurde zum Ara-kawa, und der parallele Flussabschnitt des Ara-kawa ab dem Sperrwerk wurde zum Sumida-gawa.

Wasserqualität

Noch im 19. Jahrhundert war der Sumida-gawa  reich an Fischen und eine Trinkwasserquelle für Tokyo. Zu dieser Zeit hingegen waren Europas Flüsse eine einzige Kloake. Das Jahr 1858 beispielsweise ging als „The Great Stink“ in die Londoner Geschichte ein.

Nach Ende von WWII ging es dann rapide bergab mit der Wasserqualität. Die Stadt, die Bevölkerung und auch die Industrie wuchs rasend schnell. Der Boom nach dem Krieg sorgte dafür, dass immer mehr Haushalts- und Industrieabwässer ungeklärt in den Fluss eingeleitet wurden. Der Sumida wurde zum Opfer des Aufschwung Tokyos zur Megacity.

1961 wurde sogar das berühmte Feuerwehr an der Ryogoku-bashi abgesagt. Der Gestank war zu groß. Zuvor fiel dieses Ereignis mit einer über 200-jährigen Tradition (verständlicherweise) nur im Krieg und nach dem großen Erdbeben von 1923  aus.

In den 60ern bestand das Flussufer aus hohen Schutzdämmen, die den Fluss von der Bevölkerung abschirmten. Die Dämme dienten vermutlich primär dem Hochwasserschutz, sie hielten aber auch den Gestand und den Anblick verborgen.

Es hat lange gedauert, bis der Fluss wieder akzeptabel roch und die Wasserqualität stieg. Erst 1988 wurden 90% der Abwässer Tokyos geklärt, und 100% wurden erst 1994 erreicht. Zu dieser Zeit waren auch strenge Regeln für Industrieabwässer in Kraft. Die Uferdämme waren zurückgebaut und der Fluss wieder ein Teil der Stadt.

Mit der Jahrtausendwende kehrten Wasserpflanzen, Fische und Vögel zurück in und an den Fluss. Kaum vorstellbar. 2006 bin ich zum ersten Mal auf Fluss gefahren. Ein Highlight, an das ich mich heute noch erinnere. Kaum vorstellbar, dass dies 20 Jahre zuvor nicht möglich gewesen wären und 40 Jahre zuvor gesundheitsgefährlich.

Rückflug und Sake

Gestern

Gestern war Thorlabs-Tag. Es ist nichts erwähnenswertes passiert. Wir waren feudal in einem Teppan-Restaurant essen. Diese Teppansache ist ein Re-Import aus den USA.In japanische Garküchen sitzt man gefühlt direkt in der Küche. Man kann dem Koch beim Zubereiten des Essens zuschauen. Dort haben japanische Köche einen auf Show gemacht und die Herdplatte direkt beim Kunden platziert (wie in einigen Okonomiyakiläden). Das war so erfoglreich, da man es nach Japan (re)importiert hat. / Yesterday was a Thorlabs Day. Nothing special happened. I was invited to very good Teppan-Restaurant. Funny story: Teppan is a re-import from the USA. In japanesse cookshops you are usually sitting right next to the kitchen. You can watch the cook preparing you meal. In the USA some japanese cooks created a whole show around it and move the hot plate in fornt of the customer (like in some okonomiyaki shops). Cooking and entertaiment. It was so successfull that it was (re)imported to Japan.

Die Speisen sind wie immer in Japan einmalig; eine Mischung aus Kochen und Design. Wie so oft will man es fotografieren, nicht essen. [Ich habe dem Futter eine Extraseite spendiert] Die Zutaten sind auf ein Minimun reduziert. Das gilt auch für die Gewürzen. Das Resultat ist ein feiner Geschmack, nicht so überladen wie in Deutschland und man schmeckt die jede Zutat einzelnd. Man muß die Zunge erst daran gewöhnen. Die ersten Tagen in Japan schmeckt alles etwas fad. Es fehlen einem die Geschmacksverstärker. Nach und nach gewöhnt man sich daran. Einziger Haken: Zurück in D gibt es dann eine Geschmacksüberdosis. / The menu was awesome. Design and Foos. You don’t want to eat it. You want to take pictures of it. The ingredients are minimized. Specially the spices. The result is a very fine taste. Every ingredient can has it’s own taste and you really can seperate them. Your tounge need a few days. The first days in Japan everything tasted a little bit like they forot the flavour. The drawback after a few week. Back in Germany you will suffer from a taste overdose because of all this artificial flavour enhancer.

