{"id":5126,"date":"2004-10-05T21:12:11","date_gmt":"2004-10-05T19:12:11","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=5126"},"modified":"2019-05-30T11:50:25","modified_gmt":"2019-05-30T10:50:25","slug":"ise-meoto-iwa","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=5126","title":{"rendered":"Ise \/ Meoto-Iwa"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es regnet. Es ist der 3. Regentag in Japan. Das macht bisher 1 Tag pro Woche. Ziemlich gute Statistik. Und an einem der beiden Regentage war mit Nara sogar ein volles Programm absolviert worden. Welche Entscheidung ist f\u00fcr heute die richtige? Ein weiterer Tag in Kyoto oder auf Ise? Eigentlich ist es keine Wahl. Ise. Auch in der Hoffnung, da\u00df w\u00e4hrend der Zugfahrt der Regen aufh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fahrt wird dauern. Ich mu\u00df erst mit dem Shinkansen nach Nagoya und dort umsteigen in eine Bummelbahn. Trotzdem wird die Fahrzeit k\u00fcrzer sein, als von Oosaka aus. Wenn man mal au\u00dfer Acht l\u00e4\u00dft, da\u00df der Shinkansen gerade abf\u00e4hrt und ich 30Minuten warten mu\u00df. Daf\u00fcr habe ich dann sofort Anschla\u00dfin Nagoya. Ich bin um 12:15 am Bahnhof Ise. Es regnet immer noch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der <strong>Geku<\/strong>, der \u00e4u\u00dfere Schrein, ist knapp 900m entfernt. Die Strecke laufe ich. Der Weg dorthin ist recht einfach. Einzig auff\u00e4llig sind die gro\u00dfen modernen Steinlaternen auf dem Fu\u00dfweg. Gleich am Eingang steht ein eine rote B\u00fchne mitten in einem Teich. Dies ist auch der Beginn eines Waldes. Der Schrein steht inmitten des Waldes. Die B\u00e4ume sind echt gro\u00df; kerzengerade und gro\u00df. Die wichtigen Geb\u00e4ude sind von einem Zaun umgeben. Ab dem Zaun ist das Fotografieren verboten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einmalig ist jedoch, da\u00df es nebem dem Schreingeb\u00e4ude eine leere Fl\u00e4che gibt. Sie hat die gleiche Fl\u00e4che wie das Geb\u00e4ude. Man sieht sogar den Grundri\u00df. Die Kieselsteine sind zweifarbig. Alle 20 Jahre wird ein neues Geb\u00e4ude auf der leeren Fl\u00e4che gebaut und das alte dann abgerissen. Es ist ein Symbol, da\u00df nichts f\u00fcr die Ewigkeit ist. Sehr philosophisch; und praktisch. Alle 20 Jahre m\u00fc\u00dfte man die Holzbauten eh renovieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die langen Giebelbalken mit den goldenen Ende fallen auf. Auch die goldenen Tragbalken sind einzigartig. Nach Handbuch liegt es daran, da\u00df es kaum chinesischen Einflu\u00df in der Architektur gibt. Stimmt. Dieses ganze Verspielte &#8211; ich sage nur Chinarestaurant &#8211; fehlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zum Naiku sind es 6km. Es gibt einen Pilgerweg. Laufen oder den Bus nehmen? Genug Zeit w\u00e4re. Es hat zwar aufgeh\u00f6rt zu regnen, das Wetter motiviert aber nicht wirklich. Durch Zufall komme ich mit einer Lehrerin aus Oosaka ins Gespr\u00e4ch. Sie empfiehlt den Bus. Na dann&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am <strong>Naiku<\/strong> angekommen steht man vor einer Br\u00fccke \u00fcber einen Flu\u00df. Es hat wieder angefangen zu regnen. Auch dieser Schrein liegt im Wald. Zuerst geht es aber einen breiten Schotterweg entlang. Rechts eine Rassenfl\u00e4che; im Hintergrund sieht man einen Berg. Die Spitze verschwindet im Regen. Wir treffen auf eine Japanerin in Begleitung eines Schweizers. Er arbeitet f\u00fcr das Team Sauber. Stimmt. N\u00e4chste Woche ist das Formel-1-Rennen in Suzuka. Das liegt unterhalb von Nagoya, also ganz in der N\u00e4he. Zu viert geht es weiter zu den Schreingeb\u00e4uden im Wald. Auch hier gibt es wieder die leere Fl\u00e4che neben den Schreinbauten. Das zentrale