Archiv der Kategorie: 東京

Keine Region im eigentlichen Sinne. Tokyo gehört zu Kanto. Ich bezeichne also Tokyo aber gerne das Areal, das man schnell mit dem Zug von Ueno/Tokyo erreichen kann. Über „Was ist Tokyo?“ läßt sich streiten. Genau genommen ist es nur das Gebiet am Kaiserpalast. Die Präfektur ist ein weiter gefaßtes Tokyo. Das Ballungsgebiet Tokyo ist wiederum großer als die Präfektur. Bei mir fallen auch Yokohama und Chiba in die „Region Tokyo“. Kamakura und Hakone sind hingegen Kanto.

Auftakt; Architektur

Nach der Passkontrolle wechsle ich in westlichen Kleidung. Mit Meindl-Schuhen komme ich einfach schneller durch Tokyo. Bei meinem Yukataplan hatte ich Laufstrecke zum Hotel vergessen. Es ist 7 Uhr und die Hitze ist unerträglich. 30 Grad und ernorme Luftfeuchte. Das Teleobjektiv war im Gepäckraum des Flugzeugs und ist noch kalt. Es beschlägt sofort. Fotos sind unmöglich. Das kann ja was werden. Denken löst bereits Schweißausbrüche aus.

Zuerst wird Haneda Airport erkundet. Hier steht ein Nachbau der Nihonbashi. Macht schon was her. Ich hatte die Brücke schon auf NHK World gsehen. Echtes Zypressenholz. Man riecht es. Der Rest vom Flughafen hat so früh noch nicht geöffnet.

Monorail und Yamanote bringen mich nach Okachimachi. Es folgt der Fußmarsch zum Yushima Tenmangu, um den lokalen Kami begrüßen. Außerdem ist der Weg über die Treppe einfacher als die nervige Steigung, die ich früher gegangen bin. Im Hotel werden die Koffer zwischengeparkt, und ich starte durch nach Asakusa. Ein paar Fotos vom Tempel müssen sein. Ich habe erstaunlicherweise kein einzige Foto vom Kaminarimon.

Eines der Ziele ist Marugoto Nippon: ein kleines Einkaufszentrum mit Dingen aus ganz Japan. Naja, zieht jetzt keinen Hering vom Teller. Nächster Punkt auf der Liste ist Kappabashi. Hier kann man Zubehör für Restaurants und Izakaya kaufen. Ideal für das „etwas andere“ Souvenir. Ich bin schon mehrfach an der Straße vorbeigelaufen ohne zu merken/wissen, dass es die Kappabashi ist. Ich hatte die nie auf dem Radar. Ich merke mir ein paar Läden und sichere mir schon mal ein paar Hera (箆, diese Spachtel für Okonomiaki).

Dann geht zurück zum Hotel. Checkin und kurze Pause. Ich muss duschen. Meinen Ansatz „ein Hemd pro Tag“ kann ich knicken. Die Hitze ist unglaublich. Laut Fernsehnachrichten zieht Taifun 10 unter Japan entlang, wird nach Norden drehen und Tokyo kreuzen; am 30.08.2016. Wenn mein Geburtstag ins Wasser fällt, dann wortwörtlich.

In Omotesando kaufe ich eine weitere Yukata. Meine ist etwas kurz/eingelaufen. In Japan ist die Länge akzeptabel, aber 2cm außerhalb meiner Konfortzone. Hier in Omotesande starte ich auch meine Design-Tour.

Omotesando ist die neue Ginza mit Edelläden wie Gucci, Boss und Versace. Aber es geht mir nicht um Klamotten. Die kann ich mir eh nicht leisten. Tokyo ist ein Mekka für Architekturfans. In der Omotesando (und auch an der Ginza) weiteifern die Nobelmarken auch im Gebäudedesign. Hugo Boss. Das Gebäude ist in Form an die Bäume angelehnt, die hier in der Omotesando stehen. Die Verschalung des Betons hat eine Holzmaserung in dem Beton hinterlassen.

Kenzo Tanges Olympiastadion als zeitloser Klassiker von 1964 steht in der Nähe. Ein Gebäude finde ich nicht. Da habe ich mich wohl auf der Karte vertan. Egal. Ich laufe weiter durch die kleinen verwinkelten Gassen von Aoyama. Auch das ist Tokyo. Plötzlich ist der Mori Tower zu sehen. Einfach so hinter dem Wohnhaus aufgetaucht. Ich bin schon in Roppongi.

