{"id":5180,"date":"2004-10-10T17:30:13","date_gmt":"2004-10-10T15:30:13","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=5180"},"modified":"2019-05-30T11:49:42","modified_gmt":"2019-05-30T10:49:42","slug":"shiga-kogen-shibuoyu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=5180","title":{"rendered":"Shiga Kogen \/ Terakoyayama"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Shiga Kogen<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf in die Berge. Wenn man schon in den japanischen Alpen ist, dann mu\u00df man einfach wandern. Ich komme zu Fu\u00df bis ans Ende von Shibu. Jetzt begint der Aufstieg. \u00dcber der Stra\u00dfe eine Temperaturanzeige. Hier unten 24 Grad, oben nur 17 Grad. Hab eine Jacke mit. Eine Busstation. 5 Minuten bis zum n\u00e4chsten Bus. Den nehme ich, spart das laufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am <strong>Biwaike<\/strong> steige ich aus. Ein h\u00fcbscher Bergsee. Auf der anderen Uferseite zeigen die ersten B\u00e4ume Herbstlaub. Gut, da\u00df ich hier ausgestiegen bin. Die Szene ist ein Foto wert. Ein Wanderweg f\u00fchrt halb um den See herum und dann durch den Wald nach Hasuike. Jeder Meter w\u00e4re ein Foto wert; mu\u00df mich zur\u00fcckhalten. Dann doch noch ein Motiv. Den Weg entlang sieht man helles gr\u00fcnes Laub und ein einziges, wirklich nur ein einziges knallrotes Blatt. Irre.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon jetzt ist der gestrige Regentag vergessen. Mit zwei Seilbahnen geht es rauf zum <strong>Higashitateyama<\/strong> (Mt. Higashitate), 2030m. Der erste Abschnitt ist eine 40-Mann-Gondel. Unten im Tag stehen H\u00e4user im europ. Desgin. Ich entdecke das Swiss Inn. Das Haus k\u00f6nnte genauso in Winterthur oder Zermatt stehen. Der zweite Abschnitt ist eine 2-Mann-Gondel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier beginnt meine Wanderung querfeldein. Einen Weg gibt es nicht. Nur ein Ziel. Der <strong>Terakoyayama<\/strong> (2125m). Im Hinterkopf die Info, da\u00df die letzte Gondel um 16:30 f\u00e4hrt. Viel zu fr\u00fch, aber das sind die Spielregeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Steigung nimmt zu. Ich kann den Winkel des Hangs schlecht sch\u00e4tzen, aber es d\u00fcrfte zwischen 80 und 100% Steigung sein. Die Strecke, die ich gehe ist im Winter eine Skipiste. Also kurz nachgedacht. Die fahren hier im Winter bergab, hier wo ich im Sommer schon Probleme beim bergauf habe. Unglaublich. Die sind irre. (Nachtrag: Das hier ist eine Profistrecke. Sie wurde bei den Winterspielen 1998 benutzt. Dennoch: Unglaublich)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Komme nur schwer voran. Ich verlasse die Abfahrtspiste. Der Weg zum Gipfel geht rechts weiter. Ich treffe auf eine japanisches Ehepaar. Wir haben das gleiche Ziel. Wir machen erst einmal gemeinsam Pause. Dann geht es durch den Wald. Gut Wald ist \u00fcbertrieben, aber hier stehen B\u00e4ume. Noch etwa 50 H\u00f6henmeter bis zum Gipfel. Stufen. War ja klar. Japan. Immer hat es Stufen. Und diese hier sind besonders fies. Zwei Holzpfl\u00f6cke sind in die Erde gerammt, zwei Holzbalken liegen quer dahinter. Das ganze mit Sand aufgef\u00fcllt. Fertig. Nur hat der Regen gestern (Taifunday) den Sand weggesp\u00fclt. Die Stufen sind ausgewaschen. Alles ist matschig, die Holzbalken na\u00df und rutschig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gipfel. Das Gipfelfoto. Ich \u00fcberlege weiter zum Iwasugeyama zu laufen (2295m). Aber schaffe ich das rechtzeitig zur\u00fcck zum Lift? Der R\u00fcckweg w\u00e4re bergab. Aber ich traue dem Ma\u00dfstab der Karte nicht. Nach Karte w\u00e4re es die gleiche Strecke noch einmal. Aber stimmt das? Was mu\u00df ich sehen. Wechselt das Wetter? Die Fernsicht ist nicht mehr so gut wie vor 20 Minuten. Und die Unterkante der Wolken kommt immer tiefer. Es ist eine merkw\u00fcrdige Stimmung. Wird es Regen geben? Die Japaner sind sich auch nicht sicher. Sie werden umdrehen. Vielleicht die bessere\u00a0 Idee. Ich folge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An der Gondelbahn trennen sich unsere Wege. Ich laufe r\u00fcber zum kleinenren Sommerlift. Die ist nichts f\u00fcr schwache nerven. Es gibt nur einen Sitz und keinen Sicherungsb\u00fcgel. Die Lehne ist, wenn \u00fcberhaupt, 10cm hoch. Die Sitzplatte der zweiten Bahn ist zudem eine Holzplatte im Ma\u00df 40&#215;40. In Deutschland undenkbar. Ich bin froh wieder festen Boden unter mir zu haben. Zwischen beiden Seilbahnen mache ich eine kleine Kaffeepause.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Golden bin ich um 16 Uhr zur\u00fcck in Hasuike. Das Wetter hat sich gehalten. In mir nagt die Frage, um ich es nicht doch zum Iwasugeyama geschafft h\u00e4tte, und: Was tun mit dem Rest des Tages? Pause f\u00fcr Soba. Dieses rot-wei\u00dfe Ding hei\u00dft Naruto und schmeckt nach Fisch. Was es ist,frage ich lieber nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich entdecke eine Handy-Ladestation. Die spinnen die Japaner. Man kann ich f\u00fcr ein paar Yen sein Handy aufladen. Es gibt sogar kleine Schlie\u00dff\u00e4cher. Das Handy l\u00e4dt, w\u00e4hrend man in den Bergen wandert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Bus geht ers zur\u00fcck nach Shibu (ist \u00fcbrigens das gleiche Kanji wie in Shibuya). Ein Regenbogen. Hier hat es geregnet. Ich laufe wieder durch Shibu und Andai. So weit ich verstanden habe, sind das zwei kleine D\u00f6rfer, die ineinander \u00fcbergehen. Soviel zur Verwirrung von vorgestern. Als ich durch die Altstadtlaufe, entschlie\u00dfe ich mich diese 9-Onsen-Tour zu machen. Schnell ins Ryokan und ein Handtuch kaufen. Um 18:10 Uhr bin ich wieder in Shibu. Meine Bewaffnung: Eine Yukata und zwei Handt\u00fccher.<\/p>\n<p><strong>Randnotiz:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Der Tag nach dem Taifun ist schon wieder sonnig.<\/li>\n<li>Ich traue dem Ma\u00df von japanischen Karten nicht mehr.<\/li>\n<li>Norden ist nicht immer oben, sondern irgendwo.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">(weiter im zweiten Teil &#8230;)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Shiga Kogen Auf in die Berge. Wenn man schon in den japanischen Alpen ist, dann mu\u00df man einfach wandern. Ich komme zu Fu\u00df bis ans Ende von Shibu. Jetzt begint der Aufstieg. \u00dcber der Stra\u00dfe eine Temperaturanzeige. Hier unten 24 Grad, oben nur 17 Grad. Hab eine Jacke mit. 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