Heiligtum ist von einem hohen Zaun umgeben. Der Durchgang ist durch einen Vorhang blickdicht gemacht. Neben dem Durchgang ein Wachh\u00e4uschen. Allein der Versuch die Kamera in Stellung zu bringen, ruft die W\u00e4chter auf den Plan. Gut, wenn man die Situation aus ein paar Metern bebachtet und andere in Falle treten l\u00e4\u00dft, bevor man es selbst probiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Team Sauber will weiter zu den verm\u00e4hlten Felsen. Keine Ahnung was das ist. Hab ich im Reisef\u00fcher \u00fcberlesen. Soll aber im Shinto ein wichtiger Ort sein. Sie haben ein Auto. Das macht es einfach. Ich nutze die Chance. Ich frage mich zwar, warum ich die Tageskarte gekauft habe. Die Autofahrt an sich ist ereignislos. Witzig ist das Navi. Ein japanisches Navi klingt so komisch. Der Regen h\u00f6rt wieder auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 15 Minuten Fahrt erreichen wir <strong>Meoto-Iwa<\/strong>, so der japanische Name. Die verm\u00e4hlten Felsen sind zwei Felsen, die mit einem Seil verbunden sind. Ehrlich gesagt, hatte ich was Gr\u00f6\u00dferes erwartet. Die Felsen sind klein. Es sind eher gr\u00f6\u00dfere Steine. Viele Japaner fahren hierher, um zu sehen, wie die Sonne hinter den Felsen aufgeht. Warum, keine Ahnung. So ein Kracher kann der Anblick nicht sein. Sonnenaufgang auf dem Fuji, ok. Das kann ich verstehen. Hier? F\u00fcr mich f\u00e4llt es unter die Rubrik: Ich war hier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eisnchub: Vielleicht mu\u00df man Shintoist sein, um die Bedeutung von Meoto-iwa zu w\u00fcrdigen. Ise ist der h\u00f6chste Schrein des Shinto. Er ist so etwas wie der Vatikan oder Mekka. Und um in diesem Vergleich zu bleiben: Der Kaaba kann ich auch nichts abgewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das &#8222;Team Sauber&#8220; bringt mich und die Lehrerin zur\u00fcck nach Ise. Ich bekomme noch eine Einladung. Sollte ich zum Rennen in Suzuka sein, soll ich kurz anrufen. Jetzt fange ich wirklich an zu \u00fcberlegen. N\u00e4chste Woche bin ich schon in Naruko, oder nach in Nagano? Ich mu\u00df das pr\u00fcfen. Die Lehrerin will mit dem Kintestu fahren und so bleibe alleine am JR-Bahnhof zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Zug ist gerade wieder weg. So bleibt Zeit, etwas zu essen. Nahe am Bahnhof gibt es eine kleine Gark\u00fcche. Ich bestelle Udon. Lecker. Um 18 Uhr ist dann Abfahrt. Die R\u00fcckfahrt dauert aus irgendwelchen Gr\u00fcnden l\u00e4nger als geplant. Keine Ahnung wieso. Ich sitze erst um 20:34 im Shinkansen. Ein Stunde sp\u00e4ter erreiche ich Kyoto. Nach einer kleinen Runde durch die Shoppingstra\u00dfe und einem Stop bei McD ist Feierabend. Nicht jedoch ohne zuvor noch einmal weiter Richtung Norden zu gehen. Hier ist ein Park. Ein dunkler Spot umgeben von der gro\u00dfen hell erleuchteten Stadt. Es ist aber nicht wie in Ueno. Irgendetwas fehlt. Nur was?<\/p>\n<p><strong>Randnotiz:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Fazit: Nicht viel gesehen, aber den Regentag genutzt und einen Punkt von meiner Liste abgehakt.<\/li>\n<li>Formel 1 in Suzuka ist zwar nicht Teil des Plan, klingt aber spannend.<\/li>\n<li>Das erst Kanji in Geku ist das gleiche wie in Gaijin (Ausl\u00e4nder). Gai-jin meint also&#8220;\u00e4u\u00dferer Mensch&#8220; oder einfach Mensch von au\u00dfen.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es regnet. Es ist der 3. Regentag in Japan. Das macht bisher 1 Tag pro Woche. Ziemlich gute Statistik. Und an einem der beiden Regentage war mit Nara sogar ein volles Programm absolviert worden. Welche Entscheidung ist f\u00fcr heute die richtige? Ein weiterer Tag in Kyoto oder auf Ise? Eigentlich ist es keine Wahl. 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