{"id":7750,"date":"2009-02-13T11:28:00","date_gmt":"2009-02-13T10:28:00","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=7750"},"modified":"2017-01-30T23:04:01","modified_gmt":"2017-01-30T22:04:01","slug":"shogi-japanese-chess","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=7750","title":{"rendered":"Shogi &#8211; japanese chess"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Shogi ist, einfach formuliert, die japanische Variante des Schach. Wenn man Japaner nach Shogi fragt, dann sollte man sich Zeit nehmen. Die Antwort k\u00f6nnte l\u00e4nger sein. Shogi ist mehr als &#8222;nur&#8220; Schach. Wie Kendo ist es ein Teil der japanischen Kultur geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Teil von Shogi habe ich noch nicht ganz durchdrungen. Ich werde den Artikel irgendwann einmal erweitern m\u00fcssen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Shogi vs. westliches Schach<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erste, was auff\u00e4llt, ist das Brett. Es sind 9&#215;9 Felder, ganz leicht nicht quadratisch und alle Felder haben die gleiche Farbe. Die Steine sind auch alle einfarbig. Um zu wissen, welcher Stein welchen Spieler geh\u00f6rt, sind die Steine 5-eckig und flach. Die Spitze zeigt zum Gegner. Die Steine habe auch zwei Seiten mit unterschiedlicher Beschriftung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stellt sich die Frage, warum. Die Antwort liegt in den beiden gro\u00dfen Unterschieden zwischen Shogi und westlichem Schach:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(1) Steine k\u00f6nnen bef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erreicht ein Stein die gegnerische Endzone, kann er bef\u00f6rdert werden. Dadurch \u00e4ndern sich seine Zugm\u00f6glichkeiten. Ein einfacher Bauer wird zum General und damit sehr gef\u00e4hrlich, zumal er sich dann auch noch in den gegnerischen Reihen befindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(2) Geschlagene Steine bleiben im Spiel<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Schach ist eine geschlagene Figur aus dem Rennen. Sie ist weg. Nicht beim Shogi. Hier wird der Stein erobert. Er wird auch vom Spielfeld genommen, kann aber nach belieben wieder ins Spiel gebracht werden. Aus der Geschichte heraus kann man das so formulieren: Der Gefangene hatte die Wahl zu sterben oder die Seite zu wechslen. Die Spielsteine entscheiden sich f\u00fcr letzteres.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist eine ganz fiese Nummer. Beim Schach kann man die Z\u00fcge \u00fcber mehrere Runden planen, da alle Steine und ihre Zugm\u00f6glichkeiten bekannt sind. Daher sind Computer auch so gut. Mit den pl\u00f6tzlich wieder eingesetzten Steinen kommt eine Art Zufallskomponente hinzu, denn die Steine k\u00f6nnen irgendwo im Feld eingesetzt werden. Faktisch ist man, wenn der Gegner gefangen Steine hat, immer zwei Z\u00fcge von einem m\u00f6glichen Matt entfernt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Weitere\u00a0 Unterscheide<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kleine Details sind zu beachten, gerade wenn man vom Schach kommt. Wie der Bauer k\u00f6nnen das Pferd und die Lanze (eine Figur, die es beim Schach nicht gibt) nur nach vorne gehen. Sie sollte mit Bedacht vorr\u00fccken. Auch sonst sind die Bewegungen der Figuren stark reduziert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man hat nur einen Turm und einen L\u00e4ufer. Der Rest der Figuren kann immer nur ein Feld vorr\u00fccken. Eine Dame gibt es nicht. Fazit: Bei 16 Spielsteinen im Schach haben 5 die M\u00f6glichkeit gro\u00dfe Distanzen zur\u00fcckzulegen. Das sind fast 1\/3. Beim Shogi sind es nur ein L\u00e4ufer und ein Turm. 2 Steine von 20. Das sind 10%. Mit der Lanze, die nur gerade nach vorne St\u00fcrmen kann, lie\u00dfe sich die Statistik auf 20% erh\u00f6hen.