Links, etwa 500m entfernt, sehe ich Midtown. Da war ich noch nicht. Fazit: Shopping ja. Sightseeing nein. Da hat Roppongi Hill optisch (architektonisch) mehr zu bieten. Gleich fängt die Dämmerung an und die kann schnell sein.

Das Resto unten im Hotel hat vor ein paar Jahren das Konzept und die Speisekarte gewechselt. Ich bestelle Soba mit Entenfleisch. Lecker. Nach dem Abendessen genehmige ich mir noch einen kurzen Abstecher durch Ueno. In Yukata geht es die Straße runter und an der Tankstelle nach links. Nicht nur an einer Eckkneipe gibt es positves Feedback für meine Kleidungswahl.

Durch einen Navigationsfehler lande ich (wieder einmal) in dieser ultrakleinen Whiskeybar; eigentlich wollte ich ins Tullys. Die Bar ist etwa 4m lang und 2m breit. In der Mitte verläuft über die ganze Länge der Tresen.  Man sitzt am Tresen und mit dem Rücken an der Wand. Die Bar existiert schon seit 45 Jahren und ich vermute es ist immer noch der gleiche Besitzer. Das Alter kommt hin.

Erkenntnisse des Tages: Es ist irre heiß. In Ueno hat sich viel verändert. Rund um das Hotel fehlen drei Hochhäuser und der McD am Keisei Bahnhof ist weg. Asakusa hat jetzt Fahrradwege und man sollte für den ersten Tag keine großen Pläne schmieden. Es gibt auch Konstanten wie den Teppich im Flur im Hotel Edoya und diese ulltrakleine Whiskeybar.

Plan für morgen: Tokyo Eki, Shopping, Tanzfest am Meiji Jingu, Koenji Awa Odori und die „ICUBATOR Science Bar“.

Mito

Heute Mito. Der letzte der drei berühmten Parks Japans. anfahrt mit dem „Fresh Express“. Weiter mit dem Bus. Der Park ist nicht das was ich erwartete. Kein japanischer Garten mit Teichen und Rasenflächen. Schnell steht fest, es ist der Amanohashidate der drei Parks (vergleiche 2012). Es gibt ein altes Haus auf dem Gelände. Schon sehenswert. Unter den lokalen Biersorten im Souvenirladen entdecke ich wieder ein Pale Ale. Das scheint hier in Japan echt der Renner zu sein.

Weg zurück laufe ich. Bus fährt erst in 30 Minuten. Stoppe unterwegs noch bei einem alten Samuraihaus.

Um 15 Uhr wieder in Tokyo. Auf zum Sumo. Bekomme tatsächlich noch eine Karte. Teuer. Egal. Riesenhalle unten eine kleiner Ring mit etwa 3m Durchmesser. Darüber eine Art Dach, die aussieht wie bei einem Shintoschrein. Der Ringrichter trägt einen teuren Kimono. Die Regel sind irgendwie zu japanisch. Erst gibt es eine lange zeremonielle Begrüßung. Angefangen mit dem breitbeinigen aufstampfen der Füße. Dann gehen die beiden wieder in ihre Ecke. Im nächsten Schritt folgt eine Begüßung in tieger Kampfstellung; und zurück in die Ecke. Das ganze nochmal. Jedes Mal, wenn die Ringer wieder in die Mitte gehen werfen sie Salz. Zwei Leute mit  Besen, fegen ununterbrochen den Ring. Die haben bisher mehr Einsatz gezeigt als die beiden Ringer. Dann der Kampf. Dauert, in der Regel nicht mal 5 Sekunden. Was für ein Aufwand. So geht es Kampf für Kampf.

Die Sumoringer sind schon dick. Einer der Kämpfer wiegt 198kg. Bei fast 2m Größe und einem breiten Kreuz verteilt sich die Masse aber auf eine Schrankwand von Sumoringer. Sie sind gelenkig und schnell. Selbst aus der Entfernung sieht man unter der Fettschichgt die Muskelpakete. Den Cholesterinwert möchte ich aber lieber nicht wissen.

