{"id":5191,"date":"2004-10-14T22:32:57","date_gmt":"2004-10-14T20:32:57","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=5191"},"modified":"2019-05-30T11:49:18","modified_gmt":"2019-05-30T10:49:18","slug":"asakusa-yushima-tenmangu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=5191","title":{"rendered":"Asakusa \/ Yushima Tenmangu"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Vor dem Fr\u00fchst\u00fcck schnell noch eine Runde outdoor Onsen. Heute geht es zur\u00fcck nach Tokyo, die allerletzte Chance nutze ich. Beim Fr\u00fchst\u00fcck dann der Wetterbericht. Taifun 23 ist auf dem Weg. Er wird am 18. Japan erreichen. Ich kann nur hoffen, da\u00df die Vorhersage falsch ist. Am 18. geht es zur\u00fcck nach Deutschland. Was ich gar nicht gebrauchen kann, ist ein stornierter Flug. Au\u00dferdem ist der Tag vor dem Taifun Regen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">9:45 Uhr erfolgt der check-out.\u00a0 Der Ryokanchef bringt mich noch zum Bahnhof. Der Zug rollt um 10:18 Uhr. Damit ist auch das vorletzte Kapitel (Narukoonsen) zu Ende. Es bleibt das Finale in Tokyo. In Furukawa dann der Wechsel in den Shinkansen. Dieses Mal bin ich echt froh einen Sitzplatz reserviert zu haben. Der Zug ist voll. Um 14:55 rollt der Zug in Ueno ein. Gem\u00e4\u00df der Ansage ist dies sogar die Endstation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich stehe wieder mitten im Chaos. Was f\u00fcr ein Kontrastprogramm nach der Ruhe und Abgeschiedenheit von Naruko. Die Shinkansengleise sind im Untergrund; im Erdgescho\u00df die normalen Bahnlinien. Einige Gleise sind im ersten Stock. Das mu\u00df die Yamanote sein. Dahin will ich nicht. Also den n\u00e4chstbesten Ausgang. Eine Mehrspurige Stra\u00dfe und ein Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fcckensystem wie ein Spinnennetzt dar\u00fcber gelegt. Und dar\u00fcber der Expressway, die Autobahn&#8230; japp, das ist Toyko<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bleibt nur noch die Frage nach der Richtung. Autobahn und Yamanote laufen in Nord-S\u00fcd-Richtung, dann m\u00fc\u00dfte rechts von mir der Ueno Park sein. Sicher bin ich mir aber nicht. Und mit dem Kamidana &#8230; ich nehe ein Taxi. Nach zwei Kurven sind wir in vertrauten Gebiet. Meine Baustelle. Aber wo will der Taxifahrer lang? Stimmt ja. Die Stra\u00dfe vor dem Hotel ist eine Einbahnstra\u00dfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">15:10 Uhr der check-in. Ich frage nach einem Shintoschrein f\u00fcr Kendo und verweise mit einer Handbewegung auf die Kiste mit dem Kamidana. Der Chef vom Ryokan greift zum Telefon: Kashima Jingu. Der liegt aber gut 2 Stunden au\u00dferhalb von Tokyo. Narita ist etwa auf der halben Strecke.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Yushima Tenmangu<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann bittet er mich zu folgen. Wir verlassen das Hotel. Die Stra\u00dfe weiter rauf und dann rechts. Nach 200m steht ein Schrein. Der Yushima Tenmangu. Es ist ein Gelehrtenschrein. Viele Studenten der ToDai kommen hierher, um f\u00fcr die Aufnahmepr\u00fcfung zu beten. Das Holz des Schreins ist ungew\u00f6hnlich hell. Er kauft eine Tafel und schenkt sie mir. Bin sprachlos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu gibt es einen kleinen Crashkurs: In die mitte kommt eine, ich nenne es mal Allround-Tafel. Mit ihr ist der Schrein sozusagen online. In die rechte T\u00fcr kommt die Tafel des