{"id":5144,"date":"2004-10-07T21:45:02","date_gmt":"2004-10-07T19:45:02","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=5144"},"modified":"2019-05-30T11:49:55","modified_gmt":"2019-05-30T10:49:55","slug":"matsumoto-yudanaka","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=5144","title":{"rendered":"Matsumoto \/ Yudanaka"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Heute ist wieder ein Wechsel angesagt. Den Zwischenstop habe ich auf Matsumoto gelegt. Und fest steht, das Nakayajima war eine sehr gute Wahl. Die Lage in Kyoto optimal f\u00fcr die Besichtigungen. Jetzt geht es mit Gepack zum Bahnhof. Nach der Erfahrung vom Hinweg habe ich ein Taxi gerufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Shinkansen geht es bis nach Nagoya. Mittlerweile kenne ich den Bahnhof so gut, da\u00df ich ohne Schilder navigiere. Ein komisches Gef\u00fchl. Ich bin zum ersten Mal in Japan, zum dritten Mal am Bahnhof von Nagoya, und alles ist irgendwie vertraut. Dann geht es mit einem Local weiter nach Matsumoto. Die Landschaft zieht vorbei. Die Zeit wird lang. Auf der Karte ist die Strecke sichtbar, aber nicht der Geschwindigkeitsunterschied zum Shinkansen. Er wird einem jetzt richtig bewu\u00dft.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Matsumoto<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Bahnhof kommt das Gep\u00e4ck wieder in einen Locker. Die Burg <strong>Matsumoto-jo<\/strong> ist 1,5km entfernt.Ich schreite durch das Tor der Burgmauer. Massiv. Dahinter erblickt man sofort die schwarz, Burg, die zweite in dieser Farbe nach Okayama. Die Burg steht nach am Burggraben. Von der einen Position sieht es aus, als st\u00fcnde sie komplett im Wasser. Der Hauptturm ist flankiert von zwei Nebengeb\u00e4uden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Mal nehme ich mir Zeit f\u00fcr die Besichtigung. Im oberen Bereich sind japanische Feuerwaffen ausgestellt. Viele aus der Zeit vor der \u00d6ffnung des Landes. Es sind als Waffen, die in Japan entwickelt wurden, wenn auch auf der Grundlage von chinesischen und europ\u00e4ischen Modellen. Ich mu\u00df aber definitiv mehr zu dem Thema erfahren, wenn ich wieder in Deutschland bin.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Kamidana<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der n\u00e4chste Stop ist der <strong>Yohashira-Schrein<\/strong>. Hier sehe ich ein Kamidana. Drei T\u00fcren. Genauso wie ich es haben will. Ich frage im Priesterb\u00fcro nach. Die Sprachbarriere macht das Gespr\u00e4ch etwas kompliziert. Der Priester greift zum Telefonbuch, sucht etwas und f\u00e4ngt dann an zu telefonieren. Einfache Kamidana gibt es bei Hometown. So einer Art Mini-Obi in Japan. Das h\u00e4tte ich jetzt nicht erwartet. Ein Hausaltar aus dem Baumarkt. Aber, so verstehe, ist die Quelle des Kamidana nicht wichtig, nur die Schreintafeln, die im Kamidana platziert werden. Das Kamidana selbst ist nr Holz. Dieser Shintoismus ist schon sehr pragmatisch; und gewinnorientiert. Die Tafeln kosten schlie\u00dflich extra.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er versucht mir den Weg zuerkl\u00e4ren. Keine Chance. Nach der zweiten Kurve bin ich raus. In durch Zufall anwesende Japanerin bietet an, mich dorthin zu fahren. Was f\u00fcr ein Angebot. Nat\u00fcrlich nehe mich an. Im Hometown sehe ich sofort die Kamidana. Es gibt mehrere Modelle. Leider spricht der Verk\u00e4ufer kein Englisch. Er holt seinen Sohn. Uh, oh. Hier l\u00e4uft gerade wieder so eine Hilf-dem-Gaijin-Aktion wie in Oosaka. Ich mu\u00df aufpassen, da\u00df das nicht eskaliert. 