Es ist 18:30. Was tun. Starte das Projekt Yamanote. Dann werden es halt Nachtaufnahmen. Nach 2 Stunden habe ich fast die Hälfte rum. Aber Shinjuku noch vor mir. Falscher Ausgang. Dauert bis ich den Haupteingang habe. An den nächsten Stationen vereinzelte Pausen für Speis und Trank. Nach 5 Stunden bin ich in Ueno. Noch ein Station. Geschafft. Ist schon anstrengend. Das war die Yamanote. Große Stationen, kleine Haltestellen. Meist zwei Seiten. Zur einen Seite hin das Nachtleben, zur anderen dunkle Hinterhofgassen.

Tokyo Reloaded 2

Tokyo Tag 2. Asakusa. Berühmter Tempel. Argh. Touristenalarm. Vor allem Chinesen. Weiter zum Sumidagawa, bevor die Reisegruppen dort ankommen. Mit dem Boot, vergleichsweise leer und entspannt, zum Hamarikyuteien. Immer noch ein cooler Blick mit den Hochhäusern im Hintergrund.

Gleich um die Kurve ist der Tsukij. Dumm nur, dass heute ein Feuertag ist. Keine Ahnung welcher, aber der Markt ist leer. Weiter zum Park bei Hamamatsucho. Brauche eine Karte der Metropolitain Parks, um den letzten fehlenden zu finden. Treffe auf einen deutschen. 21. Lebt auf eine Faust in Japan und hangelt sich von Job zu Job. Respekt. Den Mut hätte ich mit 21 nicht gehabt.

Reisen gemeinsam zum nächsten Park. Auch ein japanischer Garten. Nicht ganz so hübsch wie die ersten beiden. Nimmt bei mir Platz 4 hinter Rikugien ein.

Weiter zum Sumo. Ausverkauft. Schade. Was nun. Shinjuku. Das Mikoshi-Ding. Ist bei weitem nicht so groß wie das 2010 in Asaksa. Aber ganz nett. Treffe einen Dänen, der hier lebt. Hat das gleiche Problem wie ich. Seine Größe.

Auf zum Kabukiza. Ticket holen. Kein Problem. In einer Stunde beginnt der dritte Teil. Knapp genug Zeit für was zu essen. Nach dem Stück die Ginza rauf und mit der Bahn von Tokyo nach Akihabara.

(Ausflug in die Architektur Japans)

Tokyo Reloaded 1

Tokyo Tag 1. Heute auf den Tag genau vor 10 Jahren war ich zum ersten Mal in Tokyo unterwegs. Ich versuche die gleiche Strecke zu laufen. Start am Yushima Tenmangu, weiter durch den Uenopark nach Norden. Kurzer Stop am Kaneji (Neujahr 2012/13).

Verkehrt abgebogen. Das ist die Yamanote. Die darf ich nicht kreuzen. Zurück und querfeldein durch schmale Straßen im Zickzack (nicht ich, sondern die Straße) nach Nezu. Weiter zur Todai. Akamon. Berühmtes Hörsaalgebäude ist eingerüstet. 2014 scheint das Jahr der Renovierungen zu sein.

Tokyo Dome und der Freizeitpark. Japp. An die Straße erinnere ich mich. Bin schon 2004 hier falsch abgebogen. Weiter am Fluss entland nach Iidabashi. Kurzer Abstecher zum Yasukunischrein. Den hatte ich damals verpasst. Weiter am Fluss entlang … 2 Stationen dann dach mit der Chuo gefahren.

Shinjuku Gyoen ist gesperrt. Moskitos mit Dengigfiebererreger. Shinjuku. Rauf auf den Twin Tower. Sehe die anderen Aussichtspunte: Tokyo Tower, Moritower, Skytree; und einige aus Anime gekannte Gebäude.  Bahnhof von Shinjuku ist Baustelle. Große Baustelle. Egal was es wird, es wird mächtig. Die bauen den gesamten Bahnhof um. Nicht wie Stuttgart 21. Bahnhof meint hier Bahnhof und mehrere Hochhäuser, weitere  Bahnlinien, U-Bahnstationen und so weiter. Fast eine ganzer Stadtteil.