Heute

Heute geht es zurück. Um 11 Uhr geht der Flieger. Das heißt: Um 9 Uhr in Narita sein, den Keisei Liner um kurz nach 8 Uhr, das Taxi um 7:30, aufstehen um … Das macht keinen Spaß. Die Koffer habe ich gestern schon gepackt. Ein letztes Frühstück „Spezial“ (Miso, Kaffee, Reis, Toast) und es geht los. / Today is the flight back home. It departs at 11am. Therefore I have to be in Narita Airport at 9am, get the train at 8am, order the taxi at 7:30am, and get up at … I hate if this times pop up at my schedule. The trolley is already packed. One last special breakfast (Miso, Rice, Coffe, Toast) and here I go.

Am Flughafen shoppe ich ein kleines Faß Sake. Ganz ohne diese bescheuerten Plastiktüten. Den Haken erfahre ich erst im Flugzeug: Auf dem Flug von Japan nach Europa ist das kein Problem, aber in Kopenhagen gilt das Flüssigkeitsverbot. Zum Glück habe ich auch Masu-Gefäße, diese kleinen Holzschachteln, gekauft. Und so genieße ich das Faß Sake auf dem Flug nach Kopenhagen. / At the airport I by a small sake barrell. Without the stupid plastic bag. That involves a problem that is told to me after boarding: I can bring along liquids, but I am not allowed to change the plan in Denmark. Lucky, that I also bought some masu boxes. So I drink the whole sake during the flight.

Der Flug selbst ist langweilig. der Flughafen Kopenhagen auch. So ist es, wenn man einen Urlaub mit Überdosis ein Eindrücken macht. Alles andere ist dann langweilig normal. Aber der Steward ist auf meiner Seite. Speziell nachdem ein Teil des Sake während Tuerbulenzen verloren ging. Er ersetzte ihn umgehend durch Whisky. Etwas Spaß habe ich noch, als ich in Lübeck ankomme und Björn Engholm das letzte Taxi wegschnappe. Pech gehabt. Ich hatte reserviert. Hehe. / The flight itself is boring. Maybe after this holiday, normal life itself is boring. But the steward is on my side. Specially during the turbulences, when I spilled my sake. He substituted it with whiskey. The last funny moment was in Lübeck when I took the last taxi and left Björn Engholm (former minister presidient) alone in the rain. Sorry dude, I reserved the cab.

Zu Hause das üblich:. Wohnung hochheizen, Strom wieder einschalten. Koffer auspacken, die nächsten Monate damit zubringen, die Bilder (über 18000 Stück / 47 GB) zu sortieren und bis 2010 durchhalten. / At home the usual: Turn on power, heat and water. Unpacking. An spending the next months on sorting all the pictures (18000pc / 47GB).  That will keep me busy until 2010.

Hakone und ein Tetrapack

Gestern

Gestern war wieder arbeiten angesagt. Eigentlich wollte ich auf dem Weg dorthin meine Rüstung von Kenbudo abholen. Aber, nachdem ich ein paar falsche Kurven genommen und glücklich vor dem Schop stehe, war geschlossen. Montag ist Ruhetag. Argh.

Am Abend ging es in ein Koreanisches Resto in Takadanobaba. Xuefeng und ich sollten Hide um 19:00 am Bahnhof treffen. Meine Kalkulation war: 5 min zur U-Bahn plus 5 bis zur Abfahrt, 5 Fahrt, 5 umsteigen, 5 warten, 5 fahrt. Oder kurz: 30 Minuten. Xuefeng war skeptisch, aber es hat sowas von exakt gepaßt. Ich muß zugeben, ich hatte selbst nicht wirklich daran geglaubt. Das einzige Hindernis war gleich am Anfang: Ich durch die Schranke (dank Suica) und Xuefeng weg. Er wollte mir ein Ticket kaufen am Automaten kaufen, hatte vergessen, daß ich die Suica habe.

