{"id":5146,"date":"2004-10-08T23:50:06","date_gmt":"2004-10-08T21:50:06","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=5146"},"modified":"2019-05-30T11:49:50","modified_gmt":"2019-05-30T10:49:50","slug":"shiga-kogen-badende-affen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=5146","title":{"rendered":"badende Affen \/ Regen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es regnet. Aber in Yudanaka gibt es auch nichts zu sehen. Die Tour nach Nagano w\u00fcrde mich 2200 yen kosten. Das veschiebe ich gedanklich auf morgen. Heute wird also ein &#8222;lazy day&#8220;. der Ryokan-Betreiber informiert mich \u00fcber einen Monkey Park. Er w\u00fcrde mich auch dorthin fahren. Warum nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er fahtrt mich die Berge hinauf. Auf einem Parkplatz setzt ermich ab. Ich mu\u00df nur dem Waldweg folgen. Also los. Die Wanderung im Wald erholsam. Trotz oder gerade wegen dem Regen und der dadurch leicht getr\u00fcbten Gesamtstimmung. Der Weg gabelt sich. Kein Schild und gehe oben lang\/bergauf. Wenn das falsch war habe ich zumindest den Weg bergab als Belohnung.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>badende Affen<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Affenpark ist etwas ern\u00fcchternd. Ich wei\u00df nicht was ich erwartet habe. Ist ist im Wesentlichen eine H\u00fctte, wo man die Eintrittskarte kauft, und ein Holzweg. Am Ende des Weges sind zwei dampfende Wasserbecken (Onsen). Hier sitzen Affen und baden. Moment? Ist das etwa der im Reisef\u00fchrer zitierte Ort? Der mit dem Fotos der badenden Affen im Winter? Ich erg\u00e4nze schnell in meinen Gedanken Schnee. Japp. Das stimmt. Das hatte ich jetzt nicht geplant.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch der Park ist jetzt nicht unbedingt eine Reise wert. Au\u00dfer den Affen in Wasser gibt es nichts zu entdecken. Die Affen sind ziemlich aufdringlich, da sie Futter vermuten. Und \u00fcber allen h\u00e4ngt ein leichter Ammoniakgeruch. Klar. 20 bis 30 Affen. Irgendwie haben die ihr Katzenklo.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht zur\u00fcck ins Tal. Ich nehme einen anderen Weg auf der anderen Seite des Flusses. Genug Zeit habe ich ja. Der Regen hat etwas nachgelassen. Ich lande im Dorf Andai. Zumindest nach meiner Karte [Nachtrag: In Wahrheit ist es Shibu(oyu)]. Eine nette kleine Stadt. Gef\u00e4llt mir besser als Yudanaka. Es gibt viele kleine Badeh\u00e4user. Eine Nebenstra\u00dfe hat nur alte japanische H\u00e4user. Hier gibt es Kneipen und Souvenirl\u00e4den. Es ist herscht richtige Berfdorfatmosp\u00e4hre. Aber der Regen. Und unter 20 Grad haben wir bestimmt auch. Gut, da\u00df ich den Pullover mirtgenommen habe.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Regen<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich folge jetzt einer Stra\u00dfe, die auf den Berg rechts neben mir f\u00fchrt. Es sind Seilbahnen eingezeichnet. Ich sehe auch den ersten Turm der Bahn. So weit kann es nicht sein. Und ich habe ja Zeit. Aber der Weg zieht sich wie Kaugummi. Es geht bergauf. Nach etwa 5km gebe auf. Die Stra\u00dfe wird immer schmaler. Sie ist jetzt kauf mehr als ein Sandweg. Ich glaube ich bin vorhin verkehrt abgebogen. Ich stehe jetzt mitten im Wald. Der Regen wird st\u00e4rker. Auf dem Weg bilden sich kleine Rinnsale. Zu gerne w\u00fcrde ich wissen, ob ich noch richtig bin bzw. ob das Ziel hinter der n\u00e4chsten Kurve ist. Das habe ich schon zwei Mal gedacht und dann war hinter der Kurve noch eine Kurve. So auch dieses Wal. Ich kapituliere. Der Regen geht langsam durch die Klamotten. Zum Gl\u00fcck: Von nun an