Weiter zum Meiji Jingu. Finde einen Platz mit Buden. Und ein Mikoshi. Aha. Schnell den Plan fotografiert. Morgen ist der große Umzug. Am Schrein vorbei nach Yoyogi. Auch gesperrt. Durch die Shoppingstraße von Harajuku. Rechts ab. Döner verputzt. Omotesando wieder runter. Kurz im Oriental Bazar eingekauft. Die Straße runter ist Shibuya. Die berühmte Krezung. Was für ein Chaos. Zurück zum Hotel. Das war im groben die Strecke von vor 10 Jahren.

Um 21 Uhr noch mal zurück nach Shinjuku. Fotos vom Twin Tower bei Nacht.

Iidabashi

or … what happened else today.

Now it is time to go back to the hotel. The monorail brought me up to Big Sigth, now go further to the terminal station Toyoso. All these island are new. The didn’t exist when I was here last time (2004). Even Big Sight wasn’t built back then. Crazy. 8 years ago this was part of Tokyo bay. Here in Toyoso I have to change into the subway. I asume that this streets were the coastline before. The houses are looking old. But before I start into the subway, I order myself a big bowl of ramen. I only forgot that I am still in uniform. This causes some irritation.

Iidabashi Gallery

Late in the afternoon I start to find the district called Iidabashi. The Lonely Planet mentioned it to be a point of interest in Tokyo. I don’t know why. This place is nothing special. There are two nice shrines here; an old one and a moder one. There are some side alleys. Ok, there are some more. It is like a maze. GPS would really be a benefit. And it is a residental area. Maybe that is what the LP meant by „an old part of Tokyo“. After several turns I am back at the main road, that is a pedestrial area until 6pm. It is the first I spot supermarket and a drugstore in Tokyo.

It is getting dark. Therefore I start towards the Sky tree. Maybe there are some waiting tickets left. Holidays are over and there may be less people. I get one and can pick up my ticket in 90 minutes. That gives me some time to pick up my tripod in the hotel. But again I underestimated the distances and the travel time in Tokyo. I arrive back at the tower a few minutes before my time is over. And in addition I get myself lost in the maze of floors and stairways. Not easy to find 5F. Even worse. They order me into the wrong queue. The first time I have to act like an American to correct it. Otherwise the waiting ticket is void.

Again I have to wait before I can buy the final ticket. 2000 yen. Pricy. And then there is some waiting again; in front of the elevator. There really are many tourists here. The elevator is going up with a speed of 23 miles/hour. This means 1968 ft/min or 3 floors/second.

This is a view. Tokyo at night. And there are no sky scraper or tall buildings around. Therefore it looks even higher. Tokyo is in every direction; up to the horizon. All these lights. There is an area with multi-story apartment buildings that have an access balcony. In front of every door is a light bulb. Are there are many light bulbs. To many to count. Behing each lamp is living at least one person. Wow.

There, between the tall buildings, is the Sumidagawa with all the bridges. The buildings get lower into the opposite direction. I see the curve of the river I only knew from google maps. Then this other river is the Arakawa. And this really long building. is this the building they built as a fire division wall? It is approximately a half mile long.

And then there is this darkness underneath the Sky Tree. The district Musashi is old and basically filled with small business and residential buildings. No skyscraper. Surrounded by the rest of Tokyo, it looks like a black hole. No doubt that the Sky Tree with its 10 story shopping mall will change this area of Tokyo forever.

Sky Tree Gallery

A second elevator brings my up to the 450m level. Another 100m of height. Crazy. Ok, I have to pay another 1000 yen, but is worth the trip. The elevator has a glass roof and the elevator shaft is illuminated. 100m in blue. Futuristic.

And the additional 100m really make a difference. The sightseeing platform is going slightly uphill. This is the helix a saw from below. It looks strange but is a great idea. The walk ends one level higher at an elevator that goes down to 350m. They seperate the ingoing and outgoing stream of people.

On my next trip I will visit again during daylight. I hope there are less people waiting then. And I will bring a polarisation filter to remove the reflex from the windows. I shall I return at night again. All these lights. They have a hypnotic effect on me. I am like a moth in a lamp store.

https://www.youtube.com/watch?v=o9rRWodzs4U

[deutsche Version]