Zusammen mit Hide ging es um ein paar Kurven in ein koreanisches Resto im 2F. Der erste Gang war nicht ganz mein Fall. An Schweinefüßen ist halt nicht viel dran. Der zweite Gang war Hot Pot. Oben drauf ein Hummer, der uns als Garthermometer diente: Ist er rot, ist es fertig geköchelt. Auch dieses Gericht traf ganz meine Linie, da es höllsich scharf war. Der Abend war sehr amüsant, zumal es einen Kontrollanruf von Xuefengs Frau gab.

Heute

Die letzte Chance für einen Ausflug. Hakone. Von Shinjuku fährt ein Zug der Keio-Linie direkt dorthin. Im nachhinein war es dämlich die Yamanote zu nehmen, fährt doch die Chuo in der halben Zeit. Ich habe diese Linie nie auf der Rechnung. Die Station Ochanomizu liegt halt gedanklich in die andere Richtung. Egal, jetzt stehe ich in Shinjuku und versuche mich durch das Meer an Schildern zur Keio vorzutasten. Der nächste Zug fährt in einer dreiviertel Stunde. Damit verliere ich zwar noch mehr Zeit, aber der Weg soll das Ziel sein. Als Proviant schoppe ich mir ein Sandwich, deutschen Schinken und französichen Rotwein (im Tetra-Pack).

Um 12:15 geht es los. Der Zug steuert durch unbekannte Ecken Tokyos. Die Bebauung wird weniger und weniger. Ich genieße meinen Proviant. 90 Minuten später sind wir in Hakone-Yumoto. Von hier geht es mit der „Zick-Zack“-Bahn weiter. Alles strömt auf die zwei Waggons zu. Nicht mit mir. Zu viel Streß. Der Schaffner ist verwirrt, als ich abwinke. Der Zug fährt ohne mich. In 20 Minuten fährt schon der nächste. Und diesen Zug habe ich fast für mich alleine. Der Zug fährt steil bergauf und dann beginnt „der Tanz“: Der Zug stoppt, muß seine Fahrtrichtung ändern. Er fährt den Berg quasi im zick-zack hinauf. Schaffner und Zugführer wechseln dafür die Seiten. Wenn sie sich auf halber Strecke begegnen, wird kurz salutiert. So geht das jetzt drei mal. Japaner.

Ab Gora geht es mit einer Art Zahnradbahn weiter nach Sounzan und von der mit der Seilbahn über das Tal nach Owakundani. Beim letzten Mal (2004), bin ich von Sounzan aus in die Berge gewandert und dann zusammen mit den Japaner irgendwie direkt in den dampfenden Felder von Owakudani rausgekommen. Ich laufe den Weg lang in die Felder. Was für eine Mondlandschaft. Die Vegatation ist karg. Überall steigt Dampf zwischen den Steinen empor. Es riecht nach Schwefel. Natürlich gibt es hier die berühmten Kuro Tamago (黒玉子), die schwarzen Eier, gekocht in den heißen Quellen. Der hohe Schwefelgehalt färbt die Eierschale schwarz. Und Hello Kitty darf nicht fehlen. Natürlich in einem schwarzen Ei.

Hinter den dampfenden Feldern geht der Blick die bewaldeten Berg hinauf. Der Schwefel kommt nicht bis dahin. Die Bäume sind grün. Hier muß es gewesen sein. Als ich 2004 zusammen mit den Japanern, den Berg hinunter bin, auf dem gesperrten Wanderweg quer durch diese Felder. Von dieser Seite sieht das noch riskanter aus als damals.

In Togendai ist das letzte Schiff nach Motohakone weg. Das hatte ich befürchtet. Ich bin heute morgen viel zu spät gestartet; also mit dem Bus zurück nach Hakone-Yumoto. Ich laufe etwas durch den Ort, finde eine Art Wanderkarte und eine Idee für den nächste Reise hierher: den „Hakone Highway“, die alte Handelstraße zwischen Kyoto und Edo.

Nach dem Abendessen geht es zurück nach Shinjuku. Zuerst wird die Skyline fotografieret und dann geht es nach Kabukiza, dem berühmten Amüsierdistrikt. Ich finde eine Kneipe mit Guinness. Im Barregal finde ich eine Flasche Jägermeister und … o Graus, Oldesloer Korn Ananas. Zurück geht es mit der Yamanote. Dieses mal unten rum über Meguro. Leider fährt der Zug nicht durch. Ich muß umsteigen. Die Yamanotestrecke bei Nacht ist irgendwie magisch anziehend.