Ortschreines und in die linke die Tafel des Schreins, der die Funktion hat. Ich habe keinen Ortsschrein. das ist normalerweise der Schrein, der am dichtesten an der Wohnung liegt. Bevor ich jetzt eine Karte hole und den westlichsten Schrein Japans suche, gehe ich ganz pragmatisch an die Sache ran: Meine erste \u00dcbernachtung und meine letzte sind im Hotel Edoya. Von daher kann man schon den Yushima Tenmangu als den dichtesten Schrein bezeichnen. Zudem gef\u00e4llt mir die Idee mit dem Gelehrtenschrein. Pa\u00dft zum Unidojo.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch bei der Kashima-Tafel hilft er mir. Zur\u00fcck im Hotel schreibt er einen Brief auf Japanisch. Darin bittet er, ein Tafel per Post zu schicken. Ich brauche nur meine Adresse und etwa 2000yen dazu packen und es von Deutschland aus zu veschicken. Mit so viel Hilfe habe ich nicht gerechnet.<\/p>\n<h3><strong>Asakusa<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist noch ein paar Stunden hell. Zeit f\u00fcr einen Zwischenstop w\u00e4re da gewesen. H\u00e4tte ich heute Nikko abhaken k\u00f6nnen? Dran vorbei gefahren bin ich. Jetzt ist es zu sp\u00e4t f\u00fcr solche Ideen. Aber Tokyo ist noch so unbekannt. Die Zeit kann man hier sehr gut verbringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf nach Asakusa. Es ist der gr\u00f6\u00dfte in bekannteste Tempel in Tokyo. Eines dieser Fotos, die stellvertretend f\u00fcr Tokyo stehen (\u00e4hnlich wie der Tokyo Tower). Unterhalb des Ueno Parks f\u00fchrt die Asakusadori nach Osten. Man mu\u00df nur kurz vor dem Flu\u00df abbiegen. Auf dem Weg dahin sehe ich viele kleine L\u00e4den, die buddhistische \u00c4ltare und Zubeh\u00f6r verkaufen. Ob die auch Shintosachen haben? Brauche gar nicht suchen. adf\u00fcr gibt es einen eigenen Laden. Ich kaufe einen Spiegel. Der geh\u00f6rt zu dei Pflichtuntensilien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stra\u00dfe, die zum Tempel abzweigt, habe ich fast \u00fcbersehen. Es ist eine &#8222;Ginza&#8220;. Souvenierl\u00e4den mit Essen und Touristentr\u00f6del. Nach Kamakura, Nara und Kyoto ist dies ein Tempel wie jeder andere. Dennoch: Er steht mitten in Tokyo. Ein gro\u00dfes Mon. Hier h\u00e4ngt ein riesiger Lampion. Das Foto kennt jeder. Das Hauptgeb\u00e4ude ist riesig. Auf halben Weg dorthin ein Becken mit hunderten brennenden R\u00e4uchst\u00e4bchen. Zudem eine 5-st\u00f6ckige Pagode. Und alles mitten in Tokyo.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Akihabara<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Electronic Town. Der Name kommt nicht von ungef\u00e4hr. Hier kann man alles kaufen was mit Strom l\u00e4uft: HiFi, Computer, Kameras, Handys, einfach alles. Gro\u00dfe Gesch\u00e4fte wie Big Camera haben bis zu 8 Stockwerke nur mit Elektronikkram. In den Nebenstra\u00dfen geht es zu wie auf einem Basar. Kleine H\u00e4ndler. Einer verkauft nur Kabel. Ein kleiner Laden nur f\u00fcr CDs und DVDs. In den Katakomben unter der Yamanote mu\u00df man den Kopf einziehen, aber hier ist es noch krautiger. Ein Tapeziertisch mit tausenden LEDs und Transistoren. Daben ein Laden f\u00fcr Spionagesachen. Minikameras in Brillen, Funkscanner und so&#8217;n Kram. Me\u00dfger\u00e4te. Oszilloskope. Der real gwordene Conrad-Katalog. Ein Mekka f\u00fcr Elektronikbastler. Ein Laden mit R\u00f6hren f\u00fcr HiFi-Verst\u00e4rker. Einfach irre.