10000 yen. Ein Schn\u00e4ppchen. Und sehr leicht. Der k\u00f6nnte bei der Post f\u00fcr 4000 yen auf Reisen gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt f\u00e4llt mir der Haken ein. Am Bahnhof habe ich mein Gep\u00e4ck. Das kriege ich gar nicht koordiniert. Ich mu\u00df also noch mal wiederkommen. Morgen beginnt das Soba-Fest. daher \u00fcberlege ich eh, ob ich am Nagano-Tag einen schnellen Abstecher mache. Ich sage dem Sohn, da\u00df ich morgen oder \u00fcbermorgen wiederkomme, da ich das mit der Post erst sicher wissen will. Der n\u00e4chste Stop ist dann auch die Post. Dabei laufe ich durch eine Ecke von Matsumoto, in die sich ken Tourist verirrt. Wenn ich die Wohnungen hier sehe, k\u00f6nnte ich mir schon vorstellen, hier zu wohnen. Bei der Post gibt es gr\u00fcnes Licht bei Gr\u00f6\u00dfe und Gewicht. Perfekt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Nagano<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist schon 17 Uhr und ich mu\u00df auch noch einmal umsteigen. Ich erwische na\u00fctrlich den Local, der an jeder Milchkanne h\u00e4lt. Als ich in Nagano ankomme, ist es schon dunkel. Ich erfahre, da\u00df JR gar nicht nach Yudanaka f\u00e4hrt. Das ist eine andere Bahnlinie. Dentetsu. Damit ist auch der JRP ung\u00fcltig. Ich mu\u00df zahlen. Mist. Also raus auf den Vorplatz. Ich sehe das Schild der anderen Bahnlinie. Sie ist gleich neben dem Eingang. Es geht Stufen runter. Ist das eine U-Bahn? Unten zwei Feststellungen: 1130yen Fahrpreis und der Zug rollt gerade ab. Ein Stunde Wartezeit bis zum n\u00e4chsten. Oben war eine Gark\u00fcche. Also wieder rauf. Ich bestelle Soba. Sehr lecker und verdammt gut gew\u00fcrzt. Ich habe wieder das Gef\u00fchl, da\u00df ich der erste Ausl\u00e4nder in diesem Laden bin. Also ich reinkomme, drehten sich alle Anwesenden verwundert zu mir um.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann startet mein Zug nach Yudanaka. Die Waggons sind nicht anders als bei der JR. Die Fahrt wird eine weitere Stunde dauern. Wenn ich das alles zusammenrechne, wird Suzuka sehr unwahrscheinlich. Obwohl. Von Nagano f\u00e4hrt ein Shinkansen nach Tokyo. Aber es sind wohl summiert immer noch vier Stunden. Aber es ist Suzuka und ich habe die Telefonnummer. Hmm. Eine endg\u00fcltige Entscheidung ist noch nicht gefallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Zug f\u00e4hrt jetzt \u00fcberirdisch. Nur der Bahnhof war im Keller. Es geht in die Berge. Man sieht von hier oben kurz auf den Rand Nagano. Durch die Zugfahrt in Dunkelheit entr\u00fcckt Nagano aus meinem Ged\u00e4chtnis. Es ist so weit weg. Dabei sind es gerade mal 30km.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Yudanaka<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Bahnhof steht eine Art Onsen-Fu\u00dfbad. Witzig. Jetzt die Stra\u00dfe runter zum Flu\u00df. Der Hang zur Linken ist mit Betonsegmenten abgesichert. Unten angekommt geht es eigentlich nur noch gerade aus. \u00dcber den Flu\u00df und dann schr\u00e4g rechts. Das Uotoshi Ryokan. Der erste Eindruck ist nach Kyoto etwas subjektiv. Das Geb\u00e4ude ist als. Und da\u00df ich von einem gro\u00dfen Hund begr\u00fc\u00dft werde, ist nicht ganz mein Stil. Ich und Hunde. (Jeder der mich kennt, wei\u00df warum. Auch innen hat das Geb\u00e4ude die beste Zeit hinter sich. Der Teppich hat es hinter sich (der im Edoya aber auch). Die Lobby mit dem Getr\u00e4nkeautomaten erzeugt den Eindruck einer Jugendherberge. Mein Zimmer ist einfach. Ein Tatamiraum. Wenn man den Preis von 4500yen ber\u00fccktsichtigt, ist das wieder ok. Kyoto waren 7000yen. Ein netter Betreiber, saubere Zimmer und ein sauberes Bad. Alles ist gegeben. Der Rest ist sekund\u00e4r.