\u00a0 Viel ist das immer noch nicht.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Strategien<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Spielstrategie \u00e4ndert sich durch die beiden obigen Regeln wesentlich. Jeder verlorene Spielstein, der jetzt dem Gegner zur Verf\u00fcgung steht, ist eine nicht zu untersch\u00e4tzende Gefahr. Jedes Shogi beginnt folglich damit, den K\u00f6nig zu sichern. Er wird formlich eingemauert in Spielsteine. <em>Man baut eine Burg.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man geht auch sehr langsam auf den Gegner zu. Gegen\u00fcber Schach kann es schon mal 15 oder mehr Z\u00fcge dauern, bevor der erste Schlagabtausch erfolgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Shogi lernen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man wird zuerst Schwierigkeiten haben, die Spielsteine zu identifizieren und sich an ihre Zugm\u00f6glichkeiten zu gew\u00f6hnen. F\u00fcr die ersten Spiele lohnt es sich, Bef\u00f6rderung und das Wiedereinsetzen der Steine auszulassen. Gerade wenn man vorher Schach gespielt hat, ist das eine gro\u00dfe Hilfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Phase sollte nicht zu lange dauern, denn gerade das Wiedereinsetzen von Spielsteinen ist ein wesentlicher Teil von Shogi. Er ver\u00e4ndert die Spieldynamik.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Mein Begegnung mit Shogi<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe Shogi zum ersten Mal im Anime <em>Ranma 1\/2<\/em> gesehen. Das muss so um 2002 gewesen sein. Internet gab es damals nicht so, wie ihr es heute kennt. Das war noch web 1.0. Aber ich war in der Lage mit die Regeln zu beschaffen. Geholfen hat ein Vortrag bei der DJG zu diesem Thema.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2004 bin ich zu meiner ersten Japanreise gestartet. Ohne Sprachkenntnisse und Plan. In Osaka habe ich dann \u00e4ltere Japaner getroffen, die Shogi spielten. Ich hatte kurz zugeschaut und wurde dann zu einem Spiel eingeladen. Sie waren recht erstaunt, da\u00df ich das Spiel und die Regeln halbwegs kannte. Wir haben dann einige Partien gespielt. Ich habe immer verloren. Aber es ist etwas passiert. Ich hatte \u00fcber Shogi einen Kontakt zu diesen Japanern hergestellt. Ich, der zu diesem Zeitpunkt kein einziges Wort japanisch konnte. Die Japaner konnten kein Wort Englisch. Aber es braucht keine Kommunikation. Das Spiel war Sprache und Grammatik genug.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welchen Gewinn habe ich daraus gezogen? Das w\u00e4re so die Frage eines Personalchefs oder Jemanden, der alles finanziell oder in Vorteilen bewertet. Und mit diesem Hintergedanken lautet die Antwort: keinen. Ich hat mich in keinster Weise vorangebracht. ABER: Ich bin um eine Erfahrung reicher und um eine sch\u00f6ne Urlaubserinnerung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und es reicht mir, wenn Japaner die Augenbraue hochziehen, wenn sie h\u00f6ren, da\u00df ich Shogi kenne. F\u00fcr Japaner scheint es eine Art Beweis zu sein, da\u00df ich mich nicht nur f\u00fcr Fotos von Tempeln und Schreinen interessiere, sondern auch f\u00fcr die Kultur; Die Alltagskultur; das was Japan ausmacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Shogi ist, einfach formuliert, die japanische Variante des Schach. Wenn man Japaner nach Shogi fragt, dann sollte man sich Zeit nehmen. Die Antwort k\u00f6nnte l\u00e4nger sein. Shogi ist mehr als &#8222;nur&#8220; Schach. Wie Kendo ist es ein Teil der japanischen Kultur geworden. 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