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Akihabara ist mehr als Elektronik. Mange und Anime sind hier ebenfalls pr\u00e4sent. Mangal\u00e4den \u00fcber 4 nein 5 Etagen. Auf der Stra\u00dfe stehen verkleidete Japenrinnenund machen Werbung vor Maiden-Cafes. Auch die gibt es in mehreren Extremen. In einigen bekommt man \u00fcberteuerten Kaffee von Japerinnen in Dienstm\u00e4dchen-Outfit serviert, die einen mit &#8222;my Master&#8220; begr\u00fc\u00dfen. Man bucht keinen Cafe, sondern ein Dienstm\u00e4dchen. F\u00fcr Frauen gibt es Butler-Cafes. Gleiches Konzept.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schritt in die Richtung Fetisch und BDSM ist ganz kurz. In anderen Cafes ist dieser Schritt sogar Teil des Konzeptes. Man mu\u00df aufpassen. Der \u00dcbergang ist flie\u00dfend. (Wie auch bei den Kneipen.) Ich nehme ein paar Flyer mit. Jetzt erst mal weiter durch diesen Stadtteil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu die ganzen Menschen. Nicht jeder ist f\u00fcr die Elektronik hier. Akihabara ist ein wichter Knotenpunkt im Bahnnetz von Tokyo. Es ist laut, bunt. Jeder Laden hat laute Musik und Werbung laufen. Es gibt hier sogar Marktschreier, die mit Megaphon vor dem Laden auf Angebote hinweisen. In der Nebenstra\u00dfe kann man Second Hand kaufen. Alles. Kameras. 286er. Alte Laptops und auch Mangas und Anime. Autoradios.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich mu\u00df hier raus. Es wird dunkel. Akihabara ist jetzt komplett erleuchtet. \u00dcberall blinkt und fackert es. Die Menschen. Der L\u00e4rm. Die Lichter. So mu\u00df ein LSD-Trip sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entspannter und ruhiger ist da das Abendessen beim Italiener. Danach ein Streifzug durch Ueno und \u00fcber die Baustelle. Hatte ich am Anfang der Reise das bunt erleuchtete Nachtleben von Uenno gelobt, verbla\u00dft es ein wenig, wenn man in Akihabara war. Trotzdem. Seine\u00a0 Wirkung verfehlt es nicht. Wie hei\u00dft es? Lichter der Gro\u00dfstadt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Baustelle hat sich entwickelt. Sie ist gr\u00f6\u00dfer geworden. Das Verkehrschaos hat sich gef\u00fchlt verdoppelt. Die Ordnung ist etwas gesunken, aber immer noch beachtlich. Das Verh\u00e4ltnis Arbeiter zu Sicherungsposten ist immer zu Gunsten der Sicherungsposten. Und ich habe immer noch keine Ahnung, was die hier bauen. Eines ist klar. Es ist unterirdisch. Bagger mit langen Greifarmen und Bohrer. Egal was es wird. Es wird gro\u00df.<\/p>\n<p><strong>Randnotiz:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Fazit: nichts besonderes, au\u00dfer das Geschenk vom Chef des Hotel Edoya.<\/li>\n<li>F\u00fcr Fahrten in den Norden Japans ist Ueno der bessere Bahnhof. Nicht alle Z\u00fcgen starten in Tokyo.<\/li>\n<li>Soweit ich das verstehe, ist Ginza ein Sammelbegriff, f\u00fcr Einkaufsstra\u00dfen ohne\u00a0 Autoverkehr; \u00e4hnlich unseren Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Viele Ginza sind \u00fcberdacht.<\/li>\n<li>Souvenierl\u00e4den bestehen immer zu mehr als 50% als Lebensmitteln.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor dem Fr\u00fchst\u00fcck schnell noch eine Runde outdoor Onsen. Heute geht es zur\u00fcck nach Tokyo, die allerletzte Chance nutze ich. Beim Fr\u00fchst\u00fcck dann der Wetterbericht. Taifun 23 ist auf dem Weg. Er wird am 18. Japan erreichen. Ich kann nur hoffen, da\u00df die Vorhersage falsch ist. Am 18. geht es zur\u00fcck nach Deutschland. 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