bergab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 15:45 bin ich wieder am Ryokan. Ein hei\u00dfes Bad ist jetzt genau das Richtige. Dieses Mal dusche ich hei\u00df vor und lasse zus\u00e4tzlich Kaltwasser in das Becken laufen. Hat mit der Ryokanbesitzer erlaubt. Jetzt halte ich es knapp 3 Minuten aus. Ich werte das als ersten Erfolg. ich stehe auf, k\u00fchle kurz ab. Dann eine weitere Runde. Nach einer Minute mu\u00df ich wieder aufstehen. Die Temperatur geht echt auf den Kreislauf. Trotzden, oder gerade deshalb, entspannt das Bad. Man darf einfach nichts tun. Selbst Denken ist anstrengend. Drau\u00dfen gie\u00dft es jetzt so richtig. Aber wirklich richtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich verfolge die Taifuninfos im Fernsehen. Morgen gegen 18 Uhr wird er Matsumoto \u00fcberqueren. Och ne. Bei K\u00fcstenkontakt werden 500 l pro Quadratmeter Regen erwartet. 500. In Worten f\u00fcnfhundert. Das ist den Jahresregenmenge in Schleswig-Holstein. Hier soll das binnen weniger Stunden runterkommen. Gut Nagano ist weit weg von der K\u00fcste. Aber soll ich morgen wirklich fahren oder das ab den Reisetag nach Naruko verlagern? Was ist aber dann mit dem Kamidana in Matsumoto. Oh. Matsumoto. Taifun. Nicht gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 21 Uhr kann ich mich vom Fernseher losrei\u00dfen. Dort lief ein Bericht \u00fcber 4 Japaner, die eine Chaostour durch Korea gemacht haben. Dieses Fernsehformat in Japan ist gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Fast alles ist quietschbunt oder schrill. Alles wird mit Untertiteln zugepflastert. Auch wenn ich nichts verstehe, ist die Show Spa\u00df pur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dinner wieder im Harleyladen. Ich probere ein Pizza. Was dann passiert, war nicht geplant: Der Wirt holt den Teig aus dem K\u00fchlschrank, teilt etwas davon ab. Er knetet und rollt. Dann werden Salat und Tomaten gewaschen. Der Salat wird Teil des Belags. Die Tomaten werden frisch zu Tomatenso\u00dfe verarbeitet. Und so geht es weiter. Ich hatte mehr erwartet, da\u00df alles schon irgendwie in kleinen Dosen vorbereitet im K\u00fchlschrank steht. Das hier wird die frischeste Pizza, die ich jemals essen durfte. Er holt die Pizza aus dem Ofen. 3 Schreiben Schinken auf die Pizza. Zur\u00fcck in den Ofen. Nach zwei Minuten wieder raus. Erst jetzt kommt ein rohes Ei dazu. Pizza japanisch. Ob das schmeckt? Im Hotel Edoya war das Ei als Dipp auch ok. Und hier &#8230; lecker. Extrem lecker. Als Getr\u00e4nk w\u00e4hle ich einen Cocktail: zu gleichen Teilen Contreau, Rum und Sahne. Auch lecker. Zusammen mit dem Gespr\u00e4ch, das sich aufbaut, eine Runde Sache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Randnotizen:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Fazit: Der Tag war unterdurchschnittlich. Ich schiebe es aufs Wetter.<\/li>\n<li>Am Tag vor dem Taifun regnet es. War bei 21 auch schon so.<\/li>\n<li>Ob am Tag nach dem Taifun die Sonne scheint?<\/li>\n<li>Der Hund im Eingang nervt mich wirklich.<\/li>\n<li>Das japansiche Fersehen ist sehr schrill, bunt und immer untertitelt oder \u00fcbertitelt. Teilweise sieht das Bild aus wie ein Manga.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es regnet. Aber in Yudanaka gibt es auch nichts zu sehen. Die Tour nach Nagano w\u00fcrde mich 2200 yen kosten. Das veschiebe ich gedanklich auf morgen. Heute wird also ein &#8222;lazy day&#8220;. der Ryokan-Betreiber informiert mich \u00fcber einen Monkey Park. Er w\u00fcrde mich auch dorthin fahren. Warum nicht. Er fahtrt mich die Berge hinauf. 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