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sperrstunde ist wieder um 23 Uhr. Ich mu\u00df noch was essen. Also los. Ich habe noch 2 Stunden. Ich laufe \u00fcber die Br\u00fccke auf die Nordseite. Yudanaka ist gef\u00fchlt so gro\u00df wie Sereetz. Ich finde kaum Kneipen und Restaurants. Die Gesch\u00e4fte haben schon geschlossen. Was f\u00fcr ein Kontrast zu Tokyo, Kyoto und Osaka.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann entdecke ich eine ge\u00f6ffnete Kneipe. Ich sehe im Schaufenster eine Harley stehen. Das nanne ich mal Deko. Obwohl ich das Gef\u00fchl habe, da\u00df die dort steht, um den Parkplatz zu sparen. Die Harley wirkt benutzt, sprich sie ist etwas schmutzig. Bevor ich gar nichs mehr finde, rein. Der Wirt und ein Gast. Ups. Leer hier. Aber ich kriege noch was. Es gibt Guinness. Au ja. Das ist zwar nich Japanisch, aber egal. Sofort startet eine Konversation. Die drei Eckdaten &#8222;aus Deutschland, 4 Wochen Urlaub, alleine unterwegs&#8220; l\u00f6sen wieder erstaunen aus und sind Zentrum des Gespr\u00e4ches. Wie immer mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen gef\u00fchrt, da es sprachliche Barrieren gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann wirbelt eine Frau rein. Zu viel Kaffee eindeutig. Sie nippt kurz an meinem Guinness &#8211; oishii &#8211; und weg ist sie. Ich bleibe mit einem Fragezeichen \u00fcber mir schwebend zur\u00fcck. Der Wirt nimmt es gelassen. Er kennt das wohl schon.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ryokan nutze ich dann schnell noch das hauseigene echte Onsen. Eigentlich ein japanisches Badezimmer mit einer gro\u00dfen Badewanne aus Holz. Wie das ganze Haus ist auch das Bad \u00e4lteren Datums. Es ist ist relativ dunkel hier drin. Die Baderegeln kenne ich schon aus Kyoto. Das bsondere: Das ist hier Thermalwasser. Die Quelle liegt ein paar hundert Meter entfernt in den Bergen. Zu hei\u00df. Ich kapituliere nach 2 Minuten. Ich habe es gerade mal bis zu H\u00fcfte ins Becken geschafft. Mehr geht nicht. Das ist Wahnsinn. Das Wasser wird nicht nachgeheizt. Das kommt so hei\u00df hier an. Ich will gar nicht \u00fcberlegen, mit welcher Temperatur es aus dem Stein quillt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Randnotizen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Fazit: Ein Durschnittstag. Matsumoto abgehakt.<\/li>\n<li>Habe ein Kamidana gefunden.<\/li>\n<li>Ich mu\u00df unbedingt Japanisch lernen.<\/li>\n<li>Taifun 22 ist im Anmarsch !<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist wieder ein Wechsel angesagt. Den Zwischenstop habe ich auf Matsumoto gelegt. Und fest steht, das Nakayajima war eine sehr gute Wahl. Die Lage in Kyoto optimal f\u00fcr die Besichtigungen. Jetzt geht es mit Gepack zum Bahnhof. Nach der Erfahrung vom Hinweg habe ich ein Taxi gerufen. 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