Nezujinja und Azaleen

Der Abschluß in Tokyo beginnt mit einem vollem Programm. Nach Rücksprache mit der Dame von der Rezeption starte ich zum Nezujinja. Heute ist der ein Schreinfest anläßlich der Azaleenblüte. Ich war schon mal am 5. April hier, da war noch nichts mit Blüte. Jetzt soll das anders sein. Ich bin gespannt.

An der letzen Kurve vor dem Schrein geht es los. Ein Spielmannszug, bzw. die japanische Entsprechung der amerikanischen Version. Die Straße ist mit Girlanden geschmückt. Gleich am Eingang des Schreins die ersten Matsuri-Stände mit Essen. Der Weg ins Schreininnere ist schmal. Und dennoch ist er zu beiden Seiten mit Ständen bestückt. Genauso habe ich mir Schreinfeste vorgestellt. Erinnerungen an das Mozu Jinja Matsuri währtend meines ersten Urlaubs. Das Gedränge erinnert an den Weihnachtsmarkt, aber es geht besser voran. Auch hier scheint eine unsichtbare japanische Regel, den Besucherstrom zu optimieren.

Da ist der Inarischrein mit seinen vielen roten Torii. Der Hügel ist aber nicht grün, wie ich ihn verlassen habe. Er blüht in allen Farben. Soweit ich erfahre sind es knapp 3000 Azaleen von denen die Hälfte bereits blüht. Bei diesem Farbenmeer ist das eine glaubhafte Zahl. Oben auf dem Hügel steht ein kleine Hütte (wie immer). Vorbereitungen für eine Teezeremonie laufen. Der rote Schirm. Die Atmosphäre stimmt. Taikotrommeln im Hintergrund. Eine Gruppe zeigt ihr Können und zieht die Aufmerksamkeit der Touristen auf sich.

Ich lasse mich von der Stimmung treiben: Azaleen, Okonomiyaki, Trommeln, Takoyaki, Teezeremonie, … Von dem Treiben unbeeindruckt sonnen sich die Schildkröten im Teich. Dann stehe ich vor der Bühne des Schreins. Ich höre eine Shakuhachi. Die Musik wird festlich. Ein Drache tritt auf. Nach einem Tanz auf der Bühne begibt er sich nach unten zu den Zuschauern. Gegen eine Geldspende wird man gesegnet/werden böse Geister vertrieben? Die genaue Bedeutung habe ich nicht raus, aber der Drache „frißt“ das Geld, man verbeugt sich und der Drache vertreibt die Bösen Geister über einem. Alle scheinen zufrieden, bis den kleinen Chihuahua, dem das ganze nicht geheuer ist. Und die Erkenntnis: Mit Geld kann sogar Geister vertreiben.

14 Uhr. Jetzt war ich lange genug hier. Es ist Sonntag und der nächste Stop ist Harajuku (Cosplay-Bridge). Ich treffe auf die Mädels aus Frankfurt. Die sind immer noch in Tokyo. Weiter in den Yoyogi-Park. Das Venice Beach von Tokyo. Wie erwartet ist wieder alles vertreten: Musikbands, die sich selber promoten, Gaukler, Capoera-Kämpfer, die Tokyo-Rockabilies, … Einfach eine Bunte Mischung aus allem.

Mit Einbruch der Dämmerung zieht es mich weiter nach Roppongi Hill. Unten am Platz unterhalb des J-Wave-Studios, ist eine Show aufgebaut. Ein Märchen ohne Worte, nur mit Musik und Leuten, die auf Stangen balancieren. Schwer zu beschreiben, schaut euch die Bilder an. Nach der Show suche ich mir ein Resto. Das Essen und das Ambiente sind wie immer stylisch. Und es gibt hier eine Art Ritual. Der Wirt ruft etwas, jemand meldet sich und bekommt etwas serviert. Wirkt ein wenig, als würde die Küche hier die Reste unters Volk bringen. Bei der nächsten Runde melde ich mich. Die Aufmerksamkeit von Gästen und Personal ist mir gewiß. Ich habe keine Ahnung was ich gerade geordert habe. Irgendwas mit Fisch. Nicht ganz meine Welt aber eßbar. Dann ist Feierabend für heute. Morgen ist Montag und ich stehe wieder bei Thorlabs auf der Matte. Der Urlaub ist also vorbei.